[uG:] Köln: Klima.Krisen.Kapitalismus

Debat­ten­bei­trag des Anti­fa AK Köln im Vor­feld zum Glo­bal Cli­ma­te Strike am 29.11.2019

Klima.Krisen.Kapitalismus

Die Kli­ma­kri­se ist in aller Mun­de und welt­weit gewinnt eine brei­te Kli­ma­be­we­gung an Gehör und Zustim­mung, die das Aus­maß die­ser Kri­se sicht­bar macht. Seit mehr als einem Jahr strei­ken welt­weit Schüler*innen jeden Frei­tag und die Beset­zun­gen und Pro­tes­te im Ham­ba­cher Forst erlang­ten ver­gan­ge­nen Som­mer ihren öffent­lich­keits­wirk­sa­men Höhe­punkt. Auch die Aktio­nen in den deut­schen und euro­päi­schen Braun­koh­le­re­vie­ren rei­hen sich ein in die welt­wei­ten Kämp­fe gegen den umwelt­zer­stö­re­ri­schen Abbau von Res­sour­cen und die vor­an­schrei­ten­de Pri­va­ti­sie­rung der Natur. Die Kli­ma­be­we­gung hat einen not­wen­di­gen Sys­tem­wech­sel wie­der auf die Agen­da gesetzt: Die dop­pel­te Schran­ke des Kap­ta­lis­mus ist nach exzes­si­ver Expan­si­on und Aus­beu­tung von Mensch und Pla­net spä­tes­tens im 21.Jahrhundert zu einer der Bedro­hun­gen der moder­nen Welt gewor­den.

Schei­tern und Auf­bruch
Die öko­lo­gi­sche Kri­se des kapi­ta­lis­ti­schen Wirt­schaft­sys­tems ist aller­dings nichts Neu­es, die Ver­nich­tung der eige­nen Lebens­grund­la­gen (die Erde) hat trau­ri­ge Kon­ti­nui­tät. Was man­che in den aktu­el­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen ver­ges­sen ist, dass bereits ab den 50er Jah­ren die Anti-Kriegs- bzw. Frie­dens­be­we­gung und die Anti-Atom­be­we­gung auf sich auf­merk­sam mach­ten und die NATO immer wie­der für ihre krie­ge­ri­sche Auf­rüs­tung mit­tels Atom­waf­fen im Wes­ten angrif­fen. Eben­falls zu nen­nen sind an die­ser Stel­le die mas­si­ven Pro­tests gegen Atom­kraft­wer­ke und die Cas­tor-Trans­por­te, die auf die grau­sa­men, ver­nich­ten­den Kon­se­quen­zen für Mensch und Pla­net auf­merk­sam mach­ten. Eini­ge, die sich der Bewe­gung anschlos­sen, hoff­ten der glo­ba­li­sier­te Markt wer­de die Kli­ma­kri­se regeln und klas­sen­über­grei­fen­den Reich­tum brin­gen. Beson­ders deut­lich wird die­ser Trug­schluss am Bei­pi­el der Grü­nen Par­tei in Deutsch­land, die zur Zeit ein Umfra­gen­hoch, auf­grund der aktu­el­len Kli­ma­be­we­gung, genie­ßen. Sie ging aus der Öko-Bewe­gung her­vor, wie auch gro­ße NGO’s- bei­spiels­wei­se Green­peace und der BUND. Ein Grund für die Zahn­lo­sig­keit jener Orga­ni­sa­tio­nen und Par­tei­en in der aktu­el­len Kri­se liegt in der Gläu­big­keit in einen huma­nen, grün ange­stri­che­nen Kapi­ta­lis­mus. Was jedoch weder der Groß­teil der aktu­ell viel zitier­ten Wissenschaftler*innen, noch die genann­ten Akteur*innen machen, ist die öko­lo­gi­sche und sozia­le Fra­ge zu ver­bin­den und somit das bestehen­de Sys­tem zu hin­ter­fra­gen. Gera­de in den Zei­ten auto­ri­tä­rer Regres­si­on und mör­de­ri­scher Krie­ge um Res­sour­cen und Vor­macht­stel­lun­gen, ist dies wich­ti­ger denn je. Die neo­li­be­ra­len Ver­spre­chen haben sich nicht bewahr­hei­tet. Gera­de des­halb bie­tet die aktu­el­le Kli­ma­be­we­gung den Aus­gangs­punkt, um wie­der gemein­sam zu ver­han­deln, wie wir und die kom­men­den Genera­tio­nen leben wol­len. Es lohnt sich wie­der die Waf­fen der Kri­tik zu schär­fen, um Lösun­gen auf die Kar­te zu set­zen, die nicht zwi­schen natio­na­lem Wett­be­werb und neo­li­be­ra­lem Wei­ter-So und grün gefärb­ten Illu­sio­nen wäh­len.

Für einen anti­fa­schis­ti­schen Auf­bruch
Grün­de für einen Auf­bruch von links gibt es genug: Gan­ze Gebie­te im glo­ba­len Süden wer­den unbe­wohn­bar, ein faschis­ti­scher Staats­prä­si­dent (Bol­so­na­ro) holzt und brennt den Regen­wald wei­ter ab und der amtie­ren­de, eben­falls faschis­ti­sche Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, gehört eben­so wie die Faschist*innen in Nadel­strei­fen von der AfD, zu einer brei­ten Front, die den men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del leug­net. Unter­stützt wer­den die­se Akteu­re des Rechts­rucks von ein­fluss­rei­chen Orga­ni­sa­tio­nen wie dem Heart­land Insti­tut, die mit ver­meint­lich seriö­sen und wis­sen­schaft­li­chen Kon­gres­sen, die Welt vom Gegen­teil über­zeu­gen wol­len. An den Reak­tio­nen der erstark­ten Rech­ten und derer Kapi­tal­frak­tio­nen welt­weit erkennt man, dass die Kli­ma­kri­se die Wie­der­kehr der ver­dräng­ten Insta­bi­li­tät der kapi­ta­lis­ti­schen Welt ist.

Gegen das neo­li­be­ra­le Wei­ter-So
Um die aktu­el­le Kri­sen­dy­na­mik bes­ser zu ver­ste­hen, muss kurz umris­sen wer­den, in wel­che für die aktu­el­le Mise­re ver­ant­wort­li­chen Ereig­nis­se und Mecha­nis­men die Kli­ma­kri­se ein­ge­bet­tet ist. Der Aus­ver­kauf des Sozi­al­staats für ein schnel­les Wachs­tum in den frü­hen 70er Jah­ren und die fol­gen­den Rezen­sio­nen im glo­ba­len Nor­den wur­den durch das neo­li­be­ra­le Pro­gramm von That­cher und Co. öko­no­misch auf­ge­fan­gen. Der Preis war hoch: die Pri­va­ti­sie­rung und somit Dere­gu­lie­rung des Unter­neh­mens­sek­tors und die Ein­spa­run­gen im öffent­li­chen Sek­tor hat­ten nicht nur einen schlan­ken Staat und mit ihm eine Abnah­me poli­ti­scher Ein­fluss­nah­me auf die natio­na­le Wirt­schaft zur Fol­ge, son­dern führ­ten letz­lich auch zur Zer­schla­gung der tra­di­tio­nel­len Orga­ni­sa­tio­nen der Arbeiter*innenklasse. Mit dem “Ende der Geschich­te” (Fran­cis Fuku­ya­ma) 1989 wur­de das neo­li­be­ra­le Eli­ten­pro­gramm ideo­lo­gisch abge­dich­tet und fand sich im Bewußst­sein der ver­ein­zel­ten Indi­vi­du­en wie­der. 20 Jah­re spä­ter kehr­te die Kri­se, dies­mal erst als Immobilien‑, in Euro­pa als Finanz­kri­se wie­der zurück. Ver­klau­su­liert hin­ter dem Begriff Aus­teri­täts­po­li­tik – aka Spar­maß­nah­men – wer­den seit­dem flei­ßig wei­ter unter dem neo­li­be­ra­len Dog­ma die letz­ten Res­te des Sozi­al­staats weg­ge­spart und wei­ter auf Kos­ten unse­res Pla­ne­tens und derer pri­va­ti­siert, die nicht zu den wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Eli­ten gehö­ren. Tech­no­kra­ten, wie Macron und Schwei­ne, wie Schäub­le haben in der Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart mit Gegen­wind zu kämp­fen. Mit den mas­si­ven Kri­sen­pro­tes­ten in Süd­eu­ro­pa vor knapp 10 Jah­ren und der aktu­el­len Revol­ten, wie am Bei­spiel der Gilet Jau­nes in Frank­reich deut­lich wird, gera­ten Staat und Kapi­tal end­lich wie­der ins Wan­ken. Denn die wie­der­keh­ren­den sys­te­mi­schen Kri­sen des Kapi­ta­lis­mus rufen es allen immer wie­der deut­lich ins Gedächt­nis: so kann es nicht wei­ter­ge­hen. Die mör­de­ri­schen Kon­se­quen­zen der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons- und Repro­duk­ti­ons­wei­se zei­gen beson­ders in der Kri­se ihr häss­lichs­tes Gesicht. Beson­ders in Zei­ten der Kri­se ist das Sys­tem anfäl­lig für Stö­run­gen. Und hier liegt auch ein wei­te­rer Grund, wes­halb gera­de des­halb (grü­ne) Libe­ra­le genau jetzt unter dem Label “Green Capi­ta­lism” die Bewe­gun­gen in der Kri­se ver­su­chen zu anti­zi­pie­ren und den ver­meint­lich dere­gu­lier­ten und ent­fes­sel­ten Kapi­ta­lis­mus durch ein grü­nes Ant­litz zu bän­di­gen. Genau dies ist die Fort­schrei­bung des neo­li­be­ra­len Pro­gramms der 70er Jah­re, bei dem die hei­li­gen Prin­zi­pi­en des Mark­tes, ver­steckt hin­ter dem Deck­man­tel der Mach­bar­keit, selbst­ver­ständ­lich nicht ange­rüht wer­den. Tei­le der aktu­el­len Kli­ma­be­we­gung set­zen glo­bal ver­netzt und lokal ver­an­kert dage­gen. Auch des­halb liegt in ihr die Chan­ce das Sys­tem ins Wan­ken zu brin­gen und hof­fent­lich auch Umstür­zen zu kön­nen.

The­re is an alter­na­ti­ve!
Es muss klar sein: die aktu­el­len Kon­flikt­po­ten­tia­le und Spal­tungs­li­ni­en, die unter der Kli­ma­kri­se sub­su­miert wer­den kön­nen, sind nur durch eine Abschaf­fung des Kapi­ta­lis­mus posi­tiv zu wen­den. Dass die neu­en Faschist*innen die­je­ni­gen sind, die zum einen die natio­na­le Abschot­tung (Hei­mat­schutz) als ratio­na­le Opti­on wäh­len, um die eige­nen Besitz­tü­mer zu sichern und ande­rer­seits die Leugner*innen des Kli­ma­wan­dels sind, sind kei­ne Zufäl­le, son­dern Ergeb­nis einer Gesell­schaft, die sozia­le Kon­flik­te zwi­schen oben und unten wei­ter schürrt. Außer­dem ist dies Aus­druck faschis­ti­scher Ideo­lo­gie, die einen Feind von außen ima­gi­nie­ren muss- sei­en es die Schüler*innenbewegung Fri­days for Future, die glo­ba­len Frau­en­be­we­gun­gen oder die Migrant*innen, die “unser Land” ver­meint­lich “über­völ­kern” – um die auto­ri­tä­ren Prin­zi­pi­en von Herr­schaft wei­ter auf­recht zu erhal­ten und zu ver­tei­di­gen. Des­halb sind die bevor­ste­hen­den und sich wei­ter zuspit­zen­den Krie­ge um die letz­ten Res­sour­cen die­ses Pla­ne­ten und die mas­si­ven Flucht- und Migra­ti­ons­be­we­gun­gen auf­grund der Unbe­wohn­bar­keit gan­zer Gebie­te, als sozia­ler Kon­flikt zu deu­ten, der sowohl die neue, alte Klassen‑, wie auch die Sys­tem­fra­ge stel­len muss.Die Fried­hofs­ru­he ist vor­bei! Wir sind teil der Unruhestifter*innen und set­zen Alter­na­ti­ven auf die Kar­te. Wir rufen alle dazu auf sich ein­zu­mi­schen und gegen die ver­nich­ten­den Zukunfts­vi­sio­nen der herr­schen­den Vertreter*innen aus Poli­tik und Kapi­tal­frak­ti­on aktiv zu wer­den. Es gibt einen Weg, abseits von natio­na­ler Abschot­tung und Ver­nich­tung des Pla­ne­tens. Lasst uns Kämp­fe ver­bin­den und soli­da­risch mit allen sein, die welt­weit für eine gemein­sa­me und soli­da­ri­sche Zukunft kämp­fen. Com­mu­nism for future!

Debat­ten­bei­trag des Anti­fa AK Köln im Vor­feld zum Glo­bal Cli­ma­te Strike am 29.11.2019

Klima.Krisen.Kapitalismus

Die Kli­ma­kri­se ist in aller Mun­de und welt­weit gewinnt eine brei­te Kli­ma­be­we­gung an Gehör und Zustim­mung, die das Aus­maß die­ser Kri­se sicht­bar macht. Seit mehr als einem Jahr strei­ken welt­weit Schüler*innen jeden Frei­tag und die Beset­zun­gen und Pro­tes­te im Ham­ba­cher Forst erlang­ten ver­gan­ge­nen Som­mer ihren öffent­lich­keits­wirk­sa­men Höhe­punkt. Auch die Aktio­nen in den deut­schen und euro­päi­schen Braun­koh­le­re­vie­ren rei­hen sich ein in die welt­wei­ten Kämp­fe gegen den umwelt­zer­stö­re­ri­schen Abbau von Res­sour­cen und die vor­an­schrei­ten­de Pri­va­ti­sie­rung der Natur. Die Kli­ma­be­we­gung hat einen not­wen­di­gen Sys­tem­wech­sel wie­der auf die Agen­da gesetzt: Die dop­pel­te Schran­ke des Kap­ta­lis­mus ist nach exzes­si­ver Expan­si­on und Aus­beu­tung von Mensch und Pla­net spä­tes­tens im 21.Jahrhundert zu einer der Bedro­hun­gen der moder­nen Welt gewor­den.

Schei­tern und Auf­bruch
Die öko­lo­gi­sche Kri­se des kapi­ta­lis­ti­schen Wirt­schaft­sys­tems ist aller­dings nichts Neu­es, die Ver­nich­tung der eige­nen Lebens­grund­la­gen (die Erde) hat trau­ri­ge Kon­ti­nui­tät. Was man­che in den aktu­el­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen ver­ges­sen ist, dass bereits ab den 50er Jah­ren die Anti-Kriegs- bzw. Frie­dens­be­we­gung und die Anti-Atom­be­we­gung auf sich auf­merk­sam mach­ten und die NATO immer wie­der für ihre krie­ge­ri­sche Auf­rüs­tung mit­tels Atom­waf­fen im Wes­ten angrif­fen. Eben­falls zu nen­nen sind an die­ser Stel­le die mas­si­ven Pro­tests gegen Atom­kraft­wer­ke und die Cas­tor-Trans­por­te, die auf die grau­sa­men, ver­nich­ten­den Kon­se­quen­zen für Mensch und Pla­net auf­merk­sam mach­ten. Eini­ge, die sich der Bewe­gung anschlos­sen, hoff­ten der glo­ba­li­sier­te Markt wer­de die Kli­ma­kri­se regeln und klas­sen­über­grei­fen­den Reich­tum brin­gen. Beson­ders deut­lich wird die­ser Trug­schluss am Bei­pi­el der Grü­nen Par­tei in Deutsch­land, die zur Zeit ein Umfra­gen­hoch, auf­grund der aktu­el­len Kli­ma­be­we­gung, genie­ßen. Sie ging aus der Öko-Bewe­gung her­vor, wie auch gro­ße NGO’s- bei­spiels­wei­se Green­peace und der BUND. Ein Grund für die Zahn­lo­sig­keit jener Orga­ni­sa­tio­nen und Par­tei­en in der aktu­el­len Kri­se liegt in der Gläu­big­keit in einen huma­nen, grün ange­stri­che­nen Kapi­ta­lis­mus. Was jedoch weder der Groß­teil der aktu­ell viel zitier­ten Wissenschaftler*innen, noch die genann­ten Akteur*innen machen, ist die öko­lo­gi­sche und sozia­le Fra­ge zu ver­bin­den und somit das bestehen­de Sys­tem zu hin­ter­fra­gen. Gera­de in den Zei­ten auto­ri­tä­rer Regres­si­on und mör­de­ri­scher Krie­ge um Res­sour­cen und Vor­macht­stel­lun­gen, ist dies wich­ti­ger denn je. Die neo­li­be­ra­len Ver­spre­chen haben sich nicht bewahr­hei­tet. Gera­de des­halb bie­tet die aktu­el­le Kli­ma­be­we­gung den Aus­gangs­punkt, um wie­der gemein­sam zu ver­han­deln, wie wir und die kom­men­den Genera­tio­nen leben wol­len. Es lohnt sich wie­der die Waf­fen der Kri­tik zu schär­fen, um Lösun­gen auf die Kar­te zu set­zen, die nicht zwi­schen natio­na­lem Wett­be­werb und neo­li­be­ra­lem Wei­ter-So und grün gefärb­ten Illu­sio­nen wäh­len.

Für einen anti­fa­schis­ti­schen Auf­bruch
Grün­de für einen Auf­bruch von links gibt es genug: Gan­ze Gebie­te im glo­ba­len Süden wer­den unbe­wohn­bar, ein faschis­ti­scher Staats­prä­si­dent (Bol­so­na­ro) holzt und brennt den Regen­wald wei­ter ab und der amtie­ren­de, eben­falls faschis­ti­sche Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, gehört eben­so wie die Faschist*innen in Nadel­strei­fen von der AfD, zu einer brei­ten Front, die den men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del leug­net. Unter­stützt wer­den die­se Akteu­re des Rechts­rucks von ein­fluss­rei­chen Orga­ni­sa­tio­nen wie dem Heart­land Insti­tut, die mit ver­meint­lich seriö­sen und wis­sen­schaft­li­chen Kon­gres­sen, die Welt vom Gegen­teil über­zeu­gen wol­len. An den Reak­tio­nen der erstark­ten Rech­ten und derer Kapi­tal­frak­tio­nen welt­weit erkennt man, dass die Kli­ma­kri­se die Wie­der­kehr der ver­dräng­ten Insta­bi­li­tät der kapi­ta­lis­ti­schen Welt ist.

Gegen das neo­li­be­ra­le Wei­ter-So
Um die aktu­el­le Kri­sen­dy­na­mik bes­ser zu ver­ste­hen, muss kurz umris­sen wer­den, in wel­che für die aktu­el­le Mise­re ver­ant­wort­li­chen Ereig­nis­se und Mecha­nis­men die Kli­ma­kri­se ein­ge­bet­tet ist. Der Aus­ver­kauf des Sozi­al­staats für ein schnel­les Wachs­tum in den frü­hen 70er Jah­ren und die fol­gen­den Rezen­sio­nen im glo­ba­len Nor­den wur­den durch das neo­li­be­ra­le Pro­gramm von That­cher und Co. öko­no­misch auf­ge­fan­gen. Der Preis war hoch: die Pri­va­ti­sie­rung und somit Dere­gu­lie­rung des Unter­neh­mens­sek­tors und die Ein­spa­run­gen im öffent­li­chen Sek­tor hat­ten nicht nur einen schlan­ken Staat und mit ihm eine Abnah­me poli­ti­scher Ein­fluss­nah­me auf die natio­na­le Wirt­schaft zur Fol­ge, son­dern führ­ten letz­lich auch zur Zer­schla­gung der tra­di­tio­nel­len Orga­ni­sa­tio­nen der Arbeiter*innenklasse. Mit dem “Ende der Geschich­te” (Fran­cis Fuku­ya­ma) 1989 wur­de das neo­li­be­ra­le Eli­ten­pro­gramm ideo­lo­gisch abge­dich­tet und fand sich im Bewußst­sein der ver­ein­zel­ten Indi­vi­du­en wie­der. 20 Jah­re spä­ter kehr­te die Kri­se, dies­mal erst als Immobilien‑, in Euro­pa als Finanz­kri­se wie­der zurück. Ver­klau­su­liert hin­ter dem Begriff Aus­teri­täts­po­li­tik – aka Spar­maß­nah­men – wer­den seit­dem flei­ßig wei­ter unter dem neo­li­be­ra­len Dog­ma die letz­ten Res­te des Sozi­al­staats weg­ge­spart und wei­ter auf Kos­ten unse­res Pla­ne­tens und derer pri­va­ti­siert, die nicht zu den wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Eli­ten gehö­ren. Tech­no­kra­ten, wie Macron und Schwei­ne, wie Schäub­le haben in der Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart mit Gegen­wind zu kämp­fen. Mit den mas­si­ven Kri­sen­pro­tes­ten in Süd­eu­ro­pa vor knapp 10 Jah­ren und der aktu­el­len Revol­ten, wie am Bei­spiel der Gilet Jau­nes in Frank­reich deut­lich wird, gera­ten Staat und Kapi­tal end­lich wie­der ins Wan­ken. Denn die wie­der­keh­ren­den sys­te­mi­schen Kri­sen des Kapi­ta­lis­mus rufen es allen immer wie­der deut­lich ins Gedächt­nis: so kann es nicht wei­ter­ge­hen. Die mör­de­ri­schen Kon­se­quen­zen der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons- und Repro­duk­ti­ons­wei­se zei­gen beson­ders in der Kri­se ihr häss­lichs­tes Gesicht. Beson­ders in Zei­ten der Kri­se ist das Sys­tem anfäl­lig für Stö­run­gen. Und hier liegt auch ein wei­te­rer Grund, wes­halb gera­de des­halb (grü­ne) Libe­ra­le genau jetzt unter dem Label “Green Capi­ta­lism” die Bewe­gun­gen in der Kri­se ver­su­chen zu anti­zi­pie­ren und den ver­meint­lich dere­gu­lier­ten und ent­fes­sel­ten Kapi­ta­lis­mus durch ein grü­nes Ant­litz zu bän­di­gen. Genau dies ist die Fort­schrei­bung des neo­li­be­ra­len Pro­gramms der 70er Jah­re, bei dem die hei­li­gen Prin­zi­pi­en des Mark­tes, ver­steckt hin­ter dem Deck­man­tel der Mach­bar­keit, selbst­ver­ständ­lich nicht ange­rüht wer­den. Tei­le der aktu­el­len Kli­ma­be­we­gung set­zen glo­bal ver­netzt und lokal ver­an­kert dage­gen. Auch des­halb liegt in ihr die Chan­ce das Sys­tem ins Wan­ken zu brin­gen und hof­fent­lich auch Umstür­zen zu kön­nen.

The­re is an alter­na­ti­ve!
Es muss klar sein: die aktu­el­len Kon­flikt­po­ten­tia­le und Spal­tungs­li­ni­en, die unter der Kli­ma­kri­se sub­su­miert wer­den kön­nen, sind nur durch eine Abschaf­fung des Kapi­ta­lis­mus posi­tiv zu wen­den. Dass die neu­en Faschist*innen die­je­ni­gen sind, die zum einen die natio­na­le Abschot­tung (Hei­mat­schutz) als ratio­na­le Opti­on wäh­len, um die eige­nen Besitz­tü­mer zu sichern und ande­rer­seits die Leugner*innen des Kli­ma­wan­dels sind, sind kei­ne Zufäl­le, son­dern Ergeb­nis einer Gesell­schaft, die sozia­le Kon­flik­te zwi­schen oben und unten wei­ter schürrt. Außer­dem ist dies Aus­druck faschis­ti­scher Ideo­lo­gie, die einen Feind von außen ima­gi­nie­ren muss- sei­en es die Schüler*innenbewegung Fri­days for Future, die glo­ba­len Frau­en­be­we­gun­gen oder die Migrant*innen, die “unser Land” ver­meint­lich “über­völ­kern” – um die auto­ri­tä­ren Prin­zi­pi­en von Herr­schaft wei­ter auf­recht zu erhal­ten und zu ver­tei­di­gen. Des­halb sind die bevor­ste­hen­den und sich wei­ter zuspit­zen­den Krie­ge um die letz­ten Res­sour­cen die­ses Pla­ne­ten und die mas­si­ven Flucht- und Migra­ti­ons­be­we­gun­gen auf­grund der Unbe­wohn­bar­keit gan­zer Gebie­te, als sozia­ler Kon­flikt zu deu­ten, der sowohl die neue, alte Klassen‑, wie auch die Sys­tem­fra­ge stel­len muss.Die Fried­hofs­ru­he ist vor­bei! Wir sind teil der Unruhestifter*innen und set­zen Alter­na­ti­ven auf die Kar­te. Wir rufen alle dazu auf sich ein­zu­mi­schen und gegen die ver­nich­ten­den Zukunfts­vi­sio­nen der herr­schen­den Vertreter*innen aus Poli­tik und Kapi­tal­frak­ti­on aktiv zu wer­den. Es gibt einen Weg, abseits von natio­na­ler Abschot­tung und Ver­nich­tung des Pla­ne­tens. Lasst uns Kämp­fe ver­bin­den und soli­da­risch mit allen sein, die welt­weit für eine gemein­sa­me und soli­da­ri­sche Zukunft kämp­fen. Com­mu­nism for future!