[FRN:] Rassistische Klischees und Stereotype – Der kontrovers diskutierte Film „Green Book“ (Serie 272: MoRa3X)

Wie jedes Jahr ver­an­stal­ten die Frei­bur­ger Fried­richs­bau­ki­nos das Som­mer­nachts­ki­no im Schwar­zen Klos­ter. Am 8. August wird der Film Green Book gezeigt, der von Schwar­zen Com­mu­nities welt­weit hef­tig kri­ti­siert wur­de.
Unab­hän­gig davon, inwie­weit der Film – der auf rea­len Gesche­he­nis­sen basiert – die his­to­ri­schen Bege­ben­hei­ten wahr­heits­ge­mäß wie­der­gibt, ist er lei­der für ein aus­schließ­lich Wei­ßes Publi­kum gemacht wor­den. Auch wenn er viel­leicht genau das Gegen­teil bewir­ken will, repro­du­ziert er ras­sis­ti­sche Kli­schees und Ste­reo­ty­pe, wie „das vom edlen Wil­den“, kri­ti­siert z.B. Ali­ce Has­ters. „Peter Far­rel­lys Film erzählt eine Geschich­te über Ras­sis­mus als feel good movie. Das Leben fängt erst an, wenn wei­ße Men­schen dar­in auf­tau­chen.“ Und: „Dank Green Book ist Shir­ley nun also nicht mehr nur als Pia­nist von Welt­klas­se bekannt, son­dern auch als ‚Der Typ, der Tony Val­le­lon­ga ange­stellt hat.’ “

Der aka film­club, der den Film letz­tes Jahr nicht unkom­men­tiert vor­füh­ren woll­te, schreibt auf sei­ner Web­site dazu: „Laut Nick Val­le­lon­ga, Dreh­buch­au­tor und Sohn des ech­ten Tony Lip (1930–2013), basiert die­se Hand­lung auf einer wah­ren Geschich­te, doch über die Authen­ti­zi­tät die­ser unge­wöhn­li­chen Freund­schaft herr­schen Zwei­fel, vor allem von Sei­ten der Ange­hö­ri­gen des eben­falls ver­stor­be­nen Dr. Shir­ley (1927–2013). Man kann sich auch, zu Recht, an der zum Kli­schee gewor­de­nen Tro­pe vom geläu­ter­ten, wei­ßen Hel­den in Fil­men über die ‚black expe­ri­ence’ stö­ren. Die wah­re Stär­ke des Strei­fens liegt vor allem in der star­ken schau­spie­le­ri­schen Leis­tung der bei­den Haupt­dar­stel­ler. […] Und solan­ge man kei­ne akku­ra­te, bio­gra­fi­sche Dar­stel­lung erwar­tet, son­dern sich auf einen unter­halt­sa­men Road Trip mit his­to­risch rele­van­tem Hin­ter­grund ein­lässt, wird man nicht ent­täuscht.“

Lud­wig Ammann, einer der bei­den Geschäfts­füh­rer und Pres­se­spre­cher der Fried­richs­bau­ki­nos in Frei­burg, lobt sei­ner­seits die bei­den Haupt­dar­stel­ler, fin­det es aber „ärger­lich, daß die Medi­en die Vor­wür­fe [wel­che den Wahr­heits­ge­halt des Films anzwei­feln] unüber­prüft über­nom­men“ haben.… Read More