[labournet:] Italienische Flüchtlingspolitik

Dossier

Stoppt das Sterben, nicht die Rettung! #freeiuventaHuman Car­go – neu­er Bericht über Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen von Flücht­lin­gen in Ita­li­en: Behan­delt wie mensch­li­che Fracht – Ita­li­en weist Schutz­su­chen­de nach Grie­chen­land zurück. Der Grie­chi­sche Flücht­lings­rat und PRO ASYL ver­öf­fent­li­chen Bericht über will­kür­li­che Zurück­wei­sun­gen von ita­lie­ni­schen Häfen nach Grie­chen­land. Der Bericht bei Pro Asyl externer Link basiert auf Zeu­gen­aus­sa­gen von über 50 Schutz­su­chen­den, die min­des­tens ein­mal in die­ser Wei­se von Ita­li­en nach Grie­chen­land zurück­ge­wie­sen wur­den. Älte­re Bei­trä­ge zum The­ma fin­den sich in der Rubrik “ita­lie­ni­sche Flücht­lings­po­li­tik” im Labour­Net-Archiv und aktu­el­ler Zusam­men­hang im Dos­sier: Und der nächs­te Schritt sind Kopf­prä­mi­en? Ita­li­en schließt Anti­flücht­lings­ab­kom­men mit Liby­en. Mit wel­cher Ban­de da? sowie Dos­sier: [Liby­en-Deal] Absur­de EU-Poli­tik im Mit­tel­meer: Ret­tungs­mis­sio­nen sol­len zukünf­tig von liby­schen Schleu­sern koor­di­niert wer­den – sie­he hier zur Lage der Flücht­lin­ge und der Flücht­lings­ret­ter in Ita­li­en:

  • Sizi­li­en: Geflüch­te­te ent­flie­hen unmensch­li­cher Iso­la­ti­on. Sol­da­ten sol­len Über­wa­chung über­neh­men /​Fort­ge­setz­te Tra­gö­die auf Lam­pe­du­sa New
    • Qua­ran­tä­ne mit Mili­tär­hil­fe. Sizi­li­en: Geflüch­te­te ent­flie­hen unmensch­li­cher Iso­la­ti­on. Sol­da­ten sol­len Über­wa­chung über­neh­men
      Nach­dem am Mon­tag erneut rund 100 Geflüch­te­te aus ihrer Coro­naqua­ran­tä­ne in einem über­füll­ten, fens­ter­lo­sen Zelt auf der ita­lie­ni­schen Insel Sizi­li­en geflo­hen sind, soll das Mili­tär die Über­wa­chung der Auf­nah­me­ein­rich­tun­gen über­neh­men. Innen­mi­nis­te­rin Lucia­na Lamor­ge­se kün­dig­te laut Nach­rich­ten­agen­tur ANSA an, Hun­der­te Sol­da­ten nach Sizi­li­en zu schi­cken. Laut Zei­tungs­be­rich­ten befan­den sich in dem für 100 Men­schen aus­ge­leg­ten Zelt im sizi­lia­ni­schen Por­to Empe­do­cle mehr als 500 Flücht­lin­ge, die dort eine 14tägige Qua­ran­tä­ne absit­zen soll­ten. Das Innen­mi­nis­te­ri­um teil­te am Diens­tag mit, die meis­ten der Flüch­ti­gen sei­en gefun­den wor­den. Bei kei­nem der bis­her Getes­te­ten wur­de das Coro­na­vi­rus fest­ge­stellt. Die Bür­ger­meis­te­rin von Por­to Empe­do­cle, Ida Car­mi­na, ver­ur­teil­te die unmensch­li­chen Bedin­gun­gen und for­der­te die Regie­rung und die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on zum Han­deln auf. Bereits am Sonn­tag hat­ten sich 184 Men­schen aus einer ande­ren Ein­rich­tung in der sizi­lia­ni­schen Stadt Cal­ta­nis­set­ta teils bar­fuß abge­setzt. Bür­ger­meis­ter Rober­to Gam­bi­no kün­dig­te an, er wol­le an das Innen­mi­nis­te­ri­um schrei­ben: »Ich for­de­re, dass nie­mand mehr nach Cal­ta­nis­set­ta kommt.« Das Lager sei unge­eig­net. (…) Nach Anga­ben von Di Maio sind 125 der 184 am Sonn­tag Geflo­he­nen bis­lang von der Poli­zei gefun­den wor­den. Minis­te­rin Lamor­ge­se kün­dig­te an, die Regie­rung wer­de »in den nächs­ten Tagen« ein Mari­ne­schiff zu einer Qua­ran­tä­ne­ein­rich­tung für Geflüch­te­te umfunk­tio­nie­ren. Unter­des­sen erreich­ten in der Nacht zu Diens­tag wei­te­re Geflüch­te­te die Insel Lam­pe­du­sa. 128 Men­schen in drei Boo­ten waren von Patrouil­len­boo­ten der Küs­ten­wa­che auf­ge­spürt wor­den und wur­den zum Auf­nah­me­la­ger gebracht. Die für 95 Per­so­nen aus­ge­leg­te Ein­rich­tung ist mit 872 Insas­sen erneut völ­lig über­füllt.” Agen­tur­mel­dung in der jun­gen Welt vom 29.07.2020 externer Link
    • Fort­ge­setz­te Tra­gö­die auf Lam­pe­du­sa: Poli­tik igno­riert unhalt­ba­re Zustän­de im Auf­fang­la­ger für Flücht­lin­ge und Migran­ten auf der Mit­tel­meer­in­sel
      “Das Auf­fang­la­ger von Lam­pe­du­sa ist hoff­nungs­voll über­füllt – mal wie­der, muss man sagen. Dort, wo eigent­lich Platz für 95 Migran­ten ist, sind heu­te fast 1000 unter­ge­bracht. Und die dadurch pre­kä­re Lage auf der klei­nen Mit­tel­meer­in­sel ist – auch das nicht zum ers­ten Mal – ein gefun­de­nes Fres­sen für die popu­lis­ti­sche Rech­te in Ita­li­en, die mit Vor­lie­be die Angst vor Migran­ten schürt. (…) In den ver­gan­ge­nen Mona­ten beschäf­tig­te die Öffent­lich­keit ande­res und das Schick­sal der Migran­ten hat nie­man­den so rich­tig inter­es­siert. Weder die Regie­rung, die sich vor allem mit der Pan­de­mie und ihren ver­hee­ren­den Aus­wir­kun­gen kon­fron­tiert sah, noch die rech­te Oppo­si­ti­on, die unter die­sen Umstän­den wohl kei­ne Mög­lich­keit sah, aus dem Flücht­lings­dra­ma rich­tig Kapi­tal zu schla­gen. Das hat sich jetzt geän­dert. Vor allem die Lega, die im ver­gan­ge­nen hal­ben Jahr in den Umfra­ge­wer­ten stän­dig gesun­ken ist, hat sich nun wie­der auf ihr Lieb­lings­the­ma beson­nen und ver­knüpft nun Flücht­lin­ge mit Coro­na nach dem Mot­to: »Die brin­gen uns die Krank­heit ins Land.« Aber auch Totò Mar­tel­lo, Bür­ger­meis­ter von Lam­pe­du­sa und von einer Mit­te-Links-Koali­ti­on gewählt, kri­ti­siert die Regie­rung. »Die Lage ist uner­träg­lich gewor­den. Die Regie­rung muss für die Insel den Not­stand aus­ru­fen, und wenn sie es nicht tut, dann mache ich es eben. Das Auf­fang­la­ger kann kei­ne Migran­ten mehr auf­neh­men und die Ver­ant­wor­tung für die­se Situa­ti­on liegt weder beim Bür­ger­meis­ter, noch bei der Stadt­ver­wal­tung und erst recht nicht bei den Ein­woh­nern«. Er for­dert, dass die Regie­rung in Rom eine Luft- und See­brü­cke ein­rich­tet, um die Flücht­lin­ge sofort nach ihrer Ankunft aufs Fest­land zu brin­gen. »So wie die Lage jetzt ist, kön­nen wir die Migran­ten noch nicht ein­mal alle iden­ti­fi­zie­ren, geschwei­ge denn auf Coro­na tes­ten«. (…) Am Wochen­en­de kam die der­zei­ti­ge, par­tei­lo­se Innen­mi­nis­te­rin Lucia­na Lamor­ge­se nach Lam­pe­du­sa, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Sie ver­sprach, etwas zu tun und wird mög­li­cher­wei­se ein aus­ge­dien­tes Kreuz­fahrt­schiff schi­cken, auf dem die Migran­ten die zwei­wö­chi­ge Qua­ran­tä­ne ver­brin­gen kön­nen.” Arti­kel von Anna Mal­di­ni vom 27. Juli 2020 in neu­es Deutsch­land online externer Link
  • Jede Stun­de erreicht ein Flücht­lings­boot Lam­pe­du­sa /​1.000 Migran­ten in Hot­spot von Lam­pe­du­sa 
    • 1.000 Migran­ten in Hot­spot von Lam­pe­du­sa
      Die loka­le Flücht­lings­un­ter­kunft bie­tet nur Platz für 95 Men­schen. Oppo­si­ti­ons­chef Matteo Sal­vi­ni kri­ti­siert die Zunah­me der Migran­ten­zah­len. Auf der süd­ita­lie­ni­schen Insel Lam­pe­du­sa wächst die Zahl der Boo­te mit Migran­ten, die direkt die Insel errei­chen. Cir­ca 1.000 zum Groß­teil tune­si­sche Migran­ten sind seit Mitt­woch auf der Insel ein­ge­trof­fen. Sie wur­den im Hot­spot Lam­pe­du­sas unter­ge­bracht. Fünf Boo­te mit ins­ge­samt cir­ca 100 Migran­ten an Bord erreich­ten in der Nacht auf Frei­tag die Insel, wie die Behör­den mit­teil­ten. Wegen der hohen Zahl an Ankünf­ten kam es zu Pro­ble­men bei der Iden­ti­fi­zie­rung der Migran­ten in der Flücht­lings­ein­rich­tung, in der es eigent­lich für nur 95 Per­so­nen Plät­ze gibt. Die Behör­den beschlos­sen, dass 200 tune­si­sche Migran­ten die Insel in Rich­tung Sizi­li­en ver­las­sen wer­den…” Mel­dung vom 24. Juli 2020 in der​stan​dard​.de externer Link, sie­he auch:
    • Jede Stun­de erreicht ein Flücht­lings­boot Lam­pe­du­sa
      Die ita­lie­ni­sche Insel Lam­pe­du­sa erreicht der­zeit pro Stun­de durch­schnitt­lich ein Boot mit Flücht­lin­gen. Das Auf­nah­me­zen­trum mit 100 Plät­zen ist mit knapp 1000 Men­schen über­füllt…” Agen­tur­mel­dung vom 25.7.2020 in der Welt online externer Link
  • Oce­an Viking in Ita­li­en fest­ge­setzt – SOS MEDITERRANEE ver­ur­teilt die­se zyni­sche Maß­nah­me zur Ver­hin­de­rung ihrer lebens­ret­ten­den Ein­sät­ze 
    “Am Mitt­woch­abend, 22. Juli, wur­de das Ret­tungs­schiff der zivi­len See­not­ret­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on SOS MEDITERRANEE, die Oce­an Viking, nach einer elf­stün­di­gen Inspek­ti­on im Hafen von Por­to Empe­do­cle, Sizi­li­en, von den ita­lie­ni­schen Behör­den auf unbe­stimm­te Zeit fest­ge­setzt. Für SOS MEDITERRANEE ist dies eine neue Stu­fe behörd­li­cher Schi­ka­ne mit dem Ziel, die lebens­ret­ten­den Ein­sät­ze der zivi­len See­not­ret­tungs­schif­fe zu blo­ckie­ren. SOS MEDITERRANEE ver­ur­teilt die­se Behin­de­rung von zivi­ler See­not­ret­tung, die aller­ding nichts Neu­es dar­stellt: In der Coro­na-Pan­de­mie erklär­ten Anfang April zunächst Ita­li­en und Mal­ta ihre Häfen für „unsi­cher“, die damit fak­tisch für ret­ten­de Schif­fe geschlos­sen waren. Kurz dar­auf erhiel­ten zivi­le See­not­ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen in Deutsch­land einen Brief aus dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um mit dem Appell, der­zeit „kei­ne Fahr­ten auf­zu­neh­men“, und „bereits in See gegan­ge­ne Schif­fe zurück­zu­ru­fen“. Auf Hafen­staat­kon­trol­len (Port Sta­te Con­trols – PSC) folg­ten jeweils Fest­set­zun­gen der Ret­tungs­schif­fe Alan Kur­di (der deut­schen NGO Sea-Eye), Aita Mari (der ita­lie­ni­schen NGO Sal­va­men­to Mari­ti­mo Humanitario/​Maydayterrano) und Sea-Watch 3 (der gleich­na­mi­gen deut­schen NGO) – auf­grund angeb­li­cher Sicher­heits- bzw. tech­ni­scher Män­gel. Nun also auch das 69m lan­ge, ehe­ma­li­ge Ver­sor­gungs­schiff von Bohr­in­seln, die unter nor­we­gi­scher Flag­ge fah­ren­de, von SOS MEDITERRANEE mit mari­ti­mer Crew gechar­ter­te Oce­an Viking. (…) „Es ist offen­sicht­lich, dass die ita­lie­ni­schen Behör­den in den ver­gan­ge­nen Mona­ten angeb­li­che Sicher­heits­män­gel vor­ge­scho­ben haben, um die zivi­len Ret­tungs­schif­fe vom Mit­tel­meer zu ver­drän­gen“, sagt Vere­na Pap­ke, Geschäfts­füh­re­rin von SOS MEDITERRANEE Deutsch­land. Durch die Fest­set­zung der Oce­an Viking ist aktu­ell kein zivi­les Ret­tungs­schiff mehr im zen­tra­len Mit­tel­meer im Ein­satz. Doch die Men­schen flie­hen wei­ter über das zen­tra­le Mit­tel­meer – die töd­lichs­te Flucht­rou­te der Welt. SOS MEDITERRANEE for­dert daher die sofor­ti­ge Frei­ga­be ihres Ret­tungs­schiffs, um zeit­nah wie­der im Ein­satz sein zu kön­nen…” Pres­se­mit­tei­lung von SOS MEDITERRANEE vom 23. Juli 2020 externer Link mit der Mög­lich­keit sich durch Betei­lung an einer Peti­ti­on sich mit SOS MEDITERRANEE zu soli­da­ri­sie­ren
  • 78 fest­sit­zen­de Men­schen auf dem Han­dels­schiff „Mari­na“ im Mit­tel­meer /​Mit­tel­meer: Ita­li­en setzt Ret­tungs­schiff “Alan Kur­di” fest 
    • Mit­tel­meer: Ita­li­en setzt Ret­tungs­schiff “Alan Kur­di” fest
      Das See­not­ret­tungs­schiff Alan Kur­di darf den Hafen von Paler­mo offen­bar bis auf wei­te­res nicht ver­las­sen. Dies habe die ita­lie­ni­sche Küs­ten­wa­che ver­fügt, wie die Orga­ni­sa­ti­on Sea-Eye mit­teil­te. Bei einer Hafen­staats­kon­trol­le sei­en tech­ni­sche und betrieb­li­che Män­gel fest­ge­stellt wor­den, die vor dem Hin­ter­grund der Coro­na-Kri­se dazu füh­ren dürf­ten, dass das Schiff im Mai kei­nen Ein­satz mehr durch­füh­ren kann. Sea-Eye kri­ti­sier­te die ita­lie­ni­schen Behör­den scharf. Das Schiff habe in den ver­gan­ge­nen 16 Mona­ten vier Über­prü­fun­gen in Ita­li­en und Spa­ni­en bestan­den; üblich sei eine Kon­trol­le pro Jahr. (…) Es sei zudem zynisch, die Geret­te­ten an Bord zunächst tage­lang fest­zu­hal­ten, um dann dem Schiff zu attes­tie­ren, dass es für ihre Ver­sor­gung unge­eig­net sei. “Tat­sa­che ist, dass die Crews der Alan Kur­di ins­ge­samt 688 Men­schen das Leben ret­te­ten, ohne dass einem Crew­mit­glied oder einem Geret­te­ten etwas zuge­sto­ßen wäre. Vie­le die­ser Men­schen hät­ten ohne die Alan Kur­di nicht über­lebt.”…” Mel­dung vom 6. Mai 2020 in der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link, sie­he auch:
    • Trau­ri­ge Rekor­de. UN besorgt über fest­sit­zen­de Migran­ten auf Schiff im Mit­tel­meer
      Auch wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie ver­su­chen Men­schen über das Mit­tel­meer nach Euro­pa zu kom­men. Auf einem Han­dels­schiff sit­zen 78 Men­schen fest. Für „Alan Kur­di“ ist die Odys­see been­det. Die Crew spricht von trau­ri­gen Rekor­den. Die Inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on hat sich sehr besorgt über das Schick­sal von 78 fest­sit­zen­den Men­schen auf dem Han­dels­schiff „Mari­na“ im Mit­tel­meer geäu­ßert. Das Han­dels­schiff mit den geschwäch­ten Migran­ten an Bord erhal­te kei­ne Erlaub­nis zum Ein­lau­fen in einen See­ha­fen, sag­te die IOM-Spre­che­rin Safa Mseh­li am Diens­tag in Genf dem Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst. Die Men­schen sei­en per Boot aus dem Bür­ger­kriegs­land Liby­en geflo­hen. Am Sonn­tag habe die „Mari­na“ die Migran­ten geret­tet. Sie hät­ten eine gefähr­li­che und ent­beh­rungs­rei­che Rei­se hin­ter sich. Die EU-Staa­ten müss­ten einen kla­ren und siche­ren Mecha­nis­mus fin­den, damit aus See­not geret­te­te Migran­ten und Flücht­lin­ge an Land gehen kön­nen. Im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie schlos­sen Län­der in Euro­pa ihre Gren­zen, auch See­hä­fen sind weit­ge­hend gesperrt...” Mel­dung vom 06.05.2020 beim Miga­zin externer Link (im Abo)
  • “Aita Mari” und “Alan Kur­di”: Flücht­lin­ge auf Qua­ran­tä­ne-Schif­fe ver­legt 
    Nach sechs­tä­gi­gem War­ten auf eine Lösung dür­fen die Flücht­lin­ge der “Aita Mari” auf ein Qua­ran­tä­ne-Schiff vor der sizi­lia­ni­schen Küs­te. Auch die Flücht­lin­ge von der “Alan Kur­di” sind inzwi­schen auf einem Qua­ran­tä­ne-Schiff. Die muss­ten zwölf Tage war­ten. Die am Oster­mon­tag geret­te­ten Flücht­lin­ge der „Aita Mari“ sind am Sonn­tag auf ein Qua­ran­tä­ne-Schiff ver­legt wor­den. Die ita­lie­ni­schen Behör­den ord­ne­ten den Ver­bleib der 34 Geret­te­ten für vier­zehn Tage auf der Fäh­re „Ruba­ti­no“ an. Dort ver­sorgt das Rote Kreuz seit Frei­tag auch 146 Geret­te­te der „Alan Kur­di“, dem Ret­tungs­schiff der Regens­bur­ger Orga­ni­sa­ti­on Sea-Eye. Das Pas­sa­gier­schiff wer­de wäh­rend der gesam­ten Qua­ran­tä­ne-Peri­ode eine See­mei­le vor dem Hafen von Paler­mo blei­ben, teil­te der ita­lie­ni­sche Kata­stro­phen­schutz mit. Die Sicher­heit von Besat­zung und Geret­te­ten kön­ne wegen der Coro­na-Pan­de­mie nicht an Land gewähr­leis­tet wer­den, beton­te das Trans­port­mi­nis­te­ri­um in Rom, in des­sen Auf­trag die Ver­le­gung auf das Qua­ran­tä­ne-Schiff erfolg­te. Auf­grund des der­zei­ti­gen Gesund­heits­not­stands ent­sprä­chen die ita­lie­ni­schen Häfen nicht den Anfor­de­run­gen des Inter­na­tio­na­len Abkom­mens für See­not­ret­tung an einen „Place of Safe­ty“…” Mel­dung vom 20.04.2020 beim Miga­zin externer Link (im Abo), sie­he auch:
    • Migran­ten wech­seln von “Alan Kur­di” auf grö­ße­res Schiff
      Die Irr­fahrt von 150 Men­schen auf dem deut­schen Ret­tungs­schiff hat vor­erst ein Ende. Eine ita­lie­ni­sche Fäh­re nahm die Flücht­lin­ge auf, um sie medi­zi­nisch zu ver­sor­gen. Die deut­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Eye hat nach der Ret­tung von knapp 150 Flücht­lin­gen vor der Küs­te Liby­ens Unter­stüt­zung von Ita­li­en bekom­men. Eine ita­lie­ni­sche Fäh­re nahm 146 geret­te­te Migran­tin­nen und Migran­ten von dem unter deut­scher Flag­ge fah­ren­den Schiff Alan Kur­di auf. Drei Men­schen waren nach einem Sui­zid­ver­such bereits vor­her von der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che drei Per­so­nen an Land gebracht wor­den. Wie das ita­lie­ni­sche Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um mit­teil­te, sol­len die Migran­ten nun zunächst auf der grö­ße­ren Fäh­re Raf­fae­le Rubat­ti­no in Paler­mo auf das Coro­na­vi­rus getes­tet wer­den. Wie es danach wei­ter­geht, ist unklar. Mög­lich ist eine Ver­tei­lung der Geret­te­ten auf ande­re EU-Län­der nach einer Zeit in Qua­ran­tä­ne. Die Situa­ti­on auf der Alan Kur­di sei bereits seit Tagen untrag­bar gewe­sen, sag­te der Sea-Eye-Mis­si­ons­lei­ter Jan Rib­beck. “Wir sind unend­lich erleich­tert, dass die­se Blo­cka­de end­lich endet”, sag­te Rib­beck…” Agen­tur­mel­dung vom 18. April 2020 in der Zeit online externer Link
  • Qua­ran­tä­ne-Schiff nicht in Sicht: Dra­ma­ti­sche Sze­nen auf Ret­tungs­schiff „Alan Kur­di“ 
    Durch die Coro­na-Kri­se ist die See­not­ret­tung im Mit­tel­meer kaum noch mög­lich. Ret­tungs­schif­fe haben es extrem schwer. Denn Ita­li­en und Mal­ta haben ihre Häfen geschlos­sen. Mehr als 140 Flücht­lin­ge müs­sen seit zehn Tagen an Bord aus­har­ren. (…) Drei Per­so­nen muss­ten von der „Alan Kur­di“ weg­ge­bracht wer­den. Dabei sol­len sich dra­ma­ti­sche Sze­nen abge­spielt haben, als sich drei Boo­te der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che näher­ten. „Sie deu­te­ten an, ins Was­ser sprin­gen zu wol­len, um die ita­lie­ni­schen Boo­te zu errei­chen und lie­ßen sich kaum beru­hi­gen.“…” Bei­trag vom 17.04.2020 beim Miga­zin externer Link (im Abo)
  • Ita­li­en ver­spricht Qua­ran­tä­ne-Schiff für Flücht­lin­ge und lässt war­ten /​Erklä­rung zur ita­lie­ni­schen ‘Unsafe-Harbor’-Verordnung: “Alle Leben müs­sen geret­tet wer­den, an Land wie auf See!” 
    • Ita­li­en ver­spricht Qua­ran­tä­ne-Schiff für Flücht­lin­ge und lässt war­ten
      Das spa­ni­sche Ret­tungs­schiff „Aita Mari“ hat am Oster­mon­tag 47 Flücht­lin­ge aus einem sin­ken­den Schlauch­boot geret­tet. Nach Anga­ben der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on „Sal­va­men­to Mari­ti­mo Huma­ni­ta­rio“ befand sich unter den Geret­te­ten eine Schwan­ge­re, sechs Migran­ten sei­en bewusst­los gewe­sen. Das Boot ist dem­nach eines von vier Boo­ten, die vor meh­re­ren Tagen Not­ru­fe abge­setzt hat­ten. Die 149 Flücht­lin­ge der „Alan Kur­di“ muss­ten unter­des­sen am Mon­tag auf dem deut­schen Ret­tungs­schiff aus­har­ren, obwohl die Ita­li­en ihnen tags zuvor ein Qua­ran­tä­ne-Schiff zuge­sagt hat­te. Die Migran­ten könn­ten auf­grund der Gesund­heits­la­ge nicht in einem ita­lie­ni­schen Hafen an Land gehen, teil­te der ita­lie­ni­sche Kata­stro­phen­schutz mit. Die „Alan Kur­di“ befin­det sich der­zeit in inter­na­tio­na­len Gewäs­sern vor der sizi­lia­ni­schen Stadt Paler­mo. Der ita­lie­ni­sche Rund­funk berich­te­te unter Beru­fung auf das römi­sche Innen­mi­nis­te­ri­um, Deutsch­land sei bereit, die Migran­ten im Anschluss an die Qua­ran­tä­ne auf­zu­neh­men…” Bei­trag vom 14.04.2020 beim Miga­zin externer Link (im Abo)
    • Gemein­sa­me Erklä­rung zur ita­lie­ni­schen ‘Unsafe-Harbor’-Verordnung: “Alle Leben müs­sen geret­tet wer­den, an Land wie auf See!”
      Vor zwei Tagen, am 7. April, erlie­ßen die ita­lie­ni­schen Minis­te­ri­en für Ver­kehr, Gesund­heit, Inne­res und das Außen­mi­nis­te­ri­um eine dring­li­che Verordnung.¹ Die­ser zufol­ge sei Ita­li­en auf­grund der andau­ern­den Covid-19-Kri­se nicht in der Lage, die völ­ker­recht­lich vor­ge­schrie­be­nen “siche­ren Orte” für die Anlan­dung von aus See­not geret­te­ten Per­so­nen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Eine gemein­sa­me Erklä­rung von vier NGOs, die sich in der See­not­ret­tung im Mit­tel­meer enga­gie­ren: Die Orga­ni­sa­tio­nen Sea-Watch, Ärz­te ohne Gren­zen, Open Arms und Medi­ter­ra­nea brin­gen ihre Bestür­zung über die Ent­schei­dung der ita­lie­ni­schen Regie­rung zum Aus­druck, den aktu­el­len medi­zi­ni­schen Not­stand zu instru­men­ta­li­sie­ren und ihre Häfen für aus­län­disch geflagg­te Schif­fe mit geret­te­ten Men­schen an Bord zu schlie­ßen. Die­se Maß­nah­me scheint wie­der ein­mal kon­kret auf die zivi­le Such- und Ret­tungs­flot­te abzu­zie­len. Mit dem allei­ni­gen Ziel, die Such- und Ret­tungs­ak­ti­vi­tä­ten im Mit­tel­meer zu stop­pen – und ohne das Ange­bot von Alter­na­ti­ven, das Leben derer zu ret­ten, die aus Liby­en flie­hen – spricht Ita­li­en sei­nen eige­nen Häfen die see­recht­li­che Defi­ni­ti­on des “siche­ren Ortes” ab, die allen euro­päi­schen Häfen zuzu­schrei­ben ist. Damit setzt sich Ita­li­en mit Län­dern gleich, die sich im Krieg befin­den oder in denen die grund­le­gen­den Men­schen­rech­te nicht gewahrt wer­den. Gleich­zei­tig fin­det eine will­kür­li­che Ver­wei­ge­rung der Zufahrt in ter­ri­to­ria­le Gewäs­ser statt. (…) In einer Zeit, in der Ita­li­en Soli­da­ri­tät im Kampf gegen Covid-19 ein­for­dert und Unter­stüt­zung sowohl von sei­nen inter­na­tio­na­len Part­nern als auch von NGOs erhält, soll­te die Regie­rung die glei­che Art von Soli­da­ri­tät gegen­über den Men­schen zei­gen, die ihr Leben auf See ris­kie­ren müs­sen, weil sie kei­ne Alter­na­ti­ve haben. Kei­ne der Orga­ni­sa­tio­nen, die die­se Erklä­rung unter­zeich­nen, ist der­zeit mit ihren Schif­fen auf See, da durch die gege­be­ne Situa­ti­on die Ret­tungs­ein­sät­ze umstruk­tu­riert wer­den müs­sen und um der Covid-19-Pan­de­mie mit geeig­ne­ten Prä­ven­ti­ons- und Ein­däm­mungs­maß­nah­men ent­ge­gen­tre­ten zu kön­nen. Wir sind uns der Not­si­tua­ti­on, in der wir uns alle befin­den, mehr als bewusst. Alle unter­schrei­ben­den Orga­ni­sa­tio­nen haben dem ita­lie­ni­schen Gesund­heits­sys­tem Res­sour­cen und Per­so­nal zur Ver­fü­gung gestellt, um das Land in die­ser tra­gi­schen Situa­ti­on zu unter­stüt­zen. Trotz­dem war­tet ein Schiff der zivi­len See­not­ret­tung mit 150 Men­schen an Bord, dar­un­ter einer Schwan­ge­ren, auf einen siche­ren Hafen. Der gegen­wär­ti­ge Gesund­heits­not­stand ent­bin­det uns nicht von der Ver­pflich­tung, so bald wie mög­lich eine siche­re Anlan­dung für die ‘Alan Kur­di’ zu gewähr­leis­ten…” Erklä­rung vom 9.4.2020 bei Sea-Watch e.V. externer Link
  • Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie: Flücht­lings­ret­tung aus­ge­setzt – Ita­li­en macht in der Coro­na-Kri­se sei­ne Häfen dicht – Pro­tes­te in Lam­pe­du­sa
    Wäh­rend der Coro­na-Kri­se sol­len kei­ne pri­va­ten Ret­tungs­schif­fe mehr aus­lau­fen, um im Mit­tel­meer Flücht­lin­ge aus See­not zu ret­ten. Die Bun­des­re­gie­rung hat nach Anga­ben eines Spre­chers bereits Ende März aus Rom die Infor­ma­ti­on erhal­ten, dass See­not­ret­ter auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie der­zeit kei­ne Häfen in Ita­li­en mehr ansteu­ern könn­ten. Die Bun­des­re­gie­rung habe Orga­ni­sa­tio­nen, die Schif­fe unter deut­scher Flag­ge betrei­ben, ent­spre­chend infor­miert. Auch die ande­ren Anrai­ner-Län­der am Mit­tel­meer las­sen dem­nach kei­ne Ret­tungs­schif­fe mehr ein­lau­fen. Das Ret­tungs­schiff “Alan Kur­di” von der deut­schen Orga­ni­sa­ti­on “Sea Eye” lief am Mon­tag trotz der Coro­na-Kri­se aus und ret­te­te rund 150 Men­schen. Die Regens­bur­ger Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on appel­lier­te anschlie­ßend an die Bun­des­re­gie­rung, für die Geret­te­ten Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men. Der Spre­cher sag­te dazu, die Bun­des­re­gie­rung sei der­zeit mit allen Betei­lig­ten im Gespräch, um eine Lösung zu fin­den. (…)Die Bun­des­re­gie­rung sei für das unter deut­scher Flag­ge fah­ren­de Schiff ver­ant­wort­lich, teil­te das ita­lie­ni­sche Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um mit. Man sei sicher, dass Deutsch­land die­ser Ver­pflich­tung nach­kom­me. Die ita­lie­ni­sche Regie­rung sei “gemäß der Prin­zi­pi­en der Soli­da­ri­tät und Brü­der­lich­keit” zur Koope­ra­ti­on bereit. Ita­li­en argu­men­tiert, dass man in der aktu­el­len Gesund­heits­kri­se die sani­tä­re Ver­sor­gung der Migran­ten nicht garan­tie­ren kön­ne. (…) In Lam­pe­du­sa kam es laut ita­lie­ni­schen Medi­en­be­rich­ten zu Pro­tes­ten von Ein­woh­nern, die sich wegen der Coro­na-Pan­de­mie gegen die Ankunft von Migran­ten wehr­ten. Dem Sen­der “Tg24” zufol­ge hat­ten eini­ge Neu­an­kömm­lin­ge trotz Qua­ran­tä­ne-Auf­la­gen das Auf­nah­me­zen­trum ver­las­sen…” Bei­trag vom 08.04.2020 bei tages​schau​.de externer Link
  • Ita­li­en: Obers­tes Gericht bestä­tigt Vor­ge­hen von Kapi­tä­nin Racke­te 
    “… Die ehe­ma­li­ge See­not­ret­te­rin Caro­la Racke­te hat nach Auf­fas­sung des obers­ten ita­lie­ni­schen Kas­sa­ti­ons­hofs ihre Pflicht erfüllt, als sie die im ver­gan­ge­nen Juni von der „Sea Watch 3“ geret­te­ten Flücht­lin­ge ohne Geneh­mi­gung nach Lam­pe­du­sa brach­te. „Die Pflicht zur Hil­fe erschöpft sich nicht im Akt, Schiff­brü­chi­ge der Gefahr zu ent­zie­hen“, beton­ten die Rich­ter am Don­ners­tag in Rom. Viel­mehr müss­ten die Geret­te­ten über­dies in einen siche­ren Hafen gebracht wer­den, hieß es in ihrer Urteils­be­grün­dung im Fall der deut­schen Kapi­tä­nin. Hin­ter­grund ist das Beru­fungs­ver­fah­ren der Staats­an­walt­schaft Agri­gent gegen die Frei­las­sung Racke­tes im ver­gan­ge­nen Som­mer. Nach­dem der römi­sche Kas­sa­ti­ons­hof – die letz­te Beru­fungs­in­stanz in Ita­li­en – das Vor­ge­hen der ehe­ma­li­gen See­not­ret­te­rin und damit ihre Ent­las­sung aus dem Haus­ar­rest bereits im Janu­ar für rech­tens erklärt hat­te, ver­öf­fent­lich­te er nun die Urteils­be­grün­dung…” Mel­dung vom 21. Febru­ar 2020 im MiGA­ZIN externer Link – sie­he Hin­ter­grün­de wei­ter unten im Dos­sier
  • Nach der Ret­tung durch „Sea Watch 3“: Deutsch­land holt 11 Geflüch­te­te – nach Mona­ten! – aus ita­lie­ni­schem Lager 
    Elf Flücht­lin­ge durf­ten von Ita­li­en nach Deutsch­land rei­sen, nach­dem sie mona­te­lang war­ten muss­ten. Das berich­tet das Recher­che­team “Inves­ti­ga­te Euro­pe”. Knapp ein hal­bes Jahr nach­dem sie von der „Sea Watch 3“ aus dem Mit­tel­meer geret­tet wor­den waren, durf­ten elf Geflüch­te­te aus Ita­li­en nach Deutsch­land rei­sen. Vor zwei Wochen hat­te das Recher­che­team „Inves­ti­ga­te Euro­pe“ im Tages­spie­gel berich­tet, dass die Bun­des­re­gie­rung die Men­schen mona­te­lang in einem ita­lie­ni­schen Lager unter unmensch­li­chen Zustän­den war­ten ließ, obwohl sie eine Auf­nah­me zuge­sagt hat­te. Die elf Per­so­nen – unter ihnen eine schwan­ge­re Frau – hat­ten kei­nen Zugang zu ärzt­li­cher Ver­sor­gung oder Win­ter­klei­dung, da Ita­li­en sie als Durch­rei­sen­de behan­del­te. Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um bestä­tig­te „Inves­ti­ga­te Euro­pe“, dass ins­ge­samt 132 Men­schen nach Deutsch­land gebracht wor­den waren, dar­un­ter auch „medi­zi­ni­sche Not­fäl­le“. Sie waren wäh­rend des Som­mers und Herbs­tes von den Ret­tungs­schif­fen „Sea Watch 3“, „Oce­an Viking“, „Open Arms“ und „Ciga­la Ful­gosi“ geret­tet wor­den. Sie wer­den nun auf Nord­rhein-West­fa­len, Sach­sen-Anhalt, Bran­den­burg und Ber­lin ver­teilt. (…) Die Geflüch­te­ten kom­men aus Län­dern wie Gam­bia, Gui­nea, Gha­na und Syri­en. Sie wer­den nun ein Asyl­ver­fah­ren durch­lau­fen. Wird ihr Asyl­ge­such abge­lehnt, „müs­sen sie die Bun­des­re­pu­blik wie­der ver­las­sen und wer­den zügig in ihre Her­kunfts­län­der zurück­ge­führt“, teilt das Innen­mi­nis­te­ri­um mit. Die Orga­ni­sa­ti­on Sea Watch übte Kri­tik. „Das deut­sche Innen­mi­nis­te­ri­um hat sei­ne Zusa­ge zur Über­nah­me der Flücht­lin­ge als letz­tes der betei­lig­ten Län­der ein­ge­hal­ten“, sag­te Spre­che­rin Hai­di Sadik…” Arti­kel von Nico Schmidt vom 20.12.2019 beim Tages­spie­gel online externer Link
  • Sea-Watch 3 ist frei: Sea-Watch gewinnt Beru­fungs­pro­zess vor dem ita­lie­ni­schen Zivil­ge­richt 
    Sea-Watch hat die Beru­fung vor einem ita­lie­ni­schen Zivil­ge­richt gegen die unrecht­mä­ßi­ge Beschlag­nah­mung sei­nes Schif­fes Sea-Watch 3 gewon­nen, wel­ches seit Ende Juni in Ita­li­en fest­saß. Das heu­ti­ge Urteil bestä­tigt nicht nur die feh­len­de recht­li­che Grund­la­ge für das Fest­set­zen des Schif­fes, son­dern die poli­ti­sche Moti­va­ti­on dahin­ter. Sea-Watch hat sofort mit den Vor­be­rei­tun­gen für ein Aus­lau­fen des Schiffs begon­nen, um die Ret­tungs­ak­tio­nen so schnell wie mög­lich wie­der auf­zu­neh­men. Nach einer lan­gen Geschich­te der Kri­mi­na­li­sie­rung, Ein­schüch­te­rung und Blo­cka­de ist das heu­ti­ge Gerichts­ur­teil eine wei­te­re Bestä­ti­gung der Recht­mä­ßig­keit unse­rer Arbeit, die Sea-Watch auch von allen EU-Mit­glieds­staa­ten als Min­dest­for­de­rung erwar­tet. “Das Urteil hat ein­mal mehr bewie­sen, dass es zivi­le Ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen wie Sea-Watch sind, die sich an Recht und Gesetz hal­ten. Wir erwar­ten, dass in Zukunft auch die EU-Staa­ten inter­na­tio­na­les Recht respek­tie­ren und die Kri­mi­na­li­sie­rung zivi­ler Ret­tung been­den”, sagt Vor­stands­vor­sit­zen­der Johan­nes Bay­er…” Mel­dung vom 19.12.2019 bei Sea-Watch externer Link – sie­he die Hin­ter­grün­de wei­ter unten
  • 182 Flücht­lin­ge der „Oce­an Viking“ wer­den auf sechs Län­der ver­teilt
    Deutsch­land, Frank­reich und vier wei­te­re Län­der haben sich auf die Auf­nah­me der Flücht­lin­ge der „Oce­an Viking“ geei­nigt. Die Men­schen wur­den vor der liby­schen Küs­te geret­tet. 182 von der Besat­zung der „Oce­an Viking“ geret­te­te Flücht­lin­ge wer­den auf sechs Län­der ver­teilt. Deutsch­land und Frank­reich wer­den jeweils 50 von ihnen auf­neh­men, wie das ita­lie­ni­sche Innen­mi­nis­te­ri­um am Mitt­woch­abend mit­teil­te. Wei­te­re 20 Geret­te­te kom­men dem­nach in Por­tu­gal, jeweils zwei in Irland und Luxem­burg unter. Die übri­gen 58 Migran­ten wür­den auf Kos­ten der katho­li­schen Kir­che in deren Ein­rich­tun­gen in Ita­li­en unter­ge­bracht. Das Schiff, das von „Ärz­te ohne Gren­zen“ und SOS Médi­ter­ra­née betrie­ben wird, hat­te die Men­schen vor der liby­schen Küs­te geret­tet und war am Diens­tag nach meh­re­ren Tagen im Mit­tel­meer im Hafen der sizi­lia­ni­schen Stadt Mes­si­na ein­ge­lau­fen. 35 Geret­te­te waren bereits am Diens­tag ver­gan­ge­ner Woche von Mal­ta an Land gelas­sen wor­den. Sie waren am Tag davor in der mal­te­si­schen Such- und Ret­tungs­zo­ne von einem klei­nen Holz­boot geret­tet wor­den. Die 182 Flücht­lin­ge, dar­un­ter meh­re­re Frau­en und 14 Kin­der, muss­ten wei­ter auf dem Schiff aus­har­ren…” Mel­dung vom 27.9.2019 beim Miga­zin externer Link
  • Kurs Lam­pe­du­sa: Flücht­lin­ge auf der “Oce­an Viking” dür­fen in Ita­li­en an Land /​Das ita­lie­ni­sche Sicher­heits­de­kret bleibt im Prin­zip 
    Das Ret­tungs­schiff “Oce­an Viking” darf Lam­pe­du­sa anlau­fen. Am Tag zuvor hat­te Innen­mi­nis­ter See­hofer ange­kün­digt, Deutsch­land wer­de Ita­li­en künf­tig ein Vier­tel der Flücht­lin­ge abneh­men. Die mehr als 80 Migran­ten auf dem Ret­tungs­schiff “Oce­an Viking” im Mit­tel­meer dür­fen nach Medi­en­be­rich­ten in Ita­li­en an Land. Die ita­lie­ni­sche Regie­rung habe dem Schiff den Hafen der Insel Lam­pe­du­sa zuge­wie­sen, mel­de­te die Nach­rich­ten­agen­tur Ansa. Unklar sei noch, ob das von Ärz­te ohne Gren­zen und SOS Médi­ter­ra­née betrie­be­ne Schiff direkt dort ein­lau­fen sol­le oder Boo­te der Küs­ten­wa­che die Men­schen an Land brin­gen wür­den. Die “Oce­an Viking” hat­te am ver­gan­ge­nen Sonn­tag zunächst 50 Men­schen geret­tet. Danach über­nahm sie wei­te­re 34 Boots­flücht­lin­ge von der Segel­jacht “Jose­fa”, die die Orga­ni­sa­ti­on Resqship zuvor aus See­not geret­tet hat­te. Nur zwei Men­schen, eine hoch­schwan­ge­re Frau und ihr Mann, durf­ten bis­her von Bord und wur­den nach Mal­ta gebracht. Die Erlaub­nis, Lam­pe­du­sa anzu­lau­fen, folgt einer Ankün­di­gung aus Deutsch­land, künf­tig jeden vier­ten Flücht­ling auf­zu­neh­men, der über das Mit­tel­meer in Ita­li­en ankommt. “Das wird unse­re Migra­ti­ons­po­li­tik nicht über­for­dern”, hat­te Innen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) am Frei­tag der “Süd­deut­schen Zei­tung” gesagt: “Ich habe immer gesagt, unse­re Migra­ti­ons­po­li­tik ist auch human. Wir wer­den nie­man­den ertrin­ken las­sen…” Agen­tur­mel­dung vom 14.09.2019 beim Spie­gel online externer Link – neben Frank­reich erklär­ten sich auch Deutsch­land, Ita­li­en, Por­tu­gal und Luxem­burg zur Auf­nah­me der Flücht­lin­ge bereit. Deutsch­land und Frank­reich wol­len dem­nach zusam­men die Hälf­te der Migran­ten der »Oce­an Viking« ein­rei­sen las­sen, wäh­rend Ita­li­en jeden zehn­ten Flücht­ling an Bord des Schif­fes auf­neh­men will – sie­he dazu auch:
    • See­hofer: “Unse­re Migra­ti­ons­po­li­tik ist auch human”
      “… Das strik­te Nein des frü­he­ren Innen­mi­nis­ters Sal­vi­ni wur­de aber offen­bar mit ihm in die Feri­en geschickt, bis sich die Umstän­de wie­der ändern. Wie geht es wei­ter, hat das “unwür­di­ge Gescha­cher um Men­schen­le­ben”, das der deut­sche Außen­mi­nis­ter Maas im Juli anpran­ger­te, ein bal­di­ges Ende? Der Bür­ger­meis­ter von Lam­pe­du­sa reagiert empört auf die Lösung im Fall der Oce­an Viking. Sizi­li­en wäre als siche­rer Hafen sehr viel näher gewe­sen, hält Sal­va­to­re Mar­tel­lo der Regie­rung in Rom vor. “So läuft die Sache nicht. Die Insel kann nicht die Lösung für alle Pro­ble­me sein. Der Minis­ter hat die fal­sche Adres­se … Wir sind kei­ne Idio­ten.” Die Oce­an Viking, die sich sei­nen Anga­ben nach bereits 20 See­mei­len nörd­lich von der Insel Lino­sa befand, wer­de auf die­se Wei­se gezwun­gen, nach Lam­pe­du­sa zurück­zu­keh­ren. Die Migran­ten wür­den aber dann von dort aus zurück nach Sizi­li­en gebracht, so Mar­tel­lo. “Wel­chen Sinn hat das alles?” Bür­ger­meis­ter Mar­tel­lo, “links und als Fischer hat er das Meer im Her­zen” (Spie­gel), ist kein Par­tei­gän­ger Sal­vi­nis und auch Migran­ten gegen­über offen. Es sind im Som­mer mehr über “Geis­ter­schif­fe” nach Lam­pe­du­sa gekom­men, als es die Öffent­lich­keit bekannt wur­de, wird Mar­tel­lo nicht nur im Spie­gel, son­dern auch in ande­ren Berich­ten wie­der­ge­ge­ben. Die Hot­spots auf der Insel sei­en über­las­tet und die Stim­mung der Bevöl­ke­rung sei wütend auf Rom, weil man dies dort gar nicht zur Kennt­nis neh­me und nicht hel­fe, so Mar­tel­lo Anfang Juli. Der neue Innen­mi­nis­ter Lamor­ge­se mache offen­bar so wei­ter, sagt er jetzt. Sei­ne Kri­tik, die auf eine Wirk­lich­keit ver­weist, die außer­halb der Dis­kus­sio­nen mit ihren Lager­spek­ta­kel-Fra­gen (“Für oder gegen See­not­ret­tung”, “Für oder gegen die Auf­nah­me von Migran­ten” usw.) und der Top­mel­dun­gen der Medi­en liegt, ist ein Bei­spiel dafür, wie kom­pli­ziert die Ver­hält­nis­se in Ita­li­en sind, ganz beson­ders die Macht­ver­hält­nis­se (was allei­ne schon die Umstän­de zeig­ten, wie Sal­vi­ni in die Feri­en geschickt wur­de). Das ande­re, auf der Macht­ebe­ne höher ange­sie­del­te Bei­spiel wäre, dass Spit­zen der Regie­rungs­par­tei 5‑S­ter­ne-Bewe­gung sich sträu­ben, das Sicher­heits­ge­setz, das den NGO-Schif­fen einen Sperr­rie­gel vor­setz­te und das sie in der Koali­ti­on mit Sal­vi­ni unter­zeich­net haben, ein­fach wie­der ein­zu­kas­sie­ren. Die For­de­rung tauch­te mit dem Aus­schei­den der Lega und der Bil­dung der neu­en Regie­rung auf...” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 14. Sep­tem­ber 2019 bei tele­po­lis externer Link
    • SOS MEDITERRANEE wird 82 Geret­te­te in Lam­pe­du­sa an Land brin­gen. Nach 14 Mona­ten ist die Oce­an Viking das ers­te zivi­le Ret­tungs­schiff, dass auto­ri­siert Geret­te­te an einen siche­ren Ort in Ita­li­en bringt
      Am Sams­tag­mor­gen, den 14. Sep­tem­ber, infor­mier­te die See­not­ret­tungs­leit­stel­le Rom SOS MEDITERRANEE, dass die in zwei Ein­sät­zen im zen­tra­len Mit­tel­meer 82 Geret­te­ten in Ita­li­en an Land gehen kön­nen. „SOS MEDITERRANEE begrüßt die Ent­schei­dung und ist erleich­tert, dass die 82 geret­te­ten Men­schen an Bord der Oce­an Viking in Lam­pe­du­sa an Land gehen kön­nen“, sagt David Star­ke, Geschäfts­füh­rer von SOS MEDITERRANEE Deutsch­land. Sechs Tage nach der ers­ten Ret­tung hat eine Alli­anz euro­päi­scher Mit­glieds­staa­ten eine Ad-Hoc-Lösung gefun­den. „Die Zuwei­sung eines siche­ren Ortes, der sich auch als sol­cher qua­li­fi­ziert, ist eine gute Nach­richt„, erklärt Nico­la Stal­la, Ein­satz­ko­or­di­na­tor an Bord der Oce­an Viking. „Aber meh­re­re Tage oder gar Wochen war­ten zu müs­sen, tole­rie­ren wir nicht. Wir for­dern die euro­päi­schen Staa­ten nach­drück­lich auf, einen wirk­sa­men, koor­di­nier­ten und vor­her­seh­ba­ren Mecha­nis­mus ein­zu­füh­ren, der die Aus­schif­fung von im Mit­tel­meer geret­te­ten Men­schen an einem siche­ren Ort garan­tiert“, fügt er hin­zu. Die Zuwei­sung eines siche­ren Ortes ist im Völ­ker­recht ver­brieft. (…) SOS MEDITERRANEE for­dert die euro­päi­schen Mit­glieds­staa­ten auf: auf den drin­gen­den Bedarf an Such- und Ret­tungs­ka­pa­zi­tä­ten im zen­tra­len Mit­tel­meer­raum zu reagie­ren; einen koor­di­nier­ten, gemein­sa­men und nach­hal­ti­gen Aus­schif­fungs­me­cha­nis­mus, der den Schutz mensch­li­chen Lebens gewähr­leis­tet, ein­zu­rich­ten; die Kri­mi­na­li­sie­rung der im Mit­tel­meer­raum täti­gen huma­ni­tä­ren und zivi­len Orga­ni­sa­tio­nen ein­zu­stel­len…” Pres­se­mit­tei­lung vom 14. Sep­tem­ber 2019 externer Link
  • Panik­at­ta­cken: Flücht­lin­ge auf „Alan Kur­di“ dro­hen von Bord zu sprin­gen – Mal­ta und Ita­li­en blo­ckie­ren wei­ter 
    Die Lage auf dem deut­schen Ret­tungs­schiff „Alan Kur­di“ mit 13 Flücht­lin­gen an Bord spitzt sich offen­bar zu. Zwei min­der­jäh­ri­ge Geret­te­te lit­ten unter schwe­ren Panik­at­ta­cken und hät­ten wie­der­holt ver­sucht, von Bord zu sprin­gen, teil­te die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Eye mit, die das Schiff betreibt. Mal­ta wei­ge­re sich aber wei­ter­hin, die Koor­di­nie­rung des Ret­tungs­ein­sat­zes zu über­neh­men. Auch Ita­li­en habe die Ein­fahrt in einen siche­ren Hafen ver­bo­ten. „Offen­bar hält die neue Regie­rung in Rom an dem har­ten Kurs gegen zivi­le Ret­tungs­kräf­te fest“, sag­te Ein­satz­lei­ter Jan Rib­beck. Das ita­lie­ni­sche Innen­mi­nis­te­ri­um habe mit­ge­teilt, das Dekret des frü­he­ren Innen­mi­nis­ters Matteo Sal­vi­ni, das hohe Stra­fen für pri­va­te See­not­ret­ter vor­sieht, besit­ze wei­ter Gül­tig­keit…” Mel­dung vom 6. Sep­tem­ber 2019 beim Miga­zin externer Link
  • Frie­dens­preis­trä­ger: Ita­lie­ni­scher Ex-Bür­ger­meis­ter darf in sein Dorf zurück
    “Mit sei­nem Ein­satz für Migran­ten setz­te Dome­ni­co Luca­no ein Zei­chen für Tole­ranz – und zog den Zorn von Matteo Sal­vi­ni auf sich. (…) Kaum ist sein ärgs­ter poli­ti­scher Geg­ner aus dem Amt, darf Dome­ni­co Luca­no ali­as “Papa Mim­mo” wie­der in sein Dorf zurück. Ein Gericht in der kala­bri­schen Stadt Locri hat ein Ver­bot auf­ge­ho­ben, wonach der wegen sei­nes Ein­sat­zes für Zuwan­de­rer bekannt gewor­de­ne frü­he­re Bür­ger­meis­ter sei­ne Gemein­de Riace nicht mehr betre­ten durf­te. Das berich­tet die Nach­rich­ten­agen­tur Ansa. Als Bür­ger­meis­ter des nahe der Fuß­spit­ze des ita­lie­ni­schen Stie­fels gele­ge­nen Ortes hat­te Luca­no in dem von Ent­völ­ke­rung geplag­ten Dorf Hun­der­te Migran­ten auf­ge­nom­men und ihnen Arbeit ver­schafft. Er wur­de dafür mit dem Frie­dens­preis der Stadt Dres­den aus­ge­zeich­net…” Mel­dung vom 5. Sep­tem­ber 2019 beim Spie­gel online externer Link
  • Ita­li­en lässt Flücht­lin­ge an Land – Ret­tungs­schiff „Eleo­no­re“ erhält Hafen­ein­fahrt und wird beschlag­nahmt – Alan Kur­di muss war­ten – Ermitt­lun­gen gegen Kapi­tän der »Eleo­no­re« 
    Für die­se Flücht­lin­ge ist die Mit­tel­meer-Odys­see vor­bei. Für ande­re nicht. Die Ver­spre­chen von EU und Bun­des­re­gie­rung für schnel­le Lösun­gen zei­gen bis­lang kei­ne Wir­kung. Ita­li­en hat am Mon­tag über 130 Flücht­lin­ge an Land gelas­sen. Das deut­sche Ret­tungs­schiff „Eleo­no­re“ leg­te mit über 100 Migran­ten an Bord in der sizi­lia­ni­schen Hafen­stadt Poz­zal­lo an, nach­dem der Kapi­tän nach einem Unwet­ter den Not­stand an Bord aus­ge­ru­fen hat­te. Aller­dings wur­de das Schiff der Orga­ni­sa­ti­on Mis­si­on Life­li­ne von den ita­lie­ni­schen Behör­den beschlag­nahmt, wie Kapi­tän Claus-Peter Reisch per Twit­ter mit­teil­te. Die Flücht­lin­ge hat­ten seit ihrer Ret­tung vor einer Woche auf engs­tem Raum auf dem Schiff aus­ge­harrt. Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni hat­te der Crew die Ein­fahrt in ita­lie­ni­sche Gewäs­ser ver­bo­ten. Die Bun­des­re­gie­rung und die EU erklär­ten, sich um eine schnel­le Lösung für die Geret­te­ten zu bemü­hen. Die ita­lie­ni­sche Küs­ten­wa­che brach­te der­weil die ver­blei­ben­den 31 Flücht­lin­ge des ita­lie­ni­schen Ret­tungs­schiff „Mare Jonio“ an Land. Zuvor waren bereits eine Frau und zwei Män­ner aus medi­zi­ni­schen Grün­den an Land gelas­sen wor­den. (…) Der ita­lie­ni­sche Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni droh­te der Besat­zung der „Eleo­no­re“. Mit Ver­weis auf ein soge­nann­tes Sicher­heits­de­kret, das hohe Stra­fen für Flücht­lings­ret­ter vor­sieht, sag­te er, Geset­ze und Gren­zen müss­ten ein­ge­hal­ten wer­den. „Wenn jemand meint, dass er ohne Kon­se­quen­zen drauf pfei­fen kann, hat er sich getäuscht und sich im Minis­ter geirrt“, erklär­te Sal­vi­ni. Er wer­de wei­ter­hin alles tun, um Ita­li­en zu ver­tei­di­gen. (…) Nach der Beschlag­nah­mung der „Eleo­no­re“ rief Mis­si­on Life­li­ne zu Spen­den für ein neu­es Schiff auf. Bereits das ers­te Schiff der Orga­ni­sa­ti­on, die „Life­li­ne“, wur­de ver­gan­ge­nen Som­mer nach der Ret­tung von 234 Flücht­lin­gen von Mal­ta beschlag­nahmt. Wäh­rend­des­sen war­te­te die „Alan Kur­di“ der deut­schen See­not­ret­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Eye wei­ter auf die Erlaub­nis für die Ein­fahrt in ita­lie­ni­sche oder mal­te­si­sche Gewäs­ser. Die Besat­zung hat­te am Sams­tag in der mal­te­si­schen Ret­tungs­zo­ne 13 Flücht­lin­ge geret­tet, dar­un­ter acht Min­der­jäh­ri­ge…” Mel­dung vom 3. Sep­tem­ber 2019 beim Miga­zin externer Link, sie­he dazu:
    • Ermitt­lun­gen gegen Kapi­tän der »Eleo­no­re«
      Die Staats­an­walt­schaft der sizi­lia­ni­schen Stadt Ragusa hat Ermitt­lun­gen gegen den Kapi­tän des deut­schen Ret­tungs­schiffs »Eleo­no­re«, Claus-Peter Reisch, auf­ge­nom­men. Nach­dem er am Vor­tag mit mehr als 100 Migran­ten an Bord in der sizi­lia­ni­schen Hafen­stadt Poz­zal­lo ange­legt hat­te, ste­he er im Ver­dacht der Begüns­ti­gung ille­ga­ler Ein­wan­de­rung, berich­te­te der ita­lie­ni­sche Fern­seh­sen­der TGCOM24 am Diens­tag­abend auf sei­ner Inter­net­sei­te. Der Kapi­tän der »Eleo­no­re« hat­te nach einem Unwet­ter den Not­stand an Bord aus­ge­ru­fen…” Agen­tur­mel­dung vom 04.09.2019 beim ND online externer Link
  • Boots­un­glück vor Liby­en /​Ita­li­en und Mal­ta wei­sen Ret­tungs­schiff „Eleo­no­re“ mit 100 Flücht­lin­gen ab 
    Nach einem Boots­un­glück vor der liby­schen Küs­te im Mit­tel­meer wird befürch­tet, dass mehr als 40 Flücht­lin­ge gestor­ben sind. Meh­re­re Tote sei­en gebor­gen wor­den, und etwa 40 Men­schen wür­den ver­misst, teil­te das UN-Hilfs­werk für Flücht­lin­ge (UNHCR) am Diens­tag auf dem Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter mit. Etwa 60 Men­schen sei­en geret­tet wor­den. Die liby­sche Küs­ten­wa­che und ört­li­che Fischer hät­ten sich seit dem frü­hen Mor­gen an der Ret­tungs­ak­ti­on betei­ligt. Unter den Toten sind laut der Inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on auch Kin­der. Das deut­sche Ret­tungs­schiff „Eleo­no­re“ mit rund 100 Flücht­lin­gen an Bord sucht unter­des­sen drin­gend einen siche­ren Hafen im Mit­tel­meer. Der ita­lie­ni­sche Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni ver­bot dem Schiff der Orga­ni­sa­ti­on Mis­si­on Life­li­ne, in ita­lie­ni­sche Hoheits­ge­wäs­ser ein­zu­fah­ren. Nach Anga­ben des Kapi­täns Claus-Peter Reisch unter­sag­te zugleich Mal­ta, dass ein Ver­sor­gungs­schiff Was­ser und Lebens­mit­tel an die „Eleo­no­re“ lie­fert. „Man möch­te offen­bar, dass unse­re Gäs­te und wir ver­hun­gern und ver­durs­ten“, twit­ter­te er. Laut der Crew ver­wei­ger­te auch Mal­ta die Ein­fahrt in sei­ne Gewäs­ser. Das Schiff war am Diens­tag­abend noch zehn See­mei­len von der 12-Mei­len-Zone Mal­tas ent­fernt…” Mel­dung vom 28. August 2019 beim Miga­zin externer Link
  • Senat in Ita­li­en bil­ligt Gesetz: Här­te­re Stra­fen für See­not­ret­ter /​Ita­li­ens „Sicher­heits­de­kret“ macht bis zu 140.000 Flücht­lin­ge obdach­los 
    “… Künf­tig kön­nen Ret­ter von Migran­ten im Mit­tel­meer in Ita­li­en noch här­ter bestraft wer­den, wenn sie mit ihren Schif­fen uner­laubt in die Hoheits­ge­wäs­ser des Lan­des fah­ren. Ein ent­spre­chen­des Sicher­heits­ge­setz hat der ita­lie­ni­sche Senat gebil­ligt. Die­ses sieht Stra­fen in Höhe bis zu einer Mil­li­on Euro vor und ermög­licht den Behör­den auch, Schif­fe zu kon­fis­zie­ren. Die Regie­rung hat­te für die schnel­le­re Ver­ab­schie­dung des Geset­zes die Ver­trau­ens­fra­ge gestellt. Durch die­sen Schritt wur­den kei­ne wei­te­ren Ände­run­gen an dem bereits von der Abge­ord­ne­ten­kam­mer abge­nick­ten Ent­wurf vor­ge­nom­men. (…) Die neu­en Maß­nah­men sind höchst umstrit­ten. Nicht nur die Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, son­dern auch die Ver­ein­ten Natio­nen kri­ti­sier­ten das Dekret…” Mel­dung vom 5. August 2019 bei tages​schau​.de externer Link, sie­he dazu:
    • detail­ier­ter den Arti­kel von Tho­mas Pany vom 06. August 2019 bei tele­po­lis externer Link – sie­he dazu auch:
    • Ita­li­ens „Sicher­heits­de­kret“ macht bis zu 140.000 Flücht­lin­ge obdach­los
      Das „Sicher­heits­de­kret“ der ita­lie­ni­schen Regie­rung macht unge­zähl­te Flücht­lin­ge obdach­los. Sie sam­meln sich täg­lich hin­ter dem römi­schen Bahn­hof Tibur­ti­na. Ein Elends­treff, des­sen Zustrom ste­tig wächst. Es fehlt an allem – doch es gibt auch Hil­fe. (…) Auf Betrei­ben des ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­ters Matteo Sal­vi­ni von der rechts­na­tio­na­len Lega ver­ab­schie­de­te das Par­la­ment im ver­gan­ge­nen Herbst das so genann­te Sicher­heits­de­kret. Es kürz­te Mit­tel für Auf­nah­me­ein­rich­tun­gen, so dass dort kei­ne Sprach­kur­se mehr ange­bo­ten wer­den. Über­dies wur­de der Kreis der Berech­tig­ten dras­tisch ein­ge­schränkt. Zudem wur­de die Mög­lich­keit abge­schafft, abge­lehn­ten Asyl­be­wer­bern huma­ni­tä­ren Schutz zu gewäh­ren…” Arti­kel vom 7. August 2019 beim Miga­zin externer Link
  • Auf­nah­me von fünf EU-Län­dern: Ita­li­en lässt die über 100 Boots­flücht­lin­ge auf der ita­lie­ni­schen „Gre­go­ret­ti“ an Land /​Ret­tungs­schiff „Alan Kur­di“ mit 40 Men­schen vor Lam­pe­du­sa 
    Die Boots­flücht­lin­ge auf der „Gre­go­ret­ti“ kön­nen auf­at­men: Sie dür­fen in Ita­li­en an Land. Aber für die 40 Men­schen auf dem deut­schen Ret­tungs­schiff „Alan Kur­di“ ist noch kei­ne Lösung in Sicht. (…) Aber die nächs­ten Flücht­lin­ge war­ten bereits: Das pri­va­te deut­sche Ret­tungs­schiff „Alan Kur­di“ ret­te­te am Mor­gen 40 Men­schen vor der liby­schen Küs­te von einem Schlauch­boot. Laut Sal­vi­ni erklär­ten sich Deutsch­land, Por­tu­gal, Frank­reich, Luxem­burg, Irland und Ein­rich­tun­gen der katho­li­schen Kir­che in Ita­li­en bereit, die Flücht­lin­ge der „Gre­go­ret­ti“ auf­zu­neh­men. (…) In der Nacht zum Sonn­tag gab dann der Innen­mi­nis­ter grü­nes Licht zum Ein­lau­fen in den Hafen von Augus­ta auf Sizi­li­en, den ver­blie­be­nen Flücht­lin­gen ver­bot er jedoch, das Schiff zu ver­las­sen. Unter­su­chun­gen der Staats­an­walt­schaft Cata­nia am Diens­tag erga­ben, dass es an Bord der „Gre­go­ret­ti“ unter den Geret­te­ten 29 Krank­heits­fäl­le gab, dar­un­ter Tuber­ku­lo­se und Krät­ze. Zwei wei­te­re Flücht­lin­ge durf­ten dar­auf­hin an Land. Zuletzt waren laut Sal­vi­ni noch 116 Flücht­lin­ge an Bord, die Küs­ten­wacht sprach von 115. (…) Der „Alan Kur­di“ will Sal­vi­ni indes die Ein­fahrt in ita­lie­ni­sche Gewäs­ser wie zuvor auch ande­ren pri­va­ten Ret­tungs­schif­fen ver­bie­ten. Deren Besat­zung hat­te am Mor­gen 29 See­mei­len vor der liby­schen Küs­te 40 Boots­flücht­lin­ge aus Nige­ria, Mali, dem Kon­go und der Elfen­bein­küs­te geret­tet. Das unter deut­scher Flag­ge fah­ren­de Schiff kon­tak­tier­te unmit­tel­bar nach der Ret­tung die See­not­leit­stel­len in Liby­en, Val­let­ta auf Mal­ta und Rom, erhielt aber bis zum Nach­mit­tag kei­ne Ant­wort, wie eine Spre­che­rin des Regens­bur­ger Ver­eins Sea-Eye, der das Schiff unter­hält, dem epd sag­te. Soll­te bis zum Abend eine Ant­wort aus­blei­ben, woll­te der Kapi­tän eine Ent­schei­dung tref­fen. Der geo­gra­fisch nächst­ge­le­ge­ne siche­re Hafen wäre der Spre­che­rin zufol­ge Lam­pe­du­sa…” Mel­dung vom 1. August 2019 beim Miga­zin externer Link
  • Flücht­lin­ge vor Ita­li­en: Sal­vi­ni weist eige­ne Küs­ten­wa­che ab 
    Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni fährt sei­nen har­ten Kurs in der Flücht­lings­po­li­tik auch gegen die eige­nen Behör­den. Er ver­bot einem Schiff der Küs­ten­wa­che mit Migran­ten an Bord, in Lam­pe­du­sa anzu­le­gen. Ein Schiff der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che mit rund 140 Migran­ten an Bord war­tet auf Erlaub­nis zur Ein­fahrt in einen ita­lie­ni­schen Hafen. Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni von der rech­ten Lega kün­dig­te an, die Erlaub­nis erst zu ertei­len, “wenn eine Ver­tei­lung aller 140 Migran­ten in ganz Euro­pa schrift­lich fest­steht”, wie ita­lie­ni­sche Medi­en berich­ten. Sal­vi­ni rief die EU-Staa­ten zur Auf­nah­me der geret­te­ten Migran­ten auf, berich­te­te die ita­lie­ni­sche Nach­rich­ten­agen­tur Ansa. Aus Krei­sen des Innen­mi­nis­te­ri­ums hieß es, dass die Regie­rung in Rom die EU-Kom­mis­si­on offi­zi­ell dar­um gebe­ten habe, die Ver­tei­lung der Migran­ten an Bord zu koor­di­nie­ren…” Mel­dung vom 26.07.2019 bei tages​schau​.de externer Link – sie­he zur ursprüng­li­chen Mel­dung unser Dos­sier: [Liby­en-Deal] Absur­de EU-Poli­tik im Mit­tel­meer: Ret­tungs­mis­sio­nen sol­len zukünf­tig von liby­schen Schleu­sern koor­di­niert wer­den
  • “Sea-Watch 3”-Kapitänin Racke­te ver­klagt Sal­vi­ni 
    Sea-Watch 3‑Kapitänin Racke­te hat Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni wegen Ver­leum­dung und Anstif­tung zum Ver­bre­chen ver­klagt. Er nut­ze sein Amt, um über die sozia­len Medi­en eine “Bot­schaft des Has­ses” zu ver­brei­ten. Caro­la Racke­te hat­te es ange­kün­digt, ihre Anwäl­te haben jetzt die Kla­ge­schrift fer­tig­ge­stellt. Dar­in beschul­digt die Kapi­tä­nin des Ret­tungs­schif­fes “Sea-Watch 3” Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni unter ande­rem der Ver­leum­dung in beson­ders schwe­ren Fäl­len…” Bei­trag von Jörg Seis­sel­berg, ARD-Stu­dio Rom, vom 11.07.2019 bei tages​schau​.de externer Link
  • Wie Lam­pe­du­sa mit Migran­ten umgeht: “So macht man das unter Leu­ten vom Meer” 
    Nach dem Tru­bel um die deut­schen Ret­tungs­schif­fe kehrt auf Lam­pe­du­sa der All­tag ein: Bür­ger hel­fen Flücht­lin­gen, die über das Mit­tel­meer kom­men – unab­hän­gig von der gro­ßen Poli­tik in Rom. Unter­stüt­zung erhal­ten sie von ihrem Bür­ger­meis­ter. (…) “Wir emp­fan­gen die Geflüch­te­ten an der Mole, brin­gen ihnen Was­ser, Essen, Decken, Spiel­zeug für die Kin­der”, sagt La Rosa. Sie gehört zu einer Grup­pe von Frei­wil­li­gen, die sich im Forum Lam­pe­du­sa Soli­da­le enga­gie­ren. “Es heißt, wir Wei­ßen müss­ten uns vor den Migran­ten in Sicher­heit brin­gen”, sagt sie – und weist die­sen Gedan­ken gleich zurück: “Wir wol­len die Mensch­lich­keit zurück in die­ses Sys­tem brin­gen.” (…) Mar­tel­lo hat in die­sen Tagen oft Schwie­rig­kei­ten, die Rea­li­tät vor sei­nem Rat­haus mit der gro­ßen Poli­tik zusam­men­zu­brin­gen. “Als Rom beschloss, dass in Ita­li­en kei­ne Flücht­lings­schif­fe anle­gen dür­fen, geschah das in Lam­pe­du­sa trotz­dem”, sagt er, “gehört Lam­pe­du­sa etwa nicht zu Ita­li­en?”, fragt er. Der Bür­ger­meis­ter hat genau beob­ach­tet, was pas­sier­te, als die “Sea-Watch 3” tage­lang vor sei­ner Insel lag und nicht ein­lau­fen durf­te. “Die Küs­ten­wa­che war an Bord der ‘Sea-Watch 3’, und sie hat den Hafen beob­ach­tet”, sagt Mar­tel­lo. Zur glei­chen Zeit hät­ten die klei­nen Flücht­lings­bar­kas­sen aus Liby­en und Tune­si­en – der Bür­ger­meis­ter spricht von “Geis­ter­schif­fen” – wie immer pro­blem­los im Hafen ange­legt. Und die Sicher­heits­be­hör­den wol­len nichts bemerkt haben? Er fin­de das “selt­sam”, sagt Mar­tel­lo. Sei­ne Insel ist für Sal­vi­ni offen­bar nur inter­es­sant, wenn er sei­nen Kon­flikt mit Ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen in die Öffent­lich­keit tra­gen kann…” Aus Lam­pe­du­sa berich­tet Frank Hor­nig am 10.07.2019 beim Spie­gel online externer Link
  • Ita­li­en berei­tet drei­fa­che Blo­cka­de im zen­tra­len Mit­tel­meer vor 
    Ange­sichts erwar­te­ter Bom­bar­die­run­gen von Tri­po­lis und Umge­bung durch die Haftar-Trup­pen und die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te, ange­sichts der Bom­bar­die­rung des Inter­nie­rungs­la­gers Tajou­ra am 02.07.2019 mit 60 bis 100 Toten und unzäh­li­gen Ver­letz­ten, ange­sichts der Annah­me, dass mehr Inter­nier­te aus­bre­chen und flie­hen könn­ten, ange­sichts der Zunah­me von Flücht­lings­boo­ten, die aus Liby­en und Tune­si­en eigen­stän­dig Ita­li­en errei­chen, hat die ita­lie­ni­sche Regie­rung eine drei­fa­che Blo­cka­de des zen­tra­len Mit­tel­meers beschlos­sen. Die ers­ten Tei­le des Blo­cka­de­plans sol­len sofort umge­setzt wer­den, da Flücht­lings­boo­te auf dem Weg sind. Die ers­te Linie der See­blo­cka­de sieht vor, dass Kriegs­schif­fe der ita­lie­ni­schen Mari­ne und Patrouil­len­boo­te der Guar­dia di Finan­za den Zugang der ita­lie­ni­schen Häfen und Küs­ten blo­ckie­ren. Ein Durch­bre­chen des Zufahrts­ver­bots, wie es die „Mare Jonio“, die „Sea Watch 3“ und die „Alex“ prak­ti­ziert haben, soll sich nicht wie­der­ho­len. Auch selb­stän­di­ge Flücht­lings­boo­te sol­len vor Errei­chen der Häfen und Küs­ten auf­ge­bracht wer­den. Die zwei­te Linie der See­blo­cka­de sol­len Kriegs­schif­fe der ita­lie­ni­schen Mari­ne und Patrouil­len­boo­te der Guar­dia di Finan­za vor der liby­schen und tune­si­schen Küs­te auf­bau­en. Sie sol­len able­gen­de Flücht­lings­boo­te auf­spü­ren und die Koor­di­na­ti­on der Push-Backs durch die soge­nann­te liby­sche und auch durch die tune­si­sche Küs­ten­wa­che über­neh­men. Die drit­te Linie der See­blo­cka­de hät­te die soge­nann­te liby­sche und die tune­si­sche Küs­ten­wa­che zu bil­den. Die Liby­er sol­len 10 ita­lie­ni­sche Patrouil­len­boo­te zusätz­lich erhal­ten…” Bei­trag vom 8. Juli 2019 von und bei For­schungs­ge­sell­schaft Flucht & Migra­ti­on e.V. externer Link
  • “Und wenn die “Sea-Watch 3″ Ros­tock ange­steu­ert hät­te?” – Unser Kom­men­tar dazu 
    “Stel­len wir uns mal Fol­gen­des vor: Ros­tock-War­ne­mün­de in die­sen Tagen. Eine leich­te Bri­se zieht über das Meer. Die Men­schen lie­gen am Strand oder schwim­men im Was­ser, genie­ßen ihren Urlaub. Am Hori­zont taucht ein Schiff auf, steu­ert mit hohem Tem­po auf die Hafen­ein­fahrt zu. Zwei Schif­fe der Bun­des­po­li­zei fah­ren ihm ent­ge­gen, legen sich quer. Mit Mühe wird eine Kol­li­si­on ver­hin­dert. Am Strand hört man die Ansa­ge: “Ver­las­sen Sie sofort die deut­schen Hoheits­ge­wäs­ser!” Das Schiff hat auch einen Namen: “Sea-Watch 3”. An Bord 50 Flücht­lin­ge, geret­tet aus dem Meer. Mit­ten in der Ost­see. Jetzt lässt die Kapi­tä­nin den Anker fal­len. Was nun? (…) Wahr­schein­lich pas­siert das Glei­che wie auf Lam­pe­du­sa. Auf der Mole wür­den sich zwei Grup­pen bil­den. Die eine wür­de die sofor­ti­ge Auf­nah­me der Flücht­lin­ge for­dern, die ande­re dage­gen laut­stark pro­tes­tie­ren. “Refu­gees wel­co­me” con­tra “Aus­län­der raus”. In Ber­lin wür­de der Innen­aus­schuss zusam­men­tre­ten. Die Jour­na­lis­ten ver­sam­meln sich davor. Die immer glei­chen Fra­gen: Darf das Schiff in War­ne­mün­de anle­gen? Dür­fen die Flücht­lin­ge an Bord deut­schen Boden betre­ten? Die AfD sagt nein. Grü­ne und Lin­ke sind dafür. Die FDP will es auch zulas­sen, aber nach rechts­staat­li­chen Ver­fah­ren. Und die Par­tei­en der Gro­ßen Koali­ti­on? Ein kla­res sowohl als auch. Man müs­se den Fall ganz genau prü­fen. Alle Bli­cke rich­ten sich auf Horst See­hofer. Wür­de er das Schiff ein­fah­ren las­sen und damit ein Zei­chen set­zen gegen das von ihm kri­ti­sier­te Ver­sa­gen der euro­päi­schen Flücht­lings­po­li­tik? Oder wür­de er der “Sea-Watch 3″ dies ver­weh­ren, wie Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter?…” Kolum­ne von Tim Her­den vom 6. Juli 2019 bei MDR aktu­ell externer Link
    • Recht­lich ist bei einer Kri­tik an Ita­li­en zunächst zu beach­ten, dass die deut­sche Regie­rung füh­rend war beim Abbau der Lebens­ret­tung im Mit­tel­meer und kei­nes­falls einen Gegen­part zu Sal­vi­ni ver­kör­pert. Fer­ner ergibt sich die feh­len­de Recht­mä­ßig­keit des Rechts­ver­ständ­nis­ses Sal­vi­nis aus der EU-Mit­glied­schaft Ita­li­ens. Damit hat Ita­li­en auch Art. 78 AEUV und auch Art. 18 EU-Grund­rech­te-Char­ta (bei­des zum Asyl­recht) als bin­den­des Recht aner­kannt (maß­geb­lich sind hier auch die Grund­wer­te nach Art. 2 EUV). Sofern Sal­vi­ni unzu­frie­den mit der prak­ti­schen EU-Flücht­lings­po­li­tik ist, steht ihm der Rechts­weg zum EuGH offen. Das Aus­tra­gen inner­eu­ro­päi­scher Aus­ein­an­der­set­zun­gen zu Las­ten der See­not­ret­tung ist rechts­wid­rig. Wenn auch kein lega­ler Weg für Asyl­su­chen­de geschaf­fen wur­de, ist deren gewalt­sa­me Abwehr grund­sätz­lich rechts­wid­rig, weil das gel­ten­de Asyl­recht eine Über­prü­fung der Berech­ti­gung bin­dend vor­aus­setzt. Das häu­fig geäu­ßer­te Argu­ment, man wol­le ja gera­de mit einer radi­ka­len Abwehr Flücht­lin­gen vor dem Ertrin­ken und Schlep­per gera­de schüt­zen, beinhal­tet einen ein­deu­ti­gen Rechts­ver­stoß. Denn der Grund für die Flucht ver­schwin­det nicht, wenn man Asyl­be­rech­tig­te die prak­ti­sche Mög­lich­keit eines Asyl­an­trags kom­plett ver­baut. Auch bezüg­lich der zunächst ableh­nen­den EGMR-Ent­schei­dung han­del­te Caro­la Racke­te kor­rekt, weil der EGMR sei­ne Ableh­nung aus­drück­lich vom Zustands der Flücht­lin­ge an Bord abhän­gig mach­te.
      Poli­tisch soll­te man weder Ras­sis­mus natio­na­li­sie­ren noch ent­schul­di­gen. Sal­vi­ni prä­sen­tiert nur einen Teil der ita­lie­ni­schen Bevöl­ke­rung, wie die deut­sche pri­va­te Lebens­ret­tung nur von einem Teil begrüßt wird. Ärger­lich und letzt­lich auch frag­wür­dig bleibt ohne Fra­ge der plötz­li­che Mei­nungs­um­schwung man­cher deut­scher Poli­ti­ker. Denn Deutsch­land hät­te auch ohne Ita­li­en alle Flücht­lin­ge auf­neh­men kön­nen, bevor die Sea-Watch 3 Kon­se­quen­zen zie­hen muss­te. Nach Art. 1 Grund­ge­setz bestand für See­hofer dazu sogar eine ver­fas­sungs­recht­li­che Ver­pflich­tung. Auch Deutsch­land darf danach inner­eu­ro­päi­sche Dif­fe­ren­zen nicht auf den Rücken der Asyl­su­chen­den aus­tra­gen. Äußerst frag­lich ist nun auch, ob Ita­li­en noch als siche­rer Dub­lin-Staat behan­delt wer­den kann und Rück­füh­run­gen nach Ita­li­en noch recht­lich mög­lich sind.
  • Ret­tungs­schiff »Alan Kur­di« darf doch in Mal­ta anle­gen. Segel­boot »Alex« legt in Lam­pe­du­sa an – See­hofer for­dert Ende der Hafen­blo­cka­de 
    Kur­ze Irr­fahrt auf der Suche nach einem siche­ren Hafen: Mal­ta hat sich am Sonn­tag­nach­mit­tag bereit­erklärt, alle 65 Migran­ten an Bord des deut­schen Ret­tungs­schif­fes »Alan Kur­di« an Land zu las­sen. Die Men­schen wür­den umge­hend auf ande­re euro­päi­sche Län­der ver­teilt, teil­ten die Behör­den Mal­tas am Sonn­tag nach Gesprä­chen mit der EU-Kom­mis­si­on und Deutsch­land mit. Die Behör­den in Mal­ta hat­ten dem Ret­tungs­schiff zuvor am Sonn­tag­mit­tag zunächst noch das Anle­gen ver­bo­ten. Gleich­zei­tig mel­de­te Sea-Eye zu die­ser Zeit das drei Geflüch­te­te an Bord auf­grund der Hit­ze zusam­men­ge­bro­chen sei­en und medi­zi­nisch ver­sorgt wer­den müs­sen. Die Alan Kur­di hat­te zuvor ange­sichts mas­si­ver Dro­hun­gen der ita­lie­ni­schen Regie­rung ihren Kurs in Rich­tung der Mit­tel­meer­in­sel geän­dert. Die »Alan Kur­di« fah­re wegen des Anle­ge­ver­bots der ita­lie­ni­schen Behör­den in Lam­pe­du­sa und Straf­an­dro­hun­gen gegen die Besat­zung nach Mal­ta, erklär­te Sea-Eye. »Wenn die Staats- und Regie­rungs­chefs ihre Kri­tik am ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­ter ernst mei­nen, kön­nen sie uns auf Mal­ta ein­lau­fen las­sen«, wur­de Gor­den Isler, Ein­satz­lei­ter der »Alan Kur­di«, von Sea-Eye zitiert. (…) Zuvor war das Segel­boot »Alex« der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Medi­ter­ra­nea mit 41 Migran­ten an Bord trotz Ver­bots in den Hafen von Lam­pe­du­sa ein­ge­fah­ren. Dort war­te­te am Sams­tag­abend ein Groß­auf­ge­bot von Poli­zis­ten auf das Schiff. Zuvor hat­te die Orga­ni­sa­ti­on den Not­stand auf dem Boot aus­ge­ru­fen. Die hygie­ni­schen Bedin­gun­gen an Bord sei­en nicht län­ger trag­bar, schrieb Medi­ter­ra­nea nach zwei Tagen War­tens vor der Küs­te im Kurz­bot­schaf­ten­dienst Twit­ter. Lam­pe­du­sa sei der ein­zig mög­li­che siche­re Hafen. Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni von der rechts­ra­di­ka­len Lega schrieb nach dem Ando­cken des Schif­fes bei Twit­ter, bei der Crew der »Alex« han­de­le es sich um »Scha­ka­le«. Er ver­bot den Men­schen, das Schiff zu ver­las­sen. Dar­auf­hin for­der­te Medi­ter­ra­nea den Vize­re­gie­rungs­chef per Twit­ter auf, »die unnö­ti­ge Grau­sam­keit« zu been­den und alle von Bord zu las­sen. Das Segel­schiff wur­de nach Anga­ben des ita­lie­ni­schen Rund­funks beschlag­nahmt. Gegen die Besat­zung wur­den Ermitt­lun­gen wegen Begüns­ti­gung ille­ga­ler Ein­wan­de­rung auf­ge­nom­men. Die vor der liby­schen Küs­te geret­te­ten 46 an Bord ver­blie­be­nen Migran­ten wur­den in den Hot­spot von Lam­pe­du­sa gebracht...” Bei­trag vom 07.07.2019 beim ND online externer Link
    • 65 Geret­te­te auf der „Alan Kur­di“ – Deut­sches Ret­tungs­schiff vor Lam­pe­du­sa – Hafen dicht
      “… Das deut­sche Ret­tungs­schiff „Alan Kur­di“ mit 65 auf dem Mit­tel­meer geret­te­ten Migran­ten hat nach Anga­ben der Orga­ni­sa­ti­on Sea-Eye trotz eines Ver­bots Kurs auf die ita­lie­ni­sche Insel Lam­pe­du­sa genom­men. Am Sams­tag­vor­mit­tag teil­te Sea-Eye mit, dass das Schiff inzwi­schen unmit­tel­bar vor der Insel zum Ste­hen gekom­men ist. „Wir war­ten in int. Gewäs­sern vor Lam­pe­du­sa“ hieß es bei Twit­ter. „Die Guar­dia di Finan­za ist per­sön­lich vor­bei gekom­men, um Sal­vi­nis Dekret zu über­brin­gen: Der Hafen ist zu.“ Zugleich mach­te die Orga­ni­sa­ti­on klar, dass sie sich die Auf­nah­me der Geret­te­ten in Deutsch­land wünscht. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) teil­te am Sams­tag mit, dass Deutsch­land dazu zum Teil bereit sei. (…) Ita­li­ens rechts­po­pu­lis­ti­scher Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni hat­te zuvor gesagt, die „Alan Kur­di“ kön­ne nicht nach Ita­li­en fah­ren – auch nicht im Fall einer spä­te­ren Ver­tei­lung der Migran­ten auf ande­re euro­päi­sche Staa­ten. Er dräng­te Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) in einem Brief, Ver­ant­wor­tung für das Schiff zu über­neh­men. Nach Anga­ben von Sea-Eye gaben 39 der 65 Migran­ten an, noch min­der­jäh­rig zu sein. Der Jüngs­te von ihnen sei erst zwölf Jah­re alt. Ins­ge­samt 48 der Geflüch­te­ten stamm­ten aus Soma­lia in Ost­afri­ka, zwei sei­en Liby­er. Einer der Soma­li­er habe erzählt, dass er schon vor drei Jah­ren aus sei­ner Hei­mat auf­ge­bro­chen sei, drei Mona­te für die Durch­que­rung der Wüs­te benö­tigt habe und einen Freund ver­lo­ren habe, der an der liby­schen Gren­ze erschos­sen wor­den sei.(…) Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler (CSU) for­der­te die EU-Staa­ten hin­sicht­lich der See­not­ret­tung zum Han­deln auf. „Wir brau­chen einen Vor­stoß mit den Mit­tel­meer­län­dern und den auf­nah­me­be­rei­ten Mit­glied­staa­ten der EU“, sag­te Mül­ler am Ran­de eines Tref­fens der G7-Ent­wick­lungs- und Bil­dungs­mi­nis­ter in Paris, das am Don­ners­tag und Frei­tag in der fran­zö­si­schen Haupt­stadt statt­fand. Man habe viel zu lan­ge gewar­tet und dür­fe Ita­li­en, Grie­chen­land, Spa­ni­en und Frank­reich nicht allei­nelas­sen. „Sea-Watch ges­tern ist Sea-Watch mor­gen“, sag­te Mül­ler. „Wir fan­gen dann beim nächs­ten Schiff wie­der mit der­sel­ben Dis­kus­si­on an.” Aus­führ­li­cher Über­blick vom 06. Juli 2019 bei Tages­spie­gel online externer Link mit Updates
  • Die ita­lie­ni­schen Gewerk­schaf­ten mobi­li­sie­ren zur Soli­da­ri­tät mit Sea Watch 3 und sei­ner Kapi­tä­nin – und zum Kampf gegen Sal­vi­nis Unsi­cher­heits­de­kret /​/​Bun­des­wei­te Demons­tra­tio­nen für die Rech­te von Geflüch­te­ten und #Free­Ca­ro­la! 
    • 06.07.19: bun­des­wei­te Demos für die Rech­te von Geflüch­te­ten und #free­ca­ro­la! Demons­tra­tio­nen in 100 Städ­ten mit über 30.000 Men­schen, allein in Ber­lin 8000
      “… DIE MENSCHLICHKEIT WIRD ANGEGRIFFEN, ES IST ZEIT ZU HANDELN. WIR RUFEN DEN NOTSTAND DER MENSCHLICHKEIT AUS! DIESER NOTSTAND WIRD SOLANGE ANDAUERN, BIS SICH EUROPÄISCHE STAATEN AUF EINEN SOLIDARISCHE UND HUMANEN VERTEILUNGSMECHANISMUS ALLER GERETTETEN VERSTÄNDIGT HABEN UND ALLE SEENOTRETTER*INNEN WIEDER FREI SIND. Wie Caro­la wer­den wir nicht mehr war­ten. Solan­ge die EU und die euro­päi­schen Regie­run­gen untä­tig sind, wer­den wir, die Zivil­ge­sell­schaft, es sein, die sich schüt­zend vor die Men­schen­rech­te stellt und Wider­stand leis­tet! Wir sind eine euro­pa­wei­te Gesell­schaft der offe­nen Her­zen, soli­da­ri­schen Kom­mu­nen und Siche­ren Häfen. Wenn die EU nicht in der Lage ist, die Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, wer­den wir es tun. Schließt Euch uns an, wer­det aktiv, orga­ni­siert Demos und kommt am 06.07. auf die Stra­ßen: Für die Rech­te von Geflüch­te­ten, See­not­ret­tung ist kein Ver­bre­chen und #free­ca­ro­la…” Aus dem Auf­ruf von und bei See­brü­cke externer Link und ebd. die Kar­te mit allen Demo-Pla­nun­gen externer Link (wird lau­fend aktua­li­siert)
    • Trotz Frei­las­sung bleibt Sea-Watch aus­ge­bremst 
      “Die Sea-Watch-Kapi­tä­nin Racke­te steht nicht mehr unter Haus­ar­rest in Ita­li­en, die Vor­wür­fe gegen sie sind aber nicht vom Tisch. Wäh­rend Euro­pa über eine Ant­wort auf die Flücht­lings­tra­gö­die im Mit­tel­meer strei­tet, sind die See­not­ret­ter lahm­ge­legt. Hof­fen und Ban­gen: Nach der Frei­las­sung der Sea-Watch-Kapi­tä­nin Caro­la Racke­te aus ihrem Haus­ar­rest in Ita­li­en mischen sich Erleich­te­rung und For­de­run­gen nach einem Ende der Straf­ver­fol­gung. Racke­te erklär­te in der Nacht zum Mitt­woch auf Twit­ter, die Ent­schei­dung sei ein Sieg über die Kri­mi­na­li­sie­rung von Hel­fern. Regie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert sag­te in Ber­lin, man begrü­ße die Frei­las­sung sehr. Die 31-jäh­ri­ge Kapi­tä­nin muss sich aber wei­ter vor Gericht ver­ant­wor­ten. Im Raum ste­hen Vor­wür­fe, dass Racke­te ille­ga­le Ein­wan­de­rung begüns­tigt haben soll und dass ihr Schiff beim Anle­gen in Lam­pe­du­sa ein Boot der Finanz­po­li­zei tou­chier­te. Der nächs­te Gerichts­ter­min ist für Diens­tag anbe­raumt, die „Sea-Watch 3“ bleibt wei­ter beschlag­nahmt. (…) Der ita­lie­ni­sche Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni reagier­te empört auf die Ent­schei­dung. „Für die ita­lie­ni­sche Jus­tiz ist es offen­bar kein Grund ins Gefäng­nis zu gehen, wenn man die Geset­ze igno­riert und ein Boot der Finanz­po­li­zei rammt“, erklär­te er in einem Face­book-Video. Die „kri­mi­nel­le Kom­man­dan­tin“ wer­de aus­ge­wie­sen, da sie eine Bedro­hung der natio­na­len Sicher­heit sei. Racke­te war­tet nach Sea-Watch-Anga­ben der­weil in Ita­li­en auf ihren nächs­ten Gerichts­ter­min. (…) Der Rats­vor­sit­zen­de der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land (EKD), Hein­rich Bed­ford-Strohm, nann­te die Frei­las­sung Racke­tes einen „Punkt­sieg für Rechts­staat­lich­keit und Mensch­lich­keit“. Zivi­le See­not­ret­ter dürf­ten nicht kri­mi­na­li­siert wer­den. Der EKD-Migra­ti­ons­ex­per­te Man­fred Rekow­ski bekräf­tig­te, der Ein­satz der Hel­fer sei „kein Ver­bre­chen, son­dern die Reak­ti­on auf ein poli­ti­sches Ver­sa­gen im Blick auf den Umgang mit Flücht­lin­gen an den euro­päi­schen Außen­gren­zen“…” Mel­dung vom 4. Juni 2019 bei MiGA­ZIN externer Link
    • Caro­la ist frei, die Sea-Watch 3 beschlag­nahmt 
      Caro­la ist frei! Erleich­tert haben wir ges­tern Abend erfah­ren, dass Ales­san­dra Vel­la, zustän­di­ge Ermitt­lungs­rich­te­rin in Agri­gent, wei­test­ge­hend unse­re Rechts­auf­fas­sung teilt. So ver­warf sie den Vor­wurf, Caro­la habe Gewalt gegen Kriegs­schif­fe ange­wen­det und ver­trat die Auf­fas­sung, dass Caro­la „in Erfül­lung einer Pflicht“ – der Pflicht, Leben auf See zu ret­ten – gehan­delt habe. Ganz wich­tig: Die Rich­te­rin beton­te, dass Caro­las Ent­schluss, Lam­pe­du­sa als nächs­ten „Place of Safe­ty“ (POS) anzu­lau­fen, not­wen­dig war. Liby­en und Tune­si­en könn­ten nicht als siche­re Häfen ange­se­hen wer­den. Dar­über hin­aus ver­trat Vel­la die Auf­fas­sung, dass das erst vor drei Wochen eilig erlas­se­ne Sal­vi­ni-Dekret, das jene mit 50.000 € Stra­fe bedroht, die Flücht­lin­ge in Ita­li­en an Land gehen las­sen, nicht auf Ret­tungs­ein­sät­ze anwend­bar sei, da es sich auf Schlep­per bezie­he. Zur juris­ti­schen Ein­ord­nung ist es wich­tig zu ver­ste­hen, dass Frau Vel­la nur über die Inhaf­tie­rung zu befin­den hat­te. Caro­la wird sich den­noch, ver­mut­lich ab Mit­te Juli, vor Gericht ver­ant­wor­ten müs­sen…” Sea-Watch-Mel­dung vom 3.7.2019, sie­he auch die Mel­dung vom 3.7.19 von und bei Pro Asyl externer Link: “Not­stand der Mensch­lich­keit”
    • Sea-Watch-Kapi­tä­nin: Racke­te kommt wie­der frei 
      Die Kapi­tä­nin der deut­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch, Racke­te, kommt wie­der frei. Ein ita­lie­ni­scher Ermitt­lungs­rich­ter hob den Haus­ar­rest gegen die 31-Jäh­ri­ge auf. Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni will sie aus­wei­sen. Ein Gericht in Sizi­li­en hat den gegen die deut­sche Sea-Watch-Kapi­tä­nin Caro­la Racke­te ver­häng­ten Haus­ar­rest auf­ge­ho­ben. Das berich­tet unter ande­rem die Nach­rich­ten­agen­tur Ansa. Es sei­en kei­ne wei­te­ren frei­heits­ent­zie­hen­den Maß­nah­men ange­ord­net wor­den…” Mel­dung vom 3.7.2019 bei tages​schau​.de externer Link
    • [Pres­se­kon­fe­renz von Sea-Watch am 2. Juli 2019] “Wenn die Geret­te­ten die Hoff­nung ver­lie­ren, haben wir auf dem Schiff ein Pul­ver­fass”
      Doku­men­ta­ti­on der Pres­se­kon­fe­renz von Sea-Watch am 2. Juli 2019 in Ber­lin zur Fest­nah­me der Kapi­tä­nin und der Beschlag­nah­me des Schif­fes. Mit der Fest­nah­me der Kapi­tä­nin Caro­la Racke­te und der Beschlag­nah­me des Schif­fes “Sea-Watch 3” durch ita­lie­ni­sche Behör­den hat die Aus­ein­an­der­set­zung um die Ret­tung von Flücht­lin­gen und Migran­ten aus See­not im Mit­tel­meer eine neue Stu­fe der Eska­la­ti­on erreicht. Am 2. Juli 2019 führ­te die Nicht-Regie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on (NGO) Sea-Watch in Ber­lin dazu eine Pres­se­kon­fe­renz durch. Marie Naass, Ruben Neu­ge­bau­er und Chris Cho­dotz­ki stell­ten zunächst die Lage vor und beant­wor­te­ten dann Fra­gen. Deut­lich wur­de, wie dra­ma­tisch See­not­ret­tun­gen sind und vor allem, wie poli­tisch der Kon­flikt ist…” Eine Doku­men­ta­ti­on von Tho­mas Moser vom 03. Juli 2019 bei Tele­po­lis externer Link
    • UN ist gegen Bestra­fung von See­not­ret­tern. Ent­schei­dung der Ermitt­lungs­rich­ter über Sea-Watch-Kapi­tä­nin Caro­la Racke­te wird am Diens­tag erwar­tet 
      Seawatch: #FreeCarolaAnläss­lich des Falls der in Ita­li­en unter Haus­ar­rest gestell­ten Deut­schen Kapi­tä­nin haben sich die Ver­ein­ten Natio­nen grund­sätz­lich gegen Stra­fen für See­not­ret­ter aus­ge­spro­chen. Der Spre­cher von UN-Gene­ral­se­kre­tär Anto­nio Guter­res, Ste­pha­ne Dujar­ric, beton­te am Mon­tag in New York zwar, dass er den Ein­zel­fall um Caro­la Racke­te nicht kom­men­tie­ren wol­le, sag­te aber: »See­not­ret­tung ist ein seit lan­gem bestehen­der huma­ni­tä­rer Impe­ra­tiv, der auch völ­ker­recht­lich vor­ge­schrie­ben ist. Kein Schiff oder Schiffs­füh­rer soll­te von Geld­stra­fen bedroht sein, wenn er Boo­ten in See­not zu Hil­fe kommt, bei denen Men­schen sonst ihr Leben ver­lie­ren wür­den.« (…) Im Fall der Sea-Watch-Kapi­tä­nin Caro­la Racke­te wird am Diens­tag eine Ent­schei­dung des Ermitt­lungs­rich­ters erwar­tet. Nach einer etwa drei­stün­di­gen Ver­neh­mung am Mon­tag war offen geblie­ben, ob die 31-Jäh­ri­ge auf frei­en Fuß gesetzt oder Haft­be­fehl für sie erlas­sen wird. Racke­te ver­brach­te eine wei­te­re Nacht im Haus­ar­rest. (…) Vor­wür­fe der ita­lie­ni­schen Staats­an­walt­schaft gegen Kapi­tä­nin Caro­la Racke­te: Wider­stand gegen ein Mili­tär­schiff und Voll­stre­ckungs­be­am­te; »Sea Watch 3« soll ein Boot der Finanz­po­li­zei tou­chiert haben; Bei­hil­fe zur ille­ga­len Migra­ti­on; Men­schen­han­del. Staats­an­walt Lui­gi Patron­a­g­gio ist der Ansicht, dass es kei­ne gra­vie­ren­den Pro­ble­me auf dem Schiff gege­ben habe. »Es gab kei­ne Not­la­ge«, sag­te er am Mon­tag­abend. Eine ärzt­li­che Ver­sor­gung hät­te auch außer­halb eines Hafens auf der Sea-Watch statt­fin­den kön­nen. Erst vor weni­gen Tagen hat­te dies auch der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te geur­teilt. Die Rich­ter lehn­ten einen Eil­an­trag Racke­tes, mit dem Schiff in Ita­li­en anle­gen zu dür­fen, ab. Ermit­telt wird laut Patron­a­g­gio nun auch, ob der Ret­tungs­ein­satz unweit der liby­schen Such- und Ret­tungs­zo­ne not­wen­dig war…” Agen­tur­mel­dung vom 2.07.2019 beim ND online externer Link
    • Zwei Wochen ver­geb­li­ches Bit­ten – Chro­no­lo­gie der „Sea-Watch 3“
      Kapi­tä­nin Caro­la Racke­te und das Ret­tungs­schiff „Sea-Watch 3“ ste­hen der­zeit im Mit­tel­punkt der Dis­kus­si­on um Flücht­lin­ge auf dem Mit­tel­meer. MiGA­ZIN doku­men­tiert im jüngs­ten Fall die Ereig­nis­se von der Auf­nah­me der Flücht­lin­ge an Bord bis zur Über­stel­lung Racke­tes nach Sizi­li­en…” Chro­no­lo­gie vom 2. Juli 2019 beim Miga­zin externer Link
    • „Die FIOM ist bereit, sich an jeder Akti­on zu betei­li­gen, die der Wie­der­her­stel­lung der demo­kra­ti­schen Ord­nung dient“ – so die Kern­aus­sa­ge der Pres­se­mit­tei­lung „Sea Watch. Re David (Fiom), arres­to di Caro­la atto vio­len­to e inco­s­ti­tu­zio­na­le“ am 29. Juni 2019 externer Link bei der größ­ten Metall­ge­werk­schaft Ita­li­ens FIOM (im Gewerk­schafts­bund CGIL), in der die Fest­nah­me der Kapi­tä­nin als ein Akt der Gewalt, der gegen die Ver­fas­sung ver­stößt, bewer­tet wird. Der Kampf, so wird in der PM aus­ge­führt, müs­se sich gegen das soge­nann­te Sicher­heits­de­kret von Minis­ter Sal­vi­ni rich­ten – und für die Öff­nung der Häfen ein­tre­ten. Sie­he dazu auch die Pres­se­er­klä­rung des Gewerk­schafts­bun­des CGIL und die Stel­lung­nah­me des alter­na­ti­ven SI Cobas Ver­ban­des:
    • Mün­chen: 30.7., 19 Uhr, Ita­lie­ni­sches Gene­ral­kon­su­lat (Möhl­str. 3)
    • Mon­tag, 1. Juli 2019 /​Düs­sel­dorf ab 16 Uhr am Rat­haus­platz Düs­sel­dorf: Frei­heit für Caro­la Racke­te!
    • [1. Juli in Frank­furt] »Ertrin­ken­las­sen ist kein Kon­sens« – Soli­da­ri­tät mit den See­not­ret­te­rIn­nen und Geret­te­ten auf der »Sea Watch 3« – PRO ASYL und Hes­si­scher Flücht­lings­rat rufen zur Mahn­wa­che vor dem ita­lie­ni­schen Gene­ral­kon­su­lat in Frank­furt auf
      Aus See­not geret­te­te Men­schen sind nach dem See­recht in den nächs­ten siche­ren Hafen zu brin­gen. Dass statt­des­sen das Ret­tungs­schiff »Sea Watch 3« mit 40 aus See­not Geret­te­ten an Bord seit 16 Tagen vor der Insel Lam­pe­du­sa an der Anlan­dung gehin­dert wird und der ita­lie­ni­sche Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni wäh­rend­des­sen die Ret­te­rIn­nen zu kri­mi­na­li­sie­ren ver­sucht, ist uner­träg­lich. PRO ASYL und der Hes­si­sche Flücht­lings­rat rufen dazu auf, das ita­lie­ni­sche diplo­ma­ti­sche Per­so­nal vor Ort an die men­schen- und see­recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen zu erin­nern – zum Bei­spiel in Form von Mahn­wa­chen vor diplo­ma­ti­schen Ver­tre­tun­gen Ita­li­ens in Deutsch­land. Alle Diplo­ma­tIn­nen sind in ihrer Funk­ti­on als Reprä­sen­tan­tIn­nen ihrer Län­der an die inter­na­tio­na­len recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen gebun­den, die ihre Staa­ten ein­ge­gan­gen sind. In einer Demo­kra­tie steht es ihnen gut an, sich gegen Rechts­brü­che der eige­nen Regie­rung zu wen­den. Ange­sichts der Eska­la­ti­on im aktu­el­len Fall der »Sea Watch 3« vor Lam­pe­du­sa begin­nen wir vor unse­rer Haus­tür und rufen auf zu einer Mahn­wa­che vor dem Ita­lie­ni­schen Gene­ral­kon­su­lat, Ket­ten­hof­weg 1 in Frank­furt am Mon­tag, 1. Juli 2019 um 11:30 Uhr…” Pres­se­mit­tei­lung vom 28.06.2019 externer Link
    • Ber­lin: 1.7.: 07:30 Soli­da­ri­täts-Kund­ge­bun­g/­Dau­er­mahn­wa­che #free­ca­ro­la, ita­lie­ni­sche Bot­schaft Hiro­shi­ma­str. 1
    • Di. 2.7. Kiel: Demons­tra­ti­on “Frei­heit für Caro­la Racke­te – See­not­ret­tung ist kein Ver­bre­chen!” 19 Uhr HBF
    • Frei­heit für Frau Racke­te. Peti­ti­on bei Open­pe­ti­ti­on externer Link
    • Wir erin­nern an das Spen­den­kon­to: Kon­to­in­ha­ber: Sea-Watch Rechts­hil­fe­fonds e.V. IBAN: DE93 4306 0967 1239 3243 00 BIC: GENODEM1GLS
  • EGMR-Urteil über Ret­tungs­schiff vor Lam­pe­du­sa: „Sea-Watch 3“ darf nicht anle­gen /​Kapi­tä­nin will den­noch nach Lam­pe­du­sa, ihr droht eine Haft­stra­fe /​Spen­den­auf­ruf 
    Die deut­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch hat beim Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te (EGMR) erneut eine Nie­der­la­ge ein­ste­cken müs­sen. Der Gerichts­hof kam dem Eil­an­trag des Ret­tungs­schif­fes „Sea-Watch 3“, in Ita­li­en anle­gen zu dür­fen, am Diens­tag­abend nicht nach. Die ita­lie­ni­schen Behör­den müss­ten Migran­ten, die wegen ihres Alters oder Gesund­heits­zu­stan­des beson­de­ren Schutz brauch­ten, aber wei­ter­hin Unter­stüt­zung zukom­men las­sen, so der Gerichts­hof. Das Schiff hat­te die Migran­ten vor rund zwei Wochen vor Liby­en auf­ge­nom­men und war­tet seit­dem mit 42 Geflüch­te­ten an Bord ver­geb­lich vor der sizi­lia­ni­schen Insel Lam­pe­du­sa auf eine Ein­fahrts­er­laub­nis. Da es an Bord kei­ne Men­schen mehr gebe, die auf dem Schiff gefähr­det sei­en, wer­de der­zeit kein Grund für die Anwen­dung der Maß­nah­men gese­hen, hieß es in der Begrün­dung der Ent­schei­dung. Fami­li­en, Schwan­ge­re und Kran­ke hät­ten das Boot bereits ver­las­sen kön­nen…” Mel­dung vom 25.6.2019 bei der taz online externer Link, sie­he dazu:
    • Flücht­lin­ge vor Lam­pe­du­sa: Zwei kran­ke Migran­ten ver­las­sen „Sea-Watch 3“ 
      Seit zwei Wochen har­ren Dut­zen­de Flücht­lin­ge vor der ita­lie­ni­schen Insel aus. Am frü­hen Mor­gen dür­fen zwei von ihnen aus medi­zi­ni­schen Grün­den von Bord. Doch das Patt um das Schiff dau­ert an. Das Patt um das Schiff der deut­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch vor Lam­pe­du­sa dau­ert an. In der Nacht auf Frei­tag durf­ten ein 19 Jah­re alter Pas­sa­gier und sein min­der­jäh­ri­ger Bru­der aus medi­zi­ni­schen Grün­den an Land, wie die Besat­zung mit­teil­te. Damit befin­den sich noch 40 Migran­ten auf der „Sea-Watch 3“. Als Soli­da­ri­täts­be­kun­dung über­nach­te­ten fünf ita­lie­ni­sche Abge­ord­ne­te auf dem Schiff, unter ihnen der frü­he­re Ver­kehrs­mi­nis­ter Gra­zia­no Del­rio vom sozi­al­de­mo­kra­ti­schen PD und der ehe­ma­li­ge Lin­ken-Chef Nico­la Fra­toi­an­ni. Am Frei­tag­mor­gen kam in Lam­pe­du­sa unter­des­sen ein ande­res Flücht­lings­boot mit etwa 15 Per­so­nen an. Das Schiff habe unge­hin­dert in den Hafen ein­fah­ren kön­nen, berich­te­te der ita­lie­ni­sche Sen­der Tgcom24. Die Finanz­po­li­zei habe die Pas­sa­gie­re an der Mole in Emp­fang genom­men…” Mel­dung vom 28.06.2019 bei der FAZ online externer Link
    • Sea-Watch: Ita­lie­ner spen­den 220.000 € an deut­sche NGO externer Link – Nicht alle Ita­lie­ne­rIn­nen sind Sal­vi­ni-Fans! Auch wir dan­ken, nicht zuletzt für die damit ver­bun­de­ne Hoff­nung…
    • Die Wer­te der EU 
      Trotz des eska­lie­ren­den Streits um das Ret­tungs­schiff Sea-Watch 3 ver­wei­gert die Bun­des­re­gie­rung einem deut­schen Städ­te­bünd­nis die Auf­nah­me von 42 Flücht­lin­gen. Meh­re­re deut­sche Städ­te bit­ten seit über einer Woche, die Flücht­lin­ge auf der Sea-Watch 3 auf­neh­men zu dür­fen; bei die­sen han­delt es sich teil­wei­se um schwer trau­ma­ti­sier­te Fol­ter­op­fer, die die ita­lie­ni­schen Behör­den nicht an Land las­sen: Rom ver­wei­gert nicht nur ihre Auf­nah­me, es hat die ita­lie­ni­schen Hoheits­ge­wäs­ser kürz­lich auch de fac­to für Ret­tungs­schif­fe gesperrt. Aktu­ell gehen ita­lie­ni­sche Staats­stel­len gegen die Sea-Watch 3 vor, die wegen der gra­vie­ren­den Not­la­ge der Flücht­lin­ge an Bord das im inter­na­tio­na­len See­recht ver­an­ker­te Recht wahr­ge­nom­men hat, sich fried­lich einem ita­lie­ni­schen Hafen zu nähern. Gegen die zuneh­mend völ­ker­rechts­wid­ri­ge EU-Flücht­lings­ab­wehr pro­tes­tie­ren immer brei­te­re gesell­schaft­li­che Kräf­te, dar­un­ter nicht nur inter­na­tio­na­le Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen, son­dern auch die gro­ßen christ­li­chen Kir­chen und sogar über­par­tei­li­che Bünd­nis­se deut­scher Kom­mu­nen…” Bericht vom 28.06.2019 von und bei ger­man-for­eign-poli­cy externer Link
    • Deut­sche Kapi­tä­nin for­dert Sal­vi­ni her­aus
      Ita­li­en will ver­hin­dern, dass die „Sea Watch 3“ mit geret­te­ten Flücht­lin­gen anlegt. Doch die Kapi­tä­nin will den­noch nach Lam­pe­du­sa, ihr droht eine Haft­stra­fe. Die „Sea Watch 3“ der gleich­na­mi­gen deut­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on düm­pelt bereits seit zwei Wochen knapp außer­halb der ita­lie­ni­schen Hoheits­ge­wäs­ser vor Lam­pe­du­sa, dem süd­lichs­ten Punkt Euro­pas. Die Insel befin­det sich auf Sicht­wei­te des Schiffs, kei­ne zwei Stun­den Fahrt ent­fernt. Auf dem Deck befin­den sich auf engs­tem Raum 42 Flücht­lin­ge, unter der sen­gen­den Son­ne des süd­li­chen Mit­tel­meers. „Die Migran­ten sind ver­zwei­felt, eini­ge dro­hen mit einem Hun­ger­streik, ande­re wol­len ins Meer sprin­gen oder sich die Puls­adern auf­schnei­den“, beton­te die Kom­man­dan­tin des Schiffs, Caro­la Racke­te, ges­tern gegen­über der ita­lie­ni­schen Zei­tung „La Repub­bli­ca“. (…) Nach dem wochen­lan­gen Ner­ven­krieg will Caro­la Racke­te dies nun in Kauf neh­men: Sie erklär­te, dass sie die Flücht­lin­ge trotz des Ver­bots nach Lam­pe­du­sa brin­gen wer­de. „Ich habe kei­ne ande­re Wahl, denn die Migran­ten an Bord sind am Ende ihrer Kräf­te“, sag­te sie. Auch sie sel­ber ist von der War­te­rei auf See gezeich­net und sagt, dass sie in der Nacht kaum noch schla­fen kön­ne. Racke­te weiß, dass sie bei der Miss­ach­tung von Sal­vi­nis Wei­sung in Ita­li­en nicht nur eine hohe Buße und die Beschlag­nah­mung ihres Schiffs, son­dern auch eine Ankla­ge wegen Bei­hil­fe zur ille­ga­len Immi­gra­ti­on und wegen Bil­dung einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung ris­kiert. Im Fal­le einer Ver­ur­tei­lung droht ihr eine lang­jäh­ri­ge Gefäng­nis­stra­fe…” Arti­kel von Domi­nik Straub vom 25.6.2019 beim Tages­spie­gel online externer Link
    • Hilf Caro Men­schen­rech­te zu ver­tei­di­gen und spen­de an den Sea­Watch-Rechts­hil­fe­fond: DE93 4306 0967 1239 3243 00
  • Sal­vi­ni sperrt See­not­ret­ter und Migran­ten aus Anle­ge­ver­bot in Ita­li­en soll auch für „Sea Watch 3“ und die 53 Geret­te­ten gel­ten /​Peti­ti­on: Sofor­ti­ge Auf­nah­me von Sea-Watch geret­te­ten Geflüch­te­ten durch Rot­ten­burg, Kiel, Ber­lin! 
    Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter will ver­hin­dern, dass vor Lam­pe­du­sa war­ten­de Migran­ten an Land gehen. Für zehn von ihnen macht er offen­bar eine Aus­nah­me. Erst am ver­gan­ge­nen Diens­tag hat eine Grup­pe von 97 Migran­ten, die zuvor im Mit­tel­meer geret­tet wor­den waren, Mal­ta erreicht. Die Mit­tel­meer­in­sel ist zum Brenn­punkt der EU-Flücht­lings­po­li­tik gewor­den, seit die ita­lie­ni­sche Regie­rung vor einem Jahr die Häfen für pri­va­te See­not­ret­ter sper­ren ließ. Am Frei­tag fand nun ein Gip­fel von sie­ben süd­eu­ro­päi­schen EU-Län­dern auf Mal­ta statt, und dabei wur­de vor allem eines deut­lich: Das har­te Vor­ge­hen des ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­ters Matteo Sal­vi­ni in den Flücht­lings­po­li­tik spal­tet auch die infor­mel­le Grup­pe der „Med 7“, der Frank­reich, Ita­li­en, Por­tu­gal, Spa­ni­en, Mal­ta, Zypern und Grie­chen­land ange­hö­ren. Wäh­rend Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nu­el Macron, der ita­lie­ni­sche Pre­mier­mi­nis­ter Giu­sep­pe Con­te und die übri­gen Gip­fel­teil­neh­mer ihre Dif­fe­ren­zen mit all­ge­mei­nen Erklä­run­gen über den Schutz der EU-Außen­gren­zen zu über­de­cken such­ten, hat die EU ange­sichts der aktu­el­len Lage eines Schiffs der deut­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on „Sea Watch“ ganz kon­kre­ten Hand­lungs­be­darf. Die „Sea Watch 3“ liegt 15 Kilo­me­ter vor der ita­lie­ni­schen Insel Lam­pe­du­sa in inter­na­tio­na­len Gewäs­sern. Nach dem Wil­len von Sal­vi­ni soll das Anle­ge­ver­bot für See­not­ret­ter auch für das Schiff gel­ten, das am Mitt­woch 53 Migran­ten vor der liby­schen Küs­te gebor­gen hat­te. Am Nach­mit­tag teil­te das ita­lie­ni­sche Innen­mi­nis­te­ri­um jedoch mit, dass zehn der geret­te­ten Migran­ten in Ita­li­en an Land gehen könn­ten. Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni habe eine ent­spre­chen­de Erlaub­nis gege­ben. Es han­de­le sich unter ande­rem um drei Min­der­jäh­ri­ge, zwei Schwan­ge­re und zwei kran­ke Män­ner. Die „Sea Watch 3“ darf jedoch wei­ter­hin kei­nen ita­lie­ni­schen Hafen anlau­fen…” Arti­kel von Albrecht Mei­er vom 15.06.2019 beim Tages­spie­gel online externer Link, sie­he zuvor/​dazu:
    • Sea-Watch for­dert Anlan­dung der 43 geret­te­ten Per­so­nen bis zum mor­gi­gen Welt­flücht­lings­tag 
      Da ihnen bereits seit 7 Tagen ein siche­rer Hafen ver­wei­gert wird, befin­den sich die 43 von der Sea-Watch 3 geret­te­ten Per­so­nen immer noch an Bord des Schif­fes. Sea-Watch ruft daher euro­päi­sche Entscheidungsträger*innen auf, eine Anlan­dung umge­hend zu ermög­li­chen. Die­se unhalt­ba­re Situa­ti­on darf sich am Welt­flücht­lings­tag nicht fort­set­zen. Die Lösung wäre da, mehr als 60 Städ­te haben die Bereit­schaft erklärt Men­schen auf­zu­neh­men…” Sea-Watch-Pres­se­mit­tei­lung vom 19.6.2019 externer Link
    • Peti­ti­on: Sofor­ti­ge Auf­nah­me von Sea-Watch geret­te­ten Geflüch­te­ten durch Rot­ten­burg, Kiel, Ber­lin!
      Vor zwei Tagen hat die Sea-Watch als letz­tes frei­es zivi­les See­not­ret­tungs­schiff 53 Geflüch­te­te aus aku­ter See­not geret­tet. Schon wie­der darf das Schiff, mit Kin­dern und einer schwan­ge­ren Frau an Bord, kei­nen Siche­ren Hafen anfah­ren. Das Innen­mi­nis­te­ri­um schweigt wei­ter und kommt sei­ner Pflicht, die Men­schen­rech­te zu schüt­zen, nicht nach. Im Gegen­teil hier­zu haben sich bis heu­te 60 Kom­mu­nen bereit erklärt, aus See­not geret­te­te Geflüch­te­te zusätz­lich auf­zu­neh­men und in ihren Kom­mu­nen will­kom­men zu hei­ßen. (…) Nur das Innen­mi­nis­te­ri­um muss die­ser Auf­nah­me zustim­men. Wir for­dern das Innen­mi­nis­te­ri­um dazu auf, geben Sie Ihr Ja und las­sen Sie die Men­schen sofort in Rot­ten­burg, Kiel und Ber­lin ankom­men!Peti­ti­on bei chan​ge​.org externer Link – sie­he zum Hin­ter­grund
    • Kein Zugang zum siche­ren Hafen. Regie­ren­der Bür­ger­meis­ter von Rot­ten­burg kri­ti­siert Blo­cka­de­hal­tung der Bun­des­re­gie­rung bei der Auf­nah­me von aus See­not geret­te­ten Flücht­lin­gen.
      “Die Städ­te Ber­lin und Rot­ten­burg machen es vor: Auf dem See­brü­cke-Kon­gress in Ber­lin haben am Don­ners­tag und Frei­tag rund 150 Vertreter*innen aus Poli­tik, Ver­wal­tung und Zivil­ge­sell­schaft neue Wege für die Umset­zung der kom­mu­na­len Auf­nah­me von aus See­not geret­te­ten Men­schen dis­ku­tiert. Den Wor­ten der rund 60 Städ­te, die sich mitt­ler­wei­le zu siche­ren Häfen erklärt haben, sol­len nun Taten fol­gen, waren sich die Teilnehmer*innen einig. Der Ober­bür­ger­meis­ter des baden-würt­tem­ber­gi­schen Rot­ten­burg hat sich daher am Frei­tag bereit­erklärt, die Geflüch­te­ten, die am Mitt­woch von der Sea-Watch 3 aus See­not geret­tet wur­den, auf­zu­neh­men. »Ich sehe es als huma­ni­tä­re Pflicht, den 53 Men­schen in Rot­ten­burg einen Siche­ren Hafen zu geben«, sag­te Neher (CDU). (…) Die Spre­che­rin der See­brü­cke-Bewe­gung, Mau­ra Magni, bezeich­net die Bereit­schaft zur Auf­nah­me der Men­schen als »rich­ti­gen Schritt«: »Siche­re Häfen sind kein Lip­pen­be­kennt­nis. Vie­le wei­te­re Städ­te soll­ten nach die­sem Bei­spiel poli­ti­sche Taten fol­gen las­sen«, so Magni. Kurz zuvor hat­te sich auf dem Kon­gress das Bünd­nis »Städ­te Siche­rer Häfen« gegrün­det. Zwölf Städ­te, dar­un­ter Rot­ten­burg und Ber­lin, bekräf­tig­ten ihre Bereit­schaft zur zusätz­li­chen Auf­nah­me von Geflüch­te­ten aus dem Mit­tel­meer. (…) »Die Bun­des­re­gie­rung spitzt mit ihrer Migra­ti­ons­po­li­tik die huma­ni­tä­re Kri­se auf dem Mit­tel­meer zu«, meint See­brü­cke-Spre­che­rin Magni. Immer mehr Städ­te näh­men das jedoch nicht mehr hin. Magni hofft, dass durch das Städ­te­bünd­nis der Druck auf die Bun­des­re­gie­rung steigt: »Jetzt darf sich auch das BMI nicht län­ger quer stel­len«, for­dert sie…” Bericht von Marie Frank bei neu­es Deutsch­land vom 14. Juni 2019 externer Linkund unser Dos­sier: Städ­te der Zuflucht: Mit geöff­ne­ten Armen – Immer mehr kom­mu­na­le Regie­run­gen begeh­ren gegen die euro­päi­sche Abschot­tungs­po­li­tik auf
    • Twit­ter-Mel­dung von Sea-Watch vom 15.6.19: 10 geret­te­te Men­schen der #SeaWatch3 wur­den gera­de aus medi­zi­ni­schen Grün­den von den ita­lie­ni­schen Behör­den über­nom­men. 43 blei­ben an Bord, dar­un­ter 3 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge, der Jüngs­te erst 12. 43 Men­schen mit unver­äu­ßer­li­chen Rech­ten, dem Recht auf einen siche­ren Hafen!
    • Twit­ter-Mel­dung von Sea-Watch vom 15.6.19: Auf der #SeaWatch3 war­ten wir bereits 3 Tage auf einen siche­ren Hafen, wäh­rend der nächs­te nur weni­ge Mei­len ent­fernt ist. Nun kün­digt das MRCC Rom eine Gesund­heits­kon­trol­le an Bord an. Wir kön­nen da aus­hel­fen: Alle brau­chen Schutz. Alle brau­chen fes­ten Boden unter den Füßen.
    • Twit­ter-Mel­dung von Sea-Watch vom 14.6.19: Die #SeaWatch3 war­tet nach wie vor auf einen siche­ren Hafen! Unter­stützt unse­re Freund*innen von @_Seebruecke_ in ihrer Peti­ti­on, um eine Auf­nah­me der 53 Geret­te­ten in #Deutsch­land zu errei­chen
    • Twit­ter-Mel­dung von Sea-Watch vom 12.6.19: Die Crew der #Sea­Watch 3 hat soeben 52 Men­schen aus See­not geret­tet, etwa 47 Mei­len vor Zawi­ya, #Liby­en. Das Boot wur­de heu­te Mor­gen vom @PVolontaires-Flugzeug Coli­bri ent­deckt. Wir wer­den nicht auf­hö­ren, Men­schen­le­ben auf See zu ver­tei­di­gen
  • Hohe Geld­stra­fen für See­not­ret­tung: Der Tod wird in Kauf genom­men 
    Von der einst lin­ken Hoch­burg Ita­li­en ist nicht mehr viel übrig. Hier gibt die rech­te Lega den Ton an und setzt – beflü­gelt vom Sieg bei der EU-Wahl – wei­te­re Ver­schär­fun­gen in der Flücht­lings­po­li­tik durch. Nun hat die Regie­rung in Rom beschlos­sen, dass Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, die Migran­ten im Mit­tel­meer ret­ten, hohe Geld­stra­fen zah­len müs­sen, wenn sie ita­lie­ni­sche Hoheits­ge­wäs­ser ohne Geneh­mi­gung errei­chen. Die Fol­gen sind abseh­bar. Weil Ita­li­en die See­not­ret­tung behin­dert, wer­den immer mehr Men­schen auf der Über­fahrt von Nord­afri­ka nach Euro­pa ertrin­ken. Die Lega und ihre Koali­ti­ons­part­ner, die Fünf Ster­ne, neh­men dies in Kauf. Auch die Bun­des­re­gie­rung befür­wor­tet ins­ge­heim, dass Ita­li­en an den EU-Außen­gren­zen Tür­ste­her spielt. Eine ande­re Flücht­lings­po­li­tik kann es nur geben, wenn die ita­lie­ni­sche Lin­ke ihre Kri­se über­win­det…” Arti­kel von Aert van Riel vom 12.06.2019 beim ND online externer Link – sie­he auch:
    • Hilfs­schif­fe im Mit­tel­meer: Ita­li­en geht gegen Flücht­lings­hel­fer vor
      “… Ita­li­ens rechts­po­pu­lis­ti­sche Regie­rung ver­schärft ihre Gang­art gegen Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, die Flücht­lin­ge aus dem Mit­tel­meer ret­ten. Kapi­tä­nen, Eig­nern und Betrei­bern von Schif­fen, die “ohne Geneh­mi­gung in ita­lie­ni­sche Hoheits­ge­wäs­ser ein­drin­gen”, dro­hen künf­tig bis zu 50.000 Euro Geld­stra­fe, wie Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni nach einer Kabi­netts­sit­zung in Rom sag­te. Die Ret­tungs­schif­fe wer­den in dem vom Kabi­nett ver­ab­schie­de­ten Erlass zwar nicht aus­drück­lich erwähnt, sie wären von der Rege­lung aber betrof­fen. Schif­fe, die wie­der­holt gegen den Erlass ver­sto­ßen, wür­den beschlag­nahmt, sag­te Sal­vi­ni. Das Vor­ha­ben muss noch vom Par­la­ment ver­ab­schie­det wer­den, in dem die Koali­ti­on aus Sal­vi­nis frem­den­feind­li­cher Lega und der Fünf-Ster­ne-Bewe­gung die Mehr­heit stellt. (…) Der Erlass sieht auch här­te­re Stra­fen für Angrif­fe auf Poli­zis­ten vor. Wer Base­ball­schlä­ger, Stö­cke oder Feu­er­werks­kör­per gegen die Beam­ten ein­setzt, muss dem­nach mit bis zu vier Jah­ren Haft rech­nen. Demons­tran­ten, die ihr Gesicht ver­mum­men, um nicht iden­ti­fi­ziert zu wer­den, kön­nen zu einer Frei­heits­stra­fe von bis zu drei Jah­ren und einer Geld­stra­fe von bis zu 6000 Euro ver­ur­teilt wer­den…” Mel­dung vom 12. Juni 2019 bei tages​schau​.de externer Link
  • Iuven­ta: »Uns dro­hen 20 Jah­re Knast« 
    Wer in Ita­li­en »Bei­hil­fe zur ille­ga­len Ein­wan­de­rung« leis­tet, wird hart bestraft. Auch See­not­ret­ter sol­len kri­mi­na­li­siert wer­den. Hen­drik Simon ist einer davon. (…) Es ist natür­lich ein mul­mi­ges Gefühl zu wis­sen, dass im schlimms­ten Fall 20 Jah­re Knast dro­hen – für etwas, das eigent­lich nicht bestraft wer­den soll­te, etwas, das selbst­ver­ständ­lich sein soll­te, näm­lich Men­schen aus Lebens­ge­fahr zu ret­ten. Des­halb macht es mich eher wütend, weil Schif­fe nicht mehr raus­fah­ren kön­nen und wir dar­an gehin­dert wer­den, Men­schen zu ret­ten…” Inter­view von Johan­na Treb­lin vom 01.06.2019 beim ND online externer Link (im Abo)
  • Abge­scho­be­ne Flücht­lin­ge: Aus Deutsch­land in die Obdach­lo­sig­keit 
    “… In kein ande­res EU-Land hat Deutsch­land im ver­gan­ge­nen Jahr so vie­le Flücht­lin­ge zurück­ge­führt wie nach Ita­li­en. Doch dort lan­den vie­le von ihnen auf der Stra­ße, ohne einen Anspruch auf Unter­kunft, Ver­pfle­gung oder medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Das erga­ben Recher­chen des ARD-Maga­zins mög­lich macht das ein ita­lie­ni­sches Gesetz: Schon wenn ein Asyl­be­wer­ber eine Sam­mel­un­ter­kunft für kur­ze Zeit und ohne Anga­be von Grün­den ver­lässt, kann ihm das Recht auf Unter­brin­gung ent­zo­gen wer­den. (…) Min­des­tens 40.000 Flücht­lin­ge haben des­halb allein in den Jah­ren 2016 und 2017 ihren Anspruch auf eine Unter­kunft ver­lo­ren. Dies ergibt sich aus Aus­künf­ten etwa der Hälf­te aller ita­lie­ni­schen Prä­fek­tu­ren gegen­über der ita­lie­ni­schen Zeit­schrift “Alt­re­co­no­mia”. (…) Nach Moni­tor-Recher­chen in ver­schie­de­nen ita­lie­ni­schen Städ­ten dau­ert die­se Pra­xis bis heu­te an und betrifft auch zahl­rei­che “Dub­lin-Rück­keh­rer” aus Deutsch­land. (…) Die Ver­wei­ge­rung einer Unter­kunft ver­sto­ße ein­deu­tig gegen euro­päi­sches Recht, wonach Flücht­lin­gen min­des­tens Unter­kunft, Ver­pfle­gung und eine medi­zi­ni­sche Grund­ver­sor­gung gewährt wer­den müs­se, sagt der Euro­pa­recht­ler Tho­mas Gie­ge­rich von der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des. Die Bun­des­re­gie­rung müs­se die Rück­füh­rung von Flücht­lin­gen nach Ita­li­en daher sofort stop­pen: “Wenn wir eine Geset­zes­la­ge haben in Ita­li­en, die dazu führt, dass Hun­der­te oder Tau­sen­de Asyl­be­wer­ber in die Obdach­lo­sig­keit, ins Men­schen­wür­de-wid­ri­ge Exis­tie­ren geschickt wer­den, dann darf Deutsch­land sol­che Per­so­nen nicht mehr nach Ita­li­en rück­füh­ren, bis die Lage in Ita­li­en sich ändert.” (…) Im Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um wird aktu­ell “kei­ne Not­wen­dig­keit gese­hen, von der Ent­schei­dungs­pra­xis des BAMF abzu­wei­chen”, heißt es auf Anfra­ge. Es gel­te der “Grund­satz des gegen­sei­ti­gen Ver­trau­ens zwi­schen den Mit­glied­staa­ten der EU”…” Bericht vom 23. Mai 2019 bei tages​schau​.de externer Link zum Moni­tor-Bei­trag vom 23. Mai 2019 in der ARD-Media­thek externer Link
  • Schwei­ze­ri­sche Flücht­lings­hil­fe SFH: Aktu­el­le Situa­ti­on für Asyl­su­chen­de in Ita­li­en 
    “… Gestützt auf Berich­te von NGOs, Aus­künf­te von Kon­takt­per­so­nen in Ita­li­en, inter­na­tio­na­le Medi­en und eige­ne Beob­ach­tun­gen (inkl. Doku­men­ta­ti­on der Situa­ti­on von über­stell­ten Per­so­nen) geht die SFH von einer zuneh­men­den Ver­schlech­te­rung der Situa­ti­on von Asyl­su­chen­den und Per­so­nen mit Schutz­sta­tus in Ita­li­en aus. Ver­letz­li­che Asyl­su­chen­de – inkl. Per­so­nen, die unter der Dub­lin-III-VO nach Ita­li­en über­stellt wer­den – wer­den in «nor­ma­len» Auf­nah­me­zen­tren unter­ge­bracht. Die Auf­nah­me­zen­tren­der ers­ten Stu­fe (für Asyl­su­chen­de) haben infol­ge der neu­en Vor­schrif­ten für das öffent­li­che Auf­trags­we­sen mit erheb­li­chen Bud­get­kür­zun­gen zu kämp­fen. Die­se Kür­zun­gen füh­ren zu einer enor­men Ver­rin­ge­rung des Per­so­nal­be­stands und der Betreu­ung der Asyl­su­chen­den. Der Man­gel an medi­zi­ni­schem und psy­cho­lo­gi­schem (Fach-)Personal erlaubt weder die Iden­ti­fi­zie­rung vul­nerabler Per­so­nen noch deren ange­mes­se­ne Betreu­ung und Behand­lung. Der Zugang zu adäqua­ter medi­zi­ni­scher und psy­cho­lo­gi­scher Ver­sor­gung gemäss den recht­li­chen Vor­ga­ben ist in Ita­li­en nicht sicher­ge­stellt. Ins­be­son­de­re ver­letz­li­che Asyl­su­chen­de soll­ten des­halb aus Sicht der SFH nicht nach Ita­li­en über­stellt wer­den, da die Auf­nah­me­be­din­gun­gen nicht den recht­lich vor­ge­ge­be­nen Min­dest­stan­dards ent­spre­chen. Das Sal­vi­ni-Gesetz, das am 5. Okto­ber 2018 vor­über­ge­hend als Dekre­tin Kraft getre­ten und am 1. Dezem­ber 2018 in der ita­lie­ni­schen Gesetz­ge­bung auf­ge­nom­men wur­de, macht es den ita­lie­ni­schen Behör­den unmög­lich, Garan­tien bezüg­lich den Auf­nah­me­be­din­gun­gen für dieim Rah­men der Dub­lin-Ver­ord­nungzu über­stel­len­den Asyl­su­chen­den abzu­ge­ben. Ohne den Erhal­t­ent­spre­chen­der­Ga­ran­tien ist die Über­stel­lung von Fami­li­en nach Ita­li­en nicht recht­mäs­sig.” Fazit der SFH-Ana­ly­se von Mar­ga­ri­te Zoe­te­weij und Adria­na Romer vom 8. Mai 2019 externer Link
  • Flücht­lin­ge auf Lam­pe­du­sa an Land gegan­gen /​Sal­vi­ni empört und will Not­ver­ord­nung mit Stra­fen /​»Sea-Watch 3« beschlag­nahmt 
    Vier Tage nach der Ret­tung von 65 Boots­flücht­lin­gen durch die deut­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch haben die ita­lie­ni­schen Behör­den deren Hilfs­schiff beschlag­nahmt und die Migran­ten an Land gebracht. Die ita­lie­ni­sche Finanz­po­li­zei setz­te die »Sea-Watch 3« am Sonn­tag in ita­lie­ni­schen Gewäs­sern fest. Die ver­blie­be­nen 47 Migran­ten an Bord wur­den am Abend in Motor­boo­ten auf die Insel Lam­pe­du­sa gebracht. Der rechts­ra­di­ka­le Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni reagier­te empört. Die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on erklär­te: »Die Häfen sind offen! Die ita­lie­ni­schen Behör­den haben die Anlan­dung unse­rer ver­blie­be­nen Gäs­te erlaubt«, schrieb Sea-Watch am Sonn­tag­abend auf Twit­ter. »Wir sind froh, dass die Ver­fas­sung in Ita­li­en mehr Macht hat, als ein Minis­ter, der laut UN das Recht bricht. Unser Dank gilt der ita­lie­ni­schen Bevöl­ke­rung«. Zur Beschlag­nah­me ihres Schif­fes mach­te Sea Watch kei­ne Anga­ben. (…) Sal­vi­ni prä­sen­tiert sich hier als Ver­tei­di­ger Ita­li­ens gegen ille­ga­le Ein­wan­de­rung. Er plant der­zeit dazu eine Not­ver­ord­nung, die dem Kabi­nett womög­lich bereits am Mon­tag zur Abstim­mung vor­ge­legt wird. Die­se sieht vor, dass der Innen­mi­nis­ter die Befug­nis erhält, Schif­fen die Ein­fahrt in ita­lie­ni­sche Gewäs­ser aus Grün­den der öffent­li­chen Ord­nung zu unter­sa­gen. Geplant ist über­dies, dass Hilfs­schif­fe für jeden Migran­ten, den sie ohne Erlaub­nis nach Ita­li­en brin­gen, 3500 bis 5500 Euro Stra­fe zah­len müs­sen. Das UN-Hoch­kom­mis­sa­ri­at für Men­schen­rech­te rief Ita­li­en in einem Brief an das Außen­mi­nis­te­ri­um in Rom dazu auf, die­se Not­ver­ord­nung nicht zu beschlie­ßen…” Bei­trag vom 20.05.2019 beim ND online externer Link
    • Beschlag­nahmt und der der Begüns­ti­gung ille­ga­ler Ein­wan­de­rung beschul­digt – Sea-Watch-Crew: „Wir haben kein Gesetz gebro­chen“ 
      “… Nach einem Ret­tungs­ein­satz im Mit­tel­meer mit 65 Über­le­ben­den muss sich erneut ein Kapi­tän vor den Behör­den ver­ant­wor­ten. Nach der Beschlag­nah­mung des Schiffs „Sea-Watch 3“ hat die Staats­an­walt­schaft im ita­lie­ni­schen Agri­gent am Mon­tag wegen des Ver­dachts der Begüns­ti­gung ille­ga­ler Ein­wan­de­rung Ermitt­lun­gen gegen Kapi­tän Arturo Cen­to­re auf­ge­nom­men, wie ört­li­che Medi­en berich­te­ten. Die Orga­ni­sa­ti­on „Sea-Watch“ mit Sitz in Ber­lin beton­te unter­des­sen: „Wir haben kein Gesetz gebro­chen.“ Viel­mehr habe sich die Orga­ni­sa­ti­on erneut für das See­recht und die Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on ein­ge­setzt, erklär­te der Mis­si­ons­lei­ter des Schif­fes, Phil­ipp Hahn. (…) Die Bun­des­re­gie­rung woll­te den kon­kre­ten Fall nicht kom­men­tie­ren. Ein Spre­cher des Aus­wär­ti­gen Amts sag­te, man sei bereit, sich bei der Ver­tei­lung der Geret­te­ten soli­da­risch zu betei­li­gen. Gemein­sam mit einem Spre­cher des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums ver­wies er zudem auf die Bemü­hun­gen, auf euro­päi­scher Ebe­ne zu einer Lösung für die unter Druck gera­te­ne See­not­ret­tung und Ver­tei­lung der Migran­ten zu kom­men. Der Spre­cher des Innen­mi­nis­te­ri­ums beton­te zudem, eine pau­scha­le Kri­mi­na­li­sie­rung pri­va­ter See­not­ret­ter leh­ne man ab. Ähn­lich äußer­te sich die stell­ver­tre­ten­de Regie­rungs­spre­che­rin Mar­ti­na Fietz. Auf See habe jeder das Recht und die Pflicht, Men­schen aus Not zu ret­ten, sag­te sie. Das Enga­ge­ment der Ret­ter ver­die­ne Respekt. Gleich­zei­tig rufe die Bun­des­re­gie­rung aber dazu auf, sich selbst nicht in Gefahr zu brin­gen, gel­ten­des Recht zu ach­ten und See­not­ret­tung nicht als Instru­ment der Steue­rung von Migra­ti­on zu betrach­ten.” Bei­trag vom 21.5.2019 beim Miga­zin externer Link
  • Sea-Watch ret­tet 65 Men­schen aus See­not vor liby­scher Küs­te. Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni ver­kün­det: »Unse­re Häfen sind und blei­ben geschlos­sen« 
    “Die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch hat nach eige­nen Anga­ben 65 Men­schen von einem Schlauch­boot vor der Küs­te Liby­ens geret­tet. Unter ihnen sei­en elf Frau­en, eine Per­son mit Behin­de­rung, zwei Babys, fünf Kin­der und acht unbe­glei­te­te Jugend­li­che, teil­te die Orga­ni­sa­ti­on am Mitt­woch mit. Das in See­not gera­te­ne Boot sei zuvor rund 30 See­mei­len vor der liby­schen Küs­te von einem zivi­len Auf­klä­rungs­flug­zeug ent­deckt wor­den. Vie­le der geret­te­ten Men­schen hät­ten unter Erschöp­fung, Dehy­drie­rung und See­krank­heit gelit­ten, erklär­te Sea-Watch. Die Behör­den in Mal­ta, Ita­li­en und Liby­en wur­den dem­nach über die Ret­tung infor­miert. Auch die Nie­der­lan­de, unter deren Flag­ge das Ret­tungs­schiff »Sea-Watch 3« fährt, sei­en infor­miert wor­den. Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni von der rechts­ra­di­ka­len Lega reagier­te umge­hend. Er warn­te das zivi­le Ret­tungs­schiff davor, sich ita­lie­ni­schem Hoheits­ge­wäs­ser zu nähern. »Unse­re Häfen sind und blei­ben geschlos­sen«, bekräf­tig­te er. Sal­vi­ni ver­bie­tet seit sei­nem Amts­an­tritt vor einem Jahr pri­va­ten Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, mit ihren Schif­fen in Ita­li­en anzu­le­gen. (…) Die EU hat die Ret­tung von Geflüch­te­ten im Mit­tel­meer vor­erst ein­ge­stellt. Auch die meis­ten Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen kön­nen ihre Ret­tungs­mis­sio­nen wegen poli­tisch gewoll­ter Hür­den nicht mehr auf­recht erhal­ten…” Mel­dung von und bei neu­es Deutsch­land vom 16. Mai 2019 externer Link, beach­te aktu­el­le Mel­dun­gen bei Sea-Watch externer Link
  • Sal­vi­ni lässt Flücht­lin­ge wie­der nicht an Land: Ras­sis­ti­scher Innen­mi­nis­ter erbost über Ret­tung von Flücht­lin­gen vor liby­scher Küs­te /​Auch pri­va­tes Schiff darf nicht anle­gen 
    “… Der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che droht nach der Ret­tung von 36 Migran­ten vor der liby­schen Küs­te erneut Streit mit Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni. Noch vor der Mit­tei­lung der Küs­ten­wa­che, die Flücht­lin­ge vor dem dro­hen­den Unter­gang ihres Boots geret­tet zu haben, kün­dig­te der Chef der ras­sis­ti­schen Lega an, dass er die Men­schen auf kei­nen Fall ins Land las­sen wer­de. Es gebe kei­nen Hafen, den das Patrouil­len­schiff »Ciga­la Ful­gosi« anlau­fen kön­ne, sag­te Sal­vi­ni bei einem Wahl­kampf­auf­tritt für die EU-Par­la­ments­wahl. »Ich bin Minis­ter, um die Gren­zen zu ver­tei­di­gen, Schmugg­ler zu stop­pen, Ille­ga­le aus­zu­wei­sen und die Ita­lie­ner zu schüt­zen«, sag­te Sal­vi­ni. Die Küs­ten­wa­che erklär­te, sie sei unter ande­rem zum Schutz des ita­lie­ni­schen Schiffs »Capri« abge­stellt wor­den, das der liby­schen Küs­ten­wa­che im Hafen von Tri­po­lis logis­ti­sche Unter­stüt­zung gebe. Dabei habe sie rund 140 Kilo­me­ter vor der Küs­te Liby­ens das ken­tern­de Flücht­lings­boot ent­deckt und deren Insas­sen vor dem Ertrin­ken geret­tet, dar­un­ter auch zwei Frau­en und acht Kin­der. Dies sei »in Über­ein­stim­mung mit dem ita­lie­ni­schen und inter­na­tio­na­len Recht« gesche­hen…” Mel­dung von und bei neu­es Deutsch­land vom 10. Mai 2019 externer Link, sie­he dazu auch:
    • Flücht­lin­ge geret­tet – Sal­vi­ni ver­är­gert
      Im Mit­tel­meer sind 66 Men­schen von der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che und einer pri­va­ten Orga­ni­sa­ti­on vor dem Ertrin­ken geret­tet wor­den. Für Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter ist das ein Ärger­nis – er mach­te sei­nem Unmut sofort Luft. Die ita­lie­ni­sche Mari­ne und ein Schiff einer pri­va­ten Ret­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on haben auf dem Mit­tel­meer Dut­zen­de Flücht­lin­ge auf­ge­nom­men. Die Mari­ne ret­te­te nach eige­nen Anga­ben vor der liby­schen Küs­te 36 Men­schen vor dem Ertrin­ken, dar­un­ter zwei Frau­en und acht Kin­der. Das Schiff “Mare Jonio” der ita­lie­ni­schen Orga­ni­sa­ti­on Medi­ter­ra­nea nahm 30 wei­te­re Men­schen auf, dar­un­ter zwei schwan­ge­re Frau­en und vier Min­der­jäh­ri­ge. Der rech­te ita­lie­ni­sche Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni kün­dig­te noch vor der Mit­tei­lung der Küs­ten­wa­che über die Ret­tung an, dass er die Flücht­lin­ge auf kei­nen Fall ins Land las­sen wer­de. (…)Ent­ge­gen der anfäng­li­chen Wei­ge­rung Sal­vi­nis ließ Ita­li­en die Flücht­lin­ge spä­ter aber schließ­lich doch an Land. Die 36 von dem Mari­ne­schiff auf­ge­nom­me­nen Men­schen wur­den nach Sizi­li­en gebracht, nach­dem sich Deutsch­land, Frank­reich, Mal­ta und Luxem­burg dazu bereit erklärt hat­ten, einen Teil der Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men. Die 30 von der Orga­ni­sa­ti­on Medi­ter­ra­nea Geret­te­ten tra­fen auf der Insel Lam­pe­du­sa ein…” Mel­dung vom 10.05.2019 bei tages​schau​.de externer Link
  • Fes­tung Euro­pa: Sal­vi­nis Spi­on
    “Eigent­lich war es Pie­tro Gal­los Job, auf einem See­not­ret­tungs­schiff für Sicher­heit zu sor­gen. Dann mach­te er eine merk­wür­di­ge Beob­ach­tung und infor­mier­te den heu­ti­gen Innen­mi­nis­ter. Nun dro­hen zehn See­not­ret­te­rIn­nen zwan­zig Jah­re Haft. (…) In den frü­hen Mor­gen­stun­den des 2. August, so wird Gal­lo spä­ter erfah­ren, wur­de im Hafen von Lam­pe­du­sa die «Iuven­ta», das See­not­ret­tungs­schiff der deut­schen NGO Jugend ret­tet, von den ita­lie­ni­schen Behör­den fest­ge­setzt. Als Begrün­dung wur­de der Crew eine 551 Sei­ten lan­ge Akte vor­ge­legt, die die Ermitt­le­rIn­nen in Ita­li­en über Mona­te hin­weg erstellt hat­ten. Der Ver­dacht: Bei­hil­fe zur ille­ga­len Migra­ti­on nach Ita­li­en. Ange­führt wer­den in der Akte drei Ver­dachts­mo­men­te, der ers­te datiert vom 10. Sep­tem­ber 2016. Die ver­meint­li­chen Bele­ge: Zeu­gen­aus­sa­gen, Berich­te ver­deck­ter Ermitt­le­rIn­nen, abge­hör­te Tele­fon­ge­sprä­che. Ein Name, der immer wie­der auf­taucht: Pie­tro Gal­lo. Ein­ein­halb Jah­re spä­ter, im Früh­jahr 2019, in einem fens­ter­lo­sen Büro im römi­schen Vier­tel San Gio­van­ni. Pie­tro Gal­lo trägt einen blau­en Pull­over über einem blau karier­ten Hemd, hat die dün­nen grau­en Haa­re nach oben gegelt. Er hat sich zu die­sem Tref­fen bereit erklärt, um sei­nen Feh­ler zu erläu­tern. Einen Feh­ler, in des­sen Anschluss Gal­lo mit dem Tod bedroht wird und Matteo Sal­vi­ni ita­lie­ni­scher Innen­mi­nis­ter ist, wäh­rend kein ein­zi­ges Ret­tungs­boot mehr auf dem Mit­tel­meer kreuzt und zehn ehe­ma­li­gen Mit­glie­dern der «Iuventa»-Crew in Ita­li­en bis zu zwan­zig Jah­re Haft dro­hen. (…) «Ich dach­te, dass Sal­vi­ni sei­ne Mög­lich­kei­ten als EU-Par­la­men­ta­ri­er nutzt, um auf euro­päi­scher Ebe­ne eine huma­ni­tä­re Lösung zu fin­den, damit weni­ger Men­schen ertrin­ken», sagt Gal­lo. «Jetzt bin ich mir sicher: Er wür­de nicht davor zurück­schre­cken, Flücht­lin­ge an die Wand zu stel­len.»… “ Bei­trag von Bar­tho­lo­mä­us von Laf­fert vom 9. Mai 2019 aus der WOZ Nr. 19/​2019 externer Link
  • Ita­li­en beschlag­nahmt Hilfs­schiff “Mare Jonio” /​49 Migran­ten an Bord gin­gen an Land in Lam­pe­du­sa 
    Nach der Ret­tung von 49 Migran­ten im Mit­tel­meer muss das Ret­tungs­schiff vor­erst im Hafen blei­ben. Offen­bar ermit­telt die ita­lie­ni­sche Staats­an­walt­schaft wegen Begüns­ti­gung ille­ga­ler Migra­ti­on. Ita­lie­ni­sche Behör­den haben das Schiff “Mare Jonio” beschlag­nahmt. Das Ret­tungs­schiff wur­de in den Hafen von Lam­pe­du­sa eskor­tiert, wo 49 zuvor geret­te­te Migran­ten an Land gehen soll­ten. Die Staats­an­walt­schaft von Agri­gent auf Sizi­li­en ermit­te­le gegen unbe­kannt wegen Begüns­ti­gung ille­ga­ler Migra­ti­on, berich­te­te die Nach­rich­ten­agen­tur Ansa. Im Innen­mi­nis­te­ri­um wur­den ers­te Befra­gun­gen der Besat­zung noch an die­sem Abend für mög­lich gehal­ten…” Mel­dung vom 19.03.2019 beim Spie­gel online externer Link
    • Lek­ti­on „Mare Jonio“: Gute Vor­be­rei­tung, kla­rer Kurs, Lob der Ent­schlos­sen­heit 
      Wie ist zu erklä­ren, dass es dem NGO-Schiff „Mare Jonio“ gelang, nicht nur die Ret­tung durch­zu­füh­ren, ange­sichts der auf­tau­chen­den soge­nann­ten liby­schen Küs­ten­wa­che, der blo­ckie­ren­den Guar­dia di Finan­za (GdF) und dem wüten­den Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni („Ver­haf­tet sie!“), son­dern auch die Geret­te­ten an Land zu brin­gen und einer sofor­ti­gen Ver­haf­tung zu ent­ge­hen? Der Kapi­tän wur­de nach Ver­hör bis heu­te Nacht um zwei Uhr in der Kaser­ne der GdF, in Beglei­tung des Schiffs­eig­ners und des Par­la­men­ta­ri­ers Eras­mo Plaz­zot­to, ent­las­sen und ein Ver­fah­ren wur­de nicht ein­ge­lei­tet. War­um wur­de das NGO-Schiff zunächst „nur“ für 48 Stun­den beschlag­nahmt? Eine Ant­wort für den Erfolg fin­det sich in der Klar­heit und Ent­schlos­sen­heit der Besat­zung der „Mare Jonio“ und ihrer poli­ti­schen Grup­pen. (…) Sodann nahm die „Mare Jonio“ das Soli­dar­bünd­nis zu den Bür­ger­meis­tern der von die­sen dekla­rier­ten offe­nen Häfen und zu den Parlamentarier*innen beim Wort und ließ sich nicht auf die Pole­mik und Per­so­na­li­sie­rung des Innen­mi­nis­ters Sal­vi­ni ein. Durch die­se Klar­heit und Ent­schlos­sen­heit ent­stand in Win­des­ei­le eine lan­des­wei­te Kon­fron­ta­ti­on gegen­über Sal­vi­nis flücht­lings­feind­li­chem Kurs. (…) War­ten wir den heu­ti­gen Tag ab. Wird das Soli­dar­bünd­nis hal­ten? Wird die Kri­mi­na­li­sie­rung des Kapi­täns der „Mare Jonio“ end­gül­tig abge­wen­det? Wird es eine posi­ti­ve Wen­de in der See­not­ret­tung im zen­tra­len Mit­tel­meer geben?Bei­trag vom 20. März 2019 von und bei FFM-ONLINE externer Link – For­schungs­ge­sell­schaft Flucht & Migra­ti­on e.V., sie­he dort auch „Mare Jonio“: Kapi­tän sieht dem Ermitt­lungs­ver­fah­ren gelas­sen ent­ge­gen externer Link und wei­te­re aktu­el­le Berich­te
    • Sal­vi­ni lässt Schiff mit geret­te­ten Flücht­lin­gen nicht anle­gen. Schiff mit 49 Flücht­lin­gen an Bord steu­ert auf Lam­pe­du­sa zu /​»Mare Jonio« der­zeit das ein­zi­ge pri­va­te Hilfs­schiff im zen­tra­len Mit­tel­meer 
      Nach der Ret­tung von 49 Flücht­lin­gen vor der liby­schen Küs­te durch ein ita­lie­ni­sches Hilfs­schiff hat Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni der For­de­rung nach einem Anle­gen in einem ita­lie­ni­schen Hafen eine Absa­ge erteilt. »Die Häfen wur­den und blei­ben geschlos­sen«, schrieb Sal­vi­ni am Mon­tag­abend im Kurz­bot­schaf­ten­dienst Twit­ter. Das ita­lie­ni­sche Hilfs­schiff »Mare Jonio« hat­te die Schutz­su­chen­den zuvor vor der liby­schen Küs­te geret­tet, wäh­rend die liby­sche Küs­ten­wa­che prä­sent war. Das Hilfs­bünd­nis Medi­ter­ra­nea teil­te mit, das Schlauch­boot mit den Flücht­lin­gen an Bord sei rund 40 See­mei­len vor Liby­en in See­not gera­ten und gesun­ken. Unter den Geret­te­ten sei­en zwölf Min­der­jäh­ri­ge. Die Men­schen sei­en bereits zwei Tage im Mit­tel­meer unter­wegs gewe­sen und »erschöpft und dehy­driert«. Die Orga­ni­sa­ti­on bat Ita­li­en dar­um, einen Hafen zum Anle­gen zu nen­nen. Die »Mare Jonio«, die unter ita­lie­ni­scher Flag­ge fährt, steu­ert dem­nach auf die ita­lie­ni­sche Insel Lam­pe­du­sa zu. Der dor­ti­ge Hafen sei »der sichers­te«. Die »Mare Jonio« ist der­zeit das ein­zi­ge zivi­le Hilfs­schiff im zen­tra­len Mit­tel­meer…” Agen­tur­mel­dung vom 19.03.2019 beim ND online externer Link
  • Flücht­lings­la­ger abge­ris­sen. Ita­li­en: Zukünf­ti­ge Unter­brin­gung hun­der­ter Bewoh­ner unklar 
    Die ita­lie­ni­sche Regie­rung hat am Mitt­woch ein impro­vi­sier­tes Flücht­lings­la­ger im Süden des Lan­des abrei­ßen las­sen. Hun­der­te Men­schen muss­ten ihre Behelfs­un­ter­künf­te in San Fer­di­nan­do ver­las­sen, wäh­rend Bull­do­zer unter den Augen von rund 600 Poli­zis­ten das Lager nie­der­ris­sen, wie Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni mit­teil­te. »Wie ver­spro­chen… haben wir Wor­ten Taten fol­gen las­sen«, sag­te der Vor­sit­zen­de der neo­fa­schis­ti­schen Lega-Par­tei. In San Fer­di­nan­do waren im ver­gan­ge­nen Jahr vier Flücht­lin­ge bei Brän­den ums Leben gekom­men. Nach dem Tod des 29jährigen Sene­ga­le­sen Mous­sa Ba hat­te die Regie­rung in Rom ange­kün­digt, das Lager abrei­ßen zu las­sen. Bas Lei­che war nach einem Feu­er in einem Wohn­wa­gen gefun­den wor­den. Das Flücht­lings­la­ger, das am Ran­de der kala­bri­schen Stadt Rosar­no liegt, hat­te zwi­schen­zeit­lich mehr als 1.500 Bewoh­ner. Die meis­ten von ihnen arbei­te­ten ohne Papie­re und unter­be­zahlt in Oli­ven­hai­nen und Oran­gen­plan­ta­gen. Sal­vi­ni hat­te zwar ange­kün­digt, die Men­schen wür­den umge­sie­delt, ita­lie­ni­sche Medi­en zitier­ten dage­gen Lager­be­woh­ner, die noch nicht wuss­ten, wo sie künf­tig leben soll­ten. Vie­le von ihnen hat­ten Angst, von dort nicht mehr zur Arbeit kom­men zu kön­nen. Die ita­lie­ni­sche Orga­ni­sa­ti­on Ärz­te für Men­schen­rech­te (Medu) kri­ti­sier­te die Räu­mung des Lagers als rück­sichts­los. Ohne einen genau­en Plan für die Unter­brin­gung der Men­schen wer­de das Pro­blem in San Fer­di­nan­do aber nicht gelöst. Es ent­stün­den ansons­ten immer neue »Ghet­tos«...” Agen­tur­mel­dung in der jun­gen Welt vom 07.03.2019 externer Link
  • Kein Par­don für Men­schen­ret­ter: Weil er Geflüch­te­te im Mit­tel­meer vor dem Ertrin­ken ret­te­te, wird gegen den Bre­mer Hen­drik Simon in Ita­li­en ermit­telt. Ihm dro­hen 20 Jah­re Haft. 
    “Als er anfing, Men­schen zu ret­ten, mach­te sich Hen­drik Simon kei­ne Gedan­ken dar­über, ob das straf­bar sein könn­te. Zwi­schen Sep­tem­ber 2016 und Mai 2018 ist der Bre­mer auf drei ver­schie­de­nen Schif­fen auf hohe See gefah­ren, um Flüch­ten­de vor dem Ertrin­ken zu ret­ten. Sechs­mal war er im Ein­satz, jeweils zwei bis drei Wochen steu­er­te er das Bei­boot, ver­teil­te Schwimm­wes­ten und küm­mer­te sich um die Com­pu­ter­tech­nik an Bord. Allein die „Iuven­ta“ hat auf die­se Wei­se in einem Jahr mehr als 14.000 Men­schen das Leben geret­tet. (…) Den See­not­ret­tern man­gelt es aber nicht nur an geeig­ne­ten Schif­fen; vor allem raten ihnen ihre Anwäl­te ab: Im Juli 2018 wur­de Simon und neun wei­te­ren Mit­glie­dern der Iuven­ta-Crew mit­ge­teilt, dass mitt­ler­wei­le auch gegen sie per­sön­lich ermit­telt wird. „Bei­hil­fe zur ille­ga­len Ein­rei­se“ heißt der Vor­wurf. Als Wie­der­ho­lungs­tä­ter könn­te Simon sofort in U‑Haft kom­men – also bleibt er lie­ber an Land. „Dass ermit­telt wur­de, weil wir Men­schen gehol­fen haben, war ein Schock“, erin­nert sich Simon. Ein wei­te­rer Schock: Das mög­li­che Straf­maß. In einem beson­ders schwer­wie­gen­dem Fall wie sei­nem ste­hen auf die Bei­hil­fe zur ille­ga­len Ein­rei­se in Ita­li­en bis zu 20 Jah­re Haft. (…) Mit der Höchst­stra­fe muss die Crew wohl kaum rech­nen. Tat­säch­lich wur­den bis­her alle Hel­fer, die wegen ähn­li­cher Ver­ge­hen auf See ange­klagt wur­den, nicht ver­ur­teilt. Schließ­lich geht es bei der Ret­tung aus See­not meist um einen Not­stand. „Selbst wenn man da Geset­ze bre­chen soll­te, wird man eigent­lich frei gespro­chen, weil es eben wich­ti­ger ist, Men­schen­le­ben zu ret­ten“, erklärt Simon. (…) Bei aller Zuver­sicht, dass ein Pro­zess gut aus­ge­hen wür­de – „20 Jah­re Haft“, das bleibt eine schwer­wie­gen­de Dro­hung. Wür­de er, mit die­sem Wis­sen von heu­te, noch ein­mal auf See fah­ren? Lan­ge über­le­gen muss der Infor­ma­ti­ker nicht: „Also ehr­lich gesagt: Dass Men­schen ret­ten straf­bar sein soll, das ist absurd. Und wenn wir in einer Gesell­schaft leben, in der das so ist, dann neh­me ich die­se Stra­fe in Kauf.“ Bei­trag von Lot­ta Drü­gemöl­ler vom 4. März 2019 bei der taz online externer Link
  • Schiff ver­wanzt, Tele­fo­ne abge­hört, Spit­zel auf Schiff und Sea-Watch-Kapi­tä­nin Pia Klemp ange­klagt: »Die Vor­wür­fe sind knüp­pel­hart« 
    Pia Klemp hat mehr als 1000 Men­schen vor dem Ertrin­ken geret­tet. In Ita­li­en wird nun gegen sie wegen Ver­dachts auf Bei­hil­fe zu ille­ga­ler Ein­wan­de­rung ermit­telt. (…) Die Ermitt­lun­gen lau­fen wegen des Ver­dachts auf Bei­hil­fe zu ille­ga­ler Ein­wan­de­rung. In Kür­ze wird es eine Anhö­rung geben, bei der ent­schie­den wird, ob Lap­tops und Han­dys, die im August 2018 von unse­rem Schiff beschlag­nahmt wor­den sind, aus­ge­le­sen wer­den dür­fen. (…) Wir haben durch die ita­lie­ni­sche Pres­se davon erfah­ren. Woher die ihre Infor­ma­tio­nen hat­te, wis­sen wir nicht. Ver­mut­lich haben ita­lie­ni­sche Beam­ten die Daten durch­ge­sto­chen. Beson­ders gru­se­lig dar­an ist, dass voll­stän­di­ge Namen, Geburts­da­ten und Wohn­adres­sen wei­ter­ge­reicht wor­den sind. (…) Im Zuge der Ermitt­lun­gen ist dann her­aus­ge­kom­men, dass Ihr Schiff über meh­re­re Mona­te ver­wanzt wor­den ist. Ja, das war ziem­lich beklem­mend, schließ­lich haben wir auf dem Schiff nicht nur gear­bei­tet, wir haben dort gelebt. Als wir dann erfah­ren haben, dass das Schiff meh­re­re Mona­te ver­wanzt war, dass Tele­fo­ne abge­hört wor­den sind, dass vier ver­schie­de­ne Ermitt­lungs­be­hör­den, dar­un­ter der ita­lie­ni­sche Geheim­dienst, gegen uns gear­bei­tet haben, dass es Spit­zel auf ande­ren Schif­fen gab – das war scho­ckie­rend, mit wel­chem Rie­sen­ap­pa­rat und wel­chem Auf­wand da gegen die See­not­ret­tung vor­ge­gan­gen wor­den ist...” Inter­view von Fabi­an Hil­le­brand vom 02.02.2019 im ND online externer Link – – sie­he zum Hin­ter­grund das Dos­sier: Pro­jekt Sea-Watch: Nicht län­ger taten­los zuse­hen, wie Men­schen im Mit­tel­meer ster­ben
  • Schon wie­der blo­ckiert Ita­li­en ein Flücht­lings­ret­tungs­schiff 
    “… Schon wie­der euro­päi­sches Tau­zie­hen um ein Ret­tungs­boot auf dem Rücken der Flücht­lin­ge: Ita­li­en hat die nie­der­län­di­sche Regie­rung auf­ge­for­dert, eine Lösung für das Schiff »Sea-Watch 3« einer deut­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on zu fin­den. Ein ent­spre­chen­der Brief sei an Den Haag gegan­gen, erklär­te Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni am Frei­tag. Das Boot fährt unter nie­der­län­di­scher Flag­ge und hat­te vor einer Woche 47 Flücht­lin­ge vor Liby­en auf­ge­nom­men. Die nie­der­län­di­sche Regie­rung jedoch wies die Ver­ant­wor­tung zurück. »Es ist Auf­ga­be des Kapi­täns der «Sea-Watch3», in der Nähe einen siche­ren Hafen zu fin­den«, erklär­te das für Asyl­fra­gen zustän­di­ge Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um auf dpa-Anfra­ge in Den Haag. Migran­ten ohne Recht auf Asyl müss­ten an der euro­päi­schen Außen­gren­ze gestoppt oder zurück­ge­schickt wer­den. Ohne eine der­ar­ti­ge struk­tu­rel­le Lösung wür­den die Nie­der­lan­de kei­ne Migran­ten mehr auf­neh­men. Die Ant­wort ist absurd, vor allem, da die See­not­ret­tungs­stel­le zustän­dig ist, der »Sea-Watch3« einen Hafen zuzu­wei­sen. Die­se liegt in der ita­lie­ni­schen Haupt­stadt Rom. (…) In einer Online-Peti­ti­on for­dert »Sea-Watch« die Zuwei­sung eines siche­ren Hafens: »Wir for­dern die euro­päi­sche Kom­mis­si­on auf: Zie­hen Sie ein für alle mal einen Schluss­strich unter das wür­de­lo­se Gescha­che­re mit Men­schen«, heißt es in der Peti­ti­on, die bereits 35.000 Men­schen unter­schrie­ben haben. (…) Für die Flücht­lin­ge an Bord und auch für die Crew ist das Aus­har­ren auf See eine schreck­li­che Erfah­rung. Eine der Kapi­tä­nin­nen der »Sea-Watch«, Pia Klemp, schil­dert das gegen­über »nd«: »Es ist wie eine zwei­te Trau­ma­ti­sie­rung. Die Men­schen sind geret­tet, aber müs­sen über Tage im unge­wis­sen auf dem Schiff aus­har­ren. Manch­mal zusam­men mit Toten, die wir eben­falls ber­gen und an Land brin­gen«…” Bei­trag von Fabi­an Hil­le­brand bei neu­es Deutsch­land vom 25. Janu­ar 2019 externer Link – sie­he zum Hin­ter­grund das Dos­sier: Pro­jekt Sea-Watch: Nicht län­ger taten­los zuse­hen, wie Men­schen im Mit­tel­meer ster­ben
  • Ita­li­en: Wach­sen­der Wider­stand gegen Sal­vi­nis Migra­ti­ons­kurs 
    Durch neue Sicher­heits­ge­set­ze der ita­lie­ni­schen Regie­rung wer­den eini­ge bis­her lega­le Migran­ten in die Ille­ga­li­tät getrie­ben – so die Befürch­tung der Bür­ger­meis­ter vie­ler gro­ße Städ­te, dar­un­ter Paler­mo und Nea­pel. Sie wol­len das Gesetz blo­ckie­ren und sich wei­gern, ihre Häfen für Migran­ten zu schlie­ßen. (…) Dabei geht es Ita­li­ens popu­lis­ti­scher Regie­rung gar nicht so sehr um die Zah­len. Es geht dar­um, Ängs­te zu schü­ren und Här­te zu zei­gen. Zum Bei­spiel mit dem neu­en Sicher­heits­ge­setz, das das Par­la­ment vor kur­zem beschlos­sen hat. Bis zu 140.000, soge­nann­te irre­gu­lä­re Migran­ten könn­ten bald ohne Papie­re daste­hen – dür­fen kei­ne Arbeit anneh­men, haben kein Auf­ent­halts­recht, schät­zen Exper­ten. Vie­le klei­ne­re Flücht­lings­un­ter­künf­te sol­len geschlos­sen wer­den. Doch es regt sich Pro­test: Ver­tre­ter der katho­li­schen Kir­che lau­fen gegen die Geset­ze Sturm. Und auch eini­ge Bür­ger­meis­ter dro­hen offen mit Unge­hor­sam, zum Bei­spiel Leo­lu­ca Orlan­do, seit Jah­ren schon Bür­ger­meis­ter von Paler­mo: „Die­ses Gesetz hat nur den Zweck Lega­le zu Ille­ga­len zu machen – und sie in die Ver­zweif­lung zu trei­ben, in die Hän­de orga­ni­sier­ter Ban­den. Ich habe ver­fügt, dass das aus­ge­setzt wird und die Rich­ter sol­len ent­schei­den, ob die­ser Beschluss des Par­la­ments rech­tens ist. Und wenn die Rich­ter das nicht klä­ren kön­nen, muss eben das Ver­fas­sungs­ge­richt ent­schei­den.“ Und Orlan­do ist nicht allein: Der Wider­stand kommt aus Par­ma und Flo­renz, aus Bolo­gna und Mai­land. Nea­pels Bür­ger­meis­ter Lui­gi de Magis­tris hat sei­ne Bür­ger auf­ge­for­dert, soli­da­risch zu sein. Er kri­ti­siert, dass Grund­rech­te eine Fra­ge der Haut­far­be gewor­den sind und will auch vor das Ver­fas­sungs­ge­richt zie­hen…” Arti­kel von Jan-Chris­toph Kitz­ler vom 08.01.2019 beim Deutsch­land­funk externer Link, sie­he zum aktu­el­len Fall die neu­es­ten Bei­trä­ge im Dos­sier: Pro­jekt Sea-Watch: Nicht län­ger taten­los zuse­hen, wie Men­schen im Mit­tel­meer ster­ben und dazu:
    • Unge­hor­sa­me Bür­ger­meis­ter – Ver­wal­tungs­chef von Kom­mu­nen wei­gern sich, migran­ten­feind­li­ches Sicher­heits­ge­setz anzu­wen­den. Brei­te Soli­da­ri­tät mit Wider­stand
      “Zahl­rei­che Bür­ger­meis­ter in Ita­li­en wei­gern sich, das von Innen­mi­nis­ter und Vize­re­gie­rungs­chef Matteo Sal­vi­ni, ein­ge­brach­te ras­sis­ti­sche und gegen die Ver­fas­sung ver­sto­ßen­de »Sicher­heits­ge­setz« anzu­wen­den. Zu ihnen gehö­ren bekann­te Lin­ke wie Leo­lu­ca Orlan­do aus Paler­mo, Lui­gi de Magis­tris aus Nea­pel und Giu­sep­pe Sala aus Mai­land. Es gehe nicht nur um die Hal­tung zu Migran­ten oder die Öff­nung der Häfen für Schif­fe mit Flücht­lin­gen, son­dern um »die Bür­ger- und Men­schen­rech­te für alle«, erklär­te Orlan­do im Inter­net. Sal­vi­ni bezie­he eine »umstürz­er­le­ri­sche Posi­ti­on«, die von einem »kul­tu­rel­len Ver­fall« zeu­ge, heißt es in der per Face­book ver­brei­te­ten Erklä­rung des Bür­ger­meis­ters von Paler­mo wei­ter. »Heu­te beginnt es mit den Migran­ten, und mor­gen fol­gen die ande­ren.« Mit Bezug auf die faschis­ti­sche Ver­gan­gen­heit sag­te Orlan­do, »sol­che Regimes haben in der Geschich­te schon immer mit unmensch­li­chen ›Ras­sen­ge­set­zen‹ ange­fan­gen, die als Sicher­heits­ge­set­ze getarnt wur­den«. Er kün­dig­te an, gericht­lich dage­gen vor­zu­ge­hen. Auch Mit­glie­der der in Rom mit­re­gie­ren­den »Fünf-Ster­ne-Bewe­gung« (M 5 S) pro­tes­tier­ten. Bereits bei der Abstim­mung Ende Dezem­ber hat­ten meh­re­re Abge­ord­ne­te und Sena­to­ren der M 5 S gegen das Gesetz votiert. Aus­lö­ser war die bei­spiel­lo­se Bru­ta­li­tät, mit der das Gesetz vor den Weih­nachts­fei­er­ta­gen gegen Flücht­lin­ge in Süd­ita­li­en ange­wandt wor­den war. Dort wur­den etwa 39.000 Asyl­su­chen­de aus »Auf­nah­me­zen­tren« ver­trie­ben und auf die Stra­ße gesetzt. Die Gemein­den wur­den ange­wie­sen, für Schutz­su­chen­de auch kei­ne Kos­ten mehr zu über­neh­men. Hin­zu kam, dass Sal­vi­ni den bei­den Schif­fen der Orga­ni­sa­tio­nen »Sea-Watch« und »Sea-Eye«, die seit zwei Wochen mit 49 Flücht­lin­gen an Bord im Mit­tel­meer kreu­zen, das Anlau­fen ita­lie­ni­scher Häfen ver­bot. Die Kapi­tä­ne bezeich­ne­te er als »Kom­pli­zen von Schmugg­lern, Men­schen- und Dro­gen­händ­lern«…” Bei­trag von Ger­hard Feld­bau­er bei der jun­gen Welt vom 8. Janu­ar 2019 externer Link, sie­he dazu:
    • Ita­li­en: Wider­stand gegen Sal­vi­nis Migra­ti­ons­ge­setz wei­tet sich aus
      “… Der Wider­stand gegen das neue Sicher­heits- und Migra­ti­ons­pa­ket der ita­lie­ni­schen Regie­rung wächst. Die Prä­si­den­ten der Regio­nen Tos­ka­na, Kala­bri­en und Pie­mont haben den Gang zum Ver­fas­sungs­ge­richt ange­kün­digt. Sie for­dern, dass die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des von Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni ent­wor­fe­nen Migra­ti­ons­pa­kets geprüft wird. Nach einem Bericht des Ö1-Mor­gen­jour­nals hat die tos­ka­ni­sche Regio­nal­re­gie­rung am Mon­tag­abend die Anfech­tung beim Ver­fas­sungs­ge­richt beschlos­sen. Auch meh­re­re links­ge­rich­te­te Bür­ger­meis­ter stem­men sich gegen den Plan. (…) Die Tos­ka­na kön­ne nicht nur, son­dern müs­se gegen das neue Migra­ti­ons- und Sicher­heits­ge­setz vor­ge­hen, sag­te der Prä­si­dent der Regi­on Tos­ka­na, der Links­po­li­ti­ker Enri­co Ros­si. Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni betrei­be damit Pro­pa­gan­da und löse kei­ne Pro­ble­me, so Ros­si. Sei­ner Mei­nung nach müss­ten die Migran­ten in Ein­woh­ner­ver­zeich­nis­sen regis­triert wer­den, um ihnen die Hil­fe­stel­lun­gen zu ermög­li­chen, die nach der Ver­fas­sung vor­ge­se­hen sei­en…” Bei­trag vom 8. Janu­ar 2019 von der Redak­ti­on ‘Die Pres­se’ externer Link
  • [Ita­li­en] Heu­che­lei der Regie­rung – Ras­sis­ti­scher Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni lässt Zehn­tau­sen­de Flücht­lin­ge aus Unter­künf­ten ver­trei­ben 
    “In Ita­li­en hat die Ver­fol­gung von Flücht­lin­gen durch die Koali­ti­ons­re­gie­rung von ras­sis­ti­scher Lega und rech­ter »Fünf-Ster­ne-Bewe­gung« in der Weih­nacht­zeit einen neu­en Höhe­punkt erreicht. Die Lega pro­pa­gier­te zu dem christ­li­chen Fest, »die kul­tu­rel­len Wur­zeln und Wer­te des Abend­lan­des und ins­be­son­de­re unse­res Lan­des« hoch­zu­hal­ten. Zudem pries die Par­tei die Krip­pe als »Sym­bol der Weih­nachts­bot­schaft, einer Bot­schaft von Lie­be, Frie­den und Tole­ranz gegen­über jeder­mann«. Davon aus­ge­nom­men sind Asyl­su­chen­de, wie unter ande­rem der links­li­be­ra­len Zei­tung Il Fat­to Quo­ti­dia­no zu ent­neh­men war. Gegen Flücht­lin­ge ist noch vor den Fei­er­ta­gen mit bei­spiel­lo­ser Bru­ta­li­tät das im Novem­ber beschlos­se­ne »Sicher­heits­ge­setz« des Lega-Chefs und Innen­mi­nis­ters Matteo Sal­vi­ni durch­ge­setzt wor­den. Etwa 39.000 Asyl­su­chen­de wur­den aus »Auf­nah­me­zen­tren« ver­trie­ben und auf die Stra­ße gesetzt. Dar­un­ter befin­den sich Fami­li­en mit Klein­kin­dern, kran­ke, z. B. trau­ma­ti­sier­te, Men­schen. Meh­re­re Prä­fek­ten, dar­un­ter in Kala­bri­en, Basi­li­ka­ta und Sizi­li­en, haben die Gemein­den ange­wie­sen, Flücht­lin­ge unver­züg­lich aus den Unter­künf­ten aus­zu­wei­sen und für sie auch kei­ne Kos­ten mehr zu über­neh­men. Das bis­her aus huma­ni­tä­ren Grün­den gewähr­te Auf­ent­halts­recht wird damit ent­zo­gen…” Arti­kel von Ger­hard Feld­bau­er in der jun­gen Welt vom 27. Dezem­ber 2018 externer Link
  • Kapi­tä­nin Pia Klemp [und wei­te­re]: Schul­dig der Soli­da­ri­tät – dafür dro­hen der See­not­ret­te­rin in Ita­li­en jetzt 20 Jah­re Haft. Straf­tat­be­stand: „Bei­hil­fe zur ille­ga­len Ein­rei­se“. Unter­stützt ” SOLIDARITY AT SEA”!
    Über 6.000 See­mei­len weit hat Pia Klemp Schif­fe durchs Mit­tel­meer gesteu­ert, um Aus­schau nach Schiff­brü­chi­gen zu hal­ten. Mit ihren Crews hat sie tau­sen­den Men­schen das Leben geret­tet. Dafür dro­hen der See­not­ret­te­rin jetzt 20 Jah­re Haft. Straf­tat­be­stand: „Bei­hil­fe zur ille­ga­len Ein­rei­se“. Die ita­lie­ni­sche Staats­an­walt­schaft hat Ermitt­lun­gen gegen zehn Frei­wil­li­ge der Orga­ni­sa­ti­on Jugend Ret­tet ein­ge­lei­tet, eine von ihnen ist Pia Klemp. Sie war es, die im August 2017 die IUVENTA in den Hafen von Lam­pe­du­sa steu­er­te, bevor das Ret­tungs­schiff von den ita­lie­ni­schen Behör­den fest­ge­setzt wur­de. In der Unter­su­chungs­ak­te heißt es, abge­hör­te Tele­fo­na­te und Fotos von ver­deck­ten Ermitt­lern lie­fer­ten Bewei­se dafür, dass die Seenotretter*innen mit Schleu­ser­netz­wer­ken aus Liby­en zusam­men­ar­bei­te­ten. Die Rechts­grund­la­ge für die Beschlag­nah­mung der IUVENTA sei lücken­haft, sagen Wis­sen­schaft­ler. Ein Team der Golds­mit­hs Uni­ver­si­ty in Lon­don hat die Vor­wür­fe mit allen ver­füg­ba­ren Daten abge­gli­chen und kam zum Schluss: Die Behaup­tun­gen sind falsch. Trotz­dem muss sich Pia Klemp auf ein lan­ges Ver­fah­ren ein­stel­len. Mit den ande­ren Betrof­fe­nen hat sie des­halb das Kol­lek­tiv Soli­da­ri­ty at Sea gegrün­det: um Spen­den für die Pro­zess­kos­ten zu sam­meln, um sich mit ande­ren Kri­mi­na­li­sier­ten zu ver­net­zen, um geschlos­sen auf­zu­tre­ten, wenn die Ankla­ge im Früh­jahr kommt…” Arti­kel von The­re­sa Leis­gang vom 20. Dezem­ber 2018 bei Mosa­ik externer Link, sie­he auch:
    • Er steht bald in Ita­li­en vor Gericht: Pots­da­mer See­not­ret­ter droht lan­ge Gefäng­nis­stra­fe
      Ein Not­fall­sa­ni­tä­ter aus Pots­dam soll sich in Ita­li­en wegen Bei­hil­fe zur ille­ga­len Ein­wan­de­rung ver­ant­wor­ten. Ihm droht eine lan­ge Haft­stra­fe und eine emp­find­li­che Geld­stra­fe. Sascha Gir­ke ist über­näch­tigt, wütend und hat Angst. Dem 39 Jah­re alten Pots­da­mer dro­hen bis zu 20 Jah­re Haft wegen Bei­hil­fe zur ille­ga­len Ein­wan­de­rung. Der gelern­te Ret­tungs­as­sis­tent war bis Mit­te 2017 Ein­satz­lei­ter bei einer See­not­ret­tungs­mis­si­on, die im Mit­tel­meer tau­sen­de Flücht­lin­ge ret­te­te. Dafür müs­sen sich er und ande­re Hel­fer ver­mut­lich im kom­men­den Jahr vor einem ita­lie­ni­schen Gericht nun ver­ant­wor­ten. Vor weni­gen Wochen war Gir­ke bereits bei der Pots­da­mer Staats­an­walt­schaft vor­ge­la­den. Dort wur­de ihm die Ankla­ge der ita­lie­ni­schen Behör­de aus­ge­hän­digt, wie er jetzt den PNN erzähl­te. Die Vor­wür­fe gehen auf sein Enga­ge­ment bei diver­sen Hilfs­ein­sät­zen zur Ber­gung von Flücht­lin­gen zurück. Unter ande­rem war er 2016 und 2017 auf dem Ret­tungs­schiff „Iuven­ta“ der Ber­li­ner Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on „Jugend Ret­tet“ im Ein­satz, die nach sei­nen Wor­ten mehr als 14.000 Men­schen aus See­not ret­te­te – bis die ita­lie­ni­sche Poli­zei das Schiff, ein mit­tels Spen­den umge­bau­ter Fisch­kut­ter, im August 2017 auf Lam­pe­du­sa durch­such­te und beschlag­nahm­te. (…) Genaue­res ist noch unklar, eine umfas­sen­de Akten­ein­sicht habe man noch nicht neh­men kön­nen. Bekannt sei aller­dings schon, dass das Schiff vor der Beschlag­nah­mung min­des­tens drei Mona­te lang ver­wanzt war, fer­ner Tele­fo­ne der Hel­fer abge­hört wur­den. „Das macht einem alles Angst.“ Soll­te die Ankla­ge wegen Bei­hil­fe zur ille­ga­len Ein­wan­de­rung in eine Ver­ur­tei­lung mün­den, dro­hen Gir­ke bis zu 20 Jah­re Haft und eine Geld­bu­ße von 15.000 Euro pro nach Ita­li­en gebrach­ter Per­son. Der Pots­da­mer See­not­ret­ter und etwa zehn Mit­strei­ter berei­ten nun ihre Ver­tei­di­gung vor, Tag und Nacht. Dabei gehe es nicht nur um die lücken­lo­se Auf­ar­bei­tung der Gescheh­nis­se, son­dern dazu gehö­re auch die Spen­den­ak­qui­se. Denn die Gerichts­kos­ten in Ita­li­en sei­en hoch, schon allein Kopien der Akten sei­en teu­er. „Unse­re Anwäl­te rech­nen mit einer sechstel­li­gen Gesamt­sum­me“, sagt Gir­ke. Um das alles zu stem­men, gibt es inzwi­schen eine Inter­net­sei­te namens „Soli­da­ri­ty at Sea“, auf der zu Spen­den für die „Iuventa“-Crew auf­ge­ru­fen wird…” Arti­kel von Hen­ri Kra­mer vom 20.12.2018 bei PNN externer Link
    • sie­he dazu im Labour­Net u.a. auch: Jugend ret­tet. Der Film »Iuven­ta« ist ein ergrei­fen­des Por­trät der See­not­ret­tung unter extre­men poli­ti­schen Bedin­gun­gen
  • [Mare Jonio] NGOs schi­cken neu­es Schiff aufs Meer 
    “… Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen haben gegen den Wil­len der ita­lie­ni­schen Regie­rung ein neu­es Schiff aufs Mit­tel­meer geschickt. Das Beob­ach­tungs­schiff des Pro­jekts „Medi­ter­ra­nea“ soll vor allem die „dra­ma­ti­sche Lage“ der Migran­ten auf der Flucht auf­de­cken, hieß es in einer Mit­tei­lung der Orga­ni­sa­to­ren am Don­ners­tag. Die „Mare Jonio“ sei von Ita­li­en aus gestar­tet und wer­de vor Liby­en im Ein­satz sein, sag­te Ruben Neu­ge­bau­er, Spre­cher der deut­schen NGO Sea Watch, die das Pro­jekt unter­stützt. Das Schiff „Mare Jonio“ soll unter ande­rem Zeu­gen­be­rich­te sam­meln und auf­zei­gen „wie Frau­en, Män­ner und Kin­der enor­men Gefah­ren aus­ge­setzt sind“, weil es kei­ne Ret­tungs­schif­fe mehr gebe, hieß es in einer Mit­tei­lung der Orga­ni­sa­to­ren. Das Schiff sei aber auch aus­ge­rüs­tet, im Not­fall Men­schen aus See­not zu ret­ten, ergänz­te Neu­ge­bau­er. „Es geht letzt­lich dar­um, Men­schen zu ret­ten.“ Betei­ligt an der Akti­on sind meh­re­re ita­lie­ni­sche Orga­ni­sa­tio­nen, unter­stützt wird es auch von Par­la­men­ta­ri­ern und der spa­ni­schen NGO Proac­ti­va Open Arms. Die Crew kom­me aus Ita­li­en, sag­te Neu­ge­bau­er. Das Schiff soll am Sams­tag in der Such- und Ret­tungs­zo­ne vor Liby­en ankom­men…” Mel­dung vom 5. Okto­ber 2018 in der taz online externer Link
  • Todes­ra­te auf dem Mit­tel­meer so hoch wie nie – Die Blo­cka­de der Häfen durch die ita­lie­ni­sche Regie­rung lässt die Todes­zah­len im Mit­tel­meer stei­gen 
    “Seit Matteo Sal­vi­ni von der stramm­rech­ten Lega-Par­tei im Juni die­sen Jah­res als Innen­mi­nis­ter im Amt ist, ist pri­va­ten Hilfs­schif­fen und auch denen aus der Berufs­schiff­fahrt, die Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer geret­tet hat­ten, die Ein­fahrt in ita­lie­ni­sche Häfen ver­bo­ten. Die Kon­se­quen­zen die­ser Poli­tik sind töd­lich: In den vier Mona­ten seit Sal­vi­ni als Innen­mi­nis­ter regiert, sind die Todes­zah­len gestie­gen – auf 8 Tote am Tag. Unter der Vor­gän­ger­re­gie­rung lag die Quo­te bei 3.2 Toten am Tag, wie eine Aus­wer­tung der Daten durch das Ita­lie­ni­schen Insti­tut für inter­na­tio­na­le Poli­tik ergab. Die­sen Trend bestä­ti­gen auch ande­re Zah­len. Laut der Inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on sind im Sep­tem­ber 19 Pro­zent der Men­schen, die über das Mit­tel­meer geflo­hen sind, bei dem Ver­such ertrun­ken. Jeder Fünf­te. Es ist die höchs­te Todes­ra­te, seit es ver­läss­li­che Daten gibt…” Bei­trag von Fabi­an Hil­le­brand bei neu­es Deutsch­land vom 4. Okto­ber 2018 externer Link
  • See­hofer und Sal­vi­ni spie­len “Migran­ten­tausch” 
    Wer hat nun gewon­nen – Mer­kel, See­hofer oder Sal­vi­ni? Das ist die Fra­ge, nach­dem sich Deutsch­land und Ita­li­en auf ein Rück­nah­me­ab­kom­men geei­nigt haben. Es führt zum Migran­ten­tausch – aber nicht zu einer “euro­päi­schen Lösung”. Erin­nert sich noch jemand an den Flücht­lings­streit zwi­schen der Kanz­le­rin und ihrem Innen­mi­nis­ter? Er hät­te fast die Regie­rung gesprengt. Mer­kel woll­te eine “euro­päi­sche Lösung”, See­hofer woll­te Rück­füh­run­gen an der Gren­ze zu Öster­reich. Mer­kel war damals die “Gute”, See­hofer der “Böse”. Beim EU-Gip­fel im Juni kämpf­te Mer­kel – so die deut­schen Medi­en – wie eine Löwin für die “euro­päi­sche Lösung”. In Wahr­heit kämpf­te sie um ihre Haut – für bila­te­ra­le Rück­nah­me­ab­kom­men. Zwei sol­che Abkom­men hat sie selbst aus­ge­han­delt, mit Spa­ni­en und Grie­chen­land. Nun folgt das drit­te, für das See­hofer zustän­dig war. Und sie­he da: es ähnelt wie ein Ei dem Merkel’schen Modell. Für jeden abge­wie­se­nen Migran­ten aus Bay­ern kommt ein neu­er aus Ita­li­en…” Kom­men­tar vom 13. Sep­tem­ber 2018 von und bei Eric Bon­se externer Link – sie­he dazu:
    • Der Rechts­staat wird gezielt aus­ge­he­belt. PRO ASYL kri­ti­siert die Rück­nah­me­ab­kom­men der Bun­des­re­gie­rung mit Ita­li­en, Spa­ni­en und Grie­chen­land.
      “»Hier ver­sucht die Bun­des­re­gie­rung am Euro­pa-Recht vor­bei einen fak­tisch rechts­frei­en Raum zu schaf­fen, in dem die Bun­des­po­li­zei unter Aus­he­be­lung der Rechts­we­ge­ga­ran­tie des Grund­ge­set­zes und des Euro­pa-Rechts han­delt. Mit dem nun ver­ab­re­de­ten Deal ver­hin­dert die Bun­des­re­gie­rung sys­te­ma­tisch, dass das Behör­den­han­deln durch Gerich­te kor­ri­giert wer­den kann. Der 1‑zu-1-Han­del mit Ita­li­en ist ein Kuh­han­del auf dem Rücken von Schutz­be­dürf­ti­gen,« sagt Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. »Für jeden nach Ita­li­en Zurück­ge­scho­be­nen soll ein aus See­not geret­te­ter Mensch in Deutsch­land auf­ge­nom­men wer­den. Das Recht auf Leben und Ret­tung aus See­not wird aus­ge­spielt gegen das Recht auf Asyl!« Eine Zurück­wei­sung gere­gelt durch ein geheim gehal­te­nes, bila­te­ra­les Abkom­men ist nicht rech­tens…” PM vom 13.09.2018 externer Link
  • Flücht­lin­ge auf der “Diciot­ti”: Ita­li­en will Migran­ten nach Liby­en zurück­brin­gen 
    Ein Schiff der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che mit 177 Flücht­lin­gen an Bord darf der­zeit in kei­nem euro­päi­schen Hafen anle­gen. Seit drei Tagen treibt es vor der Insel Lam­pe­du­sa. Nun droht Ita­li­en, die Migran­ten zurück nach Liby­en zu eskor­tie­ren. (…) Das Schiff “Diciot­ti” hat­te am Don­ners­tag 190 Migran­ten von einem Boot in der Such- und Ret­tungs­zo­ne Mal­tas auf­ge­nom­men. Die Ita­lie­ner brach­ten 13 Men­schen, die drin­gen­de medi­zi­ni­sche Hil­fe benö­tig­ten, auf die ita­lie­ni­sche Mit­tel­meer­in­sel Lam­pe­du­sa. Die ande­ren Migran­ten soll­ten nach Mal­ta gebracht wer­den. Dafür wur­de dem ita­lie­ni­schen Schiff aber von Mal­ta die Erlaub­nis ver­wei­gert. “Ent­we­der ent­schei­det sich Euro­pa ernst­haft, Ita­li­en kon­kret zu hel­fen, ange­fan­gen zum Bei­spiel bei den 180 Ein­wan­de­rern an Bord der ‘Diciot­ti’, oder wir wer­den gezwun­gen sein, das zu tun, was das Geschäft der Men­schen­händ­ler für immer been­det”, sag­te Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni. “Das heißt, die auf See auf­ge­grif­fe­nen Men­schen zurück nach Liby­en zu eskor­tie­ren.”…” Mel­dung vom 19.08.2018 beim Spe­igel online externer Link – sie­he dazu auch:
    • »Diciot­ti« in Ita­li­en: Sal­vi­ni erhebt Vor­wür­fe gegen Geflüch­te­te 
      “Ita­li­ens rech­ter Innen­mi­nis­ter twit­tert das Migran­ten nicht vor Hun­ger und Krieg flie­hen. Von den 144 von dem Schiff »Diciot­ti« in Ita­li­en an Land gegan­ge­nen Flücht­lin­gen sind nach Anga­ben des rech­ten ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­ters Matteo Sal­vi­ni 50 unter­ge­taucht. Sie sei­en spur­los aus Auf­nah­me­ein­rich­tun­gen ver­schwun­den, schrieb Sal­vi­ni am Mitt­woch im Kurz­bot­schaf­ten­dienst Twit­ter. (…) Die Geflüch­te­ten hät­ten »so sehr Bedarf an Schutz, einem Dach über dem Kopf und einer Decke gehabt, dass sie ent­schie­den zu gehen und zu ver­schwin­den«, schrieb Sal­vi­ni. »Das ist die x‑te Bestä­ti­gung, dass die­je­ni­gen, die in Ita­li­en ankom­men, kei­ne Ske­let­te sind, die vor Krieg und Hun­ger flie­hen«, schrieb der Minis­ter der ras­sis­ti­schen Lega-Par­tei. (…) Der Minis­ter setzt damit sei­nen Anti-Flücht­lings­kurs fort. Dabei wird aktu­ell eine Kla­ge geprüft, die ihm fünf schwe­re Ver­ge­hen gegen Men­schen­rech­te vor­wirft. In der Ankla­ge­schrift wird ihm erpres­se­ri­sche Gei­sel­nah­me, schwe­rer Men­schen­raub, geset­zes­wid­ri­ge Frei­heits­be­rau­bung und Unter­las­sung von Amts­hand­lun­gen vor­ge­wor­fen. Bei einer Ver­ur­tei­lung dro­hen ihm bis zu 30 Jah­re Haft…” Bei­trag von und bei neu­es Deutsch­land vom 6. Sep­tem­ber 2018 externer Link
    • Sizi­li­en: Flücht­lin­ge der „Diciot­ti“ an Land gegan­gen /​Ermitt­lun­gen gegen den ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni wegen Frei­heits­be­rau­bung 
      Zehn Tage nach ihrer Ret­tung im Mit­tel­meer dür­fen Flücht­lin­ge auf Sizi­li­en an Land gehen. Gegen den ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni wird wegen Frei­heits­be­rau­bung ermit­telt. Die rund 150 Boots­flücht­lin­ge, die an Bord eines Schif­fes der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che im Hafen von Cata­nia auf Sizi­li­en fest­sa­ßen, sind in der Nacht zum Sonn­tag an Land gegan­gen. Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni erteil­te nach Berich­ten des ita­lie­ni­schen Rund­funks die dafür nöti­ge Geneh­mi­gung, nach­dem die Staats­an­walt­schaft Agri­gent Ermitt­lun­gen ein­ge­lei­tet hat­te. Der Chef der rechts­na­tio­na­len Lega steht im Ver­dacht, sich durch das Fest­set­zen der zehn Tage zuvor im süd­li­chen Mit­tel­meer geret­te­ten Flücht­lin­ge der Frei­heits­be­rau­bung, der unrecht­mä­ßi­gen Fest­nah­me und des Amts­miss­brauchs schul­dig gemacht zu haben. Irland und Alba­ni­en erklär­ten sich nach Anga­ben des ita­lie­ni­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Giu­sep­pe Con­te bereit, je 20 Flücht­lin­ge der „Diciot­ti“ auf­zu­neh­men. Die übri­gen wür­den von der katho­li­schen Kir­che ver­sorgt. Ursprüng­lich waren 177 Migran­ten an Bord des Schif­fes, eini­ge von ihnen waren aus Gesund­heits­grün­den bereits in den Tagen zuvor an Land gelas­sen wor­den…” Bei­trag vom 27.8.2018 beim Miga­zin externer Link
    • Diciot­ti-Dra­ma: Ankla­ge wegen Frei­heits­be­rau­bung? Die Migran­ten an Bord des Schiffs der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che dür­fen nicht an Land. Sal­vi­ni besteht auf der “aus­tra­li­schen Lösung”. Di Maio droht der EU 
      27 Min­der­jäh­ri­ge durf­ten ges­tern gegen 23 Uhr im Hafen der sizi­lia­ni­schen Stadt Cata­nia von Bord der Diciot­ti gehen, um in ein Auf­nah­me­zen­trum zu kom­men. Das Schiff der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che hat­te am ver­gan­ge­nen Mitt­woch 190 Per­so­nen, die aus Liby­en geflüch­tet waren, von zwei klei­ne­ren Patrouil­len­boo­ten der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che über­nom­men. (…) Der Streit ist bis­lang noch nicht bei­gelegt, nach län­ge­rem Hin- und Her wur­de gestat­tet, dass das Schiff der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che in einem ita­lie­ni­schen Hafen anlan­den konn­te. Aller­dings durf­te außer 13 Per­so­nen, die kli­nisch behan­delt wer­den muss­ten, und den ein­gangs genann­ten Min­der­jäh­ri­gen und Kin­dern nie­mand das Schiff ver­las­sen. (…) Mehr als 140 Per­so­nen (die genau­en Zah­len­an­ga­ben sind unter­schied­lich) sind noch an Bord. Da es Migran­ten aus Afri­ka sind, wei­gert sich der ita­lie­ni­sche Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni, sie in Ita­li­en an Land gehen zu las­sen. Die EU soll die Neu­an­kömm­lin­ge unter ihren ande­ren Mit­glied­staa­ten ver­tei­len, Ita­li­en hat in den letz­ten Jah­ren schon genug auf­ge­nom­men, lau­tet sei­ne Hal­tung. (…) Dass die Min­der­jäh­ri­gen ges­tern Nach von Bord gehen konn­ten, war eine Kon­se­quenz des vor­her­ge­hen­den Besuchs des Staats­an­walts von Agri­gen­to, Lui­gi Patron­a­g­gio, an Bord der Diciot­ti. Die­ser stell­te ein paar Schwie­rig­kei­ten fest, wie die Zei­tung Cor­rie­re del­la Sier­ra berich­tet. Es gebe aus medi­zi­ni­scher Sicht meh­re­re Fäl­le von Krät­ze. Aus juris­ti­scher Sicht gebe es “auf jeden Fall” die Auf­la­ge, dass unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge nach den inter­na­tio­na­len Kon­ven­tio­nen und dem ita­lie­ni­schem Recht von Bord gehen. Dar­über hin­aus stell­te er die Legi­ti­mi­tät des erzwun­ge­nen Auf­ent­halts auch der Erwach­se­nen an Bord der Diciot­ti infra­ge…” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 23. August 2018 bei tele­po­lis externer Link
    • Nach tage­lan­gem Streit: “Diciot­ti” legt auf Sizi­li­en an – Von Bord gehen dür­fen die Flücht­lin­ge dort aller­dings noch nicht 
      Nach meh­re­ren Tagen im Mit­tel­meer ist ein Schiff der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che mit 177 Migran­ten an Bord im sizi­lia­ni­schen Cata­nia ein­ge­lau­fen. Aller­dings dür­fen die Geret­te­ten das Schiff zunächst nicht ver­las­sen, wie die Nach­rich­ten­agen­tur Ansa in der Nacht zu Diens­tag berich­te­te. Ver­kehrs­mi­nis­ter Dani­lo Toni­nel­li von der Fünf-Ster­ne-Bewe­gung hat­te dem Schiff am Mon­tag zwar die Erlaub­nis für die Ein­fahrt in den Hafen gege­ben. Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni von der rech­ten Lega will die Men­schen aller­dings nicht an Land gehen las­sen, solan­ge es kei­ne “Ant­wor­ten von Euro­pa” gebe, ver­lau­te­te aus Krei­sen des Minis­te­ri­ums. (…) Im Lauf des Tages hat­te sich auch die Euro­päi­sche Uni­on in die Dis­kus­si­on um das Schiff ein­ge­schal­tet. Man ver­su­che, Län­der zu fin­den, die bereit sei­en, in dem Fall zu hel­fen, hat­te die EU-Kom­mis­si­on mit­ge­teilt. Spre­che­rin Tove Ernst schränk­te jedoch ein, dass die Kom­mis­si­on kei­ne Befug­nis habe, Such- und Ret­tungs­ein­sät­ze zu hand­ha­ben oder zu sagen, wo die Zuwan­de­rer an Land gehen soll­ten…” Mel­dung vom 21.08.2018 bei tages​schau​.de externer Link
    • Migran­ten aus Liby­en: Nun ist die ita­lie­ni­sche Küs­ten­wa­che das Pro­blem
      Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni will wei­ter­hin kei­ne Boo­te mit Migran­ten in Ita­li­en anlan­den las­sen, auch nicht, wenn sie an Bord eines Schiffs der eige­nen Küs­ten­wa­che sind. Die­ses Mal ist es kein deut­sches NGO-Schiff mit einer nie­der­län­di­schen oder gibral­ta­ri­schen Flag­ge, das für poli­ti­sche Pro­ble­me sorgt, son­dern ein Schiff der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che. Die “Diciot­ti” war­tet mit 177 Migran­ten an Bord vor Lam­pe­du­sa dar­auf, dass man ihr einen Anlan­dungs­ha­fen zuweist. Zwi­schen Ita­li­en und Mal­ta gibt es Streit dar­über, da sie sich gegen­sei­tig die Ver­ant­wor­tung zuwei­sen…” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 20. August 2018 bei tele­po­lis externer Link
  • Fol­gen der ita­lie­ni­schen Blo­cka­de: Schif­fe igno­rie­ren offen­bar Hil­fe­ru­fe von Ertrin­ken­den 
    Das Ret­tungs­schiff “Aqua­ri­us” hat Men­schen aus See­not geret­tet – darf sie in Ita­li­en aber nicht an Land brin­gen. Güter­schif­fe sehen sich des­we­gen offen­bar ver­an­lasst, Men­schen nicht mehr zu ret­ten. (…) Nun hat Ita­li­ens Poli­tik offen­bar Fol­gen für das Prin­zip der See­not­ret­tung ins­ge­samt. Laut Ärz­te ohne Gren­zen begin­nen ande­re Schif­fe im Mit­tel­meer, Hil­fe­ru­fe von Ertrin­ken­den zu igno­rie­ren. Geret­te­te an Bord der “Aqua­ri­us” hät­ten der Besat­zung berich­tet, dass sie vor der Ret­tung fünf Schif­fe in der Nähe gese­hen hat­ten – die­se aber kei­ne Hil­fe leis­te­ten…” dpa-Mel­dung vom 13.08.2018 bei T‑online externer Link
  • Ille­ga­ler Push-Back: Geret­te­te nach Liby­en ver­frach­tet. Ita­lie­ni­scher Innen­mi­nis­ter lobt Schiff für Rück­füh­rung 
    Ein ita­lie­ni­sches Schiff hat Medi­en­be­rich­ten zufol­ge im Mit­tel­meer geret­te­te Migran­ten zurück nach Liby­en gebracht. Das UNO-Flücht­lings­hilfs­werk erklär­te am Diens­tag auf Twit­ter, die Infor­ma­tio­nen wür­den geprüft. »Liby­en ist kein siche­rer Hafen und die­se Hand­lung könn­te inter­na­tio­na­les Recht ver­letzt haben.« Bei dem Schiff soll es sich um den Schlep­per »Asso 28« han­deln, der bei einer Ölplatt­form im Mit­tel­meer arbei­te. Ein Spre­cher der Inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on (IOM) bestä­tig­te, dass die »Asso 28« nach Liby­en gefah­ren sei. Ein­zel­hei­ten sei­en noch unklar. Liby­en hat­te Ende Juni eine eige­ne Such- und Ret­tungs­zo­ne ein­ge­rich­tet, die sich auch auf inter­na­tio­na­le Gewäs­ser erstreckt. Dort ist nun die Ret­tungs­leit­stel­le des Bür­ger­kriegs­lan­des für die Koor­di­na­ti­on von Ein­sät­zen zustän­dig und weist Schif­fen einem Hafen zu. Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni schrieb auf Face­book: »Die liby­sche Küs­ten­wa­che hat in den ver­gan­ge­nen Stun­den 611 Migran­ten geret­tet und zurück­ge­bracht. Die NGOs pro­tes­tie­ren und die Schlep­per ver­lie­ren ihr Geschäft? Gut so, wir wer­den so wei­ter­ma­chen!«…” Agen­tur­mel­dung vom 31.07.2018 beim ND online externer Link
  • Ita­li­en ermit­telt gegen Flücht­lings­ret­ter 
    Betrof­fen sind deut­sche Crew­mit­glie­der der “Iuven­ta” des Ber­li­ner Ver­eins “Jugend ret­tet” sowie Hel­fer der inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen “Ärz­te ohne Gren­zen” und “Save the Child­ren”. Die Staats­an­walt­schaft im sizi­lia­ni­schen Tra­pa­ni hat Ermitt­lun­gen gegen mehr als 20 Hel­fer wegen des Ver­dachts der Unter­stüt­zung ille­ga­ler Migra­ti­on nach Ita­li­en auf­ge­nom­men. (…) Außer­dem waren zehn der Beschul­dig­ten Crew­mit­glie­der des Ret­tungs­schiffs “Iuven­ta” des Ber­li­ner Ver­eins “Jugend ret­tet”. Die­ses war bereits vor knapp einem Jahr von den ita­lie­ni­schen Behör­den auf Grund­la­ge zwei­fel­haf­ter Bele­ge beschlag­nahmt wor­den…” Arti­kel von Mar­tin Knob­be und Andre­as Was­ser­mann vom 28.7.2018 beim Spie­gel online externer Link
  • EU-Ret­tungs­mis­si­on im Mit­tel­meer vor­erst gestoppt 
    Die EU-Mis­si­on “Sophia” zur Ret­tung von Flücht­lin­gen auf dem Mit­tel­meer wird vor­erst ein­ge­stellt. Nach SPIE­GEL-Infor­ma­tio­nen beor­der­te der Kom­man­deur der Mis­si­on, der ita­lie­ni­sche Admi­ral Enri­co Creden­di­no, jetzt alle betei­lig­ten Kriegs­schif­fe zurück in die Häfen. Mit der Order ist die Mis­si­on fak­tisch gestoppt, vor­erst jeden­falls. Betrof­fen ist auch ein deut­sches Ver­sor­gungs­schiff. Nach SPIE­GEL-Infor­ma­tio­nen befand sich der Ten­der “Mosel” bereits vor dem Befehl von Creden­di­no rou­ti­ne­hal­ber in einem Mit­tel­meer­ha­fen. Dort sol­len das Schiff und die deut­schen Sol­da­ten nun erst­mal blei­ben, heißt es in Ber­lin. Hin­ter­grund für den spon­ta­nen Stopp der Mis­si­on ist die Wei­ge­rung Ita­li­ens, von den EU-Mili­tär­schif­fen geret­te­te Men­schen wei­ter auf­zu­neh­men. Ita­li­en hat­te sei­ne Blo­cka­de­hal­tung die­se Woche in einem Brief an die EU ange­kün­digt. Kurz­fris­tig anbe­raum­te Bera­tun­gen der EU-Part­ner brach­ten zunächst kei­ne Lösung. (…) Regel­mä­ßig wer­den die EU-Sol­da­ten auf den Schif­fen auch zu See­not­ret­tern. Fast 50.000 Flücht­lin­ge hat die Mis­si­on geret­tet, fast die Hälf­te davon wur­de von deut­schen Sol­da­ten aus meist see­un­tüch­ti­gen Schif­fen und Bar­kas­sen auf dem Mit­tel­meer gezo­gen. Anschlie­ßend wur­den die Men­schen nach Ita­li­en gebracht. Genau gegen die­sen Auto­ma­tis­mus geht Ita­li­en jetzt vor, die neue Regie­rung in Rom fährt einen radi­ka­len Kurs gegen Flücht­lin­ge und will nicht län­ger akzep­tie­ren, dass Ita­li­en die Haupt­last der ankom­men­den Men­schen trägt. Folg­lich ver­bie­tet Rom pri­va­ten Ret­tern schon län­ger, geret­te­te Flücht­lin­ge nach Ita­li­en zu brin­gen…” Arti­kel von Mat­thi­as Gebau­er und Peter Mül­ler vom 20.07.2018 beim Spie­gel online externer Link
  • Flücht­lin­ge: Ita­li­en ver­roht 
    In Rom wird ein Baby ange­schos­sen, in Rimi­ni wer­den Strän­de kon­trol­liert: Ras­sis­mus und Gewalt bestim­men den Umgang mit Geflüch­te­ten in Ita­li­en. Und nie­mand pro­tes­tiert. (…) Migran­ten, Inva­si­on, Isla­mis­mus: In Ita­li­en wird prak­tisch über nichts ande­res mehr gespro­chen. Fak­ten spie­len in der Debat­te meist kei­ne Rol­le. Dabei spre­chen die eine ganz ande­re Spra­che: Kamen im ers­ten Halb­jahr 2017 noch rund 170.000 Flücht­lin­ge an Ita­li­ens Küs­ten an, so waren es in die­sem Jahr im sel­ben Zeit­raum nur noch rund 51.000. Die Zahl der Toten auf dem Mit­tel­meer ist dage­gen deut­lich gestie­gen. 629 waren es laut der Inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on (IOM) im Juni 2018 – 90 mehr als ein Jahr zuvor. Wer es wagt, in ita­lie­ni­schen Medi­en über die­se rück­läu­fi­ge Ent­wick­lung zu spre­chen, wird als buo­nis­ta (auf Deutsch: Gut­mensch) abge­stem­pelt. Ein Idi­ot, der die nach­voll­zieh­ba­ren Ängs­te der “nor­ma­len” Ita­lie­ner nicht wahr­ha­ben will. Denn Letz­te­re fürch­ten angeb­lich, dass die “unkon­trol­lier­te Ein­wan­de­rung die ita­lie­ni­sche Kul­tur zer­stört”. Die Flücht­lin­ge auf dem Mit­tel­meer zu ret­ten, ist für vie­le Ita­lie­ner auch kei­ne mora­li­sche Pflicht mehr. (…) Es scheint, als sei mit den jüngs­ten Wah­len jeg­li­cher Anstand ver­lo­ren gegan­gen. Ras­sis­mus, Hass und Het­ze domi­nie­ren den öffent­li­chen Dis­kurs. Front­mann der per­ma­nen­ten Ent­glei­sun­gen ist Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni – und das nicht erst seit dem Wahl­sieg sei­ner Lega im März. Sal­vi­ni hat es denk­bar ein­fach, denn die Oppo­si­ti­on ist qua­si nicht exis­tent…” Arti­kel von Rober­to Bru­nel­li vom 20. Juli 2018 bei der Zeit online externer Link
  • Ita­lie­nisch-fran­zö­si­sche Gren­ze: Tau­sen­de demons­trie­ren gegen Abschot­tung 
    Die ita­lie­ni­sche Grenz­stadt Ven­ti­miglia war frü­her Ziel zahl­rei­cher Flücht­lin­ge, die nach Frank­reich woll­ten – bis Paris deren Ein­rei­se stopp­te. Nun demons­trier­ten dort Tau­sen­de Men­schen gegen eine Abschot­tung Euro­pas. An Ita­li­ens Gren­ze zu Frank­reich haben Tau­sen­de Men­schen gegen eine Abschot­tung Euro­pas gegen Flücht­lin­ge demons­triert. Durch die ligu­ri­sche Stadt Ven­ti­miglia zogen etwa 3000 Men­schen, dar­un­ter zahl­rei­che Ita­lie­ner, aber auch Fran­zo­sen, Deut­sche, Nie­der­län­der und Spa­ni­er. Sie lie­fen bis zur fran­zö­si­schen Gren­ze. “Für einen wür­di­gen Emp­fang von Flücht­lin­gen in einem Euro­pa ohne Gren­zen”, stand auf dem Trans­pa­rent einer Demons­tran­tin. Die Kund­ge­bung wur­de von einem Groß­auf­ge­bot der Poli­zei beglei­tet. Zahl­rei­che Orga­ni­sa­tio­nen, die sich um Flücht­lin­ge küm­mern, hat­ten zu dem vier Kilo­me­ter lan­gen Pro­test­marsch auf­ge­ru­fen. In einer gemein­sa­men Erklä­rung nann­ten sie als Ziel “eine Mobi­li­sie­rung zum Anpran­gern der Bru­ta­li­tät der natio­na­len und inter­na­tio­na­len Poli­tik zum Umgang mit Migra­ti­on”. Außer­dem for­der­ten sie “ein euro­päi­sches Auf­ent­halts­recht und das Recht auf Mobi­li­tät” für Migran­ten inner­halb Euro­pas…” Bericht vom 14.07.2018 bei tages​schau​.de externer Link
  • Migra­ti­ons­po­li­tik: Mil­li­ar­den­hil­fen und schwar­ze Lis­ten von Men­schen­händ­lern. Ita­li­en ver­stärkt die Bezie­hungs­ar­beit zu Liby­en. Ein alter Freund­schafts­ver­trag, geschlos­sen zwi­schen Ber­lus­co­ni und Gad­da­fi, wird reak­ti­viert 
    Geht es um Liby­en und Migran­ten, so ist die­ser Tage von grö­ße­ren Sum­men die Rede. So war der Prä­si­dent des Euro­par­la­ments, Anto­nio Taja­ni, Anfang der Woche zu Besuch in Tri­po­lis, wo er den inter­na­tio­nal aner­kann­ten Regie­rungs­chef Sarr­adsch (auch: Sar­raj) traf. In sei­ner Abschluss­erklä­rung stell­te Taja­ni ein­mal die Sum­me von 40 Mil­li­ar­den in Aus­sicht, um 500 Mil­li­ar­den an Gesamt­in­ves­ti­tio­nen für einen “Mar­shall­plan für Afri­ka” zu mobi­li­sie­ren. (…) Schlag­zei­len mach­te das Tref­fen mit der Bot­schaft , dass Ita­li­en Inves­ti­tio­nen in Aus­sicht stellt und dafür Migran­ten nach Liby­en zurück­schi­cken kann. Tat­säch­lich wur­de ein Freund­schafts­ver­trag zwi­schen Liby­en und Ita­li­en aus dem Jahr 2008 “reak­ti­viert”. Damals wur­de er zwi­schen Gad­da­fi und Ber­lus­co­ni geschlos­sen – und 2011 aus­ge­setzt, als die Nato und auch Ita­li­en Mili­zen unter­stütz­te, die Gad­da­fis Herr­schaft und des­sen Leben been­de­ten. Über die ursprüng­li­che Haupt­mo­ti­va­ti­on des Freund­schafts­ver­trags – inwie­weit damit haupt­säch­lich die Kolo­ni­al­ver­gan­gen­heit Ita­li­ens und eine Wie­der­gut­ma­chung ange­spro­chen wer­den soll­te -, wird zwar an man­cher Stel­le dis­ku­tiert, unbe­zwei­fel­bar ist jedoch eine Ver­ein­ba­rung über Migran­ten Teil der ursprüng­li­chen Ver­ein­ba­rung (auf Ara­bisch hier) war. Die­se rückt in der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on in den Mit­tel­punkt. Nach Medi­en­an­ga­ben soll der Freund­schafts­ver­trag wei­ter­hin ent­hal­ten, dass Ita­li­en 4,2 Mil­li­ar­den Euro in Liby­en inves­tiert. Damals hat­te Liby­ens star­ker Mann Gad­da­fi als Gegen­leis­tung ver­spro­chen, Migran­ten davon abzu­hal­ten, dass sie von Liby­ens Küs­ten aus nach Euro­pa auf­bre­chen und Migran­ten auf­zu­neh­men, die zurück­ge­schickt wer­den. Ob zusätz­lich Neu­es ergänzt wur­de, wird der Öffent­lich­keit zumin­dest nicht ver­ra­ten…” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 11. Juli 2018 bei tele­po­lis externer Link
  • Rom will Häfen kom­plett für Ret­tungs­schif­fe sper­ren
    “Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni will kei­ne Ret­tungs­schif­fe mehr in ita­li­en­sche Häfen las­sen. Schon jetzt unter­sagt die Regie­rung in Rom, dass pri­va­te See­not­ret­tungs­hel­fer anle­gen dür­fen. Nun soll dies auch für inter­na­tio­na­le Grenz­schutz- und Ret­tungs­ein­sät­ze im Mit­tel­meer gel­ten. Den Plan will der Lega-Chef am Don­ners­tag den Innen­mi­nis­tern der ande­ren EU-Län­der beim Tref­fen in Inns­bruck vor­le­gen. (…) Sal­vi­nis Äuße­run­gen sind eine Anspie­lung auf das in der Nacht zum Sonn­tag im sizi­lia­ni­schen Hafen Mes­si­na vor Anker gegan­ge­ne iri­sche Mari­ne­schiff “Samu­el Beckett”. Es hat 106 Flücht­lin­ge an Bord. Soll­te der Innen­mi­nis­ter sei­ne Plä­ne in die Tat umset­zen, wäre auch der EU-Mili­tär­ein­satz “Sophia” davon betrof­fen. Seit 2015 hat­ten EU-Schif­fe im Kampf gegen Schleu­ser­kri­mi­na­li­tät meh­re­re Zehn­tau­sen­de Men­schen im Mit­tel­meer aus See­not geret­tet. Die Ope­ra­ti­on war im Juli bis zu Jah­res­en­de ver­län­gert wor­den. Betrof­fen wäre zudem die Mis­si­on “Tri­ton” der EU-Grenz­schutz­be­hör­de Fron­tex…” Mel­dung vom 8. Juli 2018 bei MDR aktu­ell externer Link
  • Sal­vi­ni kün­digt Abzug der Küs­ten­wa­che aus inter­na­tio­na­len Gewäs­sern an 
    Der ita­lie­ni­sche Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni (Lega) kün­digt nach Bera­tung mit dem Infra­struk­tur-Minis­ter Dani­lo Toni­nel­li (5Stelle), und der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Eli­sa­bet­ta Tren­ta (5Stelle) den Rück­zug der ita­lie­ni­schen See­not­ret­tung aus den inter­na­tio­na­len Gewäs­sern des zen­tra­len Mit­tel­meers an. Statt­des­sen soll­ten Frank­reich, Spa­ni­en, Grie­chen­land, Mal­ta, Liby­en, Tune­si­en, die EU mit Fron­tex-The­mis und die Nato die­se Arbeit über­neh­men. Hin­zu­wei­sen ist auf fol­gen­den Hin­ter­grund: Es geht um die Todes­zo­ne in der Nähe der libysch-ita­lie­ni­schen Off-Shore-Petro-För­der­an­la­gen im zen­tra­len Mit­tel­meer, wo in den ver­gan­ge­nen drei Jahr­zehn­ten die meis­ten Boat-peop­le ertrun­ken sind. Sal­vi­ni rich­tet die­ses Abzugs-Vor­ha­ben gegen die „radi­ka­le lin­ke Schi­cke­ria, die Ita­li­en in ein Flücht­lings­la­ger ver­wan­deln will“. Um so dring­li­cher wird es, die Akti­vi­tät der NGO-See­not­ret­tung im zen­tra­len Mit­tel­meer mit Stra­te­gien der Auf­nah­me von Boots­flücht­lin­gen in Deutsch­land, Frank­reich und ande­ren EU-Län­dern zu ver­bin­den…” Mel­dung vom 18. Juni 2018 von und bei FFM-Online externer Link
  • Ret­tungs­schiff „Aqua­ri­us“ in Valen­cia ange­kom­men. Ärz­te ohne Gren­zen ver­ur­teilt Ita­li­ens Regie­rung für die Schlie­ßung sei­ner Häfen 
    Nach der poli­ti­schen Patt­si­tua­ti­on über das Schick­sal der im Mit­tel­meer geret­te­ten Men­schen ver­ur­teilt die medi­zi­ni­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Ärz­te ohne Gren­zen Ita­li­ens Regie­rung für die Schlie­ßung sei­ner Häfen. 630 geret­te­te Men­schen konn­ten aus die­sem Grund nicht in Ita­li­en an Land gehen und muss­ten eine vier­tä­gi­ge, beschwer­li­che Fahrt nach Spa­ni­en auf sich neh­men. Euro­päi­sche Regie­run­gen haben sich für poli­ti­sche Macht­spie­le ent­schie­den anstatt Leben zu ret­ten. „Valen­cia ist das Ende einer schreck­li­chen Tor­tur für 630 Men­schen. Jetzt muss eine ernst­haf­te euro­päi­sche Ver­pflich­tung ein­ge­gan­gen wer­den, Leben zu ret­ten und geret­te­te Men­schen ord­nungs­ge­mäß an Land zu brin­gen. Die Teams an Bord der ‚Aqua­ri­us‘ wer­den wei­ter­hin Such- und Ret­tungs­ak­tio­nen im zen­tra­len Mit­tel­meer durch­füh­ren”, sagt Kar­line Klei­jer, Not­fall­ko­or­di­na­to­rin bei Ärz­te ohne Gren­zen. „Die Män­ner, Frau­en und Kin­der an Bord der ‚Aqua­ri­us‘ sind vor Kon­flik­ten und Armut geflo­hen und haben schreck­li­che Miss­hand­lun­gen in Liby­en über­lebt. Sie wur­den wie Fracht von einem Boot zum ande­ren trans­por­tiert und ertru­gen die schwie­ri­gen Bedin­gun­gen auf der unnö­tig lan­gen Fahrt auf See”, sagt Klei­jer. „Wir sind Spa­ni­en dank­bar, dass sie ein­ge­grif­fen haben, obwohl ita­lie­ni­sche und ande­re euro­päi­sche Regie­run­gen in ihrer huma­ni­tä­ren Ver­ant­wor­tung schmäh­lich ver­sagt haben.”…” Pres­se­mit­tei­lung vom 17.06.2018 externer Link, sie­he auch die [Peti­ti­on] Der Streit um Migra­ti­on darf nicht auf Kos­ten von Men­schen in Not geführt wer­den und 20.000 in Rom auf der Stra­ße: Basis­ge­werk­schaft mobi­li­siert erfolg­reich gegen Rechts­re­gie­rung und ihre Men­schen­jagd
  • Geflüch­te­te sit­zen auf Schiff der US-Mari­ne fest. Erneut kein siche­rer Hafen für Migran­ten /​US-Navy ver­han­delt über wei­te­res Vor­ge­hen 
    Nach der Abwei­sung der »Aqua­ri­us« in Ita­li­en sit­zen erneut vie­le geret­te­te Migran­ten auf einem Schiff im Mit­tel­meer fest. Das US-Mari­ne­schiff »Tren­ton« habe mehr als 40 Über­le­ben­de und 12 Tote eines Unglücks an Bord und war­te immer noch auf eine Anwei­sung, wohin die­se gebracht wer­den könn­ten, erklär­te die deut­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch am Mitt­woch­abend. Sea-Watch war am Diens­tag zu dem Mari­ne­schiff geru­fen wor­den und kreuzt in der Gegend. Bis­her gebe es kei­ne Zuwei­sung für einen siche­ren Hafen für die Migran­ten. Eine Spre­che­rin der US-Navy erklär­te, dass man der­zeit mit den »inter­na­tio­na­len Part­nern« in Ver­hand­lun­gen über das wei­te­re Vor­ge­hen ste­he…” Agen­tur­mel­dung vom 14.06.2018 beim ND online externer Link
  • UN war­nen vor Tra­gö­die. „Aqua­ri­us“ wird in spa­ni­scher Hafen­stadt Valen­cia anle­gen 
    Für die „Aqua­ri­us“ ist eine Lösung gefun­den. Ihre Insas­sen wer­den im spa­ni­schen Valen­cia anlan­den. Doch der Fall wirft grund­sätz­li­che Fra­gen zur euro­päi­schen Flücht­lings­po­li­tik auf. Das Ret­tungs­schiff „Aqua­ri­us“ wird in der spa­ni­schen Hafen­stadt Valen­cia anle­gen. Das kün­dig­ten die spa­ni­schen Behör­den und die Orga­ni­sa­ti­on „Ärz­te ohne Gren­zen“, die das Schiff zusam­men mit SOS Medi­ter­ra­née betreibt, an. Ita­lie­ni­sche Mari­ne­schif­fe wer­den nach Anwei­sung der See­not-Ret­tungs­leit­stel­le in Rom 400 der 629 Flücht­lin­ge und Migran­ten von der „Aqua­ri­us“ über­neh­men und sie nach Valen­cia brin­gen, wie „Ärz­te ohne Gren­zen“ erklär­te. Die „Aqua­ri­us“ selbst wer­de mit den rest­li­chen 229 Insas­sen fol­gen. Seit dem Wochen­en­de harr­te das Schiff in Mit­tel­meer aus, weil die neue ita­lie­ni­sche Regie­rung die Häfen für die Ret­ter geschlos­sen hat. Die Inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on (IOM) warn­te vor wei­te­ren Zurück­wei­sun­gen von Ret­tungs­schif­fen im Mit­tel­meer. Eine gro­ße Tra­gö­die für die ver­zwei­fel­ten Men­schen an Bord wäre die Fol­ge, erklär­te IOM-Gene­ral­di­rek­tor Wil­liam Swing am Diens­tag in Genf. Die Blo­cka­de habe kei­nen „abschre­cken­den“ Effekt auf ande­re Men­schen, die über das Mit­tel­meer die Staa­ten Euro­pa errei­chen woll­ten. Die EU müs­se siche­re und lega­le Wege für die Migra­ti­on schaf­fen. (…) Der Geschäfts­füh­rer der Deut­schen Sek­ti­on von „Ärz­te ohne Gren­zen“, Flo­ri­an West­phal, wies dar­auf hin, dass die Zahl der Flücht­lin­ge aus Liby­en in den Som­mer­mo­na­ten wei­ter stei­gen wer­de. Mit der Sper­rung der ita­lie­ni­schen See­hä­fen und dem wach­sen­den Druck auf die See­not­ret­ter der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen wer­de bewusst in Kauf genom­men, dass die Men­schen im Mit­tel­meer ertrin­ken wer­den. „Die Fra­ge ist, bedeu­tet das Inter­na­tio­na­le See­not­recht, nach­dem wir han­deln, inner­halb der EU noch etwas, oder nicht?“ Der Spre­cher der Ret­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch, Ruben Neu­ge­bau­er, rief die EU zum Ein­grei­fen auf. „Euro­pa muss Ver­ant­wor­tung über­neh­men, einen Ver­teil­me­cha­nis­mus ein­füh­ren und Dub­lin aus­set­zen“, for­der­te Neu­ge­bau­er im WDR-Radio…” Bei­trag vom 13. Juni 2018 beim Miga­zin externer Link
  • Ita­li­en und EU: Macht­kampf über Migran­ten im Mit­tel­meer 
    Die sozi­al­de­mo­kra­ti­sche, spa­ni­sche Regie­rung hat sich dazu bereit erklärt, 629 Migran­ten auf dem NGO-Schiff Aqua­ri­us in Valen­cia auf­zu­neh­men, wie auch der EU-Migra­ti­ons­ko­mis­sar Avra­mo­pou­los bestä­tigt. Damit ist die Ver­sor­gung der Migran­ten sicher­ge­stellt. Der Macht­kampf über die Auf­nah­me von Migran­ten im Mit­tel­meer ist damit wohl nur kurz unter­bro­chen. Akut ist er zwi­schen Ita­li­en und Mal­ta aus­ge­bro­chen. Laut dem neu­en ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­ters hadert sein Land in der Sache grund­le­gend auch mit ande­ren EU-Län­dern: Frank­reich und Deutsch­land, woher NGOs kom­men, die im Mit­tel­meer aktiv sind, sowie Spa­ni­en. Zuge­spitzt hat­te sich der Streit über die Auf­nah­me von Migran­ten am Wochen­en­de zwi­schen Ita­li­en und Mal­ta. Das von der spa­nisch-deut­schen NGO SOS Médi­ter­an­né gechar­ter­te und von Ärz­te ohne Gren­zen mit­be­treu­te Ret­tungs­schiff Aqua­ri­us war von der See­not­ret­tungs­leit­stel­le in Rom (MRCC) zu meh­re­ren Not­fäl­len im Mit­tel­meer geru­fen wor­den und hat­te infol­ge der Aktio­nen schließ­lich die 629 Migran­ten aus Liby­en an Bord. Der Streit brach dann dar­über aus, wer die in See­not gera­te­nen und dann geret­te­ten Migran­ten auf­neh­men soll­te. Ita­li­en wei­ger­te sich, Mal­ta auch. So kam es, dass die Aqua­ri­us auf Anwei­sung der See­not­ret­tungs­leit­stel­le in Rom – bis zur befrei­en­den Erklä­rung aus Madrid – “stand-by” im Mit­tel­meer auf wei­te­re Anwei­sun­gen war­ten muss­te, indes­sen sich der Streit in den sozia­len Netz­wer­ken und den Medi­en hoch­schau­kel­te – unter­bro­chen von Alarm­mel­dun­gen, wonach man auf der Aqua­ri­us nicht die Mit­tel habe, um so vie­le Pas­sa­gie­re an Bord über eine län­ge­re Zeit zu ver­sor­gen. (…) Frank­reich wird sei­ne Mit­tel­meer­hä­fen nicht für Flücht­lin­ge von der liby­schen Küs­te öff­nen, Spa­ni­ens Hilfs­ak­ti­on war eine Aus­nah­me, und auch Deutsch­lands Regie­rung wird sich im Augen­blick kei­ne Erklä­rung leis­ten, nach der man bereit wäre, Migran­ten von Ita­li­en zu über­neh­men und sie direkt nach Deutsch­land zu brin­gen…” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 11. Juni 2018 bei tele­po­lis externer Link
  • Ret­tungs­schiff Aqua­ri­us: “Nah­rung und Was­ser rei­chen für zwei Tage”
    “Es ist eine dra­ma­ti­sche Situa­ti­on, die sich der­zeit im Mit­tel­meer abspielt: Ein Ret­tungs­schiff war­tet auf grü­nes Licht, um mehr als 600 Flücht­lin­ge an Land zu brin­gen. Doch sowohl Ita­li­en und als auch Mal­ta ver­wei­gern der Aqua­ri­us die Anle­ge­er­laub­nis. Bei­de EU-Staa­ten sind über­for­dert ange­sichts dem nicht abrei­ßen­den Flücht­lings­zu­strom und füh­len sich von Brüs­sel und Rest­eu­ro­pa in ihrer Flücht­lings­po­li­tik im Stich gelas­sen. Wäh­rend sich eine diplo­ma­ti­sche Kri­se zwi­schen Ita­li­en und Mal­ta hoch­schau­kelt, war­ten mehr als 600 Ein­wan­de­rer an Bord der Aqua­ri­us auf Hil­fe. Die Zeit drängt – Nah­rung und Was­ser auf dem Ret­tungs­schiff rei­chen für zwei bis drei Tage. Euro­news-Repor­te­rin Aneli­se Bor­ges ist an Bord der Aqua­ri­us – als ein­zi­ge Fern­seh-Jour­na­lis­tin…” Bericht von Andrea Buring & Aneli­se Bor­ges vom 11. Juni 2018 bei Euro­news externer Link mit kur­zen Video
  • Kei­ne Poli­tik auf den Rücken von Geflüch­te­ten: Die „Aqua­ri­us“ hat ein Not­ha­fen­recht! 
    Weder Ita­li­en noch Mal­ta haben das Recht, die Ein­fahrt des Ret­tungs­schiffs ‚Aqua­ri­us‘ zu ver­wei­gern. Zwei­fel­los sind die geret­te­ten Geflüch­te­ten in einer Not­si­tua­ti­on. In die­sen Fäl­len greift ein völ­ker­ge­wohn­heits­recht­li­ches Not­ha­fen­recht. Ein von mir beauf­trag­tes Bun­des­tags­gut­ach­ten bestä­tigt das“, erklärt der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Andrej Hun­ko anläss­lich einer „Schlie­ßung“ ita­lie­ni­scher und mal­te­si­scher Häfen für die „Aqua­ri­us“. Die 629 Geflüch­te­ten stam­men aus meh­re­ren Ret­tungs­mis­sio­nen auf hoher See, rund die Hälf­te von ihnen wur­de von der ita­lie­ni­schen Mari­ne an Bord genom­men und an das Schiff „Aqua­ri­us“ von der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on Ärz­te ohne Gren­zen über­ge­ben. (…) Der neue ita­lie­ni­sche Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni nutzt die Not­la­ge der Geflüch­te­ten für die ras­sis­ti­sche Stamm­tisch­po­li­tik sei­ner Lega Nord. Es ist auch die ver­fehl­te Außen­po­li­tik der Euro­päi­schen Uni­on, die Men­schen aus afri­ka­ni­schen Län­dern in die Boo­te treibt. Vie­len Geflüch­te­ten wür­de das Ertrin­ken erspart, wenn sich die EU-Mit­glied­staa­ten end­lich zu einer eige­nen See­not­ret­tungs­mis­si­on oder siche­ren Ein­rei­se­mög­lich­kei­ten ent­schlie­ßen wür­den. Ich begrü­ße des­halb die Initia­ti­ven der Bür­ger­meis­ter von Nea­pel und Paler­mo, die ihre Bereit­schaft zur Auf­nah­me der Geflüch­te­ten erklärt haben. Es han­delt sich um eine zutiefst mensch­li­che Initia­ti­ve inmit­ten einer von Ras­sis­mus, Chau­vi­nis­mus und Natio­na­lis­mus gepräg­ten Debat­te.“ Pres­se­mit­tei­lung 11. Juni 2018 von und bei Andrej Hun­ko, MdB Links­frak­ti­on externer Link, sie­he dazu:
  • Migra­ti­ons­for­scher über Roms Asyl­po­li­tik: „Die Ita­lie­ner haben Ver­bün­de­te“ 
    Meh­re­re EU-Län­der dürf­ten die neue Regie­rung bei ihrem Kurs gegen Ein­wan­de­rung unter­stüt­zen, sagt Andrew Ged­des. Was für Plä­ne wären denk­bar? (…) Tat­säch­lich war Sal­vi­nis Vor­gän­ger in Liby­en schon sehr aktiv, die Zusam­men­ar­beit ist sehr eng. Liby­en hat des­halb in den letz­ten 12 Mona­ten Zehn­tau­sen­de Flücht­lin­ge vom Meer zurück­ge­holt, die Ankunfts­zah­len in Ita­li­en sind in der Fol­ge um 80 Pro­zent gesun­ken. Die neue Regie­rung wird den Preis zah­len, um die­sen Zustand auf­recht­zu­er­hal­ten und die Hilfs­zah­lun­gen für Liby­en wei­ter auf­sto­cken. (…) Sol­che exter­ri­to­ria­len Asyl­ver­fah­rens­zen­tren sind ein Kon­zept, dass die EU immer wie­der auf­bringt. Es ist inspi­riert vom aus­tra­li­schen Modell auf den Pazi­fik­in­seln. Spa­ni­en hat davon immer wie­der gespro­chen und Marok­ko als Stand­ort ins Spiel gebracht. Und auch Tune­si­en wird in der Tat immer wie­der genannt. Doch es ist extrem schwer vor­stell­bar, dass die dor­ti­ge Regie­rung sich dar­auf ein­las­sen wür­de. Für sie wür­de das bedeu­ten, auf sehr lan­ge Zeit Ver­ant­wor­tung für alle Men­schen über­neh­men zu müs­sen, deren Asyl­an­trä­ge in die­sen Zen­tren abge­lehnt wer­den. Ich sehe nicht, dass es dazu eine Bereit­schaft gäbe, auch nicht mit signi­fi­kan­ten finan­zi­el­len Anrei­zen. Hin­zu kommt, dass Sal­vi­ni Tune­si­en erst am Sonn­tag gera­de­zu vor den Kopf gesto­ßen hat. Er sag­te, das Land wür­de „Sträf­lin­ge“ nach Ita­li­en expor­tie­ren – und die­se Äuße­rung kam genau zu der Zeit, als bei einem Schiffs­un­glück vor Tune­si­en vie­le Men­schen, die nach Euro­pa unter­wegs waren, ertrun­ken sind. (…) In der Tat sind die See­not­ret­tungs-NGOs von der Regie­rung schon län­ger als Schlep­per hin­ge­stellt wor­den. Die Rhe­to­rik des neu­en Innen­mi­nis­ters Matteo Sal­vi­ni ist beson­ders stark. Jetzt ist er in einer mäch­ti­gen Posi­ti­on, er wird das fort­set­zen und behaup­ten, dass die NGOs Kri­mi­nel­le sei­en und mit Schlep­pern zusam­men­ar­bei­ten. Doch die­se Stra­te­gie hat recht­li­che Gren­zen…” Inter­view von Chris­ti­an Jakob vom 6.6.2018 bei der taz online externer Link
  • Migran­ten: Ita­li­ens Prio­ri­tät lau­tet “Schickt sie nach Hau­se” 
    “Der neue Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni setzt auf mas­sen­haf­te Rück­füh­run­gen, gro­ße Ein­spa­run­gen beim Emp­fang und auf eine Geg­ner­schaft zu den NGOs. Mit Matteo Sal­vi­ni steht nun eine Reiz­fi­gur an der Spit­ze des ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­te­ri­ums. Mit ihm ver­bun­den sind einer­seits Befürch­tun­gen, dass nun eine stramm rech­te frem­den­feind­li­che Migra­ti­ons­po­li­tik gemacht wird, die auf Ang­st­ein­ja­gen und Popu­lis­mus grün­det. Es sei leicht ange­sichts die­ses Auf­stiegs ent­mu­tigt zu sein, kom­men­tiert in die­sem Sin­ne Craig Spen­cer, ein Arzt von der Aqua­ri­us, dem Schiff der NGO Ärz­te ohne Gren­zen. Die Orga­ni­sa­ti­on gehört nicht zu den Lieb­lin­gen der neu­en Regie­rung. Ander­seits sind aber auch Hoff­nun­gen mit Sal­vi­nis Migra­ti­ons­po­li­tik ver­bun­den, die sich ganz sicher nicht auf das Lager der Lega-Wäh­ler beschrän­ken. Es sind nicht nur Rech­te, die mit der Ein­wan­de­rung vie­ler Män­ner nicht zurecht­kom­men. (…) Ita­li­en wur­de allei­ne gelas­sen, wenn es um die Migran­ten ging, die über das Mit­tel­meer gekom­men waren, heißt der par­tei- und län­der­über­grei­fen­de Kon­sens. Weder von Poli­ti­kern noch aus den Medi­en ist zu die­ser Äuße­rung ein lau­ter und über­zeu­gen­der Wider­spruch zu hören. Auch nicht in Deutsch­land…” Bei­trag von Tho­mas Pany vom 4. Juni 2018 bei Tele­po­lis externer Link
  • [Sea-Eye] Flücht­lings­ret­ter im Mit­tel­meer “Euro­pa setzt uns unter Druck” 
    “… Was pas­siert gera­de auf der “See­fuchs”? Misch­kow­sky: Von der inter­na­tio­na­len Leit­stel­le für See­not­fäl­le in Rom (MRCC) haben wir den Auf­trag erhal­ten, mit den Flücht­lin­gen an Bord selbst einen Hafen in Ita­li­en anzu­steu­ern, Augus­ta auf Sizi­li­en, das sind noch 200 Kilo­me­ter. Dafür braucht man rund 20 Stun­den. Aktu­ell befin­den sich die Men­schen unge­schützt an Deck, zusam­men­ge­pfercht wie die Ölsar­di­nen, die sani­tä­ren Ver­hält­nis­se sind kata­stro­phal. Es gibt eine Toi­let­te, die Was­ser und Nah­rungs­vor­rä­te gehen gera­de zu Ende. (…) Das Boot hat bereits Schlag­sei­te und droht zu ken­tern, ein Wet­ter­um­schwung ist ange­kün­digt. (…) Wir benö­ti­gen drin­gend Unter­stüt­zung durch die Über­nah­me der Flücht­lin­ge auf ein ande­res, gro­ßes Schiff. Aber, anders als bis­her üblich, sagt MRCC in Rom, sie könn­ten nicht hel­fen. Wir glau­ben dage­gen, Ita­li­en will kei­ne wei­te­ren Flücht­lin­ge mehr auf­neh­men. Die Hel­fer sol­len nun selbst so unter Druck gera­ten, dass sie ihre Aktio­nen auf­ge­ben. (…) Wir sehen in Euro­pa einen kla­ren poli­ti­schen Rich­tungs­wech­sel. Man will unse­re Arbeit unmög­lich machen. Wir fah­ren auch wie­der hin­aus, not­falls, um einen ein­zi­gen Men­schen vor dem Ertrin­ken zu ret­ten”, erklärt der Sea-Eye-Ver­eins­vor­sit­zen­de Til­man Misch­kow­sky im Gespräch mit Susan­ne Koelbl bei Spie­gel online vom 28. Mai 2018 externer Link
  • Migran­ten aus Liby­en: Ita­li­en vor Gericht. Eine Kla­ge vor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te (EGMR) macht Ita­li­en für schwer­wie­gen­de Ver­stö­ße der liby­schen Küs­ten­wa­che ver­ant­wort­lich 
    Nomi­nell kommt nun Ita­li­ens Abrie­ge­lungs­po­li­tik vor das Men­schen­rechts­ge­richt, poli­tisch gese­hen steht die gan­ze EU vor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te (EGMR). Denn beklagt wird eine Pra­xis, die nicht nur von Ita­li­en, son­dern auch von ande­ren Mit­glieds­län­dern, zum Bei­spiel Deutsch­land, aktiv mit­ge­tra­gen und/​oder gefor­dert wird. Die For­de­rung nicht nur in Ita­li­en, son­dern auch inner­halb der EU heißt: Es sol­len so wenig Migran­ten wie irgend mög­lich aus Liby­en über das Mit­tel­meer nach Ita­li­en kom­men. Ein wich­ti­ges Hin­der­nis auf dem Weg ist die liby­sche Küs­ten­wa­che, die von Ita­li­en und der EU unter­stützt wird…” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 08. Mai 2018 bei tele­po­lis externer Link
  • Schiff von Jugend Ret­tet bleibt beschlag­nahmt: Kri­mi­na­li­sie­rung zivi­ler See­not­ret­tung 
    “Die Tel­tower Flücht­lings­hel­fer von Jugend Ret­tet e.V. schei­ter­ten am Diens­tag, 24. April, in Rom mit der Kla­ge auf die Rück­ga­be ihres Schiffs. Der Spre­cher der Orga­ni­sa­ti­on Juli­an Pahl­ke erklär­te, man wer­de wei­ter­hin Men­schen­le­ben ret­ten, solan­ge Men­schen im Mit­tel­meer ster­ben. Die Kri­mi­na­li­sie­rung zivi­ler See­not­ret­tung sei ein Skan­dal, so Michel Brandt von der Lin­ken, der beob­ach­tend zum Pro­zess nach Rom reis­te. Er for­dert die Bun­des­re­gie­rung zum Han­deln auf. Den ita­lie­ni­schen Ermitt­lungs­be­hör­den kon­sta­tiert Brandt eine „poli­ti­sche Will­kür“ gegen­über der deut­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on. Gegen Jugend Ret­tet wird seit 2017 wegen Bei­hil­fe zur ille­ga­len Migra­ti­on ermit­telt. (…) Die zivi­len Ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen sol­len von der zen­tra­len Mit­tel­meer­rou­te ver­schwin­den, erklär­te Juli­an Pahl­ke von Jugend Ret­tet. Die Hel­fer befürch­ten als Kon­se­quenz aus dem Vor­ge­hen der Behör­den eine stei­gen­de Zahl an Toten im Mit­tel­meer. Trotz der Ent­schei­dung des Kas­sa­ti­ons­ge­richts kün­di­gen die Hel­fer an, sich trotz der Ent­schei­dung über die „Iuven­ta“ wei­ter enga­gie­ren zu wol­len. „Denn solan­ge Men­schen im Mit­tel­meer ster­ben, wer­den wir wei­ter­ma­chen“, so Pahl­ke wei­ter…” Bei­trag vom 25. April 2018 von und bei Beob­ach­ter News externer Link (Vor­ge­schich­te sie­he wei­ter unten)
  • Wer ret­tet eigent­lich noch Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer?
    “Immer wie­der ver­su­chen Men­schen, über das Mit­tel­meer nach Euro­pa zu kom­men. Doch die Zahl der zivi­len Ret­ter im Meer ist deut­lich gesun­ken. (…)”Ita­li­en zieht sich immer mehr aus der Koor­di­na­ti­on der Ret­tun­gen auf dem Mit­tel­meer zurück”, sagt SOS-Spre­che­rin Cier­nioch. Ziel sei es, die Ein­sät­ze bis 2020 kom­plett den Liby­ern zu über­las­sen. Also einem Land, das im Bür­ger­krieg ver­sinkt und in dem die staat­li­chen Struk­tu­ren zer­fal­len sind. Aus­ge­rüs­tet und trai­niert von der EU soll die liby­sche Küs­ten­wa­che Migran­ten von der Über­fahrt abhal­ten. Amnes­ty Inter­na­tio­nal warf Tei­len der liby­schen Küs­ten­wa­che vor, mit Men­schen­schmugg­lern zu koope­rie­ren. Ein Men­schen­le­ben zählt kaum etwas in dem Land, wo Migran­ten in Lagern unter­kom­men, in denen nach Anga­ben des UN-Men­schen­rechts­kom­mis­sars “Fol­ter und schlech­te Behand­lung sys­te­ma­tisch” sind. Der huma­ni­tä­re Ansatz, den die ita­lie­ni­sche Regie­rung von 2013 an bei der See­not­ret­tung von Migran­ten hat­te, sei am Ende, erklärt Pao­lo Cut­tit­ta vom Ams­ter­dam Cent­re for Migra­ti­on and Refu­gee Law. Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen sei­en von Part­nern zu Geg­nern gewor­den, und die liby­schen Behör­den führ­ten für Ita­li­en das Abdrän­gen von Flücht­lin­gen aus. Zeit­wei­se waren nur noch zwei zivi­le Schif­fe im Mit­tel­meer zur Ret­tung unter­wegs: Die “Aqua­ri­us” und die “See­fuchs” der Regens­bur­ger Initia­ti­ve Sea-Eye. Es waren ein­mal mehr als zehn. (…) Dass sich der Zustand der Flüch­ten­den kon­stant ver­schlim­mert, bezeu­gen Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen und ita­lie­ni­sche Behör­den. Zuletzt brach ein Mann bei der Ankunft in Sizi­li­en zusam­men. Er war ver­hun­gert. Der Bür­ger­meis­ter der Stadt Poz­zal­lo, Rober­to Ammatu­na, fand damals nur fol­gen­de Wor­te: “Sie waren alle nur Haut und Kno­chen, als wür­den sie aus einem Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger der Nazis kom­men.” Bei­trag von Annet­te Reu­ther und Simon Kre­mer vom 23. April 2018 bei der Augs­bur­ger All­ge­mei­nen online externer Link
  • Ita­lie­ni­sche Behör­den beschlag­nah­men erneut Ret­tungs­schiff 
    “… Nach der Ret­tung von Geflüch­te­ten und einer Kon­fron­ta­ti­on mit der liby­schen Küs­ten­wa­che ist ein Schiff der spa­ni­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on »Proac­ti­via Open Arms« von den ita­lie­ni­schen Behör­den beschlag­nahmt wor­den. »Die Beschlag­nah­mung des Schif­fes ist prä­ven­tiv, aber wir sind der kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung beschul­digt und sol­len ille­ga­le Ein­wan­de­rung för­dern«, schrieb dazu der Grün­der der in Bar­ce­lo­na ansäs­si­gen Orga­ni­sa­ti­on, Oscar Camps, in der Nacht zu Mon­tag auf Twit­ter. Zunächst durf­te das Schiff kei­nen Hafen anlau­fen. Nach einer 30-stün­di­gen War­te­zeit stimm­ten die ita­lie­ni­schen Behör­den zu, das Schiff im sizi­lia­ni­schen Poz­zal­lo anle­gen zu las­sen. Der Grund für das Rin­gen dürf­ten die über 200 Geflüch­te­ten an Bord gewe­sen sein. Camps zufol­ge hat­te die Besat­zung der »Proac­ti­via Open Arms« die Geflüch­te­ten in inter­na­tio­na­len Gewäs­sern, 73 See­mei­len vor der liby­schen Küs­te geret­tet. In die­ser Ent­fer­nung zur Küs­te gel­ten liby­sche Geset­ze nicht mehr und weder ita­lie­ni­sche noch liby­sche Küs­ten­wa­che sind zustän­dig. Den­noch sei man von der liby­schen Küs­ten­wa­che bedroht wor­den und auf­ge­for­dert wor­den, die Geflüch­te­ten zu über­ge­ben. Als sich die Crew nach eige­nen Anga­ben wei­ger­te, die Men­schen her­aus­zu­ge­ben, sei­en sie mit Schüs­sen bedroht wor­den. (…) Die Orga­ni­sa­ti­on Mis­si­on Life­li­ne, die selbst ein Ret­tungs­schiff betreibt, reagier­te empört. »Nach­dem die soge­nann­te Liby­sche Küs­ten­wa­che in inter­na­tio­na­len Gewäs­sern die Besat­zung des Ret­tungs­schiffs mit Waf­fen bedroh­te und die Her­aus­ga­be von Schiff­brü­chi­gen ver­lang­te, um die­se zurück nach Liby­en zu brin­gen, ist mit der Beschlag­nah­me eine neue Stu­fe des Rechts­bruchs erreicht«, erklär­te Mit­be­grün­der Axel Stei­er…” Bericht von und bei neu­es Deutsch­land vom 19. März 2018 externer Link
  • Flücht­lin­ge in Ita­li­en: Ein Euro für jede Kis­te Man­da­ri­nen 
    “Vie­le Flücht­lin­ge, die über das Mit­tel­meer nach Euro­pa kom­men, stran­den in Süd­ita­li­en. Dort wer­den vie­le von ihnen als Tage­löh­ner bei der Ern­te von Zitrus­früch­ten aus­ge­beu­tet. Hil­fe kommt von den Gewerk­schaf­ten. (…) Einen Euro pro Kis­te Man­da­ri­nen ver­die­nen Ern­te­hel­fer im süd­ita­lie­ni­schen Kala­bri­en. Mit 25 Euro pro Tag und ohne Sozi­al­ab­ga­ben beträgt der Lohn die Hälf­te des tarif­li­chen Mini­mums. Weder ver­schärf­te Geset­ze gegen die ille­ga­le Anwer­bung von Tage­löh­nern noch Poli­zei­kon­trol­len auf den Plan­ta­gen been­de­ten bis­lang die Aus­beu­tung. „Nie­mand küm­mert sich um die Men­schen hier, auch die Kir­che schläft“, klagt Bar­to­lo­meo Mer­cu­ri, Vor­sit­zen­der des Ver­eins „Il Cen­aco­lo“ aus dem benach­bar­ten Maro­pa­ti, der Mahl­zei­ten und Nah­rungs­mit­tel an die Bewoh­ner des Zelt­la­gers ver­teilt. Die stren­ge­ren Geset­ze zeig­ten kei­ne Wir­kung. „Die Lage hier wird immer schlim­mer, es kom­men immer mehr Men­schen, aber es gibt weni­ger Arbeit“, sagt Mer­cu­ri. (…) Die ille­ga­le Anwer­bung der Tage­löh­ner wird nach Gewerk­schafts­an­ga­ben von Clans der Ndran­ghe­ta, der kala­bre­si­schen Mafia, orga­ni­siert. Die jun­ge Gewerk­schaf­te­rin Celes­te Logi­ac­co zeigt kei­ne Angst vor den Clans und den ille­ga­len Arbeits­ver­mitt­lern. Mor­gens um fünf geht die Mit­ar­bei­te­rin der größ­ten ita­lie­ni­schen Gewerk­schaft CGIL zu den Sam­mel­stel­len für Ern­te­hel­fer. „Sie wol­len wis­sen, wie sie an eine Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung kom­men und wie Ver­trä­ge hier funk­tio­nie­ren, wir bera­ten sie“, schil­dert die jun­ge Frau ihre Auf­ga­be…” Bericht von Bet­ti­na Gab­be vom 2. März 2018 bei Miga­zin externer Link
  • Ita­li­en: 10.000 Geflüch­te­te leben unter men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen – Bericht zeigt Gewalt gegen Flücht­lin­ge und Migran­ten an der fran­zö­si­schen Gren­ze 
    “… Für den Bericht „Harm­ful Bor­ders“ haben Mit­ar­bei­ter von Ärz­te ohne Gren­zen im August und Sep­tem­ber 2017 in der Stadt Ven­ti­miglia nahe der fran­zö­si­schen Gren­ze 287 Geflüch­te­te befragt. Die Ergeb­nis­se zei­gen, dass Geflüch­te­te trotz des for­mal noch gül­ti­gen Schen­gen-Abkom­mens regel­mä­ßig nach Ita­li­en zurück­ge­zwun­gen wer­den und in Ven­ti­miglia in infor­mel­len Sied­lun­gen ohne aus­rei­chen­den Zugang zu Hilfs­gü­tern und medi­zi­ni­scher Ver­sor­gung hau­sen. Fast jeder vier­te Geflüch­te­te berich­te­te von Gewalt an der Gren­ze, meist durch ita­lie­ni­sche und fran­zö­si­sche Grenz­po­li­zis­ten. Der Bericht „Out of Sight“ doku­men­tiert dar­über hin­aus 20 Todes­fäl­le von Geflüch­te­ten in den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren beim Ver­such, die Gren­zen zu Frank­reich, der Schweiz und zu Öster­reich zu über­que­ren. (…) „Wir erken­nen kei­ne län­ger­fris­ti­gen Stra­te­gien, die Grund­be­dürf­nis­se einer rela­tiv über­sicht­li­chen Zahl von Men­schen zu gewähr­leis­ten, die unter unmensch­li­chen Bedin­gun­gen leben“, sagt Tom­ma­so Fab­bri, Pro­jekt­lei­ter für Ärz­te ohne Gren­zen in Ita­li­en. „Statt­des­sen beob­ach­ten wir immer häu­fi­ger eine Kri­mi­na­li­sie­rung von Flücht­lin­gen und Migran­ten sowie der Men­schen, die ihnen hel­fen. Die euro­päi­sche und ita­lie­ni­sche Poli­tik soll­te den geflüch­te­ten Män­nern, Frau­en und Kin­dern hel­fen und ihnen nicht scha­den. Es ist Zeit, den Kurs zu ändern.“…” Pres­se­mit­tei­lung vom 8. Febru­ar 2018 von und bei Ärz­te ohne Gren­zen externer Link mit Links zu den bei­den eng­lisch­spra­chi­gen Berich­ten „Harm­ful Bor­ders“ und „Out of Sight“
  • [Ster­ben­las­sen auf See!] Ita­li­en zieht Ret­tungs­kräf­te aus Zen­tra­lem Mit­tel­meer zurück 
    Wie der Cor­rie­re del­la Sera mel­det, haben das ita­lie­ni­sche Innen­mi­nis­te­ri­um, Fron­tex und die EU ein Abkom­men abge­schlos­sen, das die See­not­ret­tung im Zen­tra­len Mit­tel­meer auf­gibt und bereits am 1. Febru­ar 2018 in Kraft tre­ten soll. Die neue Ope­ra­ti­on unter dem Namen The­mis löst die Ope­ra­ti­on Tri­ton (seit 2014) ab und sieht vor, dass ita­lie­ni­sche Patrouil­len nur noch im ita­lie­ni­schen Küs­ten­be­reich von 24 Mei­len Patrouil­le fah­ren sowie dass geret­te­te Boat-peop­le nicht mehr nach Ita­li­en, son­dern in den „nächs­ten“ Hafen gefah­ren wer­den sol­len. Bei der Eile, mit der die­ses Abkom­men abge­schloss­sen wur­de, ist kaum damit zu rech­nen, dass die ita­lie­ni­sche Küs­ten­wa­che umfas­send ein­be­zo­gen wur­de. Tune­si­sche Häfen ste­hen nicht für die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen bereit, die nach Euro­pa auf­ge­bro­chen sind. So ist mit einer sprung­haf­ten Zunah­me der Unsi­cher­hei­ten bei See­not­ret­tun­gen auf dem Mit­tel­meer und mit sehr viel mehr Ertrun­ke­nen in den kom­men­den Wochen und Mona­ten zu rech­nen – falls sich kei­ne umfas­sen­de Gegen­be­we­gung for­miert.” Mel­dung vom 31. Janu­ar 2018 bei ffm-online – For­schungs­ge­sell­schaft Flucht & Migra­ti­on externer Link – ent­schei­dend dabei: Es fehlt ein Wort: Statt NÄCHSTER SICHERER HAFEN nur noch NÄCHSTER HAFEN. Die neue Ope­ra­ti­on The­mis von Fron­tex und EU wider­spricht damit inter­na­tio­na­lem See- und Völ­ker­recht. Und Rück­zug der ital. Patrouil­len bedeu­tet Ster­ben­las­sen auf See! Sie­he dazu:
    • Wie die EU die See­not­ret­tung abschaff­te
      “Gehei­me Über­wa­chung und zwie­lich­ti­ge Befeh­le – mit einer mehr­mo­na­ti­gen Kam­pa­gne ent­fern­te die Euro­päi­sche Uni­on zivi­le See­not­ret­ter aus dem Mit­tel­meer. Erst­mals ver­öf­fent­lich­te Doku­men­te zei­gen jetzt, wie ita­lie­ni­sche Behör­den gegen „Jugend Ret­tet” vor­gin­gen. Auch wenn deut­sche Medi­en kaum noch dar­über berich­ten: Wei­ter­hin ster­ben Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer. Allei­ne im Janu­ar 2018 ertran­ken fast 200 Men­schen auf der Flucht nach Euro­pa. Die EU-Mit­glieds­staa­ten ver­su­chen von ihrem Ver­sa­gen abzu­len­ken, statt Men­schen­le­ben zu ret­ten. Die Flucht über das Mit­tel­meer wur­de in den ver­gan­ge­nen Mona­ten sys­te­ma­tisch durch die EU erschwert. Liby­sche Mili­zen haben nicht nur ein­hei­mi­sche Gewäs­ser, son­dern auch dar­an anschlie­ßen­de inter­na­tio­na­le Gewäs­ser zum Sperr­ge­biet für zivi­le See­ret­tungs­mis­sio­nen erklärt. Die Ursa­chen für die Flucht aus Liby­en blei­ben bestehen: Die Ver­hält­nis­se in liby­schen Lagern sind men­schen­ver­ach­tend. Die EU schreckt nicht davor zurück, mit der liby­schen Dik­ta­tur zu koope­rie­ren. Um die Mit­tel­meer­rou­te von Liby­en nach Euro­pa zu sper­ren, nah­men EU-Mit­glieds­staa­ten auch Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen ins Visier – erst­mals ver­öf­fent­lich­te Doku­men­te zei­gen jetzt, wie die See­ret­tung im ver­gan­ge­nen Jahr Schritt für Schritt kri­mi­na­li­siert wur­de…” Bericht von Arne Sems­rott vom 31. Janu­ar 2018 bei jib​-collec​ti​ve​.net externer Link
    • Sehens­wert dazu auch der Bericht von Niko­laus Stei­ner “Kri­mi­nel­le See­not­ret­ter? Der Fall IUVENTA” bei Moni­tor vom 1. Febru­ar 2018 externer Link (Video­län­ge: ca. 5 Min., abruf­bar bis zum 1. Febru­ar 2019)
  • Ita­li­en stat­tet die orga­ni­sier­te liby­sche Kri­mi­na­li­tät mit Droh­nen aus…
    „Mit dem Ein­satz von Droh­nen treibt Ita­li­en die Auf­rüs­tung der liby­schen Küs­ten­wa­che vor­an. Die Euro­päi­sche Uni­on unter­stützt die Maß­nah­men: Im die­ses Jahr been­de­ten EU-For­schungs­pro­jekt ‚Clo­seye‘ wur­de die Nut­zung grö­ße­rer Droh­nen vor der liby­schen Küs­te vor­be­rei­tet. Auch die Grenz­agen­tur Fron­tex war dar­an betei­ligt, Por­tu­gal steu­er­te wei­te­re unbe­mann­te Auf­klä­rer bei. Von den zukünf­ti­gen Droh­nen­flü­gen pro­fi­tiert auch das Mili­tär in Liby­en, das die Küs­ten­wa­che befeh­ligt“, erklärt der euro­pa­po­li­ti­sche Spre­cher der Frak­ti­on DIE LINKE, Andrej Hun­ko. Die ita­lie­ni­sche Mari­ne schult Ange­hö­ri­ge der liby­schen Küs­ten­wa­che zur Teil­nah­me an einem mili­tä­ri­schen Chat-Sys­tem. Ita­li­en errich­tet in Tri­po­lis außer­dem ein mari­ti­mes Lage­zen­trum für die liby­sche Küs­te, das bald an das euro­päi­sche Sys­tem ‚Seahor­se Medi­ter­ra­ne­an‘ zur Über­wa­chung des Mit­tel­meers ange­schlos­sen wird. Das Vor­ha­ben wird von der EU-Kom­mis­si­on finan­zi­ell unter­stützt“ – so beginnt die Pres­se­mit­tei­lung „Unnö­ti­ge Auf­rüs­tung: Nach U‑Booten schickt Ita­li­en Droh­nen zur Migra­ti­ons­kon­trol­le vor Liby­en“ von Andrej Hun­ko vom 21. Dezem­ber 2017 externer Link auf sei­ner Web­sei­te. Dar­in wird unter ande­rem auch noch fest gehal­ten: „Jede Unter­stüt­zung der liby­schen Küs­ten­wa­che hilft der Trup­pe bei der bru­ta­len Ver­fol­gung Geflüch­te­ter. Das beweist auch die Ant­wort des Aus­wär­ti­gen Amtes zu einem Ein­satz am 6. Novem­ber, bei dem die Besat­zung eines liby­schen Patrouil­len­boo­tes aber­mals für Tote gesorgt hat. Acht der drei­zehn Besat­zungs­an­ge­hö­ri­gen durch­lie­fen zuvor Aus­bil­dungs­maß­nah­men in EUNAVFOR MED“.
  • Neu­es aus Ita­li­en: Zwi­schen Kri­mi­na­li­sie­rung der See­not­ret­tung und liby­schem Bür­ger­krieg 
    Noch immer wird die Arbeit von pri­va­ten See­not­ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen durch ita­lie­ni­sche Behör­den blo­ckiert, gleich­zei­tig wer­den dubio­se liby­sche Mili­zen unter­stützt. Der dor­ti­ge Bür­ger­krieg ver­schärft die Lage von Flücht­lin­gen wäh­rend­des­sen immer wei­ter…” Bericht von Judith Gleit­ze vom 01.11.2017 bei Pro Asyl externer Link
  • See­not­ret­ter in Not. Sea-Watch-Spre­cher Ruben Neu­ge­bau­er über fau­le Kam­pa­gnen und über­la­de­ne Schif­fe
    “… Wir kön­nen uns nicht mehr dar­auf ver­las­sen, dass sich an grund­le­gen­de völ­ker­recht­li­che Grund­la­gen gehal­ten wird. Die zivi­le See­not­ret­tung ist im Moment tat­säch­lich in Gefahr. (…)Ita­li­en unter­stützt mit sei­nem Ein­satz eine liby­sche Bür­ger­kriegs­frak­ti­on. Das sorgt für neue Span­nun­gen im Land und kann den Kon­flikt wei­ter eska­lie­ren las­sen. Die Gegen­leis­tung für die Unter­stüt­zung ist das Zurück­hal­ten von Flücht­lin­gen. Die liby­schen Mili­zen – nichts ande­res ist die soge­nann­te Küs­ten­wa­che – sind teil­wei­se kor­rupt und ste­hen mit Schlep­pern in Kon­takt. Sie leis­ten die Drecks­ar­beit für Rom und die EU und wer­den dafür aus­ge­rüs­tet…” Inter­view von Sebas­ti­an Bähr vom 09.08.2017 beim ND online externer Link mit Sea-Watch-Spre­cher Ruben Neu­ge­bau­er. Sie­he auch unser Dos­sier zu Pro­jekt Sea-Watch: Nicht län­ger taten­los zuse­hen, wie Men­schen im Mit­tel­meer ster­ben
  • Stoppt das Ster­ben, nicht die Ret­tung! #fre­ei­uven­ta 
    Stoppt das Sterben, nicht die Rettung! #freeiuventaAm 31.07.17 wur­de das Schiff IUVENTA der See­not­ret­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on Jugend Ret­tet von ita­lie­ni­schen Behör­den beschlag­nahmt. In einem dazu­ge­hö­ri­gen Durch­su­chungs­be­schluss wird von einer mög­li­chen Zusam­men­ar­beit mit liby­schen Schlep­pern gespro­chen. Die­ser Vor­fall ereig­ne­te sich, kurz nach­dem die NGO den vor­ge­leg­ten „Code of Con­duct“ des ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­te­ri­ums nicht unter­zeich­net hat­te. Ver­schie­de­ne NGOs haben den „Code of Con­duct“ nicht unter­zeich­net, weil sie befürch­ten, dass dadurch ihre Arbeit unzu­läs­sig ein­ge­schränkt wird und sie in Kon­flikt mit dem Völ­ker­recht gera­ten. Auch der wis­sen­schaft­li­che Dienst des Bun­des­tags kommt zu dem Schluss, dass der „Code of Con­duct“ völ­ker­rechts­wid­rig ist. Aber das Bild in der Öffent­lich­keit wird durch sol­che Anschul­di­gun­gen trotz­dem nach­hal­tig geschä­digt. Dabei sind es gera­de die­se Orga­ni­sa­tio­nen, die gül­ti­gen Men­schen­rech­ten auf Leben und Sicher­heit auf hoher See Gel­tung ver­schaf­fen. (…) Die Iuven­ta muss unver­züg­lich an Jugend Ret­tet zurück­ge­ge­ben wer­den, damit sie wei­ter Geflüch­te­te aus See­not ret­ten kön­nen. (…) Die euro­päi­sche Staa­ten­ge­mein­schaft muss die See­not­ret­tung mit Schif­fen im Mit­tel­meer über­neh­men, damit die NGOs die Arbeit ein­stel­len kön­nen. Bis es eine wirk­sa­me staat­li­che Ret­tungs­mis­si­on gibt, müs­sen die See­not­ret­tungs-NGOs unter­stützt wer­den, statt sie mit halt­lo­sen Anschul­di­gun­gen zu über­zie­hen. (…) Wir for­dern siche­re und lega­le Flucht­we­ge nach Euro­pa. Es ist uner­träg­lich, dass Men­schen die Flucht aus Kri­sen­ge­bie­ten oft mit ihrem Leben bezah­len müs­sen…” State­ment zum Mit­zeich­nen auf der Akti­ons­sei­te externer Link – sie­he zwei Hin­ter­grund­bei­trä­ge zu Iuven­ta:
    • Anti-Flücht­lings-Schiff auch in Tune­si­en nicht will­kom­men. Fischer ver­hin­dern mit ihrem Pro­test Ein­lau­fen der »C‑Star« /​Ver­bin­dun­gen zwi­schen Iden­ti­tä­ren und Ermitt­lun­gen gegen »Jugend ret­tet« offen­ge­legt
      “… Die »C‑Star« ist auch in Tune­si­en nicht will­kom­men. In der Küs­ten­stadt Zar­zis im Süd­os­ten des Lan­des spann­ten Fischer Ban­ner mit der Auf­schrift »No Racists« an ihre Boo­te, um zu zei­gen, was sie von der Iden­ti­tä­ren-Mis­si­on »Defend Euro­pe« hal­ten. Ihr Pro­test war erfolg­reich: Das Schiff mit den völ­kisch-natio­na­lis­ti­schen Akti­vis­ten an Bord lief den Hafen am Sonn­tag nicht an, wie die AFP berich­te­te. (…)Ange­führt wur­de der Pro­test in Zar­zis von der Fischer­ver­ei­ni­gung. »Wir wer­den den Kanal schlie­ßen, der (den Schif­fen) zur Ver­sor­gung dient«, droh­te deren Vor­sit­zen­dee Cham­s­ed­di­ne Bou­ras­si­ne. »Das ist das Min­des­te, was wir tun kön­nen ange­sichts des­sen, was im Mit­tel­meer geschieht, ange­sichts des Ster­bens von Mus­li­men und Afri­ka­nern«, so Bou­ras­si­ne gegen­über einem AFP-Repor­ter. Die Agen­tur berich­te­te, dass zudem der 2015 mit dem Frie­dens­no­bel­preis aus­ge­zeich­ne­te Gewerk­schafts­dach­ver­band UGTT am Mon­tag dazu auf­rief, die Lan­dung der »C‑Star« abzu­weh­ren. »Lasst nicht das Ras­sis­mus-Schiff die tune­si­schen Häfen besu­deln! Ver­treibt sie, wie es eure Brü­der in Zar­zis und Sfax getan haben!«, schrieb UGTT… “ Bei­trag von Kat­ja Herz­berg bei neu­es Deutsch­land vom 7. August 2017 externer Link
    • Lebens­ret­ter wer­den zu Kri­mi­nel­len erklärt
      Ita­li­en beschlag­nahmt deut­sches Hilfs­schiff. Der Kampf der Euro­päi­schen Uni­on gegen die unab­hän­gi­gen See­not­ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen eska­liert
      Mit der Beschlag­nah­me des deut­schen Ret­tungs­schif­fes “Iuven­ta” durch ita­lie­ni­sche Behör­den Anfang August wur­de ein neu­er Höhe­punkt in der seit Mona­ten anhal­ten­den Kam­pa­gne euro­päi­scher Regie­run­gen gegen die pri­va­ten See­not­ret­ter erreicht. Nach zahl­lo­sen ver­ba­len Angrif­fen nun ein ers­ter hand­fes­ter Über­griff auf die zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen, die im Mit­tel­meer jeden Tag Män­ner, Frau­en und Kin­der aus Afri­ka vor dem Ertrin­ken ret­ten. Als Bei­hil­fe zur unge­setz­li­chen Ein­rei­se wird das denun­ziert. Flücht­lin­ge wer­den ille­ga­li­siert und Hel­fer kri­mi­na­li­siert…” Arti­kel von Tho­mas Moser vom 07. August 2017 bei tele­po­lis externer Link
    • Bun­des­re­gie­rung muss tätig wer­den: Free Iuven­ta!
      Das Aus­wär­ti­ge Amt muss sich dafür ein­set­zen, das von Ita­li­en beschlag­nahm­te Schiff der Orga­ni­sa­ti­on Jugend Ret­tet e.V. her­aus­zu­ge­ben. Der Bran­den­bur­ger Ver­ein wird zum Spiel­ball einer euro­päi­schen Migra­ti­ons­po­li­tik, die über Lei­chen geht. Ret­tungs­ka­pa­zi­tä­ten von EU-Mit­glied­staa­ten vor der liby­schen Küs­te wer­den her­un­ter­ge­fah­ren, wäh­rend die kri­mi­nel­len liby­schen Küs­ten­wa­chen tech­nisch und logis­tisch unter­stützt wer­den“, kri­ti­siert der euro­pa­po­li­ti­sche Spre­cher Frak­ti­on DIE LINKE im Bun­des­tag, Andrej Hun­ko. Die ita­lie­ni­sche Staats­an­walt­schaft ließ das Ret­tungs­schiff „Iuven­ta“ am Mitt­woch vor Lam­pe­du­sa beschlag­nah­men. Als angeb­li­che Bewei­se gegen die Ret­te­rIn­nen die­nen abge­hör­te Gesprä­che, Fotos vom Dieb­stahl eines Außen­bord­mo­tors durch Schleu­ser und Aus­sa­gen eines Spit­zels, der womög­lich Ver­bin­dun­gen zu den rechts­ra­di­ka­len „Iden­ti­tä­ren“ hat. Gegen wei­te­re Ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, dar­un­ter Ärz­te ohne Gren­zen, wird eben­falls ermit­telt…” Pres­se­mit­tei­lung von und bei Andrej Hun­ko vom 07. August 2017 externer Link
    • Bewei­se gegen „Iuven­ta“ gefälscht?
      Weni­ge Tage nach der Beschlag­nah­me des Schif­fes Iuven­ta der Tel­tower Orga­ni­sa­ti­on Jugend Ret­tet wer­den Zwei­fel an der Ver­si­on der Staats­an­walt­schaft Tra­pa­ni laut. Sie bezie­hen sich auf die in den meis­ten Medi­en ver­brei­te­ten Fotos und Vide­os der ita­lie­ni­schen Staats­po­li­zei. Der Foto­graf und Repor­ter Eric Mar­quardt, der selbst an Bord von Ret­tungs­schif­fen war und Mis­sio­nen doku­men­tiert hat, ist sich sicher: Bewei­se einer Kol­lu­si­on zwi­schen Schlep­pern und der Crew der Iuven­ta lie­fern sie nicht. (…) Das Bild zei­ge kei­ne „Schmugg­ler“, son­dern gewalt­be­rei­te Die­be, die die Gele­gen­heit nut­zen, um den Außen­bord­mo­tor des Flücht­lings­boo­tes abzu­zie­hen. „Sol­che Situa­tio­nen sind lei­der all­täg­lich“, schreibt Mar­quardt: „Oft kön­nen die NGOs, die nicht bewaff­net sind, nicht gegen die­se Engi­ne-Fisher vor­ge­hen und sind ihnen selbst schutz­los aus­ge­lie­fert.“ Tat­säch­lich habe er bei sei­ner Fahrt auf der See­fuchs der Regens­bur­ger Orga­ni­sa­ti­on Sea-Eye fest­ge­stellt: Es gebe „zahl­rei­che Nach­wei­se für die Zusam­men­ar­beit von liby­scher Küs­ten­wa­che mit Schlep­pern oder Engi­ne-Fishern“. (…) Mar­quardts Fazit: Die Zusam­men­ar­beit zwi­schen liby­scher Küs­ten­wa­che und Schlep­pern wird von Ita­li­en und der EU „offen­bar in Kauf genom­men, weil die Mili­zen die ‚Drecks­ar­beit‘ vor der liby­schen Küs­ten machen“. Von selt­sa­men Zufäl­len ist aber auch bei Famiglia Cris­tia­na die Rede. Das ita­lie­ni­sche Maga­zin hat in einem am Frei­tag online ver­öf­fent­lich­ten Dos­sier auf eine inter­es­san­te Ver­bin­dung auf­merk­sam gemacht: Zwi­schen den Ermitt­lun­gen der Staats­an­walt­schaft in Tra­pa­ni gegen Jugend Ret­tet und Defend Euro­pe, einer von der rechts­ra­di­ka­len soge­nann­ten Iden­ti­tä­ren Bewe­gung ins Leben geru­fe­nen Orga­ni­sa­ti­on…” Bei­trag von Mari­an Schrau­be vom 05.08.2017 im Blog der Frei­tag-Com­mu­ni­ty externer Link
  • Die Part­ner im EU-Krieg gegen Flücht­lin­ge: Liby­sche Fun­di-Geschäf­te­ma­cher 
    Was öffent­lich­keits­wirk­sam als »Krieg gegen Schlep­per« ver­kauft wird, ist fak­tisch ein »Krieg gegen Flücht­lin­ge«. In Liby­en herr­schen Recht­lo­sig­keit und Will­kür. Fol­ter und Ver­ge­wal­ti­gun­gen sind in den Flücht­lings­haft­la­gern an der Tages­ord­nung. Die von der ita­lie­ni­schen Regie­rung und der EU for­cier­te Stra­te­gie ist dar­auf aus­ge­rich­tet, Men­schen an der Flucht aus den dor­ti­gen Zustän­den in Rich­tung Euro­pa zu hin­dern“ – aus der Stel­lung­nah­me „Krieg gegen Schlep­per? Krieg gegen Flücht­lin­ge!“ am 03. August 2017 bei Pro­Asyl externer Link, wor­in abschlie­ßend bemerkt wird: „Ita­li­en will die Arbeit der See­not­ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen nun – mit Rücken­de­ckung der EU – nicht nur mas­siv beschrän­ken, sie sol­len vor allem aus der Zone vor Liby­en abge­drängt wer­den. Denn die pri­va­ten Orga­ni­sa­tio­nen ret­ten nicht nur Leben, son­dern sind zumin­dest par­ti­ell auch die ein­zi­gen Beob­ach­ter der men­schen­ver­ach­ten­den Koope­ra­ti­on mit den liby­schen Kräf­ten. Und Zeu­gen von men­sch­rechts­ver­let­zen­den Aktio­nen vor Liby­en will Ita­li­en, will die EU mit Sicher­heit nicht haben…
  • Gut­ach­ten: Kodex für See­not­ret­ter ver­stößt gegen Völ­ker­recht
    “… Der Ver­such Ita­li­ens, Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen bei der Ret­tung von Flücht­lin­gen im Mit­tel­meer ein­zu­schrän­ken, ver­stößt einem Bun­des­tags-Gut­ach­ten zufol­ge gegen Völ­ker­recht. Das Gut­ach­ten der Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te des Bun­des­ta­ges sieht die EU-Staa­ten völ­ker­recht­lich in der Pflicht, bei der Ret­tung von Men­schen aus See­not zusam­men­zu­ar­bei­ten. Dazu gehö­re auch, zivi­len Schif­fen mit Flücht­lin­gen an Bord einen Not­ha­fen anzu­bie­ten. Damit stützt das Gut­ach­ten die Posi­ti­on der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen. Ita­li­en hat damit gedroht, den Schif­fen der pri­va­ten See­not­ret­ter das Ein­lau­fen in ita­lie­ni­sche Häfen zu ver­wei­gern, wenn die­se nicht einen Ver­hal­tens­ko­dex unter­zeich­nen, den die Regie­rung Anfang Juli vor­ge­legt hat­te. In dem Gut­ach­ten schrei­ben die Wis­sen­schaft­li­che Diens­te, zwar hät­ten die EU-Mit­glied­staa­ten einen Ermes­sens­spiel­raum. Die­ser dür­fe aber nicht dazu füh­ren, dass die Koor­di­nie­rung von Ret­tungs­ak­tio­nen blo­ckiert wird oder ins Lee­re läuft…” Bei­trag vom 4. August 2017 von und bei Miga­zin externer Link mit kos­ten­lo­sen Down­load der im Bei­trag erwähn­ten Gut­ach­ten des Wis­sen­schaft­li­chen Diens­tes des Bun­des­ta­ges
  • Abschot­tung schlägt Völ­ker­recht
    “… »Wir tun das, was eigent­lich Auf­ga­be der Regie­rung wäre.« So ist ein Inter­view mit dem Ber­li­ner Rechts­ra­di­ka­len Robert Timm in der »Jun­gen Frei­heit« über­schrie­ben. Der deut­sche Kopf der »Iden­ti­tä­ren Bewe­gung« spricht dort über die Behin­de­rung der See­not­ret­ter im Mit­tel­meer. Für ihn bedeu­tet es »Grenz­schutz«. Timm ist Besat­zungs­mit­glied auf dem Schiff »C‑Star«. Mit wei­te­ren völ­ki­schen Kadern aus ganz Euro­pa will er die bereits unter poli­ti­schem Beschuss ste­hen­den Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen von ihrer Arbeit abhal­ten. Dabei läuft jedoch nicht alles nach Plan. Nach­dem der Bür­ger­meis­ter der sizi­lia­ni­schen Hafen­stadt Cata­nia den Rechts­ra­di­ka­len kei­ne Infra­struk­tur zur Ver­fü­gung stel­len woll­te, kam nun auch von Kre­ta eine Absa­ge. »Die­ser Ort hat gezeigt, dass Faschis­mus hier nicht durch­kommt«, erklär­te kürz­lich Theo­dosi­os Kalant­za­kis, Bür­ger­meis­ter der Küs­ten­stadt Ier­a­pe­tra. (…) Die ita­lie­ni­sche Regie­rung scheint sich der­weil die Wor­te der »Iden­ti­tä­ren Bewe­gung« zu Her­zen zu neh­men. Nach­dem der Groß­teil der im Mit­tel­meer akti­ven Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen am Mon­tag­abend die Unter­schrift unter einen von Rom gefor­der­ten »Ver­hal­tens­ko­dex« ver­wei­ger­te, beschlag­nahm­ten ita­lie­ni­sche Behör­den am Mitt­woch das Ret­tungs­schiff »Iuven­ta« der deut­schen Orga­ni­sa­ti­on Jugend Ret­tet. (…) Wäh­rend die öffent­li­che Auf­merk­sam­keit sich mit den Vor­wür­fen gegen die Ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen beschäf­tigt, geht das Ster­ben im Mit­tel­meer indes wei­ter. Mit­ar­bei­ter der Ret­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on SOS Médi­ter­ra­née bar­gen am Diens­tag acht Lei­chen aus einem Schlauch­boot…” Bei­trag von Sebas­ti­an Bähr bei neu­es Deutsch­land vom 4. August 2017 externer Link
  • Vie­le See­not­ret­ter ver­wei­gern sich Ita­li­ens Ver­hal­tens­ko­dex /​Initia­ti­ven wol­len Ein­sät­ze wie bis­her fort­set­zen /​Rom droht mit der Sper­rung sei­ner Häfen 
    “Meh­re­re nicht­staat­li­che Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen haben die Unter­schrift unter den umstrit­te­nen Ver­hal­tens­ko­dex der ita­lie­ni­schen Regie­rung für Flücht­lings­ret­ter im Mit­tel­meer ver­wei­gert. »Ärz­te ohne Gren­zen« erklär­te am Diens­tag zur Begrün­dung, eben­so wie in Kran­ken­häu­sern akzep­tie­re man auf den Schif­fen grund­sätz­lich kei­ne bewaff­ne­ten Poli­zis­ten. »Ärz­te ohne Gren­zen ist eine unab­hän­gi­ge, neu­tra­le und unpar­tei­li­che pri­va­te Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on. Die Prä­senz von bewaff­ne­ten Per­so­nen in einem unse­rer Pro­jek­te gefähr­det unse­re Neu­tra­li­tät und unse­re Arbeit. Sie kann uns selbst zum Ziel eines Angriffs wer­den las­sen«, so Flo­ri­an West­phal, Geschäfts­füh­rer der deut­schen Sek­ti­on von »Ärz­te ohne Gren­zen«. Ita­li­en droht den pri­va­ten Ret­tern mit der Sper­rung sei­ner Häfen, wenn sie den Kodex nicht befol­gen. (…) West­phal kün­dig­te an: »Wir wer­den wei­ter Such- und Ret­tungs­ein­sät­ze unter der Koor­di­na­ti­on der Leit­stel­le für See­not­ret­tung in Rom (MRCC) und in Über­ein­stim­mung mit allen rele­van­ten inter­na­tio­na­len Geset­zen sowie dem See­recht durch­füh­ren.« Der Ver­hal­tens­ko­dex schrän­ke dage­gen die ohne­hin zu klei­nen Hilfs­ka­pa­zi­tä­ten wei­ter ein…” Bei­trag vom 1. August 2017 in neu­es Deutsch­land online externer Link – sie­he dazu:
    • Gut­ach­ten belegt: Völ­ker­recht steht über auf­ge­zwun­ge­nem „Ver­hal­tens­ko­dex“ für Ret­tungs­mis­sio­nen
      “„Der ita­lie­ni­sche ‚Ver­hal­tens­ko­dex‘ für Ret­tungs­mis­sio­nen im Mit­tel­meer ist eine poli­ti­sche Kampf­an­sa­ge, juris­tisch ist er aber bedeu­tungs­los. Denn immer noch gilt das unver­brüch­li­che Völ­ker­recht. In den meis­ten Fäl­len kön­nen Geflüch­te­te auf den Ret­tungs­schif­fen nicht medi­zi­nisch behan­delt wer­den. Dann greift bei­spiels­wei­se das Not­ha­fen­recht“, kom­men­tiert der euro­pa­po­li­ti­sche Spre­cher der Links­frak­ti­on anläss­lich eines Gut­ach­tens des Wis­sen­schaft­li­chen Diens­tes im Bun­des­tag zur See­not­ret­tung im Mit­tel­meer. Ita­li­en drängt Ret­tungs­mis­sio­nen im Mit­tel­meer zum Unter­schrei­ben eines „Ver­hal­tens­ko­dex“. Geflüch­te­te dürf­ten nicht mehr an grö­ße­re Schif­fe über­ge­ben, son­dern müss­ten in Häfen nach Ita­li­en gebracht wer­den. Dort sol­len die Hel­fe­rIn­nen Befra­gun­gen der Behör­den erdul­den. Schließ­lich zwingt der „Ver­hal­tens­ko­dex“ auch zur Ein­wil­li­gung, die Poli­zei mit­fah­ren zu las­sen. (…) Wenn der Ver­trag nicht unter­schrie­ben wird, ent­steht auch kei­ne recht­li­che Bin­dung. Es gel­ten wie üblich das Völ­ker­recht, die SAR-Kon­ven­ti­on und das UN-Über­ein­kom­men zum Schutz des mensch­li­chen Lebens auf See. Ich befürch­te, dass sowohl Ita­li­en als auch die Euro­päi­sche Uni­on trotz­dem wei­ter an der Gän­ge­lung der Ret­ter arbei­ten. Soweit bekannt, haben die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on und die Grenz­agen­tur Fron­tex den ‚Ver­hal­tens­ko­dex‘ aner­kannt. Wir müs­sen des­halb mit allen Mit­teln ver­hin­dern, dass die dort ent­hal­te­nen For­de­run­gen in Rats­schluss­fol­ge­run­gen mün­den…” Pres­se­mit­tei­lung von Andrej Hun­ko vom 1. August 2017 externer Link mit Link zum Gut­ach­ten des Wis­sen­schaft­li­chen Diens­tes des Deut­schen Bun­des­tags
    • Anm.: Der gan­ze Vor­gang ent­hüllt eine extrem gefähr­li­che Ten­denz. In allen völ­ker­recht­li­chen Ver­ein­ba­run­gen – inkl. dem Grund­ge­setz – ste­hen die Men­schen­rech­te an obers­ter Stel­le; mit Blick beson­ders in die deut­sche Geschich­te, ist das kein Zufall. Die Men­schen­rech­te wur­den zwar bereits in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der igno­riert, zu Guns­ten einer men­schen­rechts­feind­li­chen Wirt­schafts­po­li­tik umin­ter­pre­tiert und auch pro­pa­gan­dis­tisch aus­ge­schlach­tet. Neu an der Behand­lung von pri­va­ten Ret­tungs­ak­ti­on durch die deut­sche und euro­päi­sche Flücht­lings­po­li­tik ist jedoch der Ver­such einer Lega­li­sie­rung der Behin­de­rung oder gar des Ver­bots Men­schen in offen­sicht­li­cher Lebens­ge­fahr zu ret­ten. Hier geht es nicht mehr nur um unter­las­se­ner Hil­fe­leis­tung (die gibt es auch im Sozi­al­recht, vgl. Hartz IV), son­dern dar­um, aus Grün­den ver­meint­li­cher Sys­tem­sta­bi­li­tät Men­schen (wie­der) legal ster­ben zu las­sen. Dass Pro­blem “Flücht­lin­ge” ent­hüllt nur eine heim­li­che Ver­än­de­rung, der als unver­brüch­lich dekla­rier­ten mora­li­schen Prä­mis­se, deren offe­ne Auf­ga­be bis­her als völ­lig undenk­bar erschien. Dabei soll­te nie­mand sich etwas vor­ma­chen: Als uner­wünscht und als Belas­tung wer­den nicht nur die Flücht­lin­ge ver­stan­den. “Die Flücht­lin­ge” die­nen nur als Ver­suchs­ob­jekt um zu tes­ten, wie weit man gegen kann, um uner­wünsch­te Men­schen bewusst ster­ben zu las­sen und wel­che Ideo­lo­gie sich für sol­che Ziel­set­zung am erfolg­reichs­ten ein­set­zen lässt. Außer­dem benö­tigt auch die deut­sche Kriegs­po­li­tik wie­der Men­schen, die “für das Vater­land” ande­re umbrin­gen und selbst bereit sind für sol­che Wahn­vor­stel­lun­gen zu ster­ben.
  • Migran­ten aus Liby­en: Ita­li­en will die Öff­nung euro­päi­scher Häfen. Deutsch­land und ande­re EU-Län­der sind dage­gen. Sie fürch­ten die “Sog­wir­kung”
    “Die ita­lie­ni­sche Regie­rung läuft in der Fra­ge der Auf­nah­me von Migran­ten gegen eine Bas­ti­on an. Mit Not­ru­fen und Dro­hun­gen sucht sie Ent­ge­gen­kom­men von ande­ren EU-Staa­ten. Die jüngs­te Dro­hung lau­tet, dass man in einem “ein­sei­ti­gen Akt aus der Ope­ra­ti­on Tri­ton aus­stei­gen” könn­te, wie es über ita­lie­ni­sche Medi­en ver­brei­tet wur­de. Ende Juni gab es den Not­ruf mit der Dro­hung, ein Hafen­ver­bot für NGO-Schif­fe zu erlas­sen. (…) Doch hat sich der Ver­tre­ter des größ­ten und mäch­tigs­ten EU-Lan­des ganz unmiss­ver­ständ­lich gegen die­se For­de­rung gestellt: “Eine soge­nann­te Regio­na­li­sie­rung der Ret­tungs­ak­tio­nen der Regie­run­gen unter­stüt­zen wir nicht”, wird Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re zitiert. Deutsch­land ist nicht allei­ne mit dem “Nein”, auch Frank­reich, die Nie­der­lan­de und Bel­gi­en sind dage­gen. (…) Rom wird trotz­dem nicht locker­las­sen. Man sei am Limit, heißt es seit Wochen.” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 12. Juli 2017 bei Tele­po­lis externer Link
  • Hilf­lo­sig­keit der EU: Deut­li­che Kri­tik an geplan­tem Kodex für See­not­ret­ter im Mit­tel­meer 
    Nicht­staat­li­che Orga­ni­sa­tio­nen ret­ten Tau­sen­den schiff­brü­chi­gen Flücht­lin­gen im Mit­tel­meer das Leben. Ita­li­en will sie dazu zwin­gen, einen Ver­hal­ten­ko­dex zu unter­schrei­ben, der ihnen Fehl­ver­hal­ten unter­stellt. Der von Ita­li­en gefor­der­te Ver­hal­tens­ko­dex für nicht­staat­li­che Ret­ter von Flücht­lin­gen im Mit­tel­meer stößt auf Kri­tik. Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen und Poli­ti­ker warn­ten am Don­ners­tag davor, dass ein sol­ches Regel­werk zu mehr toten Flücht­lin­gen füh­ren kön­ne…” Arti­kel von Nata­lia Mat­ter vom 7. Juli 2017 beim Miga­zin externer Link
  • Euro­päi­sche Wer­te 
    Italienische Behörden beschlagnahmen erneut Rettungsschiff - Free "Open Arms"!In einer erneu­ten Zuspit­zung der deutsch-euro­päi­schen Flücht­lings­ab­wehr droht die Regie­rung Ita­li­ens mit der Sper­rung ihrer Häfen für Ret­tungs­boo­te mit Flücht­lin­gen an Bord. Man sei nicht bereit, wei­ter­hin Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men, wenn die ande­ren EU-Staa­ten dabei kei­ne ange­mes­se­ne Unter­stüt­zung leis­te­ten, erklärt das Innen­mi­nis­te­ri­um in Rom. Weit davon ent­fernt, hel­fend ein­zu­grei­fen, kon­zen­triert sich Ber­lin wei­ter­hin auf teu­re Maß­nah­men zur Flücht­lings­ab­wehr; neben der liby­schen Küs­ten­wa­che sol­len dazu künf­tig süd­li­by­sche Clans her­an­ge­zo­gen wer­den, die bis­lang gegen Geld die Wei­ter­rei­se aus Niger an die liby­sche Küs­te ermög­lich­ten, jetzt aber – gegen Bezah­lung aus Brüs­sel – Flücht­lin­ge sys­te­ma­tisch auf­grei­fen und fest­set­zen sol­len. Sowohl der liby­schen Küs­ten­wa­che wie auch süd­li­by­schen Clans wer­den schwe­re Men­schen­rechts­ver­bre­chen an Migran­ten vor­ge­wor­fen. In Kür­ze könn­ten Flücht­lin­ge es auch noch mit Faschis­ten aus Euro­pa zu tun bekom­men: Akti­vis­ten der soge­nann­ten “Iden­ti­tä­ren”, einer Mode­strö­mung der extre­men Rech­ten, wol­len mit einem Schiff im Mit­tel­meer inter­ve­nie­ren – um dort Ret­tungs­boo­te mit Flücht­lin­gen zu stop­pen. Zugleich steigt die Zahl der auf der Über­fahrt über das Mit­tel­meer umge­kom­me­nen Migran­ten wei­ter­hin stark an; sie liegt nach Berech­nun­gen von Flücht­lings­or­ga­ni­sa­tio­nen, addiert man die Todes­op­fer der Jah­re seit 2000, womög­lich bereits bei mehr als 37.000…” Eige­ner Bericht vom 30.06.2017 bei Ger­man-For­eign-Poli­cy externer Link
  • Migra­ti­on aus Liby­en: Ita­li­en erwägt Hafen­ver­bot für NGO-Schif­fe 
    Das Land ist poli­tisch mit der Auf­nah­me der Migran­ten über­for­dert. Die Debat­te sucht sich mit den See­not­ret­tern “Sün­den­bö­cke” für eine Här­te-Situa­ti­on, die kei­ne leich­ten Lösun­gen bie­tet (…) Alle sol­len es hören: Ita­li­en weist jetzt laut auf die Opti­on hin, dass es sei­ne Häfen für NGOs schlie­ßen könn­te. Dort sitzt die Haupt­bot­schaft. Dass der stän­di­ge Reprä­sen­tant Ita­li­ens bei der EU, Mau­ri­zio Mas­sa­ri, for­mell das Man­dat bekam, um das dring­li­che The­ma “Flücht­lin­ge aus Liby­en” beim EU-Kom­mis­sar für Migra­ti­on Dimi­tris Avra­mo­pou­los anzu­spre­chen, ist nicht der “Weck­ruf”. (…) Es wird immer nur beteu­ert, wie sehr man sich der schwie­ri­ge Lage Ita­li­ens bewusst ist, dass das Land allein gelas­sen wer­de und dass man hel­fen müs­se, aber recht viel mehr als eine Auf­sto­ckung von Unter­stüt­zungs­zah­lun­gen hat die EU nicht anzu­bie­ten. Die Soli­da­ri­tät der EU-Mit­glied­staa­ten ist bei der Auf­nah­me von Flücht­lin­gen bekannt­lich sehr begrenzt. (…) See­gren­zen sind kei­ne Land­gren­zen. Dass die For­de­rung nach Schlie­ßung der Häfen für Flücht­lings-Schif­fe der NGOs nicht offi­zi­ell erho­ben wird, son­dern über Quel­len aus Regie­rungs­krei­sen in die Öffent­lich­keit gebracht wird, hat sei­nen Grund dar­in, dass der Regie­rung sehr wohl bewusst ist, dass dies auf recht­li­che Pro­ble­me stößt. Es geht um die Bot­schaft: “Wir haben genug, wir sind über­for­dert, wir kön­nen auch anders, dras­ti­scher.”…” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 29. Juni 2017 bei tele­po­lis externer Link
  • Migran­ten in Ita­li­en: Die neu­en Skla­ven Euro­pas 
    In Ita­li­en, das mit gro­ßem Ein­satz Migran­ten auf­nimmt, wer­den die­sel­ben Migran­ten gna­den­los aus­ge­beu­tet. Gro­ße Tei­le der Land­wirt­schaft leben von die­sen Aus­ge­beu­te­ten. Nicht nur in Süd­ita­li­en – aber dort funk­tio­niert das Sys­tem beson­ders per­fi­de…” Repor­ta­ge von Jan-Chris­toph Kitz­ler vom 29.06.2017 beim Deutsch­land­funk externer Link
  • Roms Bür­ger­meis­te­rin will kei­ne Migran­ten mehr auf­neh­men. Die ewi­ge Stadt erlebt eine gra­vie­ren­de Kri­sen­si­tua­ti­on, es herrscht EU-Ver­druss
    Roms Bür­ger­meis­te­rin, Vir­gi­nia Rag­gi (Movi­men­to 5 Stel­le), will kei­ne Migran­ten mehr auf­neh­men. Mit einem Schrei­ben an das Innen­mi­nis­te­ri­um for­der­te sie, dass kei­ne wei­te­ren nach Rom geschickt wer­den. Im Zuge der lan­des­wei­ten Umver­tei­lung und dem unge­heu­ren Zustrom, unter­liegt Rom seit vie­len Mona­ten einem enor­men Druck und sei ein­fach nicht mehr in der Lage, wei­te­re Migran­ten auf­zu­neh­men. “Ich hof­fe sehr, dass die Regie­rung das berück­sich­tigt”, betont Rag­gi. Es gebe zu gro­ße sozia­le Span­nun­gen und es sei an der Zeit, auf die Bür­ger Roms zu hören. Jeder zwei­te Römer leh­ne mitt­ler­wei­le die Auf­nah­me wei­te­rer Migran­ten ab. Lui­gi Di Maio, Par­tei­kol­le­ge und mög­li­cher Kan­di­dat für das Pre­mier­mi­nis­ter­amt, unter­stützt die For­de­rung der Bür­ger­meis­te­rin und wen­det sich mit Inbrunst an ganz Euro­pa, denn das The­ma der Euro­päi­schen Uni­on und das der Immi­gra­ti­on sei­en eins: “Wenn wir das Migran­ten­pro­blem nicht lösen, wer­den die ita­lie­ni­schen Bür­ger sich mehr und mehr davon über­zeu­gen, dass Euro­pa nichts bringt.” Inzwi­schen glei­che das Land einem Dampf­koch­topf, der bald explo­die­ren wird…” Arti­kel von Jen­ny Perel­li vom 26. Juni 2017 bei tele­po­lis externer Link
  • Bericht von Amnes­ty Inter­na­tio­nal: Ita­lie­ni­sche Poli­zei soll Flücht­lin­ge miss­han­delt haben
    Die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Amnes­ty Inter­na­tio­nal wirft der ita­lie­ni­schen Poli­zei schwe­re Miss­hand­lun­gen von Flücht­lin­gen vor. Sicher­heits­kräf­te sol­len Men­schen mit Schlä­gen und Elek­tro­schock­ge­rä­ten zur Abga­be ihrer Fin­ger­ab­drü­cke gezwun­gen haben. In eini­gen Fäl­len lie­fen die Miss­hand­lun­gen auf Fol­ter hin­aus. (…) Sicher­heits­kräf­te hät­ten Flücht­lin­ge mit Schlä­gen und Elek­tro­schock­ge­rä­ten zur Abga­be von Fin­ger­ab­drü­cken gezwun­gen, heißt es in einer Unter­su­chung, die in Rom vor­ge­legt wur­de. In eini­gen Fäl­len lie­fen die Miss­hand­lun­gen “auf Fol­ter hin­aus”. Die Befun­de beru­hen auf der Befra­gung von rund 170 Flücht­lin­gen. Zu den Miss­hand­lun­gen kam es laut Amnes­ty in den so genann­ten “Hot­spots”…Bei­trag bei der Tages­schau online vom 3.11.2016 externer Link. Sie­he dazu:
  • Flücht­lin­ge in Ita­li­en: Am Limit
    Zwar sind seit fast einem Jahr Kriegs­schif­fe der EU im Ein­satz, um Schlep­per zu über­füh­ren – trotz­dem ist die Zahl der Flücht­lin­ge, die in Euro­pa ankom­men, nicht klei­ner gewor­den. Die Lager in Ita­li­en sind rest­los über­füllt. Vie­le Flücht­lin­ge wol­len wei­ter in ande­re Län­der, aber dür­fen es nicht. Dazu kommt der Pro­test der Ein­hei­mi­schen…” Bei­trag vom 16.08.2016 beim Deutsch­land­funk externer Link
  • Flücht­lin­ge in Ita­li­en: Cha­os im über­for­der­ten Durch­gangs­land
    Weil Deutsch­land, Öster­reich und Frank­reich ihre Gren­zen momen­tan beson­ders streng kon­trol­lie­ren, kam­pie­ren Hun­der­te Flücht­lin­ge in Ita­li­ens Bahn­hö­fen. Die Zustän­de sind kata­stro­phal. Rechts­po­pu­lis­ten ver­su­chen, von dem Cha­os zu pro­fi­tie­ren…” Bei­trag von Til­mann Klein­jung auf tages​schau​.de vom 12. Juni 2015 externer Link. Aus dem Text: “… Ita­li­en sei ein Durch­gangs­land, sagt der Asyl­rechts­ex­per­te Gian­fran­co Schia­vo­ne. Die Leu­te täten alles, um ihre Fin­ger­ab­drü­cke nicht in Ita­li­en erfas­sen zu las­sen, damit sie woan­ders einen Asyl­an­trag stel­len kön­nen. In Ita­li­en kamen ver­gan­ge­nes Jahr rund 170.000 Men­schen an, aber nur 70.000 Men­schen stell­ten einen Asyl­an­trag. Alle ande­ren haben ihren Antrag in ande­ren euro­päi­schen Län­dern gestellt. (…) Doch der Weg in die ande­ren euro­päi­schen Län­der ist aktu­ell blo­ckiert. Wegen des G7-Gip­fels in Elmau zu Wochen­be­ginn (letz­ter Woche) und der hoch­ka­rä­tig besetz­ten Bil­der­berg-Kon­fe­renz in Tirol wird an den deut­schen und öster­rei­chi­schen Grenz­über­gän­gen stren­ger kon­trol­liert. Auch Frank­reich weist an sei­ner Gren­ze zu Ita­li­en poten­zi­el­le Flücht­lin­ge kon­se­quent zurück…” Sie­he auch:
  • Pro­test afri­ka­ni­scher Flücht­lin­ge an ita­lie­nisch-fran­zö­si­scher Gren­ze
    Ita­lie­ni­sche Poli­zis­ten haben am Sams­tag einen Sitz­streik von rund 200 Flücht­lin­gen an der ita­lie­nisch-fran­zö­si­schen Gren­ze been­det, mit dem die­se ihre Ein­rei­se nach Frank­reich erzwin­gen woll­ten…Arti­kel bei der Neu­en Luzer­ner Zei­tung Online vom 13. Juni 2015 externer Link
  • Tod im Mit­tel­meer: Die ita­lie­ni­sche Flucht nach vorn
    500 bis 600 tote Flücht­lin­ge lie­gen seit Wochen am Grund des Mit­tel­meers, ein­ge­schlos­sen in dem geken­ter­ten Boot, das sie in die Tie­fe zerr­te. Rom will die sie, die den jüngs­ten Grenz­skan­dal aus­ge­löst haben, nun doch ber­gen las­sen…Bei­trag von Regi­na Ker­ner in der Frank­fur­ter Rund­schau vom 20. Mai 2015 externer Link. Aus dem Text: “…Was die Augen nicht sehen, tut dem Herz nicht weh“, lau­tet ein ita­lie­ni­sches Sprich­wort. Es passt gut auf das, was geschah, nach­dem Mit­te April mehr als 700 Boots­flücht­lin­ge im Mit­tel­meer ertrun­ken sind. Nur 26 Lei­chen wur­den gebor­gen, die anfäng­li­che Betrof­fen­heit über das Leid der Opfer ver­flog rasch. Euro­pa kon­zen­triert sich jetzt auf den Streit über die Ver­tei­lung von Flücht­lin­gen. (…) Jetzt aber will Ita­li­ens Pre­mier Matteo Ren­zi die Lei­chen doch ber­gen las­sen. „Wir wer­den das Boot hoch­ho­len. Ich will, dass die gan­ze Welt sieht, was gesche­hen ist“, ver­kün­de­te er am Diens­tag­abend im Fern­se­hen. 15 bis 20 Mil­lio­nen Euro wer­de die Ber­gung aber schon kos­ten. Ren­zi: „Ich hof­fe, dass Euro­pa zahlt, wenn nicht, machen wir das.“ …
  • Flücht­lings­pro­tes­te in Ita­li­en: Pro­test mit zuge­näh­tem Mund
    Die Lebens­be­din­gun­gen in ita­lie­ni­schen Auf­fang­la­gern sind erbärm­lich. Nun rebel­lie­ren Flücht­lin­ge mit ver­zwei­fel­ten Aktio­nen. Ein links­de­mo­kra­ti­scher Poli­ti­ker hat sich für drei Tage in ein Lager in Lam­pe­du­sa ein­ge­schli­chen…” Arti­kel von Patri­cia Arnold, Mai­land, in der NZZ online vom 26. Dezem­ber 2013 externer Link
  • Migran­ten mit Kri­mi­nel­len gleich­ge­setzt. Lage auf Lam­pe­du­sa und neue Pro­test­ak­tio­nen schü­ren Debat­te um Flücht­lings­po­li­tik in Ita­li­en
    Erst wur­de bekannt, dass Flücht­lin­ge im Auf­fang­la­ger in Lam­pe­du­sa zum Teil wie Tie­re behan­delt wer­den und jetzt haben acht Migran­ten in einem Heim in Rom einen grau­sa­men Pro­test insze­niert.
    Aus einem Feu­er­zeug haben sie sich eine Art Nadel gebas­telt; dann haben sie Fäden aus einer alten Decke gezo­gen und sich anschlie­ßend damit den Mund zuge­näht: Acht Nord­afri­ka­ner – vier Tune­si­er und vier Marok­ka­ner – haben so dage­gen pro­tes­tiert, dass sie seit Mona­ten in Rom in einem Auf­fang­la­ger fest­ge­hal­ten wer­den und dort dar­auf war­ten müs­sen, dass sie offi­zi­ell iden­ti­fi­ziert wer­den. Sie alle waren ille­gal nach Ita­li­en gekom­men und wer­den jetzt wie Kri­mi­nel­le behan­delt
    …” Arti­kel von Anna Mal­di­ni, Rom, aus neu­es deutsch­land vom 23. Dezem­ber 2013 externer Link , doku­men­tiert beim Frie­dens­rat­schlag
  • Lam­pe­du­sa: Das Geschäft mit den Flücht­lings­la­gern
    Wegen men­schen­un­wür­di­ger Zustän­de bekommt das Lam­pe­du­sa-Camp einen neu­en Betrei­ber. Doch auch die Zustän­de in den übri­gen 26 Flücht­lings­zen­tren in Ita­li­en sind kaum bes­ser…” Arti­kel von Regi­na Ker­ner in der FR online vom 21. Dezem­ber 2013 externer Link
  • Flücht­lin­ge auf Lam­pe­du­sa: Die Insel der klei­nen Ges­ten
    Hil­fe­su­chen­de Flücht­lin­ge, eine hilfs­be­rei­te Bevöl­ke­rung, eine über­for­der­te Bür­ger­meis­te­rin, eine inak­ti­ve Regie­rung: zu Besuch in Lam­pe­du­sa. Arti­kel von Micha­el Braun in der taz vom 23.10.2013 externer Link
  • Flücht­lings­dra­ma vor Ita­li­en: Trau­er­fei­er ohne Über­le­ben­de
    In der sizi­lia­ni­schen Stadt Agri­gent wur­de den Toten des Schiffs­un­glücks vor Lam­pe­du­sa gedacht. Die Über­le­ben­den durf­ten nicht teil­neh­men. Ihnen blieb nur der Pro­test. Die Trau­er­fei­er für die 366 Opfer der Flücht­lings­ka­ta­stro­phe von Lam­pe­du­sa hat am Mon­tag­nach­mit­tag im sizi­lia­ni­schen Agri­gent ohne die Über­le­ben­den des Unglücks statt­ge­fun­den. Über­le­ben­de und zum Teil Ange­hö­ri­ge der Toten hat­ten mor­gens auf Lam­pe­du­sa mit einem Sitz­streik und bei einem Besuch im Rat­haus ver­geb­lich ver­sucht, doch noch teil­neh­men zu kön­nen. Am Nach­mit­tag war­fen sie Blu­men­krän­ze ins Mit­tel­meer vor Lam­pe­du­sa…” afp-Mel­dung in der taz online vom 22. 10. 2013 externer Link
  • Ita­li­en fliegt “Sen­sen­mann” gegen Migran­ten und die Mafia
    Zur Abwehr uner­wünsch­ter Migra­ti­on setzt die Mari­ne moder­ne Droh­nen ein. Flü­ge fin­den über hoheit­li­chem Gewäs­ser statt, für das Ita­li­ens Flug­lot­sen zustän­dig sind…” Arti­kel von Mat­thi­as Mon­roy in tele­po­lis vom 22.10.2013 externer Link
  • Flücht­lings­wel­le: Sizi­li­en erklärt Not­stand
    Ita­li­ens Mari­ne hat knapp 500 Boots­flücht­lin­ge aus dem Mit­tel­meer geret­tet. Sizi­li­en reagiert mit der Aus­ru­fung des Not­stands.
    Der Flücht­lings­strom will nicht abrei­ßen: In den ver­gan­ge­nen Tagen sind knapp 500 Flücht­lin­ge aus dem Mit­tel­meer geret­tet wor­den. Sizi­li­en hat nun wegen der stei­gen­den Zahl von Ankömm­lin­gen den Not­stand aus­ge­ru­fen. Dadurch könn­ten Maß­nah­men zum Umgang mit dem Ansturm beschleu­nigt wer­den, erklär­te Gou­ver­neur Rosa­rio Cro­cet­ta. Vor allem geht es dar­um, zusätz­li­che Finanz­mit­tel frei­zu­ge­ben, um die Arbeit der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen zu sichern
    …” Arti­kel vom 16.10.2013 bei DiePres​se​.com externer Link
  • Flücht­lings­tra­gö­die vor Lam­pe­du­sa: Grenz­schutz per Flug­zeug­trä­ger
    Ita­li­en will mit einer neu­en „huma­ni­tä­ren“ Mili­tär­mis­si­on das Meer siche­rer machen. Sein rigi­des Aus­län­der­ge­setz bleibt unan­ges­tas­tet. „Siche­res Meer“ heißt die Ope­ra­ti­on, die Ita­li­ens Regie­rung defi­ni­tiv am Mon­tag­nach­mit­tag ver­ab­schie­den will. Minis­ter­prä­si­dent Enri­co Let­ta stell­te schon am Wochen­en­de klar, dass es sich hier­bei um einen „huma­ni­tä­ren Mili­tär­ein­satz“ han­deln soll. Mit einer deut­li­chen Ver­stär­kung der in der Stra­ße von Sizi­li­en patrouil­lie­ren­den Schif­fe eben­so wie der vor Ort ein­ge­setz­ten Flug­zeu­ge und Hub­schrau­ber soll eine lücken­lo­se Über­wa­chung des zen­tra­len Mit­tel­mee­res gewähr­leis­tet wer­den…” Arti­kel von Micha­el Braun und Chris­ti­an Jakob in der taz online vom 14. 10. 2013 externer Link
  • 1.000 Dol­lar für Über­fahrt. Lam­pe­du­sa: Flücht­lin­ge von Liby­en beschos­sen
    Die Zahl der Todes­op­fer bei den Flücht­lings­tra­gö­di­en vor der Mit­tel­meer­in­sel Lam­pe­du­sa wächst immer wei­ter. Die mal­te­si­sche Mari­ne hat am Sonn­tag die Lei­che eines drei­jäh­ri­gen Buben aus dem Was­ser geholt, der seit Frei­tag­abend ver­misst war. Das Kind befand sich mit der Mut­ter an Bord des Flücht­lings­boo­tes mit rund 250 Migran­ten, das am Frei­tag in mal­te­si­schen Gewäs­sern geken­tert war. Damit wächst die Zahl der Todes­op­fer des Unglücks auf 35. Laut meh­re­rer Berich­te soll das Boot nach sei­ner Abfahrt zudem von der liby­schen Küs­te aus beschos­sen wor­den sein…” Mel­dung vom 13.10.2013 bei WeltHeu​te​.at externer Link
  • Droh­nen vor Liby­en und Tune­si­en
    Liby­en und Ita­li­en haben nach Medi­en­be­rich­ten ein neu­es Abkom­men zur bes­se­ren Über­wa­chung der See­gren­zen geschlos­sen. Tri­po­lis will auch beim EU-Grenz­über­wa­chungs­sys­tem EUROSUR mit­ma­chen. Die liby­sche Küs­ten­wa­che wird die See­gren­zen des Lan­des mehr kon­trol­lie­ren. Am Mon­tag hat die Regie­rung hier­zu ein Abkom­men mit Ita­li­en unter­zeich­net, das Unter­stüt­zungs­maß­nah­men vor­sieht. Dies mel­det die ita­lie­ni­sche Tages­zei­tung Il Mani­festo. Dem­nach hat Ita­li­en bei dem Tref­fen in Tri­po­lis zuge­si­chert, Grenz­be­am­te für mari­ti­me Mis­sio­nen aus­zu­bil­den. Zustän­dig ist die Guar­dia di Finan­za…” Arti­kel von Mat­thi­as Mon­roy in tele­po­lis vom 10.10.2013 externer Link
  • Flücht­lin­ge auf Lam­pe­du­sa rebel­lie­ren gegen Unter­brin­gung
    Sie war­fen mit Matrat­zen und woll­ten Bus­se mit Neu­an­kömm­lin­gen stop­pen: In einem über­füll­ten Auf­fang­la­ger haben Flücht­lin­ge gegen die dor­ti­gen Zustän­de pro­tes­tiert…” Arti­kel vom 8. Okto­ber 2013 bei der Zeit online externer Link
  • Lam­pe­du­sa: Die über­for­der­te Insel
    Die Hoff­nun­gen der Ein­woh­ner Lam­pe­du­sas ruhen auf der Poli­tik: An die­sem Mitt­woch besu­chen EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Bar­ro­so und Innen­kom­mis­sa­rin Mal­ström die Insel, und in Rom strei­tet die Koali­ti­on über ein neu­es Asyl­ge­setz…” Arti­kel von Jörg Bre­mer, Rom, vom 08.10.2013 in der FAZ online externer Link
  • Ster­ben ver­bo­ten
    Jeden Tag lau­fen in mei­nem elek­tro­ni­schen Brief­kas­ten dut­zen­de E‑Mails auf – die meis­ten beför­de­re ich in den Papier­korb, ande­re lege ich zu den »Akten«. In den Tagen vor Weih­nach­ten erreich­te mich über vie­le Umwe­ge ein Schrei­ben mit der Über­schrift: »Lam­pe­du­sa: ster­ben ver­bo­ten«. Es han­delt sich um einen Offe­nen Brief, den Giu­si Nico­li­ni, die jun­ge Bür­ger­meis­te­rin der Insel zwi­schen Sizi­li­en und Liby­en, geschrie­ben hat. Er war an nie­mand Beson­de­res adres­siert, son­dern wie eine Art Fla­schen­post ins gro­ße Meer des Inter­nets gewor­fen wor­den. Als ich ihn gele­sen hat­te, war mir klar, dass die­ser Hil­fe­ruf doch einen Adres­sa­ten hat­te: uns Euro­pä­er! Der Brief beginnt fol­gen­der­ma­ßen: »Ich bin die neue Bür­ger­meis­te­rin von Lam­pe­du­sa. Ich wur­de im Mai 2012 gewählt, und bis zum 3. Novem­ber wur­den mir bereits 21 Lei­chen von Men­schen über­ge­ben, die ertrun­ken sind, weil sie ver­such­ten, Lam­pe­du­sa zu errei­chen...“ Arti­kel von Anna Mal­di­ni in Neu­es Deutsch­land vom 04.01.2013 externer Link. Aus dem Text: „… Giu­si Nico­li­ni schreibt in ihrem ver­zwei­fel­ten Hil­fe­ruf wei­ter: »Ich bin über die Gleich­gül­tig­keit ent­rüs­tet, die alle ange­steckt zu haben scheint; mich regt das Schwei­gen von Euro­pa auf, das gera­de den Frie­dens­no­bel­preis erhal­ten hat, und nichts sagt, obwohl es hier ein Mas­sa­ker gibt, bei dem Men­schen ster­ben, als sei es ein Krieg.« Ein Schwei­gen, so meint die Bür­ger­meis­te­rin, das nicht von Unge­fähr kom­me: »Ich bin mehr und mehr davon über­zeugt, dass die euro­päi­sche Ein­wan­de­rungs­po­li­tik die­se Men­schen­op­fer in Kauf nimmt, um die Migra­ti­ons­flüs­se ein­zu­däm­men. Viel­leicht betrach­tet sie sie sogar als Abschre­ckung. Aber wenn für die­se Men­schen die Rei­se auf den Käh­nen den letz­ten Fun­ken Hoff­nung bedeu­tet, dann mei­ne ich, dass ihr Tod für Euro­pa eine Schan­de ist.«…“
  • Das Ster­ben an Euro­pas Gren­zen been­den! Erhe­ben Sie Ihre Stim­me!
    Zur Akti­on: Mit die­ser E‑Mail-Akti­on wird der ita­lie­ni­sche Minis­ter­prä­si­dent Mario Mon­ti auf­ge­for­dert, sich für eine Auf­klä­rung der Gescheh­nis­se im August 2009 im Mit­tel­meer ein­zu­set­zen. Damals star­ben 77 Flücht­lin­ge einen qual­vol­len Tod. Sie trie­ben über 20 Tage mit einem Schlauch­boot auf Hoher See zwi­schen Liby­en, Mal­ta und Ita­li­en. Am Ende ver­hun­ger­ten und ver­durs­te­ten sie. Die Ange­hö­ri­gen der Opfer müs­sen end­lich eine Ant­wort auf ihre Fra­ge nach den Ver­ant­wort­li­chen für die Tra­gö­die erhal­ten. Bereits am 25. August 2009 ver­lang­te auch der Men­schen­rechts­kom­miss­sar des Euro­pa­ra­tes Auf­klä­rung. Bis heu­te fehlt jede Ant­wort. Gleich­zei­tig wird der ita­lie­ni­sche Minis­ter­prä­si­dent gebe­ten, sich zusam­men mit den euro­päi­schen Part­ner­län­dern für eine zukünf­ti­ge effek­ti­ve See­not­ret­tung zu enga­gie­ren.“ E‑Mail-Akti­on von pro Asyl externer Link
  • Ita­li­en: Flücht­lings­rech­te in See­not!
    Tau­sen­de Men­schen aus Afri­ka flie­hen jähr­lich über das Mit­tel­meer nach Euro­pa aus Angst vor Haft, Miss­hand­lung und Fol­ter, oder weil ihnen in ihrer Hei­mat kein Leben in Wür­de mög­lich ist. Min­des­tens 1500 Flücht­lin­ge kamen dabei 2011 ums Leben. (…) Set­zen Sie ein Zei­chen! Betei­li­gen Sie sich an unse­rer Online-Peti­ti­on und for­dern Sie Ita­li­en auf, die­se Zusam­men­ar­beit mit Liby­en zu been­den! Lesen Sie hier den Peti­ti­ons­text” – Akti­on von und bei Amnes­ty Inter­na­tio­nal externer Link
  • Flücht­lin­ge in Ita­li­en: Leben im Palast der Schan­de
    800 afri­ka­ni­sche Flücht­lin­ge beset­zen einen Wohn­klotz im Süden Roms. Wo einst Lite­ra­tur­stu­den­ten auf den Gän­gen wan­del­ten, hau­sen nun Men­schen zwi­schen stin­ken­dem Müll und zer­bro­che­nen Fens­tern. Vom ita­lie­ni­schen Staat erhal­ten sie kei­ne Hil­fe – und man­cher Bewoh­ner sehnt sich nach einem Platz im Gefäng­nis…“ Arti­kel von Juli­us Mül­ler-Mei­nin­gen in Süd­deut­sche Zei­tung online vom 04.08.2012 externer Link

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Der Bei­trag Ita­lie­ni­sche Flücht­lings­po­li­tik erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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