[labournet:] Racial Profiling

Dossier

Racial ProfilingAls racial pro­filing (auch „eth­ni­sches Pro­filing“ genannt) bezeich­net man das Han­deln von Polizei‑, Sicherheits‑, Ein­wan­de­rungs- und Zoll­be­am­ten, wenn die­ses auf all­ge­mei­nen Kri­te­ri­en wie Ras­se, eth­ni­scher Zuge­hö­rig­keit, Reli­gi­on und natio­na­ler Her­kunft einer Per­son basiert. Kri­ti­ker for­dern, dass sich Ver­dachts­mo­men­te nur auf das Per­so­nen­ver­hal­ten und auf objek­ti­ve Bewei­se grün­den soll­ten. Das racial pro­filing wird dem insti­tu­tio­nel­len Ras­sis­mus zuge­ord­net. Der Aus­druck ent­stammt der US-ame­ri­ka­ni­schen Kri­mi­na­lis­tik…” (Wiki­pe­dia) – auch in Deutsch­land wird es aus­ge­übt! Sie­he dazu:

  • [Deut­sches Insti­tut für Men­schen­rech­te] Stel­lung­nah­me zu Racial Pro­filing: Bund und Län­der müs­sen poli­zei­li­che Pra­xis über­prü­fen New
    “Das Deut­sche Insti­tut für Men­schen­rech­te emp­fiehlt Bund und Län­dern, ihre poli­zei­li­che Pra­xis mit Blick auf Racial Pro­filing zu über­prü­fen. “Die Metho­de des Racial Pro­filing ist grund- und men­schen­rechts­wid­rig”, erklär­te Bea­te Rudolf, Direk­to­rin des Deut­schen Insti­tuts für Men­schen­rech­te. “Eine (selbst-)kritische Aus­ein­an­der­set­zung mit poli­zei­li­cher Pra­xis soll­te im Rechts­staat selbst­ver­ständ­lich sein.” Denn das Gewalt­mo­no­pol des Staa­tes sei nur wegen sei­ner Bin­dung an Grund- und Men­schen­rech­te legi­tim, so Rudolf wei­ter. “Eine dis­kri­mi­nie­rungs­freie poli­zei­li­che Pra­xis ist des­halb auch im Inter­es­se der Poli­zei. Sie ist auf das Ver­trau­en aller Men­schen in unse­rer Gesell­schaft ange­wie­sen.” Der Gesetz­ge­ber sowie die Innen­mi­nis­te­ri­en und Poli­zei­füh­run­gen soll­ten des­halb alles in ihren Kräf­ten Ste­hen­de tun, um Racial Pro­filing zu erken­nen und zu ver­hin­dern. “Was unter Racial Pro­filing als grund- und men­schen­rechts­wid­ri­ge Pra­xis zu ver­ste­hen ist und wel­che Gren­zen das Ver­bot ras­sis­ti­scher Dis­kri­mi­nie­rung poli­zei­li­chem Han­deln setzt, ist hier wesent­lich”, sag­te Hen­drik Cremer, Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter des Insti­tuts und Autor einer heu­te ver­öf­fent­lich­ten Stel­lung­nah­me des Insti­tuts zu Racial Pro­filing. “In der Bun­des­re­gie­rung, in den Innen­mi­nis­te­ri­en wie auch in der Poli­zei wer­den der­zeit Posi­tio­nen ver­tre­ten, die ein unzu­rei­chen­des Ver­ständ­nis des im Grund­ge­setz und zahl­rei­chen Men­schen­rechts­ver­trä­gen ver­an­ker­ten Ver­bots ras­sis­ti­scher Dis­kri­mi­nie­rung erken­nen las­sen”, so Cremer wei­ter. Nach Ansicht des Insti­tuts beför­dern auch poli­zei­li­che Ermäch­ti­gungs­nor­men die poli­zei­li­che Pra­xis des Racial Pro­filing. Ein Bei­spiel für eine sol­che gesetz­li­che Grund­la­ge sei Para­graf 22 Absatz 1a des Bun­des­po­li­zei­ge­set­zes, der bereits expli­zit vom UN-Aus­schuss gegen ras­sis­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung (CERD) sowie von der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on gegen Ras­sis­mus und Into­le­ranz (ECRI) des Euro­pa­rats kri­ti­siert wor­den sei…” Pres­se­mit­tei­lung des Deut­schen Insti­tuts für Men­schen­rech­te vom 24. Juli 2020 externer Link zur Stel­lung­nah­me: Racial Pro­filing: Bund und Län­der müs­sen poli­zei­li­che Pra­xis über­prü­fen externer Link
  • Bun­des­re­gie­rung plant Stu­die zu Racial Pro­filing: Insti­tut für Men­schen­rech­te for­dert expli­zi­tes Ver­bot der Pra­xis /​Wir müs­sen unab­hän­gig erfor­schen, wie die Poli­zei poli­tisch tickt
    • Bun­des­re­gie­rung plant Stu­die zu Racial Pro­filing: Insti­tut für Men­schen­rech­te for­dert expli­zi­tes Ver­bot der Pra­xis
      “… Details zur geplan­ten Stu­die, über die zuerst die »Welt« berich­te­te, wur­den noch nicht genannt. Das Stu­di­en­de­sign ste­he im Ein­zel­nen noch nicht fest, sag­te der Innen­mi­nis­te­ri­ums­spre­cher. Der Spre­cher des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums erläu­ter­te, eine sol­che Stu­die sei Deutsch­land auch von der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on gegen Ras­sis­mus und Into­le­ranz emp­foh­len wor­den. (…) Trotz des ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ver­bots gibt es immer wie­der Vor­fäl­le, bei denen sich die Poli­zei dem Vor­wurf des »Racial Pro­filing« aus­setzt. Der Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stel­le des Bun­des wur­den seit ihrer Schaf­fung im Jah­re 2006 ins­ge­samt 200 sol­cher Fäl­le gemel­det. Daten der Bun­des­po­li­zei wei­sen aber auf ein viel höhe­re Dun­kel­feld hin. 2018 etwa hat­ten die Beam­ten fast 2,3 Mil­lio­nen Mal Per­so­nen kon­trol­liert, die Tref­fer­quo­te dabei war sehr gering. Nur in 2,3 Pro­zent der Kon­trol­len wur­de ein Geset­zes­ver­stoß oder eine Straf­tat fest­ge­stellt. Das Deut­sche Insti­tut für Men­schen­rech­te hat­te bereits 2013 eine Stu­die zum Racial Pro­filing ver­öf­fent­licht, in der kon­kre­te Geset­zes­än­de­run­gen vor­ge­schla­gen wer­den. Unter ande­rem setzt sich das Insti­tut für eine Strei­chung eines Absat­zes im Bun­des­po­li­zei­ge­setz ein, das Kon­trol­len zur Ver­hin­de­rung uner­laub­ter Ein­rei­sen unter ande­rem an Bahn­hö­fen erlaubt. In der Pra­xis bedeu­te das eine Aus­wahl nach Haut­far­be oder ande­ren äuße­ren Merk­ma­len, hieß es zur Begrün­dung. Das aktu­el­le Stu­di­en­vor­ha­ben begrüß­te das Insti­tut grund­sätz­lich, for­der­te aber gleich­zei­tig, dass unab­hän­gi­ge Wis­sen­schaft­ler dabei die Mög­lich­keit haben müss­ten, die bestehen­de Poli­zei­pra­xis zu unter­su­chen. Von ent­schei­den­der Bedeu­tung sei außer­dem, dass bei Kon­zep­ti­on und Aus­füh­rung Ras­sis­mus­be­trof­fe­ne oder deren Ver­tre­tun­gen mit­wir­ken kön­nen, sag­te der dama­li­ge Stu­di­en­au­tor Hen­drik Cremer dem epd. Er for­der­te auch eine gesetz­li­che Ver­an­ke­rung des Ver­bots von Racial Pro­filing…” Mel­dung vom 11. Juni 2020 bei neu­es Deutsch­land online externer Link, sie­he dazu:
    • Ras­sis­mus und Rechts­ra­di­ka­lis­mus: Wir müs­sen unab­hän­gig erfor­schen, wie die Poli­zei poli­tisch tickt
      “… Noch heu­te löst die nicht beson­ders gewag­te Fest­stel­lung, dass es „laten­ten Ras­sis­mus inner­halb der Sicher­heits­kräf­te“ gibt, einen Sturm der Empö­rung aus – wenn sie aus dem Mun­de einer SPD-Vor­sit­zen­den kommt. Dabei beschreibt Saskia Esken nur, was offen­sicht­lich ist. Latent, das heißt nach dem Duden: „vor­han­den, aber [noch] nicht in Erschei­nung tre­tend; nicht unmit­tel­bar sicht­bar oder zu erfas­sen“. Genau hier liegt das Pro­blem: Wir wis­sen als Gesell­schaft nicht, wie ras­sis­tisch die Insti­tu­ti­on Poli­zei ist. Wir wis­sen nicht, ob Rechts­ra­di­ka­lis­mus, anti­de­mo­kra­ti­sche oder auto­ri­tä­re Ein­stel­lun­gen über­pro­por­tio­nal zur Gesamt­ge­sell­schaft in der Poli­zei ver­tre­ten wer­den. Umge­kehrt gibt es sehr vie­le Indi­zi­en, die dar­auf hin­wei­sen, dass es ein Pro­blem gibt. (…) Poli­zei­en und Innen­mi­nis­ter aus Län­dern und Bund haben sich seit Jah­ren mit Hän­den und Füßen gegen Stu­di­en unter Polizist:innen zu die­sen The­men gewehrt. Die Ver­hin­de­rung sol­cher Unter­su­chun­gen und das empör­te Weg­schie­ben aller Vor­wür­fe haben den Ein­druck erweckt, dass es etwas zu ver­ber­gen gibt. Eine der weni­gen Stu­di­en zum The­ma beauf­trag­te das Innen­mi­nis­te­ri­um in Hes­sen: Dar­in wur­de „ver­ges­sen“, die Bereit­schafts­po­li­zei zu befra­gen – also aus­ge­rech­net die über­wie­gend jun­gen Polizist:innen, die bei Demons­tra­tio­nen ein­ge­setzt wer­den. (…) Kei­ne Insti­tu­ti­on des Staa­tes darf einen unein­ge­schränk­ten Ver­trau­ens­vor­schuss genie­ßen oder gar ein Anrecht auf bedin­gungs­lo­sen Rück­halt haben, wie es kon­ser­va­ti­ve Innen­po­li­ti­ker, Polizist:innen und ihre Gewerk­schaf­ten immer wie­der pos­tu­lie­ren. In einer Demo­kra­tie müs­sen wir die Pro­ble­me der staat­li­chen Insti­tu­tio­nen erfor­schen, damit wir wis­sen, wie wir dar­auf ange­mes­sen reagie­ren kön­nen. Wir kön­nen als Demo­kra­tie nicht zulas­sen, dass Insti­tu­tio­nen ein poli­ti­sches Eigen­le­ben ent­wi­ckeln, das sich im schlimms­ten Fall sogar gegen die Demo­kra­tie selbst rich­ten kann. Das gilt ins­be­son­de­re für Insti­tu­tio­nen, die das Gewalt­mo­no­pol inne­ha­ben. Lasst end­lich unab­hän­gi­ge und reprä­sen­ta­ti­ve Stu­di­en zu.” Kom­men­tar von Mar­kus Reu­ter vom 11. Juni 2020 bei Netz​po​li​tik​.org externer Link
  • Ber­li­ner Lan­des-Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­setz: Mei­len­stein in der Bekämp­fung von Racial Pro­filing und struk­tu­rel­ler Dis­kri­mi­nie­rung 
    “In Ber­lin wur­de ges­tern das ers­te Lan­des-Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­setz (LADG) externer Link Deutsch­lands beschlos­sen. (…) Das Gesetz rich­tet sich somit auch expli­zit gegen Racial Pro­filing und Dis­kri­mi­nie­rung durch die Poli­zei. (…) Das Gesetz ist nicht zuletzt auch das Ergeb­nis jahr­zehn­te­lan­ger Bestre­bun­gen von Ver­bän­den und zahl­rei­chen zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen in und um Ber­lin. ndo-Vor­stands­mit­glied Armag­han Nag­hip­our dazu: „Mit dem ers­ten Lan­des-Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­setz Deutsch­lands geht Ber­lin einen his­to­ri­schen Schritt hin zur Abschaf­fungs­truk­tu­rel­ler Dis­kri­mi­nie­rung und nimmt sei­ne Ver­ant­wor­tung als Haupt­stadt der Viel­falt ernst.“ Das LADG schließt Schutz­lü­cken, die das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) als Bun­des­ge­setz offen­ge­las­sen hat. Gleich­zei­tig blei­ben kopf­tuch­tra­gen­de mus­li­mi­sche Frau­en trotz LADG wei­ter­hin struk­tu­rel­ler Dis­kri­mi­nie­rung aus­ge­setzt: durch das soge­nann­te Ber­li­ner Neu­tra­li­täts­ge­setz wird ihnen der Zugang zu öffent­li­chen Ämtern wei­ter­hin sys­te­ma­tisch ver­wehrt. Hier bedarf es drin­gen­der Nach­bes­se­rung. Deutsch­land hat sich ver­pflich­tet, inter­na­tio­na­le Men­schen­rech­te ein­zu­hal­ten und wirk­sa­men Schutz vor allen For­men der Dis­kri­mi­nie­rung zu bie­ten – unein­ge­schränkt für alle. Die neu­en deut­schen Orga­ni­sa­tio­nen begrü­ßen daher den Vor­stoß, den Ber­lin mit dem LADG macht. Gleich­wohl gibt es auf dem Gebiet des Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­rechts noch eini­ge Hür­den, die zu neh­men sind. Die Vor­sit­zen­de der ndo, Fer­da Ata­man, betont: „Die deut­sche Gesell­schaft ist super divers, der Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung muss selbst­ver­ständ­lich sein. Ande­re Bun­des­län­der sind jetzt auf­ge­for­dert, eben­falls Lan­des-Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­set­ze ein­zu­füh­ren. Wir brau­chen über­all wirk­sa­me­re und umfas­sen­de­re Maß­nah­men gegen Dis­kri­mi­nie­rung“…” Pres­se­mit­tei­lung vom 5. Juni 2020 von und bei neue deut­sche orga­ni­sa­tio­nen externer Link
  • Die gefähr­li­chen Orte in Ber­lin: Da, wo sich der insti­tu­tio­nel­le Ras­sis­mus aus­tobt… 
    Die Polizist*innen kön­nen durch ihre Son­der­be­fug­nis­se an ver­meint­lich »gefähr­li­chen Orten«, die sich in der Regel weni­ger durch ihre Gefähr­lich­keit als durch einen hohen Anteil migran­ti­scher Bevöl­ke­rung aus­zeich­nen, tun und las­sen, was sie wol­len. Weder müs­sen sie sich recht­fer­ti­gen noch müs­sen sie doku­men­tie­ren, wen sie aus wel­chen Grün­den eigent­lich kon­trol­lie­ren. Wer sich ein wenig mit den rech­ten Umtrie­ben inner­halb der Ber­li­ner Poli­zei beschäf­tigt, kann sich den­ken, wel­che Men­schen von der Staats­ge­walt ins Visier genom­men wer­den: Rich­tig, es ist nicht der wei­ße Bau­ar­bei­ter mit Thor-Stei­nar-Kla­mot­ten, der bier­trin­ken­der­wei­se Migrant*innen beschimpft, son­dern die Migrant*innen selbst, die, ohne etwas getan zu haben, auf­grund ihrer Haut­far­be kon­trol­liert wer­den. An der Kri­mi­na­li­tät ändert sich dadurch wenig, dafür wird die Zugäng­lich­keit von Orten der sozia­len Begeg­nung für nicht-wei­ße Men­schen mas­siv ein­ge­schränkt. Für die­se Schi­ka­ne gibt es einen Namen: insti­tu­tio­nel­ler Ras­sis­mus. In den USA und in Groß­bri­tan­ni­en ist die Dis­kri­mi­nie­rung durch Racial Pro­filing zumin­dest offi­zi­ell ver­bo­ten, in Deutsch­land lei­der nicht…“ – aus dem Bei­trag „Das Pro­blem heißt Ras­sis­mus“ von Marie Frank am 13. Mai 2019 in neu­es deutsch­land externer Link, wor­in aber auch ein sehr freund­li­cher Kom­men­tar zum Senat ange­hängt ist…
  • Ein­sicht nach fünf Jah­ren: Bun­des­po­li­zei erkennt kurz vor Gerichts­ter­min ‚Racial-Pro­filing‘ als rechts­wid­rig an 
    Über­ra­schen­de Wen­dung: Kurz vor dem Gerichts­ter­min hat die Bunds­po­li­zei die Rechts­wid­rig­keit einer vor fünf Jah­ren durch­ge­führ­ten ver­dachts­un­ab­hän­gi­gen Per­so­nen­kon­trol­le zuge­ge­ben. Exper­ten for­dern jetzt Maß­nah­men.
    Anfang Janu­ar 2014 fuhr der Wis­sen­schaft­ler Dr. Andre­as S. (Name geän­dert), der aus einer deutsch- indi­schen Fami­lie stammt, mit dem Zug von Kemp­ten nach Mün­chen. In der Nähe von Kauf­beu­ren stie­gen Bun­des­po­li­zei­be­am­te zu und führ­ten bei Herrn Dr. S. anlass­los eine soge­nann­te ver­dachts­un­ab­hän­gi­ge Per­so­nen­kon­trol­le durch. Im Wag­gon kon­trol­lier­ten die Beam­ten kei­ne wei­te­ren Per­so­nen. Der Betrof­fe­ne, der bereits wie­der­holt ähn­li­che Erfah­run­gen gemacht hat­te, ver­mu­te­te, wegen sei­ner Haut­far­be kon­trol­liert wor­den zu sein (Racial Pro­filing). Hier­durch fühl­te er sich dis­kri­mi­niert. Außer­dem rüg­te er einen Ver­stoß der maß­geb­li­chen Vor­schrift im Bun­des­po­li­zei­ge­setz für Per­so­nen­kon­trol­len gegen Vor­ga­ben des Euro­pa­rechts und leg­te Kla­ge beim Ver­wal­tungs­ge­richt Mün­chen ein. Das erst­in­stanz­li­che Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Mün­chen wur­de nach drei Jah­ren und einer Ver­zö­ge­rungs­rü­ge des Klä­gers gefällt. Das Ver­wal­tungs­ge­richt konn­te damals kei­ne Rechts­wid­rig­keit erken­nen. Der Klä­ger bean­trag­te die Zulas­sung der Beru­fung. Dar­über soll­te am 8. April 2019 vor dem Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hof ver­han­delt wer­den. Doch es kam nicht dazu. Kurz vor der Ver­hand­lung teil­te die Bun­des­po­li­zei­di­rek­ti­on Mün­chen mit, dass „die von ihren Beam­ten durch­ge­führ­te Per­so­na­li­en­fest­stel­lung des Klä­gers vom 07.01.2014 sowie der unmit­tel­bar fern­münd­lich durch­ge­führ­te Per­so­na­li­en­ab­gleich rechts­wid­rig waren.“ (…)Vera Egen­ber­ger, Geschäfts­füh­re­rin des Büros zur Umset­zung von Gleich­be­hand­lung e. V. (BUG), erklärt: „Der Ein­sicht der Bun­des­po­li­zei­di­rek­ti­on Mün­chen müs­sen Taten fol­gen. Die inter­ne Ver­wal­tungs­vor­schrift der Bun­des­po­li­zei BRAS 120 muss nun zügig ergänzt wer­den, um den Bun­des­po­li­zei­be­am­ten eine kla­re Ori­en­tie­rung zu geben, unter wel­chen Bedin­gun­gen sie ver­dachts­un­ab­hän­gi­ge Per­so­nen­kon­trol­len wegen der mög­li­chen ille­ga­len Ein­rei­se durch­füh­ren dür­fen.“ Wenn nicht, sei das Ein­ge­ständ­nis eine rei­ne Ver­mei­dungs­stra­te­gie, um die Sach­la­ge einer höchst­rich­ter­li­chen Ein­schät­zung zu ent­zie­hen
    …” Bei­trag vom 11.4.2019 beim Miga­zin externer Link
  • Racial Pro­filing ist struk­tu­rel­ler Ras­sis­mus? Auch. Und auch: Erleb­ter Poli­zei-Ras­sis­mus 
    „… Das hat zwar auch mit dem Ras­sis­mus der Polizist_​innen zu tun, ras­sis­ti­scher Poli­zei­ge­walt liegt aber vor allem ein struk­tu­rel­les Pro­blem zugrun­de, dass über die (ras­sis­ti­schen) Ein­stel­lun­gen indi­vi­du­el­ler Polizist_​innen hin­aus geht. Gesetz­li­che Rege­lun­gen wie § 22 Abs. 1a BPolG und § 23 Abs. 1 Nr. 3 BPolG, sind die Rechts­grund­la­ge für Racial Pro­filing, sie ermög­li­chen ver­dachts­un­ab­hän­gi­ge Kon­trol­len und Befra­gun­gen. Vor allem der Pha­ra­r­a­graph 22 Abs. 1 erlaubt der Bun­des­po­li­zei ledig­lich eine Befra­gung von Rei­sen­den in Zügen, Bahn­hö­fen und Flug­hä­fen und nur in tat­säch­li­chen Ver­dachts­mo­men­ten auch eine Iden­ti­täts­fest­stel­lung. Die Rea­li­tät sieht jedoch so aus, dass vor allem Schwar­ze Men­schen unmit­tel­bar auf­ge­for­dert wer­den sich aus­zu­wei­sen. Dies stellt einen kla­ren Ver­stoß gegen das Gleich­be­hand­lungs­ge­setz dar und wur­de ent­spre­chend von meh­ren Ver­wal­tungs­ge­rich­ten ent­spre­chend unter­sagt. Die Kam­pa­gne „Ban Racial Pro­filing: Gefähr­li­che Orte abschaf­fen“, an der die ISD maß­geb­lich und initia­tiv betei­ligt ist, wird durch vie­le anti­ras­sis­ti­sche, migran­ti­sche sowie Schwar­ze Orga­ni­sa­tio­nen getra­gen und wen­det sich gegen die poli­zei­li­che Pra­xis, eini­ge Gebie­te zu „kri­mi­na­li­täts­be­las­te­ten Orten“ zu erklä­ren. An die­sen Orten ist die Poli­zei mit Son­der­rech­ten aus­ge­stat­tet, und das hat zur Fol­ge, dass migran­ti­sche und nicht-wei­ße und vor allem Schwar­ze Men­schen gezielt kon­trol­liert wer­den. Die Abschaf­fung die­ser völ­lig intrans­pa­ren­ten Ein­stu­fun­gen ist das vor­nehm­li­che Ziel...“ – aus dem Bei­trag „Schwar­ze Per­spek­ti­ven auf insti­tu­tio­nel­len Ras­sis­mus“ von Bafta Sar­bo und Tahir Del­la (Initia­ti­ve Schwar­ze Men­schen in Deutsch­land Bund e.V. – ISD) bereits 2018 bei ber­lin rechts­au­ßen externer Link, aus dem bei­de Dimen­sio­nen poli­zei­staat­li­chen Ras­sis­mus deut­lich wer­den
  • Racial Pro­filing – Ober­ver­wal­tungs­ge­richt NRW erklärt Per­so­nen­kon­trol­le am Bahn­hof Bochum für rechts­wid­rig 
    Am heu­ti­gen Diens­tag, dem 7. August 2018, ver­han­del­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter einen Fall von ‚racial pro­filing‘ (Az. 5 A 294/​16). Ein Schwar­zer Deut­scher war am Bahn­hof Bochum einer ver­dachts­un­ab­hän­gi­gen Per­so­nen­kon­trol­le unter­zo­gen wor­den. Er fühl­te sich ras­sis­tisch dis­kri­mi­niert und leg­te Kla­ge gegen die Bun­des­po­li­zei ein. Die Ver­hand­lung ende­te mit einem Erfolg des Klä­gers und der Auf­he­bung des erst­in­stanz­lich zum Teil kla­ge­ab­wei­sen­den Urteils. Das Gericht ver­ur­teil­te die Kon­trol­le des Klä­gers als Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­stoß. (…) Bei der Ver­hand­lung wur­de durch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt klar­ge­stellt, dass die Haut­far­be auch als ledig­lich ein Kri­te­ri­um unter meh­re­ren grund­sätz­lich kei­ne Rol­le bei der Aus­wahl der zu kon­trol­lie­ren­den Per­son spie­len darf. Des­we­gen war die Kon­trol­le des Klä­gers als nicht ver­fas­sungs­ge­mäß ein­zu­stu­fen. Der Klä­ger äußer­te: „Ich bin sehr froh über die heu­ti­ge Ent­schei­dung. Zwar glau­be ich nicht, dass der­ar­ti­ge Kon­trol­len nun auf­hö­ren, das Urteil ist jedoch ein gro­ßer Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung.“ Der Anwalt Sven Adam schätzt ein: „Mit dem heu­ti­gen Urteil hat das OVG deut­lich gemacht, dass das Ver­bot ras­sis­ti­scher Dis­kri­mi­nie­rung bei Poli­zei­kon­trol­len streng beach­tet wer­den muss. Des­we­gen hat die Bun­des­po­li­zei heu­te ver­lo­ren und das ist erfreu­lich. Wenn das Gericht aller­dings – wenn­gleich unter stren­gen Vor­aus­set­zun­gen – Aus­nah­men von die­sem Ver­bot andeu­tet, wer­den wir in wei­te­ren Ver­fah­ren auch gegen sol­che Aus­nah­men kämp­fen, damit Kon­trol­len anhand der Haut­far­be auf­hö­ren.“ (…) Seit 2011 wur­den ver­mehrt Kla­gen bei Ver­wal­tungs­ge­rich­ten ver­han­delt, die die Pra­xis des ‚racial pro­filing’ hin­ter­fra­gen. Die gericht­li­che Ein­schät­zung geht zuneh­mend dahin, sol­che ver­dachts­un­ab­hän­gi­gen Per­so­nen­kon­trol­len, auf­grund der Haut­far­be – auch wenn dies nur ein Kri­te­ri­um unter meh­re­ren dar­stellt – als nicht mit dem Gleich­be­hand­lungs­grund­satz des Grund­ge­set­zes (Art. 3 Abs. 3 GG) ver­ein­bar, ein­zu­stu­fen.” Pres­se­mit­tei­lung vom 07.08.2018 von und bei der Anwalts­kanz­lei Sven Adam externer Link – wir gra­tu­lie­ren zum Urteil!
  • [Poli­zei­kon­trol­len und Racial Pro­filing] 2,3 Pro­zent Tref­fer­quo­te: Bun­des­po­li­zei kon­trol­liert fast nur Unschul­di­ge – Trotz gerin­ger Tref­fer­quo­te will Bun­des­re­gie­rung ver­dachts­un­ab­hän­gi­ge Kon­trol­len nicht abschaf­fen 
    “… Fast 2,3 Mil­lio­nen Mal hat die Bun­des­po­li­zei im ver­gan­ge­nen Jahr Per­so­nen kon­trol­liert. Dabei hat sie nur weni­ge Geset­zes­ver­stö­ße und Straf­ta­ten auf­ge­deckt. Um bei Poli­zei­kon­trol­len Racial Pro­filing – Kon­trol­len nur oder haupt­säch­lich auf­grund der Haut­far­be – zu ver­hin­dern, for­dern EU, Betrof­fe­nen­ver­tre­ter und auch deut­sche Gerich­te, kon­kre­te­re Vor­ga­ben für Poli­zis­ten, wann und wie Rei­sen­de und Ver­däch­ti­ge kon­trol­liert wer­den kön­nen. Doch dazu sieht die Bun­des­re­gie­rung kei­ner­lei Ver­an­las­sung. Das zeigt die Ant­wort auf eine Anfra­ge der Links­par­tei-Abge­ord­ne­ten Ulla Jel­pke, die dem »nd« vor­liegt. (…) Die meis­ten ent­deck­ten Ver­stö­ße bezie­hen sich auf das Auf­ent­halts­ge­setz, im ver­gan­ge­nen Jahr waren das 41 509. Damit liegt die Tref­fer­quo­te beim Auf­spü­ren von Ver­stö­ßen gegen das Auf­ent­halts­ge­setz bei unter zwei Pro­zent. Die Innen­po­li­ti­ke­rin Jel­pke for­dert des­we­gen die Abschaf­fung ver­dachts­un­ab­hän­gi­ger Kon­trol­len. Der »mage­ren Aus­beu­te« der Kon­trol­len stün­den »gra­vie­ren­de Grund­rechts­ein­grif­fe« gegen­über. (…) »In kei­nem ein­zi­gen Fall ist die Bun­des­po­li­zei bis­her bereit, ein­zu­ge­ste­hen, dass eine Kon­trol­le ras­sis­tisch moti­viert war«, kri­ti­siert Jel­pke. Die Bun­des­po­li­zei ver­wei­ge­re sich »hart­nä­ckig einer Aus­ein­an­der­set­zung mit Ras­sis­mus in den eige­nen Rei­hen« “ Bei­trag von Moritz Wich­mann unter Mit­ar­beit von Fabi­an Hil­le­brand vom 18. Mai 2018 bei neu­es Deutsch­land online externer Link
  • [Audio­in­ter­view] Mil­lio­nen­fa­che, oft ras­sis­ti­sche Poli­zei­kon­trol­len z.B. in Zügen im Drei­län­der­eck waren rechts­wid­rig 
    Der Baden-Würt­tem­ber­gi­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat am heu­ti­gen Mitt­woch ein weg­wei­sen­des Urteil gegen das soge­nann­te racial-pro­filing bekannt­ge­ge­ben, also gegen Kon­trol­len ein­zig auf­grund der Haut­far­be. Ein Deut­scher mit dunk­ler Haut­far­be war wäh­rend einer Geschäfts­rei­se im Zug zwi­schen Baden-Baden und Offen­burg von Bun­des­po­li­zei­be­am­ten einer soge­nann­ten „ver­dachts­un­ab­hän­gi­gen“ Per­so­nen­kon­trol­le unter­zo­gen wor­den. Außer ihm waren im Sicht­feld des Betrof­fe­nen kei­ne wei­te­ren Per­so­nen kon­trol­liert wor­den. Er klag­te gegen die Poli­zei­kon­trol­le. Vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart hat­te die Poli­zei sich zur Begrün­dung der Kon­trol­le auf die soge­nann­te Schlei­er­fahn­dung gestützt. Doch das Gericht stuf­te die­se Rechts­grund­la­ge im Bun­des­po­li­zei­ge­setz als euro­pa­rechts­wid­rig ein. Und das sah nun in der Beru­fungs­ver­hand­lung auch der Baden-Würt­tem­ber­gi­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof so. Über die Bedeu­tung des Urteils haben wir mit dem Anwalt des Klä­gers, dem Göt­tin­ger Rechts­an­walt Sven Adam gespro­chen, der immer wie­der erfolg­reich Kla­gen gegen racial pro­filing führt.” Inter­view von Fabi­an vom RDL mit Sven Adam vom 21. Febru­ar 2018 beim Audio­por­tal Frei­er Radi­os externer LinkAudio Datei (Audio­län­ge: 10:27 Min.). Sie­he dazu auch: Teil­erfolg gegen Racial Pro­filing. Gerichts­ent­schei­dung könn­te hel­fen, ras­sis­ti­sche Pra­xis wei­ter zurück­zu­drän­gen. Arti­kel von Moritz Wich­mann vom 23.02.2018 beim ND online externer Link
  • Wie man gefähr­li­che Orte schafft – und abschafft 
    Vor einer Woche ver­öf­fent­lich­te das Ber­li­ner Poli­zei­prä­si­di­um auf Wunsch der Ber­li­ner Koali­ti­on zehn der sog. kri­mi­na­li­täts­be­las­te­ten Orte (kbOs). Die Bri­sanz der Berich­te von Betrof­fe­nen über Racial Pro­filing an die­sen Orten bleibt bestehen. Zahl­rei­che anti­ras­sis­ti­sche Ber­li­ner Orga­ni­sa­tio­nen und Initia­ti­ven haben sich daher zusam­men­ge­tan, um die Lan­des­re­gie­rung mit einer gemein­sa­men Kam­pa­gne dar­an zu erin­nern, Racial Pro­filing abzu­schaf­fen und die poli­zei­li­che Befug­nis zur anlass- und ver­dachts­un­ab­hän­gi­gen Kon­trol­le an den kbOs zurück­zu­neh­men“ – aus dem Bei­trag „Ban! Racial Pro­filing. Gefähr­li­che Orte abschaf­fen“ am 16. Juni 2017 bei linksunten.indymedia externer Link, wor­in auch noch ange­kün­digt wird: „Neben einer Pres­se­kam­pa­gne wer­den wir eine Post­kar­ten­ak­ti­on star­ten um unse­re Wut den Ver­ant­wort­li­chen auf den Schreib­tisch zu brin­gen und zu zei­gen, dass wir vie­le sind. Auch ein recht­li­ches Gut­ach­ten ist geplant, um den Druck zu erhö­hen. Denn egal ob »gefähr­li­cher Ort« oder »kri­mi­na­li­täts­be­las­te­ter Ort«: Racial Pro­f­ling bleibt Ras­sis­mus und der muss gestoppt wer­den!“ und auf Web­sei­ten mit wei­te­ren Infor­ma­tio­nen ver­wie­sen wird.
  • Sicher­heits­fal­le: Racial Pro­filing
    Aber auch vie­le Men­schen, die nicht blond und blau­äu­gig sind, sind Deut­sche. Ein ras­sis­ti­sches Kon­zept von Natio­na­li­tät ist noch immer tief in den Köp­fen ver­an­kert. Wie dra­ma­tisch die Blind­heit ist, die aus die­sem Scheu­klap­pen­den­ken ent­steht, wur­de deut­lich, als die NSU-Mor­de ans Licht der Öffent­lich­keit kamen. Die ein­sei­ti­gen Ermitt­lun­gen führ­ten dazu, dass die Täter unter den Migran­ten gesucht wur­den, statt deut­sche Natio­na­lis­ten und Ras­sis­ten zu ver­däch­ti­gen. Offe­ne Ermitt­lun­gen ohne Vor­ur­tei­le hät­ten vie­le Mor­de ver­hin­dern kön­nen. Nicht zu unter­schät­zen ist auch, wel­che Wir­kun­gen sol­che Kon­trol­len haben. Sie bestä­ti­gen der Umwelt, dass schwar­ze Men­schen und Peop­le of Colour ver­däch­tig sind…Bei­trag von Elke Ste­ven in der SoZ Nr 2/​2017 externer Link
  • Poli­zei und Ras­sis­mus. Über einen unschö­nen, aber unver­meid­li­chen Zusam­men­hang
    “… Poli­zei­ras­sis­mus hat Grün­de: Der gesetz­li­che Auf­trag zur Sor­tie­rung der Bevöl­ke­rung in staat­lich aner­kann­te Rechts­per­so­nen mit Auf­ent­halts­ti­teln einer­seits und uner­wünsch­te, d. h. »ille­ga­le« Aus­län­der ande­rer­seits über­setzt sich in der Pra­xis der poli­zei­li­chen Durch­set­zung not­wen­di­ger­wei­se in einen eth­ni­schen Selek­ti­ons- und Ver­däch­ti­gungs­pro­zess. Poli­zis­ten müs­sen das staat­lich gewünsch­te Sor­tie­ren anhand von äuße­ren Merk­ma­len ver­in­ner­li­chen, wol­len sie ihre Auf­ga­be »vor Ort« erfolg­reich bewäl­ti­gen. Bereits hier zeigt sich, dass die belieb­te For­de­rung nach einer Tren­nung von gesetz­ge­be­ri­schem Auf­trag und eth­nisch dis­kri­mi­nie­ren­dem Ver­hal­ten für Poli­zis­ten prak­tisch unmög­lich ist. Kein Wun­der, dass Poli­zis­ten dabei die fei­nen Unter­schie­de zwi­schen dem rechts­staat­lich gebo­te­nen Ver­dacht gegen Aus­län­der und der geäch­te­ten Vor­ver­ur­tei­lung von Men­schen auf­grund von Ras­se, Reli­gi­on und Her­kunft nicht immer ganz sau­ber aus­ein­an­der­hal­ten. Die Über­gän­ge von der vor­ur­teils­frei­en und mög­lichst huma­nen Durch­set­zung der auf Abschot­tung, Abschre­ckung und Abschie­bung ori­en­tier­ten Flücht­lings­po­li­tik über die Über­set­zung der­sel­ben in ein Feind­bild vom Asyl­su­chen­den bis hin zu den Abgrün­den ras­sis­ti­scher Miss­hand­lun­gen sind kei­nes­falls zufäl­lig, aber auch nicht zwangs­läu­fig. Ras­sis­mus bei der Poli­zei ist eine Défor­ma­ti­on pro­fes­sio­nel­le und folg­lich auch kein spe­zi­ell deut­sches Phä­no­men. Den Ras­sis­mus bei der deut­schen Poli­zei gibt es des­halb auch ohne die »ewig gest­ri­gen Kol­le­gen« aus alten Zei­ten, die der frü­hen Bun­des­re­pu­blik bei der Durch­set­zung der demo­kra­ti­schen und frei­en Ord­nung des west­deut­schen Kapi­ta­lis­mus gedient hat­ten. In ihr näm­lich hat er sei­ne aktu­el­le Grund­la­ge!…” Arti­kel von Ari­an Schif­fer-Nas­se­rie, zuerst erschie­nen in der Jun­gen Welt vom 7. Novem­ber 2014. Wir dan­ken dem Autor!
  • Poli­zei-Kon­trol­le: Das Ende von Racial Pro­filing
    Eine gro­tes­ke Kon­trol­le dun­kel­häu­ti­ger Deut­scher in einer Regio­nal­bahn for­dert eine rich­ter­li­che Klar­stel­lung her­aus. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz belehrt im Urteil die Bun­des­po­li­zei, was eigent­lich Ein­rei­se bedeu­tet. Die Fol­gen des Richt­spruchs sind weit­rei­chend – wenn er rechts­kräf­tig wird…Arti­kel von Joa­chim F. Tornau in der fr online vom 7. Novem­ber 2014 externer Link. Aus dem Text: “…Ver­dachts­un­ab­hän­gi­ge Kon­trol­len sind in Deutsch­land grund­sätz­lich nur unter sehr ein­ge­schränk­ten Bedin­gun­gen zuläs­sig. Para­graf 22, Absatz 1a, des Bun­des­po­li­zei­ge­set­zes erlaubt jedoch das „Befra­gen“ von Bahn­rei­sen­den, wenn es dem Kampf gegen ille­ga­le Migra­ti­on dient. So weit, so pau­schal – und so umstrit­ten, weil vor allem Men­schen ins Visier gera­ten, die für die Strei­fen­be­am­ten nicht „deutsch“ genug aus­se­hen. Das Koblen­zer Ver­wal­tungs­ge­richt aber ver­weist nun auf einen ande­ren, bis­lang kaum beach­te­ten Pas­sus des Para­gra­fen: Es darf nur in Zügen kon­trol­liert wer­den, von denen, wie es im Geset­zes­text heißt, „auf Grund von Lage­er­kennt­nis­sen oder grenz­po­li­zei­li­cher Erfah­rung anzu­neh­men ist, dass die­se zur uner­laub­ten Ein­rei­se genutzt wer­den“. Und nach Ansicht des Gerichts kann davon bei einer fern­ab jeder Gren­ze ver­keh­ren­den Regio­nal­bahn ganz offen­sicht­lich nicht die Rede sein…”
  • Neue Ver­fah­ren gegen die Bun­des­po­li­zei zu „racial pro­filing“ in Zügen und Bahn­hö­fen
    Das so genann­te „racial pro­filing“, die Kon­trol­le von Men­schen anhand äuße­rer Merk­ma­le wie der Haut­far­be und ande­rer Zuschrei­bun­gen, wird die deut­sche Jus­tiz wei­ter­hin beschäf­ti­gen. Erst im Okto­ber 2012 hat­te des Ober­ver­wal­tungs­ge­richt (OVG) Rhein­land Pfalz mit einer Ent­schei­dung euro­pa­weit für Auf­se­hen gesorgt, nach der die Kon­trol­le eines Stu­den­ten ein­zig wegen sei­ner „Haut­far­be“ nicht mit dem Gleich­heits­grund­satz des Grund­ge­set­zes ver­ein­bar ist. Nun sind vor den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten Stutt­gart und Köln zwei neue Ver­fah­ren gegen die Bun­des­po­li­zei anhän­gig – auch hier war wie­der die „Haut­far­be“ der Klä­ger der Grund für die Kon­trol­len…” RAV- Pres­se­mit­tei­lung vom 18.12.13 externer Link

Der Bei­trag Racial Pro­filing erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More