[labournet:] Vorratsdatenspeicherung: Regierung schreibt anlasslose Massenüberwachung in neue Gesetze

Zeig der Vorratsdatenspeicherung die Rote KarteTrotz unzäh­li­ger Gerichts­ur­tei­le hält die Bun­des­re­gie­rung an der rechts­wid­ri­gen Vor­rats­da­ten­spei­che­rung fest. Das umstrit­te­ne Instru­ment fin­det sich auch in der geplan­ten Novel­le des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­set­zes wie­der. Dies könn­te zu Pro­ble­men mit der EU-Kom­mis­si­on füh­ren. (…) Im Refe­ren­ten­ent­wurf der anste­hen­den Novel­le des Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­set­zes externer Link (TKG), den wir kürz­lich ver­öf­fent­licht haben, fin­den sich ein­schlä­gi­ge Pas­sa­gen aus dem bis­her gel­ten­den Gesetz externer Link wie­der. Die Bestim­mun­gen wur­den zuletzt vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt aus­ge­setzt externer Link. Der­zeit prüft der Euro­päi­sche Gerichts­hof erneut, ob eine ver­dachts­un­ab­hän­gi­ge Über­wa­chung rech­tens ist. Des­sen unge­ach­tet hat die Bun­des­re­gie­rung die recht­lich frag­wür­di­gen Regeln über­nom­men. Dem­nach sol­len Tele­fo­nie-Anbie­ter unter ande­rem alle Ruf­num­mern samt der Uhr­zeit des jewei­li­gen Tele­fo­nats oder einer SMS-Nach­richt spei­chern, und zwar für zehn Wochen. Sel­bi­ges gilt für IP-Adres­sen, über die Inter­net­ver­bin­dun­gen abge­wi­ckelt wer­den. Stand­ort­da­ten sol­len vier Wochen lang vor­ge­hal­ten wer­den…” Arti­kel von Tomas Rudl vom 25.06.2020 bei Netz­po­li­tik externer Link und neu dazu:

  • See­hofer für län­ge­re Vor­rats­da­ten­spei­che­rung /​Kin­der­schutz: Vor­rats­da­ten­spei­che­rung hilft nicht wei­ter New
    • See­hofer für län­ge­re Vor­rats­da­ten­spei­che­rung
      “Innen­mi­nis­ter See­hofer will laut einem Medi­en­be­richt eine sechs­mo­na­ti­ge Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ein­füh­ren. In einem Brief an Jus­tiz­mi­nis­te­rin Lam­brecht for­dert er eine schnel­le Geset­zes­än­de­rung – noch vor dem Urteil des EuGH. (…) Der CSU-Poli­ti­ker wol­le dadurch den Kampf gegen Kin­des­miss­brauch ver­stär­ken und set­ze dafür auf eine län­ge­re Spei­che­rung von Com­pu­ter-IP-Adres­sen. Der Minis­ter wol­le die Spei­cher­frist von zehn Wochen auf min­des­tens sechs Mona­te ver­län­gern. (…) Seit Jah­ren wird über das The­ma vor allem mit Blick auf den Daten­schutz gestrit­ten. Der Euro­päi­sche Gerichts­hof hat­te 2016 ent­schie­den, dass eine all­ge­mei­ne und unter­schieds­lo­se Spei­che­rung von Tele­fon- und Inter­net­ver­bin­dungs­da­ten mit EU-Recht nicht ver­ein­bar ist. Der­zeit steht ein erneu­tes Urteil des EuGH aus. Trotz­dem drängt See­hofer in sei­nem Schrei­ben vom 14. Juli den Anga­ben zufol­ge dar­auf, “drin­gend erfor­der­li­che Anpas­sun­gen im Gesetz bereits jetzt vor­zu­neh­men”. Dann könn­ten die­se nach einem mög­li­chen posi­ti­ven Urteil des EuGH sofort ange­wen­det wer­den. Dage­gen sag­te ein Spre­cher des Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums: “Ein gesetz­li­cher Anpas­sungs­be­darf kann sinn­voll erst geprüft wer­den, wenn die Gerich­te ent­schie­den haben.” Mel­dung vom 26. Juli 2020 bei tages​schau​.de externer Link – und wie­der ein­mal zeigt uns Herr See­hofer, wie weit er mit bei­den Bei­nen außer­halb des Rechts­staats des Grund­ge­set­zes steht. Statt wegen sei­ner Ver­ant­wor­tung für das Ver­sa­gen bei der straf­recht­li­chen Ver­fol­gung von Kin­des­miss­brauch zurück­zu­tre­ten, macht er 80 Mil­lio­nen Men­schen zu poten­zi­el­len Straf­tä­tern – außer sich selbst natür­lich. Sie­he dazu:
    • Kin­der­schutz: Vor­rats­da­ten­spei­che­rung hilft nicht wei­ter
      Auf der 212. Kon­fe­renz der Lan­des­in­nen­mi­nis­ter wur­de unter ande­rem die „Bekämp­fung von Kin­des­miss­brauch /​Kin­der­por­no­gra­fie“ dis­ku­tiert, sie­he innen​mi​nis​ter​kon​fe​renz​.de. Dort leg­te das Innen­mi­nis­te­ri­um NRW einen 33 Sei­ten lan­gen Bericht der Stabs­stel­le „Revi­si­on der kri­mi­nal­po­li­zei­li­chen Bear­bei­tung von sexu­el­lem Miss­brauch an Kin­dern und Kin­der­por­no­gra­fie“ vom 21. April 2020 vor. In die­sem Zusam­men­hang wird immer wie­der die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung gefor­dert. Gegen die­se Form der anlass­lo­sen Mas­sen­über­wa­chung kämp­fen wir seit vie­len Jah­ren. Gleich­zei­tig wol­len wir natür­lich nicht Ermitt­lun­gen im Wege ste­hen, wenn Grau­sam­kei­ten gegen Kin­der ver­hin­dert wer­den kön­nen. Des­halb haben wir den Bericht für euch gele­sen und stel­len fest: Die dar­in genann­ten plau­si­blen und wirk­sa­men Maß­nah­men kom­men ohne Mas­sen­über­wa­chung aus, die in Rechts­staa­ten und Demo­kra­tien ohne­hin nichts zu suchen hat. (…) Unser Fazit: Der Bericht lie­fert genug Ansät­ze, wie die Poli­zei dabei unter­stützt wer­den kann, Kin­der zu schüt­zen und Ver­bre­chen gegen Kin­der auf­zu­klä­ren. Vor­rats­da­ten­spei­che­rung gehört nicht dazu. Die Uni­on und alle ande­ren, die anlass­lo­se Vor­rats­da­ten­spei­che­rung for­dern, soll­ten umden­ken und sich mit die­sem Erfah­rungs­be­richt der Ermittler.innen in NRW aus­ein­an­der­set­zen. Die ewi­ge Wie­der­ho­lung der For­de­rung nach Vor­rats­da­ten­spei­che­rung lenkt ab davon, wirk­lich wirk­sa­me Maß­nah­men in Angriff zu neh­men…” Bei­trag vom 15. Juli 2020 von und bei digi­tal­cou­ra­ge externer Link

Der Bei­trag Vor­rats­da­ten­spei­che­rung: Regie­rung schreibt anlass­lo­se Mas­sen­über­wa­chung in neue Geset­ze erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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