[labournet:] ‚VW versus Prevent‘: Klarstellungen zum Outsourcing-Geschäftsmodell der Automobilbranche

Just-in-Time-Produktion: Stramme Ketten können brechen... Fotomontage: LabourNet Germany“Im August eska­liert ein Streit des Volks­wa­gen-Kon­zerns mit Zulie­fer­be­trie­ben, die der bos­ni­schen Pre­vent-Grup­pe ange­hö­ren. Nach und nach ermit­telt die Öffent­lich­keit die Hin­ter­grün­de: Weil VW einen pro­jek­tier­ten Groß­auf­trag, für den der Zulie­fe­rer Car Trim bereits Inves­ti­tio­nen getä­tigt hat, ein­sei­tig kün­digt, for­dert der Betrieb Scha­den­er­satz. Nach­druck bekommt die For­de­rung, als neben Car Trim noch ein wei­te­rer Zulie­fe­rer – ES Auto­mo­bil­guss – die Lie­fe­run­gen an VW bis auf wei­te­res ein­stellt. Bis die Par­tei­en sich wie­der han­dels­ei­nig wer­den, fal­len für ein paar Tage Lie­fe­run­gen von Sitz­be­zü­gen und Getrie­be­tei­len aus, wes­halb die Auto­pro­duk­ti­on bei VW an meh­re­ren Pro­duk­ti­ons­stand­or­ten ins Sto­cken gerät. 22 000 Autos kön­nen nicht plan­mä­ßig vom Band gehen, und Exper­ten schät­zen den finan­zi­el­len Scha­den, der VW aus dem Pro­duk­ti­ons­aus­fall ent­stan­den ist, auf über 100 Mil­lio­nen Euro. Ange­sichts die­ses „bizar­ren Streits“ (fr​-online​.de, 19.8.16) zwi­schen dem Welt­kon­zern und der „350-Mit­ar­bei­ter-Bude aus Sach­sen“ (mana​ger​-maga​zin​.de, 23.8.) rech­tet die Öffent­lich­keit aus­gie­big über die Fra­ge, wer hier der eigent­li­che Täter und wer das Opfer der Erpres­sung ist …” Chro­nik von und bei Gegen­Stand­punkt 4–16 vom 16.12.2016 externer Link und neu dazu:

  • VW-Tapes: Die bri­san­ten Ton­bän­der erschüt­tern die Glaub­wür­dig­keit des Auto-Gigan­ten /​Pre­vent droht mit Kla­ge: VW-Spit­zel­af­fä­re könn­te vor Gericht lan­den New
    • VW-Tapes: Im Macht­kampf mit einem Geschäfts­part­ner wur­den gehei­me Sit­zun­gen mehr als ein Jahr lang abge­hört – die bri­san­ten Ton­bän­der erschüt­tern die Glaub­wür­dig­keit des Auto-Gigan­ten
      “Jah­re­lang lie­fer­te sich Volks­wa­gen mit der bos­ni­schen Pre­vent-Grup­pe einen erbit­ter­ten Macht­kampf, der bis heu­te die Gerich­te beschäf­tigt. Nun ent­hüllt Busi­ness Insi­der, dass die inter­ne Stra­te­gie-Run­de von VW über Jah­re abge­hört wor­den ist. Die fast 50 Stun­den an Ton-Auf­nah­men zei­gen ein­drück­lich: Der größ­te Auto­bau­er der Welt beweg­te sich bei der Aus­ein­an­der­set­zung nicht sel­ten am Ran­de der Lega­li­tät. Der Lei­ter von „Pro­jekt 1“ wirkt in der Sit­zung rat­los. Der mäch­ti­ge Volks­wa­gen-Kon­zern hat gera­de erst die gehei­me Son­der­ein­heit gegrün­det, um sich eines unlieb­sa­men Geschäfts­part­ners zu ent­le­di­gen – der bos­ni­schen Pre­vent-Grup­pe, die Sitz­be­zü­ge und Getrie­be­tei­le lie­fert. Doch vie­le Maß­nah­men in der Aus­ein­an­der­set­zung sei­en bis­lang ver­pufft, berich­tet der hoch­ran­gi­ge VW-Mana­ger. Selbst eine bes­se­re Öffent­lich­keits­ar­beit wäre hoff­nungs­los. Erst mit der Ankün­di­gung, dass VW nun pro­mi­nen­te Ver­stär­kung erhal­ten habe, kehrt die Hei­ter­keit in die Run­de zurück. „Der Herr Ger­hard Schrö­der hat sich ein­ge­schal­tet“, ver­kün­det der Pro­jekt­lei­ter. „Ach schön“, sagt ein Teil­neh­mer. Für oder gegen VW, wird gefragt. Die Ant­wort: Der Alt­kanz­ler und ehe­ma­li­ge VW-Auf­sichts­rat wür­de sich als Lob­by­ist mit bes­ten Kreml-Kon­tak­ten für den Auto­bau­er ein­set­zen. Die Stim­mung wird immer bes­ser. Eine Mana­ge­rin schlägt schließ­lich vor, dass Schrö­der bei der Gele­gen­heit sei­ne Putin-Nähe nut­zen soll­te, um Pre­vent den Geld­hahn in Russ­land abzu­dre­hen. Ein durch­aus heik­ler Gedan­ke für einen Kon­zern, an dem das Land Nie­der­sach­sen zu 20 Pro­zent betei­ligt ist. Für gewöhn­lich dürf­ten sol­che Inhal­te aus inter­nen Sit­zun­gen nicht öffent­lich wer­den. Schrö­der sagt auf Anfra­ge gar nichts. VW bestrei­tet, dass er in der Sache kon­tak­tiert oder beauf­tragt wur­de. Nur in die­sem Fall ist jedes Wort aus der Kri­sen­run­de auf einer Audio-Datei doku­men­tiert: Dass Schrö­der aktiv sei, dass er sei­ne Russ­land-Bezie­hun­gen für VW spie­len las­sen soll­te. Und es ist nur ein klei­ner Aus­schnitt aus einer der größ­ten Abhör­af­fä­re der deut­schen Wirt­schafts­ge­schich­te. (… ) Aus den VW-Tapes geht zudem her­vor, dass VW sei­ne Anti-Pre­vent-Stra­te­gie mit Daim­ler und BMW abge­stimmt hat. (…) Dage­gen wirft Pre­vent dem Volks­wa­gen-Kon­zern „kri­mi­nel­les Ver­hal­ten“ vor. „Volks­wa­gen war in den ver­gan­ge­nen Jah­ren offen­bar beses­sen von dem Gedan­ken, Pre­vent und sei­ne Toch­ter­un­ter­neh­men um jeden Preis zu ver­nich­ten“, sagt ein Unter­neh­mens­spre­cher. „Volks­wa­gen hat dazu sei­ne extre­me Markt­macht rück­sichts­los ein­ge­setzt. Ins­ge­samt sind wir über­zeugt, dass Volks­wa­gen an Pre­vent ein öffent­li­ches Exem­pel sta­tu­ie­ren woll­te, wie man mit unab­hän­gi­gen Zulie­fe­rern umgeht. “Das Sys­tem Volks­wa­gen sei grund­sätz­lich nicht an einer part­ner­schaft­li­chen Koope­ra­ti­on mit sei­nen Zulie­fe­rern inter­es­siert. „Es lässt jedem Zulie­fe­rer so viel Luft zum Atmen, dass er gera­de nicht plei­te geht und in maxi­ma­le Abhän­gig­keit gerät“, so der Pre­vent-Spre­cher…” Arti­kel von Phil­ip Kale­ta, Kay­han Özgenc und Jan C. Weh­mey­er vom 27. Juli 2020 bei Busi­ness Insi­der online externer Link, sie­he auch:
    • Pre­vent droht mit Kla­ge: VW-Spit­zel­af­fä­re könn­te vor Gericht lan­den
      Ein Mit­schnitt inter­ner Gesprä­che sorgt bei Volks­wa­gen für Ärger. Der in Ungna­de gefal­le­ne Zulie­fe­rer Pre­vent wirft den Wolfs­bur­gern dar­in ille­ga­le Abspra­chen vor und prüft nun recht­li­che Schrit­te. Wohl nicht zum ers­ten Mal, denn allei­ne in Deutsch­land strei­ten sich bei­de Unter­neh­men der­zeit in zehn Ver­fah­ren. Der Abhör­af­fä­re bei Volks­wa­gen könn­te zu wei­te­ren recht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit dem ehe­ma­li­gen Lie­fe­ran­ten Pre­vent füh­ren. “Da die Aktio­nen von VW Pre­vent gezielt gescha­det haben, prü­fen wir der­zeit selbst recht­li­che Schrit­te gegen Volks­wa­gen”, teil­te ein Spre­cher der Zulie­ferer­grup­pe in Frank­furt mit…” Agen­tur­mel­dung vom 27. Juli 2020 bei ntv​.de externer Link, sie­he ähn­lich im mana­ger maga­zin online externer Link

Der Bei­trag ‚VW ver­sus Pre­vent‘: Klar­stel­lun­gen zum Out­sour­cing-Geschäfts­mo­dell der Auto­mo­bil­bran­che erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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