[labournet:] Whistleblower-Debatte anlässlich Julian Assange

Dossier

Freiheit für Julian Assange! (Bild: Kritisches Netzwerk)Wiki­leaks – Demo­kra­tie statt Ver­rat: “Die Inter­net-Platt­form Wiki­leaks wird zur­zeit von allen Sei­ten ange­grif­fen, von der Poli­tik, von Medi­en und auch von Hackern, die vor Kur­zem die Sei­te lahm gelegt haben. Kri­ti­ker gei­ßeln Platt­form-Grün­der Juli­an Assan­ge als Ver­rä­ter und sehen unse­rer aller Sicher­heit gefähr­det. Dabei geht es nicht um Ver­rat, son­dern um Angst – und Demo­kra­tie.” Ein Kom­men­tar von Stef­fen Mey­er vom 04.12.10 bei “Pflicht­lek­tü­re” externer Link – ein Aus­bil­dungs­pro­jekt des Insti­tuts für Jour­na­lis­tik der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Dort­mund, als einer der Bei­trä­ge zu Wiki­leaks im Labour­Net-Archiv. Sie­he auch unser Dos­sier: Prism: US-Über­wa­chungs­af­fä­re und der NSA-Whist­leb­lower. In die­sem Dos­sier hier­geht es um die Ver­fol­gung von Juli­an Assan­ge als Whist­leb­lower. Sie­he dazu:

  • Spa­ni­scher Assan­ge-Anwalt Gar­zón erhebt schwe­re Vor­wür­fe gegen die USA New
    “Der frü­he­re spa­ni­sche Rich­ter und heu­ti­ge Rechts­an­walt von Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge hat den USA vor­ge­wor­fen, ihn abge­hört zu haben. Nach einer Anhö­rung vor Gericht am Mon­tag in Madrid sag­te Bal­ta­sar Gar­zón, die USA hät­ten nicht nur sei­nen Man­dan­ten, son­dern auch ihn selbst etwa bei einem Tref­fen mit dem dama­li­gen ecua­do­ria­ni­schen Prä­si­den­ten Rafa­el Cor­rea in Madrid abhö­ren las­sen, wie die Nach­rich­ten­agen­tur Euro­pa Press mel­de­te. (…) Zugleich wie­der­hol­te Gar­zón den Vor­wurf, Assan­ge wer­de von den USA nur des­halb ver­folgt, weil er “schwers­te Ver­bre­chen gegen die Mensch­lich­keit” öffent­lich gemacht habe. (…) Bei der Anhö­rung vor Gericht sei­en ihm Video­auf­nah­men zugäng­lich gemacht wor­den, in denen die Anwäl­te im Gespräch mit Assan­ge zu sehen sei­en. Die heim­li­chen Auf­nah­men in der Bot­schaft Ecua­dors sei­en mut­maß­lich von einem spa­ni­schen Sicher­heits­un­ter­neh­men gemacht wor­den, das die Infor­ma­tio­nen an die USA wei­ter­ge­ge­ben habe, sag­te Gar­zón. Die spa­ni­schen Ermitt­lungs­er­geb­nis­se soll­ten der bri­ti­schen Jus­tiz zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, beton­te der Ex-Rich­ter. Im ver­gan­ge­nen Herbst hat­te schon der Nord­deut­sche Rund­funk (NDR) Anzei­ge gegen das spa­ni­sche Sicher­heits­un­ter­neh­men erstat­tet, weil sei­ne Mit­ar­bei­ter bei Besu­chen bei Assan­ge in der Bot­schaft aus­ge­späht und so ihre Per­sön­lich­keits­rech­te und auch das Redak­ti­ons­ge­heim­nis ver­letzt wor­den sei­en. Der NDR berief sich damals auf Doku­men­te und Video­auf­nah­men, die ihm nach eige­nen Anga­ben vor­la­gen…” Agen­tur-Mel­dung vom 28. Juli 2020 bei der​stan​dard​.at externer Link
  • Gericht will Assan­ge bewusst Covid-19 Gefahr aus­set­zen
    Trotz aus­drück­li­cher War­nun­gen sei­ner Ärz­te vor Anste­ckungs­ge­fahr mit Covid-19 will Rich­te­rin Vanes­sa Barait­ser den gesund­heit­lich stark ange­schla­ge­nen Juli­an Assan­ge dazu zwin­gen, an der kom­men­den Anhö­rung vor dem West­mins­ter Magis­tra­tes‘ Court am 27.07.2020 per Video­link teil­zu­neh­men. Um zum Video-Über­tra­gungs­raum zu gelan­gen, muss Assan­ge einen lan­gen Weg durch das Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mar­sh zurück­le­gen, bekannt als bri­ti­sches Guan­ta­na­mo Bay, wo er wei­ter­hin unschul­dig gefan­gen gehal­ten wird, obwohl sei­ne Haft­stra­fe wegen Ver­sto­ßes gegen Kau­ti­ons­auf­la­gen bereits seit dem 22.09.2019 been­det ist. Auf die­sem Weg besteht eine erhöh­te Anste­ckungs­ge­fahr. Der Wiki­Leaks-Jour­na­list gehört auf­grund sei­ner mas­siv ange­grif­fe­nen Gesund­heit und einer bekann­ten Lun­gen-Vor­er­kran­kung zur Covid-19 Risi­ko­grup­pe. Die Wär­ter in Bel­mar­sh tra­gen kei­ne Schutz­mas­ken und es sind bereits Todes­fäl­le auf­grund von Covid-19 in Bel­mar­sh bekannt…” Mel­dung vom 26.07.2020 im Blog Free Assan­ge externer Link
  • Geburts­tag hin­ter Git­tern: Mahn­wa­chen für Juli­an am 03. Juli 2020 auch in vie­len deut­schen Städ­ten 
    Am 03. Juli 2020 wird ein mehr­fach für den Frie­den­no­bel­preis nomi­nier­ter aus­tra­li­scher Jour­na­list sei­nen 49. Geburts­tag hin­ter Git­tern ver­brin­gen, wäh­rend Men­schen welt­weit bei Ver­an­stal­tun­gen für ihn laut­stark sei­ne Frei­heit ein­for­dern. (…) Zu Ass­an­ges Geburts­tag am 03. Juli pla­nen vie­le deut­sche Städ­te­grup­pen Free Assan­ge Aktio­nen, ver­tre­ten sind u.a. Ham­burg, Köln, Mün­chen, Frank­furt, Ulm und Cott­bus. Eben­so Lon­don und Ass­an­ges Hei­mat Aus­tra­li­en, aber auch in Neu­see­land, den USA, Mexi­ko, Stock­holm, Brüs­sel, Wien und vie­len wei­te­ren Län­dern und Städ­ten gibt es Aktio­nen. Mahn­wa­chen und Aktio­nen in vie­len die­ser Städ­te – und dar­über hin­aus noch in zahl­rei­chen wei­te­ren Städ­ten – lau­fen nicht nur am 03. Juli son­dern regel­mä­ßig. Die aktu­el­len Ter­mi­ne gibt es auf: www​.free​assan​ge​.eu externer Link …” Auf­ruf vom 29.06.2020 von und bei Free Assan­ge Com­mit­tee Ger­ma­ny externer Link mit einer Lis­te der Aktio­nen nach Städ­ten sowie Infos zum aktu­el­len Stand
  • “Andau­ern­de Fol­ter und medi­zi­ni­schen Ver­nach­läs­si­gung von Juli­an Assan­ge” 
    In der medi­zi­ni­schen Fach­zeit­schrift “The Lan­cet” war­nen mehr als 200 ange­se­he­ne Ärz­te und Psy­cho­lo­gen aus 33 Län­dern, dass Ver­ant­wort­li­che in Groß­bri­tan­ni­en für die Fol­ter zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den kön­nen. Schon im Febru­ar hat­ten 117 Ärz­te und Psy­cho­lo­gen aus 18 ver­schie­de­nen Län­dern in einem in der renom­mier­ten Fach­zeit­schrift The Lan­cet in einem Schrei­ben die “Been­di­gung der psy­cho­lo­gi­schen Fol­ter und medi­zi­ni­schen Ver­nach­läs­si­gung” externer Link am Wiki­Leaks-Begrün­ders Juli­an Assan­ge gefor­dert, wor­über Tele­po­lis berich­tet . Nun haben 216 Ärz­te und Psy­cho­lo­gen am Frei­tag, dem Inter­na­tio­na­len Tag zur Unter­stüt­zung der Fol­ter­op­fer, in The Lan­cet nach­ge­legt und erneut die “andau­ern­de Fol­ter und medi­zi­ni­sche Ver­nach­läs­si­gung” moniert externer Link. Mehr als 200 ange­se­he­ne Ärz­te aus der gan­zen Welt haben ihre For­de­rung nach einem Ende der psy­cho­lo­gi­schen Fol­ter von dem Wiki­Leaks-Ver­le­ger Juli­an Assan­ge und sei­ner sofor­ti­gen Frei­las­sung aus dem bri­ti­schen Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mar­sh erneu­ert und bezie­hen sich dabei auch auf den UN-Son­der­be­richt­erstat­ter Nils Mel­zer, der auch im Tele­po­lis-Inter­view externer Link auf die kla­ren Fol­ter­spu­ren hin­ge­wie­sen hat. Die Medi­zi­ner haben über sechs Mona­te Miss­hand­lun­gen doku­men­tiert und erklä­ren nun, dass die psy­cho­lo­gi­sche Fol­ter sogar noch inten­si­viert wor­den sei, die zum Ziel habe, die betrof­fe­ne Per­son zu zer­stö­ren. Der Jour­na­list sei iso­liert und 23 Stun­den ein­ge­schlos­sen. (…) Die Vor­gän­ge stell­ten einen “Prä­ze­denz­fall” von inter­na­tio­na­ler Bedeu­tung dar, stel­len die Ärz­te und Psy­cho­lo­gen das Vor­ge­hen gegen den Jour­na­lis­ten und Ver­le­ger in den Rah­men der Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit dar. Die Iso­la­ti­on habe sich im Rah­men der Maß­nah­men zur Bekämp­fung des Coro­na­vi­rus sogar noch ver­schärft und gleich­zei­tig wür­den Ver­tei­di­gungs­rech­te von Assan­ge dar­über grob ver­letzt. (…) So wird auch in dem Brief dar­auf hin­ge­wie­sen, dass von Assan­ge kei­ner­lei Gefahr aus­geht, er ledig­lich in Unter­su­chungs­haft sitzt und kei­ne Stra­fe für ein Ver­bre­chen ver­büßt. Inhaf­tie­rung ist in die­sem Fall eigent­lich die Aus­nah­me und nicht die Regel. Für die UN-Arbeits­grup­pe für will­kür­li­che Inhaf­tie­rung ist Assan­ge ohne­hin will­kür­lich inhaf­tiert. Allein das müss­te aus­rei­chend Grund­la­ge dafür sein, Assan­ge end­lich auf Kau­ti­on frei­zu­las­sen. Doch dies wird auch trotz des schwie­ri­gen Gesund­heits­zu­stands des Jour­na­lis­ten ver­wei­gert. Assan­ge ist an einem chro­ni­schen Lun­gen­lei­den erkrankt. Nach Jah­ren in der ecua­do­ri­schen Bot­schaft und der psy­cho­lo­gi­scher Fol­ter im Lon­do­ner Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mar­sh sei es “sehr wahr­schein­lich”, dass Ass­an­ges Immun­sys­tem “ernst­haft geschwächt” ist. Und das erhöht töd­li­che Gefah­ren bei einer Coro­na­vi­rus-Erkran­kung deut­lich, die Pan­de­mie hat sich auch in bri­ti­schen Gefäng­nis­sen aus­ge­brei­tet. “Wir haben die beruf­li­che und ethi­sche Pflicht, uns gegen Fol­ter aus­zu­spre­chen, über Fol­te­run­gen in der Ver­gan­gen­heit zu berich­ten, gegen­wär­ti­ge Fol­te­run­gen zu been­den und zukünf­ti­ge Fol­te­run­gen zu ver­hin­dern”, heißt es in dem ver­öf­fent­lich­ten Brief…” Arti­kel von Ralf Streck vom 28. Juni 2020 in tele­po­lis externer Link
  • Neue Ankla­ge gegen Wiki­leaks-Grün­der Assan­ge 
    “… Die US-Jus­tiz hat eine neue Ankla­ge gegen Wiki­leaks-Grün­ders Juli­an Assan­ge erlas­sen. Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um in Washing­ton teil­te am Mitt­woch­abend mit, gegen den 48-Jäh­ri­gen wer­de von einer brei­te­ren Ver­schwö­rung beim Hacken von Com­pu­tern als bis­lang aus­ge­gan­gen. Dem­nach hät­ten »Assan­ge und ande­re« Men­schen dafür rekru­tiert, Netz­wer­ke zu hacken, damit Wiki­leaks davon pro­fi­tie­re. Aller­dings wür­den zu den bis­her 18 Ankla­ge­punk­ten gegen Assan­ge kei­ne wei­te­ren hin­zu­ge­fügt. (…) Der gebür­ti­ge Aus­tra­li­er sitzt seit rund einem Jahr im Lon­do­ner Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mar­sh. Eine Anhö­rung zum US-Antrag auf Aus­lie­fe­rung Ass­an­ges war im Mai wegen der Coro­na-Pan­de­mie auf Sep­tem­ber ver­scho­ben wor­den.” Mel­dung vom 25.6.2020 in neu­es Deutsch­land online externer Link
  • Assan­ge bleibt im Coro­na-Knast /​10 Jah­re „Col­la­te­ral Mur­der“ /​USA gegen Juli­an Assan­ge: Der Whist­leb­lower als Staats­feind 
    • Assan­ge bleibt im Coro­na-Knast. Bri­ti­sche Gefäng­nis­se könn­ten für vie­le Insas­sen zur Virus-Fal­le wer­den. Wiki­Leaks-Grün­der darf die Haft­an­stalt den­noch nicht ver­las­sen
      Obwohl die bri­ti­sche Regie­rung die Coro­na-Epi­de­mie in Gefäng­nis­sen ein­däm­men will, gesteht sie Wiki­Leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge kei­nen Anspruch auf Haft­ent­las­sung zu. Das berich­te­ten bri­ti­sche und aus­tra­li­sche Medi­en unter Beru­fung auf Jus­tiz­krei­se. In Groß­bri­tan­ni­en gibt es bis­lang knapp 69 Häft­lin­ge und min­des­tens 14 Jus­tiz­mit­ar­bei­ter, die Covid-19 posi­tiv getes­tet wur­den, die Zah­len gehen täg­lich nach oben. Ein Vier­tel des Gefäng­nis­per­so­nals ist auf­grund der Erkran­kungs­wel­le bereits frei­ge­stellt oder in Qua­ran­tä­ne. (…)”Die­se Regie­rung hat sich ver­pflich­tet, dafür zu sor­gen, die­je­ni­gen zur Ver­ant­wor­tung zu zie­hen, die das Gesetz bre­chen”, so Buck­land am Sams­tag. Aber man befin­de sich in einer noch nie dage­we­se­nen Situa­ti­on, so der Minis­ter wei­ter: “Denn wenn das Coro­na­vi­rus in unse­ren Gefäng­nis­sen Fuß fasst, könn­te das Natio­na­le Gesund­heits­sys­tem (Natio­nal Health Ser­vice, NHS) über­las­tet wer­den und noch mehr Leben könn­ten in Gefahr sein.” Auf Anfra­ge der aus­tra­li­schen Nach­rich­ten­agen­tur AAP bestä­tig­te das bri­ti­sche Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um nun aber, dass Juli­an Assan­ge nicht in den Genuss der Rege­lung kommt. Der Wiki­Leaks-Grün­der befin­det sich der­zeit in Unter­su­chungs­haft im Bel­mar­sh-Gefäng­nis in Lon­don. Assan­ge kön­ne nicht vor­über­ge­hend ent­las­sen wer­den, weil er kei­ne klas­si­sche Haft­stra­fe nach Ver­ur­tei­lung ver­bü­ße und daher die Kri­te­ri­en nicht erfül­le. Die bri­ti­sche Regie­rung bemü­he sich zwar um eine Beschleu­ni­gung der Anhö­run­gen von Unter­su­chungs­häft­lin­gen, um die Über­fül­lung der Gefäng­nis­se zu ver­rin­gern. Assan­ge wer­de den­noch bis auf wei­te­res in Haft blei­ben…” Arti­kel von Harald Neu­ber vom 07. April 2020 in tele­po­lis externer Link
    • 10 Jah­re „Col­la­te­ral Mur­der“ oder die Ver­fol­gung von Chel­sea Man­ning und Juli­an Assan­ge
      “Das Video „Col­la­te­ral Mur­der“ ist welt­weit zu einem Sinn­bild für die Grau­sam­kei­ten des Krie­ges und das Leid der Zivil­be­völ­ke­rung gewor­den. Die Ver­ro­hung im Den­ken, Reden und Han­deln einer Hub­schrau­ber­be­sat­zung, die mit hör­ba­rer Begeis­te­rung Zivi­lis­ten erschießt, ist schwer anzu­se­hen. Dabei drängt sich die Fra­ge gera­de­zu auf, wel­che Ver­bre­chen die Befehls­ha­ber sol­cher Mör­der wohl sonst noch zu ver­ant­wor­ten haben, von denen wir, in deren Namen Krie­ge geführt wer­den, nie erfah­ren. Und genau des­we­gen auch nicht erfah­ren dür­fen. Das erklärt die ver­bis­se­ne Gna­den­lo­sig­keit, mit dem vor 10 Jah­ren Chel­sea (damals Brad­ley) Man­ning ver­folgt wur­de – und bis heu­te Juli­an Assan­ge. Das erklärt die Anwen­dung des Espio­na­ge Act von 1917 gegen Whist­leb­lower und nun, mit der Ankla­ge gegen Assan­ge, auch gegen Jour­na­lis­ten. Es geht um Abschre­ckung, Ein­schüch­te­rung und damit die Ver­hin­de­rung von ‚Leaks‘. Der Ver­tei­di­ger von Man­ning sag­te über deren dama­li­ges Kriegs­ge­richts­ver­fah­ren, es sei der Regie­rung allein dar­um gegan­gen, laut und weit­hin ver­nehm­bar eine Idee zu zer­stö­ren. Die Idee, dass man Infor­ma­tio­nen im öffent­li­chen Inter­es­se anonym und sicher an Medi­en geben kön­ne. Und es sei dar­um gegan­gen, das Ver­trau­en zwi­schen Whist­leb­lo­wern und der Pres­se zu unter­mi­nie­ren. Das Video „Col­la­te­ral Mur­der“ wird im Zusam­men­hang mit dem seit dem 24. Febru­ar in Lon­don lau­fen­den Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren gegen Juli­an Assan­ge nun wie­der viel im Inter­net und in den Medi­en zitiert und ganz oder aus­schnitts­wei­se gezeigt. Das dürf­te für die ame­ri­ka­ni­sche Regie­rung zu den unwill­kom­me­nen Neben­ef­fek­ten die­ses Ver­fah­rens zäh­len. Ob Assan­ge tat­säch­lich an die USA aus­ge­lie­fert wird, hängt ent­schei­dend von der Fra­ge ab, ob ihn dort vor­aus­sicht­lich ein rechts­staat­lich ein­wand­frei­es Ver­fah­ren erwar­tet oder ein poli­ti­scher Schau­pro­zess. Dar­um wol­len wir hier einen Blick auf das Ver­fah­ren gegen Chel­sea Man­ning wer­fen. Das mag die Fra­ge ein Stück­weit beant­wor­ten hel­fen und einen Vor­ge­schmack auf das geben, was Juli­an Assan­ge im Fal­le einer Aus­lie­fe­rung erwar­tet…” Bei­trag von Anne­gret Fal­ter vom 6. April 2020 beim Whistel­blower Netz­werk e.V. externer Link
    • USA gegen Juli­an Assan­ge: Der Whist­leb­lower als Staats­feind
      “Nach mehr­jäh­ri­ger Bela­ge­rung kommt es nun zum gro­ßen Show­down: Am 24. Febru­ar begann in Lon­don der Aus­lie­fe­rungs­pro­zess gegen Juli­an Assan­ge. Das Ver­fah­ren ent­schei­det nicht nur dar­über, ob die bri­ti­schen Behör­den den Wiki­leaks-Grün­der an die USA über­ge­ben müs­sen, son­dern es ver­han­delt impli­zit auch den Sta­tus all derer, die Fehl­ver­hal­ten von Unter­neh­men, Behör­den und Regie­run­gen auf­de­cken. Damit aber kommt dem Pro­zess rich­tungs­wei­sen­de Bedeu­tung zu. (…) Noch bevor in Lon­don ein fina­les Urteil ergeht, könn­te bereits an ganz ande­rer Stel­le – näm­lich unter ande­rem in Ber­lin – eine weg­wei­sen­de Ent­schei­dung über den künf­ti­gen Schutz von Whist­leb­lo­wern in Euro­pa fal­len. Im ver­gan­ge­nen Herbst ver­ab­schie­de­te der Euro­päi­sche Rat nach jah­re­lan­ger Debat­te eine EU-Richt­li­nie zum Whist­leb­lo­wer­schutz, die der Bun­des­tag inner­halb von zwei Jah­ren in natio­na­les Recht umset­zen muss. Die Richt­li­nie sieht über­fäl­li­ge Min­dest­stan­dards zum Schutz von Hin­weis­ge­bern auf euro­päi­scher Ebe­ne vor. Wäh­rend der Vor­ver­hand­lun­gen hat­te sich ins­be­son­de­re die Bun­des­re­gie­rung vehe­ment für ein restrik­ti­ves Ver­fah­ren ein­ge­setzt. Dem­nach soll­ten Whist­leb­lower Miss­stän­de zunächst inner­halb der betrof­fe­nen Unter­neh­men oder Behör­den mel­den, bevor sie sich an exter­ne Stel­len wen­den dür­fen. Durch­ge­setzt hat sich Ber­lin damit erfreu­li­cher­wei­se nicht, weil damit die men­ta­len Hür­den für Hin­weis­ge­ber erheb­lich erhöht wor­den wären. Den­noch wären Whist­leb­lower wie Juli­an Assan­ge bei einer direk­ten Umset­zung der EU-Richt­li­nie in natio­na­les Recht nach wie vor nicht aus­rei­chend geschützt. Denn sowohl die recht­li­che Sank­tio­nie­rung des soge­nann­ten öffent­li­chen Whist­leb­lowings – also das direk­te Publi­zie­ren von Miss­stän­den etwa in den Medi­en – als auch die des Publi­zie­rens von als geheim ein­ge­stuf­ten Doku­men­ten über­lässt die EU der Aus­ge­stal­tung ihrer Mit­glied­staa­ten. Es ist daher zu befürch­ten, dass Whist­leb­lower mit ihrem Han­deln auch in Zukunft ein hohes per­sön­li­ches Risi­ko ein­ge­hen müs­sen. Wie fatal dies gera­de für Demo­kra­tien ist, bele­gen nicht nur die durch Wiki­leaks offen­ge­leg­ten Kriegs­ver­bre­chen der US-Armee oder der Cum-Ex-Skan­dal, son­dern – ganz aktu­ell – auch der deut­sche Fall des ehe­ma­li­gen Unter­of­fi­ziers Patrick J. Die­ser hat­te in den ver­gan­ge­nen Jah­ren den Mili­tä­ri­schen Abschirm­dienst auf eine Viel­zahl von rechts­ex­tre­men Vor­fäl­len in der Bun­des­wehr hin­ge­wie­sen. Die von ihm gemel­de­ten Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten ver­rich­ten nach wie vor ihren Dienst. Nur der 31jährige Hin­weis­ge­ber ver­lor jüngst unter Anga­be frag­wür­di­ger Begrün­dun­gen sei­nen Job. Der­ar­ti­ge Ver­tu­schungs- und Ver­gel­tungs­ak­tio­nen könn­te ein star­ker Whist­leb­lower-Schutz künf­tig ver­hin­dern. Und er könn­te letzt­lich erheb­lich dazu bei­tra­gen, den Blick auf die wah­ren Täter zu len­ken – so auch im Fall Assan­ge: Denn in den USA wur­den eben­falls jene Sol­da­ten, die, wie wir dank Wiki­leaks wis­sen, nach­weis­lich Kriegs­ver­bre­chen began­gen haben, bis heu­te nicht ange­klagt, geschwei­ge denn vor ein Gericht gestellt.” Bei­trag von Dani­el Lei­se­gang aus ‘Blät­ter’ Aus­ga­be April 2020 externer Link
  • Bri­ti­sche Jus­tiz scheint Ass­an­ges Immun­sys­tem tes­ten zu wol­len /​Yanis Varou­fa­kis sprach mit Juli­an Assan­ge 
    • Bri­ti­sche Jus­tiz scheint Ass­an­ges Immun­sys­tem tes­ten zu wol­len
      “Am ver­gan­ge­nen Mitt­woch fand in Lon­don die alle 4 Wochen statt­fin­den­de Anhö­rung zum wei­te­ren Ver­lauf der Inhaf­tie­rung von Juli­an Assan­ge bezüg­lich des US-Aus­lie­fe­rungs­be­geh­rens gegen ihn statt. Zum ers­ten Mal stell­te die Ver­tei­di­gung einen Antrag auf Kau­ti­on mit der Begrün­dung, dass der sowie­so gesund­heit­lich ange­schla­ge­ne Juli­an Assan­ge durch das im Gefäng­nis auf idea­le Bedin­gun­gen tref­fen­de, neue Coro­na­vi­rus beson­ders gefähr­det sei. Laut Beob­ach­tern waren auch wegen des Virus, und der dadurch ein­ge­schränk­ten Bewe­gungs­frei­heit, ins­ge­samt nur 15 Per­so­nen im West­mins­ter-Magis­tra­tes-Gericht anwe­send und Juli­an Assan­ge war dies­mal nicht der Ein­zi­ge, der per Video­über­tra­gung zu „sehen“ war. (…) Einer der bei Gericht Anwe­sen­den war der aus­tra­li­sche Jour­na­list Mar­ty Silk, der die­sen Bericht schrieb. Die Rich­te­rin Vanes­sa Barait­ser lehn­te den Kau­ti­ons­an­trag mit der Begrün­dung ab, dass Juli­an Assan­ge nicht der Ein­zi­ge sei, der durch COVID 19 gefähr­det sei, und dass er schon ein­mal gegen Kau­ti­ons­auf­la­gen ver­sto­ßen habe. Sie erwähnt dabei nicht, dass dies mit dem Ver­fah­ren gegen Assan­ge, wel­ches die schwe­di­sche Jus­tiz ange­strengt hat­te, in Ver­bin­dung stand. Die dor­ti­gen Ermitt­lun­gen wur­den ins­ge­samt drei­mal ein­ge­stellt (…) Natür­lich hat Rich­te­rin Barait­ser mit ihrer Begrün­dung streng genom­men Recht, aber sie lässt die Begleit­um­stän­de, die zur jet­zi­gen Situa­ti­on von Juli­an Assan­ge geführt haben, kom­plett außer Acht, genau­so wie sie auch das Vor­ge­hen ande­rer Staa­ten in Sachen Coro­na­vi­rus igno­riert. Der so oft kri­ti­sier­te Iran hat im Zuge der Pan­de­mie 85.000 nicht gewalt­tä­ti­ge Häft­lin­ge auf frei­en Fuß gesetzt, und das Glei­che geschieht in eini­gen Staa­ten der USA (…) Wenigs­tens sag­te Rich­te­rin Barait­ser auch noch, dass sich die Ein­schät­zung der Lage sehr schnell ändern kön­ne. Wie immer fra­ge ich mich, ob das ernst gemeint ist oder ob es sich um beschwich­ti­gen­de Wor­te han­deln soll. Für nächs­ten Mon­tag, den 7. April, ist eine wei­te­re tech­ni­sche Anhö­rung ange­setzt und hier böte sich für Frau Barait­ser einen wei­te­re Mög­lich­keit, die­sen Spuk, auch im Zuge des Coro­na­vi­rus-Cha­os, still­schwei­gend zu been­den und Juli­an Assan­ge frei­zu­las­sen, bevor er im Gefäng­nis noch krän­ker wird, und sie ihn somit auf dem Gewis­sen hät­te. (…) Lei­der sind ja mitt­ler­wei­le Mahn­wa­chen und Demons­tra­tio­nen mit mehr als einer Per­son auch ver­bo­ten, und somit kann man erst ein­mal wei­te­re ermu­ti­gen­de Brie­fe an Juli­an Assan­ge schrei­ben, die auch den Behör­den zei­gen, dass er nicht ver­ges­sen ist…” Bei­trag von Moritz Mül­ler vom 30. März 2020 bei den Nach­Denk­Sei­ten externer Link – war­um die Rich­te­rin “streng genom­men Recht” hät­te, erhellt sich aller­dings nicht. Außer­dem kommt Assan­ge selbst mit sei­nen Vor­stel­lun­gen /​Posi­tio­nen gar nicht vor. Anders wie bei Fol­gen­dem:
    • Yanis Varou­fa­kis: Ges­tern Abend rief mich Juli­an Assan­ge an. Über fol­gen­des haben wir gespro­chen
      Ges­tern Abend, unmit­tel­bar nach unse­rem ers­ten DiEM25 TV-Event, klin­gel­te mein Tele­fon. Es war Juli­an. Aus dem Gefäng­nis. (…) Juli­an woll­te die Aus­wir­kun­gen von Covid-19 auf die Welt, in der wir leben, und natür­lich auf sei­nen Fall spre­chen. Er bemerk­te, dass das Wahl­ma­ni­fest von Jere­my Cor­byn, das das Estab­lish­ment als zu radi­kal bezeich­net hat­te, jetzt unglaub­lich mode­rat erscheint. (…) Juli­an sag­te ganz rich­tig, dass die­se neue Pha­se der Kri­se uns zumin­dest deut­lich macht, dass alles mög­lich ist. Und ich habe hin­zu­ge­fügt, dass “alles” aller­dings von den best­mög­li­chen bis hin zu den schlimmst­mög­li­chen Ent­wick­lun­gen reicht. Ob die Epi­de­mie dazu genutzt wird, eine bes­se­re oder schlech­te­re Gesell­schaft zu for­men, wird natür­lich von uns abhän­gen – davon, ob es den Pro­gres­si­ven gelingt, sich zusam­men­zu­schlie­ßen. Denn wenn wir es nicht schaf­fen, wer­den die Ban­kiers, die Spivs, die Olig­ar­chen und die Neo­fa­schis­ten, genau wie 2008, erneut bewei­sen, dass sie es sind, die wis­sen, wie man eine Kri­se nut­zen kann. (…) Unser Gespräch dau­er­te zehn Minu­ten und eine Sekun­de. Dann unter­brach der Gefäng­nis­di­rek­tor die Lei­tung. Der Mann, der die Gefah­ren und Schmer­zen der Iso­la­ti­on bes­ser kennt als wir alle, mel­de­te sich zu Wort, um mir, uns, eine zehn­mi­nü­ti­ge Lek­ti­on dar­über zu ertei­len, wie man trotz dem Ein­ge­sperrt sein bei Ver­stand bleibt. Täu­schen Sie sich nicht, lie­ber Leser: Juli­an kämpft dar­um, sei­ne Fähig­kei­ten zu behal­ten, nicht den Ver­stand zu ver­lie­ren. Jeden Tag kämpft er stun­den­lang in der Ein­sam­keit gegen die Dun­kel­heit und die Ver­zweif­lung. Wenn er sich am Tele­fon klar und lus­tig anhört, dann des­halb, weil er 20 Stun­den gear­bei­tet hat für den Moment, in dem er sei­ne Sei­te der Geschich­te, sei­ne Gedan­ken zur Außen­welt mit­tei­len kann. Nie­mand soll­te so leben müs­sen. Und so ist es, dass Juli­ans Not­la­ge – und auch sei­ne Ein­sich­ten – uns jetzt, da wir alle in einem gewis­sen Zustand der Iso­la­ti­on sind, uns ver­an­las­sen müs­sen inne­zu­hal­ten und in uns selbst die Kraft und die Soli­da­ri­tät zu ent­de­cken, die not­wen­dig sind, um sicher­zu­stel­len, dass die­se Kri­se nicht ver­schwen­det wird – dass die kran­ken und kor­rup­ten Mäch­te, die es gibt, nicht ein wei­te­res Mal zu den Nutz­nie­ßern wer­den.” Bericht von Yanis Varou­fa­kis bei den Neu­ig­kei­ten vom 25. März 2020 zur Change.org-Petition ‘ Ver­hin­dert die Aus­lie­fe­rung von Juli­an Assan­ge an die USA!’ externer Link
  • [LIGA und FIfF] Kam­pa­gne: Men­schen­rech­te für Juli­an Assan­ge – für Rechts­staat­lich­keit und Pres­se­frei­heit! 
    “… Eine kon­stru­ier­te Ver­ge­wal­ti­gung und mani­pu­lier­te Bewei­se in Schwe­den, Druck von Groß­bri­tan­ni­en, das Ver­fah­ren nicht ein­zu­stel­len, befan­ge­ne Rich­ter, Inhaf­tie­rung, psy­cho­lo­gi­sche Fol­ter – und bald die Aus­lie­fe­rung an die USA mit Aus­sicht auf 175 Jah­re Haft, weil er Kriegs­ver­bre­chen auf­deck­te.“ So fasst der UN-Son­der­be­richt­erstat­ter für Fol­ter, Nils Mel­zer, die Situa­ti­on von Juli­an Assan­ge zusam­men. Es ist höchs­te Zeit, die­ses Unrecht zu been­den! For­de­run­gen an die deut­sche Regie­rung, die bri­ti­sche Regie­rung, die US-Regie­rung, die Regie­run­gen aller EU-Mit­glied­staa­ten, das Euro­päi­sche Par­la­ment und die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on. Der Fall Juli­an Assan­ge stellt die west­li­chen Gesell­schaf­ten vor eine Schick­sals­fra­ge: Füh­ren wir unse­re Grund­wer­te wie Rechts­staat­lich­keit, Men­schen­rech­te und Pres­se­frei­heit nur dann ins Feld, wenn wir ande­re Staa­ten kri­ti­sie­ren, oder neh­men wir sie wirk­lich ernst und prak­ti­zie­ren sie? Dann müs­sen wir sie nicht nur in poli­ti­schen Beleh­run­gen ande­rer hoch­hal­ten, son­dern auch in schwie­ri­gen und als unbe­quem emp­fun­de­nen Situa­tio­nen anwen­den. Sie wür­den dann nicht nur für die­je­ni­gen Per­so­nen gel­ten, die Regie­run­gen unter­stüt­zen oder sich im Sin­ne des Sta­tus quo äußern, son­dern beson­ders für die­je­ni­gen, die laut Kri­tik üben, den Fin­ger in die Wun­de legen und sich mit den Mäch­ti­gen anle­gen. Gera­de für die­se Men­schen müs­sen Rechts­staat­lich­keit, Men­schen­rech­te und Pres­se­frei­heit gel­ten, gera­de für die­se Men­schen sind sie gedacht, denn genau die­se Men­schen benö­ti­gen den Schutz. Ver­sa­gen wir als Gesell­schaft in sol­chen Fäl­len den Schutz­be­dürf­ti­gen ihre Rech­te und Frei­hei­ten, so sind unse­re Wer­te tat­säch­lich nichts wert, weil sie genau dann nicht gel­ten wür­den, wenn es über­haupt auf sie ankommt. Gefäl­li­ger Jour­na­lis­mus benö­tigt kei­nen Schutz, Juli­an Assan­ge hin­ge­gen braucht ihn drin­gend…” Unter­stüt­zungs­auf­ruf der Liga für Men­schen­recht vom 6. März 2020 externer Link – Unter­zeich­nen Sie unse­re For­de­run­gen auf der Kam­pa­gnen­sei­te des Forums Infor­ma­ti­ke­rIn­nen für Frie­den und gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung (FIfF)!:
    • “… Wir for­dern von der deut­schen Regie­rung, der bri­ti­schen Regie­rung, der US-Regie­rung, den Regie­run­gen aller EU-Mit­glied­staa­ten, dem Euro­päi­schen Par­la­ment und der Euro­päi­sche Kom­mis­si­on, ihr Han­deln strikt an der Rechts­staat­lich­keit, den Men­schen­rech­ten und der Pres­se­frei­heit aus­zu­rich­ten und auch gegen­sei­tig auf deren Ein­hal­tung hin­zu­wir­ken. Kon­kret for­dern wir: 1. Juli­an Assan­ge muss sofort die nöti­ge psy­cho­lo­gi­sche und medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung bekom­men. 2. Die USA müs­sen die Spio­na­ge-Anschul­di­gun­gen gegen Juli­an Assan­ge sofort fal­len las­sen und in der Fol­ge muss Groß­bri­tan­ni­en ihn sofort frei­las­sen. 3. Groß­bri­tan­ni­en darf Juli­an Assan­ge kei­nes­falls an die USA aus­lie­fern, weil ein unfai­res Gerichts­ver­fah­ren und Fol­ter dro­hen. 4. Die Vor­ge­hens­wei­sen der Behör­den in Schwe­den und Groß­bri­tan­ni­en, die zu die­sem unhalt­ba­ren Zustand geführt haben, sind lücken­los und öffent­lich auf­zu­klä­ren. Wir müs­sen Rechts­staat­lich­keit, Men­schen­rech­te und Pres­se­frei­heit gera­de in die­sem Fall mit Nach­druck die nöti­ge Gel­tung ver­schaf­fen…” FlfF-Kam­pa­gnen­sei­te vom März 2020 externer Link mit Mög­lich­keit zur Unter­stüt­zung durch Unter­schrift und aus­führ­li­chen Hin­ter­grün­den
  • Ein Resü­mee der Anhö­rung zu Assan­ge in Lon­don 
    Letz­te Woche war am Diens­tag im Gerichts­saal in Bel­mar­sh, Lon­don, Juli­an Ass­an­ges Ver­tei­di­gung mit der Dar­le­gung der Eröff­nungs­ar­gu­men­te an der Rei­he. Ins­ge­samt hat­te man den Ein­druck, dass es Ass­an­ges sehr gut vor­be­rei­te­tem Ver­tei­di­ger Mark Sum­mers gelang, das Anlie­gen sei­nes Man­dan­ten detail­liert und über­zeu­gend dar­zu­stel­len. Zuerst hör­ten wir Anwe­sen­den, dass Juli­an Assan­ge seit dem Vor­tag elf­mal Hand­schel­len ange­legt wur­den, er sich zwei­mal einer Lei­bes­vi­si­ta­ti­on unter­zie­hen muss­te und in fünf ver­schie­de­nen Zel­len unter­ge­bracht war. Lei­der wur­de hier­von in den Medi­en fast gar nichts gemel­det. Die wei­te­re Anhö­rung zog sich dann noch bis Don­ners­tag hin…” Ein Bericht aus dem Gerichts­saal in Lon­don von Moritz Mül­ler am 3.3.2020 bei den Nach­denk­sei­ten externer Link
  • “Jemand muss­te Juli­an A. ver­leum­det haben…” – Der kaf­ka­es­ke Schau­pro­zess gegen den Wiki­leaks-Grün­der 
    “Einen Tag frü­her als erwar­tet sind am Don­ners­tag die Anhö­run­gen zur Aus­lie­fe­rung Juli­an Assan­ge an die USA zu Ende gegan­gen. Der letz­te Tag ende­te im Streit dar­über, ob der Wiki­leaks-Grün­der dem Ver­fah­ren im Glas­kas­ten oder auf der Bank mit sei­nen Anwäl­ten fol­gen darf. Die vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Wool­wich Court, Vanes­sa Barait­ser, hat­te den Antrag abge­lehnt. Ein außer­halb der für schwer gewalt­tä­ti­ge Ange­klag­te vor­ge­se­he­nen Pan­zer­glas-Box sit­zen­der Juli­an Assan­ge stel­le, so die Rich­te­rin, eine “Gefahr für die Öffent­lich­keit” dar. Der­ar­ti­ge Ein­las­sun­gen sind längst nicht die ein­zi­gen Schi­ka­nen, denen sich Assan­ge in die­sem Pro­zess aus­ge­setzt sieht, für den das Prä­di­kat “kaf­ka­esk” sehr ange­mes­sen scheint – was die Öffent­lich­keit aller­dings kaum erfah­ren wür­de, denn um einen der sage und schrei­be 16 Plät­ze im Zuschau­er­raum muss man so früh auf­ste­hen wie Craig Mur­ray. Der ehe­ma­li­ge Diplo­mat und Bot­schaf­ter hat­te sich jeweils mor­gens um 6 Uhr ange­stellt, um einen der Plät­ze zu bekom­men – vor allem sei­nen Repor­ta­gen über die vier Ver­hand­lungs­ta­ge ver­dankt sich das Wis­sen über das an Kaf­ka gemah­nen­de Schau­spiel die­ses Pro­zes­ses. Dass jeder Ange­klag­te das Recht auf Ver­tei­di­gung und auf die Ver­trau­lich­keit der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit sei­nem Ver­tei­di­ger hat, ist ein grund­le­gen­des Ele­ment der Rechts­ord­nung. Wenn einem Ange­klag­ten eine sol­che Ver­trau­lich­keit nicht gewährt wird, kann von einem fai­ren Straf­ver­fah­ren kei­ne Rede mehr sein. (…) “Jemand muss­te Josef K. ver­leum­det haben…” – wie Kaf­kas Roman begann auch die Ver­fol­gung des Juli­an A. mit einer Ver­leum­dung. (…) Dass die Welt­macht USA und ihre offen­bar nur auf dem Papier der Rechts­staat­lich­keit ver­pflich­te­ten Vasal­len der­art inqui­si­to­risch gegen einen ein­zel­nen Jour­na­lis­ten vor­ge­hen, wäh­rend die Whist­leb­lo­we­rin Chel­sea Man­ning nach wie vor in Beu­ge­haft genom­men wird, weil sie kei­ne Aus­sa­gen gegen Assan­ge vor einem gehei­men Mili­tär­ge­richt machen will – zeigt deut­lich, dass 2020 das Mit­tel­al­ter mit sei­nen Ket­zer­pro­zes­sen und Schei­ter­hau­fen noch nicht vor­bei ist. Auch wenn die US-Anklä­ger Assan­ge “nur” für 175 Jah­re nach Guan­ta­na­mo ver­frach­ten wol­len. So viel zum Fort­schritt und zur Rechts­staat­lich­keit im “Werte”-Westen. Das Ver­fah­ren wird am 18.Mai fort­ge­setzt, bis dahin Juli­an Assan­ge nach Anga­ben sei­ner Anwäl­tin Jen­ni­fer Robin­son wohl im Gefäng­nis blei­ben.” Bei­trag von Mathi­as Brö­ckers vom 2. März 2020 bei Tele­po­lis externer Link
  • Nächs­te Anhö­rung im Mai oder Juni /​Kei­ne Aus­lie­fe­rung von Juli­an Assan­ge! Aus­stel­lungs­er­öff­nung “We Are Mil­li­ons” in Ber­lin 29.2.2020 
    • Assan­ge-Aus­lie­fe­rung: Nächs­te Anhö­rung im Mai oder Juni
      Bei der Ver­hand­lung, ob Juli­an Assan­ge an die USA aus­ge­lie­fert wird, kam es zu juris­ti­schen Absur­di­tä­ten. (…) Die nächs­te Anhö­rung zur Aus­lie­fe­rung von Assan­ge ist auf drei Wochen aus­ge­legt und soll im Mai oder Juni statt­fin­den. Im April tritt das Gericht zusam­men, um den genau­en Ter­min zu bestim­men.” Bericht von Det­lef Bor­chers vom 28.2.2020 bei hei­se news externer Link
    • Kei­ne Aus­lie­fe­rung von Juli­an Assan­ge! Aus­stel­lungs­er­öff­nung “We Are Mil­li­ons” in Ber­lin 29.2.2020
      Die Cou­ra­ge Foun­da­ti­on ver­an­stal­tet der­zeit zusam­men mit DiEM25 die euro­pa­wei­te Aus­stel­lung „We Are Mil­li­ons“ externer Link, um auf die mög­li­che Aus­lie­fe­rung Juli­an Assan­ge an die USA auf­merk­sam zu machen. Assan­ge erlei­det men­schen­rechts­wid­ri­ge psy­cho­lo­gi­sche Fol­ter und die gesam­te Ankla­ge gegen die­sen Jour­na­lis­ten ist eine Gefahr und Ein­schrän­kung der Pres­se­frei­heit. #Free­Press #Free­Ju­lia­nAssan­ge #DoNotEx­tra­di­te #WeAre­Mil­li­ons. Berühm­te Ver­tre­ter aus Poli­tik und Kunst (Bri­an Eno, Roger Waters, Sreć­ko Hor­vat, Yanis Varou­fa­kis, Oli­ver Stone, Pame­la Ander­son, Vivi­en­ne West­wood, M.I.A. etc.) stel­len sich immer wie­der hin­ter den Grün­der von Wiki­leaks, des­sen Anhö­rung ges­tern Lon­don begon­nen hat. Wir, die Cou­ra­ge Foun­da­ti­on in Zusam­men­ar­beit mit DiEM25 Deutsch­land, wol­len in Ber­lin öffent­lich auf die men­schen­rechts­wid­ri­ge Situa­ti­on des Jour­na­lis­ten, Akti­vis­ten und Grün­ders von Wiki­Leaks auf­merk­sam machen…” Mel­dung mit wei­te­ren Infos am 27.2.2020 bei Frei­tag-Com­mu­ni­ty externer Link
  • Zum Pro­zess über Aus­lie­fe­rungs­an­trag in die USA: Asyl für Juli­an Assan­ge gefor­dert – Kri­tik an Bun­des­re­gie­rung von Ex-Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Her­ta Däub­ler-Gme­lin 
    “Die ehe­ma­li­ge Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Her­ta Däub­ler-Gme­lin (SPD) hat die Bun­des­re­gie­rung auf­ge­for­dert, sich für den umstrit­te­nen Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge ein­zu­set­zen. »Sie könn­te schlicht und ein­fach Juli­an Assan­ge Asyl anbie­ten«, sag­te sie am Diens­tag dem Baye­ri­schen Rund­funk. »Es scheint ein­fach Schwie­rig­kei­ten zu machen, sich auch mal sehr deut­lich zu äußern, dass hier die Ame­ri­ka­ner Unrecht bege­hen. Die deut­sche Bun­des­re­gie­rung könn­te schon die Stim­me erhe­ben, muss das mei­ner Ansicht nach auch tun.« Immer mehr Men­schen stel­len sich hin­ter Juli­an Assan­ge. Däub­ler-Gme­lin ist Teil einer von Gün­ter Wall­raff initi­ier­ten Unter­stüt­zungs­ak­ti­on von 130 Journalist*innen und Politiker*innen. John Ship­ton, Vater von Juli­an Assan­ge, ist der­zeit euro­pa­weit enga­giert und spricht mit Polit­kern und Pres­se über die Moti­ve sei­nes Soh­nes. (…) In Lon­don beginnt heu­te der zwei­te Tag des Pro­zes­ses über den Aus­lie­fe­rungs­an­trag für den Jour­na­lis­ten und Whist­leb­lower Juli­an Assan­ge . Der Anwalt der US-Regie­rung warf ges­tern dem Wiki­leaks-Grün­der die Gefähr­dung von Men­schen­le­ben vor und spricht Assan­ge ab jour­na­lis­tisch tätig gewe­sen zu sein. Durch die ille­ga­le Ver­öf­fent­li­chung sen­si­bler Daten sei­en US-Infor­man­ten in Län­dern wie dem Irak oder Afgha­ni­stan in Gefahr gebracht wor­den, gefol­tert oder getö­tet zu wer­den, sag­te James Lewis beim Pro­zess­auf­takt vor dem Wool­wich Crown Court am Mon­tag in Lon­don. (…) Dut­zen­de Demons­tran­ten hat­ten sich vor dem Gerichts­ge­bäu­de ver­sam­melt und for­der­ten laut­stark die Frei­las­sung des 48-Jäh­ri­gen. »Schießt nicht auf den Über­brin­ger der (schlech­ten) Bot­schaft, lasst Assan­ge frei«, stand zum Bei­spiel auf einem Pla­kat. Assan­ge selbst kam nur kurz zu Wort: Er bestä­tig­te sei­nen Namen und sein Geburts­da­tum.” Mel­dung in neu­es Deutsch­land online vom 25. Febru­ar 2020 externer Link
    • Anm.: Bes­ser als die anwalt­li­che Ver­tre­tung der US-Regie­rung (vgl. oben) kann man eigent­lich gar nicht zum Aus­druck brin­gen, dass eine Aus­lie­fe­rung von Ass­an­ges ein schwe­rer Ver­stoß gegen völ­ker- und zivil­recht­li­che Grund­sät­ze wäre. Denn es stimmt ja, dass die von Wiki­leaks ent­hüll­ten US-Ver­bre­chen im Irak und Afgha­ni­stan bei den Geg­ner der US-Inva­si­on Wut aus­lö­sen und auch zur Gefähr­dung von US-Infor­man­ten füh­ren kön­nen. Aber die Ursa­che sind ein­zig die­se Ver­bre­chen. Deren Ver­öf­fent­li­chung anzu­grei­fen ist letzt­lich nur ein Ver­such, die Kriegs­ver­bre­chen an Zivi­lis­ten im Kriegs­ge­biet auf die zivil­ge­sell­schaft­li­che Pres­se­frei­heit aus­zu­deh­nen. Jede Unter­stüt­zung einer Aus­lie­fe­rung von Assan­ge kann juris­tisch des­halb nur als Bei­hil­fe zu Mord gedeu­tet wer­den, da es ja gera­de Wiki­leaks war – und eben nicht die US-Regie­rung -, was über­haupt durch sei­ne Ver­öf­fent­li­chung die Mög­lich­keit eröff­ne­te gegen Kriegs­ver­bre­chen recht­lich vor­zu­ge­hen. Dass die­se Mög­lich­keit nicht genutzt wur­de, hat ein­zig jene Regie­rung zu ver­tre­ten, die deren Anwalt nun im Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren ver­tritt. Sie­he dazu noch:
    • Her­ta Däub­ler-Gme­lin über den Fall „Assan­ge“: „Es wird Zeit, dass die UN sich damit beschäf­ti­gen“
      „Schutz anbie­ten, wenn es sein muss, auch Asyl“, for­dert Her­ta Däub­ler-Gme­lin, SPD-Poli­ti­ke­rin und Jus­ti­z­ex­per­tin, im Fall „Juli­an Assan­ge“ in einem Bei­trag von Lia­ne von Bil­ler­beck beim Deutsch­land­funk Kul­tur am 24. Febru­ar 2020 externer LinkAudio Datei: “… Wie geht man eigent­lich mit jeman­dem um, der Whist­leb­lo­wern eine Platt­form bie­tet, über das, was Mäch­ti­ge nicht tun dürf­ten, aber tun, und was an die Öffent­lich­keit muss, weil es sonst nicht kon­trol­liert wer­den kann? (…) Rich­tig. Schutz anbie­ten, wenn es sein muss, auch Asyl. (…) Schau­en Sie, wir wis­sen, dass wir auf der einen Sei­te klar die Bin­dung auch von Poli­tik an Recht haben, bei uns mehr noch als in den USA. Wir sehen aber, dass in den USA sich da sehr vie­les löst, was mit Wer­ten über­haupt nicht in Ein­klang zu brin­gen ist. Jetzt ist die Fra­ge: Wie kann man sowas kor­ri­gie­ren? Natür­lich haben Mäch­ti­ge das Inter­es­se, dass sowas nicht raus­kommt, dass ihre Bür­ge­rin­nen und Bür­ger das nicht mit­krie­gen, weil das könn­te ja Macht­ver­lust bedeu­ten. Auf der ande­ren Sei­te braucht es die­se Whist­leb­lower, die sagen: Eure Macht­ha­ber, die machen was ganz ande­res, was sie euch erzäh­len. Und es braucht die Platt­for­men dazu, dass sie die Mög­lich­keit haben, das zu ver­öf­fent­li­chen, weil sonst blei­ben allein, wie zum Bei­spiel beim Recher­chenetz­werk, das wir ja dan­kens­wer­ter­wei­se haben, Ver­la­ge, die das ver­öf­fent­li­chen, und die sind leich­ter unter Druck zu set­zen als eine Platt­form, die ganz klar sagt, wir brin­gen das alles an die Öffent­lich­keit, nicht nur sol­che Fäl­le, (…) son­dern zum Bei­spiel auch die Pana­ma-Papers, Kor­rup­ti­ons­fäl­le und ähn­li­ches mehr. Das macht die so wert­voll, und des­we­gen muss man sagen: Sowohl Whist­leb­lower wie auch sol­che Platt­for­men und deren Grün­der brau­chen Schutz….” (Audio­län­ge: ca. 9 Min., hör­bar bis zum 19. Janu­ar 2038)
  • Pres­se­frei­heit in Gefahr – Frei­heit für Juli­an Assan­ge – Was Assan­ge droht, könn­te auch uns blü­hen
    Heu­te beginnt in Lon­don die Anhö­rung über die Aus­lie­fe­rung des Wiki­leaks-Grün­ders Juli­an Assan­ge aus Groß­bri­tan­ni­en in die USA. Ihm dro­hen im Fal­le einer Aus­lie­fe­rung bis zu 175 Jah­re Gefäng­nis für jour­na­lis­ti­sche Tätig­kei­ten, die auch wir prak­ti­zie­ren. Wir sehen das Ver­fah­ren als Ein­schüch­te­rungs­ver­such auf einen kri­ti­schen Jour­na­lis­mus und einen Angriff auf die Pres­se­frei­heit…” Kom­men­tar von Mar­kus Becke­dahl vom 24.02.2020 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • [ai-Peti­ti­on] USA müs­sen Ankla­ge gegen Juli­an Assan­ge fal­len las­sen! /​Vater von Assan­ge: «Die Schweiz wird Juli­an ein Visum anbie­ten» 
    • [ai-Peti­ti­on] USA müs­sen Ankla­ge gegen Juli­an Assan­ge fal­len las­sen!
      Die Behör­den in den USA müs­sen alle Ankla­ge­punk­te gegen Juli­an Assan­ge fal­len las­sen, die sich auf sei­ne Arbeit mit Wiki­leaks bezie­hen. Die USA haben Assan­ge jah­re­lang unnach­gie­big ver­folgt – das ist ein Angriff auf das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung! Juli­an Assan­ge wird der­zeit wegen eines Aus­lie­fe­rungs­an­trags der USA in Bel­mar­sh, einem Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis in Groß­bri­tan­ni­en, fest­ge­hal­ten. Die USA ver­lan­gen sei­ne Aus­lie­fe­rung, weil er auf sei­ner Platt­form Wiki­leaks Doku­men­te ver­öf­fent­licht hat, die Hand­lun­gen des US-Mili­tärs auf­deck­ten, die mög­li­cher­wei­se Kriegs­ver­bre­chen dar­stel­len. Amnes­ty Inter­na­tio­nal lehnt eine Aus­lie­fe­rung – und jede ande­re Form der Über­stel­lung – von Juli­an Assan­ge an die USA ent­schie­den ab. Dort dro­hen ihm schwe­re Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen wie Fol­ter und ande­re Miss­hand­lun­gen auf­grund der zu erwar­ten­den Miss­hand­lun­gen wie zum Bei­spiel lang andau­ern­de Ein­zel­haft. Juli­an Assan­ge war das Ziel einer nega­ti­ven öffent­li­chen Kam­pa­gne von US-Beam­t_in­nen auf höchs­ter Ebe­ne. Dadurch wur­de sein Recht auf Unschulds­ver­mu­tung unter­gra­ben. Ihm droht daher ein unfai­res Gerichts­ver­fah­ren. Juli­an Ass­an­ges Ver­öf­fent­li­chung ent­hüll­ter Doku­men­te auf Wiki­leaks darf nicht bestraft wer­den, da dies ein all­täg­li­ches Vor­ge­hen im inves­ti­ga­ti­ven Jour­na­lis­mus ist. Eine Ankla­ge gegen Juli­an Assan­ge könn­te ande­re Journalist_​innen davon abhal­ten, ihr Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung wahr­zu­neh­men. Schüt­ze das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung! Unter­zeich­ne unse­re Peti­ti­on an den Jus­tiz­mi­nis­ter der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, Wil­liam P. Barr, und for­de­re die US-Behör­den auf, die Ankla­ge gegen Juli­an Assan­ge fal­len zu las­sen!Amnes­ty-Pres­se­mit­tei­lung und Peti­ti­on vom 21.2.2020 externer Link
    • Vater von Wiki­leaks-Grün­der Assan­ge im Inter­view: «Die Schweiz wird Juli­an ein Visum anbie­ten»
      John Ship­ton, der Vater von Juli­an Assan­ge, im Gespräch mit Ste­fan Scho­ch­er am 22. Febru­ar 2020 in der Luzer­ner Zei­tung externer Link über die Suche nach Asyl für sei­nen Sohn und des­sen Gesund­heits­zu­stand: “Ich wer­de für Juli­an ein­tre­ten und klar machen, dass es einen his­to­ri­schen Wan­del in Euro­pa gibt: Für freie Mei­nungs­äus­se­rung und frei­en Aus­tausch in der euro­päi­schen Gemein­schaft. Es gibt eine anschwel­len­de Unter­stüt­zung für Juli­an. (…) Die Schweiz wird Juli­an ein huma­ni­tä­res Visum anbie­ten. Das ist die ers­te offi­zi­el­le Aner­ken­nung, und sehr wich­tig. Auch in Frank­reich wird es einen Ver­such geben. Im abso­lu­ten her­zen Euro­pas zu sein, wür­de bedeu­ten, in der Schweiz zu sein. Er kann sich dort von den Fol­gen sei­ner Fol­ter erho­len. Und er kann von dort aus Gast­pro­fes­su­ren in ganz Euro­pa anneh­men. Es wäre eine sehr fei­ne Sache für Euro­pa, eine Stim­me wie Juli­an im Her­zen Euro­pas sit­zen zu haben. (…) Ich bin gera­de in Wien, um mich mit dem Aus­sen­mi­nis­te­ri­um zu tref­fen, um hier für Bei­stand für Juli­an zu wer­ben. Damit Öster­reich Teil die­ser glo­ba­len Bewe­gung wird, die sich wünscht, dass Juli­an frei kommt – als Iko­ne der Unter­drü­ckung von Jour­na­lis­ten und Publi­zis­ten. Das wird pas­sie­ren. Aber Unter­drü­ckung wird pas­sie­ren, wenn Juli­an an die USA aus­ge­lie­fert wird. Das hies­se, dass jeder Bür­ger Euro­pas, der sei­ne Regie­rung in den Bezie­hun­gen zu den USA ver­ste­hen will, vor Gericht gestellt und aus­ge­lie­fert wer­den kann. Die Unter­drü­ckung von Jour­na­lis­ten ist ein glo­ba­les Pro­blem. Wenn es nicht jetzt gelöst wird, dann wird es den Geschmack und den Geruch des kom­men­den Jahr­hun­derts bestim­men…”
  • Im Fal­le einer Aus­lie­fe­rung: Assan­ge droht in USA Iso­la­ti­ons­haft 
    Am Mon­tag beginnt in Lon­don der Aus­lie­fe­rungs­pro­zess gegen Wiki­Leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge. Im Fal­le einer Über­stel­lung an die USA dro­hen dem Aus­tra­li­er in der dor­ti­gen Haft stren­ge Iso­la­ti­ons­be­din­gun­gen. Das geht aus einem Doku­ment der US-Ermitt­lungs­rich­ter her­vor, das NDR und WDR ein­se­hen konn­ten. In dem Schrei­ben legt die ermit­teln­de Staats­an­walt­schaft im US-Bun­des­staat Vir­gi­nia dar, wie sie im Fal­le einer Aus­lie­fe­rung mit Assan­ge umge­hen wür­de. Dem 48-Jäh­ri­gen, der sich der­zeit in einem Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis in Lon­don befin­det, dro­hen in US-Haft neben der höchs­ten Sicher­heits­stu­fe auch soge­nann­te “spe­zi­el­le Ver­wal­tungs­maß­nah­men”, auf Eng­lisch: “Spe­cial Admi­nis­tra­ti­ve Mea­su­res (SAMs)”. Die­se ermög­li­chen es der Jus­tiz, einen Beschul­dig­ten strikt von der Außen­welt abzu­schir­men und auch die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit des­sen Anwäl­ten zu über­wa­chen…” Bei­trag von Mar­tin Kaul, WDR, Ele­na Kuch und Robert Holm, NDR vom 21.02.2020 bei tages​schau​.de externer Link, sie­he wei­te­re neue Infor­ma­tio­nen: 
    • Wiki­leaks – Staats­feind Juli­an Assan­ge
      Juli­an Assan­ge grün­de­te die Ent­hül­lungs­platt­form Wiki­leaks und ver­öf­fent­lich­te Kriegs­ver­bre­chen in aller Welt. Nun muss der Aus­tra­li­er eine Aus­lie­fe­rung in die USA fürch­ten. Über das Leben eines Grenz­gän­gers…” Text der Doku von Mar­tin Kaul vom 21.02.20 im ARD externer Link, sie­he auch das Video der Repor­ta­ge externer Link
    • Anwalt von Assan­ge: Trump hat Wiki­Leaks-Grün­der unter Druck gesetzt
      Ein Anwalt von Juli­an Assan­ge wirft US-Prä­si­dent Donald Trump vor, Druck auf den Wiki­Leaks-Grün­der aus­ge­übt zu haben. Im August 2017 habe Trump Assan­ge auf­ge­for­dert, Aus­sa­gen zu machen, die posi­tiv für Trump und die Regie­rung gewe­sen wären, sag­te Ass­an­ges spa­ni­scher Anwalt, der ehe­ma­li­ge Rich­ter Bal­ta­sar Gar­zón, am Don­ners­tag bei einer Pres­se­kon­fe­renz in Paris. »Juli­an Assan­ge hat sich gewei­gert, die­sem Druck nach­zu­ge­ben, und es wur­de befoh­len, sei­ne Aus­lie­fe­rung und inter­na­tio­na­le Inhaf­tie­rung zu bean­tra­gen.« Meh­re­re Medi­en hat­ten am Mitt­woch berich­tet, dass Trump angeb­lich Assan­ge eine Begna­di­gung ange­bo­ten habe, wenn er im Gegen­zug ver­si­che­re, dass sich Russ­land 2016 nicht in den US-Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf ein­ge­mischt habe. Dem­nach soll der ehe­ma­li­ge Kon­gress­ab­ge­ord­ne­te Dana Rohr­aba­cher das Ange­bot Assan­ge 2017 in der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft in Lon­don unter­brei­tet haben. Die­se Infor­ma­tio­nen sol­len auf eine Zeu­gen­aus­sa­ge von Ass­an­ges Anwäl­tin Jen­ni­fer Robin­son zurück­ge­hen. Rohr­aba­cher demen­tier­te die Berich­te…” Agen­tur­mel­dung vom 20.02.2020 in der jun­gen Welt online externer Link
    • Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren gegen Juli­an Assan­ge: “Ich wage kei­ne Pro­gno­se”
      Am Mon­tag beginnt die Anhö­rung zum Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren gegen den Wiki­leaks-Grün­der, der seit über neun Mona­ten in Haft sitzt und laut UN-Son­der­be­richt­erstat­ter Nils Mel­zer psy­cho­lo­gi­scher Fol­ter aus­ge­setzt ist. Im Gespräch mit Wolf­gang Kal­eck über den anste­hen­den Pro­zess. (…) Es kommt aus mei­ner Sicht dabei auf die bei­den Fra­gen an. Ers­tens: Bedeu­ten die Spio­na­ge-Vor­wür­fe sei­tens der USA poli­ti­sche Ver­fol­gung im Sin­ne des Aus­lie­fe­rungs­recht? Und zwei­tens: Wie gewich­tig sind der Sta­tus eines Jour­na­lis­ten von Assan­ge und die Pres­se­frei­heit? Bei­des wür­de einer Aus­lie­fe­rung in die USA ent­ge­gen­ste­hen. Das wird kei­ne leich­te Ent­schei­dung für das Gericht. (…) Pro­ble­ma­tisch ist aus euro­päi­scher Sicht aber auch die Fra­ge, ob Assan­ge in den USA einen fai­ren Pro­zess erwar­ten darf. Das fängt damit an, dass der dor­ti­ge Espio­na­ge Act die Erör­te­rung der Fra­ge, war­um jemand etwas ver­öf­fent­licht hat, nicht erlaubt. Nach dor­ti­gem Recht ist es egal, ob jemand Doku­men­te aus Gewis­sens­grün­den ver­öf­fent­licht oder von den Nord­ko­rea­ner dafür eine Mil­li­on Dol­lar kas­siert hat. In einem Rechts­staat soll­te aber die Fra­ge, in wel­chem Umfang sich jemand schul­dig gemacht hat, zu einem Ver­fah­ren dazu gehö­ren. (…) Es sind zwei Anhö­rungs­ter­mi­ne ange­setzt, am kom­men­den Mon­tag und ein wei­te­rer Ver­hand­lungs­ter­min im Mai. Kommt das Gericht zu einem Urteil, kann Assan­ge zunächst Beru­fung zur nächs­ten Instanz, dem High Court, spä­ter zum Obers­ten Gericht, dem Supre­me Court ein­le­gen und schließ­lich steht ihm der Weg zum Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te (EGMR) offen – und zwar auch nach dem Bre­x­it. Es sind neue und schwie­ri­ge Fra­gen, deren Beant­wor­tung sich eine gan­ze Zeit hin­zie­hen wird. Hin­zu kommt, dass die bri­ti­sche Regie­rung dem Urteil des Gerichts zustim­men muss. Ein sol­ches zwei­stu­fi­ges Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren fin­det sich auch im deut­schen Aus­lie­fe­rungs­recht. (…) Eine Pro­gno­se wage ich nicht. Der bis­he­ri­ge Umgang der bri­ti­schen Behör­den mit dem Fall Assan­ge lässt aller­dings befürch­ten, dass die Abwä­gung zu Las­ten der Pres­se­frei­heit und Ass­an­ges aus­fällt. Es wäre fatal, wenn die glo­ba­le Zivil­ge­sell­schaft dies zulie­ße.” Inter­view von Tan­ja Podol­ski vom 20.02.2020 bei Legal Tri­bu­ne online externer Link mit Wolf­gang Kal­eck (ECCHR)
  • NDR-Medi­en­ma­ga­zin ZAPP: Assan­ge-Bericht ver­schweigt Mel­zer-Fak­ten
    Das Maga­zin ZAPP scheint oft kri­tisch, aber genau betrach­tet, spa­ren die so eini­ges aus und haben ihre Ten­denz zum Main­stream. Am 19.2.2020 brach­te das NDR-Medi­en­ma­ga­zin ZAPP einen Bericht über Juli­an Assan­ge, der selbst eine Medi­en­kri­tik erfor­dert. ZAPP ent­hüll­te zwar eini­ge der­zeit dis­ku­tier­te Fak­ten, die man bis­lang sel­ten im Fern­se­hen erfuhr. Doch die Sen­dung ließ viel zu wün­schen übrig und hin­ter­lässt den faden Nach­ge­schmack einer Ten­denz gegen den Ange­klag­ten: Juli­an Assan­ge…” Bei­trag von Danie­la Lob­mueh und Han­nes Sies vom 20.02.20 bei Scharf links externer Link
  • Ärz­te for­dern erneut Been­di­gung der psy­chi­schen Fol­ter /​Es geht um sein Schick­sal und um den Stel­len­wert inves­ti­ga­ti­ver Recher­che /​Inter­na­tio­na­ler Pro­test­tag für die Frei­las­sung von Juli­an Assan­ge am Mon­tag, 24.2.2020 
    • Internationaler Protesttag für die Freilassung von Julian Assange am Montag, 24.2.2020Inter­na­tio­na­ler Pro­test­tag für die Frei­las­sung von Juli­an Assan­ge am Mon­tag, 24.2.2020
      Sie­he dazu das inter­na­tio­na­le Mobi-Video externer Link (mit wei­te­ren Infos) bei you­tube, die inter­na­tio­na­le externer Link und die dt. Akti­ons­sei­te externer Link sowie die Hash­tags #Free­Assan­ge #don­t­ex­tra­di­teAssan­ge. Am Sams­tag fin­det vor der Anhö­rung eine Demons­tra­ti­on in Lon­don externer Link statt
    • Assan­ge: Ärz­te for­dern erneut Been­di­gung der psy­chi­schen Fol­ter
      Die Anhö­rung zur Aus­lie­fe­rung von Juli­an Assan­ge fin­det am 24. Febru­ar statt. Befürch­tet wer­den muss, dass das Bre­x­it-Groß­bri­tan­ni­en von Boris John­son als Good-Will-Ges­te den Wiki­Leaks-Grün­der, der in Schwe­den nicht mehr ver­folgt wird, aus­lie­fern könn­te. Damit wür­de Assan­ge der Spio­na­ge bezich­tigt wer­den und müss­te damit rech­nen, sein gan­zes Leben lang zur Abschre­ckung in ame­ri­ka­ni­schen Gefäng­nis­sen ver­brin­gen zu müs­sen, mög­li­cher­wei­se wür­de auch die Todes­stra­fe ver­hängt wer­den. Kaum denk­bar, dass Donald Trump Assan­ge wie Barack Oba­ma Chel­sea Man­ning begna­digt, sie wur­de auch wie­der in Beu­ge­haft inhaf­tiert, um sie zu einer Aus­sa­ge gegen Assan­ge zu zwin­gen, was sie bis­lang ver­wei­gert. Es gibt noch Hel­den. Aller­dings kommt die Unter­stüt­zung für Man­ning inter­na­tio­nal zu kurz. Kris­tinn Hrafns­son berich­te­te externer Link am 17. Febru­ar, dass kurz vor der Ver­hand­lung der Twit­ter-Account von Wiki­Leaks gesperrt wor­den sei. Alle Ver­su­che, wie­der Zugang zu erlan­gen, sei­en geschei­tert, man kön­ne kei­nen Twit­ter-Ange­stell­ten errei­chen. Ver­zwei­felt frag­te Hrafns­son, ob das jemand rich­ten könn­te. Offen­bar hat das Öffent­lich­ma­chen Twit­ter bewo­gen, den Zugang wie­der­her­zu­stel­len, Wiki­Leaks bedank­te sich. Der Grund der Sper­re ist nicht bekannt. (…) Jetzt haben 117 Ärz­te und Psy­cho­lo­gen aus 18 Län­dern in einem Brief externer Link, den The Lan­cet ver­öf­fent­lich­te, die “Been­di­gung der psy­cho­lo­gi­schen Fol­ter und medi­zi­ni­schen Ver­nach­läs­si­gung” von Juli­an Assan­ge gefor­dert. 60 der unter­zeich­nen­den Ärz­te hat­ten schon im Novem­ber 2019 erklärt, dass Assan­ge psy­chi­scher Fol­ter unter­wor­fen sei, und in einem offe­nen Brief an den bri­ti­schen Innen­mi­nis­ter gefor­dert, dass er aus dem Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mash ver­legt wer­den müs­se, um behan­delt wer­den zu kön­nen. Man habe aber kei­ne Ant­wort erhal­ten. Am Sams­tag fin­det vor der Anhö­rung eine Demons­tra­ti­on in Lon­don externer Link statt. Gewarnt wird davor, dass die Pres­se­frei­heit bedroht sei, und gefor­dert, dass Assan­ge nicht aus­ge­lie­fert wer­den darf…” Arti­kel von Flo­ri­an Röt­zer vom 18. Febru­ar 2020 bei tele­po­lis externer Link
    • Juli­an Assan­ge: Aus­lie­fe­rung oder nicht?
      Nur noch weni­ge Tage bis zum Pro­zess um die Aus­lie­fe­rung von Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge an die USA. Es geht um sein Schick­sal und um den Stel­len­wert inves­ti­ga­ti­ver Recher­che. Am 24. Febru­ar will ein bri­ti­sches Gericht die Fra­ge ver­han­deln, ob Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge an die USA aus­ge­lie­fert wer­den soll. Dort dro­hen ihm bis zu 175 Jah­re Haft, weil auf Wiki­leaks gehei­me Regie­rungs­do­ku­men­te ver­öf­fent­licht wur­den und weil Assan­ge angeb­lich zur Spio­na­ge auf­ge­for­dert haben soll. Das zu befürch­ten­de Straf­maß ist bru­tal und hat mehr mit Rache als mit Gerech­tig­keit zu tun. Wür­de Assan­ge ver­ur­teilt, wäre klar, dass er im Gefäng­nis ster­ben wird, selbst wenn er 100 Jah­re alt wür­de. Groß­bri­tan­ni­en hat sich im Umgang mit Juli­an Assan­ge nicht gera­de mit Ruhm bekle­ckert, um es vor­sich­tig aus­zu­drü­cken. Zunächst zwang ihn die bri­ti­sche Jus­tiz indi­rekt dazu, Asyl in der Bot­schaft von Ecua­dor zu suchen und Jah­re in einem klei­nen Zim­mer zu ver­brin­gen. Und jetzt sitzt er seit Mona­ten in einem Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis unter ver­schärf­ten Haft­be­din­gun­gen ein – mit gra­vie­ren­den gesund­heit­li­chen und psy­chi­schen Fol­gen, die sei­ne Ange­hö­ri­gen um sein Leben fürch­ten las­sen. Das ein­zi­ge fai­re Urteil am kom­men­den Mon­tag wäre ein Frei­spruch. Denn was Juli­an Assan­ge auf­ge­deckt hat, waren Kriegs­ver­bre­chen der USA, die ohne ihn wahr­schein­lich nie bekannt gewor­den wären. Gerech­tig­keit statt Rache!Kom­men­tar von Hen­drik Zör­ner vom 19. Febru­ar 2020 beim djv externer Link
    • Wiki­leaks-Grün­der vor Gericht: Es wird nicht nur über Juli­an Assan­ge ver­han­delt
      Im Pro­zess gegen Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge in Groß­bri­tan­ni­en geht es nicht nur um sei­ne Aus­lie­fe­rung an die USA, wo er wegen Geheim­nis­ver­rats ange­klagt wer­den soll. Sei­ne Unter­stüt­zer und selbst der UNO-Son­der­be­richt­erstat­ter für Fol­ter sehen dar­in eine Bewäh­rungs­pro­be für freie Demo­kra­tien…” Bei­trag von Fried­bert Meu­rer und Chris­toph Sterz vom 18.02.2020 beim Deutsch­land­funk externer Link
  • [Auf­ruf zum MIt­zeich­nen] Juli­an Assan­ge aus der Haft ent­las­sen 
    Am 6. Febru­ar stell­ten Gün­ter Wall­raff (Inves­ti­ga­ti­v­jour­na­list), Sig­mar Gabri­el (Bun­de­au­ßen­mi­nis­ter a.D.), Ger­hard Baum (Bun­des­in­nen­mi­nis­ter a.D.) und Sevim Dagde­len (MdB) in der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz in Ber­lin den Appell “Juli­an Assan­ge aus der Haft ent­las­sen” vor, der von weit mehr als 100 Pro­mi­nen­ten aus Poli­tik, Wis­sen­schaft, Kul­tur und Medi­en unter­zeich­net wur­de.: “Wir sind in gro­ßer Sor­ge um das Leben des Jour­na­lis­ten und Wiki­leaks-Grün­ders Juli­an Assan­ge, der in kri­ti­schem Gesund­heits­zu­stand seit über einem hal­ben Jahr im bri­ti­schen Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mar­sh in Aus­lie­fe­rungs­haft sitzt. Wir unter­stüt­zen die For­de­rung des Son­der­be­richt­erstat­ters der Ver­ein­ten Natio­nen zum The­ma Fol­ter, Nils Mel­zer, nach einer umge­hen­den Frei­las­sung von Juli­an Assan­ge, aus medi­zi­ni­schen sowie aus rechts­staat­li­chen Grün­den. (…) Wir erin­nern die deut­schen Medi­en dar­an, dass Assan­ge einer der ihren und die Ver­tei­di­gung der Pres­se­frei­heit eine Grund­fra­ge der Demo­kra­tie ist. Unge­ach­tet der Vor­wür­fe, die Assan­ge gemacht wer­den, rufen wir Groß­bri­tan­ni­en aus den genann­ten men­schen­recht­li­chen und medi­zi­ni­schen Grün­den drin­gend dazu auf, Juli­an Assan­ge umge­hend aus der Haft zu ent­las­sen, damit er unter fach­ärzt­li­cher Auf­sicht gene­sen und sei­ne Grund­rech­te unge­hin­dert aus­üben kann. Wir rufen auch die Bun­des­re­gie­rung dazu auf, sich bei der bri­ti­schen Regie­rung in die­sem Sin­ne ein­zu­set­zen.” Auf­ruf zum Mit­zeich­nen auf der Akti­ons­sei­te externer Link, sie­he dazu: 
    • Pro­mi­nen­ter Auf­ruf zur Frei­las­sung von Juli­an Assan­ge. Video der Pres­se­kon­fe­renz bei RND externer Link
    • Pro­mi­nen­te for­dern Mensch­lich­keit für Juli­an Assan­ge
      Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge sitzt in bri­ti­scher Aus­lie­fe­rungs­haft und ist offen­bar sehr krank. In Deutsch­land for­miert sich nun eine über­par­tei­li­che Initia­ti­ve für den 48-jäh­ri­gen Aus­tra­li­er. Sie will in der kom­men­den Woche an die Öffent­lich­keit gehen. Eine über­par­tei­li­che Initia­ti­ve macht sich für die Frei­las­sung von Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge aus bri­ti­scher Aus­lie­fe­rungs­haft bezie­hungs­wei­se die Ver­bes­se­rung sei­ner Haft­be­din­gun­gen stark. Ihre Ver­tre­ter wol­len am kom­men­den Don­ners­tag gemein­sam in Ber­lin vor die Pres­se tre­ten. Zu der Initia­ti­ve zäh­len der ehe­ma­li­ge SPD-Vor­sit­zen­de Sig­mar Gabri­el, der ehe­ma­li­ge Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Ger­hart Baum (FDP), die ehe­ma­li­ge Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Her­ta Däub­ler-Gme­lin (SPD), die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Sevim Dagde­len (Lin­ke), der Schrift­stel­ler Navid Ker­ma­ni und der Jour­na­list Gün­ter Wall­raff, auf den die Initia­ti­ve nach Infor­ma­tio­nen des Redak­ti­ons­Netz­werks Deutsch­land (RND) zurück geht…” Arti­kel von Mar­kus Decker vom 01.02.2020 bei, RND externer Link
  • UNO-Son­der­be­richt­erstat­ter: «Vor unse­ren Augen kre­iert sich ein mör­de­ri­sches Sys­tem» 
    Im Inter­view von Dani­el Ryser und Yves Bach­mann vom 31. Janu­ar 2020 bei repu​blik​.ch spricht der UNO-Son­der­be­richt­erstat­ter für Fol­ter, Nils Mel­zer externer Link erst­mals über die bri­san­ten Erkennt­nis­se sei­ner Unter­su­chung im Fall von Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge. “Nils Mel­zer, war­um befasst sich der Uno-Son­der­be­richt­erstat­ter für Fol­ter mit Juli­an Assan­ge? [Ant­wort Mel­zer:] Das hat mich das Aus­wär­ti­ge Amt in Ber­lin kürz­lich auch gefragt: Ist das wirk­lich Ihr Kern­man­dat? Ist Assan­ge ein Fol­ter­op­fer? (…) Der Fall berührt mein Man­dat in drei­fa­cher Hin­sicht. Ers­tens: Der Mann hat Bewei­se für sys­te­ma­ti­sche Fol­ter ver­öf­fent­licht. Statt der Fol­te­rer wird nun aber er ver­folgt. Zwei­tens wird er sel­ber so miss­han­delt, dass er heu­te selbst Sym­pto­me von psy­cho­lo­gi­scher Fol­ter auf­zeigt. Und drit­tens soll er aus­ge­lie­fert wer­den an einen Staat, der Men­schen wie ihn unter Haft­bedingungen hält, die von Amnes­ty Inter­na­tio­nal als Fol­ter bezeich­net wer­den. Zusam­men­ge­fasst: Juli­an Assan­ge hat Fol­ter auf­ge­deckt, er wur­de sel­ber gefol­tert und könn­te in den USA zu Tode gefol­tert wer­den. Und so etwas soll nicht in mei­nen Zuständigkeits­bereich fal­len? Zudem ist der Fall von emble­ma­ti­scher Bedeu­tung, er ist für jeden Bür­ger in einem demo­kra­ti­schen Staat von Bedeu­tung. (…) Ich habe noch nie einen ver­gleich­ba­ren Fall gese­hen. (…) Ich spre­che flies­send Schwe­disch und konn­te des­halb alle Ori­gi­nal­do­ku­men­te lesen. Ich trau­te mei­nen Augen nicht: Nach Aus­sa­gen der betrof­fe­nen Frau sel­ber hat es nie eine Ver­ge­wal­ti­gung gege­ben. Und nicht nur das: Die Aus­sa­ge die­ser Frau wur­de im Nach­hin­ein ohne ihre Mit­wir­kung von der Stock­hol­mer Poli­zei umge­schrie­ben, um irgend­wie einen Ver­ge­wal­ti­gungs­ver­dacht her­bei­bie­gen zu kön­nen. Mir lie­gen die Doku­men­te alle vor, die Mails, die SMS. (…) [Fra­ge:] War­um soll­ten die schwe­di­schen Behör­den das tun? [Ant­wort Mel­zer:] Der zeit­li­che Kon­text ist ent­schei­dend: Ende Juli ver­öf­fent­licht Wiki­leaks in Zusam­men­ar­beit mit der «New York Times», dem «Guar­di­an» und dem «Spie­gel» das soge­nann­te «Afghan War Dia­ry». Es ist eines der gröss­ten Leaks in der Geschich­te des US-Mili­tärs. Die USA for­dern ihre Alli­ier­ten umge­hend dazu auf, Assan­ge mit Straf­ver­fah­ren zu über­zie­hen. Wir ken­nen nicht die gan­ze Kor­re­spon­denz. Aber Strat­for, eine für die US-Regie­rung täti­ge Sicher­heits­be­ra­tungs­fir­ma, rät der ame­ri­ka­ni­schen Regie­rung offen­bar, Assan­ge die nächs­ten 25 Jah­re mit allen mög­li­chen Straf­ver­fah­ren zu über­zie­hen. (…) Es ging also offen­sicht­lich dar­um, sei­nen Namen gezielt kaputt­zu­ma­chen.”
  • Appell für Asyl in der Schweiz für Juli­an Assan­ge
    Wir Anwäl­tIn­nen, Juris­tIn­nen, Schwei­zer Bür­ge­rIn­nen und Mit­un­ter­zeich­ne­rIn­nen for­dern den Bun­des­rat auf, Juli­an Assan­ge Asyl in der Schweiz zu gewäh­ren. Denn: Wer Kriegs­ver­bre­chen auf­deckt, darf nicht an die Kriegs­ver­bre­cher aus­ge­lie­fert wer­den!...” Appell auf der Kam­pa­gnen­sei­te externer Link
  • Euro­pa­rat for­dert die „sofor­ti­ge Frei­las­sung“ von Juli­an Assan­ge. Par­la­men­ta­ri­sche Ver­samm­lung will Aus­lie­fe­rung an die USA ver­hin­dern. Bun­des­re­gie­rung bis­lang untä­tig 
    Die Par­la­men­ta­ri­sche Ver­samm­lung des Euro­pa­ra­tes (PACE) hat die Mit­glieds­staa­ten dazu auf­ge­for­dert, sich der Aus­lie­fe­rung des Wiki­Leaks-Grün­ders Juli­an Assan­ge an die USA zu wider­set­zen und sich für die “unver­züg­li­che Frei­las­sung” des aus­tra­li­schen Jour­na­lis­ten ein­zu­set­zen. Assan­ge kämpft gegen die Aus­lie­fe­rung an die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, wo er nach einem Anti­spio­na­ge­ge­setz aus dem Jahr 1917 ange­klagt ist. Ihm droht in den USA eine lebens­lan­ge Haft­stra­fe oder sogar die Todes­stra­fe. Die Anhö­rung im Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren wird am 24. Febru­ar vor dem Wool­wich Crown Court in Lon­don statt­fin­den. Zahl­rei­che Jour­na­lis­ten und Par­la­men­ta­ri­er wol­len die­ses Ver­fah­ren als Beob­ach­ter ver­fol­gen. Der Fall von Assan­ge wur­de ges­tern von der PACE im Zuge einer Debat­te über die Bedro­hun­gen der Medi­en­frei­heit und die Sicher­heit von Jour­na­lis­ten in Euro­pa behan­delt. (…) Die Mit­glieds­staa­ten des Euro­pa­ra­tes sei­en nun auf­ge­for­dert fest­zu­stel­len, dass “die Inhaf­tie­rung und straf­recht­li­che Ver­fol­gung von Juli­an Assan­ge einen gefähr­li­chen Prä­ze­denz­fall für Jour­na­lis­ten dar­stellt”. Die Regie­run­gen stün­den auch in der Pflicht, sich der Emp­feh­lung des UN-Son­der­be­richt­erstat­ters zum The­ma Fol­ter, Nils Mel­zer, anzu­schlie­ßen, der die unver­züg­li­che Frei­las­sung Ass­an­ges for­dert und des­sen Fol­ter in bri­ti­scher Haft beklagt. Der Bericht der PACE – einem von zwei Gre­mi­en des Euro­pa­ra­tes neben dem Minis­ter­rat – hat zwar kei­ne bin­den­de Wir­kung, aber er erhöht den Druck auf die bri­ti­sche Regie­rung und die Regie­run­gen der Mit­glieds­staa­ten des Euro­pa­rats, auf die inter­na­tio­na­len Beden­ken gegen Assan­ge zu reagie­ren. (…) Die Bun­des­re­gie­rung hat­te die inter­na­tio­nal zuneh­men­den Beden­ken über Fest­nah­me, Ankla­ge und Haft­be­din­gun­gen im Fall des Wiki­Leaks-Grün­ders immer wie­der zurück­ge­wie­sen. Ende Novem­ber war es ange­sichts die­ser Hal­tung bei einem Tref­fen in Ber­lin sogar zu einem offe­nen Kon­flikt mit UN-Son­der­be­richt­erstat­ter Mel­zer und Ver­tre­tern des Aus­wär­ti­gen Amtes gekom­men, die sei­ne Beden­ken abta­ten. “Sie hat­ten sich mit mei­nen Stel­lung­nah­men und mei­ner Ana­ly­se zu dem Fall über­haupt nicht befasst und hat­ten einen Kennt­nis­stand, der nicht über den eines Nor­mal­bür­gers hin­aus­ging”, schil­der­te Mel­zer das Zusam­men­tref­fen spä­ter gegen­über Tele­po­lis.” Arti­kel von Harald Neu­ber vom 29. Janu­ar 2020 bei tele­po­lis externer Link, sie­he auch die Pres­se­mit­tei­lung von Andrej Hun­ko, MdB (DIE LINKE) vom 29.1.20 externer Link: Euro­pa­rat for­dert die „sofor­ti­ge Frei­las­sung“ von Juli­an Assan­ge
  • Der Wiki­Leaks-Grün­der soll aus der Iso­la­ti­ons­haft in eine Kran­ken­sta­ti­on ver­legt wor­den sein – Häft­lin­ge sol­len sich im Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mar­sh für Assan­ge ein­ge­setzt haben 
    “… Juli­an Assan­ge soll aus der Iso­la­ti­ons­haft im bri­ti­schen Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mar­sh in die medi­zi­ni­sche Abtei­lung ver­legt wor­den sein. Im nächs­ten Monat beginnt der Pro­zess, in dem ent­schie­den wird, ob er in die USA aus­ge­lie­fert wird, die ihn der Spio­na­ge bezich­tigt. Seit der Fest­nah­me in der Bot­schaft, die koor­di­niert zwi­schen Groß­bri­tan­ni­en, Ecua­dor und USA statt­ge­fun­den hat, wird der bri­ti­schen Regie­rung psy­cho­lo­gi­sches Fol­ter gegen Assan­ge vor­ge­wor­fen. Ins­be­son­de­re hat UN-Son­der­be­richt­erstat­ter Nils Mel­zer die bri­ti­sche Regie­rung mas­siv wegen Ver­let­zun­gen Anti­fol­ter­kon­ven­ti­on kri­ti­siert und vor einer gefähr­li­chen Ver­schlech­te­rung der Gesund­heit von Assan­ge gewarnt. Er the­ma­ti­sier­te auch die kol­lek­ti­ve Ver­fol­gung durch die USA, Groß­bri­tan­ni­en, Schwe­den und Ecua­dor (“Prä­ze­denz­fall für ein repres­si­ves Vor­ge­hen gegen inves­ti­ga­ti­ve Jour­na­lis­ten”). Wiki­Leaks mel­det nun, dass die bri­ti­sche Regie­rung bzw. die Gefäng­nis­füh­rung ein­ge­lenkt habe und Assan­ge in die Kran­ken­ab­tei­lung in einen Bereich ver­legt haben, in dem er Kon­takt mit ande­ren Gefan­ge­nen haben kann. Joseph Far­rell, ein Wiki­Leaks-Spre­cher, erklär­te: “Der Schritt ist ein gro­ßer Sieg vom Rechts­team von Assan­ge und für die Akti­vis­ten, die seit Wochen dar­auf gedrängt haben, dass die Gefäng­nis­füh­rung die Straf­be­hand­lung von Assan­ge been­den müs­se.” Aber Far­rell beton­te vor allem, dass die Ent­schei­dung, Assan­ge zu ver­le­gen, ein “mas­si­ver Sieg der Häft­lin­ge in Bel­mar­sh” gewe­sen sein: “Eine Grup­pe von Häft­lin­gen haben den Gefäng­nis­di­rek­tor bei drei Gele­gen­hei­ten erklärt, dass die Behand­lung von Assan­ge unge­recht und unfair ist. Nach Tref­fen zwi­schen Häft­lin­gen, Rechts­an­wäl­ten und der Bel­mar­sh-Füh­rung wur­de Assan­ge in eine ande­re Gefäng­nis­ab­tei­lung ver­legt, aller­dings in eine mit nur 40 Häft­lin­gen.” Es gebe aber wei­ter­hin ernst­haf­te Sor­gen über die Behand­lung von Assan­ge, ins­be­son­de­re über den Kon­takt zu sei­nen Anwäl­ten. In dem Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis sind Straf­tä­ter unter­ge­bracht, die Gewalt­ver­bre­chen oder Ter­ro­ris­mus beschul­digt wer­den. Dass aus­ge­rech­net die Schlimms­ten der Schlim­men für Assan­ge ein­tre­ten, wäh­rend sonst viel­fach die Öffent­lich­keit dem Schick­sal von Assan­ge gleich­gül­tig gegen­über­steht, könn­te auch eine Kam­pa­gnen­stra­te­gie sein. Cait­lin John­stone hebt in Con​sor​ti​um​news​.com die­sen Aspekt ankla­gend her­vor: “Was sagt dies über eine Gesell­schaft, in der man lebt, aus, wenn die­se Schicht einen höhe­ren mora­li­schen Kom­pass als die­je­ni­gen hat, die gegen­wär­tig an der Macht sind?”…” Bei­trag von Flo­ri­an Röt­zer vom 27. Janu­ar 2020 bei Tele­po­lis externer Link
  • Las­sen Sie Juli­an Assan­ge frei! – Zusam­men mit dem Akti­ons­bünd­nis “Leip­zig for Juli­an” hat der DJV am 8. Janu­ar an die bri­ti­sche Innen­mi­nis­te­rin appel­liert, Juli­an Assan­ge sofort frei­zu­las­sen
    “… Wir, die Unter­zeich­ner, kön­nen nicht län­ger weg­schau­en. Mit die­sen Zei­len tei­len wir die Posi­ti­on 60 inter­na­tio­nal aner­kann­ter Per­sön­lich­kei­ten und renom­mier­ten Insti­tu­tio­nen, dar­un­ter Pro­fes­so­ren und Poli­ti­ker, die in einem öffent­li­chen Schrei­ben, adres­siert an den Erz­bi­schof von Can­ter­bu­ry, für eine sofor­ti­ge Frei­las­sung von Juli­an Assan­ge ein­tre­ten. (…) Der UN-Son­der­be­richt­erstat­ter für Fol­ter, Nils Mel­zer, hat­te in sei­nem Gut­ach­ten am 31. Mai 2019 von der mas­si­ven „psy­cho­lo­gi­schen Fol­ter“ gespro­chen, der Juli­an Assan­ge wäh­rend sei­nes Bot­schafts­asyls und durch sei­ne jet­zi­ge Inhaf­tie­rung seit Jah­ren aus­ge­setzt wer­de, und sieht Gefahr für Leib und Leben. (…) In Anbe­tracht der akut lebens­be­droh­li­chen Situa­ti­on, in der sich Mr Assan­ge befin­det, steht die­se Behand­lung weder in Ein­klang mit Arti­kel 5 der Men­schen­rechts­char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen, die „jede Form einer grau­sa­men, unmensch­li­chen oder ernied­ri­gen­den Behand­lung“ ver­bie­tet, noch mit Arti­kel 3 der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on, die Fol­ter oder unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­de Stra­fe äch­tet. Juli­an Assan­ge ist wegen kei­nes bri­ti­schen Ver­bre­chens oder Ver­ge­hens ange­klagt. Die schwe­di­sche Staats­an­walt­schaft hat kürz­lich ihr Aus­lie­fe­rungs­er­su­chen an Groß­bri­tan­ni­en hin­sicht­lich der Ver­ge­wal­ti­gungs­vor­wür­fe gegen ihn, man­gels vor­han­de­ner Indi­zi­en oder Bewei­se, zurück­ge­zo­gen. Herr Assan­ge sitzt somit ohne hin­rei­chen­de Ankla­ge, nur wegen eines Aus­lie­fe­rungs­an­tra­ges wegen Spio­na­ge der USA im Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mar­sh, obwohl er noch nicht ein­mal die ame­ri­ka­ni­sche Staats­bür­ger­schaft besitzt. (…) Daher ersu­chen wir die bri­ti­sche Regie­rung ein­dring­lich, Herrn Assan­ge frei zu las­sen. Es gilt, wegen sei­nes kri­ti­schen Gesund­heits­zu­stands kei­ne Zeit zu ver­lie­ren.” Aus dem Brief des Deut­schen Jour­na­lis­ten-Ver­bands an die bri­ti­sche Innen­mi­nis­te­rin vom 8. Janu­ar 2020 externer Link
  • 36C3: Wie Assan­ge in der Bot­schaft über­wacht wur­de
    Der ehe­ma­li­ge CCC-Spre­cher Andy Mül­ler-Mag­uhn zeigt in sei­nem Vor­trag, wie umfas­send der Wiki­leaks-Akti­vist in der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft über­wacht wur­de. Bereits unter dem ehe­ma­li­gen ecua­do­ria­ni­schen Prä­si­den­ten Rafa­el Cor­rea, der dem Aus­tra­li­er Juli­an Assan­ge poli­ti­sches Asyl in der Bot­schaft sei­nes Lan­des in Lon­don gewährt hat­te, wur­den Assan­ge und sei­ne Besu­cher mit Hil­fe von Über­wa­chungs­ka­me­ras aus­spio­niert. Unter sei­nem Nach­fol­ger Lenin More­no wur­de die Qua­li­tät der Kame­ras erheb­lich ver­bes­sert und um eine bis dahin feh­len­de Auf­zeich­nung der Gesprä­che ergänzt. Auch die Kon­trol­len wur­den erheb­lich ver­schärft: Alle Sei­ten der Päs­se der Besu­cher wur­den fot­gra­fiert, die IMEI-/IM­SI-Num­mern ihrer Mobil­te­le­fo­ne notiert, ande­re Auf­nah­me­ge­rä­te wur­den wäh­rend des Besu­ches kon­fis­ziert. Vor vol­lem Haus erläu­ter­te der ehe­ma­li­ge CCC-Spre­cher Andy Mül­ler-Mag­uhn die tech­ni­schen Aspek­te der Über­wa­chung externer Link in der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft. (…) Mül­ler-Mag­uhn, der Jui­lan Assan­ge häu­fi­ger besuch­te und damit selbst Opfer der Über­wa­chungs­maß­nah­men wur­de, zeig­te gele­ak­te Kame­ra­bil­der sei­ner Besu­che, aber auch Bil­der aus dem Bot­schafts­all­tag oder von einer fröh­li­chen Fei­er in der Bot­schaft. Die­se wur­den nur vor Ort und nicht im Video­stream des Vor­trags gezeigt, um die Pri­vat­sphä­re der Fei­ern­den zu schüt­zen…” Arti­kel von Det­lef Bor­chers vom 27.12.2019 bei hei­se-news externer Link
  • [RoG] Juli­an Assan­ge sofort frei­las­sen
    Repor­ter ohne Gren­zen ist in höchs­tem Maße alar­miert über den Gesund­heits­zu­stand von Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge. Laut Berich­ten hat sich sein Zustand in der Haft in Groß­bri­tan­ni­en mas­siv ver­schlech­tert. Daher for­dern wir sei­ne Frei­las­sung aus huma­ni­tä­ren Grün­den. Juli­an Assan­ge soll wegen sei­ner Jour­na­lis­mus-ähn­li­chen Akti­vi­tä­ten der Pro­zess gemacht wer­den, sei­ne Aus­lie­fe­rung in die USA schü­fe einen gefähr­li­chen Prä­ze­denz­fall. ROG ruft die USA drin­gend dazu auf, die Spio­na­ge­vor­wür­fe gegen den Whist­leb­lower fal­len­zu­las­sen…” Pres­se­mit­tei­lung vom 24.12.2019 externer Link
  • Assan­ge und die Pres­se­frei­heit – Der fal­sche Feind 
    “… Die USA berei­ten der­zeit einen fol­gen­schwe­ren Angriff auf die Pres­se­frei­heit vor. Im kom­men­den Febru­ar wird ein bri­ti­sches Gericht über die Aus­lie­fe­rung von Juli­an Assan­ge in die USA ent­schei­den. Die US-Regie­rung will den Grün­der der Ent­hül­lungs­platt­form Wiki­leaks im Rah­men des Spio­na­ge­ge­set­zes von 1917 ankla­gen. Assan­ge dro­hen bis zu 175 Jah­re Haft. Die­se Ankla­ge ist ein Skan­dal. Der 48-jäh­ri­ge Aus­tra­li­er hat über Wiki­leaks geheim gehal­te­ne Doku­men­te ver­öf­fent­licht, die Kriegs­ver­bre­chen und Rechts­brü­che der US-Regie­rung ent­hüll­ten. Er hat das getan, was Jour­na­lis­mus als vier­te Gewalt zwin­gend tun soll­te. Mit­nich­ten ist Assan­ge ein Spi­on, der die natio­na­le Sicher­heit unter­gräbt, wie ihm das die US-Regie­rung unter­stellt. Die­se Unter­schei­dung ist essen­zi­ell für die Pres­se­frei­heit. Soll­te sie auf­ge­weicht wer­den, wäre das für die Arbeit von Jour­na­lis­tIn­nen, ins­be­son­de­re in den USA, gra­vie­rend. Denn im angel­säch­si­schen Raum gilt das soge­nann­te Fall­recht: Das mög­li­che Urteil im Fall Assan­ge wür­de zum Leit­ent­scheid, der danach jeder­zeit auf alle Jour­na­lis­tIn­nen ange­wandt wer­den könn­te, die über natio­na­le Sicher­heits­the­men in den USA berich­ten. Die Gefahr für die freie Pres­se ist gross. Trotz die­ser Trag­wei­te hül­len sich die gros­sen Medi­en­häu­ser und auch die euro­päi­schen Demo­kra­tien, die sonst ger­ne vol­ler Pathos die Wich­tig­keit der Pres­se­frei­heit beschwö­ren, in Schwei­gen. (…) Offen­sicht­lich sehen vie­le Medi­en­häu­ser in Wiki­leaks kei­nen – durch­aus her­aus­for­dern­den – Ver­bün­de­ten, son­dern eine Bedro­hung für ihr Geschäfts­mo­dell. Und über­se­hen dabei, dass die wah­re Bedro­hung für den Jour­na­lis­mus und die gesell­schaft­li­che Auf­klä­rung vom US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um aus­geht. Immer­hin erhe­ben nun eini­ge Jour­na­lis­tIn­nen ihre Stim­men gegen die dro­hen­de Aus­lie­fe­rung Ass­an­ges in die USA. Die inter­na­tio­na­le Soli­da­ri­täts­kam­pa­gne #Jour­na­list­s­SpeakUpForAssan­ge haben bis Redak­ti­ons­schluss 700 Jour­na­lis­tIn­nen unter­schrie­ben.” Bei­trag von Jan Jirát bei WOZ Nr. 50/​2019 vom 12. Dezem­ber 2019 externer Link
  • Hun­der­te Jour­na­lis­ten aus der gan­zen Welt unter­zeich­nen offe­nen Brief für Ass­an­ges Frei­las­sung 
    “Hun­der­te von Jour­na­lis­ten und Medi­en­be­schäf­tig­te aus der gan­zen Welt haben einen lei­den­schaft­li­chen offe­nen Brief unter­zeich­net, in dem die bedin­gungs­lo­se Frei­las­sung von Wiki­Leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge gefor­dert wird sowie das sofor­ti­ge „Ende der juris­ti­schen Kam­pa­gne gegen ihn wegen des Ver­bre­chens, Kriegs­ver­bre­chen auf­ge­deckt zu haben“. Zu den bis­her 509 Unter­zeich­nern gehö­ren der Wiki­Leaks-Chef­re­dak­teur Kris­tinn Hrafns­son, der welt­weit renom­mier­te inves­ti­ga­ti­ve Jour­na­list John Pil­ger und der Whist­leb­lower Dani­el Ells­berg, der mit den Pen­ta­gon Papers die Kri­mi­na­li­tät des Viet­nam­kriegs in ihrem gan­zen Umfang ent­hüllt hat. Der Chef­re­dak­teur der inter­na­tio­na­len Redak­ti­on der World Socia­list Web Site, David North, und ande­re füh­ren­de Repor­ter der WSWS haben den Brief im Namen der WSWS unter­zeich­net. Der ein­dring­li­che Appell ver­deut­licht den ver­bre­che­ri­schen und gesetz­lo­sen Cha­rak­ter von Ass­an­ges Inhaf­tie­rung im bri­ti­schen Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mar­sh. Er macht deut­lich, dass der Ver­such der US-Regie­rung von Prä­si­dent Donald Trump, ihn in 17 Fäl­len wegen Spio­na­ge anzu­kla­gen und lebens­lang ein­zu­sper­ren, von inte­gren Jour­na­lis­ten als Fron­tal­an­griff auf die Pres­se­frei­heit und als schwe­re Bedro­hung ihrer eige­nen Rech­te ange­se­hen wird. (…) Die Jour­na­lis­ten erin­nern an den Kampf des fran­zö­si­schen Schrift­stel­lers Emi­la Zola für den jüdi­schen Offi­zier Alfred Drey­fus, der Ende des 19. Jahr­hun­derts wegen fin­gier­ter Spio­na­ge­vor­wür­fe ver­ur­teilt wur­de. 1898 schrieb Zola sei­nen berühm­ten offe­nen Brief „J‘Accuse!“, in dem er die Ver­ant­wort­li­chen für die Ver­fol­gung von Drey­fus nann­te. Im Brief der Jour­na­lis­ten heißt es dazu: „Zolas Hal­tung ging in die Geschich­te ein und steht noch heu­te für unse­re Pflicht, gegen Fehl­ur­tei­le der Jus­tiz zu kämp­fen und die Mäch­ti­gen zur Ver­ant­wor­tung zu zie­hen. Die­se Pflicht ist heu­te so drin­gend wie je, da Juli­an Assan­ge von Regie­run­gen schi­ka­niert und in 17 Fäl­len unter dem Espio­na­ge Act ange­klagt wird – einem eben­falls mehr als 100 Jah­re alten Gesetz.“ Der Ver­gleich ist völ­lig gerecht­fer­tigt. Genau wie im Fall von Drey­fus wird auch die Ver­fol­gung von Assan­ge von den reak­tio­närs­ten Kräf­ten der Gesell­schaft ange­führt und als Prä­ze­denz­fall benutzt, um die Grund­rech­te der gesam­ten Bevöl­ke­rung abzu­schaf­fen. Und genau wie bei der Ver­tei­di­gung von Drey­fus ist nichts weni­ger als die Mobi­li­sie­rung der Arbei­ter­klas­se und der prin­zi­pi­en­treu­en Anhän­ger von Bür­ger­rech­ten, dar­un­ter auch von Jour­na­lis­ten, not­wen­dig, um Ass­an­ges bedin­gungs­lo­se Frei­las­sung zu gewähr­leis­ten und die Angrif­fe auf demo­kra­ti­sche Rech­te abzu­weh­ren…” Bericht von Oscar Gren­fell vom 10. Dezem­ber 2019 bei der World Socia­list Web Site externer Link mit der Mög­lich­keit das Ver­tei­di­gungs­ko­mi­tees für Assan­ge mit Unter­schrift zu unter­stüt­zen
  • Kund­ge­bung für Juli­an Assan­ge am Tag der Men­schen­rech­te vor der US Bot­schaft in Ber­lin
    “Anläss­lich des gest­ri­gen Tages der Men­schen­rech­te ver­sam­mel­ten sich vor der US Bot­schaft in Ber­lin auf dem Pari­ser Platz am Bran­den­bur­ger Tor Men­schen zur Unter­stüt­zung des in bri­ti­scher Iso­la­ti­ons­haft gehal­te­nen Jour­na­lis­ten. Whist­leb­lower müs­sen geschützt wer­den! Auch ent­ge­gen der EU Richt­li­ne zum Schutz von Whist­leb­lo­wern wird der­je­ni­ge ver­folgt, der (Kriegs-) Ver­bre­chen auf­deckt – anstatt die zu ver­fol­gen, die sie began­gen haben. (…) Die Pro­test­ver­an­stal­tun­gen unter dem Mot­to Candles4Assange gehen heu­te, am Mi, 11.12. ab 19 Uhr am glei­chen Ort wei­ter. Schon lan­ge tref­fen sich die Ber­li­ner Freun­de und Unter­stüt­zer von Juli­an Assan­ge jeden Mitt­woch gegen­über der US-Bot­schaft am Bran­den­bur­ger Tor zu einer Mahn­wa­che. Dies­mal soll Geld für das Opfer des US-Macht­wahns gesam­melt wer­den. Denn die Macht­ha­ber in den USA und Eng­land wol­len den tap­fe­ren Men­schen im Knast ver­re­cken las­sen. Zwar haben sie so ziem­lich alle Geset­ze bür­ger­li­chen Rech­tes außer Kraft gesetzt, aber viel­leicht kön­nen gute Anwäl­te sei­ne Lage bes­sern. Ganz sicher erreicht ihn die Nach­richt von die­ser wei­te­ren Soli­da­ri­täts­wa­che: Das mag nicht viel sein, aber es ist viel mehr als die schwei­gen­den, fei­gen deut­schen Medi­en leis­ten. Es ist mehr als eine deut­sche Regie­rung bereit ist zu tun, die gern über Men­schen­rech­te redet, im Fall Assan­ge aber ein töd­li­ches Schwei­gen bevor­zugt…” State­ment vom 11. Dezem­ber 2019 von und bei der Akti­on Frei­heit statt Angst externer Link
  • Juli­an Assan­ge und – neben Ärz­ten und Anwäl­ten – ihn besu­chen­de Jour­na­lis­ten über­wacht – NDR erstat­tet Straf­an­zei­ge 
    “… Sys­te­ma­ti­sche Video­über­wa­chung, Mit­schnit­te von Gesprä­chen, Ver­mer­ke über Gäs­te und aus­ge­späh­te Tele­fo­ne: Ver­trau­li­che Doku­men­te, die NDR und WDR vor­lie­gen, bele­gen, wie umfas­send Wiki­Leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge und des­sen Besu­cher in der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft in Lon­don aus­ge­späht wur­den. Die E‑Mails, Fotos, Ton- und Video­auf­nah­men zei­gen, wie über Jah­re hin­weg die Über­wa­chungs­maß­nah­men nach und nach aus­ge­baut wur­den. Neben Video­auf­nah­men aus dem Innen­le­ben der diplo­ma­ti­schen Lie­gen­schaft in Lon­don und Ton­mit­schnit­ten von ver­trau­li­chen Gesprä­chen erfass­ten Sicher­heits­be­diens­te­te offen­bar Seri­en­num­mern von Mobil­te­le­fo­nen und leg­ten Ver­mer­ke über Gäs­te an. Dazu sol­len sie unter ande­rem Päs­se kopiert, elek­tro­ni­sche Gerä­te zer­legt und ver­steck­te Mikro­fo­ne im Bot­schafts­ge­bäu­de ange­bracht haben. Das gesam­mel­te Mate­ri­al soll laut Aus­sa­gen von frü­he­ren Mit­ar­bei­tern auch Auf­trag­ge­bern in den USA bereit­ge­stellt wor­den sein – mut­maß­lich einem Nach­rich­ten­dienst. (…) Betrof­fen von der Über­wa­chung inner­halb der Bot­schaft waren neben Ärz­ten und Anwäl­ten von Assan­ge offen­bar auch deut­sche Jour­na­lis­ten, die den Grün­der von Wiki­Leaks besucht haben. Unter den mut­maß­lich betrof­fe­nen Jour­na­lis­ten befin­den sich auch drei Mit­ar­bei­ter des Nord­deut­schen Rund­funks. Mate­ri­al, das NDR und WDR vor­liegt, zeigt, dass Päs­se kopiert und Besuchs­ver­mer­ke ange­fer­tigt wur­den. Der NDR stell­te Straf­an­zei­ge wegen des Ver­sto­ßes gegen daten­schutz- und per­sön­lich­keits­recht­li­che Bestim­mun­gen…” Bericht von John Goe­tz, Anto­ni­us Kemp­mann, Ele­na Kuch und Rei­ko Pin­kert, NDR, und Mar­tin Kaul WDR vom 28. Novem­ber 2019 bei tages​schau​.de externer Link, sie­he dazu auch den sechs­mi­nü­ti­gen Video-Bericht “Bot­schafts­asyl: Wer belausch­te Juli­an Assan­ge?” bei Pan­ora­ma vom 28. Novem­ber 2019 externer Link
  • Assan­ge in Lebens­ge­fahr – Ärz­te rich­ten Appell an bri­ti­sche Regie­rung. Wiki­leaks-Grün­der muss drin­gend von unab­hän­gi­gen Medi­zi­nern ver­sorgt wer­den 
    “Der 48jährige Grün­der der Ent­hül­lungs­platt­form ­Wiki­leaks, Juli­an Assan­ge, »könn­te in Bel­mar­sh ster­ben«. Davor war­nen mehr als 60 Ärz­te aus ver­schie­de­nen Län­dern in einem 16seitigen Brief an Groß­bri­tan­ni­ens Innen­mi­nis­te­rin Priti Patel, aus dem die bri­ti­sche Nach­rich­ten­agen­tur PA am Mon­tag zitier­te. Dem­nach bedür­fe Assan­ge, der seit April im Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mar­sh in Lon­don inhaf­tiert ist, »drin­gend einer fach­ärzt­li­chen Beur­tei­lung sei­nes phy­si­schen und psy­chi­schen Gesund­heits­zu­stan­des«. Es gebe »kei­ne Zeit zu ver­lie­ren«, Assan­ge müs­se umge­hend in ein Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum über­stellt wer­den. Laut Guar­di­an stüt­zen die Medi­zi­ner ihre Aus­sa­gen auf »erschüt­tern­de Berich­te von Augen­zeu­gen«, die am 21. Okto­ber bei Ass­an­ges ers­tem Gerichts­ter­min nach sechs Mona­ten anwe­send waren. Dort habe der Jour­na­list schwach und des­ori­en­tiert gewirkt und Schwie­rig­kei­ten gehabt, sich an sein Geburts­da­tum zu erin­nern. Bereits im Mai hat­te der UN-Son­der­be­richt­erstat­ter Nils Mel­zer Assan­ge im Gefäng­nis besu­chen kön­nen und rich­te­te danach einen auf­se­hen­er­re­gen­den, aber weit­hin unge­hör­ten Appell an die Öffent­lich­keit: Der Grün­der von Wiki­leaks zei­ge alle Sym­pto­me psy­chi­scher Fol­ter, und sein Gesund­heits­zu­stand ver­schlech­te­re sich rapi­de. Jedoch hät­ten sich die bri­ti­schen Behör­den nicht dar­um geküm­mert, wie er Anfang Novem­ber in Genf kon­sta­tie­ren muss­te. Assan­ge sei andau­ern­der Will­kür aus­ge­setzt, das kön­ne »bald sein Leben kos­ten«, warn­te auch der UN-Offi­zi­el­le. (…) Die aus­tra­li­sche Ärz­tin Lis­sa John­son, die den Brief an die bri­ti­sche Regie­rung mit­un­ter­zeich­net hat, ver­weist laut Guar­di­an aus­drück­lich auf die Not­wen­dig­keit einer unab­hän­gi­gen medi­zi­ni­schen Mei­nung im Hin­blick auf das anste­hen­de Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren: »So wie es aus­sieht, betref­fen erns­te Fra­gen nicht nur die gesund­heit­li­chen Aus­wir­kun­gen der Haft­be­din­gun­gen von Herrn Assan­ge, son­dern auch sei­ne medi­zi­ni­sche Eig­nung, vor Gericht zu ste­hen und sei­ne Ver­tei­di­gung vor­zu­be­rei­ten.« Gera­de dafür bräuch­te Assan­ge alle ver­füg­ba­ren gesund­heit­li­chen Kräf­te, dro­hen ihm doch bei einer Aus­lie­fe­rung in die USA mitt­ler­wei­le 175 Jah­re Haft, wenn nicht gar die Todes­stra­fe.” Bei­trag von Ina Sembd­ner bei der jun­gen Welt vom 26. Novem­ber 2019 externer Link
  • Schwe­den stellt Unter­su­chun­gen gegen Assan­ge ein – Aus­lie­fe­rungs­an­trag der USA besteht fort – Brüs­sel darf nicht weg­se­hen 
    Die schwe­di­sche Staats­an­walt­schaft hat den Ver­ge­wal­ti­gungs­vor­wurf gegen Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge fal­len gelas­sen. Es gebe kei­ne aus­rei­chen­den Bewei­se für eine Ver­ur­tei­lung, gab Staats­an­wäl­tin Eva-Marie Pers­son am Diens­tag in Stock­holm bei einer Pres­se­kon­fe­renz bekannt. Assan­ge sitzt der­zeit in Groß­bri­tan­ni­en in Haft. Der Vor­fall lie­ge mitt­ler­wei­le so lan­ge zurück, dass sich die Beweis­la­ge deut­lich abge­schwächt habe, erklär­te die stell­ver­tre­ten­de Direk­to­rin der schwe­di­schen Straf­ver­fol­gung, Eva-Marie Pers­son, am Diens­tag. Die Ent­schei­dung der Staats­an­walt­schaft kön­ne ange­foch­ten wer­den, sag­te Pers­son. Der Grün­der der Ent­hül­lungs­platt­form sitzt der­zeit in Groß­bri­tan­ni­en in Haft. Gegen ihn lag ein euro­päi­scher Haft­be­fehl wegen Ver­ge­wal­ti­gungs­vor­wür­fen in Schwe­den vor. Er befürch­te­te, zunächst nach Skan­di­na­vi­en und schließ­lich an die USA aus­ge­lie­fert zu wer­den. Die­se Opti­on ist nun aus­ge­schlos­sen. Eine mög­li­che Aus­lie­fe­rung an die USA ist aber noch nicht vom Tisch, weil die US-Jus­tiz einen Aus­lie­fe­rungs­an­trag gestellt hat, der von den Bri­ten zuge­las­sen wur­de. Die Ver­hand­lung zu dem Aus­lie­fe­rungs­ge­such beginnt am 25. Febru­ar 2020…” Agen­tur­mel­dung vom 19.11.2019 bei ND online externer Link, sie­he dazu: 
    • Fall Assan­ge: Brüs­sel darf nicht weg­se­hen
      Über­ra­schen­de Wen­de im Fall des Wiki­leaks-Grün­ders Assan­ge: Schwe­den stellt die Ermitt­lun­gen wegen angeb­li­cher Sexu­al­de­lik­te ein. Nun blei­ben nur noch poli­ti­sche Vor­wür­fe – die EU muss hel­fen! Bis­her hat die EU den Assan­ge-Pro­zess kom­plett igno­riert. Es gehe ja nur um straf­recht­li­che Ermitt­lun­gen wegen Ver­ge­wal­ti­gung, hieß es in Brüs­sel, da mische man sich nicht ein. Doch seit heu­te gilt das nicht mehr. Das EU-Land Schwe­den hat die Ermitt­lun­gen über­ra­schend ein­ge­stellt – aus Man­gel aus Bewei­sen. Es ist ein Frei­spruch zwei­ter Klas­se für Assan­ge. Doch nun wird es erst rich­tig ernst. Es blei­ben näm­lich nur noch poli­tisch moti­vier­te Vor­wür­fe aus den USA. Dem Wiki­leaks-Grün­der droht ein poli­ti­scher Pro­zeß – und die Aus­lie­fe­rung! Washing­ton wirft Assan­ge vor, der Whist­leb­lo­we­rin Chel­sea Man­ning gehol­fen zu haben, gehei­mes Mate­ri­al von US-Mili­tär­ein­sät­zen im Irak und in Afgha­ni­stan zu ver­öf­fent­li­chen. Bei einer Ver­ur­tei­lung in allen 18 Ankla­ge­punk­ten dro­hen ihm unglaub­li­che 175 Jah­re Haft. Dabei sind Whist­leb­lower in der EU seit Neu­es­tem vor Ver­fol­gung geschützt! Vor die­sem Hin­ter­grund muss Brüs­sel ein­grei­fen – und sich schüt­zend vor Assan­ge stel­len. Dass dies Ärger mit den USA (und UK) bedeu­ten dürf­te, darf dabei kei­ne Rol­le spie­len. Schließ­lich hal­ten wir doch den Rechts­staat und die Geset­ze hoch, oder?Kom­men­tar vom 19. Novem­ber 2019 von Eric Bon­ser in sei­nem Blog Lost in EU externer Link
  • Unter­stüt­zung für Juli­an Assan­ge kon­so­li­diert sich 
    “In der ver­gan­ge­nen Woche fan­den in Lon­don wie­der eini­ge Ver­an­stal­tun­gen zur Unter­stüt­zung von Juli­an Assan­ge statt. Ich reis­te an, um dar­an teil­zu­neh­men und mir auch sonst ein Bild von der Lage im All­ge­mei­nen zu machen. (…) Den Auf­takt mach­te die Lon­do­ner Rap­pe­rin M.I.A. mit einem Kon­zert vor dem Innen­mi­nis­te­ri­um in West­mins­ter. Ihr nach­denk­li­ches Inter­view direkt nach einem Besuch bei Assan­ge im Lon­do­ner Bel­mar­sh-Gefäng­nis hat­te mich neu­gie­rig gemacht. Ihr Auf­tritt war dann auch bemer­kens­wert und ihre Popu­la­ri­tät hilft dem Anlie­gen von Juli­an Assan­ge sicher enorm wei­ter. Mir gefal­len aber wie gesagt nicht nur M.I.A.s lei­se Töne auch gut. Mit lei­ser Stim­me brach­te auch Ass­an­ges Vater John Ship­ton sei­ne Über­zeu­gung zum Aus­druck, dass „wir gewin­nen wer­den“. Nach der Ver­an­stal­tung unter­hielt ich mich mit ihm im Pub und auf mei­ne Fra­ge, wel­chen Ein­druck sein Sohn bei sei­nem Besuch gemacht habe, ant­wor­te­te er zu mei­ner Freu­de, dass es ihm wohl ein biss­chen bes­ser gehe. John Ship­ton schien mir auch weni­ger müde zu sein als bei unse­rem letz­ten Tref­fen in Dub­lin. Er war schon wie­der auf dem Sprung nach Ita­li­en, um sich dort mit Poli­ti­kern und Jour­na­lis­ten zu tref­fen. Am 27. Novem­ber wird er mit eini­gen ande­ren viel­ver­spre­chen­den Per­so­nen auf einer öffent­li­chen Ver­an­stal­tung in Ber­lin zuge­gen sein. Wei­te­re Red­ner waren die Mode­de­si­gne­rin Vivi­an West­wood, die Chel­sea Man­ning und Juli­an Assan­ge seit Jah­ren unter­stützt. Der Rap­per Low­key blieb lei­der im Stau ste­cken und er beant­wor­te­te erst nach dem Kon­zert eini­ge Fra­gen. Auch der kroa­ti­sche Phi­lo­soph Sreć­ko Hor­vat hat­te Juli­an Assan­ge an die­sem Tag im Gefäng­nis besucht. In sei­ner kur­zen Rede vor M.I.A.s Auf­tritt schil­der­te er, wie wohl­tu­end das Wis­sen um sei­ne Unter­stüt­zer für Juli­an Assan­ge sei. Er ver­las auch eine Bot­schaft von Juli­an Assan­ge für die zuschau­en­den Unter­stüt­zer: „This is not about me, this is about you! (Es geht nicht um mich, es geht um Euch)“. (…) Am Don­ners­tag gab es dann das ers­te Tref­fen einer neu­en Unter­stüt­zer­initia­ti­ve im benach­bar­ten Oxford, ein wei­te­res Indiz, dass die Unter­stüt­zung an Fahrt gewinnt, auch an ande­ren, klei­ne­ren Orten. (…) Ein wei­te­res Indiz für die Kon­so­li­die­rung des Wider­stan­des gegen die Aus­lie­fe­rung von Juli­an Assan­ge an die USA ist das Auf­tre­ten von David Gree­ne, Elec­tro­nic Fron­tier Foun­da­ti­on, des ehe­ma­li­gen aus­tra­li­schen Außen­mi­nis­ters Bob Carr via Video­link und des UN-Son­der­be­auf­trag­ten für Fol­ter, Nils Mel­zer, am heu­ti­gen Don­ners­tag im Euro­pa­par­la­ment bei der Ver­an­stal­tung „Jour­na­lism Is Not A Crime – The Assan­ge Extra­di­ti­on Case“. Die drei waren auf Ein­la­dung der unab­hän­gi­gen iri­schen Abge­ord­ne­ten Cla­re Daly, Luke „Ming“ Flana­gan und Mick Wal­lace dort zu Gast und gaben gegen­über den Par­la­men­ta­ri­ern Stel­lung­nah­men (…) ab und beant­wor­te­ten Fra­gen aus dem Publi­kum…” Rei­se­be­richt von Moritz Mül­ler vom 15. Novem­ber 2019 bei den Nach­Denk­Sei­ten externer Link mit detail­lier­ten Anga­ben, wie man Juli­an Assan­ge pos­ta­lisch unter­stüt­zen kann
  • UN-Men­schen­recht­ler: Gesund­heits­zu­stand von Juli­an Assan­ge lebens­be­droh­lich 
    Die Gesund­heit des inhaf­tier­ten Wiki­leaks-Grün­ders Juli­an Assan­ge ver­schlech­tert sich ste­tig, sagt UN-Men­schen­recht­ler Nils Mel­zer. Das Leben von Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge ist nach Ansicht eines UN-Son­der­be­richt­erstat­ters in Gefahr. Der inhaf­tier­te Grün­der der Ent­hül­lungs­platt­form Wiki­leaks habe schon im Mai typi­sche Anzei­chen von “psy­cho­lo­gi­scher Fol­ter” gezeigt, aber die bri­ti­schen Behör­den küm­mer­ten sich nicht dar­um, schrieb der Son­der­be­richt­erstat­ter zum The­ma Fol­ter, Nils Mel­zer, am Frei­tag in Genf. Seit der Inhaf­tie­rung von Assan­ge habe sich des­sen Gesund­heit ste­tig ver­schlech­tert, sein Leben sei jetzt in Gefahr. “Trotz der medi­zi­ni­schen Dring­lich­keit mei­ner Beschwer­de und der Schwe­re der mut­maß­li­chen Ver­stö­ße hat das Ver­ei­nig­te König­reich nach inter­na­tio­na­lem Recht nicht die erfor­der­li­chen Ermittlungs‑, Prä­ven­ti­ons- und Rechts­mit­tel­maß­nah­men ergrif­fen”, sag­te Mel­zer. “Was wir von der bri­ti­schen Regie­rung gese­hen haben, ist eine völ­li­ge Miss­ach­tung der Rech­te und Inte­gri­tät von Herrn Assan­ge”, heißt es in dem Bericht externer Link. (…) Assan­ge habe sei­ne Haft­stra­fe wegen Ver­sto­ßes gegen Kau­ti­ons­auf­la­gen inzwi­schen abge­ses­sen und wer­de nur noch wegen des Aus­lie­fe­rungs­an­trags fest­ge­hal­ten. Er wer­de im Gefäng­nis iso­liert und über­wacht, was in sol­chen Fäl­len nicht nötig sei, sag­te Mel­zer. Außer­dem habe er kei­nen frei­en Zugang zu Doku­men­ten und Anwäl­ten. Mel­zer ver­lang­te Assan­ge Frei­las­sung und eine Ableh­nung der Aus­lie­fe­rung.” Arti­kel von Oli­ver Bün­te vom 01.11.2019 bei Hei­se news externer Link
  • Juli­an Assan­ge beklagt unfai­res Ver­fah­ren – Sor­gen um Gesund­heit und Wohl­be­fin­den des Gefan­ge­nen 
    “… Der Grün­der der Ent­hül­lungs­platt­form Wiki­Leaks, Juli­an Assan­ge, ist am Mon­tag bei einem öffent­li­chen Auf­tritt in Lon­don deut­lich gezeich­net von der Ein­zel­haft vor Gericht erschie­nen. Bei der Anhö­rung vor dem West­mins­ter Magis­tra­tes’ Court in Lon­don sag­te der Aus­tra­li­er, er kön­ne unter den der­zei­ti­gen Bedin­gun­gen “nicht klar den­ken”. Bei dem Gerichts­ter­min ging es um eine dro­hen­de Aus­lie­fe­rung an die USA. Dort droht dem 48-jäh­ri­gen eine Frei­heits­stra­fe von bis zu 175 Jah­ren, de fac­to also lebens­lang – oder gar die Todes­stra­fe. Eine von Assan­ge bean­trag­te Ver­schie­bung der Anhö­rung hat­te das Gericht abge­lehnt. Die Haupt­an­hö­rung im Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren soll wie geplant Ende Febru­ar kom­men­des Jah­res statt­fin­den. Der aus Aus­tra­li­en stam­men­de Jour­na­list und sei­ne Ver­tei­di­ger hat­ten für die Vor­be­rei­tung des Gerichts­ver­fah­rens gegen ihren Man­dan­ten mehr Zeit gefor­dert. Rich­te­rin Vanes­sa Barait­ser gestand ihnen gera­de ein­mal zwei Mona­te zu. Die Juris­tin wird in der Haupt­ver­hand­lung ent­schei­den, ob Assan­ge an die USA aus­ge­lie­fert wird. Dort droht ihm ein wei­te­res Ver­fah­ren auf Basis des gut 100 Jah­re alten US-Anti­spio­na­ge­ge­set­zes. Auch einen Antrag der Ver­tei­di­gung, die Zuläs­sig­keit des US-Aus­lie­fe­rungs­er­su­chens grund­sätz­lich zu über­prü­fen, lehn­te Barait­ser ab, berich­te­te (“Ver­fol­gung von Juli­an Assan­ge schafft einen gefähr­li­chen Prä­ze­denz­fall”) die deut­sche Lin­ken-Poli­ti­ke­rin Hei­ke Hän­sel in einem Bei­trag für Tele­po­lis. (…) Unter­stüt­zer des Wiki­Leaks-Grün­ders wie­sen indes dar­auf hin, dass die Sor­gen um Gesund­heit und Wohl­be­fin­den des Gefan­ge­nen mas­siv zuneh­men. Aus­tra­li­sche Poli­ti­ker aus dem gesam­ten poli­ti­schen Spek­trum, dar­un­ter der ehe­ma­li­ge stell­ver­tre­ten­de Pre­mier­mi­nis­ter Barna­by Joy­ce und der ehe­ma­li­ge Außen­mi­nis­ter Bob Carr, haben sich öffent­lich gegen das Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren aus­ge­spro­chen. Sie wei­sen auch auf den extra­ter­ri­to­ria­len Cha­rak­ter des Ver­fah­rens hin…” Bei­trag von Harald Neu­ber vom 22. Okto­ber 2019 bei Tele­po­lis externer Link
  • Juli­an Assan­ge auch nach Haf­ten­de wei­ter im Gefäng­nis und Gericht blo­ckiert voll­stän­di­ge Infor­ma­ti­on 
    “Am kom­men­den Sonn­tag ist eigent­lich die 50-wöchi­ge Haft­stra­fe für Juli­an Assan­ge zu Ende bzw. 50% davon sind abge­ses­sen, und da kom­men „nor­ma­le“ Häft­lin­ge im Ver­ei­nig­ten König­reich für gewöhn­lich auf frei­en Fuß. Dass dem in sei­nem Fall nicht so ist, muss­te Juli­an Assan­ge letz­ten Frei­tag per Video­zu­schal­tung aus sei­nem Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis erfah­ren. Am letz­ten Sams­tag ver­öf­fent­lich­te die ita­lie­ni­sche La Repub­bli­ca einen Arti­kel zu dem Gerichts­ur­teil des Obers­ten Tri­bu­nals in Lon­don, wel­ches besagt, dass die Pres­se kein Recht auf vol­len Zugang zu den Doku­men­ten im Fall Assan­ge hat. Hier­mit gibt es also zwei wei­te­re frag­wür­di­ge Ent­schei­dun­gen in die­sem andau­ern­den Jus­tiz­skan­dal, in wel­chem die wah­ren Täter nicht belangt wer­den, wäh­rend die Berichterstatter/​innen über die (Kriegs)verbrechen mit Hil­fe wei­te­rer (Schreibtisch)gehilfen und Weg­schau­en­der in Iso­la­ti­ons­haft gehal­ten wer­den. (…) Die sehr enga­gier­te Akti­vis­tin Emmy But­lin ver­öf­fent­lich­te am Mon­tag ihren Auf­ruf, in der Sache Assan­ge an das West­mins­ter Magis­tra­tes Court zu schrei­ben. In dem Auf­ruf folgt dann, was sie sel­ber an das Gericht geschrie­ben hat, näm­lich, dass die der­zei­ti­gen Jus­tiz­ak­ti­vi­tä­ten im Fall Assan­ge sehr intrans­pa­rent sind, weil der Öffent­lich­keit manch­mal erst nach Gerichts­ter­mi­nen oder kurz vor­her Bescheid gege­ben wird oder, wie am 2. Mai gesche­hen und auch von den Nach­Denk­Sei­ten berich­tet, die nor­ma­le Bevöl­ke­rung, außer haupt­säch­lich aus­ge­such­ter Pres­se, kei­nen Zugang zum plötz­lich in einen klei­ne­ren Saal umge­zo­ge­nen Pro­zess hat­te. Des Wei­te­ren beschreibt Emmy ihre Frus­tra­ti­on, dass in dem „archai­schen“ Gericht weder Tran­skrip­te ange­fer­tigt wer­den, noch dass es Video­auf­zeich­nun­gen oder ‑über­tra­gun­gen gibt, wie noch 2012 im Fall Assan­ge gesche­hen. Somit ist es für die Öffent­lich­keit unnö­tig schwer, in die­ser Sache einen Über­blick zu behal­ten bzw. über­haupt zu bekom­men…Zusam­men­fas­sung des aktu­el­len Stands der Behand­lung von Assan­ge von Moritz Mül­ler vom 20. Sep­tem­ber 2019 bei den Nach­Denk­Sei­ten externer Link
  • US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um sucht mit allen Mit­teln, Assan­ge wegen Spio­na­ge anzu­kla­gen 
    “… Wäh­rend Man­ning wei­ter erpresst wird und jetzt pro Tag 1000 US-Dol­lar Stra­fe zah­len soll, die sie in Beu­ge­haft ver­bringt, scheint die Staats­an­walt­schaft nun zu glau­ben, dass sie ihren Wil­len nicht bre­chen kann, unter dem Druck Belas­ten­des gegen Assan­ge zu sagen oder zu erfin­den. Daher wur­de nun wahr­schein­lich auch der Strat­for-Hacker Jere­my Ham­mond zur Ver­neh­mung vor einer Grand Jury in Vir­gi­nia gegen sei­nen Wil­len nach Vir­gi­nia ver­legt. Es dürf­te die­sel­be Grand Jury sein, die auch Man­nings Wider­stand zu bre­chen sucht. (…) Ham­mond sitzt wei­ter sei­ne Gefäng­nis­stra­fe ab, ein gutes Opfer, um mit ihm einen Deal zu machen. Eigent­lich hät­te er gute Chan­cen gehabt, schon Ende des Jah­res frei­zu­kom­men, aber genau das dürf­te nun zum Druck­mit­tel wer­den. Er wur­de bereits nach Vir­gi­nia ver­legt, um dort vor der Grand Jury ver­nom­men zu wer­den. Natür­lich wie­der geheim, was der Grund ist, war­um Man­ning sich wei­gert, dort aus­zu­sa­gen. (…) Das US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um kann sich ziem­lich sicher sein, dass das eng ver­bün­de­te Groß­bri­tan­ni­en, auch ein Five-Eyes-Mit­glied, aus poli­ti­schen Grün­den, die mit dem Bre­x­it noch stär­ker wur­den, Assan­ge aus­lie­fern wer­den – es sei denn, dass die Bre­x­it-Geg­ner eine Kehrt­wen­de ein­lei­ten. Obgleich Donald Trump von den Wiki­Leaks-Ver­öf­fent­li­chun­gen pro­fi­tiert hat, scheint sei­ne Regie­rung nun deut­lich här­ter als die Oba­ma-Regie­rung gegen Assan­ge vor­zu­ge­hen. Ob das Trumps Wil­le ist, muss dahin­ge­stellt blei­ben, es ist für den Kämp­fer gegen die Medi­en wohl nicht wich­tig genug. Man muss bei all den Anstren­gun­gen des Jus­tiz­ap­pa­rats ver­mu­ten, dass an Assan­ge ein Exem­pel sta­tu­iert wer­den soll, um alle abzu­schre­cken, zu Whist­leb­lo­wers über The­men zu wer­den, die die natio­na­le Sicher­heit bzw. die von der Regie­rung als erklär­te natio­na­le Inter­es­sen gehen. Mit einer lebens­läng­li­chen Ver­ur­tei­lung von Assan­ge oder gar der Todes­stra­fe wür­de man auch die Pres­se­frei­heit bedro­hen und ein­schrän­ken, weil dann jeder ris­kie­ren müss­te, das­sel­be Schick­sal zu erlei­den…” Arti­kel von Flo­ri­an Röt­zer vom 05. Sep­tem­ber 2019 bei tele­po­lis externer Link
  • Gerichts­ur­teil: Wiki­Leaks ist durch den Ers­ten Ver­fas­sungs­zu­satz geschützt 
    Die Demo­kra­ten schei­tern mit einer Kla­ge gegen Assan­ge und der Trump-Kam­pa­gne wegen einer angeb­li­chen Ver­schwö­rung, gehack­te Doku­men­te zu Unguns­ten von Hil­ary Clin­ton ver­brei­tet zu haben
    Juli­an Assan­ge (47), der Mit­be­grün­der von Wiki­Leaks, sitzt seit der Fest­nah­me im April noch immer iso­liert im Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mar­sh. Ihm droht wei­ter­hin die Aus­lie­fe­rung an die USA, wo man ihn als Spi­on ankla­gen und lebens­lang weg­sper­ren will. Ob Groß­bri­tan­ni­en ihn aus­lie­fern wird, ist noch nicht ent­schie­den, man muss es ver­mu­ten, zumal wenn der Bre­x­it erfolgt und die bri­ti­sche Regie­rung noch näher an die USA her­an­rü­cken wird, um wie­der zum Pudel der USA zu wer­den. Das Ver­fah­ren soll nächs­tes Jahr im Febru­ar statt­fin­den – genü­gend Abstand zum Bre­x­it. Assan­ge ist krank, wie im Mai bekannt wur­de, als sei­ne Anwäl­te erklär­ten, dass er nicht an einer Ver­neh­mung der schwe­di­schen Staats­an­walt­schaft mit­tels einer Video­kon­fe­renz teil­neh­men kön­ne und in die Kran­ken­ab­tei­lung des Gefäng­nis­ses ver­legt wur­de. Sein Anwalt Per Samu­el­son sag­te, er sei nicht imstan­de, ein nor­ma­les Gespräch zu füh­ren. Schon wäh­rend sei­nes sie­ben­jäh­ri­gen Auf­ent­halts in der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft ging es ihm gesund­heit­lich immer schlech­ter. Genutzt hat auch nichts, dass Nils Mel­zer, der Son­der­be­richt­erstat­ter des Hoch­kom­mis­sa­ri­ats für Men­schen­rech­te bei den Ver­ein­ten Natio­nen, der Assan­ge mit zwei Medi­zi­nern am 9. Mai im Gefäng­nis besucht hat­te, in der am 31. Mail 2019 bekannt gege­be­nen Beur­tei­lung zum Schluss kam, dass sei­ne Ein­sper­rung als “psy­cho­lo­gi­schen Fol­ter” gel­ten müs­se. (…) Aus­zu­schlie­ßen sei nicht, schreibt Mel­zer, dass nicht noch wei­te­re Ankla­gen erfol­gen könn­ten, bei­spiels­wei­se nach der Aus­lie­fe­rung, um ihn doch noch mit der Todes­stra­fe zu liqui­die­ren. Nach­dem die USA auch Fol­ter­vor­wür­fen nicht nach­ge­gan­gen sei­en, gebe es auch Sor­gen, dass Assan­ge Fol­ter aus­ge­setzt wer­de könn­te. Mel­zer hat­te einen ent­spre­chen­den Brief an die ame­ri­ka­ni­sche, bri­ti­sche, ecua­do­ria­ni­sche und die schwe­di­sche Regie­rung geschickt. Ende Juli kamen die Ant­wor­ten, die Regie­run­gen (Schwe­den, USA) hat­ten nichts zu bean­stan­den und geht alles sei­nen Rechts­weg. (…) In den USA wur­de Assan­ge gera­de vom Bezirks­ge­richt des Sou­thern District of New York von Vor­wür­fen ent­las­tet. 2018 hat­te das Demo­cra­tic Natio­nal Com­mit­tee (DNC) eine Kla­ge gegen Donald Trump und eini­ge Wahl­kampf­hel­fer, Russ­land und Assange/​WikiLeaks ein­ge­reicht. Russ­land wird vor­ge­wor­fen, in Com­pu­ter der Demo­kra­ten gehackt und die gestoh­le­nen Emails vor allem über Wiki­Leaks ver­öf­fent­licht zu haben, was Hil­ary Clin­ton gescha­det habe. Ver­mu­tet wor­den war, dass Assan­ge dabei mit den rus­si­schen Hackern kon­spi­riert haben könn­te und dass das Trump-Wahl­kampf­team, viel­leicht auch Trump selbst, damit mit im Spiel waren oder vor­ab davon wuss­ten. Rich­ter John G. Koeltl, der sei­ner Zeit von Bill Clin­ton beru­fen wor­den war, kam in sei­nem Urteil zu dem Schluss, dass die pri­mä­ren Täter “unzwei­fel­haft” die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on gewe­sen sei. Zahl­rei­che gestoh­le­ne Infor­ma­tio­nen sei­en aber nicht wei­ter­ge­ge­ben wer­den
    …” Arti­kel von Flo­ri­an Röt­zer vom 03. Sep­tem­ber 2019 bei tele­po­lis externer Link
  • »Ver­gesst ihn nicht«. Ein Auf­ruf zur inter­na­tio­na­len Soli­da­ri­tät mit Juli­an Assan­ge 
    Ver­gesst Juli­an Assan­ge nicht. Sonst ver­liert ihr ihn – mit die­sem dra­ma­ti­schen Appell hat sich der aus­tra­li­sche Jour­na­list John Pil­ger am 7. August nach einem Besuch des Wiki­leaks-Mit­be­grün­ders im Hoch­si­cher­heits­knast in Lon­don per Twit­ter zu Wort gemel­det. »Ich habe ihn im Bel­mar­sh-Gefäng­nis gese­hen, und sein Gesund­heits­zu­stand hat sich ver­schlech­tert. Er wird schlim­mer behan­delt als ein Mör­der, er ist iso­liert, steht unter Ein­fluss von Medi­ka­men­ten, und man ent­hält ihm das Werk­zeug vor, mit dem er die fal­schen Ankla­gen in Ver­bin­dung mit der Aus­lie­fe­rung an die USA abweh­ren könn­te. Ich ban­ge um sein Leben. Ver­gesst ihn nicht.« In wei­te­ren Bei­trä­gen prä­zi­sier­te der inter­na­tio­nal bekann­te Publi­zist die Vor­wür­fe. Assan­ge habe kei­ne aus­rei­chen­de Bewe­gung, kei­nen Zugang zur Gefäng­nis­bi­blio­thek und kei­nen Lap­top. Selbst Anru­fe bei sei­nen US-Anwäl­ten wür­den ihm von den bri­ti­schen Behör­den ver­wei­gert. (…) Auf nur gut 60 Sei­ten hebt Brö­ckers die immense Bedeu­tung von Wiki­leaks für den inves­ti­ga­ti­ven Jour­na­lis­mus her­vor, er skiz­ziert die Geschich­te und wich­tigs­ten Ent­hül­lun­gen der Platt­form sowie seit Jah­ren anhal­ten­den Ver­fol­gungs­druck gegen deren Grün­der. Die aus­tra­li­sche Blog­ge­rin Cait­lin John­stone macht sich im zwei­ten Teil des Buches an »die Wie­der­le­gung sämt­li­cher Ver­leum­dun­gen Juli­an Ass­an­ges«, etwa die Behaup­tun­gen, er sei ein Ver­ge­wal­ti­ger, ein rus­si­scher Agent oder Trump-Fan…” Rezen­si­on von Rüdi­ger Göbel in der jun­gen Welt vom 29.08.2019 externer Link von Mathi­as Brö­ckers: Frei­heit für Juli­an Assan­ge. Don’t kill the mes­sen­ger! Mit einem Bei­trag von Cait­lin John­stone, Westend-Ver­lag, Frank­furt am Main 2019, 128 Sei­ten, 8 Euro
  • Es klemmt – Kam­pa­gne gegen Juli­an Assan­ge: UN-Son­der­be­richt­erstat­ter beklagt »psy­cho­lo­gi­sche Fol­ter«. Soli­da­ri­täts­be­we­gung stockt 
    “Am 16. August jähr­te sich der Tag, an dem Ecua­dor Juli­an Assan­ge 2012 Asyl gewähr­te. (…) Nils Mel­zer, der Son­der­be­richt­erstat­ter der UN in Sachen Fol­ter, besuch­te Assan­ge (…) im Mai und macht sich seit­dem ernst­haft Sor­gen um die Gesund­heit des Inhaf­tier­ten. In einem Bericht infor­mier­te er die Ver­ein­ten Natio­nen über die Situa­ti­on. Mel­zer spricht dar­in von »psy­cho­lo­gi­scher Fol­ter«, der Assan­ge seit Jah­ren aus­ge­setzt sei. (… ) Doch die inter­na­tio­na­len Medi­en igno­rie­ren das The­ma mitt­ler­wei­le fast flä­chen­de­ckend. »Wäh­rend im Wes­ten Dis­si­den­ten aus Chi­na, der Tür­kei oder Russ­land wie Mas­kott­chen ver­ehrt wer­den, klemmt vie­len west­li­chen Intel­lek­tu­el­len plötz­lich die Tas­ta­tur, wenn es um Publi­zis­ten wie Juli­an Assan­ge geht«, beklag­te am Frei­tag der pol­ni­sche Jurist und Publi­zist Milosz Matu­schek in einem Kom­men­tar für den Deutsch­land­funk Kul­tur. »Wo bleibt der Auf­schrei für Assan­ge?« (…) Soll­te der Aus­tra­li­er Assan­ge tat­säch­lich vor ein US-ame­ri­ka­ni­sches Gericht gestellt wer­den, wür­de das bedeu­ten, »dass jeder Jour­na­list, der wahr­heits­ge­mäß Infor­ma­tio­nen ans Licht bringt und ver­öf­fent­licht, in die USA zur Straf­ver­fol­gung aus­ge­lie­fert wer­den kann«, heißt es in einer Peti­ti­on, die im Mai auf der Inter­net­sei­te »Chan​ge​.org« gestar­tet wur­de. (…) Die Reso­nanz auf die Peti­ti­on ist nicht gera­de über­wäl­ti­gend. Im Moment haben 331.000 Leu­te unter­schrie­ben. Drei­mal so vie­le wol­len ein tra­di­tio­nel­les Hun­de­fleisch­fes­ti­val in Chi­na ver­hin­dern. Die Welt hat anschei­nend wich­ti­ge­re Pro­ble­me als einen ver­folg­ten Jour­na­lis­ten. Auch ein Indi­ka­tor: Die immer gut infor­mier­te Unter­stüt­zer­sei­te ­»#Unity4J« hat bei Twit­ter nur rund 12.000 Fol­lower. Zum Ver­gleich: Cris­tia­no Ronal­do freut sich über 79 Mil­lio­nen. Des­halb bekam ver­mut­lich auch kaum jemand mit, dass Twit­ter im Juli »#Unity4J« blo­ckier­te. »Twit­ter nann­te uns kei­nen Grund«, erklär­ten die Betrei­ber auf Face­book. Es habe auch kei­ne War­nung gege­ben. Eine Woche spä­ter revi­dier­te Twit­ter die Ent­schei­dung. Es ist nicht das ers­te Mal, dass die Platt­form die Soli­be­we­gung behin­dert. Im März traf der Bann­strahl bereits zeit­wei­se die Mut­ter des Whist­leb­lo­wers.” Kom­men­tar von Ger­rit Hoek­man bei der jun­gen Welt vom 22. August 2019 externer Link, sie­he auch:
    • Mahn­wa­chen für Juli­an Assan­ge nöti­ger denn je und auch Chel­sea Man­ning wei­ter­hin in Haft
      “… Die Leu­te, die hin­ter der momen­ta­nen Ein­ker­ke­rung von Juli­an Assan­ge ste­cken bzw. die­se wei­ter auf­recht­erhal­ten, kann man lei­der eigent­lich nicht inte­ger nen­nen. Es han­delt sich hier z.B. um den bri­ti­schen Pre­mier­mi­nis­ter Boris John­son, den ehe­ma­li­gen Außen­mi­nis­ter Jere­my Hunt, des­sen Kam­pa­gne für den Tory-Vor­sitz von einem engen Ver­trau­ten des sau­di­schen Jour­na­lis­ten­freunds Bin Sal­man finan­ziert wur­de, und den ehe­ma­li­gen Innen­mi­nis­ter Sajid Javid, der in vor­aus­ei­len­dem Gehor­sam Juli­an Assan­ge mehr­mals öffent­lich vor­ver­ur­teil­te. Auch die Rich­te­rin, die mit dem Aus­lie­fe­rungs­ge­such der USA befasst ist, könn­te man laut die­sem Arti­kel als befan­gen bezeich­nen. Die US-Poli­ti­ker bzw. ‑Maschi­ne­rie, die hin­ter die­ser gan­zen Sache zu ste­cken schei­nen und die in den USA dafür sor­gen, dass Chel­sea Man­ning wei­ter in Beu­ge­haft bleibt, mit dem Ziel einer Aus­sa­ge gegen Juli­an Assan­ge, ist Teil die­ser unheil­vol­len Alli­anz. Zu erwäh­nen sind auch die schwe­di­schen Behör­den, die nun nach Jah­ren der Vor­un­ter­su­chun­gen und Ver­laut­ba­run­gen, nach der Ver­haf­tung von Juli­an Assan­ge auch sehr laut, nun da sie ihn im bri­ti­schen Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis auf dem Prä­sen­tier­tel­ler haben, ihr Inter­es­se an ihm nun­mehr anschei­nend ver­lo­ren haben. (…) Was uns Bür­gern bleibt, wenn wir nicht wol­len, dass an Juli­an Assan­ge ein Exem­pel sta­tu­iert wird, ist unser per­sön­li­cher Ein­satz. Laden Sie sich den Arti­kel von Herrn Mel­zer als PDF her­un­ter und ver­tei­len Sie ihn als Flug­blatt. Oder man geht auf die Mahn­wa­che mor­gen in Düs­sel­dorf (…) Von die­ser Mög­lich­keit wer­de ich Gebrauch machen und es gibt noch die wei­te­ren Mahn­wa­chen in Ber­lin, jeden Mitt­woch von 19:00–21:00, auf dem Pari­ser Platz vor der US-Bot­schaft…” Bei­trag von Moritz Mül­ler 23. August 2019 bei den Nach­Denk­Sei­ten externer Link
  • Die Cau­sa Juli­an Assan­ge: Ist die west­li­che Wer­te­ge­mein­schaft von allen guten Geis­tern ver­las­sen? 
    “Der Fall Assan­ge ist ein Kris­tal­li­sa­ti­ons­punkt für die Deka­denz der Demo­kra­tie (…) In der ech­ten Demo­kra­tie ist jeder Bür­ger ein Fürst, auch und gera­de der Dis­si­dent. Der Bür­ger hat als Sou­ve­rän die Ent­schei­dungs­macht. Ent­schei­dun­gen kann er jedoch nur auf Basis von wah­ren Infor­ma­tio­nen tref­fen. Wer­den ihm die­se vor­ent­hal­ten, ver­wan­delt sich Demo­kra­tie in eine Plu­to­kra­tie und der Bür­ger in ein unter Kura­tel ste­hen­des Kind, einen Unter­tan mit Kon­sum­recht. Der Staat darf Fein­de belü­gen, nicht aber den eige­nen Bür­ger – aus­ser, er betrach­tet ihn als Feind. Man mag von Assan­ge und sei­nen Metho­den hal­ten, was man will: Er ist zum Paria unse­rer Zeit gewor­den, ein Aus­sät­zi­ger, bei des­sen Ver­tei­di­gung man sich als Jour­na­list nur die Fin­ger schmut­zig machen kann. Und doch: Assan­ge, der auch auf frag­wür­di­ge Ver­bün­de­te setzt, ver­kör­pert den Anspruch eines jeden Bür­gers auf unge­fil­ter­te, ech­te Infor­ma­ti­on, die heu­te zur Man­gel­wa­re gewor­den ist. (…) Der Fall Assan­ge bringt die Kri­se der west­li­chen Wer­te­ge­mein­schaft nicht nur ans Licht, son­dern stellt die Fra­ge, ob es die­se Wer­te­ge­mein­schaft über­haupt noch gibt. Wo bleibt der Auf­schrei? Ver­mut­lich mein­te Dan­te uns, als er schrieb: «Der heis­ses­te Platz der Höl­le ist für jene bestimmt, die in Zei­ten der Kri­se neu­tral blei­ben.»” Kolum­ne von Milosz Matu­schek vom 23. Juli 2019 bei der Neu­en Züri­cher Zei­tung online externer Link
  • Prä­ze­denz­fall Wiki­Leaks 
    “… Der Son­der­be­richt­erstat­ter des Hoch­kom­mis­sa­ri­ats für Men­schen­rech­te bei den Ver­ein­ten Natio­nen, der Schwei­zer Nils Mel­zer, der zusam­men mit zwei medi­zi­ni­schen Exper­ten Juli­an Assan­ge im Gefäng­nis besu­chen konn­te, hat­te in sei­nem Gut­ach­ten am 31. Mai 2019 von der mas­si­ven “psy­cho­lo­gi­schen Fol­ter” gespro­chen, der Assan­ge seit Jah­ren aus­ge­setzt wer­de und ein sofor­ti­ges Ende der “kol­lek­ti­ven Ver­fol­gung” des Wiki­leaks-Grün­ders gefor­dert. “In 20 Jah­ren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und poli­ti­scher Ver­fol­gung”, so Nils Mel­zer, “habe ich noch nie erlebt, dass sich eine Grup­pe demo­kra­ti­scher Staa­ten zusam­men­schließt, um ein ein­zel­nes Indi­vi­du­um so lan­ge Zeit und unter so gerin­ger Berück­sich­ti­gung der Men­schen­wür­de und der Rechts­staat­lich­keit bewusst zu iso­lie­ren, zu ver­teu­feln und zu miss­brau­chen”. Kla­rer und deut­li­cher als in dem State­ment des UN-Fol­ter­ex­per­ten kann man kaum benen­nen, wel­chem men­schen­un­wür­di­gen Unrecht Juli­an Assan­ge seit Jah­ren aus­ge­setzt ist, doch abge­se­hen von eini­gen alter­na­ti­ven Medi­en erreg­ten die­se Ankla­gen kein grö­ße­res Auf­se­hen. Sie ver­schwan­den sofort wie­der aus den Nach­rich­ten und der bri­ti­sche Außen­mi­nis­ter Jere­my Hunt ver­bat sich die “het­ze­ri­schen Anschul­di­gun­gen” des UN-Bericht­erstat­ters. Zur Klar­stel­lung sei­ner Posi­ti­on und sei­ner Argu­men­te hat­te Nils Mel­zer dann im Juni einen Arti­kel ver­fasst und ihn dem Guar­di­an, der Times, der Finan­cial Times, dem Syd­ney Morning Herald, dem Aus­tra­li­an, der Can­ber­ra Times, dem Tele­graph, der New York Times, der Washing­ton Post, der Thom­son Reu­ters Foun­da­ti­on und News­week zur Ver­öf­fent­li­chung ange­bo­ten. Kei­ne die­ser Zei­tun­gen woll­te ihn ver­öf­fent­li­chen und er erschien dann online auf medi​um​.com (Demas­king the Tor­tu­re of Juli­an Assan­ge). (…) Und wenn wir uns vor­stel­len, was im hie­si­gen “Werte”-Westen mul­ti­me­di­al los wäre, wenn mit einem Jour­na­lis­ten in Russ­land oder Chi­na, der Kriegs­ver­bre­chen und Kor­rup­ti­on der Regie­run­gen öffent­lich gemacht hat, nur ansatz­wei­se so umge­gan­gen wür­de wie mit Juli­an Assan­ge, dann wird deut­lich, wie schänd­lich und nie­der­träch­tig die­ses Schwei­gen ist…” Bei­trag von Mathi­as Brö­ckers vom 1. Juli 2019 bei Tele­po­lis externer Link
  • Bahn frei für Repression.Die Jagd auf Juli­an Assan­ge mar­kiert eine Zei­ten­wen­de: Jour­na­lis­ten wer­den auch im »libe­ra­len« Wes­ten zum Feind erklärt. Mit allen Kon­se­quen­zen 
    “… Die­se Vor­gän­ge sind bezeich­nend für die sich nicht nur in den USA ver­schär­fen­de Ver­fol­gung von allen, die öffent­lich die gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se kri­ti­sie­ren. Ver­femt und ver­folgt wird, wer in Medi­en berich­tet, was Rea­li­tät ist und Doku­men­te über kri­mi­nel­le Machen­schaf­ten von Behör­den und Unter­neh­men ver­öf­fent­licht. Im Brenn­punkt die­ser welt­wei­ten Aus­ein­an­der­set­zung steht wei­ter­hin der Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge. (…) Inzwi­schen haben sogar bür­ger­li­che Zei­tun­gen erkannt, dass es künf­tig auch ihnen an den Kra­gen gehen könn­te. Dar­un­ter auch der bri­ti­sche Guar­di­an und die New York Times (NYT), die zwar Wiki­leaks-Doku­men­te für ihre Zwe­cke nutz­ten, sich aber gleich­zei­tig nicht scheu­ten, »Fake News« über Assan­ge zu kol­por­tie­ren und ihm den Sta­tus als Jour­na­list abzu­spre­chen. Eine ver­än­der­te Hal­tung zei­gen aktu­el­le Äuße­run­gen von James Goo da le, dem ehe­ma­li­gen Chef­syn­di­kus der NYT. Soll­te die US-Regie­rung mit ihrer Ver­fol­gung von Assan­ge Erfolg haben, bedeu­te dies, »dass der Pro­zess des Sam­melns von Fak­ten zur Bericht­erstat­tung in der Pres­se unter Stra­fe gestellt wird«, warn­te Goo­da­le. (…)Der Prä­ze­denz­fall Assan­ge sei »anders als alles, was wir erlebt haben«. Die USA woll­ten ihn nicht nur wegen der Ent­hül­lun­gen in die Hän­de bekom­men, son­dern »weil er sei­ne Quel­le schützt«...” Arti­kel von Jür­gen Hei­ser in der jun­gen Welt vom 27.06.2019 externer Link
  • Assan­ge fest­ge­nom­men – US-Aus­lie­fe­rungs­an­trag liegt vor /​Pres­se­frei­heit gilt auch für Assan­ge 
    “Assan­ge leb­te in der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft in Lon­don, um sei­ner Aus­lie­fe­rung in die USA zu ent­ge­hen. Nun ist klar, sei­ne Sor­ge war nicht unbe­grün­det. Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge ist nach fast sie­ben Jah­ren Asyl in der Lon­do­ner Bot­schaft Ecua­dors fest­ge­nom­men wor­den. Die US-Jus­tiz hat­te einen Aus­lie­fe­rungs­an­trag für den Ent­hül­lungs­ak­ti­vis­ten gestellt, wie die bri­ti­sche Poli­zei bestä­tig­te…” Mel­dung vom 11.04.2019 beim ZDF externer Link – sie­he auch: 
    • Groß­bri­tan­ni­en lässt US-Aus­lie­fe­rungs­er­su­chen für Assan­ge zu 
      Die Ent­schei­dung über die Aus­lie­fe­rung liegt nun bei der Jus­tiz, bei der nächs­ten Anhö­rung soll Juli­an Assan­ge per Video­schal­te aus dem Gefäng­nis teil­neh­men. (…) Ass­an­ges Anwäl­te bestä­tig­ten, dass die­ses Vor­ge­hen des Jus­tiz­mins­ters ein nor­ma­ler Vor­gang in dem lau­fen­den Pro­zess sei. An die­sem Frei­tag soll die nächs­te Anhö­rung in dem Fall statt­fin­den. Erwar­tet wird, dass Assan­ge dar­an per Video­schal­te aus dem Gefäng­nis teil­neh­men wird. Mit einer Ent­schei­dung wird aber noch nicht gerech­net…” Bei­trag von Jür­gen Kuri vom 13.6.2019 bei hei­se news externer Link
    • Juli­an Assan­ge zu krank für Gerichts­ter­min 
      “Juli­an Assan­ge konn­te den gest­ri­gen Gerichts­ter­min, an dem er per Video teil­neh­men soll­te, nicht wahr­neh­men, denn er ist in den letz­ten Tagen in den Kran­ken­haus­trakt des Bel­mar­sh-Gefäng­nis­ses ver­legt wor­den. Es ist nicht ganz klar, wann dies geschah, denn die Nach­rich­ten hier­zu sicker­ten nur tröpf­chen­wei­se an die Öffent­lich­keit, und wur­den zuerst nur in weni­gen skan­di­na­vi­schen Zei­tun­gen kol­por­tiert. Ass­an­ges schwe­di­scher Rechts­an­walt Per Samu­el­son sag­te, dass er sei­nen Man­dan­ten letz­ten Frei­tag in Bel­mar­sh getrof­fen habe und die­ser zu schwach gewe­sen sei, um eine sinn­vol­le Unter­hal­tung zu füh­ren. Die dar­auf­hin bean­trag­te Ver­le­gung eines Gerichts­ter­mins in Upp­sa­la, über eine Aus­lie­fe­rung an Schwe­den am 3. Juni wur­de von den schwe­di­schen Behör­den abge­lehnt. (…) Ein pikan­tes Detail hier­zu ist auch, dass die rele­van­ten juris­ti­schen Doku­men­te noch nicht in eng­li­scher Spra­che an Juli­an Assan­ge über­mit­telt wor­den sind und dies wohl auch erst am 10. gesche­hen soll. Die stell­ver­tre­ten­de schwe­di­sche Gene­ral­staats­an­wäl­tin Eva-Marie Pers­son sag­te in der Upsa­la Nya Tid­ni­ng, Juli­an Assan­ge müs­se nur den Inhalt des Haft­be­fehls ken­nen, aber man müs­se ihm kei­ne Fas­sung über­mit­teln, die er lesen kön­ne. (…) Der­weil wur­de die gest­ri­ge Ver­hand­lung in Lon­don auf den 12. Juni ver­tagt. Den Wor­ten der Rich­te­rin zufol­ge viel­leicht sogar in das Bel­mar­sh-Gefäng­nis, da dies beque­mer für alle Betei­lig­ten sei. Hier­mit meint sie wahr­schein­lich vor allem Juli­an Ass­an­ges Gesund­heits­zu­stand, der den Berich­ten zufol­ge wohl besorg­nis­er­re­gend ist. Sei­nem eng­li­schen Rechts­an­walt Gareth Peirce zufol­ge hat Juli­an Assan­ge erheb­lich an Gewicht ver­lo­ren, seit er in den letz­ten sie­ben Wochen in Bel­mar­sh ein­sitzt…” Bei­trag von Moritz Mül­ler vom 31. Mai 2019 bei den Nach­Denk­Sei­ten externer Link
    • Spio­na­ge­an­kla­ge gegen Assan­ge: US-Jus­tiz ver­schärft Ankla­ge gegen Wiki­leaks-Grün­der /​Haft­stra­fe bis an das Lebens­en­de droht 
      Die US-Jus­tiz hat Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge wegen Spio­na­ge ange­klagt. Dem der­zeit in Groß­bri­tan­ni­en inhaf­tier­ten 47-Jäh­ri­gen droht damit im Fall sei­ner Aus­lie­fe­rung eine Haft­stra­fe bis an sein Lebens­en­de. In der am Don­ners­tag (Orts­zeit) ver­öf­fent­lich­ten 37-sei­ti­gen Ankla­ge­schrift heißt es, Assan­ge habe auf sei­ner Platt­form Geheim­do­ku­men­te ver­öf­fent­licht und mög­li­che Infor­man­ten auf­ge­for­dert, Doku­men­te zu steh­len. Medi­en­ver­bän­de in den USA äußer­ten sich ent­setzt. Die Ankla­ge sei ein furcht­erre­gen­der Angriff auf die Pres­se­frei­heit, erklär­te die in San Fran­cis­co ansäs­si­ge »Stif­tung für Pres­se­frei­heit«. Die Regie­rung von Prä­si­dent Donald Trump wol­le Jour­na­lis­mus zu Fra­gen der natio­na­len Sicher­heit kri­mi­na­li­sie­ren. Letzt­end­lich könn­ten Dut­zen­de Repor­ter der »New York Times«, »Washing­ton Post« und ande­rer Medi­en in Gefahr gera­ten…” Mel­dung vom 24.05.2019 beim ND online externer Link
    • Juli­an Assan­ge bekommt fast die Höchst­stra­fe für Ver­stoß gegen die Kau­ti­ons­auf­la­gen in einer Sache, in der nie Ankla­ge erho­ben wur­de. 
      “Ein Rich­te­rin in Lon­don hat Juli­an Assan­ge ges­tern zu 50 Wochen Haft ver­ur­teilt – dafür, dass er sich der Aus­lie­fe­rung nach Schwe­den ent­zo­gen hat und im Juli 2012 in die Lon­do­ner Bot­schaft von Ecua­dor geflüch­tet war. (…) Als die Nach­richt von der Ver­ur­tei­lung zur in die­sem Fal­le mög­li­chen Maxi­mal­stra­fe nach drau­ßen dringt, macht sich doch Ver­wun­de­rung breit bzw. es herrscht Ernüch­te­rung, dass das Gericht in die­sem Fall über­haupt kei­ne mil­dern­den Umstän­de in Betracht gezo­gen hat. So äußert sich zumin­dest kur­ze Zeit spä­ter Juli­an Ass­an­ges Rechts­an­wäl­tin Jen­ni­fer Robin­son. Es sei­en weder die fast sie­ben Jah­re in der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft, die eine UN-Arbeits­grup­pe 2016 als will­kür­li­che Inhaf­tie­rung bezeich­net hat, noch der schlech­te Gesund­heits­zu­stand von Assan­ge in die Höhe des Urteils ein­ge­flos­sen. Dem Wiki­leaks-Spre­cher Kris­tinn Hrafns­son zufol­ge mach­te sich die Rich­te­rin Debo­rah Tay­lor im Gerichts­saal sogar über die UN lus­tig und gab zu erken­nen, dass die UN für sie in die­sem Fal­le kei­ne Rol­le spie­le. Hrafns­son zeigt sich hier­über und über die gene­rel­le Atti­tü­de des Gerichts ehr­lich scho­ckiert und lässt durch­schei­nen, dass sein Ver­trau­en in die bri­ti­sche Jus­tiz wei­ter abge­nom­men hat. Auf die Fra­ge, was zu tun sei, ant­wor­tet er, dass es an jedem Ein­zel­nen läge, in die­sem Fall aktiv zu blei­ben, weil hier fun­da­men­ta­le Prin­zi­pi­en der Pres­se­frei­heit und Frei­heit eines jeden Men­schen berührt wür­den. Auf den gesund­heit­li­chen Zustand von Juli­an Assan­ge befragt, ant­wor­tet Jen­ni­fer Robin­son, dass sie tief besorgt sei, und die Jah­re in der Bot­schaft nicht spur­los an ihm vor­bei­ge­gan­gen sind; genau wie die letz­ten drei Wochen im Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­mar­sh, wo er zusam­men mit ver­ur­teil­ten Schwer­ver­bre­chern ein­sitzt. Im Volks­mund wird Bel­mar­sh auch das Guan­ta­na­mo Eng­lands genannt…” Bericht aus Lon­don von Moritz Mül­ler vom 2. Mai 2019 bei den Nach­Denk­Sei­ten externer Link
    • Sie­he für aktu­el­le Pro­tes­te Diem25 externer Link, auf die auch das Whis­ler­blower-Netz­werk hin­weist…
    • Assan­ge kann nach US-Anti­spio­na­ge­ge­setz hin­ge­rich­tet wer­den. Neue Details über lan­ge gehei­me Ankla­ge­schrift der USA. Pro­tes­te gegen Inhaf­tie­rung in Groß­bri­tan­ni­en 
      “Die USA wer­fen dem Publi­zis­ten und Mit­be­grün­der der Ent­hül­lungs­platt­form Wiki­Leaks, Juli­an Assan­ge, Hacking vor. Die Ankla­ge der US-Behör­den gegen den 47-Jäh­ri­gen lau­tet aber auch “Erhalt und Ver­brei­tung gehei­mer Infor­ma­tio­nen”. Das geht aus einem Brief des US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums her­vor, den zuerst das Online­por­tal netz​po​li​tik​.org ver­öf­fent­lich­te. (…) Die­ser Vor­wurf kann nach dem Espio­na­ge Act von 1917 zur Ankla­ge füh­ren. Die Höchst­stra­fe für Ver­ur­tei­lun­gen nach dem Espio­na­ge Act ist die Todes­stra­fe. (…) Assan­ge sitzt im berüch­tig­ten Bel­mar­sh-Gefäng­nis im Süd­os­ten von Lon­don ein, das in der Pres­se in Anspie­lung auf das US-Gefan­ge­nen­la­ger auf Kuba mehr­fach als “bri­ti­sches Guan­tá­na­mo Bay” bezeich­net wur­de. Die Besuchs­re­geln in der Haft­an­stalt sind äußerst strikt. Assan­ge darf nach vor­he­ri­ger Anmel­dung nur diens­tags für weni­ge Stun­den Besuch emp­fan­gen. Die dro­hen­de Aus­lie­fe­rung an die USA sorgt indes wei­ter für Pro­tes­te. Füh­ren­de latein­ame­ri­ka­ni­sche Poli­ti­ker, Akti­vis­ten und Intel­lek­tu­el­le haben in einer gemein­sa­men Erklä­rung ihre Soli­da­ri­tät mit Assan­ge bekräf­tigt. Sie wand­ten sich zugleich gegen eine Aus­lie­fe­rung an die USA, wo dem Mit­be­grün­der von Wiki­Leaks eine lang­jäh­ri­ge Haft­stra­fe oder gar die Todes­stra­fe droht. Die USA wol­len Ass­an­ges hab­haft wer­den, weil er Doku­men­te über Kriegs­ver­bre­chen von US-Trup­pen im Irak und in Afgha­ni­stan publik gemacht hat. (…) Der US-Öko­nom und Whist­leb­lower Dani­el Ells­berg bezeich­ne­te den 11. April indes als “kei­nen guten Tag für die (US-)amerikanische Pres­se oder für die (US-)amerikanische Demo­kra­tie”. Vor 48 Jah­ren sei er als ers­te jour­na­lis­ti­sche Quel­le in den USA ange­klagt wor­den. “Seit­dem gab es viel­leicht ein Dut­zend Ankla­gen, neun davon unter Prä­si­dent (Barack) Oba­ma.” Aber Juli­an Assan­ge sei der ers­te Jour­na­list, der ange­klagt wur­de. “Wenn er in die USA aus­ge­lie­fert und ver­ur­teilt wird, wird er nicht der Letz­te sein”, so Ells­bergs Pro­gno­se.” Bei­trag von Harald Neu­ber vom 26. April bei Tele­po­lis externer Link
    • Wiki­Leaks: USA ermit­teln gegen Assan­ge wegen Ver­brei­tung gehei­mer Infor­ma­tio­nen 
      “Die USA wer­fen Juli­an Assan­ge offi­zi­ell Hacking vor, eine Straf­tat wie gemacht für eine Aus­lie­fe­rung. Die Behör­den ermit­teln aber auch wegen „Erhalt und Ver­brei­tung gehei­mer Infor­ma­tio­nen“, dar­auf droht die Todes­stra­fe. (…) Nur einen Tag nach Ver­fas­sen der Ankla­ge­schrift gab die US-Staats­an­walt­schaft zu, auch wegen „uner­laub­ten Erhalts und der Ver­brei­tung gehei­mer Infor­ma­tio­nen“ zu ermit­teln. Das schreibt das US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um in einem Brief an die Anwäl­te des ehe­ma­li­gen Wiki­Leaks-Spre­chers Dani­el Dom­scheit-Berg, den wir in Voll­text ver­öf­fent­li­chen. (…) Mit Brief­kopf vom US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um bit­tet die Staats­an­wäl­tin um eine „frei­wil­li­ge Ver­neh­mung“ des Deut­schen, und zwar „über mög­li­che Rechts­ver­stö­ße gegen Bun­des­straf­ge­set­ze der Ver­ei­nig­ten Staa­ten hin­sicht­lich des uner­laub­ten Erhalts und der Ver­brei­tung gehei­mer Infor­ma­tio­nen“ – ein dras­ti­scher Vor­wurf nach dem Espio­na­ge Act. Die Staats­an­wäl­tin stellt Dom­scheit-Berg eini­ge Bedin­gun­gen. Er soll alle Fra­gen der Ermitt­ler beant­wor­ten, die USA dür­fen alle Aus­sa­gen für ande­re Ver­fah­ren und ein Kreuz­ver­hör ver­wen­den. Im Gegen­zug wer­den sei­ne Aus­sa­gen nicht für eine Straf­ver­fol­gung gegen ihn genutzt. Ver­stößt Dom­scheit-Berg gegen die Abma­chun­gen, darf er dafür ange­klagt wer­den. Bei­den Sei­ten dür­fen die Exis­tenz die­ser Ver­ein­ba­rung nicht offen­le­gen. Dom­scheit-Berg hat­te Wiki­Leaks bereits im Sep­tem­ber 2010 ver­las­sen. Mit den Ermitt­lern woll­te er aber nicht zusam­men­ar­bei­ten. Sei­ne Anwäl­te bean­trag­ten Akten­ein­sicht, dar­auf­hin zogen die US-Ermitt­ler ihr Ange­bot zurück. Über die Details der Ermitt­lun­gen woll­te man nichts ver­ra­ten. (…) Bis zum 12. Juni müs­sen die USA ihren Aus­lie­fe­rungs­an­trag begrün­den. Dann müs­sen sie offen sagen, was sie Assan­ge vor­wer­fen: Hacking oder Jour­na­lis­mus…” Bei­trag von And­re Meis­ter vom 25. April 2019 bei Netz­po­li­tik externer Link
    • Aus­lie­fe­rung von Juli­an Assan­ge an die USA: Es geht ums Gan­ze! 
      “Nicht nur Ass­an­ges Leben steht auf dem Spiel ‒ auch der Fort­be­stand der Pres­se­frei­heit und damit ein Grund­pfei­ler der Demo­kra­tie. Wäh­rend ein Groß­teil der US-Medi­en gute Mie­ne zum bösen Spiel macht, war­nen Kri­ti­ker vor einer Ankla­ge Ass­an­ges als “offen­sicht­li­ches” Täu­schungs­ma­nö­ver mit ver­steck­ten Gefah­ren. Das US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um hat am Don­ners­tag Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge wegen einer “Ver­schwö­rung zu einem Hacker­an­griff” beschul­digt, eine Ankla­ge, die eini­ge Sprech­köp­fe und Repor­ter der Kon­zern­me­di­en sofort als Beweis dafür anprie­sen, der Jour­na­lis­mus sei nicht in Gefahr. “Die Ankla­ge gegen Assan­ge legt ihm Hacking, nicht die Ver­öf­fent­li­chung zur Last, ein ent­schei­den­der Unter­schied hin­sicht­lich der Beden­ken wegen des First Amend­ment” twit­ter­te David Lau­ter, Washing­to­ner Büro­chef der Los Ange­les Times. Aber Befür­wor­ter der Pres­se­frei­heit, Ass­an­ges Anwäl­te, Wiki­leaks-Mit­ar­bei­ter und ande­re Kri­ti­ker warn­ten davor, dass das genaue Gegen­teil der Fall sei und argu­men­tie­ren, dass die Aus­lie­fe­rung Ass­an­ges an die USA einen gefähr­li­chen Prä­ze­denz­fall für Jour­na­lis­ten über­all schaf­fen wür­de. (…) In einer Erklä­rung ver­ur­teil­te das Zen­trum für Ver­fas­sungs­rech­te (Cen­ter for Con­sti­tu­tio­nal Rights, CCR) Ass­an­ges Ver­haf­tung und mög­li­che Aus­lie­fe­rung an die USA als “einen besorg­nis­er­re­gen­den Schritt in Rich­tung eines Damm­bruchs zur Bestra­fung eines jeg­li­chen Jour­na­lis­ten, den die Trump-Admi­nis­tra­ti­on als Ver­brei­ter von ‘Fake News’ ver­spot­tet”. “Die Ver­haf­tung ist ein gefähr­li­cher Prä­ze­denz­fall, der sich auf ande­re Medi­en­un­ter­neh­men wie die New York Times erstre­cken könn­te, ins­be­son­de­re unter einer rach­süch­ti­gen und rück­sichts­lo­sen Regie­rung”, sag­te das CCR. “Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten soll­ten end­lich ver­su­chen, sich mit den Kriegs­ver­bre­chen im Irak aus­ein­an­der­zu­set­zen, die sie began­gen haben, anstatt die­je­ni­gen anzu­grei­fen und zu ver­haf­ten, die ver­sucht haben, die Wahr­heit dar­über zu ent­hül­len.”…” Bei­trag von Jake John­son vom 23. April 2019 bei amerika21 externer Link (über­setzt von Ull­rich Mies)
    • Wiki­leaks: Der inves­ti­ga­ti­ve Jour­na­lis­mus sitzt auf der Ankla­ge­bank 
      Selbst wenn sich Juli­an Assan­ge des Hackens eines Pass­wor­tes schul­dig gemacht hat, kann die Ankla­ge eine ein­schüch­tern­de Wir­kung ent­fal­ten und die Pres­se­frei­heit gefähr­den. Davor war­nen Jour­na­lis­ten­ver­bän­de und Bür­ger­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen. (…) Der Cha­os Com­pu­ter Club zeig­te sich in einer Pres­se­mit­tei­lung externer Link besorgt: „Die drei jüngs­ten Fest­nah­men von pro­mi­nen­ten Akti­vis­ten aus der Whist­leb­lower-Sze­ne, Chel­sea Man­ning, Juli­an Assan­ge und Ola Bini, stel­len einen fron­ta­len Angriff auf die Pres­se­frei­heit dar. Der Cha­os Com­pu­ter Club (CCC) ruft zur Unter­stüt­zung auf.“ Der CCC ver­ur­tei­le die­se Angrif­fe auf Jour­na­lis­ten, Whist­leb­lower und deren Unter­stüt­zer scharf. Es han­de­le sich um scho­ckie­ren­de und koor­di­nier­te Ver­let­zun­gen von Men­schen­rech­ten und Pres­se­frei­heit, heißt es wei­ter. Repor­ter ohne Gren­zen for­der­te Groß­bri­tan­ni­en auf externer Link, Assan­ge nicht an die USA aus­zu­lie­fern: „Groß­bri­tan­ni­en soll­te in Ein­klang mit sei­nen Geset­zen und inter­na­tio­na­len Men­schen­rechts­ver­pflich­tun­gen han­deln und Assan­ge nicht wegen sei­ner Jour­na­lis­mus-ähn­li­chen Akti­vi­tä­ten an die USA aus­lie­fern.“ Das Com­mit­tee to Pro­tect Jour­na­lists sieht in dem jet­zi­gen Ankla­ge­punkt aus den USA eben­falls eine Gefahr für die Pres­se­frei­heit externer Link …” Arti­kel von Mar­kus Reu­ter vom 16.04.2019 bei Netz­po­li­tik externer Link
    • »Ein mehr­fa­cher Skan­dal«. Noam Chom­sky über die Fest­nah­me von Assan­ge 
      Amy Good­man, Mode­ra­to­rin des US-Inter­net­sen­ders Demo­cra­cy Now!, inter­view­te am Frei­tag Noam Chom­sky. In dem Gespräch, das in Bos­ton statt­fand, äußer­te sich der Lin­gu­ist und Bür­ger­rechts­ak­ti­vist auch zur Fest­nah­me von Wiki­­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag: Die Inhaf­tie­rung von Assan­ge ist in mehr­fa­cher Hin­sicht ein Skan­dal. Zum einen wegen der blo­ßen Anstren­gun­gen, die Regie­run­gen hier an den Tag leg­ten – und nicht nur die der USA. Die Bri­ten koope­rie­ren, Ecua­dor natür­lich, und die Schwe­den taten dies bereits zuvor. Im Grun­de geht es dar­um, einen Jour­na­lis­ten zum Schwei­gen zu brin­gen, der Mate­ri­al in Umlauf gebracht hat, von dem die schimpf­li­che Men­ge dem Wil­len der Herr­schen­den nach nichts wis­sen soll­te. So etwas mögen sie nicht, also wird es abge­stellt. Der­glei­chen pas­siert lei­der immer wie­der. (…) Der ande­re Skan­dal betrifft den extra­ter­ri­to­ria­len Ein­fluss der USA, der scho­ckie­rend ist und über den kein ande­rer Staat ver­fügt. War­um soll­ten die Ver­ei­nig­ten Staa­ten die Macht haben zu kon­trol­lie­ren, was anders­wo in der Welt pas­siert? Das geschieht die gan­ze Zeit, und wir neh­men das kaum zur Kennt­nis. Zumin­dest wird es nicht kom­men­tiert…” Über­set­zung von Ste­fan Huth in der jun­gen Welt vom 15.04.2019 externer Link, sie­he auch das Video bei Demo­cra­cy Now! externer Link
    • Wiki­leaks-Grün­der in Haft: „Eine maß­ge­schnei­der­te Ankla­ge gegen Assan­ge“ 
      Der Weg für eine Aus­lie­fe­rung von Juli­an Assan­ge an die USA sei frei, sag­te der Straf­recht­ler Niko­la­os Gazeas im Dlf. Die Ankla­ge der USA gegen den Wiki­leaks-Grün­der sei gezielt dafür erho­ben wor­den. Auch ein Asyl-Ange­bot eines euro­päi­schen Staa­tes kön­ne Assan­ge nicht hel­fen. (…) Und wenn man sich die Ankla­ge anschaut, die hier gegen Herrn Assan­ge erho­ben wur­de – sie ist vor kur­zem ges­tern auch vom Depar­te­ment of Jus­ti­ce, dem zustän­di­gen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um ver­öf­fent­licht wor­den –, dann hat man den Ein­druck, dass dies eine maß­ge­schnei­der­te Ankla­ge ist, gezielt nur für die­se Aus­lie­fe­rung. Denn es feh­len dort Straf­tat­be­stän­de, die alle mal die letz­ten Jah­re im Raum kur­sier­ten, vor allem Delik­te, die in den Bereich des Staats­schut­zes, des Spio­na­ge-Act gehen, Spio­na­ge­de­lik­te. All die­se Delik­te sind her­aus­ge­nom­men. Das mag den einen oder ande­ren wun­dern. Bei Licht betrach­tet ist das jedoch ein ganz klu­ger Schach­zug der Ame­ri­ka­ner, denn das wären alles Delik­te, die ent­we­der gro­ße recht­li­che Fra­gen auf­ge­wor­fen hät­ten, oder nicht aus­lie­fe­rungs­fä­hi­ge Taten wären, weil sie als poli­ti­sche Straf­ta­ten zu beur­tei­len wären. Das, wor­um es jetzt geht in der Ankla­ge, der Straf­tat­be­stand, der ihm vor­ge­wor­fen wird, das ist eine aus­lie­fe­rungs­fä­hi­ge Tat. Kon­kret wird Assan­ge hier beschul­digt, er habe Chel­sea Man­ning gehol­fen, das Pass­wort eines Com­pu­ter­netz­werks zu kna­cken. Die­se Tat ist kein poli­ti­sches Delikt und öff­net inso­weit den Weg für eine Aus­lie­fe­rung. (…) Der Zustand des Jour­na­lis­ten mög­li­cher­wei­se in ein­zel­nen Tei­len durch­aus, denn da gin­ge es dann um Fra­gen der Pres­se­frei­heit, des ers­ten Zusatz­ar­ti­kels der US-ame­ri­ka­ni­schen Ver­fas­sung, und das könn­te eine gewis­se Aus­wir­kung auf die Fra­ge der Straf­bar­keit haben. Die US-Behör­den stel­len sich indes auf den Stand­punkt, dass er kein Jour­na­list sei, auch und vor allem, weil der maß­geb­li­che Unter­schied zum Jour­na­lis­mus dar­in bestehen sol­le, dass ein Jour­na­list ana­ly­siert, kri­ti­siert und kom­men­tiert, und Juli­an Assan­ge über sei­ne Platt­form Wiki­leaks, wenn Sie so wol­len, unre­flek­tiert ein­fach nur das gesam­te gele­ak­te Mate­ri­al öffent­lich macht. Das sei kein Jour­na­lis­mus. Was den Whist­leb­lower-Sta­tus anbe­langt ist zu sagen, dass Whist­leb­lowing in gewis­ser Hin­sicht und in ganz vie­len unter­schied­li­chen Geset­zen in den USA zwar unter Schutz steht und Whist­leb­lower geschützt wer­den, der Fall von Herrn Assan­ge aber nicht dar­un­ter fällt, denn er ist kein Regie­rungs­mit­ar­bei­ter, kein staat­li­cher Mit­ar­bei­ter gewe­sen, der unter irgend­ei­nes der vie­len Geset­ze dort fal­len könn­te und ent­spre­chen­den Schutz genie­ße…” Niko­la­os Gazeas im Gespräch mit Chris­toph Hei­ne­mann am 12.4.2019 beim Deutsch­land­funk externer Link – Niko­la­os Gazeas ist Anwalt für inter­na­tio­na­les Straf­recht und Lehr­be­auf­trag­ter an der Uni­ver­si­tät Köln
    • [Peti­ti­on] Ver­hin­dert die Aus­lie­fe­rung von Juli­an Assan­ge an die USA!
      Assan­ge hat einen welt­weit wich­ti­gen Bei­trag geleis­tet, der für uns alle von Inter­es­se ist. Er half dabei, hoch­sen­si­ble, gehei­me US-Doku­men­te an die Öffent­lich­keit zu brin­gen. Sei­ne Leaks deck­ten Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und Spio­na­ge­ver­su­che der US-Regie­rung an Ver­bün­de­ten auf. Dar­um for­de­re ich die bri­ti­schen Behör­den dazu auf: Ver­hin­dern sie unter allen Umstän­den die Aus­lie­fe­rung Ass­an­ges an die USA! Dort wäre er einem poli­tisch moti­vier­ten und unfai­ren Pro­zess aus­ge­setzt. Egal ob Sie Ass­an­ges Mei­nung sind, ihn unter­stüt­zen, ihm zustim­men oder nicht: Soll­te er an die USA aus­ge­lie­fert wer­den, wür­de dies einen gefähr­li­chen Prä­ze­denz­fall schaf­fen. Es wür­de bedeu­ten, dass jeder Jour­na­list, der wahr­heits­ge­mä­ße Infor­ma­tio­nen ans Licht bringt und ver­öf­fent­licht, in die USA zur Straf­ver­fol­gung aus­ge­lie­fert wer­den kann. (…) Das bri­ti­sche Innen­mi­nis­te­ri­um hat bestä­tigt, dass er in Ver­bin­dung mit einem Aus­lie­fe­rungs­er­su­chen aus den USA ver­haf­tet wur­de. Die­se Aus­lie­fe­rung an die US-Regie­rung müs­sen wir jetzt ver­hin­dern! Bit­te unter­stüt­zen Sie mich mit Ihrer Unter­schrift und tei­len Sie die­se Peti­ti­on. Nur gemein­sam schaf­fen wir es, die bri­ti­schen Behör­den davon abzu­hal­ten, Juli­an Assan­ge an die USA aus­zu­lie­fern…” Peti­ti­on vom April 2019 bei chan​ge​.org externer Link
    • Nach Fest­nah­me von Wiki­leaks-Grün­der: Lin­ke stellt Asyl­an­trag für Assan­ge 
      Poli­ti­ker der Links­par­tei for­dern, Juli­an Assan­ge Asyl in Deutsch­land zu gewäh­ren. Der­weil wur­de ein wei­te­rer Wiki­leaks-Mit­ar­bei­ter fest­ge­nom­men. Füh­ren­de Poli­ti­ker der Links­par­tei for­dern Deutsch­land auf, den am Don­ners­tag in Groß­bri­tan­ni­en fes­te­nom­me­nen Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge in Deutsch­land Asyl zu gewäh­ren. (…) Nach der Ver­haf­tung von Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge in Lon­don neh­men die Behör­den in Ecua­dor nun auch des­sen Umfeld ins Visier. Ein Ver­trau­ter von Assan­ge sei am Flug­ha­fen von Qui­to fest­ge­nom­men wor­den, als er nach Japan aus­rei­sen woll­te, teil­te Innen­mi­nis­te­rin María Pau­la Romo mit. Ein hoher Beam­ter iden­ti­fi­zier­te den Fest­ge­nom­me­nen spä­ter als einen schwe­di­schen Soft­ware-Ent­wick­ler mit Wohn­sitz in Qui­to…” Arti­kel von Anna Leh­mann vom 12.4.2019 bei der taz online externer Link
    • Fall Wiki­Leaks: Es geht um mehr als nur Assan­ge 
      Die Fest­nah­me von Juli­an Assan­ge mag wie das Ende einer lan­gen Geschich­te wir­ken – dabei ist sie erst der Anfang. Denn jetzt gilt es, ganz genau hin­zu­se­hen. (…) Es ist völ­lig egal, ob man Juli­an Assan­ge als Held oder Auf­schnei­der sieht, ihn für einen Star hält oder für einen Schuft. Man darf sich nicht dazu hin­rei­ßen zu las­sen, wie­der die Per­son Assan­ge ins Zen­trum des Gesche­hens zu stel­len. Denn jetzt sind sei­ne etwai­gen per­sön­li­chen oder poli­ti­schen Ver­feh­lun­gen Neben­sa­che, wich­tig ist allein, was legal ist und was nicht – und wie wel­ches Recht durch­ge­setzt wird. Das ist nicht nur für Assan­ge und Wiki­Leaks von Inter­es­se, son­dern kann auch Wei­chen stel­len für die künf­ti­ge Arbeit inves­ti­ga­ti­ver Jour­na­lis­ten welt­weit, für ihre Infor­man­ten, für Whist­leb­lower und Hack­ti­vis­ten. Schließ­lich steht hier nicht das “Lebens­werk des Juli­an Assan­ge” vor Gericht. Es gibt bis­her ein Aus­lie­fe­rungs­ge­such der USA und eine Ankla­ge­schrift mit einem kon­kre­ten Vor­wurf, näm­lich dem der Ver­schwö­rung von Juli­an Assan­ge mit Chel­sea Man­ning (damals noch Brad­ley Man­ning). Die Ankla­ge­schrift wirft Assan­ge unter ande­rem vor, Man­ning im Jahr 2010 tech­nisch gehol­fen zu haben, an bestimm­te Infor­ma­tio­nen zu kom­men, und sie ani­miert zu haben, nach wei­te­ren Infor­ma­tio­nen zu suchen. Die­se Ankla­ge­schrift wirft vie­le Fra­gen auf. Geht es wirk­lich allein um die dar­in erho­be­nen Vor­wür­fe oder sind sie nur Vor­bo­ten? In wel­chem Maße war das in der Ankla­ge­schrift beschrie­be­ne Vor­ge­hen Ass­an­ges von der Pres­se­frei­heit gedeckt? Kri­mi­na­li­siert die Ankla­ge legi­ti­men inves­ti­ga­ti­ven Jour­na­lis­mus? Die größ­te Fra­ge aber ist: Wie wird die Welt­öf­fent­lich­keit mit die­sem Fall umge­hen?...” Kom­men­tar von Judith Hor­chert vom 12.04.2019 beim Spie­gel online externer Link
    • USA wol­len Assan­ge – die EU schweigt 
      Wiki­leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge wur­de in Lon­don in der Bot­schaft Ecua­dors fest­ge­nom­men – allein das schon ein frag­wür­di­ger Vor­gang. Doch nun wird bekannt, dass – neben dem bri­ti­schen Haft­be­fehl – ein Aus­lie­fe­rungs­ge­such der USA vor­liegt. Und die EU schweigt. (…) Kann man das Ernst neh­men? Wenn es um die Jus­tiz in Polen oder Rumä­ni­en geht, nimmt die EU-Kom­mis­si­on kein Blatt vor den Mund. Junckers Vize Frans Tim­mer­mans mischt sich regel­mä­ßig ein, wenn er Ver­stö­ße gegen den Rechts­staat wit­tert. Doch in UK, dem Bre­x­it-Land? Nichts! Dabei ist die dro­hen­de Aus­lie­fe­rung in die USA nun wirk­lich ein Casus bel­li. Die EU kann und darf es nicht erlau­ben, dass Assan­ge in ein Land aus­ge­lie­fert wird, in dem ihm die Todes­stra­fe droht. Das hät­te sie auch schon längst klar­ma­chen müs­sen. Doch statt für die Rech­te Ass­an­ges ein­zu­tre­ten, haben Juncker & Co. lie­ber weg­ge­schaut…” Kom­men­tar vom 11.4.2019 von und bei Eric Bon­se externer Link
    • Pres­se­frei­heit gilt auch für Assan­ge
      Am Don­ners­tag mor­gen hat die bri­ti­sche Poli­zei Juli­an Assan­ge fest­ge­nom­men. Zuvor hat­te ihm Ecua­dor den Asyl­sta­tus aberkannt, in Groß­bri­tan­ni­en liegt ein Haft­be­fehl gegen den Aus­tra­li­er vor. Soll­te der hoch­um­strit­te­ne Assan­ge nun wegen der Ver­öf­fent­li­chun­gen von Wiki­leaks an die USA aus­ge­lie­fert wer­den, ver­dient er den Schutz durch die Pres­se­frei­heit. Man kann Assan­ge wegen mut­maß­li­cher sexu­el­ler Über­grif­fe gegen Frau­en ein Arsch­loch nen­nen. Man kann Juli­an Assan­ge für einen poli­tisch Irr­lich­tern­den hal­ten, der im US-Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf zu Guns­ten von Trump agier­te. Man kann ihn für einen rück­sicht­lo­sen Ego­ma­nen hal­ten, dem ande­re egal waren. Man muss Assan­ge dafür kri­ti­sie­ren, dass Wiki­leaks Infor­ma­tio­nen oft­mals unre­di­giert ver­öf­fent­lich­te und damit Men­schen in Gefahr brach­te. All das ist rich­tig. Was man aller­dings nicht kann, ist ihn für sei­ne offen­sicht­lich rele­van­ten Leaks sowie die Eta­blie­rung einer neu­en digi­ta­len Ver­öf­fent­li­chungs­kul­tur zu ver­ur­tei­len. Hier hat sich Juli­an Assan­ge ver­dient gemacht. Laut sei­nem Anwalts­team soll ein US-Aus­lie­fe­rungs­an­trag eine Rol­le gespielt haben – ein Gerücht, das mitt­ler­wei­le die bri­ti­sche Poli­zei bestä­tigt hat. Noch ist die Grund­la­ge des Aus­lie­fe­rungs­ge­su­ches der USA nicht bekannt. Soll­te die­sem jedoch die Wiki­leaks-Ver­öf­fent­li­chun­gen zugrun­de­lie­gen, dann ver­dient Assan­ge den glei­chen Schutz, den auch die Jour­na­lis­ten genie­ßen, die mit ihm zusam­men­ar­bei­te­ten und die Infor­ma­tio­nen von Wiki­leaks in ange­se­he­nen Medi­en ver­öf­fent­lich­ten. Er soll­te mit Hin­blick auf die Pres­se­frei­heit und den Quel­len­schutz nicht an die USA aus­ge­lie­fert wer­den…” Kom­men­tar von Mar­kus Reu­ter vom 11.04.2019 bei Netz­po­li­tik externer Link
  • Juli­an Ass­an­ges Lage spitzt sich zu 
    Ges­tern Abend hat Wiki­leaks einen Tweet ver­brei­tet, dem­zu­fol­ge zwi­schen den Regie­run­gen von Ecua­dor und Groß­bri­tan­ni­en eine Ver­ein­ba­rung aus­ge­han­delt wor­den ist. Die­se beinhal­tet angeb­lich den Raus­wurf von Juli­an Assan­ge aus der Ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft, in den „nächs­ten Stun­den oder Tagen“ und die dar­auf fol­gen­de Fest­nah­me von Assan­ge durch die bri­ti­schen Behör­den. Eine Aus­lie­fe­rung an die USA scheint in die­sem Fall sehr wahr­schein­lich…” Bericht von Moritz Mül­ler vom 05. April 2019 bei den Nach­denk­sei­ten externer Link
  • Seit 2010 steht Juli­an Assan­ge mehr oder weni­ger offen­sicht­lich unter dem Druck der bri­ti­schen Jus­tiz 
    “… Im Novem­ber 2018 ent­deck­ten die Medi­en nach einem Feh­ler eines Staats­an­walts von Vir­gi­nia, dass die ame­ri­ka­ni­sche Bun­des­jus­tiz gehei­me Ankla­ge gegen Juli­an Assan­ge, den Chef von Wiki­Leaks, erho­ben hat­te. Die­ses ame­ri­ka­ni­sche Aus­nah­me­ver­fah­ren ist durch die Schwie­rig­keit bedingt, den Ange­klag­ten zu fas­sen, da er sich seit 2012 als Flücht­ling in der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft in Lon­don auf­hält. (…) Sechs­ein­halb Jah­re spä­ter lebt Assan­ge immer noch in der Bot­schaft, da das Ver­ei­nig­te König­reich sich völ­lig unfle­xi­bel zeigt und bis­her alle Kom­pro­miss­lö­sun­gen ablehn­te. Wir wis­sen jetzt, dass die eng­li­schen Staats­an­wäl­te seit Beginn des Fal­les alles getan haben, um die Frei­las­sung von Juli­an Assan­ge zu ver­hin­dern. Dank der Beharr­lich­keit der Ita­lie­ne­rin Ste­fa­nia Mau­ri­zi, einer Jour­na­lis­tin der Tages­zei­tung La Repub­bli­ca, wur­den ver­trau­li­che Ver­hand­lun­gen zwi­schen dem Ver­ei­nig­ten König­reich und Schwe­den, wenn auch spät, auf­ge­deckt. (…) Wir wis­sen, dass bereits 2011 ein eng­li­scher Staats­an­walt sei­nem schwe­di­schen Amts­kol­le­gen drin­gend emp­foh­len hat, nicht nach Lon­don zu kom­men, um Juli­an Assan­ge zu befra­gen, obwohl die­se übli­che Vor­ge­hens­wei­se es ermög­licht hät­te, die Din­ge vor­an­zu­brin­gen: „Glau­ben Sie nicht, dass wir die­sen Fall wie einen gewöhn­li­chen Aus­lie­fe­rungs­an­trag behan­deln“, sag­te der Bri­te. Dann, 2013, plan­te der schwe­di­sche Staats­an­walt, die Ankla­ge fal­len zu las­sen, aber der­sel­be eng­li­sche Staats­an­walt tat alles, um ihn davon abzu­hal­ten: „Sie wer­den doch wohl nicht knei­fen?“ (…) Auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne ist der Wunsch der Bri­ten, Juli­an Assan­ge in der Bot­schaft wei­ter­hin gefan­gen zu hal­ten, seit Ende 2015, als eine Kom­mis­si­on der Ver­ein­ten Natio­nen zu dem Schluss kam, dass er will­kür­lich fest­ge­hal­ten wur­de und sei­ne Frei­las­sung for­der­te, schon fast offi­zi­ell gewor­den. Die bri­ti­sche Regie­rung leg­te gegen die Ent­schei­dung der UNO Beru­fung ein und als die­se von einem ande­ren UN-Gre­mi­um bestä­tigt wur­de, beschloss sie, unter Miss­ach­tung ihrer inter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen, sie zu igno­rie­ren…” Bei­trag von Yves Eudes in der Über­set­zung von Mar­co Wen­zel bei den Nach­Denk­Sei­ten vom 15. Febru­ar 2019 externer Link
  • Ecua­dors Außen­mi­nis­ter for­dert Juli­an Assan­ge zur Auf­ga­be auf 
    “… Ecua­dors Außen­mi­nis­ter Jose Valen­cia hat den Grün­der der Ent­hül­lungs­platt­form Wiki­Leaks, Juli­an Assan­ge, erneut auf­ge­for­dert, sich den bri­ti­schen Behör­den zu stel­len. “Wir sehen in die­ser Situa­ti­on für Herrn Assan­ge nur zwei Aus­we­ge: end­lo­ser Auf­ent­halt (in der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft) oder Kapi­tu­la­ti­on. Und unse­rer Mei­nung nach ist die zwei­te Mög­lich­keit die bes­te für ihn”, sag­te er im Gespräch mit dem ecua­do­ria­ni­schen Radio­sen­der FM Mun­do Radio. Ein ent­spre­chen­der Tweet des Außen­mi­nis­te­ri­ums des süd­ame­ri­ka­ni­schen Lan­des pro­vo­zier­te aller­dings hef­ti­ge Reak­tio­nen. “Wir haben die­sem Mann so viel zu ver­dan­ken, aber ihr behan­delt ihn schlicht unfair”, schreibt User Ranal­t­he Her­bert Zome­ta. Der Ecua­do­ria­ner Jesús Velez Loor kri­ti­siert ein “unpro­fes­sio­nel­les State­ment” des Außen­mi­nis­ters. Meh­re­re User rufen zum Boy­kott Ecua­dors auf. (…) Zum Inter­na­tio­na­len Tag der Men­schen­rech­te Mit­te Dezem­ber hat­ten Par­la­men­ta­ri­er aus neun euro­päi­schen Staa­ten die sofor­ti­ge Frei­las­sung des Publi­zis­ten gefor­dert. “Über sechs Jah­re nach Beginn des erzwun­ge­nen Bot­schafts­asyls von Juli­an Assan­ge drän­gen wir auf einen nach­hal­ti­gen Schutz des Grün­ders der Ent­hül­lungs­platt­form Wiki­leaks, die über von Regie­run­gen began­ge­ne Kriegs­ver­bre­chen und ande­re schwer­wie­gen­de Miss­bräu­che berich­tet hat”, heißt es in dem Schrei­ben, das an die bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May, den ecua­do­ria­ni­schen Prä­si­den­ten Lenin More­no und den UN-Gene­ral­se­kre­tär Antó­nio Guter­res gerich­tet ist” Bei­trag von Harald Neu­ber vom 11. Janu­ar 2019 bei Tele­po­lis externer Link
  • End­spiel für Assan­ge. Die Regis­seu­rin Ange­la Rich­ter besuch­te den Wiki­leaks-Grün­der in Ecua­dors Bot­schaft in Lon­don. Zum letz­ten Mal, fürch­tet sie
    “Juli­an Assan­ge sieht sehr blass aus. „Blass“ trifft es eigent­lich nicht ganz, sei­ne Haut sieht per­ga­men­ten, fast durch­schei­nend aus. Er hat seit bald sie­ben Jah­ren kei­ne Son­ne mehr gese­hen. Er sitzt mir gegen­über im soge­nann­ten Mee­ting Room der Ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft in Lon­don, die schloh­wei­ßen Haa­re, sein Mar­ken­zei­chen, sind schul­ter­lang und er trägt einen lan­gen Bart. Wir machen Wit­ze dar­über, dass er aus­sieht wie der Weih­nachts­mann. Er trägt eine dicke Dau­nen­ja­cke und isst ein Stück von dem Sushi, das ich zum Mit­tag­essen mit­ge­bracht habe. Es ist kalt in dem Raum und ich bereue, dass ich mei­nen Win­ter­man­tel am Emp­fang abge­ge­ben habe. Es ist kurz vor Weih­nach­ten, und Juli­an Assan­ge hat gera­de die wahr­schein­lich schlimms­te Zeit sei­nes Auf­ent­hal­tes in der Bot­schaft hin­ter sich. Seit März 2018 war er prak­tisch in Iso­la­ti­on, kein Tele­fon, kein Inter­net und kei­ne Besu­che. Vor allem das Inter­net­ver­bot muss für ihn schwie­rig sein, es war bis­her nicht nur sein Arbeits­feld, son­dern sein ein­zi­ger Zugang zur Welt. Die Stim­mung in der Bot­schaft ist ange­spannt, der neue Bot­schaf­ter wird erwar­tet. Man hat Assan­ge die Hei­zung abge­stellt und das Bett genom­men, er schläft auf einer Yoga­mat­te. Ich kann mich des Ein­drucks nicht erweh­ren, dass man alles tut, um ihm den Auf­ent­halt so zu erschwe­ren, dass er sich schließ­lich geschla­gen gibt und die Bot­schaft frei­wil­lig ver­lässt. Doch was erwar­tet ihn dann? Er sieht zum ers­ten Mal, seit ich ihn ken­ne, wirk­lich mit­ge­nom­men aus, sein ehe­mals jun­gen­haf­tes Gesicht, das zu den sil­ber­wei­ßen Haa­ren immer eigen­ar­tig wirk­te, hat sich ihnen alters­ge­recht ange­passt. Die neun Mona­te der Iso­la­ti­on haben ihn sicht­lich geschwächt, er ist mage­rer gewor­den, aber im Gespräch wirkt er geis­tig sehr klar und ent­schlos­se­ner denn je…” Bericht von Ange­la Rich­ter vom 11. Janu­ar 2019 bei ‘der Frei­tag’ Aus­ga­be 01/​2019 externer Link
  • Mai­read Magui­re nomi­niert Juli­an Assan­ge für den Frie­dens­no­bel­preis
    “Mai­read Magui­re hat heu­te an das Frie­dens­no­bel­preis­trä­ger­ko­mi­tee in Oslo geschrie­ben und das Komi­tee ersucht, Juli­an Assan­ge, den Chef­re­dak­teur von Wiki­leaks, für den Frie­dens­no­bel­preis 2019 zu ernen­nen” Aus dem Brief an das Frie­dens­ko­mi­tee bei pres­sen­za vom 8. Janu­ar 2019 externer Link: “…Juli­an Assan­ge erfüllt alle Kri­te­ri­en für den Frie­dens­no­bel­preis. Durch die Ver­öf­fent­li­chung ver­bor­ge­ner Infor­ma­tio­nen an die Öffent­lich­keit haben wir mehr Ein­blick in die Gräu­el des Krie­ges bekom­men, sind nicht mehr so naiv, und sind uns der Zusam­men­hän­gen zwi­schen Wirt­schaft, dem Erwerb von Res­sour­cen und der Kriegs­beu­te bewuss­ter gewor­den. Da sei­ne Men­schen­rech­te und sei­ne Frei­heit in Gefahr sind, wür­de der Frie­dens­no­bel­preis Juli­an viel mehr Schutz vor den Kräf­ten der Regie­rung bedeu­ten…“
  • Die neue Regie­rung Ecua­dors möch­te „ins Geschäft kom­men“: Assan­ge als Bau­ern­op­fer? 
    Die Regie­rung von Ecua­dor plant offen­bar, den Jour­na­lis­ten und Grün­der der Ent­hül­lungs­platt­form Wiki­leaks, Juli­an Assan­ge, aus ihrer Bot­schaft in Lon­don zu ver­wei­sen, um ihn an die bri­ti­schen Behör­den aus­zu­lie­fern. Assan­ge befin­det sich seit sechs Jah­ren in der diplo­ma­ti­schen Ver­tre­tung des süd­ame­ri­ka­ni­schen Lan­des, um einer dro­hen­den Aus­lie­fe­rung an die USA zu ent­ge­hen. Seit eini­gen Tagen kur­sie­ren­de Gerüch­te aus dem Wiki­leaks-Umfeld über eine mög­li­che Aus­lie­fe­rung bestä­tig­ten nun die Chef­re­dak­teu­rin des rus­si­schen Aus­land­sen­ders RT, Mar­ga­ri­ta Simon­y­an, und der US-Jour­na­list Glen Green­wald vom Inves­ti­ga­tiv-Por­tal The Inter­cept sowie die bri­ti­sche Tages­zei­tung The Times. “Ich wünsch­te, dass sich mei­ne Quel­len irr­ten”, füg­te Simon­y­an über den Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter an. Laut Green­wald hat Ecua­dors Prä­si­dent Lenín More­no bereits vor einem Besuch in Groß­bri­tan­ni­en und Spa­ni­en ab die­sem Wochen­en­de eine bila­te­ra­le Ver­ein­ba­rung mit der Regie­rung von Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May ver­han­deln las­sen, um die Über­ga­be Ass­an­ges zu regeln…“ – aus dem Bei­trag „Ecua­dor plant offen­bar Raus­wurf von Assan­ge aus Bot­schaft in Lon­don“ von Harald Neu­ber am 23. Juli 2018 bei ame​ri​ka21​.de externer Link über die dies­be­züg­li­chen Kon­se­quen­zen des Kurs­wech­sels der Regie­rung More­no. Sie­he dazu auch einen wei­te­ren aktu­el­len Bei­trag zur Posi­ti­on der bri­ti­schen Regie­rung – und einen wei­te­ren über die – seit lan­gem lau­fen­den – Vor­be­rei­tun­gen der USA: 
    • „Ecua­dor will Juli­an Assan­ge aus der Lon­do­ner Bot­schaft wer­fen“ von Lutz Labs am 22. Juli 2018 beim hei­se new­sti­cker externer Link berich­tet zu Reak­tio­nen: „Bereits seit rund zwei Mona­ten hat Assan­ge kei­nen Zugang zum Inter­net mehr. Die Bot­schaft hat­te den Zugang gesperrt, nach­dem sich Assan­ge öffent­lich unter ande­rem kri­tisch zu der Inhaf­tie­rung des ehe­ma­li­gen Regie­rungs­chefs von Kata­lo­ni­en, Carles Puig­de­mont, durch die deut­sche Bun­des­po­li­zei geäu­ßert hat­te. Damit soll Assan­ge laut dem Außen­mi­nis­te­ri­um des süd­ame­ri­ka­ni­schen Lan­des gegen die Ver­ein­ba­rung ver­sto­ßen haben, sich mit sei­nen öffent­li­chen Kom­men­ta­ren nicht in Ange­le­gen­hei­ten ande­rer Staa­ten ein­zu­mi­schen. (…) Die Ermitt­lun­gen wegen Ver­ge­wal­ti­gungs­vor­wür­fen gegen Assan­ge wur­den zwar im Mai ver­gan­ge­nen Jah­res ein­ge­stellt. Assan­ge könn­te den­noch in Haft genom­men wer­den, weil er laut einer Erklä­rung der bri­ti­schen Behör­den durch die Flucht in die ecua­do­ria­ni­sche Bot­schaft gegen bri­ti­sche Geset­ze ver­sto­ßen hät­te.
    • „USA berei­ten Ankla­ge gegen Assan­ge vor“ von Mar­cus Pin­dur am 21. April 2017 beim Deutsch­land­funk externer Link, wor­in bereits damals berich­tet wur­de: „US-Jus­tiz­mi­nis­ter Jeff Ses­si­ons hat ange­kün­digt, den Grün­der der Ent­hül­lungs­platt­form Wiki­leaks, Juli­an Assan­ge, vor Gericht zu stel­len. Das­sel­be hat­te die Oba­ma-Admi­nis­tra­ti­on ver­sucht, das Vor­ha­ben dann aber fal­len­ge­las­sen. Assan­ge könn­te wegen Ver­schwö­rung, Dieb­stahls von Regie­rungs­ei­gen­tum und Ver­stö­ßen gegen das Spio­na­ge­ge­setz ange­klagt wer­den…
    • Sie­he auch #Unity4J – die Soli-Akti­on bei you­tube externer Link
  • Juli­an Assan­ge sechs Jah­re in Bot­schaft von Ecua­dor in Lon­don – Lin­ke for­dert Frei­las­sung des Akti­vis­ten und ver­weist auf Dro­hun­gen aus dem USA 
    wikileaks: information wants to be free“Die Lin­ke hat am sechs­ten Jah­res­tag des Bot­schafts­asyls von Wiki­Leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge am Diens­tag die Frei­las­sung des Inter­net­ak­ti­vis­ten und Publi­zis­ten gefor­dert. Der Gesund­heits­zu­stand des 46-Jäh­ri­gen bie­te Anlass zu zuneh­men­der Sor­ge, schrieb die Vize­vor­sit­zen­de der Links­frak­ti­on, Hei­ke Hän­sel (…) Die Lage des poli­tisch Ver­folg­ten ist aus zwei Grün­den dra­ma­tisch: Zum einen hat die Regie­rung von Ecua­dor unter dem amtie­ren­den Prä­si­den­ten Lenín More­no gegen­über Vor­gän­ger Rafa­el Cor­rea einen radi­ka­len Poli­tik­wech­sel voll­zo­gen und mit vie­len Prin­zi­pi­en der Cor­rea-Regie­rung gebro­chen – und dazu zählt offen­bar auch das poli­ti­sche Asyl für Assan­ge (Deal mit Lon­don). Zum ande­ren bezeich­ne­te US-Jus­tiz­mi­nis­ter Jeff Ses­si­ons die Fest­nah­me des Wiki­Leaks-Grün­ders unlängst als eine sei­ner “Prio­ri­tä­ten”. Zur Begrün­dung sag­te Ses­si­ons, sei­ne Sicher­heits­ex­per­ten sei­en “von der Zahl der undich­ten Stel­len scho­ckiert”, wes­halb man den Kampf gegen sol­che “Leaks” ver­stär­ke und ver­su­che “ein paar Leu­te ins Gefäng­nis zu ste­cken, wann immer ein Fall vor Gericht gebracht wer­den kann”. Hän­sel bezeich­ne­te die­se Äuße­run­gen nun als “alar­mie­rend”: “Die Gefahr einer Aus­lie­fe­rung an eine unbe­re­chen­ba­re Regie­rung in den USA ist daher grö­ßer denn je.” Hin­zu kom­me, dass die Arbeits­grup­pe zum The­ma will­kür­li­che Inhaf­tie­run­gen der Ver­ein­ten Natio­nen “die ver­schie­de­nen For­men der Frei­heits­be­rau­bung, denen Juli­an Assan­ge aus­ge­setzt wur­de, als eine Form der will­kür­li­chen Inhaf­tie­rung” ver­ur­teilt habe, ohne dass Groß­bri­tan­ni­en oder auch die deut­sche Bun­des­re­gie­rung dar­aus poli­ti­sche Kon­se­quen­zen gezo­gen hät­ten.” Bei­trag von Chris­ti­an Kli­ver vom 20. Juni 2018 bei Tele­po­lis externer Link – Ergän­zend der Hin­weis, wor­um es hier inhalt­lich letzt­lich geht: Um die Bestra­fung der Auf­de­ckung kri­mi­nel­ler und demo­kra­tie­feind­li­cher Machen­schaf­ten angeb­lich recht­staat­li­cher und demo­kra­ti­scher Regie­run­gen.
  • Wiki­leaks-Grün­der Assan­ge bie­tet NSA-Unter­su­chungs­aus­schuss Hil­fe an
    Juli­an Assan­ge, Grün­der der Ent­hül­lungs­platt­form Wiki­leaks, hat sich dem NSA-Unter­su­chungs­aus­schuss des Bun­des­ta­ges als Zeu­ge ange­bo­ten. “Ich wür­de mich freu­en, wenn die Abge­ord­ne­ten zu mir kämen, um ihre Fra­gen zu stel­len”, sag­te Assan­ge dem Spie­gel. Er kön­ne ihnen ins­be­son­de­re über die US-Lis­ten mit über­wach­ten deut­schen Poli­ti­kern inklu­si­ve Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) und Außen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter Stein­mei­er (SPD) Aus­künf­te ertei­len. Aus­schuss­mit­glie­dern wür­de er die unlängst von Wiki­leaks ver­öf­fent­lich­ten Lis­ten auch unge­schwärzt über­ge­ben, sag­te Assan­ge…Bei­trag von Andre­as Wil­kens bei hei­se online vom 17. Juli 2015 externer Link
  • Deut­sche Whist­leb­lower, zeigt euch!
    Whist­leb­lower ja, aber nicht bei uns. Den eige­nen Staat bloß­zu­stel­len, hal­ten die Deut­schen offen­bar für unan­stän­dig. Kom­men­tar von Eric T. Han­sen in der Zeit online vom 02.07.2013 externer Link. Aus dem Text: “… Ein wenig über­trei­be ich schon. Hin und wie­der gibt es natür­lich deut­sche Whist­leb­lower. Gera­de neu­lich hat die Mit­ar­bei­te­rin der Ham­bur­ger Arbeits­agen­tur Inge Han­ne­mann auf den unmensch­li­chen Umgang der dor­ti­gen Mit­ar­bei­ter mit den Hartz-IV-“Kunden” hin­ge­wie­sen und wur­de dafür umge­hend frei­ge­stellt. Das ist schon eine gro­ße Sache, auch wenn Ecua­dor sich immer noch nicht dazu geäu­ßert hat, ob sie dort poli­ti­sches Asyl bekommt oder nicht. Doch die Whist­leb­lower, die einen gan­zen Staat bloß­stel­len, kom­men nicht aus Deutsch­land...”

Der Bei­trag Whist­leb­lower-Debat­te anläss­lich Juli­an Assan­ge erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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