[FRN:] Hegel, Haiti und eine Universalgeschichte von unten (Serie 1001: CX – Corax – Geschichte/​Gesellschaft – Dialektik)

Im Jahr 1791 fand in Hai­ti eine Revo­lu­ti­on statt, bei der schwar­ze Skla­vIn­nen gegen ihre wei­ßen Her­ren auf­be­gehr­ten und sich damit selbst befrei­ten. 1804 ent­stand dadurch in Hai­ti der ers­te unab­hän­gi­ge Staat in Latein­ame­ri­ka und der ers­te Staat, der durch ehe­ma­li­ge Skla­vIn­nen gegrün­det wur­de. In schwar­zen Befrei­ungs­theo­rien ist die Hai­tia­ni­sche Revo­lu­ti­on bis heu­te ein bedeu­ten­der Bezugs­punkt. Nur 3 Jah­re nach der Revo­lu­ti­on schrieb Hegel in sei­ner „Phä­no­me­no­lo­gie des Geis­tes“ über die Herr-Knecht-Dia­lek­tik. Dabei geht es um den stän­di­gen Kampf des Knechts, also des Skla­ven, um sei­ne Aner­ken­nung. Sus­an Buck-Morss unter­sucht in ihrem Essay „Hegel und Hai­ti“ aus dem Jahr 2000 genau die­se Ver­bin­dung zwi­schen Hegels Theo­rie und der Hai­tia­ni­schen Revo­lu­ti­on. Damit stell­te sie die Hegel­for­schung, aber auch unse­re euro­zen­tri­schen Vor­stel­lun­gen von Geschich­te und Phi­lo­so­phie auf den Kopf. Radio Corax hat mit Chris­ti­an Frings gere­det. Frings schreibt und refe­riert zu Mar­xis­mus und Skla­ve­rei. Er hat in der Zei­tung Ana­ly­se und Kri­tik Arti­kel zu Hai­ti und Rezen­sio­nen zu Buck-Morss Werk ver­öf­fent­licht. Read More