[labournet:] Städte der Zuflucht: Mit geöffneten Armen – Immer mehr kommunale Regierungen begehren gegen die europäische Abschottungspolitik auf

Dossier

»Ciutat Refugi«Über 60 Meter ist die Sta­tue von Chris­toph Kolum­bus hoch, die am Ende der quir­li­gen Ram­blas von Bar­ce­lo­na ihren Arm in Rich­tung der neu­en Welt aus­streckt. Nor­ma­ler­wei­se drän­gen sich hier Tou­ris­ten von der pul­sie­ren­den Ein­kaufs­stra­ße kom­mend in Rich­tung der Häfen, zurück auf stadt­gro­ße Kreuz­fahrt­schif­fe. An die­sem Tag steht alles still. Eine Men­schen­trau­be hat sich um die Sta­tue gebil­det. Sie beob­ach­tet, wie zwei Per­so­nen die weit über die neben­ste­hen­den Gebäu­de hin­aus­ra­gen­de Sta­tue erklim­men. Kein leich­ter Auf­stieg. Die Klet­te­rer bah­nen sich ihren Weg, bis sie sich schließ­lich Auge in Auge mit dem See­fah­rer befin­den. Von des­sen Kopf aus strei­fen sie eine gro­ße Ret­tungs­wes­te über den stei­nern aus­ge­streck­ten Arm. »Open Arms« steht dar­auf. Zum Will­kom­men geöff­ne­te Arme. (…) Der Initia­ti­ve von Bar­ce­lo­nas Bür­ger­meis­te­rin Ada Colau war es zu ver­dan­ken, dass die Men­schen in Kata­lo­ni­en an Land gehen konn­ten. Die Ankunft des Schif­fes geriet zu einer Fei­er, bei der die Stadt ihre Welt­of­fen­heit zele­brier­te. »Wir ste­hen für eine Poli­tik der Mensch­lich­keit. Die Euro­päi­sche Uni­on soll­te, statt ihre töd­li­che Poli­tik wei­ter­zu­füh­ren, end­lich machen, was die ›Open Arms‹ seit lan­gem tut: Men­schen­le­ben ret­ten«, sag­te Colau auf der Pres­se­kon­fe­renz zur Ankunft der Geflüch­te­ten, die sich zur Abrech­nung mit der Poli­tik der Abschot­tung ent­wi­ckel­te. (…) Die Stadt als Ort migra­ti­ons­po­li­ti­scher Erneue­rung? Es ist nicht das ers­te Mal, dass aus einem Rat­haus Bereit­schaft erklärt wur­de, Geflüch­te­te auf­zu­neh­men. Auch gegen die jewei­li­gen natio­nal­staat­li­chen Bestim­mun­gen: Valen­cia nahm schon vor Bar­ce­lo­na geret­te­te Geflüch­te­te auf. Ber­lin plan­te, einen Teil der Men­schen, die das Ret­tungs­schiff »Life­li­ne« gebor­gen hat­te, von ihrer Irr­fahrt zu erlö­sen und in der deut­schen Haupt­stadt will­kom­men zu hei­ßen. Es schei­ter­te am Veto von Innen­mi­nis­ter Horst See­hofer. Auch in Ita­li­en wird Kri­tik an Matteo Sal­vi­nis Abschot­tungs­po­li­tik laut: Der Bür­ger­meis­ter von Paler­mo, Leo­lu­ca Orlan­do, warf Sal­vi­ni vor, »Fake-News« über Geflüch­te­te zu ver­brei­ten. Quer durch Euro­pa bil­den sich Bas­tio­nen, die in Zei­ten, in denen die Ver­fech­ter der natio­na­len Abschot­tung den Ton ange­ben, das Kon­zert der Abschaf­fung der Men­schen- und Asyl­rech­te nicht mit­spie­len wol­len…” Arti­kel von Fabi­an Hil­le­brand vom 25. Juli 2018 bei neu­es Deutsch­land online externer Link. Sie­he UNHCR’s Cities #With­Re­fu­gees cam­pai­gn externer Link und nun auch ent­spre­chen­de Initia­ti­ven in Deutsch­land:

  • Horst See­hofer ver­bie­tet Ber­lin Auf­nah­me von Flücht­lin­gen – und Kom­men­tar von Armin Kamm­rad New
    “… Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) ver­bie­tet dem Land Ber­lin offi­zi­ell die Auf­nah­me wei­te­rer Geflüch­te­ter. In einem Schrei­ben an Ber­lins Innen­se­na­tor Andre­as Gei­sel (SPD), das dem Tages­spie­gel vor­liegt, teilt See­hofer mit, er kön­ne sein Ein­ver­neh­men zum Lan­des­auf­nah­me­pro­gramm aus recht­li­chen Grün­den nicht erklä­ren. (…) Es ist das ers­te Mal, dass See­hofer einem auf­nah­me­wil­li­gen Land sein Nein schrift­lich gibt. Neben Ber­lin, das die Auf­nah­me von 300 Men­schen beschlos­sen hat, will auch Thü­rin­gen mehr Geflüch­te­te von den völ­lig über­las­te­ten grie­chi­schen Inseln auf­neh­men und war­tet auf Ant­wort aus dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um. Ber­lin hat­te mehr­fach bei See­hofer nach­ge­fragt; das letz­te Schrei­ben Gei­sels datiert von Mit­te Juni. Da Außen­po­li­tik Sache der Bun­des­re­gie­rung ist, muss sie ent­spre­chen­den Lan­des­pro­gram­men zustim­men, damit sie wirk­sam wer­den kön­nen. (…) Die Fra­ge ist nun, was Ber­lin nach See­hofers Nein tun wird. Der Spre­cher von Sena­tor Gei­sel Mar­tin Pall­gen sag­te auf auf Nach­fra­ge des Tages­spie­gels: „Die Bereit­schaft zur Auf­nah­me von 300 Men­schen exis­tiert nach wie vor.“ Das gel­te auch nach dem Nein aus dem Innen­mi­nis­te­ri­um und „unab­hän­gig davon, ob dies über ein Lan­des­auf­nah­me­pro­gramm oder auf ande­rem Weg“ gesche­he. (…) Die Koali­ti­ons­part­ne­rin­nen hal­ten See­hofers recht­li­che Begrün­dung jeden­falls für „frag­wür­dig“, so Bet­ti­na Jarasch, Spre­che­rin der Ber­li­ner Grü­nen für Inte­gra­ti­on und Flucht. Sie wün­sche sich „min­des­tens eine recht­lich fun­dier­te Ant­wort des Senats auf die­sen Brief“, sag­te sie dem Tages­spie­gel. See­hofers Nein sei ent­täu­schend. Wenn der Bund schon dar­auf bestehe, dass nur er über Auf­nah­men ent­schei­de, dann sol­le er dafür die Zusa­gen der Län­der zugrun­de­le­gen. Die bie­ten 2100 Plät­ze, der Minis­ter wol­le aber nicht ein­mal tau­send Men­schen. Die See­not­ret­tungs-NGOs wur­den deut­li­cher: Der Ber­li­ner Senat müs­se unver­züg­lich eine Kla­ge prü­fen, sag­te Doreen Johann von Sea Watch. See­hofers Nein wider­spre­che meh­re­ren juris­ti­schen Gut­ach­ten und sei mora­lisch „eine Bank­rott­erklä­rung“. Tareq Alaows von der See­brü­cke erklär­te, See­hofer bre­che das Auf­ent­halts­recht und ver­wei­ge­re „drin­gend benö­tig­te huma­ni­tä­re Hil­fe“ Auch Kati­na Schu­bert, Lan­des­vor­sit­zen­de der Lin­ken und Spre­che­rin für Flücht­lings­po­li­tik ihrer Par­tei im Abge­ord­ne­ten­haus, ist sau­er: “Aus mei­ner Sicht miss­braucht See­hofer den Para­graph 23,1, um eine huma­ni­tä­re Auf­nah­me durch das Land zu ver­hin­dern”, sag­te sie dem Tages­spie­gel. Und wei­ter: “Das ist skan­da­lös wie das gan­ze Ver­hal­ten der Uni­on gegen­über der huma­ni­tä­ren Kata­stro­phe in Grie­chen­land ein ein­zi­ger Skan­dal ist.” Das Ein­ver­neh­mens­er­for­der­nis sei kein Geneh­mi­gungs­vor­be­halt des Bun­des­in­nen­mi­nis­ters, fin­det Schu­bert. Die hät­ten auch ein­schlä­gi­ge Gut­ach­ten der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung und der Grü­nen erge­ben. Schu­bert: “Wir prü­fen recht­li­che Schrit­te.” Bei­trag von Andrea Dern­bach und Felix Hacken­bruch beim Tages­spie­gel vom 30. Juli 2020 externer Link, sie­he dazu den Kom­men­tar:
    • Kom­men­tar von Armin Kamm­rad vom 30.7.2020:
      Recht­li­che Schrit­te sind auch auf­grund einer sehr zen­tra­len ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­ge nahe­lie­gend – aber vor allem prak­ti­scher Wider­stand. Zur Erin­ne­rung: Auf­grund der Gleich­schal­tungs­er­fah­run­gen nach 1933 wur­de im Grund­ge­setz das föde­ra­le Prin­zip der BRD als sog. Ewig­keits­ga­ran­tie mit Art. 20 im Grund­ge­setz ver­an­kert. Dage­gen ver­stößt Herr See­hofer. Die Außen­po­li­tik stellt kei­ne Rechts­grund­la­ge dar, weil die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen gegen kein Bun­des­ge­setz ver­stößt und gar nicht die “Pfle­ge der Bezie­hung zu aus­wär­ti­gen Staa­ten” nach Art. 32 GG betrifft. Viel­mehr ver­stößt mit sei­nem Ein­griff in die Auto­no­mie der Bun­des­län­der nach Art. 30 GG bei die­ser huma­nen Fra­ge Herr See­hofer ekla­tant gegen die Men­schen­rechts­ga­ran­tie von Art. 1 GG. Ein Vor­rang des Bun­des­rechts im Sin­ne Art. 31 GG lässt sich des­halb ver­fas­sungs­kon­form gar nicht ablei­ten. Rechts­gut­ach­ten und Kla­gen sind sicher sinn­voll. Nach recht­staat­li­chen Kri­te­ri­en zwin­gend sind sie nicht, da die Bun­des­län­der am eigen­stän­di­gen Han­deln solan­ge nicht gehin­dert sind, wie kei­ne gegen­tei­li­ge bin­den­de recht­li­che Ent­schei­dung vor­liegt. Eine brief­li­che Anwei­sung reicht da nicht. Sich dem frei­wil­lig zu fügen, wäre ein gro­ßer Feh­ler, ja, für den demo­kra­ti­schen Rechts­staat des Grund­ge­set­zes sogar gefähr­lich. Herr See­hofer ver­mit­telt näm­lich – nicht nur in der deut­schen Flücht­lings­po­li­tik – nicht gera­de den Ein­druck, dass er noch auf dem Boden des Grund­ge­set­zes steht. Angrif­fe auf die Demo­kra­tie von oben rigo­ros abzu­weh­ren, gebie­tet beson­ders die – oben erwähn­te – nega­ti­ve Erfah­rung damit gera­de in Deutsch­land, was sich auch als Jeder­mann- /​Jeder­frau-Auf­ga­be ver­fas­sungs­kon­form inter­pre­tie­ren lässt. Ver­fas­sungs­fein­de kön­nen sich auch oben ganz legal ein­rich­ten. Bekannt­lich benann­te, wohl nicht zufäl­lig, gera­de Herr See­hofer nicht den Ras­sis­mus, son­dern die Migra­ti­on als “Mut­ter aller poli­ti­schen Pro­ble­me”. Die­ser Anlei­he bei der deut­schen Ver­gan­gen­heit, muss demo­kra­ti­scher Wider­stand ent­ge­gen­ge­setzt wer­den.”
  • [Peti­ti­on] Lan­des­auf­nah­me­pro­gramm für Flücht­lin­ge in Not – jetzt! #RLP­nimmt­auf 
    Hier­mit for­dern wir, ein Bünd­nis aus DGB Rhein­land-Pfal­z/­Saar­land, LIGA Rhein­land-Pfalz, RESQSHIP, See­brü­cke Mainz, Initia­tiv­aus­schuss für Migra­ti­ons­po­li­tik, AK Asyl Rhein­land-Pfalz, Aktiv für Flücht­lin­ge Rhein­land-Pfalz, Armut & Gesund­heit Deutsch­land e.V. sowie den Evan­ge­li­schen Kir­chen in Rhein­land-Pfalz und dem Katho­li­schen Büro Mainz, die rhein­land-pfäl­zi­sche Lan­des­re­gie­rung auf: 1.) Schaf­fen Sie mit einem dau­er­haf­ten Lan­des­auf­nah­me­pro­gramm siche­re und lega­le Zugangs­we­ge und eine Lebens­per­spek­ti­ve für jähr­lich 1.000 beson­ders ver­letz­li­che Flücht­lin­ge aus den Flücht­lings­la­gern in Liby­en, dem Liba­non und ande­ren Erst­auf­nah­me­län­dern! 2.) Set­zen Sie alle Hebel in Bewe­gung, damit die Bun­des­re­gie­rung end­lich ein dau­er­haf­tes Auf­nah­me­pro­gramm für im Mit­tel­meer aus See­not geret­te­te Per­so­nen, für min­der­jäh­ri­ge unbe­glei­te­te Flücht­lin­ge in grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern und für Schutz­su­chen­de auf­legt, die auf der soge­nann­ten Bal­kan­rou­te fest­sit­zen. Set­zen Sie ein Zei­chen, indem Sie der Bun­des­re­gie­rung zusa­gen, im Rah­men eines sol­chen Pro­gramms pro Jahr 200 Flücht­lin­ge mehr auf­zu­neh­men, als Sie es nach dem inner­deut­schen Ver­teil­me­cha­nis­mus (König­stei­ner Schlüs­sel) eigent­lich müs­sen!…” Peti­ti­on an die Lan­des­re­gie­rung Rhein­land-Pfalz bei open­pe­ti­ti­on externer Link, sie­he zum Hin­ter­grund:
    • Elends­camps auf grie­chi­schen Inseln: See­hofer ver­wei­gert Bun­des­län­dern Auf­nah­me von Geflüch­te­ten 
      Die Bun­des­län­der sind bereit, ins­ge­samt 2100 Geflüch­te­te von den grie­chi­schen Inseln auf­zu­neh­men. Wie das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um der Lin­ken-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gökay Akbu­lut auf Anfra­ge mit­teil­te, han­delt es sich dabei um hilfs­be­dürf­ti­ge Kin­der und ihre engs­ten Ange­hö­ri­gen. Man habe „von allen 16 Bun­des­län­dern eine Rück­mel­dung erhal­ten“. Zwei Län­der, Thü­rin­gen und Ber­lin, haben Minis­ter Horst See­hofer (CSU) dem­nach außer­dem um sei­ne Zustim­mung zu ihren ent­spre­chen­den Lan­des­auf­nah­me­an­ord­nun­gen gebe­ten, um 500 bezie­hungs­wei­se 300 hil­fe­be­dürf­ti­ge Flücht­lin­ge auf­neh­men zu kön­nen. (…) Inzwi­schen ist der Städ­te­bund von 13 auf 57 Kom­mu­nen ange­wach­sen, von Erlan­gen bis Ros­tock. Wäh­rend eines Fach­ge­sprächs der Grü­nen im Bun­des­tag hat­te der Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär im Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um, Ste­phan May­er, wie sein Minis­ter CSU-Poli­ti­ker, noch ange­deu­tet, dass der Weg über die Län­der füh­ren kön­ne, die die eigent­li­chen Part­ne­rin­nen des Bun­des sei­en: „Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um hat noch nie einem Land ein Auf­nah­me­pro­gramm ver­wei­gert“, sag­te May­er sei­ner­zeit. Das scheint nun nicht mehr zu stim­men. Ber­lins Innen­se­na­tor Andre­as Gei­sel (SPD) klag­te Mit­te Juni, dass das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um bereits drei­mal sei­ne Bit­te, Geflüch­te­te auf­zu­neh­men, abge­lehnt habe. Ohne­hin gibt es aller­dings auch unter Juris­tin­nen und Juris­ten Dis­kus­sio­nen, ob die rei­ne Zustän­dig­keit der Bun­des­re­gie­rung noch halt­bar ist oder ob nicht Städ­te längst glo­ba­le Ver­ant­wor­tung über­neh­men und auch das förm­li­che Recht dazu bekom­men müss­ten…” Arti­kel von Andrea Dern­bach vom 14.7.2020 beim Tages­spie­gel online externer Link
  • 11.03. vorm Land­tag in Düs­sel­dorf: Kund­ge­bung “NRW hat Platz!” Wir for­dern das Land NRW auf, JETZT Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men! 
    Am 11.03. hat der Land­tag die Chan­ce dazu. Dann wird über einen Antrag abge­stimmt, beson­ders Schutz­be­dürf­ti­ge aus den EU-Lagern in Grie­chen­land in NRW auf­zu­neh­men. Kommt daher am 11.03. um 13:30 Uhr mit uns vor den Land­tag, denn: Die Zeit zu han­deln ist JETZT! Seit der ein­sei­ti­gen Grenz­öff­nung durch die Tür­kei sit­zen tau­sen­de Men­schen in einem rechts­frei­en Nie­mands­land an der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze fest. Rechts­ra­di­ka­le hin­dern Boo­te mit Geflüch­te­ten am Anle­gen und atta­ckie­ren Helfer*innen, Politiker*innen und Journalist*innen auf den grie­chi­schen Inseln. Statt die Men­schen zu schüt­zen, hat Grie­chen­land das Asyl­recht aus­ge­setzt und kri­mi­na­li­siert Schutz­su­chen­de, indem sie sie fest­nimmt und zu mehr­jäh­ri­gen Haft­stra­fen ver­ur­teilt. Die EU unter­stützt Grie­chen­land in ihrem men­schen­rechts­wid­ri­gen Vor­ge­hen. 700 Mil­lio­nen Euro wer­den Grie­chen­land für den Schutz der Euro­päi­schen Fes­tung zur Ver­fü­gung gestellt. Tau­sen­de Men­schen auf den Stra­ßen haben in den letz­ten Tagen in NRW gezeigt: Wir schau­en nicht zu, wäh­rend Men­schen zu Opfern von Trä­nen­gas, Schlag­stö­cken und sogar Schüs­sen der Frie­dens­no­bel­preis­trä­ge­rin EU wer­den! Wir ste­hen soli­da­risch für die Ein­hal­tung der Men­schen­rech­te! An unse­rer Sei­te ste­hen über drei­ßig Siche­re Häfen in NRW, die Schutz­be­dürf­ti­ge auf­neh­men wol­len, aber momen­tan nicht dür­fen…” Auf­ruf zur Kund­ge­bung “NRW hat Platz!” bei See­brü­cke externer Link (unter­stützt u.a. von ver.di Bezirk Düs­sel-Rhein-Wup­per) am 11.03.2020 um 13:30 in Düs­sel­dorf, Land­tag Nord­rhein-West­fa­len, 1, Platz des Land­tags, Hafen, Stadt­be­zirk 3, Düs­sel­dorf, Nord­rhein-West­fa­len, 40221, Ger­ma­ny
  • Mehr als 140 Städ­te: Für huma­ne Auf­nah­me – gegen ras­sis­ti­sche Abschot­tung! /​Köln, Pots­dam, Han­no­ver und Co. for­dern: Erlaubt uns die Auf­nah­me der Flücht­lings­kin­der! 
    Seit fast einer Woche wer­den die Men­schen­rech­te in Grie­chen­land für Schutz­su­chen­de aus­ge­setzt, gel­ten sie nicht für alle, gel­ten sie für kei­nen. Wir sind wütend und wer­den nie­mals still sein, wenn Men­schen an der Gren­ze ermor­det wer­den. In nur weni­gen Tagen gab es fast 50 Demons­tra­tio­nen, wei­te­re sind geplant. Wir sehen eine unmensch­li­che Eska­la­ti­on, getra­gen durch SPD, CDU und die EU-Kom­mis­si­on. Wer­det aktiv, star­tet Aktio­nen, lasst das Unrecht nicht unbe­ant­wor­tet. Es gibt mehr als 140 Städ­te siche­re Häfen, sie alle ste­hen für eine Gesell­schaft, die die­se ras­sis­ti­sche Abschot­tung nicht mit­tra­gen will. Jetzt müs­sen wir uns dem gemein­sam ent­ge­gen­stel­len, auf der Stra­ße, in den Rat­häu­sern, in den Land­ta­gen und in unse­ren Nach­bar­schaf­ten. Für eine huma­ne Auf­nah­me und gegen die ras­sis­ti­sche Abschot­tung!…” Auf­ruf der See­brü­cke vom 6. März 2020 externer Link, sie­he dort auch die Demo­ter­mi­ne unter dem Mot­to “Gren­ze auf, Leben ret­ten!” externer Link. Sie­he auch:
    • Köln, Pots­dam, Han­no­ver und Co. for­dern: Erlaubt uns die Auf­nah­me der Flücht­lings­kin­der!
      Seit die Tür­kei die Flüch­ten­den nach Euro­pa nicht mehr auf­hält, ist die Situa­ti­on in den Flücht­lings­la­gern in Grie­chen­land “unhalt­bar”. Das beklagt ein über­par­tei­li­ches Bünd­nis aus sie­ben Ober­bür­ger­meis­tern und dem Innen­mi­nis­ter Nie­der­sach­sens – und for­dert die Bun­des­re­gie­rung auf, ihnen end­lich die Auf­nah­me von Kin­dern aus den Lagern zu ermög­li­chen. Der Appell liegt dem RND exklu­siv vor…” Arti­kel von Ste­ven Gey­er vom 05.03.2020 bei RND externer Link
  • Zusam­men­füh­rung von Fami­li­en: Ber­lin will Flücht­lings­kin­der auf­neh­men – darf aber nicht 
    “Mehr als Hun­dert deut­sche Städ­te sind bereit, unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men. Der Bund ist jedoch dage­gen und will eine euro­päi­sche Lösung. NGOs sagen, Deutsch­land erschwe­re gezielt die Auf­nah­me von Kin­dern. (…) Es sei “bun­des­recht­lich” nicht mög­lich, den Städ­ten von­sei­ten des Bun­des ein­fach mehr Migran­ten zuzu­wei­sen, sag­te Innen­staats­se­kre­tär Ste­phan May­er (CSU) bereits im Janu­ar der Zei­tung “Die Welt”. Meh­re­re Hun­dert Men­schen haben aus die­sem Grund ver­gan­ge­nen Wochen­en­de zum deutsch­land­wei­ten Akti­ons­tag “Wir haben Platz” in Ber­lin für die Auf­nah­me von Kin­dern und Jugend­li­chen aus den Flücht­lings­la­gern demons­triert. (…) Die Ver­ei­ne hät­ten 2015 und 2016 auch auf Wunsch des Senats Kapa­zi­tä­ten auf­ge­baut, die jetzt nicht mehr genutzt wer­den wür­den. “Was sol­len wir denn mit dem gan­zen Platz machen?”, fragt Meiß­ner. Leer­stand mel­den auf Anfra­ge von rbb|24 auch Karuna e.V. und der Inter­na­tio­na­le Bund. (…) Platz genug für Rana und vie­le der Kin­der und Jugend­li­che die in Grie­chen­land gestran­det sind, wäre also vor­han­den. Von den min­des­tens 5.400 unbe­glei­te­ten min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­gen befin­den sich (nach offi­zi­el­len Anga­ben) nur etwa 1.546 in geeig­ne­ten, siche­ren Unter­künf­ten. Fast 4.000 Kin­der leben unter gefähr­li­chen und bedroh­li­chen Bedin­gun­gen, ent­we­der in den berüch­tig­ten Lagern Moria auf Les­bos und Vat­hy auf Samos oder auf der Stra­ße in Groß­städ­ten wie Athen oder Thes­sa­lo­ni­ki. (…) Über 35 Pro­zent aller min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­ge haben wie Rana Ver­wand­te in ande­ren EU-Staa­ten, oft in Deutsch­land. Laut dem Dub­li­ner Über­ein­kom­men haben unbe­glei­te­te Kin­der ein Recht dar­auf, die Zusam­men­füh­rung mit ihren Ver­wand­ten zu bean­tra­gen. (…) Fast 60 Pro­zent der Anträ­ge auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung wur­den 2018 von Deutsch­land abge­lehnt…” Bei­trag von Eft­hy­mis Ange­lou­dis vom 16. Febru­ar 2020 bei rbb24 externer Link
  • Minis­te­ri­um blo­ckiert: Kom­mu­nen erneu­ern For­de­rung nach eige­ner Auf­nah­me von Flücht­lin­gen
    Mehr als 120 Kom­mu­nen wol­len mehr Flücht­lin­ge auf­neh­men, dür­fen das aber nicht im Allein­gang. Ende Janu­ar wol­len sie mit dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um ver­han­deln. Das bleibt aber bis­lang bei der Posi­ti­on, dass Auf­nah­me­zu­sa­gen Sache des Bun­des sei. Ver­tre­ter von Kom­mu­nen haben ihre For­de­rung bekräf­tigt, in eige­ner Ver­ant­wor­tung Flücht­lin­ge aus EU-Grenz­län­dern auf­zu­neh­men. Man wol­le bei der aktu­el­len Not­si­tua­ti­on in Grie­chen­land und Ita­li­en hel­fen, sag­te der Pots­da­mer Ober­bür­ger­meis­ter Mike Schu­bert (SPD) am Mon­tag in Ber­lin. Die Lei­te­rin des Amtes für Migra­ti­on und Inte­gra­ti­on der Stadt Düs­sel­dorf, Miri­am Koch, sag­te: „Das Ster­ben im Mit­tel­meer hat kein Ende gefun­den.“ Dar­auf müs­se eine Ant­wort gefun­den wer­den. Bei­de Städ­te sind Mit­glied im Bünd­nis „Städ­te siche­rer Häfen“ externer Link. Mehr als 120 deut­sche Kom­mu­nen, die bereit sind, mehr Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men, haben sich laut der koor­di­nie­ren­den Orga­ni­sa­ti­on „See­brü­ckeexterner Link dar­in zusam­men­ge­schlos­sen. Ihre For­de­rung, selbst zu ent­schei­den, wie vie­le Flücht­lin­ge sie auf­neh­men, hat das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um mit Hin­weis auf die Rechts­la­ge bis­lang zurück­ge­wie­sen. Für Auf­ent­halts­fra­gen ist der Bund zustän­dig. (…) gibt es am 28. Janu­ar ein Tref­fen zwi­schen Ver­tre­tern des kom­mu­na­len Bünd­nis­ses mit Ver­ant­wort­li­chen im Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um, um über Mög­lich­kei­ten für mehr Mit­spra­che der Kom­mu­nen bei der Flücht­lings­auf­nah­me zu bera­ten. Ein Spre­cher des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums bestä­tig­te, dass solch ein Tref­fen vor­be­rei­tet wer­de. Er beton­te aber auch, dass es das Minis­te­ri­um nach wie vor für rich­tig hal­te, dass der Bund in der Fra­ge zustän­dig ist, um eine bun­des­weit ein­heit­li­che Umset­zung bei der Auf­nah­me zu gewähr­leis­ten. Ver­tre­ter von Bund, Län­dern und Kom­mu­nen woll­ten am Mon­tag an einer Kon­fe­renz der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on zur See­not­ret­tung teil­neh­men. Die flücht­lings­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on, Lui­se Amts­berg (Grü­ne), beklag­te, dass es nach wie vor kei­ne gesamt­eu­ro­päi­sche Lösung bei dem The­ma gebe…” Bei­trag vom 14.01.2020 bei Miga­zin externer Link, sie­he dazu auch:
    • See­not­ret­tung und „Siche­re Häfen“: Es ist Platz
      120 Kom­mu­nen for­dern, aus See­not geret­te­te Men­schen auf­neh­men zu dür­fen. Ende Janu­ar steht ein Tref­fen mit dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um an. Zahl­rei­che Kommunalpolitiker*innen for­dern die Mög­lich­keit, aus See­not geret­te­te Geflüch­te­te auf­neh­men zu dür­fen. „Es quält uns, dass weder Städ­te wie Paler­mo Schif­fe auf­neh­men noch dass wir die geret­te­ten Men­schen zu uns holen dür­fen“, sag­te am Mon­tag Miri­am Koch, die Lei­te­rin des Amtes für Migra­ti­on und Inte­gra­ti­on der Stadt Düs­sel­dorf. Zusam­men mit Pots­dams Ober­bür­ger­meis­ter Mike Schu­bert (SPD) sprach sie im Haus der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz in Ber­lin für die 120 im Netz­werk „Siche­re Häfen“ orga­ni­sier­ten Kom­mu­nen, die sich zur Auf­nah­me von Geflüch­te­ten über den König­stei­ner Schlüs­sel hin­aus bereit erklärt haben. Auf Brie­fe an das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um habe man aber seit inzwi­schen einem Jahr kei­ne Ant­wort bekom­men, erklä­ren bei­de. „Das Ster­ben hat kein Ende gefun­den, und wir war­ten auf eine Lösung“, sag­te Koch. (…) Die Zahl der zur Auf­nah­me berei­ten Kom­mu­nen stei­ge täg­lich, sag­te Schu­bert. Es hand­le sich nicht um eine par­tei­po­li­ti­sche Fra­ge – im Bünd­nis „Siche­re Häfen“ sei­en auch CDU-geführ­te Kom­mu­nen ver­tre­ten, beton­te der SPD-Poli­ti­ker. In Deutsch­land sei­en es inzwi­schen 120, auch in ande­ren euro­päi­schen Staa­ten wür­den es immer mehr – neben Paler­mo nann­te das Podi­um etwa Bar­ce­lo­na oder Mont­pel­lier, auch in Ost­eu­ro­pa wür­den immer mehr Kom­mu­nen den Kurs ihrer Regie­run­gen kri­ti­sie­ren. Auch Schu­bert attes­tier­te der Bun­des­ebe­ne feh­len­den Wil­len…” Arti­kel von Dinah Rie­se vom 13.1.2020 bei der taz online externer Link
  • [Akti­ons­wo­che] Bünd­nis in Ham­burg for­dert: Mehr Men­schen in Not auf­neh­men – “Soli­da­ri­sche Stadt gilt für alle” 
    Das Bünd­nis “Soli­da­ri­sche Stadt Ham­burg” for­dert die zusätz­li­che Auf­nah­me von Men­schen in Not. Mit zahl­rei­chen Aktio­nen will es sich in der kom­men­den Woche für eine Poli­tik der Men­schen­rech­te ein­set­zen. Wenn Ham­burg eine welt­of­fe­ne Stadt sein will, dann müss­ten mehr Men­schen in Not auf­ge­nom­men wer­den, for­der­te der Spre­cher der Ham­bur­ger Flücht­lings­in­itia­ti­ven, Her­bert Anken­brand. Im Fokus des Bünd­nis­ses ste­hen Geflüch­te­te, die For­de­rung nach einer soli­da­ri­schen Stadt gel­te aber für alle Men­schen, die hier leben – unab­hän­gig von Her­kunft und Sta­tus, ergänz­te Lara Han­sen, eben­falls Spre­che­rin des Bünd­nis­ses. Es gehe um das Recht auf Woh­nen, das Recht auf Blei­ben, außer­dem um das Recht auf Gesund­heit, Bil­dung und Arbei­ten, so Han­sen wei­ter. All das zusam­men ermög­li­che soli­da­ri­sches Leben in der Stadt. Das Bünd­nis will in der kom­men­den Woche mit zahl­rei­chen Aktio­nen auf sei­ne For­de­run­gen auf­merk­sam machen. Ihm gehö­ren 68 Grup­pen an, dar­un­ter Kir­chen­ge­mein­den, Ver­ei­ne und Flücht­lings­in­itia­ti­ven. Seit Mitt­woch ist auch das Deut­sche Schau­spiel­haus dabei…” Mel­dung vom 07.11.2019 beim NDR externer Link, sie­he auch die Initia­ti­ve Soli­da­ri­sche Stadt Ham­burg externer Link
  • Flücht­lings­po­li­tik: “Befremd­li­cher Umgang zwi­schen staat­li­chen Insti­tu­tio­nen” 
    “… Para­do­xe Welt: Flücht­lin­ge suchen Schutz, Städ­te bie­ten Hil­fe, doch zusam­men­kom­men sie nicht. So wür­de Pots­dam ger­ne zusätz­lich aus See­not geret­te­te Flücht­lin­ge auf­neh­men. Doch noch ist nichts dar­aus gewor­den. Mike Schu­bert (SPD), Ober­bür­ger­meis­ter von Pots­dam, kri­ti­siert daher das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um (BMI). An man­cher Stel­le feh­le der poli­ti­sche Wil­le, sagt Schu­bert der Süd­deut­schen Zei­tung. (…) Um ihrem Anlie­gen mehr Nach­druck zu ver­lei­hen, haben sich im Juni die­ses Jah­res Pots­dam und zwölf wei­te­re Städ­te, dar­un­ter Ber­lin, Kiel und Det­mold, zum kom­mu­na­len Bünd­nis “Städ­te Siche­rer Häfen” zusam­men­ge­schlos­sen. In einer Erklä­rung bekräf­ti­gen die Städ­te ihren Wunsch, aus See­not geret­te­te Flücht­lin­ge zusätz­lich auf­zu­neh­men. Das heißt: mehr Flücht­lin­ge, als ihnen regu­lär zuge­teilt wer­den. (…) Gelin­gen soll das, wenn es nach den Bünd­nis­städ­ten geht, durch einen neu­en natio­na­len Ver­tei­lungs­schlüs­sel, zusätz­lich zum bestehen­den Ver­fah­ren. Bis­lang wer­den die in Deutsch­land ankom­men­den Flücht­lin­ge über den soge­nann­ten König­stei­ner Schlüs­sel ver­teilt. (…) Nach­dem das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um lan­ge nicht auf die Schrei­ben der Städ­te reagiert hat­te, ging bei eini­gen Bünd­nis­städ­ten nun eine Ant­wort ein. Das BMI begrüßt die Auf­nah­me­be­reit­schaft der Kom­mu­nen aus­drück­lich, hält aber an der bis­he­ri­gen Ver­tei­lung fest. Das Minis­te­ri­um betont aber, man bemü­he sich um eine “zügi­ge euro­päi­sche Lösung”. Zur Kri­tik von Schu­bert äußert sich das BMI nicht. (…) Schu­bert for­dert, dass das BMI auf die Kom­mu­nen zugeht. Alle Betei­lig­ten sol­len sich an einen Tisch set­zen, um das The­ma anzu­ge­hen, sonst daue­re es noch ewig. “Wir brau­chen kei­ne Brief­freund­schaf­ten, wir müs­sen zügig ein neu­es Ver­fah­ren ent­wi­ckeln.” Die Fra­ge, ob ein Tref­fen mit Ver­tre­tern der Bünd­nis­städ­te geplant sei, lässt das BMI unbe­ant­wor­tet. “Ich habe das Gefühl, man­che im Innen­mi­nis­te­ri­um glau­ben noch, sie könn­ten das The­ma aus­sit­zen”, sagt Schu­bert. “Das ist aber nicht der Fall. Wir wol­len Lösun­gen fin­den.”…” Bei­trag von Max Gil­bert vom 15. Juli 2019 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Kom­men und blei­ben! 170 Kölner*innen erklä­ren: Zukunft statt Abschie­bung. Für ein Bürger*innenAsyl jetzt! 
    “Täg­lich wer­den Men­schen aus Deutsch­land abge­scho­ben und nicht nur in Nord­rhein-West­fa­len stei­gen die Abschie­bun­gen in den letz­ten Jah­ren deut­lich an. (…) Wir Kölner*innen sind nicht ein­ver­stan­den mit der men­schen­ver­ach­ten­den Asyl- und Migra­ti­ons­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung. Wir stel­len die­ser die Alter­na­ti­ve einer soli­da­ri­schen Stadt, in der wir leben wol­len, ent­ge­gen. Es sol­len sich in Köln alle Men­schen sicher und will­kom­men füh­len – dafür brau­chen wir Schutz­räu­me gegen Abschie­bun­gen. Wir unter­stüt­zen des­halb das Köl­ner Bürger*innenAsyl und leis­ten als Unterzeichner*innen die­ser Erklä­rung einen akti­ven Bei­trag: Wir wer­den uns soli­da­risch mit Geflüch­te­ten ver­hal­ten. Wir unter­stüt­zen das Bürger*innenAsyl in Köln mit unse­rer Kraft, mit unse­ren Ideen oder mit unse­ren Spen­den. Indem wir Schutz­räu­me schaf­fen, in denen Geflüch­te­ten kurz- oder län­ger­fris­tig unter­kom­men und sich vor Abschie­bung schüt­zen kön­nen, wol­len wir ihnen eine Zukunft in Köln ermög­li­chen. Wir öff­nen unse­re Türen, machen Platz in unse­ren Woh­nun­gen und ver­ste­cken not­falls die­je­ni­gen, die in lebens­un­wür­di­ge Ver­hält­nis­se oder in den Tod zurück­ge­schickt wer­den sol­len bzw. hal­ten die Pra­xis des Bürger*innenAsyls für rich­tig und wich­tig. Die Stadt Köln rufen wir auf, Bürger*innenAsyle als Schutz­räu­me zu respek­tie­ren. Für ein soli­da­ri­sches Mit­ein­an­der! Für eine soli­da­ri­sche Stadt!” Auf­ruf der Initia­ti­ve Bürger*innenAsyl Köln vom 27. Juni 2019 externer Link
  • Zwei­tä­gi­ger SEE­BRÜ­CKE-Kon­gress in Ber­lin been­det: 12 Städ­te grün­de­ten das Bünd­nis „Städ­te Siche­rer Häfen“ 
    Der zwei­tä­gi­ge Kon­gress der SEEBRÜCKE stand unter der Schirm­herr­schaft des Ber­li­ner Regie­ren­den Bür­ger­meis­ters Micha­el Mül­ler und fand in Koope­ra­ti­on mit der Lan­des­haupt­stadt Pots­dam statt. Am Mor­gen des 14.06. grün­de­ten die Städ­te Ber­lin, Det­mold, Frei­burg, Flens­burg, Greifs­wald, Hil­des­heim, Kiel, Kre­feld, Mar­burg, Pots­dam, Ros­tock und Rot­ten­burg am Neckar das Bünd­nis „Städ­te Siche­rer Häfen“. Die Städ­te bekräf­ti­gen damit ihre Bereit­schaft zur zusätz­li­chen Auf­nah­me von Geflüch­te­ten aus dem Mit­tel­meer und lei­ten ers­te Schrit­te zur Umset­zung ein…” Pres­se­mit­tei­lung der SEEBRÜCKE vom 14.06.2019 externer Link, sie­he dazu
    • Pots­da­mer Erklä­rung der „Städ­te Siche­rer Häfen“ externer Link
    • Und zuvor: Kon­gress “Siche­re Häfen. Lei­nen los für kom­mu­na­le Auf­nah­me”
      Dut­zen­de Städ­te und Gemein­den setz­ten sich in den letz­ten Mona­ten mit Rats­be­schlüs­sen oder Offe­nen Brie­fen für Siche­re Häfen ein. Sie set­zen hier­mit ein wich­ti­ges und erfolg­rei­ches Zei­chen für die Wah­rung der Men­schen­rech­te und gegen rech­te Het­ze. Zur Auf­nah­me von zusätz­li­chen Geflüch­te­ten, die aus See­not geret­tet wur­den, ist es jedoch noch nicht gekom­men. Allein seit Janu­ar 2019 star­ben hun­der­te Men­schen im Mit­tel­meer. Auf­grund der mas­si­ven Ein­schrän­kung der (zivi­len) See­not­ret­tung ist davon aus­zu­ge­hen, dass sich die huma­ni­tä­re Kri­se zuspitzt. Im Juni jäh­ren sich die ers­ten Erklä­run­gen für Siche­re Häfen. Das ist der rich­ti­ge Zeit­punkt, um zu ana­ly­sie­ren, an wel­chem Punkt die Siche­ren Häfen ste­hen und um zu dis­ku­tie­ren, mit wel­chen Stra­te­gien Kom­mu­nen sich für eine men­schen­wür­di­ge Migra­ti­ons­po­li­tik ein­set­zen kön­nen. Des­halb lädt die SEEBRÜCKE zum Kon­gress „Siche­re Häfen. Lei­nen los für kom­mu­na­le Auf­nah­me” ein. Der Kon­gress steht unter der Schirm­herr­schaft des Regie­ren­den Bür­ger­meis­ters Micha­el Mül­ler und fin­det in Koope­ra­ti­on mit der Lan­des­haupt­stadt Pots­dam statt. Auf dem Kon­gress ver­net­zen sich erst­mals bun­des­weit Oberbürgermeister*innen, Kommunalpolitiker*innen und Ver­ant­wort­li­che aus der Ver­wal­tung, um Siche­re Häfen gemein­sam vor­an­zu­brin­gen…” Ankün­di­gung bei der See­brü­cke externer Link
  • Offe­ne Arme und kal­te Schul­tern: 51 deut­sche Städ­te wol­len mehr Flücht­lin­ge auf­neh­men. Die Bun­des­re­gie­rung geht kaum dar­auf ein 
    “In Kiel sind die Bet­ten schon gemacht. Hin­ter brau­nen Kachel­stei­nen in der Arko­na­stra­ße 1 wer­den Flücht­lin­ge unter­ge­bracht. Meh­re­re Zim­mer sind noch frei. Gemein­sam mit Lübeck, Flens­burg und der Insel­ge­mein­de Sylt hat die Stadt Kiel einen offe­nen Brief ver­fasst: Man will Geflüch­te­te aus See­not auf­neh­men. Zusätz­lich zur gesetz­lich gere­gel­ten Ver­tei­lung von Asyl­be­wer­bern sei man bereit, Men­schen eine Blei­be zu geben. Ulf Kämp­fer, der Bür­ger­meis­ter von Kiel, sagt: »Wir woll­ten nicht nur Sym­bol­po­li­tik betrei­ben, son­dern der Bun­des­re­gie­rung ein kon­kre­tes Ange­bot machen.« Kiels Stadt­spre­che­rin Kers­tin Graupner sagt dem »nd«, dass man für 40 zusätz­li­che Flücht­lin­ge bereits alles vor­be­rei­tet habe. »Die Unter­künf­te sind gesi­chert.«…” Bei­trag von Fabi­an Hil­le­brand, Nina Böck­mann und Sebas­ti­an Bähr vom 27. April 2019 bei neu­es Deutsch­land online externer Link– im Abo, sie­he daher dazu auch:
    • “Siche­re Häfen”-Städte bekom­men kaum Flücht­lin­ge zuge­wie­sen
      “Ins­ge­samt 51 Städ­te haben sich in Deutsch­land zu “Siche­ren Häfen” erklärt. Damit bekun­den die Städ­te ihre Bereit­schaft, zusätz­lich zu den gesetz­li­chen Auf­nah­me­quo­ten aus See­not geret­te­te Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men. Die in Ber­lin erschei­nen­de Tages­zei­tung “neu­es deutsch­land” (Wochen­end­aus­ga­be) hat die Städ­te ange­fragt, wie vie­le Geflüch­te­te das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um seit­dem auf die­se Städ­te ver­teilt hat. Das Ergeb­nis: Nur 39 Flücht­lin­ge wur­den den Städ­ten zuge­wie­sen. Dabei ste­hen min­des­tens 765 Plät­ze für aus See­not Geret­te­te bereit. Die Zei­tung hat­te 42 Städ­te ange­schrie­ben, 40 von ihnen haben geant­wor­tet. Nicht alle Städ­te haben jedoch kon­kre­te Anga­ben gemacht, wie vie­le Men­schen sie zusätz­lich auf­neh­men könn­ten…” Pres­se­mit­tei­lung von neu­es deutsch­land vom 26. April 2019 beim Pres­se­por­tal externer Link
  • Für siche­re Häfen und soli­da­ri­sche Städ­te: #See­hofer­Weg­bas­sen [Demons­tra­ti­on gegen Asyl­rechts­ver­schär­fun­gen 30. März – 14 Uhr – Ober­baum­brü­cke in Ber­lin] 
    “Hei­ma­thorst nennt sei­ne neue Geset­zes­in­itia­ti­ve das „Geord­ne­te-Rück­kehr-Gesetz“. Tref­fen­der wäre aber „Rück­sichts­lo­ses-Abschie­bungs-und-Ent­rech­tungs­ge­setz“. Es schränkt Rechts­staat­lich­keit, fai­re Ver­fah­ren und zivil­ge­sell­schaft­li­ches Enga­ge­ment ein. Es ist ein Angriff auf uns alle, auf unse­re selbst­be­wusst viel­fäl­ti­ge Gesell­schaft! (…) Seit sei­nem Amts­an­tritt hat der Hei­mat­mi­nis­ter die Ret­tung von Men­schen in See­not aktiv blo­ckiert und somit die Lebens­ge­fahr von tau­sen­den Men­schen direkt ver­ant­wor­tet. Auf dem Mit­tel­meer und durch Abschie­bun­gen in Kri­sen­ge­bie­te: Die men­schen­ver­ach­ten­de und ras­sis­ti­sche Poli­tik des Innen­mi­nis­te­ri­ums tötet. Seit Mona­ten gehen hun­dert­tau­sen­de Men­schen auf die Stra­ße für eine offe­ne und soli­da­ri­sche Gesell­schaft, gegen rech­te und ras­sis­ti­sche Het­ze. Dut­zen­de Städ­te in Deutsch­land und ganz Euro­pa haben erklärt, dass sie mehr Geflüch­te­te auf­neh­men wol­len. Wir las­sen nicht zu, dass See­hofer, Sal­vi­ni und ihre Spieß­ge­sel­len Men­schen­le­ben und Men­schen­rech­te zum Spiel­ball ihres macht­po­li­ti­schen Kal­küls machen. Wir ste­hen als soli­da­ri­sche Gesell­schaft zusam­men. Wir ste­hen für eine Gesell­schaft, die soli­da­risch und anti­ras­sis­tisch, viel­fäl­tig und offen, queer und femi­nis­tisch, inklu­siv und bunt, gleich­be­rech­tigt und pro­gres­siv, tole­rant und acht­sam ist. Wir ste­hen für die Ent­kri­mi­na­li­sie­rung von Seenotretter*innen und Men­schen, die sich mit Geflüch­te­ten soli­da­risch zei­gen. Wir ste­hen für das Recht auf Asyl und Bewe­gungs­frei­heit, für siche­re Flucht­we­ge und Fami­li­en­nach­zug, für siche­re Häfen, für eine men­schen­wür­di­ge Auf­nah­me und ein Blei­be­recht für alle. Damit ste­hen wir für alles, was Horst See­hofer nicht ist und was er nicht will. For­dern wir See­hofer auf zum unge­ord­ne­ten Rück­tritt! Und wenn er dann weg ist, immer wei­ter gegen jede ras­sis­ti­sche und aus­gren­zen­de Poli­tik!…” Unter­stüt­zungs­auf­ruf des Bünd­nis­ses #See­hofer­Weg­bas­sen vom März 2019 externer Link mit Über­sicht der bis­he­ri­gen unter­stüt­zen­den Orga­ni­sa­tio­nen, auch dem Labour­Net Ger­ma­ny!
  • Leip­zig ist siche­rer Hafen für Geflüch­te­te 
    “… Nach dem Vor­bild ande­rer deut­scher Groß­städ­te will nun auch Leip­zig zum »siche­ren Hafen« für Flücht­lin­ge wer­den, die bei der Fahrt über das Mit­tel­meer aus See­not geret­tet wur­den. Die Leip­zi­ger Rats­ver­samm­lung stimm­te am Mitt­woch mehr­heit­lich dafür, pro Jahr bis zu 100 Geret­te­te zusätz­lich zu den­je­ni­gen Flücht­lin­gen auf­neh­men zu wol­len, die durch die bun­des­wei­te Ver­tei­lung ohne­hin auf Leip­zig ent­fal­len. Die Mes­se­stadt ist damit die ers­te Stadt in Sach­sen, die sich zum siche­ren Hafen erklärt. (…) Die Rats­ver­samm­lung wur­de beglei­tet von einer Kund­ge­bung vor dem Neu­en Rat­haus: »Siche­rer Hafen Leip­zig – Jetzt!« und »Nein zur Fes­tung Euro­pa. Siche­re Flucht­rou­ten statt Abschot­tung«, for­der­te die Leip­zi­ger See­brü­cken­be­we­gung. Die Teil­neh­men­den der Demons­tra­ti­on über­ga­ben Ober­bür­ger­meis­ter Burk­hard Jung eine Unter­schrif­ten­samm­lung, in der sich über 3.500 Leip­zi­ger Bürger*innen dafür aus­spra­chen, die Mes­se­stadt sol­le mehr Geflüch­te­te auf­neh­men. In Deutsch­land haben sich mitt­ler­wei­le mehr als 40 Städ­te und Gemein­den zu »siche­ren Häfen« erklärt, dar­un­ter Köln, Bonn und Düs­sel­dorf. Sie wen­den sich gegen eine euro­päi­sche Abschot­tungs­po­li­tik gegen­über Flücht­lin­gen und erklä­ren sich bereit, aus See­not geret­te­te Men­schen zusätz­lich zur bereits bestehen­den, bun­des­wei­ten Ver­tei­lungs­quo­ten auf­zu­neh­men.” Bei­trag von Fabi­an Hil­le­brand bei neu­es Deutsch­land vom 14. März 2019 externer Link
  • [RLS-Bro­schü­re] Soli­da­ri­sche Städ­te in Euro­pa: Urba­ne Poli­tik zwi­schen Cha­ri­ty und Citi­zenship 
    “In Euro­pa wach­sen die Bewe­gun­gen der Städ­te des Will­kom­mens, der Zuflucht und Soli­da­ri­tät. Zivil­ge­sell­schaft­li­che Grup­pen, städ­ti­sche Politiker*innen und Stadt­ver­wal­tun­gen wider­set­zen sich so den wach­sen­den Restrik­tio­nen euro­päi­scher und natio­na­ler Grenz- und Migra­ti­ons­po­li­ti­ken. Zugleich ent­wi­ckeln sie kon­kre­te kom­mu­na­le Poli­ti­ken zum Schutz oder zur sozia­len Inklu­si­on von Men­schen mit pre­kä­rem Auf­ent­halts­sta­tus. Nicht zuletzt bil­den sie dis­kur­si­ve Gegen­po­le zum euro­pa­wei­ten Auf­stieg rech­ter Par­tei­en, wel­che die Abschot­tung der Gren­zen sowie die Kri­mi­na­li­sie­rung von Migrant*innen vor­an­trei­ben. Die hier ange­ris­se­nen Debat­ten in Poli­tik und Zivil­ge­sell­schaft zei­gen auch das wach­sen­de Inter­es­se lin­ker Akteu­re in Euro­pa an Erfah­run­gen und Ideen aus ande­ren «Städ­ten der Soli­da­ri­tät». Aller­dings sind die admi­nis­tra­ti­ven und poli­ti­schen Vor­aus­set­zun­gen wie auch die jeweils invol­vier­ten Akteu­re, Schwer­punkt­set­zun­gen und Hand­lungs­an­sät­ze ver­schie­den. In ande­ren Wor­ten: Es gibt kein ein­heit­li­ches Kon­zept einer soli­da­ri­schen Stadt. Die Unter­schie­de begin­nen bei der Diver­si­tät migran­ti­scher Com­mu­nities und Flücht­lings­grup­pen in den ein­zel­nen Städ­ten. Sie gehen wei­ter bei den Fra­gen, wer auf kom­mu­na­ler Ebe­ne für was zustän­dig ist, etwa wel­che Rol­le die Poli­zei und wel­che Kom­pe­ten­zen die Städ­te haben. Oder: Wo lie­gen kom­mu­na­le Ein­fluss- und Ent­schei­dungs­mög­lich­kei­ten? Wie sehen die auf­ent­halts- und migra­ti­ons­recht­li­chen Bedin­gun­gen aus? Wie ist der Zugang zu sozi­al­staat­li­chen Leis­tun­gen gere­gelt? Schon inner­halb Deutsch­lands sind die­se Fra­gen unter­schied­lich gelöst, noch grö­ße­re Unter­schie­de bestehen im euro­päi­schen Ver­gleich. Stu­di­en, die die­se Unter­schie­de (und Gemein­sam­kei­ten) in inter­na­tio­nal ver­glei­chen­der Per­spek­ti­ve und empi­risch fun­diert betrach­ten, exis­tie­ren indes bis­lang nicht. Die vor­lie­gen­de Bro­schü­re soll des­halb dazu bei­tra­gen, die­se Wis­sens- und For­schungs­lü­cke zu schlie­ßen…” aus dem Vor­wort der von Wen­ke Chris­toph und Ste­fa­nie Kron bei der Rosa Luxem­burg Stif­tung im Febru­ar 2019 her­aus­ge­ge­be­nen Bro­schü­re “Soli­da­ri­sche Städ­te in Euro­pa” externer Link (124 Sei­ten)
  • Ein gut gemein­ter Vor­stoß ent­ge­gen euro­päi­scher Abschot­tung – Ita­lie­ni­sche und spa­ni­sche Bürgermeister*innen ver­ab­schie­den eine gemein­sa­me Erklä­rung zur Migra­ti­ons­po­li­tik 
    “In den letz­ten Wochen stan­den mit diver­sen Bürgermeister*innen Spa­ni­ens und Ita­li­ens poli­ti­sche Akteur*innen im Fokus, die sonst sel­ten in den über­re­gio­na­len oder gar inter­na­tio­na­len Medi­en Gehör fin­den. Grund für den Rum­mel um Lokalpolitiker*innen wie Ada Colau, Bür­ger­meis­te­rin von Bar­ce­lo­na oder Leo­lu­ca Orlan­do, Bür­ger­meis­ter Paler­mos, sind ihre Hal­tung gegen­über zivi­ler See­not­ret­tung und ihre Äuße­run­gen in Sachen Migra­ti­ons­po­li­tik, wel­che beson­ders in Ita­li­en sehr kon­trär zur poli­ti­schen Linie der der­zei­ti­gen Rechts­re­gie­rung sind. Beson­de­re Bri­sanz hat­te etwa ein offe­ner Brief des nea­po­li­ta­ni­schen Bür­ger­meis­ters Lui­gi de Magis­tris, der dem zivi­len Ret­tungs­schiff Sea Watch, das über Weih­nach­ten und Sil­ves­ter mit über 40 geflüch­te­ten Per­so­nen auf dem Mit­tel­meer aus­har­ren muss­te, anbot, den Hafen sei­ner Stadt Nea­pel anzu­lau­fen. Als ers­te prak­ti­sche Kon­se­quenz aus die­ser Kom­mu­nal­po­li­tik fand am ver­gan­ge­nen Sams­tag erst­mals ein Tref­fen zwi­schen den ein­zel­nen Bürgermeister*innen in Rom statt, des­sen Ziel ein lang­fris­ti­ges Bünd­nis zwi­schen den ein­zel­nen Städ­ten und einer brei­te­ren Zivil­ge­sell­schaft ist. So waren bei dem ver­gan­ge­nen Tref­fen neben poli­ti­schen Akteu­ren auch Vertreter*innen ver­schie­de­ner Initia­ti­ven anwe­send. (…) Da es neben einem inhalt­li­chen Kon­sens bis dato noch nicht zur Umset­zung kon­kre­ter Schrit­te kam und bis auf ein nächs­tes Tref­fen Ende Febru­ar noch kein wei­te­res Vor­ge­hen geplant wur­de, bleibt wei­ter frag­lich, ob sich dies in Zukunft tat­säch­lich ver­än­dern wird. Die rea­le Strahl­kraft die­ser kla­ren Bot­schaft, die vom Tref­fen der Bürgermeister*innen aus­geht, muss nun an ihrer kon­kre­ten Umset­zung gemes­sen wer­den.” Bei­trag von Nina Böck­mann bei neu­es Deutsch­land vom 11. Febru­ar 2019 externer Link
  • »Soli­da­ri­ty City«: Soli­da­ri­tät als Fei­gen­blatt. Ber­lin ist jetzt »Soli­da­ri­ty City«. Was bedeu­tet das abseits von Sym­bol­po­li­tik? 
    “… Eines ist für Soli­da­ri­ty City Ber­lin jedoch klar: »Wenn Ber­lin die Prin­zi­pi­en von ›Soli­da­ri­ty Cities‹ ernst nimmt, müss­te es Abschie­bun­gen aus­set­zen.« Das kri­ti­siert auch der Flücht­lings­rat Ber­lin: »Beim The­ma Abschie­bun­gen ist Ber­lin alles ande­re als eine soli­da­ri­sche Stadt«, sagt Mar­ti­na Mau­er. Den Flücht­lings­rat erreich­ten regel­mä­ßig Berich­te über rechts­wid­ri­ges und bru­ta­les Vor­ge­hen bei Abschie­bun­gen errei­chen. Auch an ande­rer Stel­le nut­ze Ber­lin sei­nen Gestal­tungs­spiel­raum im Sin­ne einer blei­be­rechts­ori­en­tier­ten Flücht­lings­po­li­tik nicht aus: »Im Bereich der Asyl­auf­nah­me erfüllt Ber­lin gegen­wär­tig nicht ein­mal die bun­des­ge­setz­li­chen Anfor­de­run­gen«, kri­ti­siert Mau­er. Auch die Ver­sor­gung der Schutz­su­chen­den ist nach Ein­schät­zung des Flücht­lings­ra­tes man­gel­haft. Obwohl die Zahl der in Ber­lin ankom­men­den Asyl­su­chen­den seit zwei Jah­ren weit­ge­hend auf dem glei­chen Niveau blei­be, müss­ten Betrof­fe­ne wochen­lang dar­auf war­ten, bis sie die ihnen zuste­hen­den Leis­tun­gen bekom­men. Das sehen die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen natur­ge­mäß anders: »Hin­sicht­lich der lan­des­recht­li­chen Mög­lich­kei­ten nutzt das Land Ber­lin die Spiel­räu­me für eine soli­da­ri­sche Flücht­lings­po­li­tik«, heißt es sei­tens der zustän­di­gen Senats­ver­wal­tung. So sei man gera­de dabei, ein Lan­des­auf­nah­me­pro­gramm für beson­ders Schutz­be­dürf­ti­ge auf den Weg zu brin­gen. Zudem sei Ber­lin wei­ter­hin auf­nah­me­be­reit für Men­schen in Not und bemü­he sich, für die Geflüch­te­ten, die in der Stadt leben, Mög­lich­kei­ten zur Teil­ha­be und Blei­be­per­spek­ti­ven zu schaf­fen. Der Euro­pa­recht­ler Jochen Schwarz sieht beim Städ­te­netz­werk noch ganz ande­re Pro­ble­me: »Ähn­lich wie bei den pri­va­ten See­not­ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen besteht die Gefahr des Out­sour­cing des Flücht­lings­schut­zes auf pri­va­te Orga­ni­sa­tio­nen oder Städ­te«, sagt er dem »nd«. Trotz guter Absich­ten kön­ne das dazu füh­ren, dass das indi­vi­du­el­le Asyl­recht zu einer Art Gna­den­recht wer­de…” Arti­kel von Marie Frank vom 02.02.2019 beim ND online externer Link
  • Ber­lin ist soli­da­ri­sche Stadt: Haupt­stadt erklärt Bei­tritt zu euro­päi­schem Netz­werk, das Flücht­lin­ge unter­stützt 
    “Der Bei­tritt hat Signal­wir­kung. Am Don­ners­tag hat Ber­lin sei­ne Mit­glied­schaft im euro­päi­schen Netz­werk «Soli­da­ri­ty Cities» erklärt. Das Netz­werk soli­da­ri­scher Städ­te war einst vom Bür­ger­meis­ter der grie­chi­schen Haupt­stadt Athen initi­iert wor­den. Die Mit­glieds­städ­te ver­pflich­ten sich unter ande­rem zur Zusam­men­ar­beit und zu Soli­da­ri­tät beim The­ma Inte­gra­ti­on und Auf­nah­me von Geflüch­te­ten. (…) Die Regie­rungs­frak­tio­nen im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus begrüß­ten den Bei­tritt zu dem Städ­te­bund, in dem neben Athen unter ande­rem Mai­land, Ams­ter­dam, Bar­ce­lo­na und Zürich Mit­glied sind. «Es sind die soli­da­ri­schen Städ­te, die sich durch prak­ti­sche Soli­da­ri­tät gegen Abschot­tung, Aus­gren­zung und Rechts­po­pu­lis­mus in Euro­pa und hier wen­den», sag­te die Spre­che­rin für Flücht­lings­po­li­tik der Links­frak­ti­on, Kati­na Schu­bert. Mit der erneu­ten Bereit­schaft Ber­lins, Geflüch­te­te des im Mit­tel­meer sich im Ein­satz befin­den­den Ret­tungs­schif­fes Sea Watch auf­zu­neh­men, zei­ge man prak­ti­sche Soli­da­ri­tät und Mensch­lich­keit…” Bei­trag von Mar­tin Krö­ger bei neu­es Deutsch­land vom 10. Janu­ar 2019 externer Link
  • Kom­mu­na­le Spiel­räu­me zur För­de­rung lega­ler Zufluchts­we­ge 
    Eini­ge deut­sche Städ­te und Gemein­den wol­len frei­wil­lig Schutz­su­chen­de aus dem Aus­land auf­neh­men. Flücht­lings­po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen wer­den jedoch in der Regel auf Bun­des­ebe­ne getrof­fen. Wel­che Spiel­räu­me blei­ben da für Kom­mu­nen? (…) Inwie­weit Flücht­lings­auf­nah­me­po­li­tik als eine ört­li­che oder/​und als staat­li­che Ange­le­gen­heit (Bund, Land) zu betrach­ten ist, wur­de bis­her weder durch die Rechts­wis­sen­schaft noch durch die Recht­spre­chung behan­delt. Eine all­ge­mein­gül­ti­ge Ein­schät­zung für jed­we­de poli­ti­sche Maß­nah­me zur Flücht­lings­auf­nah­me kann auch nicht pau­schal getrof­fen wer­den, son­dern ist abhän­gig von der kon­kre­ten Art und Wei­se sowie dem Kon­text des Tätig­wer­dens. Nach Auf­fas­sung der Bun­des­ge­rich­te haben Kom­mu­nen ledig­lich ein kom­mu­nal- und kein all­ge­mein­po­li­ti­sches Man­dat. (…) In die­sem Sin­ne kann der Flücht­lings­schutz nicht nur als staat­li­che, son­dern auch als ört­li­che Ange­le­gen­heit ver­stan­den wer­den. Er ist Teil des Schut­zes von Men­schen­rech­ten, der eine Quer­schnitts­auf­ga­be aller poli­ti­schen Ebe­nen dar­stellt. Eben­so wie die EU, der Bund und die Län­der, sind die Kom­mu­nen an die Grund- und Men­schen­rech­te gebun­den. Vie­le Men­schen in den Kom­mu­nen, die sich zur Flücht­lings­auf­nah­me bereit­erklärt haben, füh­len sich offen­sicht­lich betrof­fen und ver­ant­wort­lich für den Schutz von Men­schen, die Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen – sei es in einem ande­ren Land oder im Mit­tel­meer – aus­ge­setzt sind. Sie füh­len sich auf loka­ler Ebe­ne für glo­ba­le Pro­ble­me ver­ant­wort­lich. (…) Für eine Lan­des­auf­nah­me ist das Ein­ver­neh­men des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums (BMI) nötig. Das BMI darf die­ses aber nicht aus rein poli­ti­schen Grün­den ver­wei­gern. Denn das Ein­ver­neh­mens-Erfor­der­nis dient ledig­lich “zur Wah­rung der Bun­des­ein­heit­lich­keit”. Die Inter­es­sen ande­rer Bun­des­län­der müs­sen also gewahrt blei­ben, nicht aber eige­ne Bun­des- oder gar par­tei­po­li­ti­sche Inter­es­sen. Der Grund: Die im Auf­ent­halts­ge­setz ver­an­ker­te Rege­lung soll den Län­dern ja gera­de einen eige­nen Gestal­tungs­spiel­raum zur Auf­nah­me aus­län­di­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger eröff­nen, der durch den Bund nicht will­kür­lich ein­ge­schränkt wer­den darf. (…) Den Kom­mu­nen feh­len im aktu­el­len Rechts­sys­tem bis­her aus­drück­li­che Rege­lun­gen für die unmit­tel­ba­re Auf­nah­me von Flüch­ten­den aus dem Aus­land. Dass die­ser Poli­tik­be­reich unge­re­gelt ist, ermög­licht es ihnen jedoch, ihn pro­ak­tiv und krea­tiv im Sin­ne des Men­schen­rechts­schut­zes von Flüch­ten­den neu zu gestal­ten. Über ihr kom­mu­na­les Selbst­be­stim­mungs­recht und als Teil der Län­der dür­fen sie im Hin­blick auf die Eta­blie­rung von lega­len Zufluchts­we­gen in die Kom­mu­nen tätig wer­den, wenn auch in beschränk­ter Wei­se. Sie kön­nen bei­spiels­wei­se poli­ti­sche Debat­ten initi­ie­ren und öffent­li­che Erklä­run­gen über ihre kom­mu­na­le Auf­nah­me­be­reit­schaft abge­ge­ben. Sie dür­fen sogar zur Teil­nah­me an ent­spre­chen­den Demons­tra­tio­nen auf­ru­fen (…) Außer­dem wäre die Ein­füh­rung einer zusätz­li­chen Visa-Art zur kom­mu­na­len Auf­nah­me mög­lich, vor­zugs­wei­se zur Asyl­an­trag­stel­lung oder huma­ni­tä­ren Auf­nah­me in einer bestimm­ten Kom­mu­ne (ent­spre­chend der oben erwähn­ten Rege­lung für die huma­ni­tä­re Auf­nah­me durch die Län­der). Dies kön­nen Kom­mu­nen aller­dings nicht eigen­mäch­tig durch­set­zen. Statt­des­sen müss­ten sie es über ihre Lan­des­re­gie­rung oder selbst (bzw. über Städ­te-Netz­wer­ke wie den Städ­te­tag) auf Bun­des­ebe­ne beim Aus­wär­ti­gen Amt und den Gesetz­ge­bungs­in­sti­tu­tio­nen anre­gen, damit eine ent­spre­chen­de Ände­rung der Gesetz­ge­bung und Visa-Pra­xis auf den Weg gebracht wer­den kann. Inner­halb kon­kre­ter Visum­ver­fah­ren kön­nen Kom­mu­nen außer­dem ihre (Vorab-)Zustimmung sowie Kos­ten­über­nah­me-Erklä­run­gen für die Auf­nah­me bestimm­ter Per­so­nen ertei­len.Bei­trag von Hele­ne Heu­ser vom 7.1.2019 bei der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung externer Link
  • Greifs­wald wird »siche­rer Hafen« 
    “Mit knap­per Mehr­heit stimm­te die Greifs­wal­der Bür­ger­schaft am Mon­tag­abend zu, dass die Stadt künf­tig ein »siche­rer Hafen« sein will. Die gemei­same Beschluss­vor­la­ge hat­ten die »Grü­nen – Forum 17.4«, SPD und LINKE ein­ge­bracht. Damit kann die Stadt dem Land­rat des Land­krei­ses Vor­pom­mern-Greifs­wald sowie der Bun­des­kanz­le­rin Unter­stüt­zung bei der Auf­nah­me von aus dem Mit­tel­meer geret­te­ten Geflüch­te­ten anbie­ten. In einem Ticker berich­te­te die LIN­KE-Frak­ti­on von der öffent­li­chen Bür­ger­schafts­sit­zung. (…) Mit der Annah­me der Vor­la­ge schließt sich Greifs­wald ande­ren Städ­ten an. Zuerst hat­ten Bre­men, Ham­burg und Ber­lin eine sol­che Erklä­rung abge­ge­ben. Es folg­ten Düs­sel­dorf, Köln und Bonn. Auch Ros­tock hat eine sol­chen Beschluss gefasst. Die drei Par­tei­en begrün­de­ten ihren Antrag damit, dass die Han­se­stadt »geo­gra­phisch und his­to­risch mit dem Meer ver­bun­den ist«. Des­halb »ist es selbst­ver­ständ­lich, dass Men­schen aus See­not geret­tet wer­den«. Es sei drin­gend gebo­ten, die »See­not­ret­tung im Mit­tel­meer fort­zu­set­zen. Denn See­not­ret­tung ist kein Ver­bre­chen, son­dern eine men­schen­recht­li­che Ver­pflich­tung!« bis eine euro­päi­sche Lösung gefun­den sei.” Bei­trag von Ulri­ke Kum­pe bei neu­es Deutsch­land vom 23. Okto­ber 2018 externer Link
  • Unter fal­scher Flag­ge: Ham­burgs Dekla­ra­ti­on zum »siche­ren Hafen« stellt sich als irre­füh­rend her­aus 
    “Immer mehr Städ­te und Gemein­den in der Bun­des­re­pu­blik und im euro­päi­schen Aus­land erklä­ren sich zu »siche­ren Häfen« für im Mit­tel­meer aus See­not geret­te­te Men­schen. Zuletzt hat am Mon­tag die Lübe­cker Bür­ger­schaft einen ent­spre­chen­den Beschluss gefasst. Dem ging zehn Tage zuvor die Dekla­ra­ti­on der Bür­ger­schaft von Ham­burg vor­aus – der Stadt mit dem größ­ten See­ha­fen der Bun­des­re­pu­blik. Wer sich den Text des am 26. Sep­tem­ber ein­ge­brach­ten Antrags der Ham­bur­ger Regie­rungs­mehr­heit von SPD und Bünd­nis 90/​Die Grü­nen genau­er ansieht, muss fest­stel­len: Zum Jubel, wie er zum Bei­spiel in Lokal­me­di­en statt­fand, besteht kein wirk­li­cher Anlass. Der Begriff »siche­rer Hafen« ist dabei nicht streng wört­lich zu ver­ste­hen – vie­le Kom­mu­nen, die sich dazu erklärt haben, ver­fü­gen – wie etwa Ber­lin – über kei­nen See­ha­fen. Gemeint ist die Bereit­schaft, im Mit­tel­meer geret­te­te Flücht­lin­ge vor­be­halt­los auf­zu­neh­men. Dafür hat die Orga­ni­sa­ti­on »See­brü­cke« das Kon­zept ent­wi­ckelt und meh­re­re Kri­te­ri­en for­mu­liert. Um sich besag­ten Titel anhef­ten zu kön­nen, müs­sen Städ­te und Gemein­den bei­spiels­wei­se dafür sor­gen, dass die Auf­nah­me Geret­te­ter »aktiv« ange­bo­ten und nicht erst auf die Zustim­mung vom zustän­di­gen Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) gewar­tet wird. Der Antrag in der Ham­bur­ger Bür­ger­schaft wur­de gegen die Stim­men von CDU und AfD beschlos­sen. Dar­in ist von den Anfor­de­run­gen der See­brü­cke aller­dings wenig zu fin­den…” Bei­trag von Kris­ti­an Stemm­ler bei der jun­gen Welt vom 6. Okto­ber 2018 externer Link
  • Duis­burg: SPD und CDU stim­men zusam­men mit der AfD etc. gegen den Rats­an­trag “Duis­burg ein siche­rer Hafen” 
    @SeebrueckeDU mel­de­te am 3. Okt. 2018 bei twit­ter: “Wir sind empört und fas­sungs­los: SPD Duis­burg und CDU Frak­ti­on DU haben sich am Mon­tag mit den Rech­ten von AfD, Repu­bli­ka­nern und einem Ex-ProNRW-Mit­glied gemein gemacht und gegen den Rats­an­trag “Duis­burg ein siche­rer Hafen” gestimmt.” Dage­gen gibt es eine Peti­ti­on externer Link
  • Erfolg für „See­brü­cke“ Lübeck: Siche­rer Hafen für Flücht­lin­ge
    “Mit über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit hat die Bür­ger­schaft beschlos­sen, dass Lübeck zum siche­ren Hafen für Mit­tel­meer-Flücht­lin­ge wird. Die Akti­on „See­brü­cke“ hat das gefor­dert. Grü­ne spre­chen von einem „Zei­chen gegen Rechts“. Die Kom­mu­nal­po­li­ti­ker wol­len dem Ster­ben im Mit­tel­meer nicht untä­tig zuse­hen. (…) Seit Jah­res­be­ginn sei­en mehr als 1400 Men­schen auf ihrer Flucht über das Mit­tel­meer gestor­ben. Tage­lan­ge Irr­fahr­ten von Ret­tungs­schif­fen, weil Staa­ten die Auf­nah­me der Geflüch­te­ten ver­wei­gern, sei­en eine wei­te­re huma­ni­tä­re Kata­stro­phe, heißt es im Antrag von Grü­nen, Lin­ken und Unab­hän­gi­gen. Lars Schal­nat, Frak­ti­ons­mit­glied der SPD: „Gera­de als alte Hafen­stadt steht es Lübeck gut zu Gesicht, sich für eine offe­ne, huma­ne und viel­fäl­ti­ge Stadt ein­zu­set­zen. Wir ste­hen zu einem Euro­pa der offe­nen Gren­zen.“ (…) Der Beschluss der Bür­ger­schaft habe eher sym­bo­li­schen Cha­rak­ter, erklärt Bür­ger­meis­ter Jan Lin­denau (SPD): „Ich wer­de die Reso­lu­ti­on an Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und Minis­ter­prä­si­dent Dani­el Gün­ther wei­ter­lei­ten.“ Tat­säch­lich kann Lübeck nur sei­ne Auf­nah­me­be­reit­schaft anbie­ten. Lin­denau: „Die Ver­tei­lung von Geflüch­te­ten erfolgt nach fes­ten Ver­tei­lungs­schlüs­seln, die der Bund fest­legt.“…” Bei­trag von Kai Dordow­sky vom 1. Okto­ber 2018 bei LN online externer Link
  • Mehr Flücht­lin­ge für Wup­per­tal? Der Wup­per­ta­ler Stadt­rat dis­ku­tier­te lan­ge über den Bür­ger­an­trag „See­not­brü­cke“ – und lehn­te ihn schließ­lich ab. 
    Lan­ge Dis­kus­sio­nen gab es am Mon­tag im Rat um die Reso­lu­ti­on „See­brü­cke“, bevor sie schließ­lich abge­lehnt wur­de. Bür­ger hat­ten bean­tragt, dass Wup­per­tal das Schrei­ben der Ober­bür­ger­meis­ter von Köln, Düs­sel­dorf und Bonn unter­stützt und eben­falls for­dert, die See­not­ret­tung auf dem Mit­tel­meer wie­der zu ermög­li­chen und anzu­bie­ten, wei­te­re Flücht­lin­ge über den bis­he­ri­gen Ver­teil­schlüs­sel hin­aus auf­zu­neh­men. Grü­ne und Lin­ke hat­ten die­ses Anlie­gen auf­ge­nom­men und einen ent­spre­chen­den Antrag gestellt. Bereits im Haupt­aus­schuss stimm­te die Mehr­heit dafür, statt­des­sen den Brief der drei ber­gi­schen Ober­bür­ger­meis­ter an die Kanz­le­rin zu unter­stüt­zen. Dar­in spre­chen sich die Stadt­chefs eben­falls dafür aus, die See­not­ret­tung wie­der auf­zu­neh­men, for­dern außer­dem eine euro­päi­sche Lösung für die Auf­nah­me der Flücht­lin­ge und die Bekämp­fung der Flucht­ur­sa­chen. In der Rats­sit­zung war man sich dann unei­nig, wel­cher Brief wei­ter­ge­hen­de For­de­run­gen hat. Gun­hild Böth (Lin­ke) kri­ti­sier­te, der Brief der ber­gi­schen Ober­bür­ger­meis­ter ver­tre­te nur die gel­ten­de Geset­zes­la­ge (…) Die rhei­ni­schen Städ­te böten dage­gen an, schon jetzt Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men. Das ern­te­te laut­star­ken Wider­spruch…” Bericht von Katha­ri­na Rüth vom 25. Sep­tem­ber 2018 in der West­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Gegen das Mono­pol auf Mobi­li­tät: Netz­wer­ke soli­da­ri­scher Städ­te sind eine Ant­wort auf die immer restrik­ti­ve­ren natio­na­len Migra­ti­ons­po­li­ti­ken 
    “…Vie­le der Städ­te, die sich der­zeit für eine Auf­nah­me von Geflüch­te­ten ein­set­zen, gehö­ren dem 2016 gegrün­de­ten Netz­werk der Regie­run­gen euro­päi­scher Groß­städ­te »Soli­da­ri­ty Cities« an. Der Städ­te­ver­bund ist aller­dings kein akti­vis­ti­sches Netz­werk. Es han­delt sich eher um eine »Ele­fan­ten­run­de« von Stadt­re­gie­run­gen euro­päi­scher Metro­po­len, zumeist Hafen­städ­te, die auf eine effi­zi­ent koor­di­nier­te Steue­rung des­sen drängt, was im Grün­dungs­do­ku­ment »Flücht­lings­kri­se« genannt wird. Gefor­dert wird von der EU-Kom­mis­si­on eine Erhö­hung der Mit­tel für die sozia­le Infra­struk­tur jener Städ­te in Euro­pa, in denen de fac­to die meis­ten Geflüch­te­ten ankom­men oder bereits leben. Poli­ti­scher Druck kommt aber auch von der akti­vis­ti­schen Basis. Im ver­gan­ge­nen Jahr haben Flücht­lings­rä­te, migran­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen, Will­kom­mens­in­itia­ti­ven, lin­ke Bewe­gun­gen, stadt­po­li­ti­sche NGOs, kirch­li­che Grup­pen und Wissenschaftler*innen in Städ­ten wie Ber­lin, Bern, Köln und Zürich sowie in zahl­rei­chen klei­ne­ren Städ­ten das alter­na­ti­ve Städ­te­netz­werk mit dem fast iden­ti­schen Namen »Soli­da­ri­ty City« ins Leben geru­fen. Mit sei­nen For­de­run­gen geht das Bünd­nis deut­lich wei­ter als das offi­zi­el­le euro­päi­sche Städ­te­netz­werk: Es geht es um Abschie­be­stopps und die direk­te Auf­nah­me von Flücht­lin­gen, aber dar­über hin­aus auch um eine grund­sätz­li­che Demo­kra­ti­sie­rung des städ­ti­schen Lebens. (…) Gera­de mit der Ver­knüp­fung der For­de­rung nach dem Recht auf Bewe­gungs­frei­heit und den glo­ba­len sozia­len Rech­ten in der Stadt eröff­net sich die Mög­lich­keit, den neo­li­be­ra­len und rechts­ex­tre­men euro­päi­schen Eli­ten eine soli­da­ri­sche Ant­wort ent­ge­gen­zu­set­zen, die sich der Spal­tung in »wir Euro­pä­er« oder »wir Deut­sche« ver­sus »die Ande­ren« erfolg­reich ent­zieht.” Bei­trag von Ste­fa­nie Kron und Hen­rik Lebuhn bei neu­es Deutsch­land vom 23. Sep­tem­ber 2018 externer Link
  • Ros­tock will Mit­tel­meer-Flücht­lin­ge auf­neh­men 
    Die Han­se­stadt Ros­tock erklärt sich zur Auf­nah­me von Mit­tel­meer-Flücht­lin­gen bereit. Das hat die Bür­ger­schaft am Mitt­woch­abend mehr­heit­lich beschlos­sen. Vor der Abstim­mung gab es eine lan­ge Debat­te. Grü­ne und SPD hat­ten den Antrag ein­ge­bracht, der auch von Ober­bür­ger­meis­ter Roland Meth­ling (par­tei­los) unter­stützt wur­de...” Mel­dung vom 06.09.2018 beim NDR externer Link
  • Zwei­er­lei Soli­da­ri­tät. Stadt­ge­sell­schaf­ten in Euro­pa und den USA wol­len eine ande­re Flücht­lings­po­li­tik
    In Nord­ame­ri­ka und Euro­pa set­zen sich Stadt­ge­sell­schaf­ten für die Rech­te von Flücht­lin­gen und Migran­ten ein. Was eine »Soli­da­ri­ty City« aus­ma­chen soll, dar­über herr­schen wider­sprüch­li­che Ansich­ten. (…) Leo­lu­ca Orlan­do, der streit­ba­re lang­jäh­ri­ge Bür­ger­meis­ter von Paler­mo, kün­dig­te an, recht­li­che Schrit­te gegen Sal­vi­ni wegen unter­las­se­ner Hil­fe­leis­tung und Ver­let­zung des See­rechts zu prü­fen. Auch die Ber­li­ner und Kie­ler Stadt­re­gie­run­gen signa­li­sier­ten kurz dar­auf ihre Bereit­schaft, Boots­flücht­lin­ge direkt in ihren Städ­ten auf­zu­neh­men. Der Ber­liner Senat war zuvor mit den Stadt­re­gie­run­gen von Bar­ce­lo­na und Nea­pel in Ver­hand­lun­gen über eine Koope­ra­ti­on beim Flücht­lings­schutz getre­ten. Die drei Städ­te gehö­ren dem 2016 gegrün­de­ten Netz­werk »Soli­da­ri­ty Cities« an, in dem sich Regie­run­gen meh­re­rer euro­päi­scher Groß­städ­te zusam­men­ge­schlos­sen haben. Die lin­ke Stadt­re­gie­rung von Bar­ce­lo­na hat­te Anfang Juli den Hafen der Stadt für ein pri­va­tes Ret­tungs­schiff mit Flücht­lin­gen an Bord geöff­net, nach­dem es in Ita­li­en und Mal­ta abge­lehnt wor­den war. Gear­bei­tet wird in der kata­la­ni­schen Metro­po­le zudem an einem kom­mu­na­len Aus­weis­do­ku­ment, das auch den undo­ku­men­tier­ten Bewoh­ne­ren der Stadt den Zugang zu sozia­len Ein­rich­tun­gen ermög­li­chen soll. Der Städ­te­ver­bund »Soli­da­ri­ty Cities«, in dem neben Ber­lin und Wien vor ­allem die gro­ßen euro­päi­schen Hafen­städ­te Bar­ce­lo­na, Athen, Nea­pel und Rot­ter­dam ver­tre­ten sind, zielt jedoch vor allem auf eine effi­zi­ent koor­di­nier­te Bewäl­ti­gung des­sen, was im Grün­dungs­do­ku­ment »Flüchtlings­krise« genannt wird. Er for­dert von der EU-Kom­mis­si­on höhe­re Mit­tel für die sozia­le Infra­struk­tur jener Städ­te in Euro­pa, in denen de fac­to die meis­ten Geflüch­te­ten ankom­men oder bereits leben. Ansons­ten hat »Soli­da­ri­ty Cities« vor allem sym­bo­li­schen Cha­rak­ter. Bis­lang hat der Ver­band haupt­säch­lich Erklä­run­gen for­mu­liert, eine Zusam­men­ar­beit mit zivil­ge­sell­schaft­li­chen Grup­pen fin­det nur spo­ra­disch statt.” Arti­kel von Ste­fa­nie Kron in der Jung­le World vom 9.8.2018 externer Link
  • [Sanc­tua­ry Cities] »Städ­te kön­nen Spiel­räu­me aus­nut­zen« – Leben ohne Angst
    Der Sozio­lo­ge Albert Scherr im Gespräch mit Fabi­an Hil­le­brand und Niklas Fran­zen bei neu­es Deutsch­land vom 7. August 2018 externer Link über Zufluchts­städ­te in Deutsch­land: “Grund­idee der »Sanc­tua­ry Cities« ist, dass Städ­te sich für alle ihre Ein­woh­ner zustän­dig erklä­ren, unab­hän­gig von deren auf­ent­halts­recht­li­chem Sta­tus. »Sanc­tua­ry« heißt »Zuflucht« oder »Schutz«. Dahin­ter steht in den USA die Idee, dass die Kom­mu­nen oder Städ­te auch für das Wohl­erge­hen von Men­schen zustän­dig sind, die ille­ga­li­siert sind, also kei­nen lega­len Auf­ent­halts­ti­tel haben. Zunächst ein­mal ist das die sym­bo­li­sche Erklä­rung, dass sich Städ­te in Gegen­satz zur natio­nal­staat­li­chen Poli­tik stel­len. (…) Der Anspruch ist, dass alle Bewoh­ner einer »Sanc­tua­ry City« alle kom­mu­na­len Dienst­leis­tun­gen, also zum Bei­spiel Schu­len oder Kran­ken­häu­ser, ohne Angst in Anspruch neh­men dür­fen. Eine Stan­dard­for­mel heißt: »Access without Fear«, also Zugang ohne Angst. Die zwei­te Stan­dard­for­mel lau­tet: »Dont’ ask, don’t tell«. Das heißt, kom­mu­na­le Bediens­te­te wer­den auf­ge­for­dert, Men­schen nicht nach ihrem Auf­ent­halts­sta­tus zu fra­gen. Denn: Wenn sie den nicht erfah­ren, machen sie auch dies­be­züg­lich kei­ne Unter­schie­de zwi­schen den Men­schen…”
  • Kre­feld will Geflüch­te­te der „Life­li­ne“ auf­neh­men 
    Der Kre­fel­der Ober­bür­ger­meis­ter Frank Mey­er hat in einem Brief an die Kanz­le­rin Bereit­schaft zur Mit­hil­fe signa­li­siert. Auf Initia­ti­ve des Inte­gra­ti­ons­ra­tes erklärt sich die Stadt – wie auch Bonn, Düs­sel­dorf und Köln – bereit, eini­ge der mit dem See­not­ret­tungs­schiff „Life­li­ne“ Geflüch­te­ten in Kre­feld auf­zu­neh­men. Ober­bür­ger­meis­ter Frank Mey­er hat die Bereit­schaft in einem Schrei­ben an Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel signa­li­siert und die­se gebe­ten, sich für eine Ver­tei­lung der Flücht­lin­ge aus huma­ni­tä­ren Grün­den auch nach Deutsch­land ein­zu­set­zen. (…) „Je mehr Städ­te die­sen Akt der Huma­ni­tät im Sin­ne des Grund­rechts auf Asyl voll­zie­hen, des­to eher kann die huma­ni­tä­re Kata­stro­phe am Mit­tel­meer abge­wen­det wer­den.“…” Mel­dung vom 3. August 2018 bei der West­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Ham­burg wird kei­ne „Stadt der Zuflucht“ 
    “… Zahl­rei­che ande­re euro­päi­sche Städ­te wie Wien, Bar­ce­lo­na oder Stock­holm haben sich zum Ver­bund „Soli­da­ri­ty Cities“ zusam­men­ge­schlos­sen – also „Städ­te der Soli­da­ri­tät“ oder auch „Städ­te der Zuflucht“. Sie set­zen sich unter ande­rem für mehr Mit­spra­che­recht der Kom­mu­nen bei der Auf­nah­me von Flücht­lin­gen ein und unter­stüt­zen sich gegen­sei­tig bei Inte­gra­ti­ons­pro­jek­ten. Ber­lin hat jüngst eben­falls ange­kün­digt, dem Ver­bund bei­tre­ten zu wol­len. Und Ham­burg? „Gibt es Über­le­gun­gen sei­tens des Senats, die Idee der ‚Stadt der Zuflucht‘ zu unter­stüt­zen?“ Die­se Fra­ge stell­ten die Links­frak­ti­ons-Abge­ord­ne­ten Caro­la Enns­len und Chris­tia­ne Schnei­der Ende Juli dem Senat. Nun liegt die Ant­wort dar­auf vor. Sie fällt äußerst knapp aus: „Nein“.” Bei­trag von Ben­ja­min Lau­fer vom 2. August 2018 bei Hinz&Kunzt externer Link
  • Immer mehr Groß­städ­te wol­len Flücht­lin­ge auf­neh­men 
    Die pri­va­te See­not­ret­tung auf dem Mit­tel­meer wird immer schwie­ri­ger. Nun erklä­ren sich mehr und mehr deut­sche Städ­te bereit, geret­te­te Boots­flücht­lin­ge auf­zu­neh­men. (…) Mitt­ler­wei­le unter­stüt­zen auch die Stadt­ober­häup­ter von Pots­dam, Wup­per­tal und Stutt­gart die Initia­ti­ve. (…) Der Anfang Juli ins Amt gekom­me­ne Frei­bur­ger Ober­bür­ger­meis­ter Mar­tin Horn (par­tei­los) schränk­te sei­ne anfäng­li­che Bereit­schaft, Boots­flücht­lin­ge auf­zu­neh­men, nach einem Pro­test­sturm bei Face­book wie­der ein. „Es war als Soli­da­ri­täts­zei­chen gemeint. Frei­burg plant kei­ne kon­kre­ten Schrit­te zur wei­te­ren Flücht­lings­auf­nah­me“, ließ Horn sei­nen Spre­cher erklä­ren. Der Ober­bür­ger­meis­ter habe aber einen Brief an den baden-würt­tem­ber­gi­schen Städ­te­tag geschrie­ben. Offen­bar hat Horn den Auf­ruf sei­ner Kol­le­gen aus Bonn, Düs­sel­dorf und Köln nicht voll­stän­dig gele­sen, denn dort beken­nen sich die drei Städ­te sehr kon­kret dazu, selbst einen huma­ni­tä­ren Bei­trag zu leis­ten…” Arti­kel von Rüdi­ger Soldt vom 02.08.2018 bei der FAZ online externer Link
  • Nach Bonn, Düs­sel­dorf und Köln: Pots­dam will aus See­not geret­te­te Flücht­lin­ge auf­neh­men
    “Die Stadt Pots­dam will sich einer Initia­ti­ve nord­rhein-west­fä­li­scher Städ­te zur Auf­nah­me geret­te­ter Flücht­lin­ge aus See­not anschlie­ßen. Der Brief an die Bun­des­kanz­le­rin, in dem die Ober­bür­ger­meis­ter auf die schreck­li­che Situa­ti­on im und am Mit­tel­meer auf­merk­sam machen, ist eine sehr gute Initia­ti­ve unse­rer Part­ner­stadt Bonn sowie von den Städ­ten Köln und Düs­sel­dorf”, erklär­te Ober­bür­ger­meis­ter Jann Jakobs (SPD) am Sonn­tag. Pots­dam neh­me in die­sem Jahr deut­lich weni­ger Geflüch­te­te auf als in den Vor­jah­ren und schlie­ße bereits eine Gemein­schafts­un­ter­kunft. Die Ober­bür­ger­meis­ter Hen­ri­et­te Reker (Köln/​parteilos), Tho­mas Gei­sel (Düsseldorf/​SPD) und Ashok Srid­ha­ran (Bonn/​CDU) hat­ten zuvor in einem Brief an Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) erklärt, ihre Städ­te könn­ten und woll­ten in Not gera­te­ne Flücht­lin­ge auf­neh­men. Bis es die gewünsch­te euro­päi­sche Lösung für die Auf­nah­me und Inte­gra­ti­on oder Rück­füh­rung gebe, sei es drin­gend gebo­ten, die See­not­ret­tung im Mit­tel­meer wie­der zu ermög­li­chen.( …) Der Flücht­lings­rat in Nord­rhein-West­fa­len sieht in dem Ange­bot der Städ­te Düs­sel­dorf, Köln und Bonn ein “wich­ti­ges Signal”. “Es zeigt, dass es mit der Abschot­tung nicht wei­ter­ge­hen muss, son­dern auch ein ande­rer Kurs denk­bar ist”, sag­te Flücht­lings­rats-Geschäfts­füh­re­rin Bir­git Nau­joks der Tages­zei­tung “Welt”…” Mel­dung vom 29. Juli 2018 bei Focus online externer Link
  • [Bochum] Auf­ruf an den OB: Huma­ni­tä­ren Ver­ant­wor­tung gerecht wer­den
    Treff­punkt Asyl schreibt: »Herr Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Eis­kirch, wann wird Bochum dem Bei­spiel von Koeln, Dues­sel­dorf und Bonn fol­gen, sei­ner huma­ni­tä­ren Ver­ant­wor­tung gerecht wer­den und sich eben­falls für die Auf­nah­me wei­te­rer Geflüch­te­ter ein­set­zen? “Wir stim­men mit Ihnen über­ein, dass es eine euro­päi­sche Lösung für die Auf­nah­me, die Asyl­ver­fah­ren sowie die Inte­gra­ti­on oder die Rück­füh­rung von Geflüch­te­ten geben muss. Bis eine euro­päi­sche Lösung mit allen Betei­lig­ten ver­ein­bart ist, ist es drin­gend gebo­ten, die See­not­ret­tung im Mit­tel­meer wie­der zu ermög­li­chen und die Auf­nah­me der geret­te­ten Men­schen zu sichern. Unse­re Städ­te kön­nen und wol­len in Not gera­te­ne Flücht­lin­ge auf­neh­men – genau­so wie ande­re Städ­te und Kom­mu­nen in Deutsch­land es bereits ange­bo­ten haben”, heißt es in dem Brief an die Kanz­le­rin wei­ter. Damit wol­len sich die drei Städ­te gegen die ver­meint­lich herr­schen­de Stim­mung stel­len, dass “Zäu­ne und Mau­ern statt eines gerech­ten euro­päi­schen Ver­teil­sys­tems die Not der Geflüch­te­ten lösen kön­nen”.«” Auf­ruf vom 26.07.18 bei bo-alter­na­tiv externer Link, sie­he dazu Tho­mas Eis­kirch, Ober­bür­ger­meis­ter Bochum, am 31. Juli 2018 bei Twit­ter: “@Duesseldorf, @BundesstadtBonn, @Koeln: Guter Brief an die Kanz­le­rin bezgl. See­ret­tung. Eine huma­ni­tä­re Lösung wird nicht an den Kom­mu­nen, auch nicht an @bochum_de schei­tern. Eine sol­che Lösung (am bes­ten euro­pä­isch) zu fin­den, ist Sache des Bun­des.” Eine Zusa­ge ist es nicht…
  • Köln, Bonn, Düs­sel­dorf: Initia­ti­ve zur Auf­nah­me von Flücht­lin­gen stößt auf posi­ti­ves Echo 
    Auf gro­ßen Zuspruch ist die Initia­ti­ve der Städ­te Bonn, Düs­sel­dorf und Köln zur Auf­nah­me von Flücht­lin­gen gesto­ßen. Der Deut­sche Städ­te­tag begrüß­te den Appell. Der rhei­ni­sche Prä­ses dan­ke den Kom­mu­nen. (…) Die Ver­tre­te­rin des Städ­te­tags sag­te: Der Städ­te­tag hal­te es für eine „gro­ße Ges­te, dass die Städ­te Köln, Düs­sel­dorf und Bonn ein Signal für Huma­ni­tät, für das Recht auf Asyl und für die Inte­gra­ti­on Geflüch­te­ter set­zen wol­len“. Ob auch ande­re Städ­te dem Bei­spiel fol­gen soll­ten, kön­ne nur vor Ort ent­schie­den wer­den…” Mel­dung vom 30. Juli 2018 beim Miga­zin externer Link
  • Düs­sel­dorf, Köln und Bonn: Ange­bot und Appell zur Flücht­lings­hil­fe an Kanz­le­rin Mer­kel
    In einem gemein­sa­men Schrei­ben an Bun­des­kanz­le­rin Dr. Ange­la Mer­kel bie­ten die Städ­te Düs­sel­dorf, Köln und Bonn der Bun­des­re­gie­rung an, in Not gera­te­ne Flücht­lin­ge auf­neh­men zu wol­len. Dabei set­zen sich die Ober­bür­ger­meis­te­rin und die bei­den Ober­bür­ger­meis­ter der Städ­te auch dafür ein, die See­not­ret­tung im Mit­tel­meer aus huma­ni­tä­ren Grün­den wie­der zu ermög­li­chen. “Wir wol­len ein Signal für Huma­ni­tät, für das Recht auf Asyl und für die Inte­gra­ti­on Geflüch­te­ter set­zen”, so die drei Stadt­ober­häup­ter (…) Unse­re Städ­te kön­nen und wol­len in Not gera­te­ne Flücht­lin­ge auf­neh­men – genau­so wie ande­re Städ­te und Kom­mu­nen in Deutsch­land es bereits ange­bo­ten haben”, heißt es in dem Brief an die Kanz­le­rin wei­ter. Damit wol­len sich die drei Städ­te gegen die ver­meint­lich herr­schen­de Stim­mung stel­len, dass “Zäu­ne und Mau­ern statt eines gerech­ten euro­päi­schen Ver­teil­sys­tems die Not der Geflüch­te­ten lösen kön­nen”…” Mel­dung vom 26.07.2018 bei Düsseldorf.de externer Link

Sie­he auch im Labour­Net Ger­ma­ny am 9. Juni 2017: EU geht auch anders: Städ­te der Zuflucht. Eine Kon­fe­renz in Gdansk sucht nach eige­nen, soli­da­ri­schen Wegen in der Flücht­lings­po­li­tik: von unten, von den Kom­mu­nen her

Der Bei­trag Städ­te der Zuflucht: Mit geöff­ne­ten Armen – Immer mehr kom­mu­na­le Regie­run­gen begeh­ren gegen die euro­päi­sche Abschot­tungs­po­li­tik auf erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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