[perspektive:] USA ziehen 12.000 SoldatInnen aus Deutschland ab

Ein Drittel der 36.000 in Deutschland stationierten US-SoldatInnen soll abgezogen werden. Das kündigte US-Verteidigungsminister Mark Esper an. Etwa die Hälfte von ihnen soll in die USA zurückkehren. Die US-amerikanischen Stützpunkte waren Deutschland in den letzten Jahren teuer zu stehen gekommen.

Die Zahl der Sol­da­tIn­nen, die aus Deutsch­land abge­zo­gen wer­den sol­len, ist damit höher als zunächst ange­nom­men, 10.000 soll­ten es zuerst sein. Nun sol­len 6.400 in die USA zurück­keh­ren. Die ver­blei­ben­den 5.600 sol­len in ande­ren NATO-Staa­ten sta­tio­niert wer­den. So sol­len etwa 4.500 Streit­kräf­te vom Trup­pen­übungs­platz Gra­fen­wöhr in Bay­ern nach Ita­li­en ver­legt wer­den, eben­so ein Geschwa­der von 20 F‑16-Kampf­jets mit Mecha­ni­ke­rIn­nen, Besat­zung und Unter­stüt­zungs­kräf­ten aus Rhein­land-Pfalz.

Außer­dem soll das regio­na­le Haupt­quar­tier der US Army, das Euro­pean Com­mand (Eucom) von Stutt­gart nach Mons in Bel­gi­en ver­legt wer­den, wie US-Gene­ral Ted Wol­ters bekannt gab. Dort befin­det sich bereits das mili­tä­ri­sche Haupt­quar­tier der NATO in Euro­pa (SHAPE). Auch eine Ver­le­gung des Haupt­quar­tiers für Afri­ka-Ein­sät­ze (Afri­com), das sich eben­falls in Stutt­gart befin­det, sei denk­bar.

Laut Esper die­ne der Teil­ab­zug der US-Trup­pen der Erhö­hung ihrer „stra­te­gi­schen Fle­xi­bi­li­tät“ und sol­le so schnell wie mög­lich erfol­gen. Dabei sei­en eini­ge Aspek­te bin­nen Wochen umsetz­bar. Einen kon­kre­ten Zeit­plan gibt es aber noch nicht.

USA pla­nen tau­sen­de Sol­da­ten aus Deutsch­land abzu­zie­hen

Der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Donald Trump hat­te einen teil­wei­sen Abzug der Trup­pen aus Deutsch­land bereits ver­gan­ge­nen Monat ange­kün­digt. Er begrün­de­te die­sen Schritt mit einer man­geln­den Bereit­schaft Deutsch­lands, einen grö­ße­ren Teil des Staats­haus­hal­tes für Mili­ta­ri­sie­rung und Auf­rüs­tung aus­zu­ge­ben.

Es gibt jedoch Wider­stand bei eini­gen Repu­bli­ka­nern und den Demo­kra­ten gegen Trumps Vor­ha­ben. Die­se könn­ten den Abzug noch mit dem Gesetz über den kom­men­den Mili­tär­haus­halt kip­pen. Sie sind der Mei­nung, Trump wür­de die NATO schwä­chen und Russ­land in die Kar­ten spie­len.

Nach Japan ist Deutsch­land das Land mit den zweit­meis­ten sta­tio­nier­ten US-Sol­da­tIn­nen. Zu Zei­ten des Kal­ten Krie­ges waren hier­zu­lan­de noch etwa 200.000 US-Trup­pen­an­ge­hö­ri­ge sta­tio­niert. Zwar hat die­se Zahl deut­lich abge­nom­men. Trotz­dem wur­de inner­halb der letz­ten zehn Jah­re rund eine Mil­li­ar­de Euro Steu­er­gelds für die Stand­punk­te der US Army in der Bun­des­re­pu­blik aus­ge­ge­ben. Zudem hän­gen tau­sen­de Jobs an den US-Stütz­punk­ten in Deutsch­land.

Der Bei­trag USA zie­hen 12.000 Sol­da­tIn­nen aus Deutsch­land ab erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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