[ISO:] Hunger oder Covid-19

Am Vor­abend des
Ers­ten Mai 2020, mit­ten in der Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie, ver­öf­fent­lich­te die Inter­na­tio­na­le
Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on (ILO) eini­ge haar­sträu­ben­de Sta­tis­ti­ken. Etwa 1,6
Mil­li­ar­den Arbeiter*innen aus dem infor­mel­len Sek­tor befin­den sich auf­grund der
von den Regie­run­gen ver­häng­ten Lock­downs, mit denen die Aus­brei­tung des Virus
gestoppt wer­den soll, in einer erns­ten Not­la­ge.

GRAIN[1]

Nach Anga­ben der IAO [ILO] sind etwa 60% der Lohn­ab­hän­gi­gen welt­weit in der infor­mel­len Wirt­schaft tätig und arbei­ten ohne Ver­trä­ge, Sicher­heits­net­ze oder Erspar­nis­se.[2] Je nach Land stel­len Frau­en einen höhe­ren oder nied­ri­ge­ren Anteil der infor­mel­len Arbeits­kräf­te und wer­den durch­weg schlech­ter bezahlt als Män­ner.[3]

In der Tat ist der Kon­trast zwi­schen dem Reich­tum an der Spit­ze der größ­ten Nah­rungs­mit­tel­kon­zer­ne und dem Elend ihrer Beschäf­tig­ten an der vor­ders­ten Front extrem.

Jetzt gibt es wegen
Qua­ran­tä­ne und Beschrän­kun­gen, Pro­duk­ti­ons­stopps und Aus­gangs­sper­ren kei­ne
Arbeit mehr. Kei­ne Arbeit bedeu­tet kein Ein­kom­men. Ohne Ein­kom­men kei­ne
Nah­rung. Ohne alter­na­ti­ve Ein­kom­mens­quel­len «wer­den die­se Lohn­ab­hän­gi­gen und
ihre Fami­li­en kei­ne Mit­tel zum Über­le­ben haben», warn­te die IAO.[4]

Wenn Arbeiter*innen im
infor­mel­len Sek­tor nicht in der Lage sind, sich selbst zu ernäh­ren, sind sie
auch nicht in der Lage, wei­ter­hin Mil­lio­nen, wenn nicht sogar Mil­li­ar­den von
Men­schen zu ernäh­ren. Die infor­mel­le Arbeit hält die Lebens­mit­tel­ver­sor­gung in
den meis­ten Tei­len der Welt am Lau­fen: Sie macht welt­weit 94% der Arbeit in der
Land­wirt­schaft und einen gro­ßen Teil der Arbeit im Lebens­mit­tel­han­del, im
Ein­zel­han­del, bei der Zube­rei­tung und Lie­fe­rung von Lebens­mit­teln in vie­len
Tei­len der Welt aus.[5]

Die Covid-19-Kri­se hat
nicht nur unse­re Abhän­gig­keit von gut funk­tio­nie­ren­den Gesund­heits- und Ernäh­rungs­sys­te­men
offen­ge­legt, son­dern auch die schrei­en­den Unge­rech­tig­kei­ten, die den­je­ni­gen,
die in die­sen wesent­li­chen Sek­to­ren arbei­ten, in der «bes­ten» Zeit zuge­fügt
wur­den: nied­ri­ge Löh­ne, kein Zugang zur Gesund­heits­ver­sor­gung, kei­ne
Kin­der­be­treu­ung, kein Sicher­heits­schutz am Arbeits­platz, oft kein Rechts­schutz
und kei­ne Ver­tre­tung bei Ver­hand­lun­gen über Arbeits­be­din­gun­gen. Dies gilt
sowohl für den infor­mel­len als auch für den for­mel­len Sek­tor des glo­ba­len Ernäh­rungssys­tems. In der Tat ist der Kon­trast zwi­schen
dem Reich­tum an der Spit­ze der größ­ten Nah­rungs­mit­tel­kon­zer­ne und dem Elend
ihrer Beschäf­tig­ten an der vor­ders­ten Front extrem. Nest­lé bei­spiels­wei­se, die
Num­mer eins unter den Nah­rungs­mit­tel­kon­zer­nen der Welt, schüt­te­te sei­nen
Aktio­nä­ren Ende April 2020 eine Divi­den­de in Höhe von 8 Mil­li­ar­den US-Dol­lar
aus; die­ser Betrag über­steigt das Jah­res­bud­get des Welt­ernäh­rungs­pro­gramms der
Ver­ein­ten Natio­nen (WEP).[6]

Die ein­zi­ge jetzt
ent­schei­den­de Fra­ge ist, wie sicher­ge­stellt wer­den kann, dass alle Men­schen
Zugang zu Lebens­mit­teln haben, und ihre Sicher­heit und Gesund­heit ent­lang des
gan­zen Weges vom Bau­ern­hof bis zum Ver­brau­cher und zur Ver­brau­che­rin gewähr­leis­tet
wer­den kann. Lei­der war dies nicht die Prio­ri­tät, die die Lebens­mit­tel­ver­sor­gung
in den letz­ten Jahr­zehn­ten geprägt hat. Aber der Weg dort­hin ist nicht so
kom­pli­ziert, wie es schei­nen mag.

Shutdown führt zu Hunger

Die Abschal­tung eines Groß­teils der Welt­wirt­schaft seit März 2020 hat dazu geführt, dass vie­le Men­schen auf ihr Zuhau­se oder ihre Nach­bar­schaft beschränkt sind und nicht arbei­ten kön­nen. Fabri­ken wur­den still­ge­legt, Bau­pro­jek­te gestoppt, Restau­rants und Büros geschlos­sen und Trans­port­mit­tel stell­ten den Betrieb ein. In vie­len Län­dern haben Wanderarbeiter*innen, Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten sofort ver­sucht, nach Hau­se zu ihren Fami­li­en zu gelan­gen, auf die sie sich abstüt­zen kön­nen; vie­len aber gelang die­se Rei­se wegen feh­len­der Trans­port­mög­lich­kei­ten oder auf­grund von Grenz­schlie­ßun­gen nicht.

Men­schen, die seit dem Aus­bruch der Pan­de­mie weder Arbeit noch Lohn haben – der Groß­teil des infor­mel­len Sek­tors, aber auch Arbeiter*innen aus dem for­mel­len Sek­tor – sehen sich nun mit der wach­sen­den Rea­li­tät des Hun­gers kon­fron­tiert

Die­se Coro­na-Maß­nah­men
schei­nen ohne gro­ße Rück­sicht auf die tat­säch­li­che Funk­ti­ons­wei­se der
Lebens­mit­tel­ver­sor­gung umge­setzt wor­den zu sein. Die Land­wir­te waren zwar meis­tens
– wenn auch nicht immer – in der Lage, die Arbeit auf ihren Höfen
wei­ter­zu­füh­ren, aber es fehlt ihnen an Arbeits­kräf­ten – und dies gera­de zu
einer Zeit, wenn in vie­len Tei­len der Welt Ern­te- oder Geburts­zeit ist – und an
den Mit­teln, um Pro­duk­te und Vieh vom Hof zu Koope­ra­ti­ven, Sam­mel­stel­len,
Schlacht­hö­fen, Händ­lern oder Märk­ten zu brin­gen. Die Schlie­ßun­gen von Schu­len,
Büros und Restau­rants haben das Sys­tem erstickt, was zu einer enor­men
Ver­schwen­dung geführt hat. Infol­ge­des­sen wird Milch weg­ge­schüt­tet, Tie­re wer­den
ein­ge­schlä­fert und Feld­früch­te in den Boden gepflügt. In ähn­li­cher Wei­se wur­de gegen
Fischer, die wie in Ugan­da nachts vor Ort fischen, auf­grund von Aus­gangs­sper­ren
Haus­ar­rest ver­hängt.[7]

In den Städ­ten haben oft Gewalt,
Miss­brauch und Kor­rup­ti­on die­se Schlie­ßun­gen auf unver­ständ­li­che Wei­se
beglei­tet. In Ost­afri­ka, wie auch in Tei­len Asi­ens, wur­den Straßenverkäufer*innen,
die auf der Stra­ße erwischt wur­den, mit Peit­schen und Gum­mi­ge­schos­sen
kon­fron­tiert.[8] In
städ­ti­schen und stadt­na­hen Gemein­den kam es zu Unru­hen, als knap­pe
Nah­rungs­mit­tel­hil­fe ein­traf.[9]
Im Liba­non wur­de bei sol­chen Unru­hen sogar eine Per­son getö­tet.[10]
Und in eSwa­ti­ni, dem ehe­ma­li­gen Swa­si­land, hat die Regie­rung ein­fach
beschlos­sen, dass sie nicht die Städ­te ernäh­ren, son­dern sich dabei auf die
länd­li­chen Gebie­te kon­zen­trie­ren wird.[11]

In der Zwi­schen­zeit
wur­den den Nah­rungs­mit­tel­kon­zer­nen Aus­nah­me­re­ge­lun­gen gewährt, die die
Gesund­heits­kri­se wesent­lich ver­schärft haben, ohne dass die Men­schen zu
genü­gend Nah­rung kom­men. Eini­ge der welt­weit schlimms­ten Aus­brü­che von Covid-19
waren in Fleisch­ver­ar­bei­tungs­be­trie­ben mul­ti­na­tio­na­ler Kon­zer­ne in Bra­si­li­en,
Kana­da, Spa­ni­en, Deutsch­land und den USA zu ver­zeich­nen. Obwohl die­se Betrie­be
haupt­säch­lich Fleisch für den Export pro­du­zie­ren, gal­ten sie als «lebens­wich­ti­ge
Dienst­leis­tung» und durf­ten ihre Kapa­zi­tä­ten voll aus­las­ten, wodurch ihre Arbeiter*innen
mit den umlie­gen­den Gemein­den wis­sent­lich einem hohen Infek­ti­ons­ri­si­ko
aus­ge­setzt wer­den.[12]
In den USA sind bis zum 6. Mai d. J. 12 000 Arbeiter*innen in Fleisch­fa­bri­ken
erkrankt und 48 sind gestor­ben.[13]
Auch Ver­ar­bei­tungs­be­trie­be für Mee­res­früch­te sind Hot­spots, wie etwa in Gha­na,
wo ein Aus­bruch in einer Thun­fisch­kon­ser­ven­fa­brik der Thai Uni­on für 11% der
Covid-19-Fäl­le im gan­zen Land ver­ant­wort­lich ist.[14]
Die Beschäf­tig­ten von Super­märk­ten und E‑Com­mer­ce-Platt­for­men sehen sich
eben­falls mit der enor­men Schwie­rig­keit kon­fron­tiert, sich einer­seits genü­gend
zu schüt­zen und ande­rer­seits die so genann­ten «wesent­li­chen Arbei­ten» zu
erbrin­gen, die von den Sper­ren aus­ge­nom­men sind. Die Ölpal­men­plan­ta­gen haben ihren
Betrieb größ­ten­teils auf­recht­erhal­ten – um die Pro­duk­ti­on drin­gend benö­tig­ter
Sei­fen zur Bekämp­fung der Pan­de­mie sicher­zu­stel­len, wie ihre Eigen­tü­mer
behaup­ten – aber eini­ge haben sich über loka­le Ver­ord­nun­gen hin­weg­ge­setzt oder
nicht den not­wen­di­gen Schutz für die Beschäf­tig­ten bereit­ge­stellt.[15]

Es besteht die Gefahr,
dass die Gene­sung schlim­mer wird als die Krank­heit. Men­schen, die seit dem
Aus­bruch der Pan­de­mie weder Arbeit noch Lohn haben – der Groß­teil des
infor­mel­len Sek­tors, aber auch Arbeiter*innen aus dem for­mel­len Sek­tor – sehen
sich nun mit der wach­sen­den Rea­li­tät des Hun­gers kon­fron­tiert. Nach Anga­ben des
WEP [Welt­ernäh­rungs­pro­gramm] ist das Risi­ko der­zeit in etwa zehn Län­dern am
höchs­ten, von denen die meis­ten in bewaff­ne­te Kon­flik­te ver­wi­ckelt sind, wie
Soma­lia oder Süd­su­dan. Doch der man­geln­de Zugang zu Nah­rungs­mit­teln auf­grund
der Betriebs­schlie­ßun­gen unter Covid-19 und die dar­aus resul­tie­ren­de welt­wei­te
Rezes­si­on, die, wie uns gesagt wird, noch Mona­te andau­ern wird, bedroht jetzt
vie­le ande­re Län­der. In Indi­en haben 50% der Land­be­völ­ke­rung auf­grund der
Schlie­ßung weni­ger zu essen.[16]
Welt­weit könn­te sich die Zahl der Men­schen, die unter aku­tem Hun­ger lei­den, von
heu­te 135 Mil­lio­nen auf 265 Mil­lio­nen bis Ende des Jah­res ver­dop­peln, so das WEP.[17]

Schon jetzt ste­hen die am
här­tes­ten Betrof­fe­nen vor die­ser schmerz­li­chen Wahl. Das Sprich­wort «Lie­ber
ster­be ich am Coro­na­vi­rus als zu ver­hun­gern» ist in Hai­ti, Ango­la, im Liba­non, in
der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kon­go, Mayot­te, Indi­en und Latein­ame­ri­ka weit
ver­brei­tet.[18] Sogar in
Bel­gi­en heißt es nun: «Ent­we­der wir ster­ben an Hun­ger oder am Coro­na­vi­rus. Wir
müs­sen uns ent­schei­den».[19]
In West­afri­ka lau­tet die Losung: «Der Hun­ger wird uns töten, bevor es Coro­na
tut».

Klar ist: Wenn die­ser
sich aus­brei­ten­de Hun­ger das Aus­maß einer glo­ba­len Kri­se erreicht, dann nicht
wegen man­geln­der Pro­duk­ti­on oder gar wegen Hor­tens. Das Ange­bot ist reich­lich
vor­han­den. Viel­mehr hat sich gezeigt, dass das Sys­tem der Ver­tei­lung nicht in
der Lage ist, alle sicher zu ernäh­ren; dies betrifft gera­de die
hoch­kon­zen­trier­ten und expo­nier­ten Bevöl­ke­rungs­seg­men­te, die nicht auf die
Kri­se reagie­ren kön­nen.

Kreative Alternativen aus der Bevölkerung

Eine der ers­ten Maß­nah­men,
die vie­le Behör­den ergrif­fen, um die Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus zu stop­pen,
war die Schlie­ßung von Restau­rants, Cafés, Imbiss­stän­den und Frisch­märk­ten. Als
Reak­ti­on dar­auf ent­stan­den oft spon­tan vie­le ande­re Wege, um Lebens­mit­tel
dort­hin zu brin­gen, wo sie benö­tigt wer­den, oft unter Nut­zung sozia­ler Medi­en.
Auf Face­book und Whats­app haben sich Grup­pen gebil­det, um gemein­sam zu
ermit­teln, wo sich die Lebens­mit­tel­vor­rä­te befin­den oder um gemein­sam Pro­duk­te
von Bau­ern zu beschaf­fen. Geschlos­se­ne Restau­rants und Kan­ti­nen nut­zen ihre
Res­sour­cen, um auf lose Lebens­mit­tel­vor­rä­te wie Mehl oder Getrei­de zuzu­grei­fen,
sie neu zu ver­pa­cken und in klei­nen Men­gen zu ver­kau­fen. «Umnut­zung» ist zum
Wort der Stun­de gewor­den, wenn Gemein­schaf­ten zusam­men­kom­men oder sich
for­mie­ren, um Lebens­mit­tel mit krea­ti­ven Mit­teln zu fin­den und zu
trans­por­tie­ren.

Die Land­wir­te beschrei­ten
eben­falls inno­va­ti­ve Wege, um ihre Pro­duk­te zu ver­kau­fen und zu trans­por­tie­ren.
In Euro­pa haben sie mit dem Ver­kauf ab Hof, mit Lie­fe­run­gen an Kran­ken­häu­ser
und mit Online-Ver­trieb begon­nen und sind über öffent­li­che
Land­wirt­schafts­pro­gram­me und Bau­ern­märk­te direkt mit den Verbraucher*innen in
Kon­takt getre­ten.[20] In
Asi­en sind die Bau­ern und Bäue­rin­nen über sozia­le Medi­en oder
E‑Com­mer­ce-Instru­men­te online gegan­gen, um alter­na­ti­ve Märk­te zu orga­ni­sie­ren.[21]
Im indi­schen Kar­nataka bei­spiels­wei­se haben Land­wir­te begon­nen, Twit­ter zu
nut­zen, um Vide­os zu ihren Pro­duk­ten auf­zu­schal­ten und mit Käufer*innen in
Kon­takt zu tre­ten. Ande­re bele­ben erneut tra­di­tio­nel­le Tausch­sys­te­me, um dem
Man­gel an Bar­geld bei­zu­kom­men und das Ange­bot an die Nach­fra­ge anzu­pas­sen.[22]
In Indo­ne­si­en hat eine Gewerk­schaft von Fischer*innen in Indra­mayu, West-Java,
eine Initia­ti­ve gestar­tet, um mit loka­len Bau­ern­grup­pen im Rah­men einer
kol­lek­ti­ven Akti­on mit dem Namen «Lebens­mit­tel­scheu­ne der Fischer» Han­del zu
trei­ben. Da Restau­rants und Märk­te geschlos­sen wur­den, feh­len den Fischern die Käufer*innen.
Des­halb tau­schen sie mit den Bau­ern und Bäue­rin­nen Fisch gegen Reis und Gemü­se.
Dadurch sor­gen die ver­schie­de­nen Gemein­den für Nah­rung und Lebens­un­ter­halt.[23]

In Latein­ame­ri­ka sind die
länd­li­chen Gemein­den am wenigs­ten von dem Virus betrof­fen. Vie­le von ihnen
orga­ni­sie­ren sich, um Nah­rungs­mit­tel an die Armen in den Städ­ten zu ver­tei­len.
In Cau­ca, Kolum­bi­en, haben die Nasa – die sich selbst als Lang­zeit­über­le­ben­de
von Viren, Krie­gen und dem Ein­drin­gen der Agrar­in­dus­trie betrach­ten – gemein­sam
einen «Lebens­mit­tel­marsch» orga­ni­siert und Lie­fe­run­gen aus ihrer Ern­te in die
ver­arm­ten Stadt­vier­tel gebracht, um der Abrie­ge­lung zu trot­zen.[24]
In Bra­si­li­en hat die Land­lo­sen-Bewe­gung ohne jeg­li­che staat­li­che Unter­stüt­zung
600 Ton­nen gesun­der Nah­rungs­mit­tel an Kran­ken­häu­ser, Obdach­lo­se und ande­re
gefähr­de­te Tei­le der Bevöl­ke­rung in 24 Bun­des­staa­ten des Lan­des gespen­det.[25]
Die Mit­glie­der sind auch dabei, städ­ti­sche Cafés in Sup­pen­kü­chen und
Bil­dungs­ein­rich­tun­gen in behelfs­mä­ßi­ge Kran­ken­häu­ser umzu­wan­deln, in denen mit
ihnen ver­bün­de­te Beschäf­tig­te aus dem Gesund­heits­we­sen ihre Diens­te anbie­ten.[26]

In Sim­bab­we hat die
Abrie­ge­lung den Trans­port land­wirt­schaft­li­cher Erzeug­nis­se von den gro­ßen
Far­men im gan­zen Land zum Erlie­gen gebracht. Klein­bau­ern und ‑bäue­rin­nen, die
nur begrenz­te Unter­stüt­zung erhal­ten, fül­len die Lücke und suchen neue Wege,
Gemü­se und ande­re Pro­duk­te auf die Märk­te zu brin­gen. Front­leu­te der
Bau­ern­be­we­gung sagen, die­se Ver­schie­bung in der Nah­rungs­mit­tel­ma­trix zei­ge,
dass die 1,5 Mil­lio­nen Klein­bau­ern und ‑bäue­rin­nen des Lan­des in der Lage sind,
die Nati­on zu ernäh­ren.[27]

Auch loka­le Regie­run­gen,
Pri­vat­per­so­nen und Unter­neh­men haben ihren Bei­trag geleis­tet. In Viet­nam wur­den
öffent­li­che Auto­ma­ten erfun­den, so genann­te «Reis-Geld­au­to­ma­ten»; mit die­sen
wird Fami­li­en der Zugang zu einer kos­ten­lo­sen Tages­ra­ti­on Reis ohne phy­si­schen
Kon­takt oder Hor­ten ermög­licht.[28]
In Indi­en hat der Bun­des­staat Kera­la eine Kam­pa­gne namens «Sub­hik­s­ha Keralam»
gestar­tet, die mit­tels Sub­ven­tio­nen, Infra­struk­tur und ande­ren
Unter­stüt­zungs­me­cha­nis­men die Selbst­ver­sor­gung mit Nah­rungs­mit­teln zu errei­chen
sucht.[29]
In Thai­land wur­den unter der Qua­ran­tä­ne mit Unter­stüt­zung der loka­len Behör­den
Bang­koks mobi­le Gemü­se­lä­den wie­der­be­lebt. Der städ­ti­sche Groß­markt stellt
Klein­pro­du­zen­ten und Händ­lern Hun­der­te von Last­wa­gen zur Ver­fü­gung, damit sie
auf Haus-zu-Haus-Lie­fe­run­gen umstei­gen kön­nen.[30]
Und in vie­len Tei­len Afri­kas pas­sen die Motor­rad­lie­fer­diens­te ihre Prak­ti­ken
an, um die Lebens­mit­tel­ver­sor­gung der Men­schen zu erleich­tern, die sie
benö­ti­gen.[31]

Ob durch Soli­da­ri­tät,
gegen­sei­ti­ge Hil­fe, ehren­amt­li­che Arbeit oder Koope­ra­ti­ven, ob for­mell oder
infor­mell, die­se Wel­le gemein­schafts­ori­en­tier­ter Bemü­hun­gen, Nah­rungs­mit­tel
dort­hin zu brin­gen, wo sie gebraucht wer­den, ist von ent­schei­den­der Bedeu­tung
und erfor­dert drin­gend Res­sour­cen. Initia­ti­ven an der Basis sind zwar nicht «die»
Lösung, aber sie wei­sen sicher­lich in die rich­ti­ge Rich­tung.

Übergang zu kommunitären Ernährungssystemen

Um die Kata­stro­phe zu
ver­hin­dern, vor der uns sowohl die IAO als auch das WEP war­nen, for­dern wir
drei Arten von Maß­nah­men.

Kurz­fris­tig:

1) Mate­ri­el­le und
finan­zi­el­le Aus­stat­tung von Gemein­schafts­in­itia­ti­ven:
Es ist drin­gend not­wen­dig, dass die Bemü­hun­gen
der infor­mel­len Zusam­men­hän­ge um die Ver­sor­gung der Bedürf­ti­gen klar aner­kannt
und unter­stützt wer­den. Für die­se Bemü­hun­gen soll­ten finan­zi­el­le Mit­tel, Instru­men­te
und ande­re Mit­tel bereit­ge­stellt wer­den. Dabei kann es sich um Geld oder
Mate­ria­li­en für Nach­bar­schafts­grup­pen oder indi­ge­ne Gemein­schaf­ten han­deln, die
per­sön­li­che Schutz­aus­rüs­tung, Räu­me oder Mit­tel benö­ti­gen, mit denen Vor­rä­te
orga­ni­siert und trans­por­tiert wer­den kön­nen. Dies kann Unter­stüt­zung für
regio­na­le und loka­le Regie­run­gen umfas­sen, damit die­se die Arbeit gemein­sam mit
gemein­de­ba­sier­ten Orga­ni­sa­tio­nen, Koope­ra­ti­ven, Bäue­rin­nen und Bau­ern
durch­füh­ren kön­nen. Und dann die Unter­stüt­zung der loka­len Regie­run­gen selbst,
sei es durch poli­ti­sche Maß­nah­men oder Infra­struk­tur. Vie­le tun dies bereits,
aber die­se Anstren­gun­gen müs­sen mas­siv und schnell auf­ge­stockt wer­den. Die
Finanz­mit­tel der Welt­bank, des Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds und ande­rer Geber an
die Regie­run­gen für die Meis­te­rung der Gesund­heits­kri­se gehen zu einem gro­ßen
Teil an gro­ße Unter­neh­men. Es wäre bes­ser, den loka­len Regie­run­gen mehr Mit­tel
zuzu­wei­sen, damit sie die Bemü­hun­gen der Gemein­den unter­stüt­zen kön­nen.

Län­ger­fris­tig:

2) Ver­bes­se­rung der
Bedin­gun­gen für Bau­ern, Bäue­rin­nen und Arbeiter*innen:
Wir müs­sen die Posi­ti­on der Arbei­ten­den im
Lebens­mit­tel­sys­tem ver­bes­sern, von der Pro­duk­ti­on oder Beschaf­fung bis hin zum
Ein­zel­han­del, zur Lie­fe­rung und zum Lebens­mit­tel­ser­vice. Das bedeu­tet unter
ande­rem: Höhe­re Löh­ne oder ein uni­ver­sel­les Grund­ein­kom­men, das
ein­kom­mens­schwa­che Lohn­ab­hän­gi­ge viel bes­ser bezahlt und auch die Men­schen außer­halb
der Lohn­ar­beit erreicht; eine Mit­ent­schei­dung über eine Neu­de­fi­ni­ti­on von
Arbeit und der Arbeits­pro­zes­se, wie es vie­le Gewerk­schaf­ten for­dern; vol­le
Rech­te auf Gesund­heits­ver­sor­gung, Gefah­ren­zu­la­ge, siche­re Arbeits­be­din­gun­gen
und Kin­der­be­treu­ung; und, viel­leicht am wich­tigs­ten, einen bes­se­ren Sta­tus in
der Gesell­schaft. Die Land­wir­te müs­sen auch mit zuver­läs­si­gen Sys­te­men
unter­stützt wer­den, damit sie ihre Pro­duk­te zu fai­ren Prei­sen auf die Märk­te
brin­gen und ihren Lebens­un­ter­halt sichern kön­nen. Gleich­zei­tig müs­sen den Landarbeiter*innen
exis­tenz­si­chern­de Löh­ne und gesun­de Arbeits­be­din­gun­gen garan­tiert wer­den. Die
Covid-19-Kri­se hat deut­lich gemacht, wie wich­tig land­wirt­schaft­li­che Arbeit,
Trans­port, Lebens­mit­tel­ver­tei­lung für unser Wohl­erge­hen sind. Die Men­schen, die
in die­sem Sys­tem arbei­ten, arbei­ten eben­so an der Front wie die Beschäf­tig­ten
im Gesund­heits­we­sen. Sie ver­die­nen einen bes­se­ren Arbeits­platz, eine bes­se­re
Bezah­lung und eine gerech­te­re Ver­tei­lung der Leis­tun­gen. Jetzt ist es an der
Zeit, die­sen Struk­tur­wan­del vor­an­zu­trei­ben.

3) Wie­der­auf­bau einer
öffent­li­chen Lebens­mit­tel­ver­sor­gung:
Wir müs­sen von der Öffent­lich­keit kon­trol­lier­te Märk­te im
Lebens­mit­tel­be­reich neu erfin­den und stär­ken, und zwar von der loka­len Ebe­ne an
auf­wärts. Und wir müs­sen die­se Märk­te mit der Pro­duk­ti­on der Klein­land­wirt­schaft
und Fische­rei ver­bin­den. Die Coro­na-Sperr­maß­nah­men haben uns recht deut­lich vor
Augen geführt, dass wir uns nicht auf den Welt­han­del als Stra­te­gie ver­las­sen
kön­nen, und dass die Kon­trol­le der Kon­zer­ne über wich­ti­ge Seg­men­te unse­rer
Nah­rungs­mit­tel­ver­sor­gung unser Über­le­ben gefähr­det. Wir müs­sen damit auf­hö­ren,
öffent­li­che Gel­der an gro­ße Nah­rungs­mit­tel- oder Agrar­un­ter­neh­men zu ver­ge­ben,
es sei denn zur Stär­kung der Arbei­ten­den. Wir müs­sen die Kon­zen­tra­ti­on der
Lebens­mit­tel­in­dus­trie zurück­drän­gen, und zwar durch Maß­nah­men wie Anti-Kar­tell­ge­set­ze
im gesam­ten Nah­rungs­mit­tel­sek­tor und mit­tels direk­ter Nah­rungs­mit­tel­ver­tei­ler.
Wir wis­sen, dass wei­te­re Pan­de­mien kom­men wer­den. Jetzt ist die Gele­gen­heit für
Fort­schrit­te durch den Auf­bau einer öffent­li­chen Aus­rich­tung unse­rer
Lebens­mit­tel­sys­te­me, ähn­lich wie im Gesund­heits­sek­tor, wo wir öffent­li­che
medi­zi­ni­sche For­schung, öffent­li­che Kran­ken­häu­ser und Gene­ri­ka haben müs­sen,
die nicht durch Paten­te belas­tet sind, die dem Pro­fit der Unter­neh­men die­nen.
Lebens­mit­tel sind nicht nur ein öffent­li­ches Gut; sie sind ein sozia­les Gut und
sie müs­sen eben­so wie die Gesund­heits­ver­sor­gung garan­tiert, geschützt und für
alle bereit­ge­stellt wer­den.

Wenn etwas Posi­ti­ves aus
die­ser Kri­se her­vor­ge­hen soll­te, so müs­sen wir nach Jahr­zehn­ten der
Pri­va­ti­sie­rung und der Ein­fluss­nah­me der Kon­zer­ne die öffent­li­chen Ver­sor­gungs­sys­te­me
in unse­ren Län­dern zurück­ge­win­nen und kon­so­li­die­ren. Die­se Sys­te­me soll­ten
Lösun­gen unter­stüt­zen und auf Lösun­gen auf­bau­en, die loka­le Gemein­schaf­ten
bereits anbie­ten. Nah­rung ist eben­so wie Gesund­heit ein ent­schei­den­der
Ansatz­punkt.

Quel­le: https://​grain​.org/​e​/​6​4​6​5​#​.​X​s​E​6​d​y​H​D​A​H​s​.​t​w​i​t​ter

Über­set­zung: Wil­li E.


[1] GRAIN ist eine klei­ne inter­na­tio­na­le Non-Pro­fit-Orga­ni­sa­ti­on zur
Unter­stüt­zung von Klein­bau­ern­schaf­ten und sozia­len Bewe­gun­gen in ihrem Kampf
für Ernäh­rungs­sys­te­me, die von den Com­mu­nities kon­trol­liert wer­den und der
Erhal­tung der Bio­di­ver­si­tät ver­pflich­tet sind. (Sie­he ihre aus­führ­li­che Selbst­dar­stel­lung
unter https://​grain​.org/​e​n​/​p​a​g​e​s​/​o​r​g​a​n​i​s​a​t​ion).
[Anm. d. Red.]

[2] Haus­an­ge­stell­te
mit Ver­trä­gen, Bau­ern und Bäue­rin­nen, Kleinhändler*innen mit ein­ge­tra­ge­nen
Unter­neh­men wer­den nicht unter die Defi­ni­ti­on der infor­mel­len Öko­no­mie gefasst.

[3] ILO, “Women and men in the
infor­mal eco­no­my: A sta­tis­ti­cal pic­tu­re”, 2018, https://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/—dgreports/—dcomm/documents/publication/wcms_626831.pdf, page 21.

[4] ILO, “As job los­ses esca­la­te,
near­ly half of glo­bal work­for­ce at risk of losing live­li­hoods”, 29 April 2020, https://www.ilo.org/global/about-the-ilo/newsroom/news/WCMS_743036/lang–en/index.htm

[5] ILO, “Women and men in the
infor­mal eco­no­my: A sta­tis­ti­cal pic­tu­re”, 2018, https://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/—dgreports/—dcomm/documents/publication/wcms_626831.pdf, page 21.

[6] Nest­lé, “Results of the 153rd
Annu­al Gene­ral Mee­ting of Nest­lé S.A. held on April 23, 2020”, https://www.nestle.com/sites/default/files/2020–04/annual-general-meeting-2020-summary-minutes-en.pdf. Im Jahr 2018 sam­mel­te das WEP 7.2 Mil­li­ar­den US$, sie­he: https://​www​.wfp​.org/​o​v​e​r​v​iew

[7] Inter­na­tio­nal Panel of Experts
on Sus­tainab­le Food Sys­tems, “COVID-19 and the cri­sis in food sys­tems”, April
2020, http://​www​.ipes​-food​.org/​p​a​g​e​s​/​c​o​v​i​d19

[8] Alex Esa­ga­la et al, “Canes,
tears in Kam­pa­la over coro­na­vi­rus”, Dai­ly Moni­tor, 26 March 2020, https://www.monitor.co.ug/News/National/Photos-that-will-compel-you-cancel-your-journey-Kampala/688334–5505362-g3u0ib/index.html and Boitu­me­lo Met­sing, “Food
par­cel pro­test turns ugly as cops fire rub­ber bul­lets at hungry resi­dents”, The
Star, 29 Apr 2020, https://​www​.iol​.co​.za/​t​h​e​-​s​t​a​r​/​s​p​o​r​t​/​f​o​o​d​-​p​a​r​c​e​l​-​p​r​o​t​e​s​t​-​t​u​r​n​s​-​u​g​l​y​-​a​s​-​c​o​p​s​-​f​i​r​e​-​r​u​b​b​e​r​-​b​u​l​l​e​t​s​-​a​t​-​h​u​n​g​r​y​-​r​e​s​i​d​e​n​t​s​-​4​7​3​2​5​962

[9] Tom Odu­la and Idi Ali Juma,
“Stam­pe­de in Kenya as slum resi­dents sur­ge for food aid”, Asso­cia­ted Press, 10
April 2020 https://​komo​news​.com/​n​e​w​s​/​n​a​t​i​o​n​-​w​o​r​l​d​/​s​t​a​m​p​e​d​e​-​i​n​-​k​e​n​y​a​-​a​s​-​s​l​u​m​-​r​e​s​i​d​e​n​t​s​-​s​u​r​g​e​-​f​o​r​-​f​o​o​d​-​aid

[10] Jean Shaoul, “Pro­tes­ter kil­led
in Leba­non during riots against soa­ring food pri­ces”, World Socia­list Web­site,
29 April 2020, https://​www​.wsws​.org/​e​n​/​a​r​t​i​c​l​e​s​/​2​0​2​0​/​0​4​/​2​9​/​l​e​b​a​-​a​2​9​.​h​tml

[11] ”Swa­zi­land govt. con­firms it will
not feed the star­ving in towns and cities during coro­na­vi­rus lock­down”, Swa­zi
Media Com­men­ta­ry, 29 April 2020, https://​allaf​ri​ca​.com/​s​t​o​r​i​e​s​/​2​0​2​0​0​4​2​9​0​7​0​2​.​h​tml

[12] United Food and Com­mer­cial
Workers Inter­na­tio­nal Uni­on, “UFCW calls on USDA and White House to pro­tect
meat­packing workers and America’s food sup­ply”, 30 April 2020, http://​www​.ufcw​.org/​2​0​2​0​/​0​4​/​3​0​/​c​o​v​i​d​p​a​c​k​i​ng/. Wäh­rend es in der euro­päi­schen Fleisch­ver­ar­bei­tung
eben­falls zu Aus­brü­chen kommt, so sind die­se nicht so tief­grei­fend und breit
wie in den USA, wo die Kon­zen­tra­ti­on der Fabri­ken höher ist.

[13] Leah Dou­glas, “Map­ping
Covid-19 in meat and food pro­ces­sing plants”, Food and Envi­ron­ment Repor­ting
Net­work, 22 April 2020,
https://​the​fern​.org/​2​0​2​0​/​0​4​/​m​a​p​p​i​n​g​-​c​o​v​i​d​-​1​9​-​i​n​-​m​e​a​t​-​a​n​d​-​f​o​o​d​-​p​r​o​c​e​s​s​i​n​g​-​p​l​a​n​ts/

[14] Rachel Sapin and Drew Cher­ry,
“Thai Uni­on plant is source of coro­na­vi­rus out­break that sicke­ned over 500,
offi­cials say”, Intra­Fi­sh, 12 May 2020, https://www.intrafish.com/processing/thai-union-plant-is-source-of-coronavirus-outbreak-that-sickened-over-500-officials-say/2–1‑807547

[15] ARD, Green Advo­ca­tes,
JUSTICITIZ, MALOA, NMJD, RADD, Syn­a­par­cam and YVE, “We demand jus­ti­ce and
safe­ty for workers on Socfin’s rubber/​oil palm plan­ta­ti­ons during the Covid-19
pan­de­mic”, Open let­ter to Soc­fin, 29 April 2020, https://​farm​land​grab​.org/​2​9​602

[16] “Coro­na­vi­rus impact | Half of
rural India
is eating less due to COVID-19 lock­down: Sur­vey”, Monet­con­trol, 13 May 2020, https://​www​.money​con​trol​.com/​n​e​w​s​/​i​n​d​i​a​/​c​o​v​i​d​-​1​9​-​i​m​p​a​c​t​-​h​a​l​f​-​o​f​-​r​u​r​a​l​-​p​o​p​u​l​a​t​i​o​n​-​e​a​t​i​n​g​-​l​e​s​s​-​a​m​i​d​-​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​-​c​r​i​s​i​s​-​5​2​5​9​4​9​1​.​h​tml

[17] Paul Anthem, “Risk of hun­ger
pan­de­mic as COVID-19 set to almost dou­ble acu­te hun­ger by end of 2020”, WFP, 16
April 2020, https://insight.wfp.org/covid-19-will-almost-double-people-in-acute-hunger-by-end-of-2020–59df0c4a8072

[18] Bel­lo, “Choo­sing bet­ween
live­li­hoods and lives in Latin Ame­ri­ca”, The Eco­no­mist, 2 May 2020, https://​www​.eco​no​mist​.com/​t​h​e​-​a​m​e​r​i​c​a​s​/​2​0​2​0​/​0​5​/​0​2​/​c​h​o​o​s​i​n​g​-​b​e​t​w​e​e​n​-​l​i​v​e​l​i​h​o​o​d​s​-​a​n​d​-​l​i​v​e​s​-​i​n​-​l​a​t​i​n​-​a​m​e​r​ica; “Leba­non: A New Sur­ge in the Popu­lar
Strugg­le”, Inter­na­tio­nal Socia­list League, May 4, 2020, http://​lis​-isl​.org/​e​n​/​2​0​2​0​/​0​5​/​0​4​/​l​i​b​a​n​o​-​u​n​-​n​u​e​v​o​-​s​a​l​t​o​-​e​n​-​l​a​-​r​e​b​e​l​i​o​n​-​p​o​p​u​l​ar/; La Réd­ac­tion, « Ici,
on a plus peur de mour­ir de faim que du coro­na­vi­rus ! », Char­lie Heb­do, 6 avril
2020, https://​char​lie​heb​do​.fr/​2​0​2​0​/​0​4​/​c​o​u​r​r​i​e​r​/​c​o​u​r​r​i​e​r​-​d​e​s​-​l​e​c​t​e​u​r​s​-​m​a​y​o​t​t​e​-​o​n​-​a​-​p​l​u​s​-​p​e​u​r​-​d​e​-​m​o​u​r​i​r​-​d​e​-​f​a​i​m​-​q​u​e​-​d​u​-​c​o​r​o​n​a​v​i​r​us/; AFP, “Dans l’Inde
con­fi­née, les pau­vres lut­tent pour sur­viv­re”, 9 avril 2020, https://​www​.jour​nal​de​mont​re​al​.com/​2​0​2​0​/​0​4​/​0​9​/​d​a​n​s​-​l​i​n​d​e​-​c​o​n​f​i​n​e​e​-​l​e​s​-​p​a​u​v​r​e​s​-​l​u​t​t​e​n​t​-​p​o​u​r​-​s​u​r​v​i​vre; AFP, “Haï­ti: mour­ir de faim
aujourd’hui ou du coro­na­vi­rus demain”, 3 May 2020, https://www.la-croix.com/Monde/Haiti-mourir-faim-aujourd-hui-coronavirus-demain-2020–05-03–1301092306; AFP, “«Mieux vaut mour­ir de cet­te
mala­die que mour­ir de faim»: les Ango­lais bra­vent le ver­rouil­la­ge du virus”, 6
Avril 2020, https://​www​.fr24​news​.com/​f​r​/​a​/​2​0​2​0​/​0​4​/​m​i​e​u​x​-​v​a​u​t​-​m​o​u​r​i​r​-​d​e​-​c​e​t​t​e​-​m​a​l​a​d​i​e​-​q​u​e​-​m​o​u​r​i​r​-​d​e​-​f​a​i​m​-​l​e​s​-​a​n​g​o​l​a​i​s​-​b​r​a​v​e​n​t​-​l​e​-​v​e​r​r​o​u​i​l​l​a​g​e​-​d​u​-​v​i​r​u​s​.​h​tml. Bel­lo, “Choo­sing bet­ween
live­li­hoods and lives in Latin Ame­ri­ca”, The Eco­no­mist, 2 May 2020, https://​www​.eco​no​mist​.com/​t​h​e​-​a​m​e​r​i​c​a​s​/​2​0​2​0​/​0​5​/​0​2​/​c​h​o​o​s​i​n​g​-​b​e​t​w​e​e​n​-​l​i​v​e​l​i​h​o​o​d​s​-​a​n​d​-​l​i​v​e​s​-​i​n​-​l​a​t​i​n​-​a​m​e​r​ica; “Leba­non: A New Sur­ge in the
Popu­lar Strugg­le”, Inter­na­tio­nal Socia­list League, May 4, 2020, http://​lis​-isl​.org/​e​n​/​2​0​2​0​/​0​5​/​0​4​/​l​i​b​a​n​o​-​u​n​-​n​u​e​v​o​-​s​a​l​t​o​-​e​n​-​l​a​-​r​e​b​e​l​i​o​n​-​p​o​p​u​l​ar/; La Réd­ac­tion, «
Ici, on a plus peur de mour­ir de faim que du coro­na­vi­rus ! », Char­lie Heb­do, 6
avril 2020, https://​char​lie​heb​do​.fr/​2​0​2​0​/​0​4​/​c​o​u​r​r​i​e​r​/​c​o​u​r​r​i​e​r​-​d​e​s​-​l​e​c​t​e​u​r​s​-​m​a​y​o​t​t​e​-​o​n​-​a​-​p​l​u​s​-​p​e​u​r​-​d​e​-​m​o​u​r​i​r​-​d​e​-​f​a​i​m​-​q​u​e​-​d​u​-​c​o​r​o​n​a​v​i​r​us/; AFP, “Dans l’Inde
con­fi­née, les pau­vres lut­tent pour sur­viv­re”, 9 avril 2020, https://​www​.jour​nal​de​mont​re​al​.com/​2​0​2​0​/​0​4​/​0​9​/​d​a​n​s​-​l​i​n​d​e​-​c​o​n​f​i​n​e​e​-​l​e​s​-​p​a​u​v​r​e​s​-​l​u​t​t​e​n​t​-​p​o​u​r​-​s​u​r​v​i​vre; AFP, “Haï­ti: mour­ir de faim
aujourd’hui ou du coro­na­vi­rus demain”, 3 May 2020, https://www.la-croix.com/Monde/Haiti-mourir-faim-aujourd-hui-coronavirus-demain-2020–05-03–1301092306; AFP, “«Mieux vaut mour­ir de cet­te
mala­die que mour­ir de faim»: les Ango­lais bra­vent le ver­rouil­la­ge du virus”, 6
Avril 2020, https://​www​.fr24​news​.com/​f​r​/​a​/​2​0​2​0​/​0​4​/​m​i​e​u​x​-​v​a​u​t​-​m​o​u​r​i​r​-​d​e​-​c​e​t​t​e​-​m​a​l​a​d​i​e​-​q​u​e​-​m​o​u​r​i​r​-​d​e​-​f​a​i​m​-​l​e​s​-​a​n​g​o​l​a​i​s​-​b​r​a​v​e​n​t​-​l​e​-​v​e​r​r​o​u​i​l​l​a​g​e​-​d​u​-​v​i​r​u​s​.​h​tml.

[19] Annick Ovi­ne, “’Nous, on doit choi­sir: mour­ir
de faim ou crever du coro­na­vi­rus’”, La Libre, 16 March 2020, https://​www​.lalibre​.be/​b​e​l​g​i​q​u​e​/​s​o​c​i​e​t​e​/​n​o​u​s​-​o​n​-​d​o​i​t​-​c​h​o​i​s​i​r​-​m​o​u​r​i​r​-​d​e​-​f​a​i​m​-​o​u​-​c​r​e​v​e​r​-​d​u​-​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​-​5​e​6​f​9​1​f​c​9​9​7​8​e​2​0​1​d​8​b​c​f​20c

[20] Euro­pean Coor­di­na­ti­on Via Cam­pe­si­na, “ECVC
sur­vey on the impact of Covid-19 on peasant far­ming”, April 2020, https://​www​.euro​via​.org/​w​p​-​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​2​0​2​0​/​0​4​/​E​C​V​C​-​S​U​R​V​E​Y​-​O​N​-​T​H​E​-​I​M​P​A​C​T​-​O​F​-​C​O​V​I​D​-​1​9​-​O​N​-​P​E​A​S​A​N​T​-​F​A​R​M​I​N​G​.​pdf

[21] Zhen­zhong Si, “Com­men­ta­ry: How Chi­na ensu­red no
one went hungry during coro­na­vi­rus lock­down”, Chan­nel News Asia, 19 April 2020,
https://​www​.chan​nel​new​s​asia​.com/​n​e​w​s​/​c​o​m​m​e​n​t​a​r​y​/​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​-​c​o​v​i​d​-​1​9​-​c​h​i​n​a​-​g​r​o​c​e​r​y​-​f​o​o​d​-​s​e​c​u​r​i​t​y​-​p​r​i​c​e​-​d​e​l​i​v​e​r​y​-​1​2​6​4​0​426

[22] Shahroz Afri­di, “Mad­hya Pra­desh: Left without
cash, lock­down for­ces vil­la­gers to adopt bar­ter sys­tem”, Free Press Jour­nal, 22
April 2020, https://​www​.free​press​jour​nal​.in/​b​h​o​p​a​l​/​m​a​d​h​y​a​-​p​r​a​d​e​s​h​-​l​e​f​t​-​w​i​t​h​o​u​t​-​c​a​s​h​-​l​o​c​k​d​o​w​n​-​f​o​r​c​e​s​-​v​i​l​l​a​g​e​r​s​-​t​o​-​a​d​o​p​t​-​b​a​r​t​e​r​-​s​y​s​tem

[23] Pan­dan­gan Jog­ja, “Bar­ter Ikan Nela­y­an den­gan
Beras Peta­ni, Cara Nela­y­an Ber­ta­han di Ten­gah Pan­de­mi”, Kum­pa­ran, 11 Mei 2020, https://​kum​pa​ran​.com/​p​a​n​d​a​n​g​a​n​-​j​o​g​j​a​/​b​a​r​t​e​r​-​i​k​a​n​-​n​e​l​a​y​a​n​-​d​e​n​g​a​n​-​b​e​r​a​s​-​p​e​t​a​n​i​-​c​a​r​a​-​n​e​l​a​y​a​n​-​b​e​r​t​a​h​a​n​-​d​i​-​t​e​n​g​a​h​-​p​a​n​d​e​m​i​-​1​t​O​V​h​G​X​P​MQr

[24] Rita Valen­cia, “Los nasa de Colom­bia dicen: Por­que no sere­mos los mis­mos,
hay que liberar”, Oja­ras­ca, 9 May 2020, https://​oja​ras​ca​.jor​na​da​.com​.mx/​2​0​2​0​/​0​5​/​0​9​/​n​a​s​a​-​d​e​-​c​o​l​o​m​b​i​a​-​p​o​r​q​u​e​-​n​o​-​s​e​r​e​m​o​s​-​l​o​s​-​m​i​s​m​o​s​-​h​a​y​-​q​u​e​-​l​i​b​e​r​a​r​-​1​0​0​0​.​h​tml

[25] MST, “Pro­du­zir ali­ment­os sau­dá­veis e plan­t­ar
árvo­res: a Refor­ma Agrá­ria Popu­lar no com­ba­te ao Coro­na­ví­rus”, 29 de mar­ço de
2020, https://​mst​.org​.br/​2​0​2​0​/​0​3​/​2​9​/​p​r​o​d​u​z​i​r​-​a​l​i​m​e​n​t​o​s​-​s​a​u​d​a​v​e​i​s​-​e​-​p​l​a​n​t​a​r​-​a​r​v​o​r​e​s​-​a​-​r​e​f​o​r​m​a​-​a​g​r​a​r​i​a​-​p​o​p​u​l​a​r​-​n​o​-​c​o​m​b​a​t​e​-​a​o​-​c​o​r​o​n​a​v​i​r​us/

[26] Rebec­ca Tar­lau, “Acti­vist far­mers in Bra­zil
feed the hungry and aid the sick as pre­si­dent down­plays coro­na­vi­rus cri­sis”,
The Con­ver­sa­ti­on, 5 May 2020, https://​the​con​ver​sa​ti​on​.com/​a​c​t​i​v​i​s​t​-​f​a​r​m​e​r​s​-​i​n​-​b​r​a​z​i​l​-​f​e​e​d​-​t​h​e​-​h​u​n​g​r​y​-​a​n​d​-​a​i​d​-​t​h​e​-​s​i​c​k​-​a​s​-​p​r​e​s​i​d​e​n​t​-​d​o​w​n​p​l​a​y​s​-​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​-​c​r​i​s​i​s​-​1​3​6​914

[27] Igna­ti­us Ban­da, “COVID-19: Zimbabwe’s
small­hol­der far­mers step into the food sup­ply gap”, IPS, 12 May 2020, http://​www​.ips​news​.net/​2​0​2​0​/​0​5​/​c​o​v​i​d​-​1​9​-​z​i​m​b​a​b​w​e​s​-​s​m​a​l​l​h​o​l​d​e​r​-​f​a​r​m​e​r​s​-​s​t​e​p​-​f​o​o​d​-​s​u​p​p​l​y​-​g​ap/

[28] ”Viet­nam entre­pre­neur sets up free
‘rice ATM’ to feed the poor amid coro­na­vi­rus lock­down”, 16 April 2020, https://​you​tu​.be/​l​W​L​u​I​O​1​D​GAA

[29] Samu­el Phil­ip Mat­thew, “COVID-19 in Kera­la:
Stay­ing ahead of the cur­ve”, News­click, 9 May 2020, https://​www​.news​click​.in/​C​O​V​I​D​-​1​9​-​K​e​r​a​l​a​-​H​i​g​h​e​s​t​-​R​e​c​o​v​e​r​y​-​R​a​t​e​-​P​a​n​d​e​mic

[30] Jua­ra­wee Kit­ti­sil­pa, “Thai gro­ce­ry trucks get
new life from coro­na­vi­rus shut­down”, Reu­ters, 14 April 2020, https://www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-thailand-grocery‑t/thai-grocery-trucks-get-new-life-from-coronavirus-shutdown-idUSKCN21W0O4?il=0

[31] AFP, “Afri­can e‑commerce firms get coro­na­vi­rus
boost”, 15 May 2020, https://​news​.yahoo​.com/​a​f​r​i​c​a​n​-​e​-​c​o​m​m​e​r​c​e​-​f​i​r​m​s​-​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​-​b​o​o​s​t​-​0​3​3​7​4​3​9​4​8​.​h​tml

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