[labournet:] Familiennachzug: Menschenfeindliche Abschreckungspolitik

Dossier

Familiennachzug jetzt!Im März 2016 hat die Bun­des­re­gie­rung den Fami­li­en­nach­zug zu sub­si­di­är schutz­be­rech­tig­ten Flücht­lin­gen für zwei Jah­re aus­ge­setzt. Jetzt for­dert der Bun­des­in­nen­mi­nis­ter die Aus­set­zung aber­mals zu ver­län­gern. Für die betrof­fe­nen Fami­li­en hät­te das kata­stro­pha­le Fol­gen. (…) In der Fol­ge wird aus der erwar­te­ten vor­über­ge­hen­den Abwe­sen­heit eines Eltern­teils die Erfah­rung einer uner­war­tet lan­ge andau­ern­den Fami­li­en­tren­nung, beglei­tet von Ohn­machts­ge­füh­len. Aus Frust hier­über began­nen eini­ge Flücht­lin­ge, die Lei­den durch die andau­ern­de Fami­li­en­tren­nung gegen die Gefah­ren der irre­gu­lä­ren Migra­ti­on über das Mit­tel­meer oder auch die eige­ne Rück­kehr zu ihrer Fami­lie in die Kon­flikt­re­gi­on abzu­wä­gen. Vie­le Geflüch­te­te berich­te­ten, dass es ihnen wegen der Sor­ge um ihre Fami­lie sehr schwer­fal­le, sich auf das Ler­nen der deut­schen Spra­che und ande­re Akti­vi­tä­ten zu kon­zen­trie­ren, die ihnen beim Ein­le­ben in Deutsch­land hel­fen und ihr Wohl­be­fin­den stei­gern könn­ten. Die befrag­ten Fami­li­en sorg­ten sich auch um die schä­di­gen­den Effek­te der andau­ern­den Tren­nung für die Kin­der und emo­tio­na­len Bezie­hun­gen inner­halb der Fami­lie. (…) Wie will der Staat von Men­schen ver­lan­gen, im Abschluss­test ihres Inte­gra­ti­ons­kur­ses auf die Fra­ge „Deutsch­land ist ein Rechts­staat. Was ist damit gemeint?“ nicht zu ant­wor­ten: „Der Staat muss sich nicht an die Geset­ze hal­ten“, wenn er ihnen deut­lich zu ver­ste­hen gibt, dass er jeder­zeit dazu bereit ist, qua­si über Nacht ele­men­ta­re Grund­rech­te geflüch­te­ter Men­schen aus migra­ti­ons­po­li­ti­schen Erwä­gun­gen her­aus zu sus­pen­die­ren? (…) Höchs­te Zeit also, dass die Betrof­fe­nen und ihre Bera­ter und Unter­stüt­zer sich zusam­men­tun und ihre Stim­me hör­bar machen – gegen eine Abschre­ckungs­po­li­tik, die über Lei­chen geht.” Bei­trag von Sebas­ti­an Muy vom 6. Sep­tem­ber 2017 bei Miga­zin externer Link – wir erin­nern an die Peti­ti­on von und bei Pro Asyl externer Link: Fami­li­en gehö­ren zusam­men! Flücht­lin­ge dür­fen nicht über Jah­re von ihren Ange­hö­ri­gen getrennt wer­den! Sie­he auch zu den Kämp­fen für Fami­li­en­nach­zug unser Dos­sier Huma­ni­tä­re Kri­se in Grie­chen­land droht zu eska­lie­ren und die die Home­page der Initia­ti­ve ‘Fami­li­en­le­ben für Alle!’ externer Link. Hier dazu:

  • Getrenn­te Fami­li­en am Ende ihrer Kräf­te: 2 Jah­re Gna­den­recht beim Fami­li­en­nach­zug für sub­si­di­är Geschütz­te New
    PRO ASYL for­dert Gleich­stel­lung mit nach der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on aner­kann­ten Flücht­lin­gen und sofor­ti­ge Umset­zung des Rechts auf Zusam­men­le­ben für betrof­fe­ne Fami­li­en. Am 01. August 2020 ist das soge­nann­te »Fami­li­en­nach­zugs­neu­re­ge­lungs­ge­setz« das zwei­te Jahr in Kraft. Seit­dem gilt die dürf­ti­ge Gna­den­lö­sung, wonach bis zu 1.000 Ange­hö­ri­ge von sub­si­di­är Geschütz­ten im Monat nach Deutsch­land zie­hen dür­fen. Regel­mä­ßig wird die­se nicht aus­ge­schöpft (sie­he Zah­len wei­ter unten). Das Recht auf Fami­li­en­nach­zug für die­se Betrof­fe­nen­grup­pe wur­de damit abge­schafft. Fast in Ver­ges­sen­heit gera­ten ist, dass sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te noch im August 2015 auf­grund ihrer Bedro­hungs­si­tua­ti­on bezüg­lich des Fami­li­en­nach­zugs mit GFK-Flücht­lin­gen gleich­ge­stellt wur­den. (…) Auch die Hoff­nung auf einen nor­ma­len Fami­li­en­nach­zug ab 2018 wur­de bit­ter ent­täuscht: Anstatt die Aus­set­zung aus­lau­fen zu las­sen, wur­de nach einer hit­zi­gen und durch fal­sche Zah­len ver­zerr­ten Debat­te die Kon­tin­gen­tie­rung ein­ge­führt. In den letz­ten zwei Jah­ren wur­de die­ses monat­li­che Kon­tin­gent meist noch nicht ein­mal erfüllt. Die Bun­des­re­gie­rung hat die Ange­hö­ri­gen über Jah­re in Kriegs- und Kri­sen­ge­bie­ten oder in Flücht­lings­la­gern in Unge­wiss­heit belas­sen, immer wei­te­re büro­kra­ti­sche Hür­den gebaut und die Bot­schaf­ten und damit auch die Fall­be­ar­bei­tung im Aus­land chro­nisch unter­be­setzt. Dadurch sind Fami­li­en schon seit Jah­ren getrennt…” Pres­se­mit­tei­lung vom 30.07.2020 von und bei Pro Asyl externer Link
  • Fami­li­en­nach­zug: Coro­na-Kri­se trifft getrenn­te Fami­li­en hart 
    Geschlos­se­ne Bot­schaf­ten, kei­ne Ter­mi­ne: Der kom­plet­te Fami­li­en­nach­zug ist zum Erlie­gen gekom­men. Zur ohne­hin lan­gen Tren­nung der Fami­li­en durch gesetz­li­che Ein­schrän­kun­gen und den Büro­kra­tie-Dschun­gel bei Fami­li­en­nach­zug kom­men erschwe­rend ad hoc-Maß­nah­men im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie hin­zu. (…) Die Ange­hö­ri­gen von hier als Schutz­be­rech­tig­te aner­kann­ten Geflüch­te­ten über­le­ben oft unter schwie­rigs­ten Bedin­gun­gen, ohne jeg­li­che Schutz­maß­nah­men und ohne ärzt­li­che Behand­lung als intern Ver­trie­be­ne in ihren Her­kunfts­län­dern oder in Flücht­lings­la­gern der Nach­bar­län­der (sie­he Coro­na: UN-Hoch­kom­mis­sar besorgt über Mil­lio­nen Flücht­lin­ge externer Link). Die­se Ange­hö­ri­gen hät­ten oft­mals einen Anspruch auf ein Fami­li­en­le­ben in Deutsch­land in Sicher­heit und mit effi­zi­en­ter Gesund­heits­ver­sor­gung. Betrof­fe­ne haben vie­le Jah­re in der War­te­schlan­ge gestan­den, um end­lich ihr Recht auf Fami­li­en­nach­zug wahr­zu­neh­men. Deut­sche Aus­lands­ver­tre­tun­gen konn­ten oft nur unter Inkauf­nah­me hoher Kos­ten und Risi­ken für ihre Sicher­heit über­haupt errei­chet wer­den. Für die­se Men­schen ist die Aus­sicht auf ein bal­di­ges Wie­der­se­hen mit ihren Fami­li­en erneut in wei­te Fer­ne gerückt. (…) Die Bun­des­re­gie­rung hat es auf der ande­ren Sei­te meis­ter­haft ver­stan­den, rund 200.000 deut­sche Urlauber*innen aus der gan­zen Welt in orga­ni­sier­ten Char­ter­flü­gen nach Hau­se zu holen. Bei ein paar tau­send Ange­hö­ri­gen von hier Schutz­be­rech­tig­ten, bei denen es um die Umset­zung ihres Grund- und Men­schen­rechts auf Fami­li­en­le­ben geht, sind eben­so drin­gen­de Hand­lun­gen zu erwar­ten…” Mel­dung vom 18.04.2020 bei Pro Asyl externer Link
  • [Erfah­rungs­be­rich­te Betrof­fe­ner] „Das Auf­ent­halts­ge­setz ist unfair“ 
    “… Im Vor­griff auf die Gro­ße Koali­ti­on aus Uni­on und SPD fiel im Bun­des­tag eine fol­gen­rei­che Ent­schei­dung: Der Fami­li­en­nach­zug für die Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen von sub­si­di­är geschütz­ten Geflüch­te­ten wur­de bis zum 1. August 2018 wei­ter ausgesetzt.Danach trat das soge­nann­te Fami­li­en­nach­zugs­re­ge­lungs­ge­setz in Kraft. Aus den Vis­ums­an­trä­gen von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen von sub­si­di­är Geschütz­ten sol­len 1.000 Per­so­nen pro Monat aus­ge­wählt wer­den, die als „huma­ni­tä­re Fäl­le“ ein­rei­sen dür­fen. Aus dem Rechts­an­spruch auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung für Flücht­lin­ge wur­de ein will­kür­li­cher Gna­den­akt im Ermes­sen der Behör­den. Die Erfah­run­gen seit­her haben gezeigt: Das Antrags­ver­fah­ren ist kom­pli­ziert und die betei­lig­ten Behör­den bear­bei­ten die Anträ­ge der­art lang­sam, dass noch nicht ein­mal das ohne­hin klei­ne Monats­kon­tin­gent ein­rei­sen konn­te. (…) Offen­sicht­lich ist das Visums­ver­fah­ren vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um (BMI) büro­kra­tisch über­frach­tet wor­den, um den Fami­li­en­nach­zug wei­ter zu blo­ckie­ren. Wir haben die Men­schen, die davon betrof­fen sind, gefragt, ob sie sich an die­sen Tag erin­nern und was die Aus­set­zung des Fami­li­en­nach­zugs für ihr Leben bedeu­tet. Hier doku­men­tie­ren wir ihre Ant­wor­ten…” Erfah­rungs­be­rich­te zusam­men­ge­stellt und her­aus­ge­ge­ben von der Initia­ti­ve ‘Fami­li­en­le­ben für alle’ am 31. Janu­ar 2020 externer Link
  • Bamf lehnt ab: Mehr­zahl der Anträ­ge auf Fami­li­en­nach­zug aus Grie­chen­land schei­tert 
    “… Das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge hat im vori­gen Jahr den Groß­teil der Anträ­ge auf Fami­li­en­nach­zug von Flücht­lin­gen aus grie­chi­schen Lagern abge­lehnt. Zwi­schen Juni und Dezem­ber 2019 wur­den von 747 Anträ­gen 539 nega­tiv beschie­den, wie aus einer Ant­wort des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums auf eine Fra­ge der Lin­ken-Poli­ti­ke­rin Gökay Akbu­lut her­vor­geht. Die Ableh­nungs­quo­te lag dem­nach bei 72 Pro­zent. Auch in der ers­ten Jah­res­hälf­te 2019 lehn­te das Bun­des­amt 75 Pro­zent der Anträ­ge ab. 2018 hat­te das Amt noch 59 Pro­zent der Auf­nah­me­er­su­chen zurück­ge­wie­sen, wie die Zei­tun­gen der Esse­ner Fun­ke Medi­en­grup­pe am Mon­tag zuerst berich­tet hat­ten. „Für die betrof­fe­nen Fami­li­en ist die lan­ge Tren­nung von ihren Ange­hö­ri­gen eine extre­me Belas­tung“, erklär­te die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Akbu­lut. Die Situa­ti­on in den grie­chi­schen Hot­spots ver­schlech­te­re sich zuneh­mend. Als Grund für Ableh­nun­gen sieht Akbu­lut unan­ge­mes­sen hohe Anfor­de­run­gen an den Nach­weis von Fami­li­en­bin­dun­gen…” Mel­dung vom 28. Janu­ar 2020 beim MiGA­ZIN externer Link
  • Fami­li­en­nach­zug: Nicht ein­mal das Gna­den­kon­tin­gent wird aus­ge­schöpft 
    “Das Fest der Fami­lie steht bevor, doch für vie­le getrenn­te Flücht­lings­fa­mi­li­en wird es kei­ne Wie­der­se­hens­freu­de geben. (…) Am 1. August 2018 wur­de das Grund­recht auf Fami­lie für sub­si­di­är Geschütz­te in ein Gna­den­kon­tin­gent von 1.000 Per­so­nen pro Monat umge­wan­delt. 14 Mona­te spä­ter zeigt sich, dass nicht ein­mal die­ser Mini­mal­kon­sens in der Pra­xis voll­stän­dig umge­setzt wird. PRO ASYL hat­te bereits im Som­mer vor die­ser Ent­wick­lung gewarnt. (…) Fast 20 Pro­zent des von der Gro­ßen Koali­ti­on in Ber­lin in einem lan­ge ver­han­del­ten Kom­pro­miss ver­spro­che­nen Visa­kon­tin­gents wur­den bis­her nicht aus­ge­schöpft. Nach aktu­el­len Zah­len des Aus­wär­ti­gen Amtes wur­den in den ers­ten 16 Mona­ten nach Inkraft­tre­ten der Neu­re­ge­lung der Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung für sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te von den 16.000 mög­li­chen Visa nur rund 13.000 Visa erteilt. Das bedeu­tet: 3.000 Per­so­nen, die zum Jah­res­en­de 2019 längst mit ihren Ange­hö­ri­gen in Deutsch­land hät­ten ver­eint sein kön­nen, sind wei­ter­hin von die­sen getrennt. Die Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen lei­den in Syri­en, den Anrai­ner­staa­ten und ande­ren Regio­nen welt­weit unter wid­rigs­ten und lebens­be­droh­li­chen Bedin­gun­gen. Dar­un­ter sind auch vie­le Klein­kin­der. Zum 31. August 2019 war­te­ten welt­weit über 24.000 ange­hö­ri­ge Per­so­nen, dar­un­ter vie­le Kin­der auf einen Visum­an­trags­ter­min. (…) Für die betrof­fe­nen Fami­li­en bedeu­tet dies die Fort­set­zung ihre Leids und der Unge­wiss­heit. Kin­der blei­ben von ihren Eltern, Eltern von ihren Kin­dern getrennt…” Bericht von Pro Asyl vom 20. Dezem­ber 2019 externer Link
  • Flücht­lin­ge in Grie­chen­land: Behin­dern deut­sche Ämter den Fami­li­en­nach­zug von Flücht­lin­gen? „Sys­te­ma­ti­sche Ver­wei­ge­rung“ wird ange­pran­gert 
    Die Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen Pro Asyl und Refu­gee Sup­port Aege­an (RSA) erhe­ben in einem gemein­sa­men Bericht zum The­ma Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung aus Grie­chen­land nach Deutsch­land schwe­re Vor­wür­fe gegen die deut­schen Behör­den: Anfra­gen aus Grie­chen­land zur Zusam­men­füh­rung von Flücht­lings­fa­mi­li­en wür­den „sys­te­ma­tisch ver­wei­gert“ oder ver­schleppt. Vie­le Fami­li­en blei­ben dadurch getrennt, häu­fig auf Dau­er, so der Bericht. (..) Vie­le der Schutz­su­chen­den, die in den grie­chi­schen Insel­la­gern fest­sit­zen, haben Ange­hö­ri­ge in Deutsch­land. Doch die deut­schen Behör­den, so der Vor­wurf der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, mau­ern. Zwi­schen dem 1. Janu­ar und dem 22. Mai 2019 stell­ten die Grie­chen in Deutsch­land 626 Anträ­ge auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung. Davon wie­sen die deut­schen Behör­den 472 zurück. Im Jahr 2018 lehn­te Deutsch­land 1496 von 2482 Über­nah­me­ge­su­chen der Grie­chen ab – fast 60 Pro­zent aller Anträ­ge. „Unse­re aktu­el­le Erfah­rung bestä­tigt, dass das deut­sche Dub­lin-Büro der­zeit sehr schnell reagiert und in der Regel die Anträ­ge ablehnt“, erklärt Meral Zel­ler von Pro Asyl. Mal wer­den die Ableh­nun­gen damit begrün­det, dass die fami­liä­ren Bezie­hun­gen angeb­lich nicht klar bewie­sen sei­en. Sehr häu­fig beru­fen sich die deut­schen Behör­den auch dar­auf, dass die Drei­mo­nats­frist über­schrit­ten sei, inner­halb derer Schutz­su­chen­de nach ihrer Ankunft in Grie­chen­land die Zusam­men­füh­rung bean­tra­gen müs­sen…” Arti­kel von Gerd Höh­ler vom 16.09.19 bei der FR online externer Link, sie­he dazu bei Pro Asyl: So nah und doch so fern: Zwi­schen Deutsch­land und Grie­chen­land wer­den Fami­li­en bewusst zer­mürbt externer Link
  • Pro­test für das Recht auf Fami­li­en­nach­zug am 1. August 2019 – Aktivist*innen for­dern: Men­schen­rech­te statt Behör­den­will­kür! 
    Ber­lin: Geflüch­te­te und Menschenrechtsaktivist*innen pro­tes­tie­ren gegen Geset­ze und büro­kra­ti­sche Hür­den, die vie­len Fami­li­en das Recht auf ein Zusam­men­le­ben ver­wei­gern. Die Initia­ti­ve ‚Fami­li­en­le­ben für Alle!‘ ruft zu einer Kund­ge­bung am 01.08.2019 in Ber­lin auf. Am 1. August 2019 ist es genau ein Jahr her, dass das ‚Fami­li­en­nach­zugs­neu­re­ge­lungs­ge­setz‘ in Kraft trat. Mit die­sem Gesetz schaff­te die Bun­des­re­gie­rung den Rechts­an­spruch auf Fami­li­en­nach­zug für Geflüch­te­te mit sub­si­diä­rem Schutz­sta­tus end­gül­tig ab, nach­dem er zuvor bereits fast zwei­ein­halb Jah­re aus­ge­setzt wor­den war. Aus dem Rechts­an­spruch auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung für Flücht­lin­ge wur­de so ein will­kür­li­cher Gna­den­akt im Ermes­sen der Behör­den. Des­halb ruft die Initia­ti­ve ‚Fami­li­en­le­ben für Alle‘ am 1. August 2019 zu einer Pro­test­kund­ge­bung in Ber­lin auf. In dem Auf­ruf der Initia­ti­ve externer Link heißt es: „Ein selbst­be­stimm­tes Fami­li­en­le­ben ist ein Men­schen­recht und ein Grund­recht in der deut­schen Ver­fas­sung. Aber die deut­sche Regie­rung und deut­sche Behör­den miss­ach­ten die­ses Recht durch… grau­sa­me Geset­ze: Beim Fami­li­en­nach­zug zu sub­si­di­är geschütz­ten Flücht­lin­gen wer­den will­kür­lich bis zu 1000 Men­schen pro Monat aus­ge­wählt, wäh­rend die ande­ren Fami­li­en wei­ter war­ten müs­sen. Das macht Visums­ver­fah­ren zum Wett­be­werb – mit schlech­ten Gewinn­chan­cen. büro­kra­ti­sche Hür­den: Die Bot­schaf­ten for­dern für Visa zur Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung oft Doku­men­te, die Flücht­lin­ge nicht beschaf­fen kön­nen. will­kür­li­che Asy­l­ent­schei­dun­gen und Abschie­bun­gen, die Fami­li­en aus­ein­an­der­rei­ßen.“ „Men­schen­rech­te statt Behör­den­will­kür! Fami­li­en­le­ben für Alle!“...” Gemein­sa­me Pres­se­mit­tei­lung vom 31.Juli 2019 externer Link der Initia­ti­ve ‚Fami­li­en­le­ben für Alle!‘ und der Kon­takt- und Bera­tungs­stel­le für Flücht­lin­ge und Migrant_​innen e. V. (KuB) zur Kund­ge­bung am 01.08.19 um 16:00 Uhr auf dem Ora­ni­en­platz, 10999 Ber­lin
    • Fami­li­en­nach­zug zu Flücht­lin­gen aus Eri­trea: Kund­ge­bung am 01.08.19 in Ber­lin 
      Heu­te hat die innen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on DIE LINKE, Ulla Jel­pke, die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge zum Fami­li­en­nach­zug zu Flücht­lin­gen aus Eri­trea externer Link ver­öf­fent­licht. Sie sagt: „Nur gut ein Drit­tel der Anträ­ge auf ein Visum zum Fami­li­en­nach­zug zu eri­trei­schen Flücht­lin­gen wur­den 2018 posi­tiv beschie­den, das ent­spricht 634 erteil­ten Visa. Indem die deut­schen Behör­den Doku­men­te ver­lan­gen, die die in Deutsch­land leben­den Flücht­lin­ge und ihre Ange­hö­ri­gen beim bes­ten Wil­len nicht beschaf­fen kön­nen, schaf­fen sie einen Vor­wand, um rei­hen­wei­se Anträ­ge ableh­nen zu kön­nen. Die Bun­des­re­gie­rung betreibt eine schä­bi­ge Fami­li­en­nach­zugs­ver­hin­de­rungs­po­li­tik, die dazu führt, dass Fami­li­en auf Jah­re oder sogar für immer getrennt leben müs­sen“ (Quel­le externer Link). Der Hin­ter­grund: Die Bot­schaf­ten ver­lan­gen von Flücht­lin­gen aus Eri­trea einen „Nach­weis der amt­li­chen Regis­trie­rung der Ehe“. Eine recht­li­che Grund­la­ge gibt es dafür nicht: Bis 2017 haben die Bot­schaf­ten auch reli­giö­se Eheur­kun­den oder ande­re Bewei­se für die fami­liä­re Bin­dung akzep­tiert. Vor kur­zem hat PRO ASYL externer Link von einer Fami­lie berich­tet, die erfolg­reich dage­gen geklagt hat. Beson­ders inter­es­sant in der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung sind die Fra­gen zu denen sie kei­ne Aus­kunft geben kann (…) Offen­sicht­lich besteht kein Inter­es­se dar­an, die Ent­schei­dungs­pra­xis der Bot­schaf­ten zu über­prü­fen. Das nen­nen wir sys­te­ma­ti­sche Behör­den­will­kür. Dage­gen pro­tes­tie­ren wir…” Mit­tei­lung vom 25. Juli 2019 der Initia­ti­ve ‘Fami­li­en­le­ben für Alle!’ externer Link zur Kund­ge­bung am 01.08.19 um 16:00 Uhr auf dem Ora­ni­en­platz in 10999 Ber­lin
  • Fami­li­en­nach­zug: Immer weni­ger Flücht­lin­ge holen Ange­hö­ri­ge nach Deutsch­land – [Mis­si­on geglückt?] 
    “… Die Anzahl der Ange­hö­ri­gen, die zu Flücht­lin­gen nach Deutsch­land nach­kom­men durf­ten, ist im Ver­lauf der ver­gan­ge­nen bei­den Jah­re deut­lich gesun­ken. So beka­men nach Anga­ben des Aus­wär­ti­gen Amtes im ers­ten Quar­tal 2017 noch 17.322 Men­schen aus den sechs Haupt­her­kunfts­län­dern von Flücht­lin­gen ein Visum. Im ers­ten Quar­tal die­sen Jah­res waren es nur noch 7402 Per­so­nen – obwohl mit Soma­lia mitt­ler­wei­le sie­ben Haupt-Her­kunfts­län­der in die Sta­tis­tik ein­gin­gen. Die größ­te Grup­pe von mehr als 5000 Men­schen kam zuletzt aus Syri­en, mit gro­ßem Abstand gefolgt von Ange­hö­ri­gen aus Irak, Iran, Afgha­ni­stan, Eri­trea, Soma­lia und Jemen. (…) »Der Fami­li­en­nach­zug zu aner­kann­ten Flücht­lin­gen ist deut­lich gerin­ger, als uns die Bun­des­re­gie­rung immer weis­ma­chen woll­te«, erklärt Jel­pke. »Umso schlim­mer, dass auf der Grund­la­ge die­ser fal­schen Pro­gno­sen erheb­li­che Geset­zes­ver­schär­fun­gen vor­ge­nom­men und tief in das Men­schen­recht auf Fami­li­en­nach­zug ein­ge­grif­fen wur­de.« Das Recht auf Fami­li­en­le­ben müs­se end­lich wie­der unein­ge­schränkt für alle schutz­be­dürf­ti­gen Flücht­lin­ge gel­ten.” Mel­dung bei neu­es Deutsch­land online vom 22. Mai 2019 externer Link
  • Rhein­land-Pfalz & Thü­rin­gen: Bun­des­rats­in­itia­ti­ve zum Fami­li­en­nach­zug ein­ge­bracht 
    Rhein­land-Pfalz und Thü­rin­gen haben am Frei­tag eine Geset­zes­in­itia­ti­ve externer Link in den Bun­des­rat ein­ge­bracht, die den Fami­li­en­nach­zug für Eltern und Geschwis­ter von unbe­glei­te­ten min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­gen erleich­tern soll. Auch aner­kann­te Asyl­be­wer­ber, die wäh­rend des Ver­fah­rens voll­jäh­rig wer­den, sol­len dem­nach künf­tig ihre Ange­hö­ri­gen nach Deutsch­land holen kön­nen. Damit wür­de die euro­päi­sche Recht­spre­chung umge­setzt, begrün­de­te die rhein­land-pfäl­zi­sche Inte­gra­ti­ons­mi­nis­te­rin Anne Spie­gel (Grü­ne) den Vor­stoß…” Bei­trag vom 15. April 2019 beim Miga­zin externer Link
  • Demo in Köln am 16. März 2019: Gemein­sam für Fami­li­en­nach­zug und Grund­rech­te 
    Der 16. März ist für vie­le Flücht­lin­ge ein wich­ti­ges Datum und ein trau­ri­ger Tag. Zwei Jah­re lang haben Geflüch­te­te mit sub­si­diä­rem Schutz ein Infor­ma­ti­ons­blatt über ihre „Rech­te und Pflich­ten“ von BAMF bekom­men, dar­in stand: „Nach dem 16. März 2018 haben Ehe­gat­ten und min­der­jäh­ri­ge ledi­ge Kin­der einen Anspruch auf Fami­li­en­nach­zug“. Aber am 1. Febru­ar 2018 hat die Mehr­heit der Abge­ord­ne­ten des deut­schen Bun­des­tags ent­schie­den, den Fami­li­en­nach­zug für die Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen von sub­si­di­är geschütz­ten Flücht­lin­gen bis zum 1.August 2018 wei­ter aus­zu­set­zen und bis dahin ein neu­es Gesetz zur Rege­lung des Fami­li­en­nach­zugs zu machen. (…) Das Antrags­ver­fah­ren ist kom­pli­ziert und mehr­stu­fig und die betei­lig­ten Behör­den bear­bei­ten die Anträ­ge so lang­sam, dass noch nicht ein­mal die­se 1000 Men­schen pro Monat ein­rei­sen kön­nen. Gleich­zei­tig ver­hin­dern Geset­ze und büro­kra­ti­sche Hür­den auch bei vie­len ande­ren Fami­li­en ihr Zusam­men­le­ben, zum Bei­spiel indem für den Fami­li­en­nach­zug Doku­men­te ver­langt wer­den, die Flücht­lin­ge aus vie­len Län­dern nicht beschaf­fen kön­nen. Es macht uns wütend, dass die deut­sche Regie­rung und das Asyl- und Auf­ent­halts­recht Rech­te von Flücht­lin­gen miss­ach­ten. Wir wol­len ein unein­ge­schränk­tes Recht auf Bil­dung, das Recht auf Sicher­heit und ein Leben ohne Ver­fol­gung. Wir wol­len Respekt für alle For­men von Fami­lie und das Recht auf Zusam­men­le­ben mit unse­ren Fami­li­en, wir for­dern eine Arbeits­er­laub­nis, men­schen­wür­di­ge Unter­künf­te mit Pri­vat­sphä­re und Bewe­gungs­frei­heit. Mit einer Demons­tra­ti­on in Köln am 16. März wol­len wir zei­gen, dass wir wei­ter gemein­sam pro­tes­tie­ren wer­den, bis Grund- und Men­schen­rech­te end­lich für alle gel­ten. Wir demons­trie­ren in Köln, weil wir uns an die Ereig­nis­se in der Sil­ves­ter­nacht 2015/​16 erin­nern. Wir wol­len damit eine Bot­schaft an alle Men­schen in Deutsch­land schi­cken: Wir sind gegen sexu­el­le Über­grif­fe. Wir sind Flücht­lin­ge und Migrant*innen aus ver­schie­de­nen Län­dern oder Deut­sche, wir sind Frau­en* oder Män­ner*… wir sind ver­schie­den. Aber wir alle sind gegen Gewalt und wol­len mit unse­re Fami­li­en in Sicher­heit und Frie­den leben.” Auf­ruf von und bei der Initia­ti­ve ‘Fami­li­en­le­ben für Alle!’ externer Link für den 16.03.2019 (den das Labour­Net Ger­ma­ny mit unter­zeich­net), ab 13:00 Uhr in Köln – Dom­plat­te
  • Fami­li­en­nach­zug: Drei Jah­re poli­tisch for­cier­te Fami­li­en­tren­nung 
    Vor drei Jah­ren trat das ‚Asyl­pa­ket II‘ in Kraft. Für zehn­tau­sen­de Geflüch­te­te, die 2015 und 2016 nach Deutsch­land geflo­hen waren, begann an die­sem Tag eine quä­lend lan­ge Zeit der poli­tisch for­cier­ten Fami­li­en­tren­nung. (…) Beson­ders dra­ma­ti­sche Fol­gen hat das Gesetz in den Fäl­len, in denen ein unbe­glei­te­ter min­der­jäh­ri­ger Flücht­ling voll­jäh­rig wird, bevor sei­ne Fami­lie nach­zie­hen kann, oder auch dann, wenn ein Kind im Aus­land wäh­rend der Zeit der Aus­set­zung des Fami­li­en­nach­zugs voll­jäh­rig wur­de. In die­sen Fäl­len ist das neue Gesetz nicht anwend­bar, das heißt: Den Fami­li­en droht die dau­er­haf­te Tren­nung. (…) Offen­bar will der Innen­mi­nis­ter nun also schon die Erfül­lung einer gesetz­lich beschlos­se­nen Quo­te an die Zustim­mung zu wei­te­ren mas­si­ven Geset­zes­ver­schär­fun­gen kop­peln. Mitt­ler­wei­le ist das Ver­fah­ren zwar bes­ser in Gang gekom­men, so dass in den Mona­ten Dezem­ber, Janu­ar und Febru­ar jeweils rund 1.000 Visa nach § 36a Auf­ent­halts­ge­setz erteilt wur­den. Die im Jahr 2018 rund 2.000 zu wenig erteil­ten Visa dro­hen jedoch, zu Las­ten der getrenn­ten Fami­li­en, ver­lo­ren zu gehen – oder als Ver­hand­lungs­mas­se für einen ‚schmut­zi­gen Deal‘ um wei­te­re Ver­schär­fun­gen instru­men­ta­li­siert zu wer­den…” Arti­kel von Sebas­ti­an Muy vom 15. März 2019 beim Miga­zin externer Link
  • Kon­tin­gent aus­ge­schöpft: Rund 1.000 Visa für Fami­li­en­nach­zug pro Monat
    Mehr als zwei Jah­re war der Fami­li­en­nach­zug zu Flücht­lin­gen mit sub­si­diä­rem Schutz aus­ge­setzt. Zuletzt wur­den Visa für rund 1.000 Ange­hö­ri­ge pro Monat aus­ge­ge­ben – womit das vor­ge­se­he­ne Maxi­mum erreicht ist. Zehn­tau­sen­de war­ten aber noch. (…) Auch im Febru­ar dürf­te die Zahl vor­aus­sicht­lich wie­der bei 1.000 lie­gen, bis zum 18. Febru­ar gaben die deut­schen Aus­lands­ver­tre­tun­gen dem­nach bereits mehr als 700 Visa aus. Von August bis Dezem­ber 2018 waren 2.612 Visa aus­ge­stellt wor­den, also im Schnitt ledig­lich 522 pro Monat. Im Minis­te­ri­um sei man „sehr erfreut“, dass nach der anfäng­lich zöger­li­chen Bear­bei­tung seit Novem­ber 2018 eine deut­li­che Beschleu­ni­gung fest­zu­stel­len sei, teil­te der Minis­te­ri­ums­spre­cher auf Anfra­ge mit. (…) Seit August 2018 gilt nach lan­gem poli­ti­schen Streit eine Kon­tin­gent-Rege­lung, nach der bis zu 1.000 Ange­hö­ri­ge pro Monat kom­men kön­nen. Der­zeit lie­gen den deut­schen Ver­tre­tun­gen welt­weit etwa 36.000 Ter­min­an­fra­gen für den Fami­li­en­nach­zug zu sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­ten vor, wie es aus dem Aus­wär­ti­gen Amt heißt. Das Ver­fah­ren zum Fami­li­en­nach­zug ist kom­pli­ziert…” Bei­trag vom 27. Febru­ar 2019 beim Miga­zin externer Link
  • [1. und 2. Febru­ar 2019] Fami­li­en­nach­zug: Men­schen­rech­te statt Behör­den­will­kür! Bun­des­wei­ter Pro­test gegen die fami­li­en­feind­li­che Flücht­lings­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung – See­hofer spielt Geflüch­te­te gegen­ein­an­der aus 
    Mehr als 50 Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen und Flücht­lings­in­itia­ti­ven pro­tes­tie­ren gegen Geset­ze und büro­kra­ti­sche Hür­den, die vie­len Fami­li­en das Recht auf ein Zusam­men­le­ben ver­wei­gern und Flücht­lin­gen ele­men­ta­re Rech­te ver­weh­ren. Die Initia­ti­ve „Fami­li­en­le­ben für Alle!“ ruft für das kom­men­de Wochen­en­de bun­des­weit zu Aktio­nen auf. „Es macht uns wütend, dass die Bun­des­re­gie­rung grund­ge­setz­lich ver­brief­te Rech­te von Flücht­lin­gen miss­ach­tet“, stellt Karim Alwa­si­ti klar. „Wir for­dern ein unein­ge­schränk­tes Recht auf den Schutz der Fami­lie, das Recht auf Asyl und ein Leben ohne Ver­fol­gung im Fami­li­en­ver­band. Wir for­dern Bil­dung für alle, eine Arbeits­er­laub­nis, men­schen­wür­di­ge Unter­künf­te mit Pri­vat­sphä­re und Bewe­gungs­frei­heit.“ Alwa­si­ti führt beim Flücht­lings­rat Nie­der­sach­sen für PRO ASYL ein Pro­jekt zur Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung durch. Mit bun­des­wei­ten Aktio­nen erin­nert die Initia­ti­ve „Fami­li­en­le­ben für Alle!“ – gemein­sam mit mehr als 50 wei­te­ren Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on und Flücht­lings­in­itia­ti­ven – dar­an, dass am 1. Febru­ar vor einem Jahr im Vor­griff auf die Gro­ße Koali­ti­on aus Uni­on und SPD im Bun­des­tag eine fol­gen­rei­che Ent­schei­dung fiel: Der Fami­li­en­nach­zug für die Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen von sub­si­di­är geschütz­ten Geflüch­te­ten wur­de bis zum 1. August 2018 wei­ter aus­ge­setzt…” Gemein­sa­me Pres­se­mit­tei­lung vom 29.01.2019 externer Link von PRO ASYL, der Initia­ti­ve ‚Fami­li­en­le­ben für Alle!‘ und dem Flücht­lings­rat Nie­der­sach­sen – Labour­Net Ger­ma­ny hat mit­auf­ge­ru­fen! Sie­he dazu:
    • Wei­te­re Aktio­nen in Kiel, Osna­brück, Mainz und Köln: http://​fami​li​en​le​ben​fu​er​al​le​.net/​t​e​r​m​i​ne/ externer Link
    • Demo für Fami­li­en­nach­zug in Ber­lin am 02.02.2019: Gemein­sam für Fami­li­en­nach­zug und Grund­rech­te! 
      Unse­re Demons­tra­ti­on beginnt am ‚Trä­nen­pa­last‘ neben dem S‑Bahnhof Fried­rich­stra­ße. Dort war bis Ende 1989 ein Grenz­bahn­hof zwi­schen der DDR und der BRD. Vie­le Fami­li­en haben unter die­ser Gren­ze gelit­ten. Wir gehen zum Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Fami­lie, Senio­ren, Frau­en und Jugend, am Bran­den­bur­ger Tor und dem Bun­des­tag vor­bei zum Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern, für Bau und Hei­mat. Dort machen wir unse­re Abschluss­kund­ge­bung.” Ankün­di­gung der Initia­ti­ve zur Demo externer Link am 02.02.2019 ab 13:00 Uhr am S‑BHF Fried­rich­stra­ße in 10117 Ber­lin – sie­he dort den mehr­spra­chi­gen Auf­ruf und Flug­blät­ter
  • Am Tag der Men­schen­rech­te rufen Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen und Flücht­lings­in­itia­ti­ven zu Aktio­nen für Fami­li­en­nach­zug auf. Sie for­dern: Men­schen­rech­te statt Behör­den­will­kür! 
    Ein brei­tes Bünd­nis von 30 Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen und Flücht­lings­in­itia­ti­ven ver­öf­fent­licht am heu­ti­gen Tag der Men­schen­rech­te gemein­sam mit der Initia­ti­ve ‘Fami­li­en­le­ben für Alle!’ einen Auf­ruf zu einer Demons­tra­ti­on in Ber­lin am 2. Febru­ar 2019 und dezen­tra­len Aktio­nen in ande­ren Städ­ten Deutsch­lands am 1. und 2. Febru­ar 2019. Die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen und Aktivist*innen pro­tes­tie­ren dage­gen, dass Geset­ze und büro­kra­ti­sche Hür­den vie­len Fami­li­en das Recht auf ein Zusam­men­le­ben ver­wei­gern…” Aus der Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve ‚Fami­li­en­le­ben für Alle!‘ vom 10.12.2018 zum Auf­ruf externer Link:
    • Gemein­sam für Fami­li­en­nach­zug und Grund­rech­te. 1. und 2. Febru­ar 2019: Tog­e­ther for fami­ly reuni­fi­ca­ti­on and fun­da­men­tal rights
      “… Die­se Regie­rungs­ko­ali­ti­on ver­ab­schie­de­te am 15. Juni 2018 das ‚Fami­li­en­nach­zugs­neu­re­ge­lungs­ge­setz‘. Die­ses Gesetz ist seit 01.08. 2018 in Kraft: Aus den Vis­ums­an­trä­gen von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen von Geflüch­te­ten mit sub­si­diä­rem Schutz­sta­tus sol­len 1000 Per­so­nen pro Monat aus­ge­wählt wer­den, die als „huma­ni­tä­re Fäl­le“ ein­rei­sen dür­fen. Damit wur­de aus dem Recht auf Fami­li­en­nach­zug ein will­kür­li­ches Gna­den­recht. Die Erfah­run­gen der letz­ten Mona­te zei­gen: Das Antrags­ver­fah­ren ist kom­pli­ziert und mehr­stu­fig und die betei­lig­ten Behör­den bear­bei­ten die Anträ­ge so lang­sam, dass noch nicht ein­mal die­se 1000 Men­schen pro Monat ein­rei­sen kön­nen. Bis Ende Novem­ber wur­den nur 1385 Visa aus­ge­ge­ben. Das ent­larvt das Gesetz als Instru­ment, um Fami­li­en­nach­zug zu ver­hin­dern. Gleich­zei­tig ver­hin­dern Geset­ze und büro­kra­ti­sche Hür­den auch bei vie­len ande­ren Fami­li­en ihr Zusam­men­le­ben, zum Bei­spiel indem für den Fami­li­en­nach­zug Doku­men­te ver­langt wer­den, die Flücht­lin­ge aus vie­len Län­dern nicht beschaf­fen kön­nen. Es macht uns wütend, dass die deut­sche Regie­rung und das Asyl- und Auf­ent­halts­recht Rech­te von Flücht­lin­gen miss­ach­ten. Wir wol­len ein unein­ge­schränk­tes Recht auf Bil­dung, das Recht auf Sicher­heit und ein Leben ohne Ver­fol­gung. Wir wol­len Respekt für alle For­men von Fami­lie und das Recht auf Zusam­men­le­ben mit unse­ren Fami­li­en, wir for­dern eine Arbeits­er­laub­nis, men­schen­wür­di­ge Unter­künf­te mit Pri­vat­sphä­re und Bewe­gungs­frei­heit. Mit einer Demons­tra­ti­on in Ber­lin am 2. Febru­ar und dezen­tra­len Aktio­nen in ande­ren Städ­ten Deutsch­lands am 1. und 2. Febru­ar wol­len wir zei­gen, dass wir wei­ter gemein­sam pro­tes­tie­ren wer­den, bis Grund- und Men­schen­rech­te end­lich für alle gel­ten.”
  • Fami­li­en­nach­zug: Regie­rung ver­zö­gert Umset­zung von EuGH-Urteil 
    “… Ein hal­bes Jahr nach einem euro­päi­schen Urteil zum Recht auf Fami­li­en­nach­zug zu jugend­li­chen Flücht­lin­gen prüft die Bun­des­re­gie­rung noch die Umset­zung für Deutsch­land. Dabei geht es um die Fra­ge, ob Jugend­li­che den Anspruch auf das Nach­ho­len ihrer Eltern ver­lie­ren, wenn sie wäh­rend des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens voll­jäh­rig wer­den. Die Bun­des­re­gie­rung sei sich einig, dass ein ent­spre­chen­des Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofs (EuGH) über einen Fall aus den Nie­der­lan­den kei­ne Bin­dungs­wir­kung für Deutsch­land ent­fal­te, sag­te eine Spre­che­rin des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums am Mitt­woch in Ber­lin. Ob man bei der deut­schen Pra­xis Ände­run­gen vor­neh­me, sei Gegen­stand einer der­zeit lau­fen­den Res­sort­ab­stim­mung, ergänz­te sie. Betei­ligt sind dar­an den Anga­ben zufol­ge auch das Aus­wär­ti­ge Amt und das Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um. Die Spre­che­rin bestä­tig­te damit einen Bericht der „Süd­deut­schen Zei­tung“, wonach Deutsch­land das Urteil bis­lang nicht umsetzt. Jugend­li­che kön­nen dem­nach ihre Eltern nicht nach­ho­len, wenn sie 18 Jah­re alt wer­den, bevor über ihren Antrag auf den Nach­zug der Eltern ent­schie­den wird…” Bei­trag vom 25. Okto­ber 2018 von und bei MiGA­ZIN externer Link
  • Glücks­rad Fami­li­en­nach­zug: Kon­se­quen­zen der Neu­re­ge­lung für sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te 
    Ab 1.8.2018 gilt die Neu­re­ge­lung zum Fami­li­en­nach­zug zu den sog. sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­ten. Nur 1000 Ange­hö­ri­ge pro Monat soll im Rah­men eines Kon­tin­gen­tes der Nach­zug gestat­tet wer­den. Das Ergeb­nis des hit­zi­gen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens wird dem Grund- und Men­schen­recht auf Fami­lie nicht gerecht und ist in mensch­li­cher Hin­sicht nicht ver­tret­bar…” Stel­lung­nah­me vom 01.08.2018 von und bei Pro Asyl externer Link
  • So funk­tio­niert die Aus­wahl der 1.000 Ver­wand­ten beim Fami­li­en­nach­zug 
    “Ab August ist für Flücht­lin­ge mit sub­si­diä­rem Schutz der Fami­li­en­nach­zug wie­der mög­lich. 1.000 Ange­hö­ri­ge von in Deutsch­land leben­den Flücht­lin­gen mit dem unter­ge­ord­ne­ten Schutz­sta­tus dür­fen dann pro Monat kom­men. Wer hat die bes­ten Chan­cen? Wer ent­schei­det über die Aus­wahl der 1.000 Per­so­nen? MiGA­ZIN beant­wor­tet die wich­tigs­ten Fra­gen. (…) Nach Anga­ben des Aus­wär­ti­gen Amts lie­gen welt­weit bereits 34.000 Ter­min­wün­sche zum Fami­li­en­nach­zug vor. Aus die­sen Anfra­gen kön­nen ab 1. August kon­kre­te Anträ­ge wer­den. (…) Wie schnell die Abläu­fe nach dem neu­en Ver­fah­ren sind, muss sich erst in der Pra­xis zei­gen. Kon­kre­te Ter­mi­ne gibt es daher nicht. Bis Ende des Jah­res gilt des­we­gen auch, dass nicht aus­ge­schöpf­te Plät­ze in den Fol­ge­mo­nat über­tra­gen wer­den kön­nen. Bis Ende Dezem­ber kön­nen also 5.000 Visa bewil­ligt wer­den. Ab 2019 soll das dann nicht mehr gel­ten. Wer­den die 1.000 Plät­ze in einem Monat dann nicht gefüllt, sol­len sie ver­fal­len. (…) Einen Rechts­an­spruch für den Fami­li­en­nach­zug gibt es bei sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­ten mit der Neu­re­ge­lung nicht mehr…” Erläu­te­run­gen von Corin­na Buschow und Dirk Baas vom 1. August 2018 beim MiGA­ZIN externer Link
  • Das ‚Fami­li­en­nach­zugs­neu­re­ge­lungs­ge­setz‘ tritt in Kraft: Flücht­lin­ge mit sub­si­diä­rem Schutz pro­tes­tie­ren am 01.08. ab 10 Uhr vor dem Aus­wär­ti­gen Amt in Ber­lin gegen Behör­den­will­kür 
    Mor­gen, am 1. August tritt das Gesetz zur Neu­re­ge­lung des Fami­li­en­nach­zugs in Kraft. Moha­mad Malas, selbst sub­si­di­är schutz­be­rech­tig­ter Flücht­ling und Spre­cher der Initia­ti­ve ‚Fami­li­en­le­ben für alle‘. beschreibt, was das für Betrof­fe­ne bedeu­tet: „Einer­seits wird der Rechts­an­spruch auf Fami­li­en­nach­zug für Flücht­lin­ge mit sub­si­diä­rem Schutz abge­schafft. Das macht uns wütend, denn das steht ein­deu­tig im Gegen­satz zu Arti­kel 6, dem Grund­recht auf Ehe und Fami­li­en­le­ben. Wir haben dem Grund­ge­setz ver­traut, jetzt scheint es für uns nicht zu gel­ten. nde­rer­seits haben wir alle die Hoff­nung, dass unse­re Fami­lie bei den glück­li­chen 1000 im Monat dabei ist, die als „huma­ni­tä­re Fäl­le“ ein­rei­sen dür­fen. Ande­rer­seits haben wir alle die Hoff­nung, dass unse­re Fami­lie bei den glück­li­chen 1000 im Monat dabei ist, die als „huma­ni­tä­re Fäl­le“ ein­rei­sen dür­fen. Wir ren­nen von Bera­tungs­stel­le zu Bera­tungs­stel­le und hören dort, dass sie vie­le Fra­gen zum neu­en Gesetz auch noch nicht beant­wor­ten kön­nen, und wir ärgern uns, dass wir zu wenig gesi­cher­te Infor­ma­tio­nen im Inter­net fin­den. Und nie­mand erfährt, wann end­lich der Ter­min bei der Bot­schaft für den Vis­ums­an­trag sein wird. (…) Wir sind aus Staa­ten geflo­hen, in denen die Will­kür herrscht – nun sind wir wie­der der Will­kür aus­ge­lie­fert. Das ist die sel­be Behör­den­will­kür, die uns nur den sub­si­diä­ren Schutz gege­ben hat, statt den vol­len Flücht­lings­schutz. Wir haben das Gefühl, ein Trau­ma wie­der und wie­der zu erle­ben. Wir wer­den uns des­halb am 1. August vor dem Aus­wär­ti­gen Amt ver­sam­meln. Wir ver­lan­gen end­lich kla­re Infor­ma­tio­nen.“” Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve ‚Fami­li­en­le­ben für Alle!‘ vom 31.07.2018 externer Link und deren Auf­ruf externer Link
  • Asyl­recht: Bun­des­re­gie­rung igno­riert EuGH-Urteil 
    Flücht­lin­ge, die wäh­rend des Asyl­ver­fah­rens voll­jäh­rig wer­den, behal­ten laut Euro­päi­schem Gerichts­hof ihr Recht auf Fami­li­en­nach­zug. Ber­lin hat die­ses Urteil nicht umge­setzt. Die Grü­nen fin­den das “skan­da­lös”. Unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge, die wäh­rend des Asyl­ver­fah­rens voll­jäh­rig wer­den, behal­ten ihr Recht auf Fami­li­en­nach­zug. Das hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof (EuGH) im April beschlos­sen. Die Bun­des­re­gie­rung aber hat die­ses Grund­satz­ur­teil nicht umge­setzt und hält sich offen, ob sie dies über­haupt tun will. Das geht aus einer Ant­wort des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge der Grü­nen im Bun­des­tag her­vor, die der Süd­deut­schen Zei­tung vor­liegt. (…) Bei der aktu­el­len Neu­re­ge­lung des Fami­li­en­nach­zugs für Flücht­lin­ge mit ein­ge­schränk­tem Schutz über­nimmt die Bun­des­re­gie­rung die Linie des EuGH nicht. Hier muss Fami­li­en­nach­zug vor der Voll­jäh­rig­keit des Kin­des bean­tragt wer­den. Stich­tag ist also der Tag, an dem die Fami­lie sich bei einer deut­schen Ver­tre­tung mel­det. Das Urteil des EuGH, wonach als min­der­jäh­rig alle gel­ten, die es bei der deut­lich frü­he­ren Ein­rei­se waren, wird umschifft.” Arti­kel von Con­stan­ze von Bul­li­on vom 27. Juli 2018 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Statt Recht auf Fami­lie: »Glücks­rad Fami­li­en­nach­zug« 
    “… Heu­te soll sehen­den Auges ein ver­fas­sungs­wid­ri­ges Gesetz ver­ab­schie­det wer­den. Mit dem »Fami­li­en­nach­zugs­neu­re­ge­lungs­ge­setz« spielt die Bun­des­re­gie­rung auf Zeit. Denn dass die­ser Gesetz­ent­wurf nicht ver­fas­sungs­kon­form ist, wis­sen die Abge­ord­ne­ten. Das Grund­recht auf Fami­lie für sub­si­di­är Geschütz­te wird rechts­wid­rig aus­ge­he­belt, da die Fami­li­en­ein­heit im Her­kunfts­land auf unab­seh­ba­re Zeit nicht mög­lich ist. »Statt des Rechts auf Fami­lie heißt es ab 1. August: Glücks­rad Fami­li­en­nach­zug mit Gewinn­chan­cen für weni­ge«, kri­ti­siert Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. Betrof­fe­ne Fami­li­en wer­den dazu genö­tigt, in der ohne­hin uner­träg­li­chen Situa­ti­on der lan­gen Fami­li­en­tren­nung den beschwer­li­chen Rechts­weg zu beschrei­ten, um zu einem Recht zu kom­men, das ihnen sofort zusteht. Aber bis das Ver­fas­sungs­ge­richt ein Urteil gefällt hat, kann es Jah­re dau­ern. Statt eines Rechts­an­spruchs wird der Fami­li­en­nach­zug künf­tig auf 1.000 pro Monat begrenzt. Die Aus­wahl­kri­te­ri­en und die Aus­ge­stal­tung des Ver­fah­rens sind für die geschätz­ten 60.000 Betrof­fe­nen nicht ersicht­lich. Das in einem Rechts­staat gel­ten­de Prin­zip der Rechts­si­cher­heit wird den Betrof­fe­nen ver­wehrt. (…) PRO ASYL appel­liert daher an den Bun­des­tag, das »Fami­li­en­nach­zugs­neu­re­ge­lungs­ge­setz« nicht zu ver­ab­schie­den und statt­des­sen den Fami­li­en­nach­zug für sub­si­di­är Geschütz­te wie­der grund­rechts­kon­form zu ermög­li­chen.” Pres­se­mit­tei­lung von Pro Asyl vom 15. Juni 2018 externer Link
  • Fami­li­en­nach­zug: Orga­ni­sa­tio­nen for­dern Ableh­nung des Gesetz­ent­wurfs 
    “Die Kri­tik am Geset­zes­ent­wurf zum Fami­li­en­nach­zug für Flücht­lin­ge reißt nicht ab. (…) Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen und Gewerk­schaf­ten rufen Bun­des­tag und Bun­des­rat dazu auf, den Gesetz­ent­wurf zum Fami­li­en­nach­zug abzu­leh­nen. In einem gemein­sa­men Brief mahn­ten die Arbeits­ge­mein­schaft der deut­schen Fami­li­en­or­ga­ni­sa­tio­nen, der Deut­sche Gewerk­schafts­bund, die Dia­ko­nie Deutsch­land, die Deut­sche Liga für das Kind, der Ver­band Ent­wick­lungs­po­li­tik (Ven­ro) sowie das Zen­tral­ko­mi­tee der deut­schen Katho­li­ken am Mon­tag, dass die damit ver­bun­de­ne Tren­nung von Ehe­paa­ren und Fami­li­en auf lan­ge Dau­er nicht hin­nehm­bar sei. Die Orga­ni­sa­tio­nen appel­lier­ten an die Poli­tik, kei­ne Ängs­te zu schü­ren. Statt­des­sen müs­se ein Signal gesen­det wer­den, dass Deutsch­land ein star­kes Land, eine offe­ne Gesell­schaft und eine hand­lungs­fä­hi­ge Demo­kra­tie sei, die dem Schutz der Fami­lie gerecht wer­de. Die Ver­bän­de argu­men­tier­ten zugleich, dass die Zusam­men­füh­rung der Kern­fa­mi­lie einen Bei­trag für eine erfolg­rei­che Inte­gra­ti­on leis­ten kön­ne, da sie die Betrof­fe­nen anspor­ne und von der stän­di­gen Angst um Leib und Leben ihrer Ange­hö­ri­gen befreie…” Mel­dung vom 12. Juni 2018 von und bei MiGA­ZIN externer Link
  • Euro­päi­scher Gerichts­hof: Recht auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung für Flücht­lin­ge erleich­tert 
    Der Euro­päi­sche Gerichts­hof hat die Rech­te von unbe­glei­te­ten min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­gen gestärkt. Ihr Recht auf Fami­li­en­nach­zug bleibt auch dann bestehen, wenn Sie nach der Ein­rei­se voll­jäh­rig wer­den. Unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge ver­lie­ren nach ihrer Voll­jäh­rig­keit nicht ihr Recht auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung. Vor­aus­set­zung hier­für ist, dass sie inner­halb einer „ange­mes­se­nen Frist“ nach ihrer Flücht­lings­an­er­ken­nung einen Antrag auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung stel­len, wie der Euro­päi­sche Gerichts­hof (EuGH) am Don­ners­tag in Luxem­burg urteil­te. (AZ: C‑550/​16) Nach EU-Recht kön­nen unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge in ihrem Hei­mat­land leben­de nahe Ange­hö­ri­gen nach­kom­men las­sen. Das Recht auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung ist nicht in das Ermes­sen der ein­zel­nen EU-Mit­glied­staa­ten gestellt…” Mel­dung vom 13. April 2018 beim Miga­zin externer Link, sie­he dazu auch: Urteil des EuGH Deutsch­land: ver­stößt wohl gegen EU-Recht. Mel­dung vom 12.04.2018 bei tages​schau​.de externer Link
  • Syrer ver­las­sen Deutsch­land man­gels Fami­li­en­nach­zugs 
    Wegen des erschwer­ten Fami­li­en­nach­zugs ver­las­sen einem Bericht zufol­ge immer mehr syri­sche Flücht­lin­ge mit gül­ti­gem Auf­ent­halts­sta­tus Deutsch­land. Vie­le von ihnen reis­ten ille­gal in die Tür­kei, berich­ten das ARD-Poli­tik­ma­ga­zin „Pan­ora­ma“ und die inves­ti­ga­ti­ve Repor­ter­platt­form „STRG_​F“ am Don­ners­tag. Da die Flücht­lin­ge kein Visum für die Aus­rei­se in die Tür­kei erhiel­ten, wähl­ten sie zum Teil ris­kan­te Rou­ten und näh­men Hil­fe von Schleu­sern in Anspruch. In sozia­len Netz­wer­ken wie Face­book gebe es inzwi­schen Grup­pen, in denen sich Tau­sen­de Syrer über die „umge­kehr­te Flucht“ aus­tausch­ten, hieß es. Auch Infor­ma­tio­nen über Schleu­ser und Prei­se wür­den dort gepos­tet. So kos­te eine Über­fahrt über den Grenz­fluss Evros zwi­schen Grie­chen­land und der Tür­kei etwa 200 Euro. Ein Schleu­ser habe den Repor­tern erklärt, er brin­ge täg­lich bis zu 50 Men­schen zurück aus Euro­pa in die Tür­kei – haupt­säch­lich syri­sche Flücht­lin­ge mit einem Auf­ent­halts­sta­tus in Deutsch­land. (…) Der Reprä­sen­tant des Flücht­lings­kom­mis­sa­ri­ats der Ver­ein­ten Natio­nen (UNHCR) in Deutsch­land, Domi­nik Bartsch, bestä­tig­te „Pan­ora­ma“ ent­spre­chen­de Fäl­le, erklär­te aber, er kön­ne die­se aber nicht quan­ti­fi­zie­ren. „Die Tat­sa­che, dass Flücht­lin­ge auf der­sel­ben Rou­te, auf der sie ursprüng­lich nach Deutsch­land gekom­men sind, wie­der zurück­ge­hen, ist para­dox“, sag­te er. Dass Ein­zel­ne so hohe Risi­ken ein­gin­gen, zei­ge auch den hohen Schutz­wert der Fami­lie, füg­te Bartsch hin­zu. Dem wer­de Deutsch­land nicht gerecht. „Vie­le der Flücht­lin­ge aus Syri­en, mit denen wir gespro­chen haben, die sub­si­diä­ren Schutz­sta­tus haben, wur­den damals infor­miert, dass der Fami­li­en­nach­zug ab dem Stich­tag März 2018 statt­fin­den kann. Die­se Flücht­lin­ge füh­len sich natür­lich im Stich gelas­sen.“ Denn sie hät­ten die­se Nach­richt sogar schrift­lich bekom­men…” Arti­kel vom 12.4.2018 in der Frank­fur­ter Rund­schau online externer Link
  • Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt: Fami­li­en­nach­zug für Flücht­lin­ge bleibt vor­erst aus­ge­setzt 
    Das Gesetz zur Aus­set­zung des Fami­li­en­nach­zugs für ein­ge­schränkt Schutz­be­rech­tig­te wird nicht aus­ge­setzt. Das ent­schied das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Fall eines 13-jäh­ri­gen Syrers, der sei­ne Mut­ter nach­ho­len woll­te. Min­der­jäh­ri­ge Flücht­lings­kin­der mit ein­ge­schränk­tem Schutz­sta­tus kön­nen ihre Eltern wei­ter nicht im Rah­men des Fami­li­en­nach­zugs nach Deutsch­land holen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Karls­ru­he hat in einem am Mon­tag ver­öf­fent­lich­ten Beschluss erneut den Antrag auf einst­wei­li­ge Anord­nung auf Aus­set­zung der gesetz­li­chen Bestim­mung zum Fami­li­en­nach­zug und zur Ertei­lung vor­läu­fi­ger Visa abge­lehnt. (AZ: 2 BvR 1266/​17) (…) Den Antrag auf einst­wei­li­ge Anord­nung, die bestehen­de gesetz­li­che Bestim­mung aus­zu­set­zen, wies das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt jetzt ab. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de sei zwar weder unzu­läs­sig noch offen­sicht­lich unbe­grün­det. Für eine einst­wei­li­ge Anord­nung bestün­de aber ein beson­ders stren­ger Maß­stab, der hier nicht erfüllt wer­de, hieß es. Nur im Haupt­sa­che­ver­fah­ren kön­ne geprüft wer­den, ob die Aus­set­zung des Fami­li­en­nach­zugs für sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te mit dem Grund­recht auf Schutz der Fami­lie im Ein­klang steht, befand das Gericht. Bereits am 1. Febru­ar 2018 hat­ten die Ver­fas­sungs­rich­ter ähn­lich ent­schie­den und den Antrag drei­er min­der­jäh­ri­ger, in Kenia leben­der Kin­der abge­lehnt, die Bestim­mung zur Aus­set­zung des Fami­li­en­nach­zugs vor­erst auf­zu­he­ben. (AZ: 2 BvR 1459/​17) Die Kin­der woll­ten zu ihrer nach Deutsch­land geflo­he­nen Mut­ter nach­zie­hen und hier­für Visa erhal­ten.” Mel­dung vom 10. April 2018 von und bei Miga­zin externer Link.
    • Zu Details der Begrün­dung sie­he BVerfGE 2 BvR 1266/​17 der 1. Kam­mer des Zwei­ten Senats vom 20. März 2018 externer Link
    • Anm.: Das lässt sich mit Blick auf das Grund­ge­setz auch anders sehen. So ist nach Art. 1 GG der Staat ver­pflich­tet die Men­schen­wür­de zu schüt­zen. Irgend­ei­ne Wahl­frei­heit des Gesetz­ge­bers besteht hier nicht. So etwas soll­te es auf­grund der Erfah­run­gen mit dem deut­schen Natio­nal­so­zia­lis­mus auch nicht geben, wes­halb Art.1 GG auch unter der “Ewig­keits­ga­ran­tie” (Art. 79 Abs.3 GG) gefasst wur­de. Die Begrün­dung des Gerichts: “Das Ziel des Gesetz­ge­bers, „im Inter­es­se der Inte­gra­ti­ons­sys­te­me in Staat und Gesell­schaft“ (vgl. BTDrucks 18/​7538 S.1) Ein­rei­sen der Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen von sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­ten in die­sem Zeit­raum gera­de nicht zu ermög­li­chen, wür­de in die­sem Umfang ver­ei­telt”, ist eine objek­ti­ve Selbstent­mach­tung des Gerichts. Außer­dem ist die Begrün­dung sach­lich falsch. Denn das Gericht über­geht ein­fach den Umstand, dass wohl kei­ne pro­blem­lo­se Inte­gra­ti­on mög­lich sein kann, wenn der oder die Betrof­fe­ne in per­ma­nen­ter Angst um sei­ne Ange­hö­ri­gen hier leben und arbei­ten soll. Auch begrün­det das Gericht nicht über­zeu­gend, war­um angeb­lich kei­ne “drin­gen­den huma­ni­tä­re Grün­de” vor­lä­gen. Fak­tisch ver­sagt das Gericht beim Grund­rech­te­schutz statt sei­ner Auf­ga­be gerecht zu wer­den, Grund­rech­te gera­de dann zu schüt­zen, wenn die herr­schen­de Poli­tik immer ein­deu­ti­ger gegen Men­schen­rech­te han­delt. Den Schutz der Fami­lie (Art. 6 GG) nicht auf in Deutsch­land leben­de Aus­län­der zu erstre­cken, ist eine gefähr­li­che Rich­tung – auch mit Blick auf die deut­sche Ver­gan­gen­heit.
  • Fami­li­en­nach­zug zu sub­si­di­är Geschütz­ten. PRO ASYL kri­ti­siert: Sozia­le Selek­ti­on wür­de den Fami­li­en­nach­zug end­gül­tig ad absur­dum füh­ren 
    Mit dem Res­sort­ent­wurf eines »Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rungs­neu­re­ge­lungs­ge­set­zes« (FzNeuG) ver­schärft Bun­des­in­nen­mi­nis­ter See­hofer ins­be­son­de­re die Nach­zugs­re­ge­lun­gen für sub­si­di­är geschütz­te Flücht­lin­ge. Eine Neu­re­ge­lung war in der Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung vor­ge­se­hen. Was jetzt vor­liegt, geht über das dort Ver­ein­bar­te weit hin­aus. Es ist der Ver­such aus­zu­tes­ten, inwie­weit man mit dem Koali­ti­ons­part­ner SPD Schlit­ten fah­ren kann und zugleich ein wei­te­rer Bei­trag zum baye­ri­schen Vor­wahl­kampf. Emp­fän­ger von Hartz IV-Leis­tun­gen unter den sub­si­di­är Geschütz­ten sol­len künf­tig kei­nen Anspruch auf den Nach­zug der Kern­fa­mi­lie haben. Das ist eben­so absurd wie inak­zep­ta­bel. (…) Die Siche­rung des Lebens­un­ter­hal­tes und der Nach­weis vor­han­de­nen Wohn­raums als Vor­aus­set­zung für den Nach­zug waren nicht Bestand­teil der Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung. Für Flücht­lin­ge jed­we­den Schutz­sta­tus ist es in den wenigs­ten Fäl­len mög­lich, schon kurz nach unan­fecht­ba­rer Aner­ken­nung ihren Lebens­un­ter­halt in vol­lem Umfang sicher­zu­stel­len. (Erläu­te­rung: Um den Anspruch zu sichern, müs­sen sub­si­di­är Geschütz­te bin­nen drei Mona­ten nach Zuspre­chung des Sta­tus den Antrag auf Ertei­lung des Visums stel­len.) Mit der Neu­re­ge­lung wäre der Fami­li­en­nach­zug zu Emp­fän­gern von Sozi­al­leis­tun­gen mit sub­si­diä­rem Schutz­sta­tus fak­tisch aus­ge­schlos­sen. Die Rege­lung wäre ein Mit­tel sozia­ler Selek­ti­on…” Pres­se­mit­tei­lung vom 05.04.2018 externer Link
  • Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt: Fami­li­en­nach­zug für Flücht­lin­ge bleibt aus­ge­setzt 
    Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat einen Antrag zur Ertei­lung vor­läu­fi­ger Visa zum Fami­li­en­nach­zug abge­lehnt. Der Ent­schei­dung lag der Fall von drei min­der­jäh­ri­gen Mäd­chen aus Soma­lia zugrun­de. Sie woll­ten zu ihrer Mut­ter nach Deutsch­land, die sub­si­di­är schutz­be­rech­tigt ist. Die Aus­set­zung des Fami­li­en­nach­zugs für Flücht­lin­ge mit ein­ge­schränk­tem Schutz­sta­tus bleibt vor­erst wei­ter bestehen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Karls­ru­he hat in einem am Frei­tag ver­öf­fent­lich­ten Beschluss den Antrag auf einst­wei­li­ge Auf­he­bung der gesetz­li­chen Bestim­mung und zur Ertei­lung vor­läu­fi­ger Visa zum Fami­li­en­nach­zug abge­lehnt. (AZ: 2 BvR 1459/​17)…” Mel­dung vom 26. Febru­ar 2018 bei Miga­zin externer Link
  • 1.000 plus Här­te­fäl­le: Uni­on und SPD einig beim Fami­li­en­nach­zug 
    Erhö­hung auf „1.000+“: Uni­on und SPD wol­len neben einem monat­li­chen Kon­tin­gent beim Fami­li­en­nach­zug von Flücht­lin­gen auch wei­ter Här­te­fäl­le berück­sich­ti­gen. Wie groß das Plus aus­fällt, ist offen. Kri­ti­ker fürch­ten, es wird nur weni­gen mehr gehol­fen. (…) Die Flücht­lings­or­ga­ni­sa­ti­on Pro Asyl zeig­te sich den­noch ent­täuscht und sprach von einer „Pseu­do­lö­sung“. Wegen der extrem hohen Anfor­de­run­gen der Här­te­fall­re­ge­lung habe sie schon in der Ver­gan­gen­heit nur weni­gen Men­schen gehol­fen. Flücht­lin­ge mit soge­nann­tem sub­si­diä­ren Schutz kön­nen seit März 2016 ihre Ange­hö­ri­gen nicht nach Deutsch­land nach­ho­len wie ande­re Flücht­lin­ge. Betrof­fen sind vor allem Syrer. (…) Die neue Rege­lung soll bis Ende Juli in Kraft gesetzt sein. Bis dahin soll der Fami­li­en­nach­zug über­gangs­wei­se wei­ter aus­ge­setzt blei­ben. Über die­se Über­gangs­re­ge­lung soll am Don­ners­tag der Bun­des­tag abstim­men. (…) Das Deut­sche Kin­der­hilfs­werk hat den Kom­pro­miss von Uni­on und SPD als „men­schen­recht­li­che Kata­stro­phe“ kri­ti­siert. (…) Die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on „terre des hom­mes“ bezeich­net den Kom­pro­miss als „ein trau­ri­ger Deal auf dem Rücken schutz­be­dürf­ti­ger Flücht­lings­kin­der“. Die strik­te Begren­zung des Fami­li­en­nach­zugs sei rechts­wid­rig…” Mel­dung von und bei Miga­zin vom 31.1.2018 externer Link
    • Ein­stieg in den Aus­stieg aus einem Grund­recht
      Kurz vor den abschlie­ßen­den Bera­tun­gen des Deut­schen Bun­des­tags zum Gesetz­ent­wurf der Uni­on über eine wei­te­re Aus­set­zung des Fami­li­en­nach­zugs for­dert PRO ASYL alle Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­tags auf, sich an Grund- und Men­schen­rech­te zu hal­ten. Der Ände­rungs­an­trag der Frak­tio­nen von CDU, CSU und SPD (Aus­schuss­druck­sa­che 0011) besei­tigt das Recht für Fol­ter­op­fer und Kriegs­flücht­lin­ge, als Fami­lie zusam­men­zu­le­ben. »Die­ses Gesetz führt zum Ein­stieg in den Aus­stieg aus dem Grund­recht, als Fami­lie zusam­men zu leben. Aus einem Grund­recht darf kein Gna­den­recht wer­den«, for­dert Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. Die von der SPD-Spit­ze for­mu­lier­te »1000+«-Regelung und der Ver­weis auf die bereits bestehen­de Här­te­fall­re­ge­lung nach §22 ist eine Nebel­ker­ze…” Pro Asyl-Pres­se­mit­tei­lung vom 01.02.2018 externer Link
    • Unser Zitat zum The­ma: “Fami­li­en­nach­zug
      “Die CSU ist beim Fami­li­en­nach­zug von Flücht­lin­gen inzwi­schen kom­pro­miß­be­reit. In fol­gen­den Här­te­fäl­len soll­te dies mög­lich sein:
      1. Wenn ein Flücht­ling bereits in die CSU ein­ge­tre­ten ist, eine groß­zü­gi­ge Par­tei­spen­de gemacht und die Par­tei­ein­tritts­for­mu­la­re der ein­rei­se­wil­li­gen Fami­li­en­mit­glie­der vor­ge­legt hat.
      2. Wenn der Flücht­ling nach­weis­bar über her­aus­ra­gen­de Kennt­nis­se im baye­ri­schen „Ami­go“ oder ande­ren Kor­rup­ti­ons­wis­sen­schaf­ten ver­fügt, die der CSU mög­li­cher­wei­se von Nut­zen sind.
      3. Wenn die Fami­lie aus einem gra­vie­ren­den men­schen­recht­li­chen Grund, etwa wegen Waf­fen­schie­be­rei, ver­folgt wird
      .”
      Aus: Deut­scher Einheit(z)-Textdienst 2/​18
  • Aus­set­zung des Fami­li­en­nach­zugs – Ist es dem Völ­ker­recht wirk­lich so egal? 
    “Am 19. Janu­ar 2018 hat der deut­sche Bun­des­tag inten­siv über die Ver­län­ge­rung der Aus­set­zung des Fami­li­en­nach­zugs für sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te debat­tiert. (…) Im Rah­men die­ser Debat­te waren die Abge­ord­ne­ten, wel­che sich für die Ver­län­ge­rung aus­ge­spro­chen haben, nicht müde zu beto­nen, dass es kei­ner­lei völ­ker­recht­li­che Ver­pflich­tung zum Fami­li­en­nach­zug für sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­te gebe. Die­se Aus­sa­gen machen stut­zig: Kann es wirk­lich sein, dass die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land einer Fül­le von men­schen­recht­li­chen Ver­trä­gen und Rege­lun­gen unter­wor­fen ist und sich kei­ne davon zum Fami­li­en­nach­zug ver­hält? (…) Das Völ­ker­recht ver­hält sich sehr wohl zum Fami­li­en­nach­zug und zeigt kla­re Ten­den­zen hin zum Schutz der Fami­lie und ins­be­son­de­re von min­der­jäh­ri­gen unbe­glei­te­ten Per­so­nen. Und ange­sichts der Tat­sa­che, dass der wis­sen­schaft­li­che Dienst des Bun­des­ta­ges dar­auf schon 2016 hin­ge­wie­sen hat, ist es schwer zu glau­ben, dass die­se Ten­den­zen den Mit­glie­dern des Bun­des­tags nicht bewusst sind. Zum Schluss sei ange­merkt, dass es das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt war, das in sei­nem berühm­ten Gör­gülü-Urteil eine Ent­schei­dung des OLG Naum­burg für ver­fas­sungs­wid­rig erklär­te, weil die völ­ker­recht­li­che Recht­spre­chung des EGMR nicht aus­rei­chend berück­sich­tig wur­de, dies aber wegen des Rechts­staats­prin­zips aus Art. 20 Abs. 3 GG unbe­dingt nötig sei. Und um wel­ches Grund­recht ging es? Aus­ge­rech­net um den Schutz der Fami­lie, Art. 6 GG.” Bei­trag von Bene­dikt Beh­lert vom 21 Janu­ar 2018 beim Ver­fas­sungs­blog externer Link
  • Fami­li­en­nach­zug: 16-jäh­ri­ger Syrer darf sei­ne Fami­lie nach Deutsch­land holen 
    Nach jah­re­lan­gem Rechts­streit gibt ein Gericht dem jun­gen Flücht­ling recht. Das Urteil könn­te ein Prä­ze­denz­fall für ande­re Fami­li­en wer­den. Erst­mals hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin das Aus­wär­ti­ge Amt ver­ur­teilt, aus huma­ni­tä­ren Grün­den einer syri­schen Fami­lie ein Visum aus­zu­stel­len, um zu ihrem kran­ken Sohn und Bru­der nach Deutsch­land zu rei­sen. Die­ser war 2015 als 14-Jäh­ri­ger geflo­hen, hat­te aber nur sub­si­diä­ren Schutz zuge­spro­chen bekom­men. Für Flücht­lin­ge mit die­sem Sta­tus ist der Fami­li­en­nach­zug seit knapp zwei Jah­ren aus­ge­setzt, über die mög­li­che Ver­län­ge­rung wird seit Mona­ten poli­tisch hef­tig gerun­gen. (…) Im Fall der Fami­lie des jetzt 16-jäh­ri­gen Syrers aber wider­spricht das Gericht dem Aus­wär­ti­gen Amt, das kein Visum ver­ge­ben woll­te: Die­se Wei­ge­rung sei “rechts­wid­rig”. Die Rich­ter sehen das Kin­des­wohl “erheb­lich und akut gefähr­det”, des­halb sei es “zwin­gend gebo­ten”, die Fami­lie rasch zu ver­ei­nen. Der Jugend­li­che sei durch die Tren­nung enorm belas­tet…” Arti­kel von Bernd Kas­t­ner vom 23. Dezem­ber 2017 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Stu­die: Sach­ver­stän­di­ge for­dern Recht auf Fami­li­en­nach­zug für Flücht­lin­ge
    “… In der poli­tisch erhitz­ten Debat­te über den Fami­li­en­nach­zug haben Inte­gra­ti­ons­ex­per­ten für die Zusam­men­füh­rung naher Ange­hö­ri­ger plä­diert. Nach der zeit­wei­li­gen Aus­set­zung soll­te der Fami­li­en­nach­zug auch für die Grup­pe der Flücht­lin­ge mit dem unter­ge­ord­ne­ten sub­si­diä­ren Schutz wie geplant ab März 2018 wie­der ein­ge­führt wer­den, heißt es in einer am Don­ners­tag in Ber­lin vor­ge­stell­ten Stu­die des Sach­ver­stän­di­gen­rats deut­scher Stif­tun­gen für Inte­gra­ti­on und Migra­ti­on. Die Autoren hal­ten das Ver­bot des Fami­li­en­nach­zugs für ein Hin­der­nis bei der Inte­gra­ti­on. Bereits wäh­rend des Asyl­ver­fah­rens spie­le das The­ma bei Betrof­fe­nen ins­be­son­de­re aus Syri­en eine „wich­ti­ge, meist pro­ble­ma­ti­sche“ Rol­le. „Die Unge­wiss­heit und die Sor­ge um die Zukunft der engs­ten Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen belas­tet den All­tag und macht es den Men­schen schwer, sich auf ihre Inte­gra­ti­on zu fokus­sie­ren“, heißt es in der Stu­die, für die 62 Flücht­lin­ge mit noch nicht geklär­tem Auf­ent­halts­sta­tus aus Syri­en, Afgha­ni­stan, Soma­lia, Paki­stan und West­bal­kan-Staa­ten befragt wur­den. (…) Inte­gra­ti­on müs­se immer im fami­liä­ren Kon­text gese­hen wer­den, mah­nen die Sach­ver­stän­di­gen. Sie for­dern zudem schnel­le­re Asy­l­ent­schei­dun­gen. Auch eine unsi­che­re Auf­ent­halts­per­spek­ti­ve belas­te die Antrag­stel­ler und behin­de­re Inte­gra­ti­on. Die Stu­die wur­de erstellt vom For­schungs­be­reich des Sach­ver­stän­di­gen­rats und der Robert Bosch Stif­tung….” Bei­trag vom 24. Novem­ber 2017 von und bei Miga­zin externer Link, zu Details und wei­te­ren Ergeb­nis­sen sie­he die Stu­die des SVR-For­schungs­be­reichs 2017–4 “Wie geling Inte­gra­ti­on?” externer Link (108 Sei­ten)
  • Decke­lung des Fami­li­en­nach­zugs aus Grie­chen­land ist rechts­wid­rig. VG Wies­ba­den ver­pflich­tet Bun­des­amt die Über­stel­lungs­fris­ten ein­zu­hal­ten. PRO ASYL: Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um muss ille­ga­le Pra­xis been­den
    Das Ver­wal­tungs­ge­richt Wies­ba­den hat in einem ges­tern über­mit­tel­ten Beschluss das Bun­des­amt ver­pflich­tet, die in der Dub­lin-Ver­ord­nung gere­gel­ten Über­stel­lungs­fris­ten von 6 Mona­ten bei Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen ein­zu­hal­ten. (…) Dies ist der ers­te Gerichts­be­schluss, der sich mit dem leid­vol­len The­ma der gede­ckel­ten, ver­schlepp­ten Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung aus Grie­chen­land befasst. Das Gericht folgt der Rechts­auf­fas­sung von PRO ASYL und zahl­rei­chen zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen aus Deutsch­land und Grie­chen­land: Das Recht auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung im Rah­men der Dub­lin-Ver­ord­nung ist inner­halb der fest­ge­leg­ten 6- Monats­frist zu gewähr­leis­ten…” Pres­se­mit­tei­lung vom 19.09.2017 externer Link

Der Bei­trag Fami­li­en­nach­zug: Men­schen­feind­li­che Abschre­ckungs­po­li­tik erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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