[labournet:] [GEW] Corona-Krise an Schulen: Lehrkräfte und Lernende besser unterstützen und schützen

Dossier

Coronavirus, die Hetze und der Ausnahmezustand: China im Shitstorm“… Leh­re­rin­nen und Leh­rer ver­su­chen zur Zeit unter schwie­ri­gen Bedin­gun­gen, den Kin­dern und Jugend­li­chen Lern­mög­lich­kei­ten für die Zeit der Schul­schlie­ßun­gen zu bie­ten. Alle ver­füg­ba­ren Mit­tel von Wochen­plä­nen über digi­ta­le Platt­for­men und E‑Mails wer­den genutzt. Dass es auch Gren­zen gibt, erklärt GEW-Schul­ex­per­tin Ilka Hoff­mann: „Ein Groß­teil der Lehr­kräf­te hat kei­ne eige­ne Dienst­mail­adres­se oder dienst­li­che End­ge­rä­te.“ Zudem hät­ten nicht alle Schu­len Zugriff auf Cloud­sys­te­me und wenn doch, stie­ßen die­se an die Gren­zen ihrer Belast­bar­keit. „Die Schu­len sind denk­bar schlecht auf Fern­un­ter­richt vor­be­rei­tet“, sag­te Hoff­mann. Auch der Gesund­heits­schutz der Lehr­kräf­te, von denen auch vie­le zur Risi­ko­grup­pe der Älte­ren gehö­ren, mahn­te die GEW-Schul­ex­per­tin an: „In einer Zeit, in der über Aus­gangs­sper­ren zur Ein­däm­mung der Ver­brei­tung der Lun­gen­krank­heit Covid-19 nach­ge­dacht wird, ist eine gene­rel­le Prä­senz­pflicht von Lehr­kräf­ten an Schu­len unsin­nig und fahr­läs­sig. Des­halb lehnt die GEW die­se ab!“ Es müs­se alles getan wer­den, Lehr­kräf­ten Unter­stüt­zung bei der Ver­brei­tung und Vor­be­rei­tung von Lern­ma­te­ria­li­en von Zuhau­se aus zu bie­ten…“ Mel­dung vom 20.03.2020 bei der GEW externer Link und dazu:

  • Am Mon­tag star­tet ein gigan­ti­sches Expe­ri­ment: Das neue Schul­jahr – mit Mil­lio­nen Schü­lern und Leh­rern ohne den übli­chen Coro­na-Schutz New
    “Am Mon­tag star­tet das neue Schul­jahr im ers­ten Bun­des­land, Meck­len­burg-Vor­pom­mern – ein gigan­ti­sches Expe­ri­ment. Wäh­rend Groß­ver­an­stal­tun­gen nach wie vor bun­des­weit unter­sagt sind, kom­men in den nächs­ten Wochen in Deutsch­land ins­ge­samt rund elf Mil­lio­nen Schü­ler und 800.000 Leh­rer zum Regel­un­ter­richt ohne Abstand und Mund-Nasen-Mas­ken zusam­men. Und schon jetzt stei­gen die Coro­na-Infek­ti­ons­zah­len wie­der. Das Robert-Koch-Insti­tut zeigt sich ner­vös…” Mel­dung vom 28. Juli 2020 von und bei News4teachers externer Link – dazu guter Kom­men­tar:
    • Spiel mit dem Feu­er: Wenn sich die Schu­len als Infek­ti­ons­trei­ber erwei­sen, steht Deutsch­land ein schlim­mer Coro­na-Herbst bevor
      “Etli­che der 16 Kul­tus­mi­nis­ter, so scheint es, haben die Lust an der Bekämp­fung des Coro­na­vi­rus ver­lo­ren. Die KMK jeden­falls hat unter Beru­fung auf das Recht der Schü­ler auf Bil­dung den Regel­un­ter­richt im kom­men­den Schul­jahr zum Ziel erho­ben. Dumm nur: Die Pan­de­mie wird sich par ord­re du muf­ti nicht stop­pen las­sen. Es ist ein Spiel mit dem Feu­er. Soll­ten sich die Schu­len als Infek­ti­ons­trei­ber erwei­sen, könn­te das einen Scha­den anrich­ten, der weit über ein wei­te­res ver­lo­re­nes Schul­halb­jahr hin­aus­geht. Dann droht Deutsch­land ein schlim­mer Coro­na-Herbst. (…) In einem Anflug bemer­kens­wer­ter Offen­heit hat die nord­rhein-west­fä­li­sche Schul­mi­nis­te­rin Yvonne Gebau­er (FDP) in einem Inter­view mit Radio Bon­n/Rhein-Sieg die Hosen her­un­ter­ge­las­sen. „Wir kön­nen Men­schen nicht davor schüt­zen, an Covid-19 zu erkran­ken. Viel­leicht muss man das auch noch­mal sagen: Es wird immer Erkran­kun­gen geben“, erklärt sie mit Blick auf die Schu­len. „Wir kön­nen nur alles dafür tun, dass die­se Erkran­kun­gen so glimpf­lich lau­fen wie es irgend geht. Dafür haben wir Vor­sor­ge getrof­fen, dass unse­re Gesund­heits­äm­ter bezie­hungs­wei­se unse­re Kran­ken­häu­ser dar­auf vor­be­rei­tet sind, dass genü­gend Inten­siv­bet­ten zur Ver­fü­gung ste­hen, dass genü­gend Beatmungs­ge­rä­te zur Ver­fü­gung ste­hen. Aber wir kön­nen nicht alle Men­schen schüt­zen.“ Beatmungs­ge­rä­te als Prä­ven­ti­ons­maß­nah­me? Das ist ein Offen­ba­rungs­eid für eine Poli­ti­ke­rin, die für den Gesund­heits­schutz von rund 200.000 Lehr­kräf­ten und 2,5 Mil­lio­nen Kin­dern und Jugend­li­chen ver­ant­wort­lich zeich­net. Wie ein­gangs fest­ge­stellt: So man­cher Kul­tus­mi­nis­ter, scheint es, hat die Lust an der Bekämp­fung des Coro­na­vi­rus ver­lo­ren. Das kann ein schlim­mer Herbst wer­den.” Ana­ly­se von New­s4­tea­chers-Her­aus­ge­ber Andrej Pri­bo­schek vom 28. Juli 2020 bei News4teachers externer Link
    • Sie­he auch bie Twit­ter die Debat­te unter #Bil­d­un­gA­ber­Si­cher
  • Schu­len und Kitas wie­der offen – Wie geht das, was schon vor der Coro­na-Zeit nicht mög­lich war? 
    “[Du hast mit Thors­ten Böning kürz­lich eine Ideen­skiz­ze zu den Mög­lich­kei­ten und Not­wen­dig­kei­ten früh­kind­li­cher Bil­dung in Zei­ten der Cori­na-Pan­de­mie ver­öf­fent­licht. Dar­in for­dert ihr neue Räu­me, mehr Per­so­nal und päd­ago­gi­sche Phan­ta­sie an die Macht. Was heißt das kon­kret?] Thors­ten und ich sind gemein­sam im Bünd­nis „Mehr Gro­ße für die Klei­nen“, das im letz­ten Jahr die Pro­tes­te gegen das Kin­der­bil­dungs-Gesetz (KiBiz) in NRW auf die Stra­ße und in den Land­tag gebracht hat. Schon da stand für uns die Ver­bin­dung von guten Arbeits­be­din­gun­gen für die Erzie­hen­den mit guten Bedin­gun­gen für früh­kind­li­che Bil­dung im Mit­tel­punkt: Mehr Per­so­nal und klei­ne­re Grup­pen, bei einer kos­ten­de­cken­den Finan­zie­rung. Dar­an hat sich auch durch Coro­na nichts geän­dert. Die Pro­ble­me sind ledig­lich drän­gen­der und offen­sicht­lich gewor­den. Momen­tan sind in NRW wie­der alle Kin­der in den Kitas – in Grup­pen von bis zu 25 Kin­dern. Und das mit weni­ger Per­so­nal. Thors­ten und ich haben geprüft, wel­che Alter­na­ti­ven es schon gibt und wie ein Infek­ti­ons­schutz für Beschäf­tig­te und Kids funk­tio­nie­ren könn­te. Also haben wir die Kon­zep­te von Wald­kin­der­gär­ten, klei­nen alters­ge­misch­ten Grup­pen und dem Frei­wil­li­gen­re­gis­ter in den medi­zi­ni­schen Beru­fe n quer durch den Gesund­heits­schutz und aktu­ell unge­nutz­te Räu­me gedacht. Das Ergeb­nis war ein Auf­schlag zur Debat­te: Kön­nen wir klei­ne Grup­pen in Parks, Spiel­pät­zen, Unis, Gemein­de­häu­sern schaf­fen, die mit einer Fach­kraft und zwei Ergän­zungs­kräf­ten das Infek­ti­ons­ri­si­ko min­dern, Infek­ti­ons­ket­ten über­schau­bar hal­ten und päd­ago­gisch hoch­wer­ti­ge Arbeit leis­ten. Die Idee fin­det sich hier externer Link …” Inter­view mit Katha­ri­na Schwa­be­dis­sen in FaktenCheck:CORONA 2 externer Link
  • GEW: Leh­rer­ge­werk­schaft for­dert Min­dest­ab­stand in Schu­len 
    “Die Kul­tus­mi­nis­ter wol­len die Schu­len nach den Som­mer­fe­ri­en wie gewohnt öff­nen – ohne Abstand. (…) Die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) sieht den Beschluss der Kul­tus­mi­nis­ter der Län­der zur Öff­nung der Schu­len kri­tisch. Auf das Abstands­ge­bot zu ver­zich­ten, sei der fal­sche Weg, sag­te die Gewerk­schafts­vor­sit­zen­de Mar­lis Tepe laut einer Mit­tei­lung. “Solan­ge die Abstands­re­geln – aus guten Grün­den – in der Gesell­schaft ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen, muss dies auch in der Schu­le gel­ten.” Die Minis­te­rin­nen und Minis­ter hat­ten am Don­ners­tag beschlos­sen, dass alle Schü­ler nach den Som­mer­fe­ri­en wie­der wie gewohnt in die Schu­le gehen sol­len. Dabei sol­le auf die Abstands­re­gel ver­zich­tet wer­den, sofern es das Infek­ti­ons­ge­sche­hen zulas­se. “Mit die­ser Ansa­ge kip­pen die Kul­tus­mi­nis­ter den Infek­ti­ons­schutz”, sag­te GEW-Vor­stands­mit­glied Ilka Hoff­mann dem Spie­gel. “Wenn das schief­geht, tra­gen die Kul­tus­mi­nis­ter die Ver­ant­wor­tung.” (…) “An klei­ne­ren Grund­schu­len mag das hier und da noch mach­bar sein”, sag­te Hoff­mann. Aber an den gro­ßen wei­ter­füh­ren­den Schu­len kämen oft tau­send Kin­der und Jugend­li­che aus einer Regi­on zusam­men. Dort könn­ten Schü­ler bei nor­ma­lem Stun­den­plan nicht zeit­ver­setzt zum Unter­richt kom­men, zeit­ver­setzt Pau­se machen las­sen oder dafür sor­gen, dass sie sich auf dem Schul­hof nicht mischen. “Das ist unrea­lis­tisch. Es ist gedan­ken­los, den Schu­len nun die Ver­ant­wor­tung dafür auf­zu­bür­den.”…” Mel­dung vom 19. Juni 2020 bei Zeit online externer Link zur GEW-Stel­lung­nah­me „Jetzt die Zeit nut­zen, um Schul­öff­nun­gen seri­ös vor­zu­be­rei­ten“ vom 19. Juni 2020 externer Link
  • [GEW] Schul­öff­nun­gen in der Coro­na­kri­se: Abstand hal­ten! /​[DGB] Schul­öff­nun­gen nur mit Arbeits­schutz und Hygie­ne­stan­dards
      • [GEW] Schul­öff­nun­gen in der Coro­na­kri­se: Abstand hal­ten!
        “Wäh­rend über­all wei­ter die Abstands­pflicht von 1,5 Metern gilt und in Geschäf­ten sowie im Öffent­li­chen Nah­ver­kehr Mas­ken getra­gen wer­den müs­sen, sol­len in den Schu­len Schutz­maß­nah­men auf­ge­ge­ben wer­den. Die GEW pro­tes­tiert. Mit der Wie­der­öff­nung der Schu­len wird nach Ansicht der GEW die Gesund­heit von Lehr­kräf­ten sowie Schü­le­rin­nen und Schü­lern mas­siv gefähr­det. „Wäh­rend in allen Bran­chen die Abstands­pflicht von 1,5 Metern zwi­schen zwei Men­schen wei­ter­hin gilt und in Geschäf­ten sowie im Öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr Mas­ken getra­gen wer­den müs­sen, sol­len in den Schu­len Schutz­maß­nah­men auf­ge­ge­ben wer­den“, kri­ti­sier­te GEW-Vor­stands­mit­glied Ilka Hoff­mann externer Link mit Blick auf Aus­sa­gen der Prä­si­den­tin der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz (KMK), Ste­fa­nie Hubig (SPD). Hubig hat­te am Diens­tag laut der Deut­schen Pres­se-Agen­tur (dpa) gefor­dert, die Abstands­re­geln an Schu­len auf­zu­ge­ben. Nach­dem die Lehr­kräf­te zum Teil unter hygie­nisch unzu­rei­chen­den Bedin­gun­gen die Not­be­treu­ung auf­recht erhal­ten und mit man­geln­der digi­ta­ler Aus­stat­tung Fern­un­ter­richt orga­ni­siert hät­ten, wol­le die Poli­tik „den Gesund­heits­schutz der Beschäf­tig­ten aufs Spiel set­zen“, sag­te Hoff­mann. Die GEW mahn­te dage­gen die Für­sor­ge­pflicht der Län­der gegen­über den Beschäf­tig­ten an. „Wir brau­chen end­lich einen run­den Tisch, an dem Poli­tik, Gewerk­schaf­ten, Eltern- und Schü­ler­ver­tre­tun­gen sowie Medi­zi­ner zusam­men­kom­men und über Lösungs­we­ge ent­schei­den, die die Inter­es­sen aller an Schu­le Betei­lig­ten berück­sich­ti­gen.“ Die GEW-Schul­ex­per­tin plä­dier­te zudem dafür, jetzt päd­ago­gi­sche Kon­zep­te zu ent­wi­ckeln und die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen zu schaf­fen, um nach den Som­mer­fe­ri­en einen qua­li­ta­tiv guten Mix aus Prä­senz- und Fern­un­ter­richt anzu­bie­ten. Es sei kei­ne Lösung, die Klas­sen zu tei­len und zusätz­li­che Räum­lich­kei­ten bereit zu stel­len. „Auf­grund des teils dra­ma­ti­schen Lehr­kräf­te­man­gels, ein Pro­blem, das die Poli­tik schon lan­ge vor der Coro­na-Kri­se nicht gelöst hat, fehlt dafür das ent­spre­chen­de Per­so­nal.“ GEW-Mel­dung vom 10.06.2020 externer Link
      • [DGB] Coro­na-Pan­de­mie: Schul­öff­nun­gen nur mit Arbeits­schutz und Hygie­ne­stan­dards
        “Die Prä­si­den­tin der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz Ste­fa­nie Hubig hat vor­ge­schla­gen, den Schul­be­trieb wie­der voll auf­zu­neh­men – die bis­he­ri­gen Abstands­re­ge­lun­gen will sie dabei ersatz­los auf­ge­ben. Der DGB lehnt das ab. Die Schu­len dür­fen auf kei­nen Fall unter Ver­zicht auf Arbeits­schutz und Hygie­ne­stan­dards geöff­net wer­den. Die stell­ver­tre­ten­de DGB-Vor­sit­zen­de Elke Han­nack sagt zu die­sem Vor­stoß: „Die Kul­tus­mi­nis­ter ver­lie­ren offen­bar unter dem gro­ßen öffent­li­chen Druck die Ner­ven. Anders ist nicht zu erklä­ren, dass sie nun kopf­los und ohne Abstands­re­geln die Schu­len in den Nor­mal­be­trieb schi­cken wol­len. Die Öff­nung der Schu­len darf auf kei­nen Fall unter Ver­zicht auf Arbeits­schutz und Hygie­ne­stan­dards erfol­gen. Wenn mehr als hun­dert Schü­le­rin­nen und Schü­ler samt Lehr­kräf­ten dicht an dicht in der voll­ge­pack­ten Men­sa beim Mit­tag­essen sit­zen, wird jeg­li­cher Infek­ti­ons­schutz auf­ge­ge­ben. Das ist ver­ant­wor­tungs­los gegen­über den Beschäf­tig­ten im Bil­dungs­sys­tem, aber auch gegen­über den Kin­dern und Jugend­li­chen. Die Inte­gra­ti­on von Schü­le­rin­nen und Schü­lern mit Vor­er­kran­kun­gen wird so erst recht nicht gelin­gen. Gera­de für die­se Kin­der und Jugend­li­chen braucht es ein aus­ge­klü­gel­tes Hygie­nekon­zept, sonst wird Iso­la­ti­on statt Inklu­si­on die Fol­ge sein. Wir wis­sen um die fata­len Aus­wir­kun­gen des coro­nabe­ding­ten Aus­falls des Schul­un­ter­richts und die Ver­schär­fung von Gerech­tig­keits­lü­cken als Fol­ge. Gera­de des­halb ist es not­wen­dig, den Nor­mal­be­trieb mit Bedacht zu öff­nen. Sonst droht ein unge­plan­ter zwei­ter Lock­down im Herbst.“…“ Bei­trag vom 10.06.2020 beim DGB externer Link
  • [GEW zum Rah­men­kon­zept der KMK] Licht und Schat­ten der Schul­öff­nun­gen: Und die Lehr­kräf­te? 
    Schü­le­rin­nen und Schü­ler kön­nen schritt­wei­se und unter Auf­la­gen bis zu den Som­mer­fe­ri­en an die Schu­len zurück­keh­ren. GEW, VBE und Bundes­el­tern­rat fin­den viel Gutes im Kon­zept der KMK. Aber was ist mit der Belas­tung der Lehr­kräf­te? Die Bun­des­län­der wol­len allen Schü­le­rin­nen und Schü­lern ange­sichts der posi­ti­ven Ent­wick­lung der Infek­ti­ons­zah­len in der Coro­na-Kri­se schritt­wei­se und unter Auf­la­gen bis zu den Som­mer­fe­ri­en eine Rück­kehr an die Schu­len ermög­li­chen. „Die Wie­der­auf­nah­me des Unter­richts in Form von teil­wei­sem Prä­senz­un­ter­richt für Schü­le­rin­nen und Schü­ler hat begon­nen und soll in wei­te­ren Schrit­ten fort­ge­setzt wer­den“, heißt es in dem Beschluss von Bund und Län­dern vom 6. Mai. Die Schul­öff­nun­gen sol­len dem von der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz (KMK) ver­öf­fent­lich­tem Rah­men­kon­zept fol­gen. Die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW), der Ver­band Bil­dung und Erzie­hung (VBE) und der Bundes­el­tern­rat (BER) begrü­ßen in einer heu­te ver­öf­fent­lich­ten Stel­lung­nah­me zum Rah­men­kon­zept der KMK externer Link, dass Kin­der mit beson­de­rem Unter­stüt­zungs­be­darf im Kon­zept bedacht wur­den. Eben­so sei es gut, dass sie die Situa­ti­on an För­der­schu­len sowie für Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit son­der­päd­ago­gi­schem För­der­be­darf berück­sich­tigt wur­de. „Vie­le der von uns vor­ge­brach­ten Punk­te haben Ein­gang in das Rah­men­kon­zept der KMK zur Schul­öff­nung gefun­den. So wird der Gesund­heits­schutz hoch prio­ri­siert, wobei Rege­lun­gen in den ein­zel­nen Hygie­nekon­zep­ten der Län­der kon­kre­ti­siert wer­den,“ heißt es von GEW, VBE und BER. Dass es für die Umset­zung eine ent­spre­chen­de Vor­lauf­zeit braucht, sei eben­falls her­aus­ge­stellt wor­den. Auch die kla­re Ansa­ge, dass Per­so­nen, die Risi­ko­grup­pen ange­hö­ren, wei­ter­hin nicht in der Schu­le ler­nen oder leh­ren müs­sen sei not­wen­dig und begrü­ßens­wert. Kri­tik gibt es an den Spiel­räu­men, die die Län­der jetzt bei der Aus­ge­stal­tung haben. „Wir befürch­ten, dass dies dafür genutzt wer­den kann, Per­so­nen aus der Risi­ko­grup­pe in die Schu­len zu holen”, so GEW, VBE und BER…“ Bei­trag der GEW vom 06.05.2020 externer Link
  • Coro­na­pan­de­mie: Schu­li­sche Abseits­fal­le 
    “Das Haupt­pro­blem des deut­schen Schul­sys­tems – die Bil­dungs­un­ge­rech­tig­keit – ver­stärkt sich in der Coro­na-Kri­se. Des­halb sind gera­de Kin­der und Jugend­li­che mit Lern­pro­ble­men beson­ders stark von den Schul­schlie­ßun­gen betrof­fen. (…) Seit Jah­ren bekommt das deut­sche Bil­dungs­sys­tem bei den PISA-Tests in Fra­gen der Chan­cen­gleich­heit schlech­te Noten. Mit (un-)schöner Regel­mä­ßig­keit wird fest­ge­stellt, dass die frü­he Fest­le­gung auf bestimm­te Bil­dungs­we­ge die Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten der Kin­der beschnei­det. Die Reak­ti­on der deut­schen Schul­bü­ro­kra­tie? Ein Ach­sel­zu­cken. Unser schö­ner, deut­scher Bil­dungs­adel ist uns viel zu wich­tig, als dass wir ihn für ein biss­chen mehr sozia­le Gerech­tig­keit gefähr­den wür­den. Lie­ber tun wir das, was wir ohne­hin am bes­ten kön­nen: Wir loben uns ein­fach ein biss­chen lau­ter, um die Kri­tik zu über­tö­nen. (…) An eben die­ser Aus­rich­tung des Unter­richts krankt jetzt auch der Umgang mit der aktu­el­len Coro­na-Kri­se. Die Vor­stel­lung man­cher Bil­dungs­be­hör­den, den nor­ma­len Schul­un­ter­richt qua­si per Live­schal­tung in die Kin­der­zim­mer zu über­tra­gen, hat sich nicht nur auf­grund des man­gel­haf­ten Netz­aus­baus als rea­li­täts­fern erwie­sen. Ein sol­ches Online-Won­der­land hat auch mit der sozia­len Rea­li­tät herz­lich wenig zu tun. Die ent­spre­chen­den Vor­schlä­ge gehen davon aus, dass alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler über ein eige­nes End­ge­rät, WLAN und einen ent­spre­chen­den Arbeits­platz ver­fü­gen, von dem aus sie sich kon­zen­triert am Unter­richt betei­li­gen kön­nen. Dies aber ist selbst in vie­len Mit­tel­schicht­fa­mi­li­en nicht der Fall. Ganz zu schwei­gen von der Rea­li­tät hell­hö­ri­ger Zwei-Zim­mer-Woh­nun­gen, in denen mehr­köp­fi­ge Fami­li­en leben. Die Digi­ta­li­sie­rung ist auch hier nicht das All­heil­mit­tel, als das sie in der Coro­na-Kri­se allent­hal­ben ver­kauft wird. So sind auch die Schu­len, die mit der Kri­se bes­ser zurecht­kom­men, nicht unbe­dingt digi­ta­le Vor­rei­ter. Im Vor­teil sind viel­mehr vor allem jene Schu­len, die kon­se­quent For­men selbst­ge­steu­er­ten Ler­nens in den Unter­richt ein­ge­baut haben. Mit der Wochen­plan- und der Port­fo­li­o­ar­beit oder auch dem Pro­jekt­un­ter­richt gibt es dafür seit Jah­ren erprob­te und erfolg­rei­che Kon­zep­te. (…) Schu­le ist eben nicht mehr nur ein Ort tra­di­tio­nel­ler Stoff­ver­mitt­lung, son­dern ein Lebens- und Lern­ort. Sie wird auch längst nicht mehr nur allein von Lehr­kräf­ten gestal­tet. Um mehr Chan­cen­gleich­heit umzu­set­zen, brau­chen wir eine bes­se­re Ver­net­zung von Jugend­hil­fe, schu­li­scher Sozi­al­ar­beit und Päd­ago­gik. Ent­spre­chen­de Kon­zep­te für die Arbeit in mul­ti­pro­fes­sio­nel­len Teams lie­gen seit Jah­ren vor, sie sind in der Pra­xis erfolg­reich erprobt wor­den. Die­se Ansät­ze soll­ten gestärkt und geför­dert wer­den. Auch die mate­ri­el­le Unter­stüt­zung der Fami­li­en gehört dazu. Kin­der, die nicht regel­mä­ßig zu essen haben, kön­nen auch nicht ler­nen. Es ist also wich­tig, dass Sozi­al­äm­ter, Jugend­hil­fe und Schu­le Hand in Hand arbei­ten. Für den Weg der schritt­wei­sen Öff­nung der Schu­len ist ein gemein­sa­mes Kri­sen­ma­nage­ment not­wen­dig, sol­len die­se Kin­der und Jugend­li­chen nicht völ­lig abge­hängt wer­den. Hier­zu soll­te es einen run­den Tisch geben, mit den Schu­len und den Inter­es­sens­ver­tre­tun­gen der Leh­ren­den sol­len gemein­sam Kon­zep­te aus­ge­ar­bei­tet wer­den. Nichts davon ist jedoch zu sehen!…” Bei­trag von Ilka Hoff­mann, GEW-Vor­stands­mit­glied Schu­le, vom 6. Mai 2020 externer Link
  • GEW, VBE und BER: „Wirk­sa­mer Gesund­heits- und Infek­ti­ons­schutz. Leit­li­nie für schritt­wei­se Öff­nung der Schu­len“ /​[GEW] Kri­tik an Schul­öff­nun­gen trotz Coro­na­pan­de­mie – Hat Rezo recht?
    • GEW, VBE und BER: „Wirk­sa­mer Gesund­heits- und Infek­ti­ons­schutz. Leit­li­nie für schritt­wei­se Öff­nung der Schu­len“
      “… „Der Gesund­heits- und Infek­ti­ons­schutz der Leh­ren­den und der Ler­nen­den muss im Zen­trum aller Ent­schei­dun­gen ste­hen, wenn die Schu­len wie­der schritt­wei­se öff­nen.“ Die­sen Appell rich­te­ten die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) und der Ver­band Bil­dung und Erzie­hung (VBE), die bei­den größ­ten Lehr­kräf­te­ge­werk­schaf­ten in Deutsch­land, gemein­sam mit dem Bundes­el­tern­rat (BER) an alle Bil­dungs­mi­nis­te­rin­nen und Bil­dungs­mi­nis­ter im Vor­feld ihrer Abstim­mun­gen am heu­ti­gen Mon­tag. Statt eines Wett­be­werbs, wer zuerst öff­net, müss­ten die Vor­schlä­ge des Robert-Koch-Insti­tuts (RKI) den ver­bind­li­chen Rah­men set­zen. Die Schu­len bräuch­ten einen kla­ren Rah­men, inner­halb des­sen nach den Mög­lich­kei­ten vor Ort ent­schie­den wer­de. Dafür sei­en die Exper­ti­se der Beschäf­tig­ten und die Inter­es­sen der Eltern ein­zu­be­zie­hen. Vor Ort müs­se eine Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung vor­ge­nom­men wer­den. Vor der Öff­nung müss­ten Gesund­heits­schutz, Päd­ago­gik und Orga­ni­sa­ti­on des Schul­we­ges abge­stimmt wer­den. GEW-Vor­sit­zen­de Mar­lis Tepe mach­te deut­lich: „Schü­le­rin­nen und Schü­ler kön­nen auf­grund der Schul­schlie­ßun­gen nicht den durch die cur­ri­cu­la­ren Vor­ga­ben vor­ge­se­he­nen Lern­stoff beherr­schen. Dar­auf muss ent­spre­chend fle­xi­bel reagiert wer­den.“ Hier­bei sei­en ins­be­son­de­re die Kin­der und Jugend­li­chen in den Blick zu neh­men, die ohne­hin Lern­schwie­rig­kei­ten haben oder denen zu Hau­se auf­grund feh­len­der Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten nicht aus­rei­chend gehol­fen wer­den kann. Vor die­sem Hin­ter­grund warn­te sie auch davor, Abschluss­prü­fun­gen jetzt auf Teu­fel komm raus durch­zu­zie­hen. Das füh­re zu Unge­rech­tig­kei­ten: Vor­be­rei­tung und Prü­fungs­be­din­gun­gen sind sehr unter­schied­lich. Zudem sei es oft nicht mög­lich, den not­wen­di­gen Infek­ti­ons­schutz zu gewähr­leis­ten und das Abstands­ge­bot ein­zu­hal­ten. Eine Aus­nah­me­si­tua­ti­on wie die Coro­na-Kri­se ver­lan­ge beson­de­re Rege­lun­gen und Fle­xi­bi­li­tät. „Ent­schei­dend ist, dass die Schü­le­rin­nen und Schü­ler kei­ne Nach­tei­le haben und die Schul­zeit sich nicht ver­län­gert“, beton­te Tepe. Der VBE Bun­des­vor­sit­zen­de Udo Beck­mann leg­te den Fokus auf die Not­wen­dig­keit der Ein­hal­tung von Hygie­ne­stan­dards und macht deut­lich: „Wenn das für eine Schu­le nicht gewähr­leis­tet wer­den kann, darf sie nicht geöff­net wer­den. Zudem brau­chen Schul­lei­tung eine Ansprech­per­son, mit der sie die­se Belan­ge schnell klä­ren kann.“ (…) BER Vor­sit­zen­der Ste­phan Was­s­muth sag­te: „Wir dür­fen kei­nes­falls die Bil­dungs­ge­rech­tig­keit aus den Augen ver­lie­ren und müs­sen die Eltern und Schü­le­rin­nen und Schü­ler in die­sem Pro­zess beach­ten und beglei­ten. Dazu gehört u. a., dass Fami­li­en und Lehr­kräf­te einer Risi­ko­grup­pe für die Schul­be­suchs­ent­schei­dung und zur Abschät­zung des Teil­nah­me-Risi­kos die trans­pa­ren­te Kom­mu­ni­ka­ti­on vor­ab zu den kon­kre­ten Hygie­ne-Vor­sor­ge­maß­nah­men in der kon­kre­ten Schu­le und dem Schul­weg-Trans­port erhal­ten…” Gemein­sa­mer Appell von GEW, VBE und BER an Bil­dungs­mi­nis­ter vom 27. April 2020 externer Link
    • [GEW] Kri­tik an Schul­öff­nun­gen trotz Coro­na­pan­de­mie Hat Rezo recht?
      “Der You­tuber Rezo nimmt Schul­öff­nun­gen und vor allem Abitur­prü­fun­gen trotz der Aus­brei­tung von Covid-19 in schar­fen Wor­ten aus­ein­an­der. Wir fas­sen die Aus­sa­gen sei­nes neu­en Vide­os zusam­men – und ver­glei­chen sie mit den Posi­tio­nen der GEW. Der vor etwa einem Jahr mit sei­nem Bei­trag zur „Zer­stö­rung der CDU“ popu­lär gewor­de­ne You­tuber Rezo kri­ti­siert in einem neu­en Video die Wie­der­öff­nun­gen der Schu­len extrem scharf. In dem Clip mit dem Titel „Wie Poli­ti­ker momen­tan auf Schü­ler schei­ßen“ nimmt sich der 27-Jäh­ri­ge vor allem die geplan­ten Abitur­prü­fun­gen und man­geln­den Hygie­ne­stan­dards an Schu­len vor. Die GEW ver­tritt in die­sen bei­den Punk­ten ähn­li­che Posi­tio­nen, distan­ziert sich aber von sei­nem pau­scha­len Auf­ruf, die Par­tei­en der ver­ant­wort­li­chen Bil­dungs­po­li­ti­ker und ‑poli­ti­ke­rin­nen der Län­der künf­tig nicht mehr zu wäh­len…” GEW-Stel­lung­nah­me vom 27. April 2020 externer Link und das (emp­feh­lens­wer­te) Rezo-Video bei you­tube externer Link: Wie Poli­ti­ker momen­tan auf Schü­ler schei­ßen…
  • [NRW] Vor­stoß empört auch Leh­rer – Schü­ler dro­hen Laschet mit Boy­kott /​[Peti­ti­on] Gesund­heits­schutz statt Hau­ruck­ver­fah­ren /​Schul­öff­nun­gen in Zei­ten von Coro­na – der Ver­such einer eman­zi­pa­to­ri­schen Ana­ly­se 
    • [NRW] Vor­stoß empört auch Leh­rer – Schü­ler dro­hen Laschet mit Boy­kott
      Obwohl NRW-Lan­des­chef Laschet gegen Allein­gän­ge in der Coro­na-Kri­se ist, will sein Bun­des­land vor allen ande­ren wie­der Unter­richt in Schu­len statt­fin­den las­sen. Schü­ler machen im Netz dage­gen mobil, und Leh­rer hal­ten die zeit­na­he Öff­nung aus einem ande­ren Grund für zu ambi­tio­niert. “Kei­ne Allein­gän­ge, son­dern nur gemein­sa­me Ent­schei­dun­gen.” So hat­te Nord­rhein-West­fa­lens Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet die Ergeb­nis­se der Tele­fon­kon­fe­renz zwi­schen Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und den Län­der-Chefs auf sei­nem Insta­gram-Account zusam­men­ge­fasst. Und doch will sein Bun­des­land die Schu­len frü­her, als in der Bund-Län­der-Ver­ein­ba­rung beschlos­sen, öff­nen. Im Netz for­miert sich nun Wider­stand gegen die am nächs­ten Don­ners­tag star­ten­de Wie­der­auf­nah­me des Schul­be­triebs. Über 180.000 Auf­ru­fe hat Lasche­ts Insta­gram-Video bereits, die Kom­men­tar­spal­te ist voll mit Bei­trä­gen empör­ter Schü­ler. Auf Twit­ter wird unter dem Hash­tag #Schul­boy­kottNRW dazu auf­ge­ru­fen, am 23. April zu Hau­se zu blei­ben. Die Kom­men­ta­re wei­sen häu­fig dar­auf hin, dass NRW beson­ders vom Coro­na­vi­rus betrof­fen ist – und den­noch vor allen ande­ren Bun­des­län­dern die Schu­len öff­nen will...” Mel­dung vom 17. April 2020 bei N‑TV externer Link und dazu die GEW:
      • [Peti­ti­on] Gesund­heits­schutz statt Hau­ruck­ver­fah­ren – Schul­öff­nun­gen brau­chen Vor­be­rei­tungs­zeit!
        Sehr geehr­te Frau Minis­te­rin Gebau­er, sehr geehr­ter Herr Minis­ter­prä­si­dent Laschet, sehr geehr­te Lan­des­re­gie­rung NRW, wir rich­ten uns mit die­sem offe­nen Brief an Sie, um Ihnen mit­zu­tei­len, dass wir ent­setzt dar­über sind, dass die Lan­des­re­gie­rung mit der Ent­schei­dung zur Schul­öff­nung kom­men­de Woche die Gesund­heit der Lehr­kräf­te, der Schüler*innen sowie deren Fami­li­en fahr­läs­sig gefähr­det. Die­ser Schnell­schuss ist ver­ant­wor­tungs­los, weil die Durch­füh­rung des Unter­richts unter Bedin­gun­gen, die den Not­wen­dig­kei­ten des Infek­ti­ons­schut­zes genü­gen, nicht mög­lich ist. Ohne Rück­sicht auf die zahl­rei­chen mah­nen­den Wor­te aus Schul‑, Schüler*innen- und Eltern­or­ga­ni­sa­tio­nen sowie Gewerk­schaf­ten sol­len nun im Hau­ruck­ver­fah­ren Öff­nun­gen statt­fin­den, wel­che jedoch wesent­lich mehr Vor­be­rei­tungs­zeit benö­ti­gen, denn: Der Gesund­heits­schutz der Schüler*innen und Lehr­kräf­te muss obers­te Prio­ri­tät haben! (…) Statt ver­ant­wor­tungs­be­wusst vor­zu­ge­hen, wälzt die Lan­des­re­gie­rung die Ver­ant­wor­tung für einen siche­ren Unter­richt auf die Schu­len, Lehr­kräf­te und Kom­mu­nen ab. Sie schließt den Groß­teil der Schüler*innen vor­erst aus dem Unter­richt aus und mutet einem klei­ne­ren Teil sowie den Lehr­kräf­ten Unter­richts­be­din­gun­gen zu, unter denen ein Schutz ihrer Gesund­heit nicht gewähr­leis­tet ist. Wir sagen an die­ser Stel­le ganz ent­schie­den: Stop­pen Sie die ver­früh­ten Schul­öff­nun­gen! Alle Schüler*innen haben ein Recht auf Bil­dung! Alle Schüler*innen und Lehr­kräf­te haben ein Recht auf unver­sehr­te Gesund­heit!…” Peti­ti­on der GEW Köln an Minis­te­rin für Schu­le & Bil­dung Yvonne Gebau­er u.a. bei chan​ge​.org externer Link
      • [GEW NRW] Schu­len kön­nen sicher nicht am 20. April 2020 wie­der öff­nen – Kei­ne Prü­fun­gen im lau­fen­den Schul­jahr 2019/​2020
        Die Pan­de­mie und die noch unge­wis­se Rück­kehr in unser nor­ma­les Leben sor­gen dafür, dass sich eine star­ke Ver­un­si­che­rung in den Schu­len bei Eltern, Schüler*innen und Lehrer*innen ver­brei­tet. Wann geht es wie­der los und wel­che Bedin­gun­gen müs­sen gege­ben sein, damit Gesund­heits- und Infek­ti­ons­schutz gewähr­leis­tet sind? Gewerk­schaf­ten, Schul- und Eltern­ver­bän­de for­dern die Offen­le­gung der Plä­ne der Lan­des­re­gie­rung, die die Schritt­fol­ge der geplan­ten Öff­nung und ver­bind­lich vor­ge­ge­be­ne Maß­nah­men zum Gesund­heits­schutz ent­hal­ten müs­sen. Klar ist aus Sicht der Unter­zeich­nen­den, dass die Schu­len nicht am 20. April 2020 wie­der öff­nen kön­nen…” Pres­se­mit­tei­lung der GEW NRW vom 14.04.2020 externer Link und ebd. die Gemein­sa­me Erklä­rung externer Link: Ler­nen aus Coro­na – Kei­ne vor­schnel­le Wie­der­eröff­nung der Schu­len: Hygie­ni­sche Stan­dards her­stel­len – Chan­ceng­un­gleich­heit nicht ver­stär­ken – Zen­tra­le Prü­fun­gen aus­set­zen
      • GEW, VBE und BER bie­ten Exper­ti­se an und benen­nen Her­aus­for­de­run­gen für Schul­öff­nung
        Nach­dem die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz (KMK) damit beauf­tragt wor­den ist, bis zum 29. April Sze­na­ri­en zu erar­bei­ten, wie ab dem 4. Mai schritt­wei­se Schul­öff­nun­gen umge­setzt wer­den kön­nen, haben die bei­den größ­ten Leh­rer­ge­werk­schaf­ten Deutsch­lands, die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) und der Ver­band Bil­dung und Erzie­hung (VBE), gemein­sam mit dem Bundes­el­tern­rat (BER) die Prä­si­den­tin der KMK, Dr. Ste­fa­nie Hubig, ange­schrie­ben. Sie bie­ten ihre Unter­stüt­zung bei der Ana­ly­se, Erar­bei­tung und Umset­zung die­ser Sze­na­ri­en an. In dem Brief heißt es: „[…] aus unse­rer Sicht ist es essen­zi­ell, neben den wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen und den poli­ti­schen Vor­ga­ben die Erfah­rungs­wer­te der Lehr­kräf­te und Eltern bei der Erar­bei­tung sol­cher Sze­na­ri­en ein­zu­be­zie­hen. Wir haben die­se Exper­ti­se. […]. Mit dem Wis­sen um die beson­de­re Lage und der Erfah­rung aus der Pra­xis und als Inter­es­sen­ver­tre­tun­gen der am Bil­dungs­sys­tem Betei­lig­ten möch­ten wir Sie ger­ne dabei unter­stüt­zen, trag­fä­hi­ge, rea­li­täts­na­he und nach­hal­ti­ge Ant­wor­ten auf die aktu­el­len Fra­gen zu fin­den.“ Die drei Orga­ni­sa­tio­nen benann­ten zudem Her­aus­for­de­run­gen, die jetzt zu bewäl­ti­gen sei­en. Dazu gehör­ten der Gesund­heits­schutz, ver­bind­li­che Ansprech­per­so­nen für Schul­lei­tun­gen, die Gestal­tung von Räu­men bei gleich­zei­ti­ger Bewah­rung indi­vi­du­el­ler Lern­set­tings, die Belas­tung für Lehr­kräf­te durch den Unter­richt in geteil­ten Lern­grup­pen sowie durch Prä­senz­un­ter­richt und die par­al­le­le Betreu­ung der Schü­le­rin­nen und Schü­ler zu Hau­se sowie die Fra­ge der Defi­ni­ti­on der Risi­ko­grup­pen und der dar­aus fol­gen­den Kon­se­quen­zen. GEW, VBE und BER wie­sen dar­auf hin, dass wäh­rend der schritt­wei­sen Öff­nung gera­de Kin­der in Not­la­gen sowie Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die aus sozio-öko­no­misch benach­tei­lig­ten Eltern­häu­ser kom­men, beson­ders im Fokus ste­hen müss­ten und zusätz­li­che Unter­stüt­zung benö­tig­ten…” Gemein­sa­mer Brief an KMK am 17.04.2020 bei der GEW externer Link
    • Bil­dung in Zei­ten von Coro­na: Wer genau braucht die­se Abschluss-Prü­fun­gen?
      1,1 Mil­lio­nen Schü­ler müs­sen trotz Coro­na zu Abschluss­prü­fun­gen antre­ten. Wer die Argu­men­te selbst prüft, die dafür gebracht wer­den, merkt: Das ist Irr­sinn. Wir neh­men Ein­schrän­kun­gen in fast allen Berei­chen hin: die unse­rer Frei­heits­rech­te, die unse­rer Wirt­schaft und die des Ver­samm­lungs­rechts. Men­schen ver­lie­ren ihre Jobs, ande­re wer­den in Kurz­ar­beit geschickt. Wir ver­zich­ten seit Wochen dar­auf, unse­re Freund:innen zu tref­fen, sogar unse­re Fami­lie (lie­ben Gruß nach Schles­wig-Hol­stein!). It’s a mad world. Nur die Abschluss­prü­fun­gen, die las­sen wir uns nicht neh­men. Es müs­sen die­se Abschluss­prü­fun­gen sein, die unse­re Gesell­schaft im Kern zusam­men­hal­ten. Anders kann ich nicht erklä­ren, war­um die Ministerpräsident:innen und Kultusminister:innen bei jeder Gele­gen­heit beto­nen, dass die Prü­fun­gen bei der Öff­nung der Schu­len höchs­te Prio­ri­tät haben. Dass ein gan­zer Jahr­gang, immer­hin 1,1 Mil­lio­nen Schüler:innen, auf die Prü­fun­gen ver­zich­ten, sei unfair und kei­ne Opti­on, sagen die einen, sagen die Kultusminister:innen. Aber sie bekom­men star­ken Gegen­wind: Unter die­sen Bedin­gun­gen über­haupt Prü­fun­gen schrei­ben zu las­sen, sei unver­ant­wort­lich und nach den ver­gan­ge­nen Wochen noch viel unge­rech­ter, sagen die ande­ren. Sie for­dern zum Bei­spiel ein Durch­schnitts­ab­itur – also, dass die Abschluss­no­te aus den bis­her erbrach­ten Noten berech­net wird. Oder dass Schüler:innen selbst ent­schei­den, ob sie sich prü­fen las­sen, um ihre Abschluss­no­te zu ver­bes­sern. Zwei Ham­bur­ger Schüler:innen haben in einer Peti­ti­on externer Link für das Durch­schnitts­ab­itur mitt­ler­wei­le über 145.000 Unter­schrif­ten gesam­melt. Der Deut­sche Gewerk­schafts­bund und die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft for­dern, alle Prü­fun­gen abzu­sa­gen. Auch die Ver­ei­ni­gung der Ber­li­ner Schulleiter:innen spricht sich in einem Offe­nen Brief externer Link gegen Prü­fun­gen aus. Die­se Lis­te könn­te ich ohne Pro­ble­me noch lan­ge wei­ter­füh­ren…” Arti­kel von Bent Frei­wald vom 17. April 2020 bei den Kraut­re­por­tern externer Link
    • Semes­ter­be­ginn: Aktua­li­sier­ter For­de­rungs­ka­ta­log zum Umgang mit der “Corona”-Krise an der Goe­the-Uni­ver­si­tät
      For­de­run­gen vom 19. April 2020 von und bei unter_​bau externer Link
    • Schul­öff­nun­gen in Zei­ten von Coro­na – der Ver­such einer eman­zi­pa­to­ri­schen Ana­ly­se
      “… Klar ist, dass die nöti­gen Hygie­ne­maß­nah­men inner­halb der nächs­ten zwei Wochen nicht aus­rei­chend umge­setzt wer­den kön­nen. Ein Grund dafür ist, dass die Schu­len jahr­zehn­te­lang kaputt gespart wur­den. Die Fol­gen sehen wir jetzt: zu vie­le Schü­le­rIn­nen auf zu engem Raum und Män­gel in der Aus­tat­tung was Wasch­be­cken etc. betrifft. Außer­dem sind rund 25% des Lehr­per­so­nals in einem Alter, in dem sie selbst der Risi­ko­grup­pe ange­hö­ren und somit ihr Kon­takt mit Schü­le­rIn­nen äußerst gesund­heits­ge­fähr­dend ist. Es blei­ben vie­le Fra­gen offen, die von ‘Wie sol­len Kur­se von 30 Mit­glie­dern unter­rich­tet wer­den?’ bis hin zu ‘Wie kom­me ich zur Schu­le, ohne das Risi­ko eines über­füll­ten öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tels ein­zu­ge­hen?’ gehen. Es liegt auf der Hand, dass das Anste­ckungs­ri­si­ko inner­halb von Bil­dungs­ein­rich­tun­gen über­pro­por­tio­nal hoch ist und somit eine Explo­si­on der Anste­ckungs­zah­len unver­meid­bar bleibt. Außer Acht gelas­sen wird hier­bei auch die Gefahr, dass sowohl Schü­le­rIn­nen als auch Eltern Risi­ko­grup­pe sein kön­nen. Eine Lösung für die dadurch nicht ein­zu­hal­ten­de Schul­pflicht oder wie man mit Schü­le­rIn­nen umgeht, die durch Coro­na ihre Abschluss­prü­fun­gen nicht schrei­ben kön­nen, wur­de noch nicht gefun­den. Das für uns viel­leicht zen­trals­te Argu­ment ist jedoch, dass die Ent­schei­dung der Schul­öff­nun­gen zeigt, wie wenig Mei­nun­gen der Schü­le­rIn­nen, Eltern, Leh­re­rIn­nen und Gewerk­schaf­ten zäh­len, die alle­samt über Peti­tio­nen, Offe­ne Brie­fe etc. ihre Mei­nung gegen Schul­öff­nun­gen kund­ge­tan haben. Deut­lich wird hier­bei, dass für die Poli­ti­ke­rIn­nen haupt­säch­lich zählt, ihre Macht durch­zu­set­zen und sie kei­ner­lei Inter­es­se dran haben, auf Hin­wei­se der Men­schen zu hören, die von den beschlos­se­nen Maß­nah­men am meis­ten betrof­fen sind…” Bei­trag vom 16.4.2020 bei der Jugend­an­ti­fa Bie­le­feld externer Link
  • [GEW] Kri­tik an Emp­feh­lun­gen der Leo­pol­di­na /​Ver­zich­tet auf Prü­fun­gen! 
    • [GEW] Kri­tik an Emp­feh­lun­gen der Leo­pol­di­na
      Die natio­na­le Wis­sen­schafts-Aka­de­mie Leo­pol­di­na rät, Schu­len „sobald wie mög­lich“ wie­der zu öff­nen. Die GEW sieht die Emp­feh­lun­gen skep­tisch: „Vie­le Vor­schlä­ge gehen an der Rea­li­tät in den Bil­dungs­ein­rich­tun­gen vor­bei.“ In der Debat­te um eine Wie­der­öff­nung von Schu­len und Kitas kri­ti­siert die GEW die Emp­feh­lun­gen der Wis­sen­schafts-Aka­de­mie Leo­pol­di­na als „bedingt hilf­reich“ und „wenig prak­ti­ka­bel“. „Vie­le Vor­schlä­ge gehen an der Rea­li­tät in den Bil­dungs­ein­rich­tun­gen vor­bei. Sie ent­spre­chen zudem nicht dem Bil­dungs­auf­trag etwa der Kitas und Schu­len, da sie ledig­lich Über­gän­ge und Prü­fun­gen in den Blick neh­men“, sag­te die GEW-Vor­sit­zen­de Mar­lis Tepe am Diens­tag in Frank­furt am Main. Die vor­ge­schla­ge­ne räum­li­che Tren­nung der Kita-Kin­der sowie der Schü­le­rin­nen und Schü­ler schei­te­re in vie­len Ein­rich­tun­gen an feh­len­den Räum­lich­kei­ten. Da die meis­ten Klas­sen­räu­me sehr eng sei­en, könn­ten 15 Schü­le­rin­nen und Schü­ler nicht wie emp­foh­len min­des­tens 1,5 Meter Abstand hal­ten. Ange­sichts des Lehr­kräf­te­man­gels und eines hohen Anteils von Päd­ago­gin­nen und Päd­ago­gen sowie Erzie­he­rin­nen, die zur Risi­ko­grup­pe gehör­ten, sei ein Schicht­be­trieb an vie­len Ein­rich­tun­gen nicht mög­lich. Die Bil­dungs­ge­werk­schaft for­dert vor einer Öff­nung der Ein­rich­tun­gen eine aus­rei­chen­de Vor­lauf­zeit. Die Schu­len müss­ten die Unter­richts­pla­nung, Raum­auf­tei­lung und sani­tä­re Über­prü­fung vor­neh­men und dies dann durch einen Gesund­heits­check des Gesund­heits­am­tes frei­ge­ben las­sen. „Die Emp­feh­lung, Schutz­mas­ken zu tra­gen, muss umzu­set­zen sein, sprich: Mas­ken müs­sen in aus­rei­chen­der Zahl zur Ver­fü­gung gestellt wer­den“, beton­te Tepe. Unge­klärt sei die Fra­ge des Schü­ler­trans­ports: Im öffent­li­chen Nah­ver­kehr kön­ne die Gefahr von Infek­tio­nen kaum mini­miert wer­den…” GEW-Pres­se­mit­tei­lung vom 14.04.2020 externer Link
    • Abschluss­prü­fun­gen in Zei­ten von Covid-19: Ver­zich­tet auf Prü­fun­gen!
      Etwa 1,1 Mil­lio­nen Schü­le­rin­nen und Schü­ler aus Abschluss­klas­sen dür­fen der­zeit nicht in die Schu­le. DGB und GEW for­dern: Ver­zich­tet auf die Prü­fun­gen! Auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie sind die Schu­len in Deutsch­land noch bis min­des­tens zum Ende der Oster­fe­ri­en geschlos­sen. Wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt (Desta­tis) mit­teil­te, sind je nach Abgren­zung der Abschluss­klas­sen an all­ge­mein­bil­den­den Schu­len zwi­schen 962 000 und 1,1 Mil­lio­nen Schü­le­rin­nen und Schü­ler aus Abschluss­klas­sen von der Schlie­ßung betrof­fen. Die Abschluss­klas­sen der beruf­li­chen Schu­len sind in die­ser Schät­zung nicht ent­hal­ten. Der Deut­sche Gewerk­schafts­bund (DGB) und die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) set­zen sich gegen­über der Bun­des­kanz­le­rin und den Minis­ter­prä­si­den­ten sowie der Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz dafür ein, auf schu­li­sche Prü­fun­gen – Abitur, Mitt­le­rer Bil­dungs­ab­schluss, ers­ter Bil­dungs­ab­schluss – zu ver­zich­ten und dar­auf zu ver­trau­en, dass die Lehr­kräf­te auf­grund der bereits erbrach­ten Leis­tun­gen gerech­te Abschluss­no­ten ertei­len…” GEW-Pres­se­mit­tei­lung vom 14.04.2020 externer Link
  • Sie­he auch: Schu­le geschlos­sen? Dezen­tra­ler Unter­richt geht auch daten­schutz­freund­lich!

Der Bei­trag [GEW] Coro­na-Kri­se an Schu­len: Lehr­kräf­te und Ler­nen­de bes­ser unter­stüt­zen und schüt­zen erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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