[labournet:] Humanitäre Krise in Griechenland droht zu eskalieren

Dossier

Hotspot Griechenland - Wie weiter mit Europa? (Hellas-Soli Bochum, März 2016)… Die Bil­der an der grie­chisch-maze­do­ni­schen Gren­ze gli­chen einem Schre­ckens­sze­na­rio: Am ver­gan­ge­nen Mon­tag (29.2.) wur­de der Grenz­zaun in Ido­me­ni von Flücht­lin­gen teil­wei­se nie­der­ge­ris­sen. Grenz­po­li­zis­ten setz­ten Trä­nen­gas gegen hun­der­te Pro­tes­tie­ren­der ein – unter den Ver­letz­ten waren Dut­zen­de Kin­der. Vie­le hat­ten Atem­pro­ble­me. Momen­tan har­ren mehr als 8.000 Flücht­lin­ge an der Gren­ze zu Maze­do­ni­en aus. Nur weni­ge schaf­fen es, die Gren­ze zu pas­sie­ren und wei­ter zu rei­sen. (…) Laut aktu­el­len Schät­zun­gen sit­zen mehr als 27.000 Schutz­su­chen­de an über 18 Orten Grie­chen­lands fest. Die Regie­rung in Athen rech­net damit, dass wegen der Schlie­ßung sei­ner Gren­ze zu Maze­do­ni­en in den kom­men­den Tagen mehr als 100.000 Migran­ten in Grie­chen­land fest­sit­zen könn­ten…Bei­trag von und bei Pro Asyl vom 1. März 2016 externer Link. Sie­he dazu den Live Ticker Ido­me­ni externer Link von und bei bor​der​mo​ni​to​ring​.eu e.V. (eng­lisch), einen Spen­den­auf­ruf und unser Dos­sier: Grie­chi­sche Migra­ti­ons­po­li­tik (mit Syri­za) und Nach­fol­gern. Hier neu:

  • »Ärz­te ohne Gren­zen« muss Coro­na-Zen­trum auf Les­bos schlie­ßen /​Flücht­lings­la­ger Moria – Euro­pas ganz nor­ma­ler Alb­traum New
    • »Ärz­te ohne Gren­zen« muss Coro­na-Zen­trum auf Les­bos schlie­ßen
      Zen­trum ist ein­zi­ge Ein­rich­tung auf der Insel, in der Geflüch­te­te mit Sym­pto­men sicher iso­liert wer­den kön­nen. Die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on »Ärz­te ohne Gren­zen« sieht sich gezwun­gen, ihr Iso­la­ti­ons­zen­trum für Covid-19-Ver­dachts­pa­ti­en­ten nahe dem Flücht­lings­la­ger Moria auf der grie­chi­schen Insel Les­bos zu schlie­ßen. Grün­de sei­en Buß­gel­der der loka­len Behör­den und dro­hen­de Straf­ver­fol­gung, teil­te die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on am Don­ners­tag in Ber­lin mit. Die Behör­den hät­ten Ver­stö­ße gegen Stadt­pla­nungs­vor­schrif­ten beklagt. Das am 6. Mai eröff­ne­te Zen­trum sei jedoch die ein­zi­ge Ein­rich­tung, in der Flücht­lin­ge mit Coro­na-Sym­pto­men sicher iso­liert wer­den könn­ten. Es sei mit Unter­stüt­zung der Behör­den ent­stan­den. Die grie­chi­schen Behör­den sei­en nicht in der Lage, den Wei­ter­be­trieb des Iso­la­ti­ons­zen­trums zu gewähr­leis­ten, kri­ti­sier­te »Ärz­te ohne Gren­zen«. Dabei bestehe wei­ter das gro­ße Risi­ko, dass die Coro­na-Pan­de­mie das über­füll­te Lager mit 15.000 Men­schen in unhy­gie­ni­schen Ver­hält­nis­sen errei­che. Ein Aus­bruch in dem Camp kön­ne schreck­li­che Fol­gen haben…” Agen­tur­mel­dung vom 30.07.2020 beim ND online externer Link, sie­he auch die Mit­tei­lung von Ärz­te ohne Gren­zen externer Link
    • Flücht­lings­la­ger Moria – Euro­pas ganz nor­ma­ler Alb­traum
      Für Tau­sen­de Flücht­lin­ge ist aus dem Traum Euro­pa ein Alb­traum gewor­den: Sie sit­zen auf Les­bos fest. Nun kommt die Angst vor Coro­na hin­zu. Ein Besuch im Lager Moria. Im Flücht­lings­la­ger Moria tau­che ich in eine ande­re Welt ein: ver­win­kel­te, durch Plas­tik­pla­nen abge­teil­te Gän­ge, Ver­schlä­ge aus Well­blech, sti­cki­ge Enge. Lehm­bo­den, der bei Regen auf­weicht. Ein­fa­che Zel­te, in denen gan­ze Fami­li­en leben. Zäu­ne und Wach­pos­ten erin­nern dar­an, dass es sich nie­mand aus­ge­sucht hat, hier zu sein. An das eigent­li­che Lager schlie­ßen sich aus­ufern­de Sied­lun­gen an: der “Dschun­gel”, wie ihn hier alle nen­nen. Spon­tan den­ke ich an Slums in afri­ka­ni­schen oder asia­ti­schen Groß­städ­ten. Doch wir sind mit­ten in Euro­pa. (…) Beim Gang durch das Camp fällt sofort auf, was fehlt: Toi­let­ten gibt es viel zu weni­ge, Was­ser zum Duschen gibt es nur zwei­ein­halb Stun­den am Tag für das gan­ze Camp. “Social distancing”, Abstand hal­ten ist hier kaum mög­lich. Die Bedro­hung durch Coro­na schwebt wie eine dunk­le Wol­ke über dem Camp, aber bis­her ist kei­ne Anste­ckung bekannt. “Das ist ein Wun­der”, sagt mir Raed Alabd aus Syri­en. Nie­mand will sich aus­ma­len, was ein Aus­bruch der Krank­heit hier bedeu­ten wür­de. Das Selbst­hil­fe­team “Flücht­lin­ge gegen Coro­na” stemmt sich dage­gen. Gemein­sam mit dem Apo­the­ker Omid Aliz­adah aus Afgha­ni­stan ver­tei­len sie Hand­zet­tel über Hygie­ne. Immer in dem Wis­sen, dass es weder genü­gend Mas­ken noch aus­rei­chend Was­ser gibt (…) Rund 5.000 Flücht­lin­ge konn­ten inzwi­schen aufs Fest­land umzie­hen. Auch Deutsch­land hat schon eini­ge kran­ke und unbe­glei­te­te Kin­der und Jugend­li­che auf­ge­nom­men, wei­te­re sol­len fol­gen. Doch noch immer sind Hun­der­te unbe­glei­te­te Kin­der und Jugend­li­che in dem Lager. Die EU ist von ihrer Zusa­ge, 1.600 Min­der­jäh­ri­ge auf­zu­neh­men, weit ent­fernt. Mar­co San­dro­ne von “Ärz­te ohne Gren­zen” bezeich­net das Camp mir gegen­über als “Schan­de Euro­pas”…” Repor­ta­ge von Dun­ja Haya­li vom 30.07.2020 beim ZDF externer Link samt Vide­os
  • Paten­schaf­ten für 50 Flücht­lin­ge aus Grie­chen­land /​“Klei­ner Schritt”. Wei­te­re Kin­der aus grie­chi­schen Lagern ange­kom­men 
    • Paten­schaf­ten für 50 Flücht­lin­ge aus Grie­chen­land
      “Die Regens­bur­ger Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Space-Eye hat eine Initia­ti­ve zur Auf­nah­me von Flücht­lin­gen aus den Camps auf den grie­chi­schen Inseln Samos, Les­bos und Kos gestar­tet. Laut Space-Eye-Grün­der Micha­el Busch­heu­er erklär­ten sich Fami­li­en, Unter­neh­men und Künst­ler bereit, Geflüch­te­te bei sich auf­zu­neh­men”, teilt Micha­el Busch­heu­er im Gespräch mit Gabrie­le Ingen­thron am 24. Juli 2020 bei MiGA­ZIN externer Link mit: “… Wir haben Paten gefun­den, die im Moment eine Woh­nung anbie­ten, einen Arbeits­platz, Inte­gra­ti­ons­leis­tun­gen erbrin­gen, Schul­un­ter­richt geben und der­glei­chen mehr. Unser Ange­bot lau­tet: 50 Voll­pa­ten­schaf­ten, die aber nicht von 50 Men­schen über­nom­men wer­den sol­len, son­dern bes­ten­falls von 500 Leu­ten, die Teil­leis­tun­gen anbie­ten, die klei­ne Pake­te abde­cken kön­nen, zeit­lich und finan­zi­ell. Mit die­sem Paket wol­len wir an die Stadt her­an­tre­ten und sagen: Regens­burg ist bereit. Hier gibt es Men­schen, die der Stadt, dem Staat und der Gemein­schaft Las­ten abneh­men. Und es wäre an der Zeit, 50 Men­schen von den grie­chi­schen Inseln hier­her ein­zu­la­den. (…) Es wäre sehr schön, wenn Euro­pa sich eini­gen könn­te über die Auf­nah­me und über die Abhand­lung von Asyl­ver­fah­ren, die dort anste­hen. Das tut Euro­pa aber nicht. Und nur des­halb ver­su­chen wir Ein­zel­we­ge zu gehen, weil man sich nicht der Ver­ant­wor­tung ent­zie­hen kann, bloß weil alle ande­ren Nein sagen. (…) Es ist nicht ein­fach nur eine poli­ti­sche Patt­si­tua­ti­on, in der die Flücht­lin­ge zu Gei­seln der euro­päi­schen Poli­tik wer­den, son­dern es ist auch so, dass sich vie­le Leu­te über die­se Patt­si­tua­ti­on freu­en, weil sie wol­len, dass auf den grie­chi­schen Inseln und an den euro­päi­schen Gren­zen schlech­te Bedin­gun­gen herr­schen. Mit die­sen Situa­tio­nen ver­sucht man, Men­schen davon abzu­hal­ten, nach Euro­pa zu kom­men. Ich kann ver­ste­hen, dass nicht jeder die gan­ze Welt in Deutsch­land oder Euro­pa haben will, aber ich wüss­te nicht, dass Abschre­ckungs­bei­spie­le in unse­rer Ver­fas­sung ste­hen.”
    • “Klei­ner Schritt”. Wei­te­re Kin­der aus grie­chi­schen Lagern ange­kom­men
      Deutsch­land setzt die Auf­nah­me von beson­ders schutz­be­dürf­ti­gen Kin­dern und ihren Fami­li­en aus den Flücht­lings­la­gern auf den grie­chi­schen Inseln fort. Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen begrü­ßen das, for­dern aber deut­lich mehr Auf­nah­men. Auf dem hes­si­schen Flug­ha­fen Kas­sel-Cal­den sind am Frei­tag wei­te­re Kin­der aus grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern mit ihren Fami­li­en ange­kom­men. Nach Anga­ben des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums han­delt es sich um 18 behand­lungs­be­dürf­ti­ge Kin­der und 65 Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge. Sie stam­men aus Afgha­ni­stan, dem Irak, Syri­en, den Paläs­ti­nen­ser­ge­bie­ten und Soma­lia. Die Flücht­lin­ge wer­den auf neun Bun­des­län­der ver­teilt, nach Nie­der­sach­sen, Hes­sen, Nord­rhein-West­fa­len, Rhein­land-Pfalz, Thü­rin­gen, Bre­men, Baden-Würt­tem­berg, Ham­burg und Ber­lin…” Mel­dung vom 27.07.2020 beim Miga­zin externer Link (im Abo)
    • 142 Kin­der, Jugend­li­che und Fami­li­en erwar­tet: Ers­te syri­sche Fami­lie aus grie­chi­schem Lager in Ber­lin ange­kom­men
      “… In Ber­lin sind am Frei­tag meh­re­re Flücht­lin­ge aus einem über­füll­ten grie­chi­schen Lager ange­kom­men. Die sie­ben­köp­fi­ge syri­sche Fami­lie gehör­te zur einer ers­ten Grup­pe von Geflüch­te­ten, die im Zuge eines Bun­des­pro­gramms nach Deutsch­land gebracht wur­de. Ihr Flug lan­de­te gegen Mit­tag in Kas­sel, von wo aus die Men­schen auf meh­re­re Bun­des­län­der ver­teilt wur­den. (…) Bis Ende August sol­len im Rah­men des Pro­gramms 928 Flücht­lin­ge aus Grie­chen­land nach Deutsch­land kom­men – teils kran­ke Kin­der und Jugend­li­che mit Fami­li­en­mit­glie­dern. Die Haupt­stadt nimmt 142 davon auf, deut­lich mehr als nach dem übli­chen Län­der-Ver­tei­lungs­schlüs­sel. (…) Grü­nen-Frak­ti­ons­chefin Sil­ke Gebel und ihre Lin­ke-Kol­le­ge Cars­ten Schatz ver­wie­sen dar­auf, dass Ber­lin auch über ein Lan­des­pro­gramm 300 beson­ders Schutz­be­dürf­ti­ge wie Kran­ke, Allein­er­zie­hen­de und Schwan­ge­re auf­neh­men will. Daher müs­se der Senat wei­ter Druck auf Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) aus­üben, for­der­ten sie. Der muss für die Lan­des­auf­nah­me­ver­ord­nung grü­nes Licht geben. (…) Bran­den­burg will in den kom­men­den Wochen 44 Flücht­lin­ge aus Lagern auf den grie­chi­schen Inseln auf­neh­men. Damit betei­li­ge sich das Land an der Auf­nah­me von 243 kran­ken Flücht­lings­kin­dern und ihren Ange­hö­ri­gen, die von der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz beschlos­sen wor­den sei, sag­te der Spre­cher des Innen­mi­nis­te­ri­ums in Pots­dam” Mel­dung vom 24. Juli 2020 beim Tages­spie­gel online externer Link
  • [McK­in­sey bekommt eine Mil­li­on Euro für Tipps zur Schi­ka­nie­rung von Geflüch­te­ten] Bericht: Unter­neh­mens­be­ra­ter plä­dier­ten für Sank­tio­nen gegen Migran­ten
    Die Unter­neh­mens­be­ra­tung McK­in­sey hat der Euro­päi­schen Uni­on nach Recher­chen des „Spie­gel“ gera­ten, die Rech­te von Migran­ten auf den grie­chi­schen Inseln ein­zu­schrän­ken. Das Maga­zin zitiert aus Unter­la­gen zu einem Bera­ter­ver­trag aus dem Jahr 2017 im Volu­men von rund einer Mil­li­on Euro. Dem­nach riet McK­in­sey den Behör­den unter ande­rem dazu, mehr Men­schen in Abschie­be­haft zu neh­men. Flücht­lin­ge soll­ten zudem mög­lichst davon abge­hal­ten wer­den, Rechts­mit­tel ein­zu­le­gen. Migran­ten, die sich wei­ger­ten, auf das grie­chi­sche Fest­land gebracht zu wer­den, soll­ten nach den Vor­stel­lun­gen der Bera­ter sank­tio­niert wer­den. Wel­che der Vor­schlä­ge von den grie­chi­schen Behör­den und der EU umge­setzt wur­den, ist unklar…” Mel­dung vom 22. Juli 2020 beom Duet­sch­land­funk externer Link
  • Elends­camps auf grie­chi­schen Inseln: See­hofer ver­wei­gert Bun­des­län­dern Auf­nah­me von Geflüch­te­ten /​Les­bos: Arzt beklagt unvor­stell­ba­re Zustän­de in Flücht­lings­la­ger
    • Elends­camps auf grie­chi­schen Inseln: See­hofer ver­wei­gert Bun­des­län­dern Auf­nah­me von Geflüch­te­ten 
      Die Bun­des­län­der sind bereit, ins­ge­samt 2100 Geflüch­te­te von den grie­chi­schen Inseln auf­zu­neh­men. Wie das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um der Lin­ken-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gökay Akbu­lut auf Anfra­ge mit­teil­te, han­delt es sich dabei um hilfs­be­dürf­ti­ge Kin­der und ihre engs­ten Ange­hö­ri­gen. Man habe „von allen 16 Bun­des­län­dern eine Rück­mel­dung erhal­ten“. Zwei Län­der, Thü­rin­gen und Ber­lin, haben Minis­ter Horst See­hofer (CSU) dem­nach außer­dem um sei­ne Zustim­mung zu ihren ent­spre­chen­den Lan­des­auf­nah­me­an­ord­nun­gen gebe­ten, um 500 bezie­hungs­wei­se 300 hil­fe­be­dürf­ti­ge Flücht­lin­ge auf­neh­men zu kön­nen. (…) Inzwi­schen ist der Städ­te­bund von 13 auf 57 Kom­mu­nen ange­wach­sen, von Erlan­gen bis Ros­tock. Wäh­rend eines Fach­ge­sprächs der Grü­nen im Bun­des­tag hat­te der Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär im Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um, Ste­phan May­er, wie sein Minis­ter CSU-Poli­ti­ker, noch ange­deu­tet, dass der Weg über die Län­der füh­ren kön­ne, die die eigent­li­chen Part­ne­rin­nen des Bun­des sei­en: „Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um hat noch nie einem Land ein Auf­nah­me­pro­gramm ver­wei­gert“, sag­te May­er sei­ner­zeit. Das scheint nun nicht mehr zu stim­men. Ber­lins Innen­se­na­tor Andre­as Gei­sel (SPD) klag­te Mit­te Juni, dass das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um bereits drei­mal sei­ne Bit­te, Geflüch­te­te auf­zu­neh­men, abge­lehnt habe. Ohne­hin gibt es aller­dings auch unter Juris­tin­nen und Juris­ten Dis­kus­sio­nen, ob die rei­ne Zustän­dig­keit der Bun­des­re­gie­rung noch halt­bar ist oder ob nicht Städ­te längst glo­ba­le Ver­ant­wor­tung über­neh­men und auch das förm­li­che Recht dazu bekom­men müss­ten…” Arti­kel von Andrea Dern­bach vom 14.7.2020 beim Tages­spie­gel online externer Link – sie­he dazu auch unser Dos­sier: Städ­te der Zuflucht: Mit geöff­ne­ten Armen – Immer mehr kom­mu­na­le Regie­run­gen begeh­ren gegen die euro­päi­sche Abschot­tungs­po­li­tik auf
    • Les­bos: Arzt beklagt unvor­stell­ba­re Zustän­de in Flücht­lings­la­ger
      Ange­sichts der pre­kä­ren Situa­ti­on der Flücht­lin­ge in Grie­chen­land ist die EU gefor­dert. Das Flücht­lings­camp Moria ist über­füllt, vie­le Men­schen sind krank. Um Unter­künf­te bereit­zu­stel­len, wer­den ande­re Flücht­lin­ge ver­trie­ben. Der Arzt und Flücht­lings­hel­fer Chris­toph Zen­ses bezeich­net die Zustän­de im Flücht­lings­camp Moria auf der grie­chi­schen Insel Les­bos als kata­stro­phal. „Hier hin­zu­ve­ge­tie­ren, das kann man sich nicht vor­stel­len“, sag­te der Inter­nist aus Solin­gen am Diens­tag im WDR. Er sei sprach­los, wütend und frus­triert, dass in Moria kei­ne Hil­fe ankom­me, sag­te Zen­ses, der den Ver­ein „Solin­gen hilft“ gegrün­det hat und aktu­ell in dem Camp arbei­tet. Trotz ande­rer Aus­sa­gen sei das Camp noch grö­ßer gewor­den. Sein Team schät­ze, dass in Moria 23.000 statt 16.000 Men­schen leben. Die Flücht­lin­ge hät­ten oft Schmer­zen und post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­run­gen, auch Ver­ge­wal­ti­gun­gen kämen häu­fig vor. Vie­le lit­ten unter Pro­ble­men beim Was­ser­las­sen, weil sie sich nachts nicht im Stock­dunk­len auf die Toi­let­te trau­ten. Oft tre­te auch Krät­ze auf, weil die Men­schen sehr nah bei­ein­an­der leb­ten und schlie­fen, und es kaum Wasch­mög­lich­kei­ten gebe. Zusam­men­ar­beit mit Ärz­ten und dem Kran­ken­haus auf Les­bos gebe es nicht. Die Ver­sor­gung der Men­schen fin­de allein in dem klei­nen Con­tai­ner-Hos­pi­tal im Camp statt. Bis 19. Juli gel­ten nach Zen­ses‘ Wor­ten Coro­na-Beschrän­kun­gen, so dass die Men­schen regel­recht ein­ge­sperrt sei­en…” Bei­trag vom 15.07.2020 beim Miga­zin externer Link (im Abo)
  • Les­bos: Ein Toter und meh­re­re Ver­letz­te nach Schlä­ge­rei in Moria /​Asyl in Grie­chen­land: Aner­kann­te Flücht­lin­ge in Not 
      • Asyl in Grie­chen­land: Aner­kann­te Flücht­lin­ge in Not
        Für Flücht­lin­ge in Grie­chen­land wird das Leben nach der Aner­ken­nung nicht etwa ein­fa­cher – son­dern schwie­ri­ger: Ihnen dro­hen Armut und Obdach­lo­sig­keit, auch wenn sie vom Krieg trau­ma­ti­siert sind. (…) Zwar sei es nichts Neu­es, dass Men­schen mit einem posi­ti­ven Asyl­be­scheid das Pro­gramm ver­las­sen müs­sen. Doch der poli­ti­sche Druck sei merk­lich gestie­gen, so Giou­va­nou­dis: “Frü­her muss­te man die Asyl­su­chen­den sechs Mona­te im Vor­aus dar­über infor­mie­ren, dass das Pro­gramm für sie nicht mehr zustän­dig ist. Jetzt ist die­se Frist auf einen Monat redu­ziert wor­den. Das erzeugt erschre­ckend schwie­ri­ge Situa­tio­nen, gera­de in Zei­ten von Coro­na.” Laut UN-Hoch­kom­mis­sa­ri­at für Flücht­lin­ge UNHCR, das das ESTIA-Por­gramm ver­wal­tet, waren am 22. Juni 22.586 Men­schen im Rah­men des Pro­gramms gemel­det, 6432 von ihnen als aner­kann­te Flücht­lin­ge. Für Gior­gos Giou­va­nou­dis und sein Team bedeu­tet das viel Arbeit. Sie bemü­hen sich, den Aner­kann­ten in ihrer schwie­ri­gen Situa­ti­on zu hel­fen – doch ange­sichts der vie­len stark schutz­be­dürf­ti­gen Men­schen, sei dies kaum mög­lich: “Das ist eine gro­ße Wel­le an Kün­di­gun­gen, auf die eine neue gro­ße Wel­le fol­gen wird. Die Schutz­be­dürf­ti­gen haben kaum Zeit zu ver­ste­hen, was los ist und was sie tun müs­sen.” Gera­de für beson­ders Schutz­be­dürf­ti­ge bringt der posi­ti­ve Asyl­be­scheid vor allem Pro­ble­me mit sich. Zwar gibt es das HELI­OS-Por­gramm, das auch aner­kann­te Asy­lan­ten bei der Wohn­fi­nan­zie­rung unter­stüt­zen soll. Auch ein Grie­chisch-Kurs und Arbeits­be­ra­tung sind vor­ge­se­hen. Doch ange­sichts des star­ken Andrangs und einer nach­las­sen­den Bereit­schaft von Sei­ten der Ver­mie­ter, Woh­nun­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len, könn­ten vie­le Men­schen auf der Stra­ße lan­den…” Repor­ta­ge von Flo­ri­an Schmitz vom 07.07.2020 bei der Deut­schen Wel­le externer Link
      • Les­bos: Ein Toter und meh­re­re Ver­letz­te nach Schlä­ge­rei in Moria
        Bei einer Schlä­ge­rei in dem völ­lig über­füll­ten Lager für Geflüch­te­te hat es einen Toten und meh­re­re Ver­letz­te gege­ben. Der­zeit leben mehr als 15.000 Men­schen in dem Camp. Ein 19-jäh­ri­ger Asyl­su­chen­der ist im Flücht­lings­la­ger von Moria auf der grie­chi­schen Insel Les­bos wäh­rend eines Streits in der Nacht zum Mon­tag ersto­chen wor­den. Dies berich­te­te der staat­li­che Rund­funk (ERT Ägä­is) unter Beru­fung auf das Kran­ken­haus der Insel. Dem­nach soll es einen hef­ti­gen Streit unter Bewoh­nen­den des Lagers gege­ben haben, der eska­liert sei. Zwei wei­te­re Men­schen sei­en mit gefähr­li­chen Ver­let­zun­gen ins Kran­ken­haus gekom­men. Außer­dem hät­ten wei­te­re Per­so­nen leich­te­re Ver­let­zun­gen erlit­ten, berich­te­ten loka­le Medi­en. Wie vie­le Men­schen an der Aus­ein­an­der­set­zung betei­ligt waren, war zunächst unklar. (…) In dem völ­lig über­füll­ten Lager Moria gibt es immer wie­der Strei­tig­kei­ten zwi­schen den Men­schen, die dort auf engs­tem Raum und unter wid­ri­gen Umstän­den zum Teil in Hüt­ten und unter Plas­tik­pla­nen leben. Beson­ders oft soll es zu Gewalt und Über­grif­fen in einem wil­den Lager kom­men, das sich um das eigent­li­che Camp her­um gebil­det hat. Es trägt den Namen “The Jung­le” (Der Dschun­gel). Men­schen­rechts- und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen kri­ti­sie­ren seit Lan­gem, dass die Bedin­gun­gen in Moria men­schen­un­wür­dig und gefähr­lich sind. Vie­le der Geflüch­te­ten sind zudem trau­ma­ti­siert, weil sie aus Kriegs- und Kri­sen­ge­bie­ten stam­men und oft nur knapp die lebens­ge­fähr­li­che Flucht über das Mit­tel­meer über­lebt haben...” Agen­tur­mel­dung vom 6. Juli 2020 in der Zeit online externer Link
  • [RAV] Rechts­bruch in den grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern been­den: Auf­nah­me statt Sym­bol­po­li­tik 
    Über 30.000 Men­schen leben wei­ter in den grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern unter kata­stro­pha­len und men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen. Auf der heu­ti­gen Bun­des­pres­se­kon­fe­renz (BPK) in Ber­lin hat auch der RAV Stel­lung genom­men und die Eva­ku­ie­rung der Flücht­lings­la­ger sowie ein Ende der anhal­ten­den Rechts­brü­che gefor­dert. Die grie­chi­sche Rechts­an­wäl­tin Gio­ta Mas­sou­ridou, ELE­NA-Koor­di­na­to­rin für Grie­chen­land und Vize-Prä­si­den­tin der Euro­päi­schen Demo­kra­ti­schen Anwäl­tin­nen (EDA) erklärt: »Die unmensch­li­chen Bedin­gun­gen in den grie­chi­schen Hot­spots wer­den auf natio­na­ler Ebe­ne in vie­len EU-Mit­glieds­staa­ten weit­hin kri­ti­siert, auch in Grie­chen­land. Zahl­rei­che Berich­te und Medi­en­in­for­ma­tio­nen bele­gen die kata­stro­pha­le Lage. Es geht ja nicht nur Moria, son­dern um ins­ge­samt fünf Hot­spots (Leros, Kos, Samos, Chi­os und Les­bos). An jedem die­ser Orte wird seit Jah­ren die Men­schen­wür­de ver­ges­sen«. Seit Mona­ten wird durch selbst­or­ga­ni­sier­te Grup­pen, Kir­chen, Kom­mu­nen, Flücht­lings­or­ga­ni­sa­tio­nen sowie der grie­chi­schen und inter­na­tio­na­len Zivil­ge­sell­schaft gefor­dert, Geflüch­te­te aus Grie­chen­land auf­zu­neh­men. Mar­ti­na Mau­er vom Flücht­lings­rat Ber­lin e.V. berich­tet dazu: »Wir bekom­men lau­fend Anfra­gen von Men­schen, die ent­setzt sind über die Situa­ti­on in den grie­chi­schen Lagern und fra­gen, was sie tun kön­nen, damit Men­schen nach Deutsch­land kom­men«. Die Bun­des­re­gie­rung sieht sich so mas­siv mit der For­de­rung nach Auf­nah­me kon­fron­tiert, dass sie in einer zutiefst beschä­men­den Akti­on weni­ge Kin­der aus Grie­chen­land ein­flie­gen lässt, die Deutsch­land im Rah­men des Fami­li­en­nach­zugs größ­ten­teils sowie­so hät­te auf­neh­men müs­sen. (…) Die Bun­des­län­der soll­ten alle ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Wege aus­schöp­fen, um eine Auf­nah­me von Geflüch­te­ten aus Grie­chen­land durch­zu­set­zen und sich nicht zum Kom­pli­zen des Bun­des machen. (…) In der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on mit Auf­nah­me­pro­gram­men vor­an­zu­ge­hen, die zu einer ech­ten Ent­las­tung vor Ort füh­ren, bedeu­tet – anders als das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um behaup­tet – nicht weni­ger, son­dern mehr euro­päi­sche Soli­da­ri­tät. Die Reak­ti­on auf die jah­re­lan­ge Kri­se des euro­päi­schen Asyl­sys­tems muss ein ver­läss­li­cher euro­päi­scher Soli­da­ri­täts­me­cha­nis­mus einer Koali­ti­on auf­nah­me­be­rei­ter Län­der sein. (…) Den soge­nann­ten EU-Tür­kei-Deal, der expli­zit kein Rechts­akt der euro­päi­schen Uni­on und damit auch von kei­nem euro­päi­schen Gericht über­prüf­bar sein soll, ist eben­so wie das Hot­spot-Sys­tem kein taug­li­ches Modell für ein euro­päi­sches Asyl­recht. Statt­des­sen ist gel­ten­des Recht durch­zu­set­zen. Fami­li­en­zu­sam­men­füh­run­gen im Dub­lin-Ver­fah­ren dür­fen nicht län­ger durch das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge sys­te­ma­tisch ver­zö­gert und ver­un­mög­licht wer­den. Die Pra­xis der Push-Backs und Zurück­wei­sun­gen von Schutz­su­chen­den an den euro­päi­schen Außen­gren­zen ist sofort zu been­den. Erfor­der­lich ist die Ein­hal­tung der Rege­lun­gen der inter­na­tio­na­len See­not­ret­tung. FRONTEX soll kei­ne Alli­anz mit liby­schen Mili­zen – es gibt kei­ne ›Liby­sche Küs­ten­wa­che‹ – ein­ge­hen, son­dern sich an effek­ti­ver See­not­ret­tung betei­li­gen. Schutz­su­chen­de aus liby­schen Fol­ter­ge­fäng­nis­sen sind umge­hend zu eva­ku­ie­ren…” Pres­se­mit­tei­lung vom 16.6.2020 von und bei RAV externer Link
  • Über­füll­te Lager in Grie­chen­land – Deutsch­land holt [nur!] 243 kran­ke Flücht­lings­kin­der 
    “… Das gab jetzt Bun­des­in­nen­mi­nis­ter See­hofer bekannt. (…) Seit Mona­ten war dar­über ver­han­delt wor­den, jetzt soll es so weit sein: Deutsch­land wird 243 erkrank­te Kin­der aus den Flücht­lings­la­gern in Grie­chen­land holen. Dazu sol­len 80 Men­schen aus Ita­li­en und Mal­ta kom­men dür­fen, die aus See­not von Schif­fen pri­va­ter Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen auf­ge­nom­men wur­den. (…) Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on hat­te vor Mona­ten beschlos­sen, 1.600 Kin­der aus Grie­chen­land auf­zu­neh­men, wo sie unter kata­stro­pha­len Bedin­gun­gen leben müs­sen. Bis zu 500 Kin­der soll­ten nach Deutsch­land kom­men, laut Beschluss der Koali­ti­on vor allem min­der­jäh­ri­ge, unbe­glei­te­te Mäd­chen oder Erkrank­te. Doch lan­ge pas­sier­te nichts. Ein Pro­blem: In den Lagern leben kaum unbe­glei­te­te Mäd­chen. Das ande­re: Wegen der Coro­na-Pan­de­mie waren seit Anfang Mai Aus­gangs­sper­ren ver­hängt wor­den. (…) Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen und Kir­chen hat­ten immer wie­der die Auf­nah­me der Men­schen aus Grie­chen­land gefor­dert. (…) Thü­rin­gen hat­te zudem Anfang Juni ein eige­nes Auf­nah­me­pro­gramm beschlos­sen, um bis Ende 2022 500 Flücht­lin­ge aus Grie­chen­land auf­zu­neh­men. Aller­dings fehlt dafür noch die Finan­zie­rung…” Bericht von Kris­ti­na Hof­mann vom 10. Juni 2020 bei ZDF heu­te externer Link – die wirk­lich inter­es­san­te Fra­ge ist: Wann wer­den end­lich die 24.000 Flücht­lin­ge – allein im Lager Moria – fair auf alle EU Staa­ten ver­teilt? 500 Kin­der sind gera­de ein­mal 2 Pro­zent aller aktu­el­len Flücht­lin­ge in Grie­chen­land. Es han­delt sich hier also eher um eine pein­li­che Pseu­do­ak­ti­on, um von der völ­ker- und men­schen­recht­li­chen Ver­pflich­tung Deutsch­lands abzu­len­ken.
  • Flücht­lin­ge in Grie­chen­land: Von Grie­chen und EU im Stich gelas­sen
    In grie­chi­schen Lagern sind Zehn­tau­sen­de Geflüch­te­te wei­ter unter unmensch­li­chen Bedin­gun­gen ein­ge­pfercht. Die Ärz­te ohne Gren­zen bekla­gen die Taten­lo­sig­keit der Euro­pä­er. Etwa 40.000 Asyl­su­chen­de sit­zen aktu­ell auf den grie­chi­schen Inseln fest – meist unter sehr schlech­ten hygie­ni­schen Bedin­gun­gen. Die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on “Ärz­te ohne Gren­zen” beklagt das Igno­rie­ren des Elends durch grie­chi­sche Behör­den und Euro­päi­sche Uni­on. Die Hel­fer sor­gen sich vor allem um vie­le trau­ma­ti­sier­te, sui­zid­ge­fähr­de­te Geflüch­te­te…” Repor­ta­ge von Mar­cel Burk­hardt vom 08.06.2020 beim ZDF externer Link
  • Deutsch­land nimmt Geflüch­te­te aus Les­bos auf: War­um es bei 47 Kin­dern geblie­ben ist – und das für Streit sorgt 
    “… Für Kri­ti­ke­rin­nen wie die Lin­ken-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ulla Jel­pke ist es „ein Armuts­zeug­nis“: Gera­de mal 47 Flücht­lings­kin­der hat­te Deutsch­land Mit­te April nach lan­gem Gezer­re aus den völ­lig über­füll­ten Lagern auf den grie­chi­schen Inseln auf­ge­nom­men. Vor allem aus dem Camp Moria auf der Insel Les­bos, in dem mehr als 20.000 Geflüch­te­te hau­sen, obwohl es nur für etwa 3000 aus­ge­legt war. (…) Jetzt stellt sich her­aus: Ein gro­ßer Teil der, wie Jel­pke sagt, „mit gro­ßer huma­ni­tä­rer Ges­te auf­ge­nom­me­nen unbe­glei­te­ten Flücht­lings­kin­der“ hät­ten nach der Dub­lin-Ver­ord­nung ohne­hin nach Deutsch­land gebracht wer­den müs­sen, weil es hier Ver­wand­te gibt, die sich um sie küm­mern kön­nen. Kon­kret 18 der 47 hat­ten in Deutsch­land leben­de Ver­wand­te. Aber nur für acht wur­de ein for­mel­les Über­nah­me­er­su­chen gestellt, wie das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um auf Anfra­ge von Jel­pke mit­teil­te. Und selbst bei die­sen acht sah die Bun­des­re­gie­rung zunächst die Vor­aus­set­zung für ein sol­ches Ersu­chen nicht erfüllt. (…) Doch Jel­pke will das dem von Horst See­hofer geführ­ten Minis­te­ri­um so nicht durch­ge­hen las­sen: Aus ihrer Sicht illus­triert die Regie­rungs­ant­wort unfrei­wil­lig, wie die Bestim­mun­gen zur Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung in der Pra­xis vom Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) aus­ge­he­belt wür­den. „Statt akri­bisch nach Ableh­nungs­grün­den zu suchen, müs­sen die Dub­lin-Regeln unbü­ro­kra­tisch ange­wandt wer­den, um den Schutz­su­chen­den zu hel­fen und Grie­chen­land zu ent­las­ten“, ver­langt Jel­pke. (…) Einig sind sich alle Exper­ten: Ein Coro­na-Aus­bruch in den über­füll­ten Lagern auf den grie­chi­schen Inseln könn­te zu einem Mas­sen­ster­ben füh­ren. (…) Im März hat­te die Coro­na­kri­se die deut­schen Flücht­lings­hei­me erreicht. (…) Zu den am stärks­ten betrof­fe­nen Bun­des­län­dern zäh­le Bay­ern, wo mit­un­ter je mehr als tau­send Asyl­be­wer­ber in soge­nann­ten Anker-Zen­tren unter­ge­bracht sind. Laut baye­ri­schem Innen­mi­nis­te­ri­um haben sich dort bis­lang 1486 Men­schen in Asyl­un­ter­künf­ten mit Coro­na infi­ziert. 20 Ein­rich­tun­gen stün­den der­zeit unter Qua­ran­tä­ne. In Regens­burg sei­en inner­halb einer Woche der­art vie­le Flücht­lin­ge posi­tiv auf Covid-19 getes­tet wor­den, dass die Ober­gren­ze von 50 Neu­in­fek­tio­nen pro 100.000 Ein­woh­ner deut­lich über­schrit­ten wor­den sei. (…) Nicht viel weni­ger kom­pli­ziert ist die Lage in Ber­lin, was ein Lan­des­auf­nah­me­pro­gramm angeht. (…) Die Ant­wort liegt nun vor, wie der „Spie­gel“ am Mitt­woch berich­te­te. Für Flücht­lings­ak­ti­vis­ten und ihre poli­ti­schen Unter­stüt­zer ist die­se eben­so ent­täu­schend, wie sie erwart­bar war. Für die kon­kret geplan­ten zusätz­li­chen huma­ni­tä­ren Auf­nah­me­pro­gram­me ein­zel­ner Bun­des­län­der sehe er „auf­grund des Anwen­dungs­vor­rangs der Dub­lin-III-Ver­ord­nung vor natio­na­len Instru­men­ten wie dem Para­gra­fen 23 des Auf­ent­halts­ge­set­zes und mit Blick auf eine bun­des­ein­heit­li­che Behand­lung kei­nen Raum“, schrieb See­hofer in sei­nem drei­sei­ti­gen Brief. Mit ande­ren Wor­ten: Auch an die­ser Front sind die Betei­lig­ten wie­der bei null.” Bei­trag von Mat­thi­as Meis­ner vom 28. Mai 2020 beim Tages­spie­gel online externer Link
  • Flücht­lings­la­ger in Grie­chen­land: Offe­ner Brief an Euro­pa /​Von Poli­tik zwei­ter Klas­se – Nie­mand darf zurück­ge­las­sen wer­den! 
    • Flücht­lings­la­ger in Grie­chen­land: Offe­ner Brief an Euro­pa
      38.500 Geflüch­te­te leben der­zeit auf grie­chi­schen Inseln. Bewoh­ne­rIn­nen und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen for­dern, die über­füll­ten Lager zu schlie­ßen. (…) Aus Angst vor einem Aus­bruch von Coro­na­vi­rus-Infek­tio­nen hat­ten Hun­der­te Bewoh­ne­rIn­nen Ende April den Ein­gang des berüch­tig­ten Lagers von Moria auf der grie­chi­schen Insel Les­bos blo­ckiert. Sie tru­gen Trans­pa­ren­te mit dem Spruch: „Frei­heit für alle. Wir sind Covid-19 aus­ge­setzt“. In den Tagen zuvor waren in drei Camps auf dem grie­chi­schen Fest­land zahl­rei­che Coro­na­vi­rus-Infek­tio­nen fest­ge­stellt wor­den. Die­se Lager wur­den in Qua­ran­tä­ne gestellt. Bis heu­te sind in den Flücht­lings­la­gern auf den Inseln kei­ne Coro­na-Infek­tio­nen regis­triert wor­den. Es sei aber nur eine Fra­ge der Zeit, befürch­ten Ärz­te. Athen hat die Gesund­heits­kon­trol­len rund um die Lager auf den Inseln Les­bos, Chi­os, Samos, Leros und Kos mit zusätz­li­chem Per­so­nal und Con­tai­ner-Iso­lier­sta­tio­nen ver­stärkt. Zudem dür­fen Migran­ten die Lager nur begrenzt und mit Geneh­mi­gung der Poli­zei ver­las­sen. (…) Des­halb haben sich die Flücht­lin­ge am Mitt­woch erneut mit einem Auf­ruf an die euro­päi­sche Öffent­lich­keit externer Link gewandt. „Sind wir es nicht wert, eine Ant­wort zu bekom­men, wäh­rend so vie­le Men­schen über Moria spre­chen und ein deut­scher Minis­ter es sogar ‚Euro­pas Schan­de‘ nann­te?“, steht dar­in. Offen­bar nicht. Am Diens­tag hat­ten erneut auch meh­re­re Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen vor einer Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus in Flücht­lings­un­ter­künf­ten gewarnt…” Repor­ta­ge von Chris­ti­an Jakob vom 12.5.2020 in der taz online externer Link, sie­he auch: Three fires in Samos camp — Open Let­ter to the Euro­pean Com­mis­si­on externer Link
    • Von Poli­tik zwei­ter Klas­se – Nie­mand darf zurück­ge­las­sen wer­den! Flücht­lings­la­ger in Deutsch­land und Grie­chen­land in Zei­ten der Covid-19-Pan­de­mie: Was getan wer­den muss
      Die Lan­des­flücht­lings­rä­te, PRO ASYL und die See­brü­cken-Bewe­gung leg­ten heu­te in einer Pres­se­kon­fe­renz dar, dass es gera­de jetzt gilt, nie­man­den zurück­zu­las­sen und Lager zu schlie­ßen – ob in Moria oder Hal­ber­stadt. Wäh­rend Men­schen welt­weit mit den Maß­nah­men durch die Covid-19-Pan­de­mie zu kämp­fen haben, sind beson­ders jene, die erzwun­ge­ner­ma­ßen in Camp­struk­tu­ren unter­ge­bracht sind, enor­men Gefah­ren aus­ge­setzt. Schutz­su­chen­de leben teils zu tau­sen­den in Lagern, in denen Infek­ti­ons­schutz und per­sön­li­che Bedarfs­de­ckung zwangs­läu­fig nicht mög­lich sind. Mit Blick auf die Elend­sla­ger in Moria auf Les­vos oder wei­te­ren Inseln, auf das Leid der Men­schen in den Fol­ter­la­gern Liby­ens, dem Schick­sal der Men­schen auf der Bal­kan­rou­te und auch in Mas­sen­un­ter­künf­ten in Deutsch­land lässt sich fest­stel­len: Schutz­su­chen­de wer­den dem Virus schutz­los aus­ge­setzt oder mit frei­heits­ent­zie­hen­den Maß­nah­men belegt. „Wir beob­ach­ten der­zeit eine bewuss­te Gefähr­dung der Gesund­heit, näm­lich dass eine Durch­seu­chung in Kauf genom­men wird,“ so Helen Deff­ner vom Flücht­lings­rat Sach­sen-Anhalt. Zu Hun­der­ten wer­den Geflüch­te­te auf engs­tem Raum unter­ge­bracht und dadurch zwangs­läu­fig dem gefähr­li­chen Virus aus­ge­setzt. „Das Coro­na-Virus macht noch ein­mal deut­lich: Es ist längst an der Zeit, dass die Lan­des­re­gie­run­gen Kon­zep­te für die Unter­brin­gung von Geflüch­te­ten in Woh­nun­gen erar­bei­ten und aus­bau­en und nicht wei­ter auf Mas­sen­un­ter­brin­gung set­zen. Es bedarf jetzt eines Rich­tungs­wech­sels: Abkehr von Sam­mel­un­ter­künf­ten hin zu Woh­nun­gen!“ Den erho­be­nen For­de­run­gen bezüg­lich einer Auf­lö­sung der Lager externer Link wird auch nach Wochen nicht nach­ge­kom­men. (…) Dies gilt eben­so für Mas­sen­la­ger an den euro­päi­schen Außen­gren­zen. Die Euro­päi­sche Uni­on und ihre Mit­glieds­staa­ten igno­rier­ten lan­ge vor Aus­bruch der Pan­de­mie unzäh­li­ge Appel­le zivil­ge­sell­schaft­li­cher Orga­ni­sa­tio­nen nach huma­ni­tä­rem Schutz und Auf­nah­me, doch die Coro­na-Kri­se ver­deut­licht die Dring­lich­keit der Eva­ku­ie­rung auf kata­stro­pha­le Wei­se. Das Lager Moria auf Les­vos ist ein ein­zi­ger Alb­traum (…) Auch auf dem Fest­land ist die Situa­ti­on ange­spannt. Dies doku­men­tier­te die PRO ASYL-Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on Refu­gee Sup­port Aege­an (RSA) z.B. beim Geflüch­te­ten­la­ger Mal­a­ka­sa. Das Lager wur­de Anfang April unter Qua­ran­tä­ne gestellt. Vie­le Schutz­su­chen­de leben hier in Pro­vi­so­ri­en und tei­len sich die sani­tä­ren Anla­gen. Abstand­hal­ten? Kaum mög­lich. Sie füh­len sich wie „eine Maus in der Fal­le“ und fürch­ten die Anste­ckung. Lan­des­flücht­lings­rä­te, PRO ASYL und die See­brü­cken-Initia­ti­ven for­dern: 1.) Die Lager in Deutsch­land müs­sen auf­ge­löst wer­den! Die Lan­des­re­gie­run­gen müs­sen jetzt schnell han­deln und die lang­fris­ti­ge und zukünf­ti­ge Unter­brin­gung in Woh­nun­gen gewähr­leis­ten. Sie dür­fen nicht wei­ter auf Mas­sen­un­ter­künf­te set­zen. Coro­na zeigt, der Rich­tungs­wech­sel hin zu einer men­schen­wür­di­gen Unter­brin­gung ist längst über­fäl­lig und mitt­ler­wei­le über­le­bens­not­wen­dig. 2.) Die Lan­des­re­gie­run­gen müs­sen jetzt Struk­tu­ren für eine men­schen­wür­di­ge Auf­nah­me von Geflüch­te­ten aus Elend­sla­ger aus dem Aus­land schaf­fen! Es darf nicht mehr bei blo­ßen Wil­lens­be­kun­dun­gen blei­ben, son­dern auf­nah­me­wil­li­ge Städ­te und Kom­mu­nen (sog. „Siche­re Häfen“) müs­sen in die Ver­hand­lun­gen mit­ein­be­zo­gen und genutzt wer­den. 3.) Eine men­schen­wür­di­ge Auf­nah­me bedeu­tet: Apart­ments, Feri­en­woh­nun­gen, Hotels und wei­te­rer Leer­stand müs­sen genutzt wer­den, um das Anste­ckungs­ri­si­ko zu sen­ken. 4.) Gesund­heits­kar­ten sind für alle aus­zu­stel­len. Das bedeu­tet, ins­be­son­de­re für Men­schen, die Asyl­be­wer­ber­leis­tun­gen bezie­hen und nicht kran­ken­ver­si­chert sind, für Men­schen ohne lega­len Auf­ent­halts­sta­tus sowie für erwerbs­lo­se EU-Bürger*innen. Auch sie müs­sen Zugang zum Gesund­heits­sys­tem haben. 5.) Alle Men­schen, die sich nach wie vor in Abschie­be­haft befin­den, sind zu ent­las­sen. In Deutsch­land befind­li­che Asylbewerber*innen müs­sen hier ihr Asyl­ver­fah­ren durch­lau­fen kön­nen.” Pres­se­mit­tei­lung vom 11.05.2020 bei Pro Asyl externer Link von PRO ASYL, Lan­des­flücht­lings­rä­te, See­brü­cke-Initia­ti­ve (sie­he dazu auch Asu­füh­run­gen in unse­rem Dos­sier: Flücht­lings­po­li­ti­sche Maß­nah­men ange­sichts der Coro­na-Pan­de­mie: Abschie­bun­gen aus­set­zen, Dul­dun­gen ver­län­gern, Dezen­tra­le Unter­brin­gung…)
  • [arte am 11.5.] Qua­ran­tä­ne auf Les­bos. Das Virus und die Flücht­lin­ge /​59 von 1600: Umver­tei­lung von Flücht­lings­kin­dern stockt erneut /​War­um fast nur gesun­de Kin­der in Deutsch­land anka­men 
    • Re: Qua­ran­tä­ne auf Les­bos. Das Virus und die Flücht­lin­ge
      Die Hel­fer im über­füll­ten Flücht­lings­la­ger Moria auf Les­bos ste­hen unter enor­men Druck. Trotz Aus­gangs­ver­bot ver­su­chen Akti­vis­ten, zehn­tau­sen­den ver­zwei­fel­ten Flücht­lin­gen in der Coro­na-Kri­se zu hel­fen. “Re:” beglei­tet die Hel­fer in Deutsch­land und gibt Ein­blick in die ver­zwei­fel­te Situa­ti­on des gefähr­lichs­ten Flücht­lings­la­gers in Euro­pa. Unter den Geflüch­te­ten auf Les­bos macht sich Panik breit. 40.000 Men­schen leben auf engs­tem Raum, es gibt kaum flie­ßen­des Was­ser: Falls sich das Coro­na-Virus in dem Flücht­lings­la­ger Moria auf der grie­chi­schen Insel Les­bos aus­brei­tet, droht eine Kata­stro­phe. Das Ver­spre­chen eini­ger euro­päi­scher Län­der, wenigs­tens die Kin­der und Jugend­li­chen sofort aus dem Lager zu holen, geht in den natio­na­len Coro­na-Not­la­gen fast unter. Und doch trei­ben die Zustän­de in Moria vie­le Men­schen um. Der Däne Salam Aldeen grün­de­te das „Team Huma­ni­ty“, das als eines der weni­gen Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen noch im Lager arbei­ten darf. Salam selbst wur­de Anfang 2020 unter faden­schei­ni­gen Grün­den aus Grie­chen­land abge­scho­ben. Er lebt in Ber­lin und lei­tet sei­ne Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on per Tele­fon und Inter­net. Unter Hoch­druck nähen sei­ne Frei­wil­li­gen Gesichts­mas­ken und ver­tei­len die­se im Lager. Salams Kon­takt in der Haupt­stadt ist Andre­as Toel­ke. Sei­ne NGO „Be an Angel“ plant eine gro­ße Kam­pa­gne zur Ret­tung der Kin­der und Jugend­li­chen aus Moria. Dabei hilft auch Murat Tuer­e­mis. Er hat den Geflüch­te­ten auf Les­bos in Video­work­shops bei­gebracht, ihren All­tag fil­misch selbst zu doku­men­tie­ren. „Re:“ zeigt exklu­siv ihre Video­ta­ge­bü­cher, die den bru­ta­len All­tag in dem über­füll­ten Flücht­lings­la­ger zei­gen und klar­ma­chen, dass ein wirk­sa­mer Schutz für die Men­schen dort nicht zu gewähr­leis­ten ist. Wer­den die Hel­fer den Wett­lauf gegen die poli­ti­sche Gleich­gül­tig­keit, die Zeit und das Virus gewin­nen?Video des Bei­trags externer Link (33 Min.) am Mon­tag, 11. Mai um 19:40 bei arte
    • 59 von 1600: Umver­tei­lung von Flücht­lings­kin­dern stockt erneut
      “… Rund drei Wochen nach den ers­ten Umsied­lun­gen von 59 min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­gen von den grie­chi­schen Inseln sind bis­her kei­ne wei­te­ren gefolgt. Die ins­ge­samt geplan­ten min­des­tens 1.600 Umsied­lun­gen in ande­re Län­der sei­en eine gro­ße Ope­ra­ti­on, erklär­te ein Spre­cher der EU-Kom­mis­si­on am Don­ners­tag auf Anfra­ge des „Evan­ge­li­schen Pres­se­diens­tes“ in Brüs­sel. (…)Bis­lang haben sich laut Kom­mis­si­on elf EU-Staa­ten zur Über­nah­me von min­des­tens 1.600 min­der­jäh­ri­gen unbe­glei­te­ten und ande­ren beson­ders schutz­be­dürf­ti­gen Flücht­lin­gen aus den über­füll­ten grie­chi­schen Insel-Camps bereit­erklärt. Luxem­burg nahm am 15. April zwölf und Deutsch­land am 18. April 47 von ihnen auf.” Mel­dung vom 8. Mai 2020 bei MiGA­ZIN externer Link
    • Ret­tungs­ak­ti­on von geflüch­te­ten Kin­dern aus Grie­chen­land: War­um fast nur gesun­de Kin­der in Deutsch­land anka­men
      “Inak­zep­ta­bel”, “unwür­dig” – so wer­den die Zustän­de im Lager Moria auf Les­bos meist beschrie­ben. Deutsch­land woll­te end­lich etwas tun und kün­dig­te Anfang März an, sich an der Auf­nah­me von 1.000 bis 1.500 Kin­dern zu betei­li­gen – vor allem kran­ken. Was ist dar­aus gewor­den? Nach der Ankün­di­gung setz­te ein reges Trei­ben ein: Vie­le Orga­ni­sa­tio­nen erstell­ten Lis­ten mit beson­ders gefähr­de­ten Kin­dern, auch Ärz­te ohne Gren­zen war im regen Kon­takt mit dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um. Die Orga­ni­sa­ti­on betreibt vor Ort eine Kli­nik für Kin­der und Fami­li­en. Die Mit­ar­bei­ter sam­mel­ten Namen und Daten von mehr als 150 Kin­dern, die wegen schwe­ren Erkran­kun­gen drin­gend eva­ku­iert wer­den müss­ten. Der deut­sche Koali­ti­ons­be­schluss gab ihnen Hoff­nung, dass sich end­lich etwas tut. Doch die nüch­ter­ne Bilanz heu­te: Kei­nes die­ser kran­ken Kin­der wur­de eva­ku­iert. Ärz­te ohne Gren­zen kri­ti­siert das scharf, die­se Kin­der hät­ten gera­de wegen der Coro­na-Pan­de­mie prio­ri­siert wer­den müs­sen. Auch ande­re Orga­ni­sa­tio­nen üben Kri­tik an der deut­schen Akti­on: Akut gefähr­de­te Min­der­jäh­ri­ge sei­en nicht beach­tet wur­den, die Umset­zung sei chao­tisch gewe­sen, die Aus­wahl teils will­kür­lich. (…) Kran­ke und gefähr­de­te Min­der­jäh­ri­ge blie­ben da, Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung wird als huma­ni­tä­re Ret­tung ver­kauft…” Bericht von Hei­ner Hoff­mann bei Report Mainz vom 5. Mai 2020 externer Link (Video­län­ge: ca. 7 Min.)
    • Moria: Drei Qua­drat­me­ter Schan­de
      EU-Par­la­men­ta­ri­er Erik Mar­quardt zur Situa­ti­on in grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern. Inter­view von Fabi­an Hil­le­brand am 9.5.2020 im ND online externer Link
  • Flücht­lings­kin­der: Von der Hoff­nung zum Fias­ko /​Flücht­lings­la­ger Rit­so­na in Qua­ran­tä­ne: “Wir sind hier gefan­gen und wer­den igno­riert” 
    • Flücht­lings­kin­der: Von der Hoff­nung zum Fias­ko
      Eigent­lich soll­te Deutsch­land kran­ke und psy­chisch belas­te­te Flücht­lings­kin­der aus den über­füll­ten Lagern in Grie­chen­land auf­neh­men. Doch genau das ist nach Recher­chen von Report Mainz nicht gesche­hen. (…) Es wur­den Kin­der mit­ge­nom­men, die enge Ver­wand­te in Deutsch­land haben – und damit sehr gute Chan­cen auf eine Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung. 18 der 47 Kin­der hät­ten Ver­wand­te in Deutsch­land, räumt das Innen­mi­nis­te­ri­um ein. Acht von ihnen hät­ten bereits einen Antrag auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung gestellt, es hät­ten bis­lang aber nicht die nöti­gen Vor­aus­set­zun­gen vor­ge­le­gen. Pro Asyl wirft dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um daher “Eti­ket­ten­schwin­del” vor: “Man muss ein­fach sehen, dass die­se Relo­ca­ti­on-Akti­on als huma­ni­tär ver­kauft wird. Aber zahl­rei­che Fäl­le hat­ten eigent­lich einen Rechts­an­spruch nach Deutsch­land zu kom­men. Also hier fin­det auch ein Eti­ket­ten­schwin­del statt”, sagt der Euro­pa-Ver­ant­wort­li­che von Pro Asyl, Karl Kopp…” Bei­trag von Hei­ner Hoff­mann in Report Mainz vom 05.05.2020 externer Link
    • Flücht­lings­la­ger Rit­so­na in Qua­ran­tä­ne: “Wir sind hier gefan­gen und wer­den igno­riert”
      Das grie­chi­sche Flücht­lings­la­ger Rit­so­na steht seit einem Monat unter Qua­ran­tä­ne. 32 Coro­na-Fäl­le gibt es dort. Vie­le füh­len sich allein gelas­sen. Eine Bewoh­ne­rin berich­tet. Par­wa­na Ami­ri, 16, lebt im grie­chi­schen Flücht­lings­la­ger Rit­so­na. Seit einem Monat steht es jetzt unter Qua­ran­tä­ne, 32 Infi­zier­te gibt es dort mitt­ler­wei­le. Nie­mand darf das Lager ver­las­sen, kei­ner darf neu hin­ein. Wer Ami­ri zuhört, merkt schnell, wie Euro­pa die etwa 3.000 Men­schen in Rit­so­na in die­ser Situa­ti­on allei­ne gelas­sen hat – und immer noch lässt. “Als das Coro­na­vi­rus aus­ge­bro­chen ist, gab es kei­nen ange­mes­se­nen Plan, kein Pro­gramm für die­se Situa­ti­on und die Men­schen im Camp”, erzählt Ami­ri am Tele­fon…” Bei­trag von Kevin Schu­bert vom 03.05.2020 beim ZDF externer Link
  • »Mis­si­on Life­li­ne« will zivi­le Luft­brü­cke zu grie­chi­schen Inseln auf­bau­en 
    Mit den bis­her gesam­mel­ten Spen­den könn­te man zwei Flü­ge finan­zie­ren und rund 150 Men­schen aus dem Flücht­lings­camp Moria auf Les­bos holen. Der Dresd­ner Ver­ein »Mis­si­on Life­li­ne« hat für die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen aus Camps auf grie­chi­schen Inseln bin­nen weni­ger Tage knapp 55.000 Euro an Spen­den gesam­melt. Mit die­ser Sum­me kön­ne man zwei Flü­ge einer Boe­ing 747–300 finan­zie­ren und rund 150 Men­schen aus dem Flücht­lings­camp Moria auf Les­bos holen, erklär­te der Ver­ein auf Anfra­ge. Laut »Lifeline«-Sprecher Axel Stei­er ste­hen dem Ver­ein somit ins­ge­samt 110 000 Euro für die geplan­te Errich­tung einer zivi­len Luft­brü­cke zwi­schen Les­bos und Ber­lin zur Ver­fü­gung. Die Ver­hand­lun­gen mit einem grie­chi­schen Flug­dienst­leis­ter sei­en bereits abge­schlos­sen. Es feh­le nur noch die Lan­de­er­laub­nis des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums, um sich nicht der Ein­schleu­sung von Aus­län­dern schul­dig zu machen. Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um stell­te auf Anfra­ge klar, dass es sich bei der Prü­fung eines Asyl­an­tra­ges um eine rein staat­li­che Auf­ga­be han­delt. Dies gel­te eben­so für die damit in Zusam­men­hang ste­hen­den euro­pa­recht­li­chen Ver­fah­ren zur Bestim­mung des Mit­glied­staa­tes, in wel­chem die asyl­recht­li­che Prü­fung statt­fin­det sowie für die Orga­ni­sa­ti­on von Über­stel­lun­gen. Das Minis­te­ri­um riet davon ab, »bei den Asyl­su­chen­den aus­ge­rech­net in der ohne­hin ange­spann­ten Lage auf den grie­chi­schen Inseln mit einem eigen­mäch­ti­gen Vor­ge­hen unrea­lis­ti­sche Erwar­tun­gen zu wecken«. Unter­des­sen ver­sucht »Mis­si­on Life­li­ne«, wei­te­re EU- Mit­glied­staa­ten von einer sofor­ti­gen Auf­nah­me der betrof­fe­nen Flücht­lin­ge zu über­zeu­gen…” Agen­tur­mel­dung vom 28.04.2020 beim ND online externer Link
  • Drau­ßen war­tet der Hass. Les­bos: Schüs­se auf Flücht­lin­ge. Mut­maß­lich weit mehr Infek­tio­nen in Lagern. Soli­da­ri­sche Insel­be­woh­ner am Ende 
    “In den kata­stro­phal über­füll­ten Lagern auf den grie­chi­schen Inseln wächst die Angst vor rech­ter Gewalt. Am Don­ners­tag ver­letz­te ein Ein­hei­mi­scher auf Les­bos zwei Flücht­lin­ge mit Schüs­sen aus sei­nem Jagd­ge­wehr. Die bei­den jun­gen Män­ner aus Afgha­ni­stan und dem Irak hat­ten das Camp Moria nach Anga­ben der Poli­zei »nur für einen Spa­zier­gang« ver­las­sen. Auch auf die Men­schen in den Lagern auf Chi­os und Samos, die von der Athe­ner Regie­rung im Rah­men der Coro­na­pan­de­mie völ­lig abge­sperrt wur­den, war­tet vor dem Sta­chel­draht inzwi­schen der von rech­ten Schlä­gern und ihren poli­ti­schen Hin­ter­män­nern gesä­te Hass. Theo­do­ros Kos­mi­dis, lin­ker Akti­vist und Hote­lier auf Samos, sag­te der jun­gen Welt am Frei­tag : »Die Fami­li­en sind der­zeit in den Lagern wahr­schein­lich siche­rer als drau­ßen.« Der rech­te Minis­ter­prä­si­den­ten Kyria­kos Mit­sota­kis hat­te zuletzt ange­kün­digt, an die­sem Wochen­en­de eini­ge hun­dert Flücht­lin­ge, vor allem älte­re Men­schen und Fami­li­en mit Kin­dern, von den Inseln auf das Fest­land zu ver­le­gen. Befürch­tet wird in Athen eine nicht zu kon­trol­lie­ren­de Mas­sen­in­fek­ti­on durch das Virus, die auch auf die Dör­fer in der Umge­bung der Lager über­grei­fen könn­te. (…) Wie Kos­mi­dis ver­mu­tet, sind in den Lagern längst weit mehr Men­schen mit dem Coro­na­vi­rus infi­ziert, als die Regie­rung öffent­lich zugibt. Es sei daher »zu befürch­ten, dass der von der Regie­rung ange­kün­dig­te Trans­fer das Virus in die zahl­rei­chen soge­nann­ten Ein­hei­ten – das sind klei­ne­re Lager auf der Pelo­pon­nes und in der Regi­on Atti­ka – tra­gen wird«. In der Tat stell­ten die Behör­den des Regie­rungs­be­zirks Nau­pli­on in die­ser Woche ein gan­zes Dorf auf dem »öst­li­chen Fin­ger« der Pelo­pon­ne­s­halb­in­sel unter Qua­ran­tä­ne, weil sich das Virus unter den in einem Tou­ris­ten­ho­tel unter­ge­brach­ten Flücht­lings­fa­mi­li­en aus­ge­brei­tet hat. Von den 470 Men­schen, die in der Nähe der Gemein­de Kra­ni­di auf ihren Asyl­be­scheid war­ten müs­sen, infi­zier­ten sich nach Anga­ben des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums 148 mit SARS-CoV‑2. (…) Die Furcht vor der Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus ver­schärft die Situa­ti­on gewal­tig. Bis­her sind wei­te Tei­le des Lan­des, wie etwa die gro­ße Feri­en­in­sel Kre­ta, von der Pan­de­mie weit­ge­hend ver­schont geblie­ben. Grie­chen­land zähl­te Mit­te der Woche »nur« 116 Tote. Einem mas­sen­haf­ten Aus­bruch des Virus aber wären die Kran­ken­häu­ser kaum gewach­sen. Die von Brüs­sel über das Land ver­häng­te Kür­zungs­po­li­tik hat das Gesund­heits­sys­tem des Lan­des in den ver­gan­ge­nen Jah­ren weit­ge­hend zer­stört.” Bericht von Hans­ge­org Her­mann bei der jun­gen Welt vom 25. April 2020 externer Link
  • Angst vor Coro­na: Hun­der­te Migran­ten demons­trie­ren vor Camp von Moria /​Pro­tes­te auf Les­bos /​Eva­kua­ti­on von 11 000 Men­schen 
    Aus Angst vor einem Aus­bruch der Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie auch in ihrem Camp haben Hun­der­te Migran­ten den Ein­gang des berüch­tig­ten Lagers von Moria auf der grie­chi­schen Insel Les­bos blo­ckiert. Sie tru­gen Trans­pa­ren­te mit dem Spruch: »Frei­heit für alle. Wir sind Covid-19 aus­ge­setzt«, wie der ört­li­che staat­li­che Regio­nal­sen­der ERT-Nord­ägä­is und Nach­rich­ten­por­ta­le der Insel Les­bos über­ein­stim­mend am Mitt­woch berich­te­ten. In den ver­gan­ge­nen Tagen waren in drei Camps auf dem grie­chi­schen Fest­land zahl­rei­che Coro­na­vi­rus-Infek­tio­nen fest­ge­stellt wor­den. Die­se Lager wur­den in Qua­ran­tä­ne gestellt. Die Pro­tes­te hän­gen nach Infor­ma­tio­nen der Medi­en auf Les­bos mit der für Sams­tag geplan­ten Ent­las­tung des Lagers von Moria zusam­men. Dann sol­len rund 1500 Migran­ten – mehr­heit­lich älte­re und kran­ke Men­schen – zum grie­chi­schen Fest­land gebracht wer­den. Auch aus den Camps der Inseln Chi­os und Samos sol­len nach Anga­ben der Regie­rung in Athen in den kom­men­den Tagen rund 900 Migran­ten zum grie­chi­schen Fest­land gebracht wer­den. Die Demons­tran­ten sind jün­ge­re Men­schen, die eben­falls zum Fest­land gebracht wer­den wol­len…” Mel­dung vom 22.04.2020 beim ND online externer Link, sie­he dazu
    • am 22.04.2020 bei Pro Asyl externer Link: EGMR-Urteil: Flücht­lin­ge aus Moria müs­sen men­schen­wür­dig unter­ge­bracht wer­den. PRO ASYL/​RSA erstrei­tet Erfolg vor Gericht
    • Das Pro­jekt »Files from Moria« externer Link doku­men­tiert das Leben im Geflüch­te­ten­la­ger auf Les­bos
  • [23. April 2020] »Men­schen­rech­te wah­ren – Lager auf­lö­sen – Eva­ku­ie­rung jetzt!« /​Grie­chen­land: 152 Coro­na­in­fek­tio­nen in Flücht­lings­un­ter­kunft auf dem Pelo­pon­nes 
    • [23. April 2020] »Men­schen­rech­te wah­ren – Lager auf­lö­sen – Eva­ku­ie­rung jetzt!«
      Am 23. April 2020 wer­den wir von 17.00 bis 18.00 Uhr in Ber­lin eine Kund­ge­bung durch­füh­ren, um auf die alar­mie­ren­de Situa­ti­on in den grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern auf­merk­sam zu machen und die For­de­rung nach der sofor­ti­gen Auf­lö­sung der Lager und der Unter­brin­gung der Geflüch­te­ten in den EU-Staa­ten zu unter­stüt­zen. Wir, das sind eine Rei­he von zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen und Ein­zel­per­so­nen, stell­ver­tre­tend für vie­le, die ihre Stim­me erhe­ben für die Ein­hal­tung der Bür­ger- und Men­schen­rech­te, auch für Flüch­ten­de, auch in Zei­ten der Coro­na-Pan­de­mie. An der Kund­ge­bung wer­den Vertreter*innen von Wohl­fahrts­ver­bän­den, Bür­ger­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen, Flücht­lings­in­itia­ti­ven u.v.m. teil­neh­men. Die Lis­te der Teil­neh­men­den und Redner*innen fin­den Sie unter die­sem Anschrei­ben; eben­so den Auf­ruf. Wir machen aus­drück­lich den Ort der Kund­ge­bung nicht bekannt und rufen aus­drück­lich dazu auf, nicht an der Kund­ge­bung teil­zu­neh­men. Die Anzahl der Teil­neh­men­den ist begrenzt. Eine Ansamm­lung von zu vie­len Men­schen ist unbe­dingt zu ver­mei­den. Wir neh­men den Infek­ti­ons­schutz ernst und wer­den dem­entspre­chend auch die Kund­ge­bung durch­füh­ren. »Auch unter den Bedin­gun­gen der Coro­na-Pan­de­mie muss es mög­lich sein, in ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ter Art und Wei­se auf die Stra­ße zu gehen, auf die dro­hen­de huma­ni­tä­re Kata­stro­phe in Moria und anders­wo auf­merk­sam zu machen und die sofor­ti­ge Durch­set­zung huma­ni­tä­rer Maß­nah­men ein­zu­for­dern«, so der Rechts­an­walt und RAV-Vor­sit­zen­de Dr. Peer Stol­le. Betei­ligt euch den­noch an den Pro­tes­ten, bspw. über www​.evacua​te​-moria​.com externer Link oder in ande­rer Form. Ins­be­son­de­re rufen wir alle auf, die Kund­ge­bung live am 23. April 2020 ab 17:00 Uhr hier https://​www​.rav​.de/​p​r​o​j​e​k​t​e​/​g​r​i​e​c​h​i​s​c​h​e​-​l​a​g​e​r​-​e​v​a​k​u​i​e​r​en/ externer Link zu ver­fol­gen. Wir wer­den die Kund­ge­bung live per Stream über­tra­gen…” RAV-Pres­se­mit­tei­lung vom 21.4.2020 externer Link zur Kund­ge­bung am 23. April 2020, 17.00 Uhr in Ber­lin (#Lager­Eva­ku­ie­ren)
    • Grie­chen­land: 152 Coro­na­in­fek­tio­nen in Flücht­lings­un­ter­kunft
      Grie­chen­land mel­de­te am 21. April 156 neue Infek­tio­nen mit Covid-19. 152 davon betref­fen ein Hotel in Kra­ni­di in Argo­li­da auf dem Pelo­pon­nes. Bei allen 150 posi­tiv getes­te­ten Per­so­nen wur­den kei­ner­lei Sym­pto­me fest­ge­stellt. Sie wohn­ten nicht als Tou­ris­ten im Hotel Gala­xi­as. Es han­delt sich um eine Flücht­lings­un­ter­kunft. Ins­ge­samt 475 Asyl­be­wer­ber sind dort unter­ge­bracht. Sie wur­den eben­so wie die Ange­stell­ten des Hotels getes­tet. Wie bis­her bekannt wur­de, hat­te eine Rei­ni­gungs­kraft des Hotels vor knapp 14 Tagen Sym­pto­me einer Covid-19 Erkran­kung gespürt. Sie wur­de ohne Test auf eine Infek­ti­on in häus­li­che Qua­ran­tä­ne geschickt. Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag, dem Grün­don­ners­tag der ortho­do­xen Kir­chen, wur­de bei einer schwan­ge­ren Bewoh­ne­rin des Hotels im Rah­men eines Kran­ken­haus­auf­ent­halts ein Test durch­ge­führt, der sich als posi­tiv her­aus­stell­te. Als Reak­ti­on auf die Infek­tio­nen wur­de nicht nur der Ort Kra­ni­di, son­dern die gesam­te Stadt­ge­mein­de Ermio­ni­da für vier­zehn Tage unter ver­schärf­te Qua­ran­tä­ne gestellt. (…) Der loka­le Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te und Arzt Andre­as Pou­las von der KinAl bemän­gel­te in der Sen­dung “10” der staat­li­chen ERT, dass zu wenig Tests durch­ge­führt wür­den. Dies wür­de dazu füh­ren, dass Sekun­där­in­fek­tio­nen nur zöger­lich erfasst wür­den. Er äußer­te sich besorgt dar­über, was pas­sie­ren wür­de, wenn vie­le der 152 infi­zier­ten Asyl­be­wer­ber einen schwe­re­ren Ver­lauf der Krank­heit zei­gen wür­den. Dann näm­lich, so Pou­las, wür­den die Kapa­zi­tä­ten des Kran­ken­hau­ses von Argo­li­da nicht aus­rei­chen. Dar­auf­hin unter­brach ihn in rüder Wei­se der Jour­na­list Ili­as Kanel­lis. Er frag­te, wo denn mehr Tests durch­ge­führt wür­den…” Arti­kel von Was­si­lis Aswestopou­los vom 21. April 2020 in tele­po­lis externer Link
    • Das Virus und die Flücht­lin­ge
      “In die­sem zwei­ten Teil mei­nes Berichts über den Coro­na­vi­rus und sei­ne Fol­gen in Grie­chen­land geht es aus­schließ­lich um die Lage einer beson­ders gefähr­de­ten Per­so­nen­grup­pe: der Flücht­lin­ge und Migran­ten, die in den grie­chi­schen Lagern auf den Inseln wie auf dem Fest­land unter­ge­bracht sind. (…) Was das “Zusam­men­tref­fen von Migran­ten­pro­blem und Pan­de­mie” betrifft, so hat sich die Regie­rung frei­lich in einen fata­len Wider­spruch ver­strickt: Seit den ers­ten Coro­na-Fäl­len auf grie­chi­schem Boden bezeich­ne­te sie – auch durch den Mund von Mit­sota­kis – die Flücht­lin­ge und Migran­ten als poten­ti­el­le Ver­ur­sa­cher einer Pan­de­mie; und doch hat sie nichts getan, um die völ­lig über­füll­ten Lager zu ent­las­ten und zumin­dest die am stärks­ten gefähr­de­ten Men­schen in geeig­ne­te Unter­künf­ten zu brin­gen. Zum Bei­spiel in leer­ste­hen­de Hotels, wie es von Sei­ten vie­ler NGOs und auch von der EU-Kom­mis­si­on gefor­dert wird. (…) Die skan­da­lö­sen Zustän­de in Moria sind lan­ge vor der Coro­na-Pan­de­mie durch inter­na­tio­na­le Medi­en­be­rich­te zum Syn­onym für die Flücht­lings­kri­se auf grie­chi­schem Boden gewor­den. Ähn­lich über­füllt wie das Lager in Les­bos sind die soge­nann­ten “Hotspot”-Zentren auf vier wei­te­ren Inseln der Ost­ägä­is (Chi­os, Samos, Leros und Kos). Die Kapa­zi­tät die­ser fünf Lager war für 5400 Flücht­lin­ge aus­ge­legt, inzwi­schen hau­sen hier über 40 000 Men­schen. (…) Die Ver­wei­ge­rung eines von der EU expli­zit aner­kann­ten Men­schen­rechts hat­te nichts mit der Coro­na-Gefahr zu tun, die Anfang März noch nicht im Bewusst­sein war. Die Athe­ner Regie­rung berief sich viel­mehr auf einen “Not­stand” an der grie­chisch-tür­ki­schen Land­gren­ze, die seit Ende Febru­ar von Tau­sen­den Flücht­lin­gen “bela­gert” wur­de. Am 1. März beschloss die Regie­rung Mit­sota­kis, das Recht auf ein Asyl­be­geh­ren für einen Monat aus­zu­set­zen. (…) Wenn kei­ne durch­grei­fen­den Maß­nah­men zum Schutz der Flücht­lin­ge und Asyl­su­chen­den auf grie­chi­schem Boden ergrif­fen wer­den, dürf­te sich am Ende jene ant­ago­nis­ti­sche Sicht­wei­se durch­set­zen, die Anfang die­ses Jah­res bereits bei Demons­tra­tio­nen in Les­bos, Chi­os und Samos arti­ku­liert wur­de: „Wenn das Vater­land in Gefahr ist“, rief der Prä­fekt der Regi­on Nord-Ägä­is in Myti­li­ni einer gro­ßen Men­schen­men­ge zu, „dann inter­es­siert uns nicht, was die Ver­trä­ge sagen“. Der Mann mein­te damit das huma­ni­tä­re Völ­ker­recht und die von der EU garan­tier­ten Men­schen­rech­te für Flücht­lin­ge, die nicht nur „sus­pen­diert“, son­dern abge­schafft wer­den, wenn die Gesell­schaft eine uner­wünsch­ten Grup­pe nur noch als Feind und als Bedro­hung wahr­nimmt. Statt sie als beson­ders gefähr­de­te und schutz­be­dürf­ti­ge Grup­pe zu sehen, wie es der Lei­ter des grie­chi­schen Kri­sen­stabs Soti­ris Tsiodras in Bezug auf die Bewoh­ner einer Roma-Sied­lung in Laris­sa gesagt hat…” Bei­trag von Niels Kadritz­ke vom 20. April 2020 bei Le Mon­de diplo­ma­tique online externer Link – Coro­na, Teil I war: War­um Grie­chen­land nicht Ita­li­en ist. Bei­trag von Niels Kadritz­ke vom 13. April 2020 bei Le Mon­de diplo­ma­tique online externer Link. Sie­he zum Hin­ter­grund:
      • Bericht über die Akti­on ‚Zelt­pa­ten‘ auf Les­bos im Feb. 2020
        “Zurück von mei­nem vier­wö­chi­gen Auf­ent­halt auf der Ägä­is-Insel Les­bos, auf der ich im Febru­ar 2020 für die ‚Zeltpaten‘-Aktion unse­res Ver­eins ‚Respekt für Grie­chen­land e.V.‘ tätig war, hier ein Bericht über das in die­ser schlim­men Situa­ti­on Erreich­ba­re. Es ging bei der Akti­on dar­um, unbe­glei­te­ten Kin­dern und Jugend­li­chen und Fami­li­en mit klei­nen Kin­dern bei der Bewäl­ti­gung ihres schwie­ri­gen Lager-Daseins bei­zu­ste­hen. Die Akti­on haben vie­le Spen­de­rin­nen und Spen­der in kür­zes­ter Zeit ermög­licht. Allein rei­sen­de Jugend­li­che unter 18 Jah­re und Kin­der, die auf der Flucht von Schleu­sern von ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen getrennt wur­den oder deren Eltern unter­wegs gestor­ben sind, vege­tie­ren zu Hun­der­ten in den Oli­ven­hai­nen um das Lager Moria her­um, ohne Was­ser und erreich­ba­re Toi­let­ten, unter­ernährt und oft krank. Vie­le schla­fen nachts bei den immer mehr zu Brenn­holz zer­hack­ten Oli­ven­bäu­men, zwi­schen Müll und Gestrüpp unter Plas­tik­pla­nen oder in gro­ßen Müll­sä­cken als Schlaf­sack. Nur weni­ge, meist Mäd­chen, kom­men bei frem­den Fami­li­en im Zelt unter. Die Min­der­jäh­ri­gen wer­den zwar amt­lich erfasst, sie bekom­men ein Iden­ti­täts­pa­pier mit Stem­pel, aber eben nicht wie die Erwach­se­nen die blaue Geld­kar­te des UNHCR mit 90 Euro für den Monat. Frau­en und Kin­der bekom­men nur 50 Euro auf die Kar­te. Davon leben die Fami­li­en. Die Jugend­li­chen kön­nen sich täg­lich eine Fla­sche Was­ser holen, haben aber kei­ne Geld­kar­ten, auch gibt es Essen nur unre­gel­mä­ßig und viel zu wenig. Der Zugang zur öffent­li­chen Gesund­heits­ver­sor­gung ist ihnen ver­sperrt. (…) Die Coro­na-Kri­se tat ein Übri­ges. Huma­ni­tä­re Orga­ni­sa­tio­nen berei­ten sich auf einen Aus­bruch der Epi­de­mie im syri­schen Idlib und auf Les­bos vor. Vie­le not­wen­di­ge Maß­nah­men las­sen sich aber gar nicht umset­zen. Auf den grie­chi­schen Inseln sind die Insel­spi­tä­ler für die Ver­sor­gung der Lager­be­woh­ner zustän­dig, bereits heu­te sind sie aber voll­kom­men über­las­tet. Auf Samos, wo das Lager unmit­tel­bar an den Haupt­ort der Insel angrenzt, gibt es Gerüch­te, dass die Geflüch­te­ten in die neue geschlos­se­ne Con­tai­ner­sied­lung im Hin­ter­land zwangs­um­ge­sie­delt wer­den. Damit wür­de der Anste­ckungs­kon­takt zur Lokal­be­völ­ke­rung ein­ge­schränkt, so hofft man. Auch anders­wo in der EU will man die Lager­be­woh­ner in Coro­na-Zei­ten mög­lichst von sich fern­hal­ten. Die Eva­kua­ti­on der 1600 unbe­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen auf den fünf Inseln, zu der sich Deutsch­land und eini­ge ande­re Staa­ten bereit erklärt hat­ten, wur­de vor­erst auf Eis gelegt. Auch das Uno-Flücht­lings­hilfs­werk hat sein Umsied­lungs­pro­gramm für Flücht­lin­ge vor­über­ge­hend ein­ge­stellt, und das trotz der For­de­rung von ‚Medi­zi­ner ohne Gren­zen‘ und ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen, die Lager in der Ägä­is wegen der Coro­na-Gefahr recht­zei­tig zu eva­ku­ie­ren. Ab 23.3.20 herrscht weit­ge­hen­de Aus­gangs­sper­re, in den Lagern und im Land. Die inter­na­tio­na­len Helfer*innen sind größ­ten­teils abge­reist, heißt es. Unser Team „Vol­un­te­ers for Les­vos“ von ‚Respekt für Grie­chen­land‘ will jedoch vor Ort blei­ben. Aber nie­mand weiß, was dem­nächst sein wird…” Bericht von Claus Kitt­stei­ner vom 25. März 2020 bei Respekt für Grie­chen­land externer Link
  • Auf­nah­me aus Grie­chen­land: PRO ASYL und Lan­des­flücht­lings­rä­te for­dern Bund und Län­der zum sofor­ti­gen Han­deln auf 
    Am kom­men­den Sams­tag lan­den in Nie­der­sach­sen 55 unbe­glei­te­te Kin­der im Alter von 8–17 Jah­ren, deren Auf­nah­me Deutsch­land nach lan­gem Gezer­re zuge­stimmt hat. PRO ASYL und die Lan­des­flücht­lings­rä­te kri­ti­sie­ren die­se Zahl als lächer­lich gering. Die Akti­on droht zu einem Fei­gen­blatt zu ver­kom­men für die Nicht-Auf­nah­me Tau­sen­der Geflüch­te­ter, die in den Insel­la­gern in Grie­chen­land sich selbst über­las­sen sind. Eine Auf­nah­me, die ernst­haft Abhil­fe schafft und ange­sichts der dro­hen­den Coro­na-Pan­de­mie Schlim­me­res in den soge­nann­ten Hot­spots ver­hin­dert, muss anders aus­se­hen. Die lang­wie­ri­ge Akti­on wird der Öffent­lich­keit den­noch als die gro­ße soli­da­ri­sche Ges­te Euro­pas prä­sen­tiert. Schutz­su­chen­de mit Ange­hö­ri­gen in Deutsch­land bei­spiels­wei­se, die im Rah­men der Dub­lin-Ver­ord­nung ohne­hin Anspruch auf die Über­stel­lung hät­ten, stel­len eine Grup­pe dar, die wei­test­ge­hend bekannt und doku­men­tiert ist und deren Auf­nah­me kei­ner wei­te­ren kom­pli­zier­ten Ver­fah­ren bedürf­te. Die­se Men­schen blei­ben außen vor, eben­so wie wei­te­re Tau­sen­de, für deren Auf­nah­me Deutsch­land und die EU Mit­tel und Mög­lich­kei­ten hät­ten, die­se ein­fach und vor allem zügig in ande­ren EU-Staa­ten auf­zu­neh­men. PRO ASYL und Lan­des­flücht­lings­rä­te for­dern das BMI, die Bun­des­län­der und die EU auf, schnell und prag­ma­tisch zu han­deln. (…) Eva­ku­ie­rung aus den Hot­spots und Unter­brin­gung der Schutz­su­chen­den in leer­ste­hen­de Hotels in Grie­chen­land…” Pres­se­mit­tei­lung vom 17.04.2020 externer Link mit kon­kre­ten Maß­nah­men
  • Min­der­jäh­ri­ge Geflüch­te­te sol­len am Sams­tag aus­rei­sen /​HWR-Kam­pa­gne #Free­The­Kids 
    • Grie­chen­land: Flücht­lings­kin­der frei­las­sen. Kam­pa­gne for­dert Ende der Inhaf­tie­rung von Kin­dern und ange­mes­se­ne Unter­brin­gung ange­sichts von COVID-19
      Grie­chen­lands Pre­mier­mi­nis­ter Kyria­kos Mit­sota­kis soll Hun­der­te unbe­glei­te­te Flücht­lings­kin­der frei­las­sen, die unter unhy­gie­ni­schen Bedin­gun­gen in grie­chi­schen Haft­zen­tren und Poli­zei­wa­chen fest­ge­hal­ten wer­den, so Human Rights Watch heu­te ange­sichts des Starts einer Kam­pa­gne zur Befrei­ung der Kin­der. Dadurch könn­ten die Kin­der bes­ser vor einer COVID-19-Infek­ti­on geschützt wer­den. Die am 14. April 2020 begin­nen­de Kam­pa­gne #Free­The­Kids ruft dazu auf, Druck auf Pre­mier­mi­nis­ter Mit­sota­kis auf­zu­bau­en, um eine sofor­ti­ge Frei­las­sung der inhaf­tier­ten unbe­glei­te­ten Flücht­lings­kin­der und ihre Ver­le­gung in siche­re und kind­ge­rech­te Ein­rich­tun­gen zu errei­chen. Human Rights Watch initi­iert die­se Kam­pa­gne nach jah­re­lan­ger Recher­che- und Lob­by­ar­beit zur Pra­xis der grie­chi­schen Behör­den, Kin­der ein­zu­sper­ren, die sich ohne Eltern oder Ver­wand­te in Grie­chen­land auf­hal­ten. Human Rights Watch hat immer wie­der an grie­chi­sche Regie­run­gen appel­liert, die­se schwe­ren Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen zu unter­bin­den. „Es war schon immer falsch, die­se Kin­der in schmut­zi­gen Gewahr­sams­zel­len fest­zu­hal­ten, doch jetzt kön­nen sie auch noch an COVID-19 erkran­ken“, so Eva Cos­sé, Grie­chen­land-Exper­tin bei Human Rights Watch. „Die grie­chi­sche Regie­rung trägt die Pflicht, die­se men­schen­rechts­wid­ri­ge Pra­xis zu been­den und dafür zu sor­gen, dass schutz­be­dürf­ti­ge Kin­der die Zuwen­dung und Sicher­heit erhal­ten, die sie benö­ti­gen.“...” Mel­dung vom 14.4.2020 von und bei Human Rights Watch zur Kam­pa­gne externer Link
    • Min­der­jäh­ri­ge Geflüch­te­te sol­len noch die­se Woche aus­rei­sen
      Am Sams­tag sol­len 50 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge aus grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern nach Deutsch­land rei­sen. Sie sol­len zunächst in eine zwei­wö­chi­ge Qua­ran­tä­ne kom­men. Die Aus­rei­se von 50 min­der­jäh­ri­gen Geflüch­te­ten aus Grie­chen­land nach Deutsch­land wird kom­men­den Sams­tag statt­fin­den. Das teil­te das grie­chi­sche Migra­ti­ons­mi­nis­te­ri­um mit. Ursprüng­lich soll­te der Flug bereits am Frei­tag statt­fin­den. Zuvor sol­len dem­nach am Mitt­woch­mor­gen bereits zwölf Kin­der aus dem Lager Moria auf der Insel Les­bos, von der Insel Chi­os und der Insel Samos nach Luxem­burg flie­gen…” Agen­tur­mel­dung vom 14. April 2020 bei der Zeit online externer Link
  • [AKTIONSTAG DONNERSTAG 9.4.2020] #SAVETHEM – Wir wol­len Men­schen aus schreck­li­chen Lagern holen und sie in Sicher­heit brin­gen!
    Zum Akti­ons­tag am Don­ners­tag laden wir euch alle ein, Herrn Minis­te­ri­al­di­rek­tor Ulrich Wein­bren­ner zu kon­tak­tie­ren. Er ist der Ansprech­part­ner für Migra­ti­on im Innen­mi­nis­te­ri­um und berich­tet an Staats­se­kre­tär Teich­mann. In der Zeit von Social Distancing wird sich Herr Wein­bren­ner sicher über zahl­rei­che Anru­fe und Anschrei­ben freu­en. Das wird ihn moti­vie­ren, sich sofort mit dem The­ma zu beschäf­ti­gen und öffent­lich dazu zu äußern. Er wird sich dann bestimmt sehr gern mit uns tref­fen, damit wir die Lage der Flücht­lin­ge in den grie­chi­schen Elend­sla­gern ver­deut­li­chen kön­nen. Der Minis­te­ri­al­di­rek­tor hat den direk­ten Draht zu den Her­ren Teich­mann und See­hofer, er wird also eure Schrei­ben gern und umge­hend wei­ter­lei­ten. Für jedes Tun, für jedes Nichts­tun gibt es auch im Innen­mi­nis­te­ri­um ver­ant­wort­li­che Men­schen. Wenn die­se Beam­ten sich taub und stumm stel­len, obwohl sie es sind, die eine Kata­stro­phe ver­hin­dert kön­nen, dann wer­den wir sie jetzt an ihre ganz per­sön­li­che Ver­ant­wor­tung erin­nern. Weder Minis­te­ri­al­di­rek­tor Wein­bren­ner noch Minis­ter See­hofer sol­len hin­ter­her sagen kön­nen, dass sie nicht vor­her infor­miert waren! Erin­nert sie an ihre Pflicht zu han­deln! Macht kann man dele­gie­ren. Ver­ant­wor­tung nicht. Schreibt an:
  • Luxem­burg gefolgt: Deutsch­land bereit zur Auf­nah­me von 50 Kin­dern aus Grie­chen­land /​Coro­na­fäl­le in grie­chi­schem Flücht­lings­la­ger: “Helft uns, es ist nicht sicher hier”
    • Ein zunächst sym­bo­li­scher Bei­trag: Die Über­nah­me von 50 Flücht­lings­kin­dern star­tet – die Dimen­si­on des Pro­blems aber bleibt.
      Ein klei­ner ers­ter Schritt, nach wochen­lan­gen Ver­hand­lun­gen: Deutsch­land ist offen­bar bereit, in der kom­men­den Woche 50 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge aus den Flücht­lings­la­gern auf den grie­chi­schen Inseln auf­zu­neh­men. Das erfuhr der Tages­spie­gel am Diens­tag­abend aus Koali­ti­ons­krei­sen. Die Rede ist dabei von einem „ers­ten Schritt“. Die Nach­rich­ten­agen­tur dpa mel­de­te, die nie­der­säch­si­sche Lan­des­re­gie­rung habe zuge­sagt, dass sie ihre Coro­na-Qua­ran­tä­ne von zwei Wochen in Nie­der­sach­sen ver­brin­gen kön­nen. Anschlie­ßend sol­len sie auf meh­re­re Bun­des­län­der ver­teilt wer­den. Zuvor hat­te der luxem­bur­gi­sche Außen­mi­nis­ter Jean Assel­born zuge­sagt, dass sein Land kurz­fris­tig 12 Kin­der und Jugend­li­che auf­neh­men will. Gemein­sam soll nach den Plä­nen ein Char­ter­flug orga­ni­siert wer­den…” Arti­kel von Mat­thi­as Meis­ner vom 7.4.2020 beim Tages­spie­gel online externer Link
    • Luxem­burg gefolgt: Deutsch­land bereit zur Auf­nah­me von 50 Kin­dern aus Grie­chen­land
      Luxem­burg hat ange­kün­digt, zwölf geflüch­te­te Kin­der auf­zu­neh­men. Außen­mi­nis­ter Assel­born spot­te­te Rich­tung Deutsch­land, sich an sei­nem Land ein Bei­spiel zu neh­men. Am Diens­tag­abend folg­te die Reak­ti­on aus Ber­lin: Deutsch­land wol­le 50 Kin­der auf­neh­men. Im Netz hagelt es Kri­tik. Luxem­burg will eini­ge Kin­der aus den über­füll­ten Flücht­lings­la­gern in Grie­chen­land in Kür­ze kom­men las­sen. Sein Land wer­de in der nächs­ten Woche „zwölf unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge, die sich der­zeit auf den grie­chi­schen Inseln Les­bos und Chi­os befin­den, auf­neh­men“, erklär­te Außen­mi­nis­ter Jean Assel­born am Diens­tag. Der Trans­fer wer­de von der Inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on (IOM) orga­ni­siert…” Mel­dung vom 08.04.2020 beim Miga­zin externer Link (im Abo)
    • 50 Flücht­lings­kin­der aus Les­bos: Die Kapi­tu­la­ti­on des Innen­mi­nis­te­ri­ums vor der AfD
      50 – in Wor­ten: fünf­zig – unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge dür­fen nach lan­gem Rin­gen nach Deutsch­land. Ein Armuts­zeug­nis für die deut­sche Poli­tik. Es ist ein Witz. Ohne Poin­te. „In einem ers­ten Schritt“ sol­len „sehr zeit­nah bis zu 50 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge zur Ent­las­tung der grie­chi­schen Inseln“ in Deutsch­land auf­ge­nom­men wer­den, so das am Diens­tag­abend vom See­hofer-Minis­te­ri­um ver­brei­te­te Kom­mu­ni­qué. Und das nach wochen­lan­gem Gezer­re und unge­zähl­ten War­nun­gen vor der Kata­stro­phe, die sich dem­nächst nach einem Aus­bruch des Coro­na­vi­rus vor allem im Lager Moria auf der grie­chi­schen Insel Les­bos abspie­len könn­te. Von einem dro­hen­den Mas­sen­ster­ben ist die Rede. Und das ist, so erklä­ren Exper­ten, kein Alar­mis­mus, son­dern eine rea­le Gefahr. (…) Zum Ver­gleich ein paar ande­re Zah­len: die mehr als 200.000 deut­schen Urlau­ber, die via Rück­hol­pro­gramm des Aus­wär­ti­gen Amtes heim­ge­flo­gen wur­den. Die 40.000 Ern­te­hel­fer, die aus Rumä­ni­en und ande­ren Bal­kan­staa­ten ange­flo­gen wer­den sol­len, damit wir an Ostern Spar­gel auf dem Spei­se­tisch haben. (…) „Bis zu“ 50 min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge – das ist auch ohne Coro­na lach­haft, erbärm­lich. Jetzt ist es ein Armuts­zeug­nis für alle in der deut­schen Poli­tik, die mehr nicht erreicht haben oder mehr nicht woll­ten: die Kanz­le­rin, der Innen­mi­nis­ter, auch die SPD, die beim Koali­ti­ons­part­ner CDU/​CSU nicht mehr durch­set­zen konn­te. Die Betei­lig­ten, die die Eini­gung als Erfolg fei­ern, lügen sich gegen­sei­tig etwas vor. Die Über­ein­kunft von See­hofer mit der gro­ßen Koali­ti­on ver­dient nicht das Wort Kom­pro­miss. Sie ist eine Kapi­tu­la­ti­on vor der AfD, die auch ohne Coro­na­kri­se eine strik­te Abschot­tungs­po­li­tik for­dert. Längst hat sie will­fäh­ri­ge Unter­stüt­zer auch in den Rei­hen der Uni­ons­par­tei­en gefun­den…” Kom­men­tar von Mat­thi­as Meis­ner vom 08.04.2020 beim Tages­spie­gel online externer Link
    • Nächs­te Akti­on: Eva­ku­ie­rung Anzet­teln!
      Wir haben euch ver­spro­chen den Druck hoch­zu­hal­ten und des­we­gen geht es die­se Woche gleich wei­ter mit unse­rer nächs­ten Akti­on: Eva­ku­ie­rung Anzet­teln. Damit es funk­tio­niert brau­chen wir eure Unter­stüt­zung! Macht mit und tragt es wei­ter, dann mit es bei den Ver­ant­wort­li­chen ankommt. Wie funktioniert’s? Auf unse­rer Web­site fin­det ihr ein PDF externer Link . Im Prin­zip ist es nichts ande­res als der Zet­tel mit den Hilfs­an­ge­bo­ten aus der Nach­bar­schaft, außer dass wir dar­auf auf­merk­sam machen, dass nicht nur unse­re direk­ten Nachbar*innen, son­dern auch die Men­schen in den grie­chi­schen Flücht­lings­camps unse­re Hil­fe benö­ti­gen. Ihr druckt es aus, hängt es in den Haus­flur oder auf dem Weg zur Arbeit auf. Am bes­ten dort, wo es mög­lichst vie­le Men­schen sehen...” Auf­ruf vom 7. Apr. 2020 von Lea­veNoOn­eBe­hind externer Link
    • Coro­na­fäl­le in grie­chi­schem Flücht­lings­la­ger: “Helft uns, es ist nicht sicher hier”
      23 Men­schen in einem grie­chi­schen Flücht­lings­la­ger sind an Covid-19 erkrankt, eine ech­te Qua­ran­tä­ne gibt es nicht. Die Behör­den haben das Lager abge­rie­gelt, drin­nen ent­fal­tet sich eine gefähr­li­che Dyna­mik. (…) Das grie­chi­sche Flücht­lings­camp in Rit­so­na steht seit fünf Tagen unter Qua­ran­tä­ne, die Behör­den haben es abge­rie­gelt. Min­des­tens 23 der 2700 Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner sind mit dem Coro­na­vi­rus infi­ziert. Kein Asyl­be­wer­ber darf das Gelän­de ver­las­sen, auch nicht, um der Gefahr zu ent­kom­men. Par­wa­na Ami­ri fürch­tet, dass es nur noch eine Fra­ge der Zeit ist, bis sich das Virus im Camp ver­brei­tet. “Die Leu­te hier gera­ten in Panik”, sagt sie am Tele­fon. Gera­de kommt sie von ihrem Pro­test, hat ihr Pla­kat abge­stellt. “Wir brau­chen Hil­fe. Das Virus ist im Camp – und wir sind auf uns allein gestellt.”…” Arti­kel von Gior­gos Chris­ti­des und Stef­fen Lüd­ke vom 07.04.2020 beim Spie­gel online externer Link
  • Coro­na, die per­fek­te Aus­re­de: Bis­her kein ein­zi­ges Flücht­lings­kind auf­ge­nom­men /​[DGB-Jugend] Offe­ner Brief: Soli­da­ri­tät mit Geflüch­te­ten – Es ist höchs­te Zeit zu han­deln! 
    • [DGB-Jugend] Offe­ner Brief: Soli­da­ri­tät mit Geflüch­te­ten – Es ist höchs­te Zeit zu han­deln!
      Sehr ge­ehr­ter Herr Bun­des­mi­nis­ter Hel­ge Braun, sehr ge­ehr­ter Herr Bun­des­mi­nis­ter Horst See­ho­fer, sehr ge­ehr­ter Herr Bun­des­mi­nis­ter Hei­ko Maas, als Ge­werk­schafts­ju­gend be­ken­nen wir uns zur So­li­da­ri­tät mit Men­schen auf der Flucht und for­dern si­che­re Flucht­we­ge und ei­ne men­schen­wür­di­ge Un­ter­brin­gung von Ge­flüch­te­ten. Wir for­dern Sie des­halb auf, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und die Men­schen in den La­gern auf den grie­chi­schen In­seln nicht zu ver­ges­sen. Die Men­schen in den dor­ti­gen Un­ter­künf­ten müs­sen jetzt eva­ku­iert wer­den. Bun­des­weit gibt es vie­le Ak­ti­vi­tä­ten mit dem Ziel, Le­ben in Not zu ret­ten. Der Ver­ein Missi­on LI­FE­LI­NE e. V. hat die Hilfs­mis­si­on “Char­ter­flug Les­­bos-Ber­­lin für Kin­der und Müt­ter” für zu­nächst 50 bis 100 Men­schen ge­st­ar­tet. Der Ver­ein Sea-Watch for­dert, Kreuz­fahrt­schif­fe zur Eva­ku­ie­rung ein­zu­set­zen. Was all die­sen Maß­nah­men fehlt, sind die nö­ti­gen Ge­neh­mi­gun­gen vom Aus­wär­ti­gen Amt und Bun­des­mi­nis­te­ri­um des In­nern. Wir for­dern Ih­re Be­hör­den des­halb da­zu auf, die­se und ähn­li­che Maß­nah­men bun­des­weit um­ge­hend und schnellst­mög­lich mög­lich zu ma­chen. Ge­mein­sam müs­sen wir auch we­gen CO­VI­D19 die La­ge der Men­schen vor Ort jetzt drin­gend ver­bes­sern. Wir for­dern die Eva­ku­ie­rung der La­ger in Grie­chen­land Es ist höchs­te Zeit zu han­deln! So­li­da­ri­tät und über­all!...” Offe­ner Brief der DGB-Jugend vom 01.04.2020 zur Situa­ti­on der Geflüch­te­ten auf Les­bos externer Link
    • Coro­na, die per­fek­te Aus­re­de: Bis­her kein ein­zi­ges Flücht­lings­kind auf­ge­nom­men
      Kein ein­zi­ges Kind hat Deutsch­land bis­her aus den grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern auf­ge­nom­men. Mit Coro­na lie­fert die EU-Kom­mis­si­on jetzt auch noch eine gute Aus­re­de für die Ver­zö­ge­rung. Dabei ist Eile das Gebot der Stun­de. Bereits seit meh­re­ren Mona­ten dis­ku­tie­ren EU-Län­der über die Auf­nah­me von min­der­jäh­ri­gen Kin­dern aus Flücht­lings­la­gern auf den grie­chi­schen Inseln. Mit­te März schließ­lich ver­stän­di­gen sich sie­ben EU-Staa­ten, die soge­nann­te Koali­ti­on der Wil­li­gen, auf die Auf­nah­me von min­des­tens 1.600 Kin­dern. Sie stell­ten ange­sichts der dro­hen­den Coro­na-Pan­de­mie bal­di­ge Umver­tei­lung in Aus­sicht, zuletzt Ende März. Uni­on und SPD hat­ten sich bereits Anfang März dar­auf ver­stän­digt „einen ange­mes­se­nen Anteil“ die­ser Kin­der nach Deutsch­land zu holen. Seit­dem ist viel pas­siert. Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um hat bin­nen einer Woche und inmit­ten mas­si­ver Coro­na-Ein­schrän­kun­gen beschlos­sen, 80.000 aus­län­di­sche Ern­te­hel­fer nach Deutsch­land ein­zu­flie­gen, damit der Spar­gel auf deut­schen Fel­dern nicht lie­gen­bleibt. Das Aus­wär­ti­ge Amt hat in einem bei­spiel­lo­sen „Husa­ren­stück“ inner­halb von 20 Tagen mehr als 200.000 im Aus­land fest­sit­zen­de Deut­sche aus 57 Län­dern nach Deutsch­land geholt…” Arti­kel von Birol Koca­man vom 07.04.2020 beim Miga­zin externer Link (im Abo, doch bereits aus­rei­chend aus­sa­ge­fühig…)
  • Flücht­lings­la­ger in Grie­chen­land: Zwei­tes Camp unter Qua­ran­tä­ne
    Im Flücht­lings­la­ger Mal­a­ka­sa nahe Athen ist ein 53-Jäh­ri­ger posi­tiv auf Coro­na getes­tet wor­den. 14 Tage darf nie­mand das Camp ver­las­sen oder betre­ten. Zum zwei­ten Mal bin­nen weni­ger Tage hat der grie­chi­sche Coro­na­vi­rus-Kri­sen­stab ein Flücht­lings­la­ger nahe Athen für 14 Tage wegen einer Coro­na­vi­rus-Infek­ti­on unter Qua­ran­tä­ne gestellt. Es han­delt sich um das Camp von Mal­a­ka­sa rund 45 Kilo­me­ter nörd­lich der grie­chi­schen Haupt­stadt, wie der staat­li­che grie­chi­sche Rund­funk (ERT) am Sonn­tag­mor­gen berich­te­te. Dort leben etwa 1800 Men­schen. Dem­nach wur­de dort ein 53 Jah­re alter Afgha­ne posi­tiv auf das Virus getes­tet. Der Mann hat nach Anga­ben des Migra­ti­ons­mi­nis­te­ri­ums eine Vor­er­kran­kung. Mit Coro­na-Sym­pto­men hat­te er sich dem­nach selbst an die medi­zi­ni­sche Ein­rich­tung inner­halb des Flücht­lings­la­gers gewandt. Anschlie­ßend sei er in ein Kran­ken­haus in Athen gebracht wor­den, wo er posi­tiv auf das Coro­na­vi­rus getes­tet wor­den sei. Die Fami­lie des Man­nes befin­det sich laut dem Minis­te­ri­um unter Qua­ran­tä­ne. Dem­nach sol­len schritt­wei­se alle Bewoh­ner einem Coro­na-Test unter­zo­gen wer­den. „Wir wer­den unse­ren Plan so wie im ande­ren Fall umset­zen“, sag­te Grie­chen­lands Migra­ti­ons­mi­nis­ter Notis Mitara­kis im Radio­sen­der Pro­to­the­ma. Das Virus war bereits Anfang ver­gan­ge­ner Woche bei einer Frau nach der Geburt ihres Kin­des in einem Kran­ken­haus in Athen fest­ge­stellt wor­den. Die Frau leb­te im Lager von Rit­so­na rund 75 Kilo­me­ter nörd­lich von Athen. Anschlie­ßend waren 20 wei­te­re Flücht­lin­ge in die­sem Camp posi­tiv auf das Virus getes­tet wor­den. Rit­so­na ist bereits unter Qua­ran­tä­ne gestellt wor­den. Dort leben rund 3000 Men­schen…” Agen­tur­mel­dung vom 5.4.2020 in der taz online externer Link
  • Drin­gen­der Appell von Jor­da­nis Geor­giou: Ret­tet die Flücht­lin­ge in Moria! /​MISSION LIFELINE bereit für Luft­brü­cke [Soli­da­ri­täts­auf­ruf] 
    • Drin­gen­der Appell von Jor­da­nis Geor­giou: Ret­tet die Flücht­lin­ge in Moria!
      Jor­da­nis Geor­giou, gebür­tig aus Edes­sa in Grie­chen­land, Metall­ar­bei­ter, Ver­trau­ens­mann und Betriebs­rat, wen­det sich mit einem drin­gen­den Auf­ruf an alle Men­schen in Euro­pa: Leis­tet täti­ge Soli­da­ri­tät zur Ret­tung der Flücht­lin­ge in Moria! Er berich­tet über sei­nen Freund Micha­lis Aiwa­lio­tis, Direk­tor einer Schu­le in Mytilini/​Lesbos: „Er arbei­tet seit Jah­ren ehren­amt­lich im Camp Moria und unter­rich­tet Kin­der. Jetzt, wo die Schu­len geschlos­sen sind als ‚Vor­sor­ge­maß­nah­me‘ gegen Coro­na, ist er den­noch jeden Tag im Camp und setzt sich vol­ler Herz­blut für die Men­schen ein. Hier sein Bericht: Die Hel­fer der aus­län­di­schen NGOs wur­den von ihren Regie­run­gen oder Kon­su­la­ten wegen des Virus zurück­ge­holt und die ein­hei­mi­schen Hel­fer und die Flücht­lin­ge sind allein auf ihre Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on ange­wie­sen. Sie orga­ni­sie­ren nach Kräf­ten die Ord­nung im Lager, den Umgang mit Müll und sie leh­ren die Kin­der so gut es geht, hygie­ni­sche Maß­nah­men ein­zu­hal­ten. Das ist aber kaum mög­lich, wenn sich 167 Leu­te je eine Toi­let­te tei­len, mehr als 240 eine Dusche, zuwei­len nur eine Was­ser­zapf­stel­le für 1300 Bewoh­ner vor­han­den ist – und kei­ne Sei­fe und Mög­lich­kei­ten, sich nur annä­hernd ange­mes­sen vor­sorg­lich die Hän­de zu waschen. Auch wei­te­re ele­men­ta­re Sicher­heits­maß­nah­men, wie 1,5 m Abstand zu hal­ten, sind abso­lut undurch­führ­bar, denn die Men­schen leben ganz eng zusam­men.
      In ihrer enga­gier­ten Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on ver­wirk­li­chen sie der­zeit drei Pro­jek­te:
      1) Sie nähen Schutz­mas­ken für das Camp. Alle sind sehr flei­ßig, es gibt aber nicht genug Näh­ma­schi­nen und Stoff.
      2) Es gibt kein flie­ßen­des Was­ser. Sie wol­len einen Tank­wa­gen mie­ten, der sie täg­lich mit sau­be­rem Was­ser belie­fert am Camp, und Sei­fe orga­ni­sie­ren sowie eine Mas­sen­aus­bil­dung zu Hygie­ne machen. Zur Her­stel­lung von Sei­fe wol­len sie die Oli­ven­bau­ern gewin­nen, ihnen die Ker­ne zu schen­ken, um sie in den Oli­ven­pres­se­an­la­gen ver­ar­bei­ten zu las­sen.
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      ) Durch die jah­re­lan­ge Wirt­schafts­kri­se und das Flücht­lings­camp kom­men über­haupt kei­ne Tou­ris­ten mehr nach Les­bos. Die Insel­be­woh­ner vor allem in den Dör­fern sind sehr arm und sie hun­gern. Es gibt hier den bes­ten grie­chi­schen Ouzo und den welt­be­rühm­ten Kau­gum­mi Masticha von Hios, aber in die­sen Fabri­ken arbei­ten sehr weni­ge, wenn über­haupt. Es gibt fast nur noch Oli­ven­öl. Sie wol­len Spen­den sam­meln und Lebens­mit­tel­pa­ke­te kau­fen und mit den Flücht­lin­gen unter den Dorf­be­woh­nern ver­tei­len. Aber jetzt sind die Flücht­lin­ge ein­ge­sperrt. Die Hil­fe muss sich des­halb bezie­hen auf die Ein­woh­ner von Les­bos und die Flücht­lin­ge in den Camps!
      Spen­det für die Ret­tung der Men­schen in Moria: Spen­den­kon­to: Stich­wort: Moria – Hil­fe, Kon­to­in­ha­ber: Soli­da­ri­tät Inter­na­tio­nal eV IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84, BIC: FFVB DEFF (Frank­fur­ter Volks­bank)“
      Jor­da­nis Geor­giou war im Jahr 2011/​2012 Initia­tor einer Soli­da­ri­täts- und Spen­den­be­we­gung mit dem Streik der Stahl­ar­bei­ter in Aspropirgos/​Griechenland, bei der fast 14.000 Euro und eine LKW-Ladung vol­ler Hilfs­gü­ter gesam­melt wur­den. Seit der Ver­öf­fent­li­chung die­ses neu­en Auf­rufs ver­han­deln er und die Freun­de in Grie­chen­land über einen Soli­da­ri­täts­pakt im Rah­men der Orga­ni­sa­ti­on Soli­da­ri­tät Inter­na­tio­nal. Man darf gespannt sein!
      ” Pres­se­mit­tei­lung des Freun­des­kreis Alas­sa & friends vom 1.4.2020 (per e‑mail)
    • MISSION LIFELINE bereit für Luft­brü­cke [Soli­da­ri­täts­auf­ruf] 
      “Der Ver­ein MISSION LIFELINE erwei­tert sein Vor­ha­ben, Flücht­lin­ge aus Grie­chen­land zu eva­ku­ie­ren und plant nun eine Luft­brü­cke zwi­schen Les­bos und Ber­lin. Damit reagiert der Ver­ein aus Dres­den auf die Ankün­di­gung des Jus­tiz­se­na­tors Dirk Beh­rendt, bis zu 1500 Men­schen aus Les­bos zu eva­ku­ie­ren, soll­te die Bun­des­re­gie­rung nicht bin­nen sehr kur­zer Zeit für die sofor­ti­ge Auf­nah­me ent­schei­den. (…) MISSION LIFELINE hat bereits 55000€ für einen Eva­ku­ie­rungs­flug gesam­melt. Die nöti­gen Mit­tel sind Anfang März inner­halb von vier Tagen zusam­men­ge­kom­men. Axel Stei­er: „Wir bau­en jetzt eine Luft­brü­cke mit Hil­fe der Zivil­ge­sell­schaft, die wir wei­ter um Spen­den bit­ten. Die Ber­li­ner Luft­brü­cke 1948/​1949 ret­te­te den West­teil der Stadt. Nun ret­tet die ver­ein­te Stadt gemein­sam mit vie­len Bür­gern in ganz Deutsch­land die Men­schen aus den Elend­sla­gern. Das ist ein wah­res Zei­chen geleb­ter Demo­kra­tie und Mensch­lich­keit! (…) Es geht jetzt dar­um, die Vorraus­set­zun­gen für eine sta­bi­le Luft­brü­cke zu schaf­fen, damit wir so vie­le Men­schen wie mög­lich ret­ten kön­nen. Dafür sam­meln wir wei­ter Spen­den.“ Soli­da­ri­täts­auf­ruf von Mis­si­on Lif­ti­me vom 30. März 2020 externer Link
  • “EU-Kom­mis­si­on hofft auf bal­di­ge Auf­nah­me von Flücht­lings­kin­dern” – wir haben es schon fast auf­ge­ge­ben! /​Wie Bewohner*innen des Flücht­lings­la­gers Moria ver­su­chen, sich vor dem Coro­na­vi­rus zu schüt­zen 
    • “EU-Kom­mis­si­on hofft auf bal­di­ge Auf­nah­me von Flücht­lings­kin­dern” – wir haben es schon fast auf­ge­ge­ben!
      “EU-Innen­kom­mis­sa­rin Johans­son zufol­ge könn­ten bald die ers­ten min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­ge umge­sie­delt wer­den. (…) „Wir wer­den nicht alle 1.600 Plät­ze auf einen Schlag fül­len kön­nen, aber ange­sichts der Pan­de­mie müs­sen wir uns spu­ten“, erklär­te Johans­son mit Blick auf das Coro­na­vi­rus. Meh­re­re EU-Län­der, dar­un­ter Deutsch­land, hat­ten in der vor­ver­gan­ge­nen Woche in Aus­sicht gestellt, min­des­tens 1.600 unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge oder ande­re beson­ders schutz­be­dürf­ti­ge Flücht­lin­ge aus über­füll­ten Flücht­lings­la­gern auf den grie­chi­schen Inseln auf­zu­neh­men. Die Innen­kom­mis­sa­rin kün­dig­te gegen­über der Zei­tung auch einen Akti­ons­plan für die übri­gen 40.000 Migran­ten an, die auf den Inseln leben. „Wir wol­len die­je­ni­gen, die von einer Coro­na-Infek­ti­on am stärks­ten betrof­fen wären, iso­lie­ren.“ Mel­dung vom 27. März 2020 bei MiGA­ZIN externer Link – Na, hof­fent­lich klappt wenigs­tens die­se “Rosi­nen­pi­cke­rei”. Alle Flücht­lin­ge in den grie­chi­schen Lagern müs­sen ver­teilt wer­den! Sie­he dazu:
    • »Wenn sich eine Krank­heit aus­brei­tet, sind wir ver­lo­ren«. Wie Bewohner*innen des Flücht­lings­la­gers Moria ver­su­chen, sich vor dem Coro­na­vi­rus zu schüt­zen
      Seit auf der Insel Les­bos die ers­ten Coro­na-Fäl­le gemel­det wur­den, geht im Flücht­lings­la­ger Moria die Angst um. Mehr als 20.000 Men­schen leben dort auf engs­tem Raum, der Zugang zu sani­tä­ren Anla­gen oder über­haupt zu Was­ser ist kata­stro­phal, eine medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung exis­tiert qua­si nicht, der Müll bleibt lie­gen. Immer wie­der ster­ben Bewohner*innen an den Bedin­gun­gen im Lager, zuletzt Mit­te März ein sechs­jäh­ri­ges Mäd­chen bei einem Brand. Soll­te es zu einem Coro­na-Aus­bruch kom­men, droht eine Kata­stro­phe. Schutz­maß­nah­men gibt es kei­ne, die meis­ten NGOs haben den Hot­spot ver­las­sen. »Wir kön­nen nur noch auf uns selbst ver­trau­en und ver­su­chen, uns selbst zu hel­fen«, sagt Read AlO­beed. Des­halb haben er und ande­re Bewohner*innen Mit­te März das Moria Coro­na Awa­reness Team externer Link [Frat­ze­buch] gegrün­det. Sie betrei­ben, so gut es geht, gesund­heit­li­che Auf­klä­rung und for­dern die sofor­ti­ge Eva­ku­ie­rung des Lagers…” Inter­view von Jan Ole Arps vom 27. März 2020 im ak-web externer Link und dar­in u.a.: “… Seit ges­tern sam­meln wir Müll im Camp, vor allem im Zelt­la­ger außer­halb des eigent­li­chen Lager­ge­län­des, und ver­su­chen, ihn weg­zu­schaf­fen. Das ist drin­gend nötig, weil dort seit mehr als 20 Tagen der Müll nicht mehr abge­holt wird. Er liegt über­all her­um, und jetzt, wo es wär­mer wird, beginnt es über­all zu stin­ken. Das ist für alle hier eine gro­ße Belas­tung. Wir haben Plas­tik­tü­ten und Mas­ken und Hand­schu­he orga­ni­siert und an Frei­wil­li­ge ver­teilt, alles Flücht­lin­ge, nun arbei­ten wir dar­an, das Müll­pro­blem in den Griff zu bekom­men. (…) Wir, also das Moria Coro­na Awa­reness Team, haben Pla­ka­te im Camp auf­ge­hängt, auf denen wir dar­über infor­mie­ren, was Covid-19 ist, wie sich das Virus ver­brei­tet, und wie man das Infek­ti­ons­ri­si­ko mit ein­fa­chen Mit­teln redu­zie­ren kann. Wir sagen allen, dass sie äußerst vor­sich­tig sein müs­sen, so viel es geht in den Zel­ten blei­ben und das Lager nur in Not­fäl­len ver­las­sen sol­len. Wir ver­su­chen auch, eine Was­ser­ver­sor­gung außer­halb des Lager­ge­län­des her­zu­stel­len. Denn dort gibt es über­haupt kei­ne Was­ser­lei­tun­gen. (…) An den Duschen und Wasch­be­cken im Lager muss man wegen des gro­ßen Andrangs war­ten, oft ein oder zwei Stun­den. Das pro­du­ziert Stress, es kommt zu Streit und Schlä­ge­rei­en. Genau­so an der Essens­aus­ga­be, wo man eben­falls in lan­gen Schlan­gen war­ten muss. Die Leu­te sind extrem ange­spannt, die Situa­ti­on ist unkon­trol­lier­bar. Die Poli­zei und das Mili­tär ver­su­chen, die Leu­te unter Kon­trol­le zu hal­ten, und sogar wir vom Moria Coro­na Awa­reness Team ver­su­chen, für Ord­nung zu sor­gen, damit die Men­schen nicht um Essen kämp­fen. Wir ver­su­chen nun, Was­ser­lei­tun­gen im Außen­be­reich zu impro­vi­sie­ren, wenn mög­lich Was­ser­tanks auf­zu­stel­len. Denn das feh­len­de Was­ser ist ein Rie­sen­pro­blem, beson­ders ange­sichts der Bedro­hung durch Covid-19. (…) wegen der neu­en Regeln zur Epi­de­mie­ein­däm­mung haben fast alle NGOs das Lager ver­las­sen – außer Stand by me Les­vos externer Link, die mit uns zusam­men­ar­bei­ten. Das heißt, wir bekom­men momen­tan wirk­lich gar nichts, nicht ein­mal Sei­fe. Uns fehlt es an allem. (…) Es gibt zum Bei­spiel eine Grup­pe afgha­ni­scher Frau­en, die mit ein paar gespen­de­ten Näh­ma­schi­nen begon­nen haben, Mas­ken zu pro­du­zie­ren. Die ver­tei­len wir an Leu­te, die sie beson­ders brau­chen. (…) Wir sind von allen im Stich gelas­sen, sogar die NGOs haben das Lager ver­las­sen. Wir kön­nen nur noch auf uns selbst ver­trau­en und ver­su­chen, uns selbst zu hel­fen. Ganz drin­gend brau­chen wir Müll­tü­ten, Hand­schu­he und Was­ser – jede erdenk­li­che Hil­fe. Aber wir haben wenig Hoff­nung. Ich kann nur für die syri­schen Flücht­lin­ge spre­chen: Wir war­ten hier dar­auf, wie wir ster­ben wer­den. Im Grun­de ver­lan­gen wir nur, dass sich Men­schen dafür inter­es­sie­ren. Wir ver­mis­sen das Mit­ge­fühl, Emo­tio­nen. Was hier geschieht ist unmensch­lich…”
  • Drin­gen­der Appell zur Eva­ku­ie­rung der Flücht­lings­la­ger in Grie­chen­land 
    “… Wir for­dern Sie unver­züg­lich zur Eva­ku­ie­rung der Flücht­lings­la­ger und Hot­spots auf den grie­chi­schen Inseln auf, um eine Kata­stro­phe inmit­ten der Covid 19-Pan­de­mie zu ver­hin­dern. Über 42.000 Men­schen befin­den sich unter ent­setz­li­chen Bedin­gun­gen in den völ­lig über­füll­ten Lagern auf den Inseln. Emp­foh­le­ne Maß­nah­men wie die Wah­rung von Distanz zu ande­ren oder regel­mä­ßi­ges Hän­de­wa­schen sind schlicht unmög­lich. Es gibt kei­ne Chan­ce, einen Aus­bruch in einem Lager ein­zu­däm­men. Er wür­de älte­re Men­schen und jene mit Vor­er­kran­kun­gen gefähr­den, sowohl Flücht­lin­ge als auch Orts­an­säs­si­ge. Zeit ist ein Schlüs­sel­fak­tor. Wir for­dern einen Not­fall­ein­satz, um die Gesund­heit und Sicher­heit der Asyl­su­chen­den, der Bevöl­ke­rung und der Hilfs­kräf­te glei­cher­ma­ßen zu garan­tie­ren. Kom­mis­si­on, Euro­päi­scher Rat und Par­la­ment müs­sen die EU Mit­glieds­staa­ten drin­gend dazu auf­for­dern ihre Ver­ant­wor­tung wahr­zu­neh­men und Schutz­su­chen­de aus Grie­chen­land auf­zu­neh­men. Wir ver­lan­gen, dass das Men­schen­recht Asyl zu suchen und zu genie­ßen, wie es durch die Euro­päi­sche Grund­rech­te­char­ta garan­tiert ist, unver­züg­lich wie­der­her­ge­stellt und respek­tiert wird. (…) Die unter­zeich­nen­den zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen sind sich auf­grund ihrer Erfah­rung in der Betreu­ung und Bera­tung von geflüch­te­ten Men­schen sicher, dass die der­zei­ti­ge Kri­se an den EU Außen­gren­zen im Rah­men der Mög­lich­kei­ten der EU bewäl­tig­bar sind, wir zei­gen uns soli­da­risch mit den geflüch­te­ten Men­schen und möch­ten unter­stüt­zend mit­wir­ken die­se huma­ni­tä­re Kata­stro­phe abzu­wen­den…” Appell einer Viel­zahl von Orga­ni­sa­tio­nen und Ein­zel­per­so­nen an EU-Kom­mis­si­on, EU-Par­la­ment, EU-Rat und an die grie­chi­sche Regie­rung bei der Inter­na­tio­na­le für Men­schen­rech­te am 24. März 2020 externer Link
  • UN ver­ur­tei­len Gewalt gegen Flücht­lin­ge an grie­chi­scher Gren­ze – Es droht eine huma­ni­tä­re Kata­stro­phe mit Tau­sen­den Toten /​Appell: Jetzt Men­schen aus den Lagern in Grie­chen­land eva­ku­ie­ren! 
    • Appell: Jetzt Men­schen aus den Lagern in Grie­chen­land eva­ku­ie­ren!
      Wir alle erle­ben wäh­rend der Coro­na-Kri­se, wie wich­tig Soli­da­ri­tät im gemein­sa­men Han­deln ist. Doch nicht alle Men­schen sind in der Lage, sich vor COVID-19 zu schüt­zen. Dazu zäh­len die Schutz­su­chen­den in grie­chi­schen Lagern, die vor allem auf den Inseln in unmensch­li­chen und beeng­ten Ver­hält­nis­sen leben. Wir betreu­en unse­re Kin­der zu Hau­se, waschen oft unse­re Hän­de. Wir schrän­ken unse­re Begeg­nun­gen mit Freun­den und Frem­den ein: Wir ver­su­chen alles uns Mög­li­che, um die Anste­ckungs­ket­ten zu unter­bre­chen oder zu ver­lang­sa­men. Doch die­se Maß­nah­men sind in den Flücht­lings­camps in Grie­chen­land unmög­lich. Zu vie­le Men­schen leben viel zu dicht auf­ein­an­der. Ins­ge­samt sind über 40.000 Men­schen auf die grie­chi­schen Inseln geflo­hen. Über­all sind die hygie­ni­schen Ver­hält­nis­se und die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung kata­stro­phal. Allein im Flücht­lings­camp Moria auf Les­bos leben aktu­ell mehr als 20.000 Men­schen, obwohl es nur für 3.000 Men­schen ange­legt wur­de. In eini­gen Tei­len des Flücht­lings­camps gibt es nur einen Was­ser­an­schluss, den sich 1300 Men­schen tei­len. Fami­li­en mit fünf oder sechs Per­so­nen schla­fen teil­wei­se auf gera­de mal drei Qua­drat­me­tern. “Social-Distancing” ist schlicht nicht umsetz­bar. Ein Coro­na-Aus­bruch wird sich in den beeng­ten Lagern nicht stop­pen las­sen. Wir dür­fen nicht zulas­sen, dass Frau­en, Män­ner und Kin­der in die­sen men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen allein gelas­sen wer­den. Sie müs­sen jetzt sofort eva­ku­iert wer­den. For­de­re von der Bun­des­kanz­le­rin die Eva­ku­ie­rung der Men­schen aus den Lagern!Unter­schrif­ten­ak­ti­on bei Amnes­ty Inter­na­tio­nal externer Link – sie­he:
    • Erik Mar­quardt am 24.3. auf Twit­ter externer Link: “Heu­te auf #Les­bos: Auch Hoch­schwan­ge­ren aus #Moria wird jetzt der Zugang zu Ärz­tIn­nen ver­wehrt. Jour­na­lis­ten wird Haft ange­droht, wenn sie die Insel bis mor­gen nicht ver­las­sen. Ras­sis­ten pöbeln trotz Aus­gangs­sper­re Geflüch­te­te an, die ohne Zelt am Strand leben. #Lea­veNoOn­eBe­hind
    • „Ver­zö­ge­rungs­tak­tik“ – UN ver­ur­tei­len Gewalt gegen Flücht­lin­ge an grie­chi­scher Gren­ze – Es droht eine huma­ni­tä­re Kata­stro­phe mit Tau­sen­den Toten
      “… Ein UN-Son­der­be­richt­erstat­ter hat die Gewalt grie­chi­scher Behör­den gegen Migran­ten und Asyl­su­chen­de an der Gren­ze zur Tür­kei scharf kri­ti­siert. Grie­chen­land müs­se die Über­grif­fe gegen Migran­ten und Asyl­su­chen­de ein­stel­len und die Men­schen statt­des­sen schüt­zen, erklär­te der UN-Son­der­be­richt­erstat­ter Feli­pe Gon­zá­lez Mora­les am Mon­tag in Genf. Das Vor­ge­hen der Behör­den habe zu kör­per­li­chen Ver­let­zun­gen und Todes­fäl­len geführt, unter den Ver­stor­be­nen sei ein Asyl­su­chen­der aus Syri­en gewe­sen, beton­te der UN-Son­der­be­richt­erstat­ter für die Men­schen­rech­te von Migran­ten. Die Grie­chen fin­gen die Migran­ten und Asyl­su­chen­den ab, setz­ten sie fest, ent­wen­de­ten ihre Hab­se­lig­kei­ten und dräng­ten sie zurück in die Tür­kei. Damit ver­sto­ße das EU-Mit­glieds­land gegen das Ver­bot der Mas­sen­aus­wei­sung. Der­weil erklär­te Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas, die Gesprä­che über eine Auf­nah­me von Kin­dern gin­gen wei­ter. Und mit der grie­chi­schen Regie­rung wer­de wei­ter dar­über gespro­chen, was dort an Hil­fe gebraucht wer­de, um die Situa­ti­on der Flücht­lin­ge zu ver­bes­sern. Dane­ben sei die EU in Kon­takt mit der Tür­kei zum Flücht­lings­ab­kom­men von 2016, um noch ein­mal zu über­prü­fen „was nicht läuft, was man ver­bes­sern kann“. (…) Das ist Ulla Jel­pke (Die Lin­ke) nicht genug. „Dass nun wei­ter ‚Gesprä­che‘ geführt und die Kin­der und Jugend­li­chen nicht end­lich eva­ku­iert wer­den, ist schlicht unter­las­se­ne Hil­fe­leis­tung“, erklär­te die Innen­po­li­ti­ke­rin und warf der Bun­des­re­gie­rung „Ver­zö­ge­rungs­tak­tik“ vor. Die Gefahr eines „kata­stro­pha­len Pan­de­mie­aus­bruchs in den abso­lut über­be­leg­ten Hot­spots“ wach­se. Es dro­he eine huma­ni­tä­re Kata­stro­phe mit Tau­sen­den Toten. „Beson­ders zynisch ist das schein­bar groß­zü­gi­ge Hilfs­an­ge­bot zur Ver­bes­se­rung der Lage der Schutz­su­chen­den auf den grie­chi­schen Inseln. Das bedeu­tet nichts ande­res als ein ‚wei­ter so‘ mit der lebens­ge­fähr­li­chen Mas­sen­un­ter­brin­gung. Statt­des­sen müs­sen die Hot­spots sofort eva­ku­iert und die Schutz­su­chen­den dezen­tral ver­teilt wer­den“, erklär­te Jel­pke…” Mel­dung vom 24. März 2020 von und bei MiGA­ZIN externer Link
  • Coro­na-Angst auf Les­bos: “Kin­der reden von Sui­zid”: Ärz­te ohne Gren­zen for­dern Räu­mung von Flücht­lings­la­ger /​[Peti­ti­on] Coro­na: Flücht­lin­ge aus Hot­spots ret­ten – Abschie­bung stop­pen – SOFORT! 
    • [Peti­ti­on] Coro­na: Flücht­lin­ge aus Hot­spots ret­ten – Abschie­bung stop­pen – SOFORT!
      “Der „Freun­des­kreis Alas­sa & Friends“ ruft auf: Unter­zeich­net die­se For­de­run­gen: Sofor­ti­ge Auf­lö­sung und voll­stän­di­ge Eva­ku­ie­rung aller EU-Lager an den Außen­gren­zen Euro­pas! Die EU muss zah­len – Euro­pa ist reich genug! Auf­nah­me ALLER Flücht­lin­ge und gesund­heit­li­che Ver­sor­gung – es gibt genü­gend Bereit­schaft und Soli­da­ri­tät! Umge­hen­der Stopp aller Abschie­bun­gen für die Dau­er der Coro­na-Pan­de­mie! Ent­las­sung aller Inhaf­tier­ten aus Abschie­be­ge­fäng­nis­sen! Null Tole­ranz für Repres­sio­nen durch den grie­chi­schen Staat und faschis­ti­sche Schlä­ger­trupps! Wir unter­stüt­zen die Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on der Flücht­lin­ge! Soli­da­ri­tät und Zusam­men­halt darf kei­ne Gren­zen ken­nen!…” Peti­ti­on von ‘Alas­sa & Friends’ bei chan​ge​.org vom 18. März 2020 externer Link
    • Coro­na-Angst auf Les­bos: “Kin­der reden von Sui­zid”: Ärz­te ohne Gren­zen for­dern Räu­mung von Flücht­lings­la­ger
      Flo­ri­an West­phal ist der Geschäfts­füh­rer von Ärz­te ohne Gren­zen Deutsch­land. Im DW-Inter­view äußert er die Sor­ge, dass das Coro­na­vi­rus im Flücht­lings­la­ger Moria auf einen idea­len Nähr­bo­den tref­fen könn­te. Die hygie­ni­schen Bedin­gun­gen im Flücht­lings­la­ger Moria auf der auf der grie­chi­schen Insel Les­bos sind kata­stro­phal: Über­all liegt Müll, der Gestank ist schwer aus­zu­hal­ten. Fami­li­en leben auf weni­gen Qua­drat­me­tern: Die Unter­künf­te ste­hen extrem eng bei­ein­an­der, dass manch­mal schon ein Fun­ke genügt, um einen Brand aus­zu­lö­sen. Tau­sen­de Men­schen tei­len sich ein Wasch­be­cken und Sei­fe sei nicht erhält­lich. Ärz­te ohne Gren­zen for­dert die Eva­ku­ie­rung der EU-Flücht­lings­la­ger auf den grie­chi­schen Inseln. Die Lebens­be­din­gun­gen dort sei­en ein idea­ler Nähr­bo­den für Covid-19. Flo­ri­an West­phal bestä­tigt die Sor­ge vie­ler Medi­zi­ner, dass das Virus auf das Lager Moria über­grei­fen könn­te, wo die Situa­ti­on ohne­hin bereits seit Mona­ten ange­spannt ist…” Inter­view von Bir­git­ta Schül­ke vom 18.03.2020 beim Focus online externer Link (aus­nahms­wei­se), sie­he dazu
    • Coro­na auf Les­bos: “Ich kann gar nicht ermes­sen, was uns dann dro­hen wür­de”
      Auf Les­bos ist Coro­na ange­kom­men. Was bedeu­tet das für das über­füll­te Flücht­lings­la­ger Moria? Ein Arzt und ein Rechts­an­walt for­dern: Eva­ku­iert, solan­ge es noch geht! Die Lage auf Les­bos ist schon ohne das Coro­na­vi­rus dra­ma­tisch. Inzwi­schen ist der ers­te Fall auf der grie­chi­schen Insel bestä­tigt. Es dürf­te nur eine Fra­ge der Zeit sein, bis eine Infek­ti­on im Flücht­lings­la­ger Moria nach­ge­wie­sen wird. Was bedeu­tet das für die Men­schen dort, die ohne­hin schlecht ver­sorgt sind und dicht bei­ein­an­der leben? Ein Arzt und ein Rechts­an­walt berich­ten…” Pro­to­koll von Cate­ri­na Loben­stein vom 18. März 2020 in der Zeit online externer Link
  • Grie­chen­land: Abge­schot­te­te geschlos­se­ne Lager /​Coro­na-Pan­de­mie: Flücht­lings­rat warnt vor Mas­sen­ster­ben in Lagern /​[Peti­ti­on] #Lea­veNoOn­eBe­hind 
    • Grie­chen­land: Abge­schot­te­te geschlos­se­ne Lager. Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten wegen Coro­na­vi­rus-Epi­de­mie iso­liert
      Durch die Coro­na-Virus-Pan­de­mie ist das The­ma der Flücht­lin­ge und Migran­ten in der Tür­kei und in Grie­chen­land in den Hin­ter­grund getre­ten. Das Feu­er im Lager Moria, das am Mon­tag ein sechs­jäh­ri­ges Mäd­chen töte­te externer Link, hat­te das The­ma kurz­fris­tig wie­der in die Schlag­zei­len gebracht. Ers­ten Anga­ben zufol­ge brach das Feu­er aus, als eini­ge der Bewoh­ner in einem der über­füll­ten Con­tai­ner ver­such­ten, Essen zuzu­be­rei­ten. An der Land­gren­ze Grie­chen­lands zur Tür­kei gibt es wei­ter­hin ein Groß­auf­ge­bot von Poli­zei­kräf­ten. Aller­dings hat sich die all­ge­mei­ne Lage etwas beru­higt, seit Fron­tex mit grö­ße­rer Prä­senz als vor­her an der Gren­ze patrouil­liert. Die seit dem 1. März, dem Tag des Inkraft­tre­tens der Aus­set­zung des Asyl­rechts in Grie­chen­land, auf den Inseln ange­kom­me­nen Flücht­lin­ge und Migran­ten wer­den seit ver­gan­ge­nem Sams­tag in die bei­den neu­en Abschie­be­ge­fäng­nis­se des Lan­des, nach Mal­a­kas­sa bei Athen und Ser­res im Nor­den des Lan­des gebracht. Grie­chen­land erlebt den 6. Tag der lan­des­wei­ten Qua­ran­tä­ne­maß­nah­men. (…) Unter die­sem Aspekt erschei­nen Lager wie Moria auf Les­bos, Vial auf Chi­os und KYT Samos im Wald am Stadt­rand der Insel­haupt­stadt von Samos noch gefähr­li­cher. Die dort herr­schen­den hygie­ni­schen Zustän­de sind in Zei­ten der Qua­ran­tä­ne nicht hin­nehm­bar. So gibt es in Moria pro 1.500 Insas­sen nur einen Was­ser­hahn mit flie­ßen­dem Was­ser. Die bis zu 25.000 Insas­sen des Lagers haben kaum Zugang zu Toi­let­ten. (…) Die Lager wer­den nicht auf­ge­löst. Sie sol­len, so wur­de es am Diens­tag beim täg­li­chen Coro­na-Brie­fing offi­zi­ell bekannt gege­ben, inten­si­ver umzäunt wer­den, so dass die Insas­sen nicht mehr her­aus kom­men kön­nen. Nur noch eine Per­son pro Fami­lie oder Grup­pe, soll kurz­fris­tig für drin­gen­de Ein­käu­fe aus den Lagern gelas­sen wer­den. Dar­über hin­aus gel­ten für die Lager fol­gen­de Regeln externer Link …” Arti­kel von Was­si­lis Aswestopou­los vom 18. März 2020 bei tele­po­lis externer Link
    • [Peti­ti­on] #Lea­veNoOn­eBe­hind: Jetzt die Coro­na-Kata­stro­phe ver­hin­dern – auch an den Außen­gren­zen!
      Ange­sichts der gro­ßen Her­aus­for­de­rung, die wir zu bewäl­ti­gen haben, braucht es vie­le Zei­chen der Soli­da­ri­tät. Klein­staa­te­rei oder Ego­is­mus wer­den uns nicht den Weg wei­sen. Beson­ders hart wird das Coro­na-Virus die­je­ni­gen tref­fen, die es ohne­hin schon schwer haben. Dazu zäh­len auch die Geflüch­te­ten an unse­rer Außen­gren­ze und Obdach­lo­se, Alte, Kran­ke. Die Coro­na-Kri­se lässt das Leid von Schutz­su­chen­den, die Gewalt und die huma­ni­tä­re Kata­stro­phe in den Hin­ter­grund tre­ten. Dabei ist es gera­de jetzt wich­tig, zusam­men zu hal­ten. Das Virus unter­schei­det nicht nach Haut­far­be, Reli­gi­on oder Geschlecht. Coro­na betrifft uns alle. (…) Damit das in Euro­pa gelingt, müs­sen über­füll­te Flücht­lings­la­ger schnell eva­ku­iert wer­den. Das grie­chi­sche Fest­land braucht dabei eben­so Unter­stüt­zung wie die Men­schen auf den grie­chi­schen Inseln. Viel zu lan­ge, haben wir Men­schen im Stich gelas­sen. Allei­ne im Camp Moria auf Les­bos leben der­zeit über 20.000 Men­schen, obwohl nur Platz für 3000 ist. Qua­ran­tä­ne, Hän­de-Waschen oder Social-Distancing sind wich­tig, aber nicht mög­lich, wenn man in Moria leben muss. Es droht, dass die­se Men­schen ange­steckt wer­den, dass sie kei­ne huma­ni­tä­re Ver­sor­gung haben und ihrem Schick­sal über­las­sen wer­den. Bricht die Epi­de­mie in einem sol­chen Lager aus, wird es fast unmög­lich sein, Anste­ckungs­ket­ten zu unter­bre­chen. Wer jetzt nicht han­delt, macht sich für die Kata­stro­phe mit­schul­dig, die den Men­schen in Not droht…” Peti­ti­on an Euro­päi­sche Kom­mis­si­on bei chan​ge​.org externer Link
    • Coro­na-Pan­de­mie: Flücht­lings­rat warnt vor Mas­sen­ster­ben in Lagern
      Flücht­lings­hel­fer war­nen vor einem Mas­sen­ster­ben infol­ge der Ver­brei­tung des Coro­na­vi­rus in Flücht­lings­la­gern und vor zuneh­men­den Brän­den. Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen müs­sen Arbeit wegen der Pan­de­mie aus­set­zen. Flücht­lings­hel­fer haben vor einem mög­li­chen Mas­sen­ster­ben durch das Coro­na­vi­rus in Flücht­lings­la­gern gewarnt. Mil­lio­nen Men­schen sei­en in Gefahr, erklär­te der Gene­ral­se­kre­tär des Nor­we­gi­schen Flücht­lings­ra­tes, Jan Ege­land, am Mon­tag in Oslo. Das Risi­ko betref­fe Flücht­lin­ge in Ban­gla­desch, Iran, Afgha­ni­stan und Grie­chen­land. Eben­so sei­en die Bevöl­ke­run­gen in bestimm­ten Gebie­ten in Syri­en, Jemen und Vene­zue­la gefähr­det. Die Gesund­heits­sys­te­me in die­sen Län­dern sei­en durch Krie­ge und poli­ti­sche Kri­sen prak­tisch zusam­men­ge­bro­chen, beton­te Ege­land. Die Welt­ge­mein­schaft müs­se eine Kata­stro­phe durch geziel­te Hil­fen ver­hin­dern, for­der­te der Gene­rals­se­kre­tär der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on. In vie­len Flücht­lings­camps müss­ten drin­gend die hygie­ni­sche und die sani­tä­re Situa­ti­on ver­bes­sert wer­den. So wür­den etwa Wasch­ge­le­gen­hei­ten gebraucht. Mehr medi­zi­ni­sches Per­so­nal sei eben­so nötig, um eine mög­li­che Aus­brei­tung des neu­en Coro­na-Erre­gers zu bekämp­fen…” Miga­zin-Mel­dung vom 17.03.2020 externer Link (im Abo)
    • Mit Blick auf Coro­na: Flücht­lings­kin­der könn­ten bald umver­teilt wer­den
      “Von zwei gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen der EU sprach der Vor­sit­zen­de des EU-Innen­mi­nis­ter­ra­tes am Frei­tag: Coro­na­vi­rus und Migra­ti­on. Mit Blick auf die Migra­ti­on zeich­net sich zumin­dest für zahl­rei­che Flücht­lings­kin­der eine Lösung ab – mit Blick auf Coro­na. Die ers­ten Flücht­lings­kin­der könn­ten ab Mon­tag mög­li­cher­wei­se aus Grie­chen­land auf ande­re EU-Staa­ten umver­teilt wer­den. EU-Innen­kom­mis­sa­rin Ylva Johans­son sag­te am Frei­tag nach einem Tref­fen der euro­päi­schen Innen­mi­nis­ter in Brüs­sel, sie hof­fe dies, es sei aber kein Ver­spre­chen. Dort hat­ten eine Rei­he von Län­dern ihre Bereit­schaft zur Auf­nah­me unbe­glei­te­ter Min­der­jäh­ri­ger bekräf­tigt. (…) Es gehe um „min­des­tens 1.600“ Auf­nah­men. Johans­son bezog sich nicht nur auf „unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge“, son­dern auch auf „Kin­der und ande­re ver­wund­ba­re Grup­pen“. Es könn­te dem­nach zum Bei­spiel auch um kran­ke aber von den Eltern beglei­te­te Kin­der gehen. Zudem sprach die Innen­kom­mis­sa­rin auch von Umver­tei­lun­gen aus Mal­ta oder Zypern. (…) Der Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te Erik Mar­quardt (Grü­ne) wür­dig­te die Auf­nah­me­be­reit­schaft der Koali­ti­on der Wil­li­gen, mahn­te aber zugleich: „Die Mit­glied­staa­ten dür­fen ihre eigent­li­che Ver­ant­wor­tung nicht hin­ter eini­gen Kin­der­au­gen ver­ste­cken.“ Allein im für 3.000 Men­schen kon­zi­pier­ten Flücht­lings­la­ger Moria „leben rund 22.000 Schutz­su­chen­de in Schlamm und Elend“, erklär­te Mar­quardt, der sich der­zeit auf Les­bos auf­hält. In dem Kurz­nach­rich­ten­dienst „Twit­ter“ kri­ti­sier­te Mar­quardt die Fahr­läs­sig­keit im Umgang mit Flücht­lings­la­gern. „Alles, was gegen #Coro­na in Euro­pa getan wird, ist in Lagern wie #Moria völ­lig unmög­lich. Es man­gelt an allem, auch Hygie­ne- und Qua­ran­tä­ne­mög­lich­kei­ten. Wer jetzt nicht han­delt, macht sich für die Kata­stro­phe mit­schul­dig, die hier aus #Les­bos alle erwar­ten…” Mel­dung vom 16. März 2020 bei MiGA­ZIN externer Link
  • Coro­na­vi­rus: Eva­ku­ie­rung der EU-Flücht­lings­la­ger in Grie­chen­land drin­gen­der denn je 
    “Ärz­te ohne Grenzen/​Médecins Sans Fron­tiè­res (MSF) for­dert ange­sichts der Aus­brei­tung des neu­ar­ti­gen Coro­na­vi­rus COVID-19 die umge­hen­de Eva­ku­ie­rung der EU-Flücht­lings­la­ger auf den grie­chi­schen Inseln. Die ent­setz­li­chen Lebens­be­din­gun­gen in den über­füll­ten Hot­spots auf den Inseln sind ein idea­ler Nähr­bo­den für COVID-19, warn­te die inter­na­tio­na­le Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on am Don­ners­tag. Nach­dem die ers­te Infek­ti­on auf Les­bos bei einer Grie­chin bestä­tigt wur­de, ist es drin­gen­der denn je, die Men­schen in eine siche­re Umge­bung zu brin­gen. Ange­sichts der man­gel­haf­ten Hygie­ne­be­din­gun­gen und der äußerst ein­ge­schränk­ten medi­zi­ni­schen Hil­fe ist die Gefahr groß, dass sich das Virus unter den auf den Inseln fest­ge­setz­ten Bewoh­nern der Lager ver­brei­tet, sobald sie ihm aus­ge­setzt sind. „In eini­gen Berei­chen des Lagers Moria auf Les­bos gibt es nur eine Was­ser­zapf­stel­le für 1.300 Bewoh­ner, und Sei­fe ist nicht erhält­lich“, sagt Hil­de Voch­ten, medi­zi­ni­sche Koor­di­na­to­rin der Pro­jek­te von Ärz­te ohne Gren­zen in Grie­chen­land. „Fünf- oder sechs­köp­fi­ge Fami­li­en müs­sen auf ledig­lich drei Qua­drat­me­tern Flä­che schla­fen. Für sie ist es schlicht unmög­lich, die emp­foh­le­nen Maß­nah­men zu befol­gen und sich regel­mä­ßig die Hän­de zu waschen und Distanz zu ande­ren zu hal­ten.“ (…) Asyl­su­chen­de als Teil der euro­päi­schen Abschre­ckungs­po­li­tik unter sol­chen Bedin­gun­gen leben zu las­sen, war schon bis­lang ver­ant­wor­tungs­los, nun grenzt es an eine kri­mi­nel­le Hand­lung, wenn nichts unter­nom­men wird, um die Men­schen zu schüt­zen…” For­de­rung von ‘Ärz­te ohne Gren­zen’ vom 13. März 2020 externer Link, sie­he zur Bekräf­ti­gung die Vide­os:
    • Video von der Demo am 14.3.2020 in Les­bos externer Link in Soli­da­ri­tät mit den Flücht­lin­gen
    • Gefan­gen auf Les­bos
      Gefan­gen auf einer Insel. Seit Mona­ten ohne Bewe­gungs­frei­heit, ohne men­schen­wür­di­ge Ver­sor­gung, ohne Recht auf Asyl. In den ver­gan­ge­nen Wochen spitz­te sich die Lage auf Les­bos zu – unser Team sprach mit Geflüch­te­ten und NGO Frei­wil­li­ge, sie alle rufen: “Es ist eine Schan­de”…” Video-Repor­ta­ge von left­vi­si­on externer Link
  • Sie­ben Län­der neh­men Flücht­lin­ge auf /​Geld für frei­wil­li­ge Rück­kehr /​Flücht­lings­hel­fer auf der grie­chi­schen Insel Chi­os wer­den bedroht 
    • Grie­chi­sche Lager: Sie­ben Län­der neh­men Flücht­lin­ge auf /​Für eine frei­wil­li­ge Rück­kehr in die Hei­mat will die EU Migran­ten Geld anbie­ten
      Zur Ent­las­tung der grie­chi­schen Flücht­lings­la­ger haben sich sie­ben EU-Staa­ten bereit erklärt, Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men. Sie hät­ten zuge­sagt, ins­ge­samt min­des­tens 1600 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge und ande­re beson­ders Schutz­be­dürf­ti­ge aus Grie­chen­land zu über­neh­men, kün­dig­te EU-Innen­kom­mis­sa­rin Ylva Johans­son bei einem Besuch in Athen an. Neben Deutsch­land gehö­ren Frank­reich, Irland, Finn­land, Por­tu­gal, Luxem­burg und Kroa­ti­en zu der soge­nann­ten Koali­ti­on der Wil­li­gen. (…) Wel­che Men­schen genau zu den 1600 gehö­ren, die auf ande­re Staa­ten ver­teilt wer­den sol­len, ließ Johans­son offen. Sie sprach von unbe­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen, Kin­dern und ande­ren gefähr­de­ten Grup­pen. (…) Wie Johans­son wei­ter ankün­dig­te, will die EU Migran­ten in Grie­chen­land außer­dem finan­zi­el­le Anrei­ze zur frei­wil­li­gen Rück­kehr anbie­ten. Bis zu 5000 Migran­ten könn­ten sich mel­den, die vor dem 1. Janu­ar in die Flücht­lings­la­ger auf den grie­chi­schen Inseln gekom­men sei­en. Im Gegen­zug erhiel­ten sie 2000 Euro. Das Ange­bot gel­te nur für einen Zeit­raum von einem Monat. Durch­ge­führt wer­den sol­le das Pro­gramm von der EU-Kom­mis­si­on, den grie­chi­schen Behör­den und der Inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on (IOM). Das Geld sol­le Asyl­su­chen­den hel­fen, in ihren Her­kunfts­län­dern von vorn zu begin­nen, so Johans­son…” Mel­dung vom 12.03.2020 bei tages​schau​.de externer Link – Huma­ni­tät à l‚Europe…
    • Flücht­lings­ka­ta­stro­phe auf grie­chi­schen Inseln: Hilf­lo­sig­keit, Abschot­tung und Hass
      Die Hilfs­be­reit­schaft vie­ler Insel­be­woh­ner ist umge­schla­gen in Über­for­de­rung, bei eini­gen sogar in Hass. Auf Les­bos ran­da­liert ein rech­ter Mob. Die grie­chi­sche Regie­rung reagiert mit Här­te – aller­dings gegen­über neu­an­kom­men­den Flücht­lin­gen. (…) Gewalt und Kri­mi­na­li­tät gehen inzwi­schen auch von Rechts­ex­tre­men auf der Insel aus. In den ver­gan­ge­nen Tagen wur­den Autos von Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen ange­steckt und Stra­ßen­sper­ren errich­tet: für Aus­län­der, Geflüch­te­te und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen. Aus Angst um ihre Sicher­heit haben mitt­ler­wei­le vie­le Hel­fer die Insel ver­las­sen. (…) Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de brann­te auf Les­bos eine Schu­le für Flücht­lings­kin­der aus. (…) Nur eine Woche zuvor brann­te auf Les­bos eine ande­re Ein­rich­tung für Flücht­lin­ge. (…) Doch es bleibt nicht bei Gewalt gegen Sachen. Der deut­sche Foto-Jour­na­list Micha­el Tram­mer wur­de auf Les­bos ange­grif­fen, von Rechts­ra­di­ka­len, wie er sagt. Sie schlu­gen ihn zusam­men, bis er am Kopf blu­te­te, und sie war­fen sei­ne Kame­ra ins Meer. (…) Apos­to­los Vei­zis von der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on „Ärz­te ohne Gren­zen“ gibt der grie­chi­schen Regie­rung eine Mit­schuld an die­ser Gewalt. Die Regie­rung habe Soli­da­ri­tät und Hil­fe kri­mi­na­li­siert. Immer wie­der, so Apos­to­los Vei­zis, wür­den Poli­ti­ker der Regie­rung Falsch­in­for­ma­tio­nen über die Arbeit der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen ver­brei­ten. „Die sagen, wir sei­en ver­ant­wort­lich für Lage auf den Inseln“, sagt er. „Und jetzt ver­langt die grie­chi­sche Regie­rung plötz­lich, dass sich alle Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, die auf Les­bos arbei­ten, regis­trie­ren las­sen müs­sen – mit genau­en Lis­ten von allen Mit­ar­bei­tern. Wir spü­ren da eine Bedro­hung gegen alle, die soli­da­risch sind.“ (…) Doch von allen Sei­ten schlägt der Regie­rung Wider­stand ent­ge­gen: Flücht­lin­ge demons­trie­ren, weil sie nicht ein­ge­sperrt sein wol­len. Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen befürch­ten, aus­ge­sperrt zu wer­den und gar nicht mehr hel­fen zu kön­nen. Insel­be­woh­ner pro­tes­tie­ren, weil sie gar kei­ne Lager mehr auf ihren Inseln haben wol­len. (…) Alle öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen von Samos-Stadt sind völ­lig über­las­tet – nicht nur die Spiel­plät­ze, auch das Kran­ken­haus. Die Ein­hei­mi­schen müs­sen län­ger auf einen Ter­min war­ten, weil die Ärz­te auch vie­le Pati­en­ten aus dem Lager behan­deln. Das geht nun schon seit vier Jah­ren so. Die Geduld der Insel­be­woh­ner wird auf eine har­te Pro­be gestellt. (…) „Les­bos peop­le, we are sor­ry“ – „Bür­ger von Les­bos – es tut uns leid“, rufen Flücht­lin­ge. Sie wis­sen, dass sie zu einer Belas­tung für die Bewoh­ner von Les­bos gewor­den sind. Lie­ber heu­te als mor­gen möch­ten sie die Insel ver­las­sen – und irgend­wo hin aufs grie­chi­sche Fest­land oder in ein ande­res EU-Land. (…) Noch hoff­nungs­lo­ser ergeht es den Flücht­lin­gen, die seit dem 2. März auf Les­bos ange­kom­men sind, dem Tag, an dem die grie­chi­sche Regie­rung das Asyl­recht aus­setz­te – als Reak­ti­on auf Erdo­gans ein­sei­ti­ge Grenz­öff­nung. (…) Sie wer­den wie Gefan­ge­ne behan­delt, dür­fen kei­nen Asyl­an­trag stel­len. Boris Ches­hir­kow vom UNHCR mahnt, Grie­chen­land bre­che mit die­ser Pra­xis gel­ten­des Recht. (…) Mehr als 1000 Men­schen sit­zen bereits in grie­chi­scher Abschie­be­haft. 42.000 Flücht­lin­ge har­ren wei­ter­hin in den Flücht­lings­la­gern auf grie­chi­schen Inseln aus…” Bericht von Rodo­thea Seral­i­dou und Tho­mas Bor­mann bei Deutsch­land­funk Kul­tur am 11. März 2020 externer LinkAudio Datei (Audio­län­ge: 21 Min., hör­bar bis zum 19. Janu­ar 2038)
    • Auto­ri­tä­re For­mie­rung: Flücht­lings­hel­fer auf der grie­chi­schen Insel Chi­os wer­den bedroht
      “Auf der grie­chi­schen Insel Chi­os wer­den die weni­gen Unter­stüt­zer der Flücht­lin­ge gejagt und bedroht, die soge­nann­te bür­ger­li­che Mit­te schaut teil­nahms­los zu. Inner­halb nur weni­ger Tage gab es in Grie­chen­land eine Art auto­ri­tä­re Schock­the­ra­pie. An der Land­gren­ze zur Tür­kei patrouil­lie­ren, nicht nur mit Dul­dung, son­dern sogar mit För­de­rung von Poli­zei und Poli­ti­kern, unter den Augen inter­na­tio­na­ler Medi­en bewaff­ne­te »Bür­ger­weh­ren«. Auf der Insel Les­bos geschieht Ähn­li­ches. Dort wur­den ankom­men­de Flücht­lings­boo­te von Bür­gern mit Schrot­flin­ten emp­fan­gen, ent­spre­chen­de Vide­os kur­sier­ten sofort in den sozia­len Medi­en. Die gro­ßen Medi­en des Lan­des und die Regie­rung loben die Bür­ger für ihre patrio­ti­sche Auf­op­fe­rung, anstatt dar­in die Bank­rott­erklä­rung des bür­ger­lich-demo­kra­ti­schen Staats­we­sens zu erken­nen. Das Asyl­recht für neu ankom­men­de Flücht­lin­ge hat der grie­chi­sche Staat aus­ge­setzt, die EU äußert Ver­ständ­nis. Die Gewal­ten­tei­lung ist auf­ge­ho­ben, schließ­lich spre­chen Regie­rungs­mit­glie­der von einer »Kriegs­si­tua­ti­on«. (…) Wer Kri­tik an der inhu­ma­nen Behand­lung von Flücht­lin­gen und der Aus­set­zung des Rechts auf Asyl äußert, wird als »Volks­ver­rä­ter«, »Agent Erdoğans« oder »fünf­te Kolon­ne der Tür­ken« gebrand­markt. Unter ein­schlä­gi­gen Postings eines Abge­ord­ne­ten der Regie­rungs­par­tei, Con­stan­ti­nos Bogda­nos, fin­det sich die For­de­rung eines Grie­chen, die Kri­ti­ker aus­zu­bür­gern – und erhält von dem Par­la­men­ta­ri­er ein zustim­men­des »like«. Die letz­ten Aus­bür­ge­run­gen muss­ten links, demo­kra­tisch oder libe­ral ein­gestellte Grie­chen wäh­rend der Mili­tär­jun­ta von 1967 bis 1974 hin­neh­men. Damals gab es für Kri­ti­ker auf Fel­sen­in­seln Straf­la­ger. Nun wird geplant, die alten Lager zu reak­ti­vie­ren und auf Fel­sen­in­seln Flücht­lin­ge ein­zu­sper­ren…” Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los vom 12. März 2020 aus Jung­le World 2020/​11 externer Link
  • Hel­fer an EU-Gren­ze: „Noch nie ein schlim­me­res Sze­na­rio gese­hen“ 
    An der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze ereig­nen sich nach Anga­ben von huma­ni­tä­ren Hel­fern der­zeit mas­si­ve Rechts­ver­stö­ße. Der Ein­satz-Koor­di­na­tor der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on „Sup­port to Life“ (STL), Vol­kan Pirin­çci, sag­te dem „Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst“: „Ich habe noch nie ein schlim­me­res Sze­na­rio gese­hen.“ Es gebe eine gro­ße Zahl an „Push-Backs“, also Zurück­wei­sun­gen von poten­zi­ell Asyl­be­rech­tig­ten. „Sie sind in gro­ßer Gefahr, ihr Leben zu ver­lie­ren“, sag­te der Ein­satz-Koor­di­na­tor. Die Orga­ni­sa­ti­on STL ist Part­ner der Dia­ko­nie Kata­stro­phen­hil­fe und ver­teilt vor Ort Hilfs­gü­ter wie Lebens­mit­tel und Decken. Pirin­çci, der in der ver­gan­ge­nen Woche im Grenz­ge­biet war, sag­te, er selbst sei Zeu­ge von Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen gewor­den. So habe er mit Kol­le­gen eine Afgha­nin aus dem Grenz­fluss Evros ret­ten müs­sen. Grie­chi­sche Grenz­schüt­zer hät­ten die Waf­fe auf sie und ihren Mann gerich­tet und sie gezwun­gen, durch den Strom zurück auf die tür­ki­sche Sei­te zu gehen…” Arti­kel von Mey Dudin vom 11.03.2020 beim Miga­zin externer Link (im Abo)
  • [PRO ASYL] Unser Ein­satz in Grie­chen­land: Die Men­schen­rech­te ver­tei­di­gen!
    Die Ereig­nis­se an der grie­chi­schen Gren­ze und die Reak­tio­nen der poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen zei­gen: Aktu­ell ent­schei­det sich die Fra­ge, ob es in Euro­pa zukünf­tig über­haupt noch das Recht auf Asyl geben wird. Des­halb ist PRO ASYL dort, in Grie­chen­land, mit einem Team vor Ort und ver­tei­digt die Men­schen­rech­te! (…) Grie­chen­land reagiert an der Gren­ze mit Blend­gra­na­ten, Trä­nen­gas und sogar Schüs­sen. Die EU rüs­tet auf, der Zugang zu Schutz und Asyl wird ver­wei­gert. In die­ser Situa­ti­on kämp­fen unse­re Kolleg*innen von PRO ASYL /​Refu­gee Sup­port Aege­an externer Link vor Ort für die Rech­te von Flücht­lin­gen. Dabei wer­den sie, wie vie­le ande­re Helfer*innen und Journalist*innen, bedroht und ange­grif­fen. Es gibt Gewalt durch faschis­ti­sche Schlä­ger­trupps externer Link und ver­schie­de­ne Brand­an­schlä­ge auf huma­ni­tä­re Ein­rich­tun­gen. »Die EU ist mit­ver­ant­wort­lich dafür, dass die Stim­mung der­art gekippt ist. Denn statt Les­bos und die ande­ren Inseln zu ent­las­ten, tole­riert sie die ver­schärf­te Asyl­po­li­tik der grie­chi­schen Regie­rung. Die Flücht­lin­ge wol­len nach Euro­pa. Euro­pa hat uns aber allei­ne gelas­sen, und sieht zu, wie die Rech­te die­ser Schutz­su­chen­den ver­letzt wer­den, wie sie zu Fein­den gemacht machen. Und Euro­pa nimmt dabei in Kauf, dass unse­re Gesell­schaft radi­ka­li­siert wird.« (Efi Lat­s­ou­di (RSA), UNHCR-Nan­sen­preis­trä­ge­rin) Vie­le huma­ni­tä­re Orga­ni­sa­tio­nen müs­sen ihre Akti­vi­tä­ten, z.B. im Lager Moria, daher aus Sicher­heits­grün­den ein­stel­len. Schutz­su­chen­de sind damit immer mehr auf sich allei­ne gestellt. Unse­re 15 Kolleg*innen in der Regi­on weh­ren sich nicht nur erfolg­reich juris­tisch gegen Bedro­hun­gen, sie arbei­ten auch in die­ser dra­ma­ti­schen Situa­ti­on – unter ver­stärk­ten Sicher­heits­vor­keh­run­gen – wei­ter…” Mel­dung vom 10.03.2020 externer Link mit Spen­den­auf­ruf externer Link
  • “Mit­leid statt Men­schen­rech­te” (med­i­co inter­na­tio­nal): Gro­ße Koali­ti­on will Flücht­lings­kin­der auf­neh­men
    Beson­ders schutz­be­dürf­ti­ge Min­der­jäh­ri­ge sol­len aus den über­füll­ten Lagern in Grie­chen­land nach Deutsch­land geholt wer­den. Ande­re EU-Staa­ten sol­len sich anschlie­ßen. Die Spit­zen der schwarz-roten Koali­ti­on haben sich auf die Auf­nah­me von beson­ders schutz­be­dürf­ti­gen Kin­dern und Jugend­li­chen aus den über­füll­ten Flücht­lings­la­gern in Grie­chen­land geei­nigt. Deutsch­land sei bereit, im Rah­men einer soge­nann­ten Koali­ti­on der Wil­li­gen auf euro­päi­scher Ebe­ne “einen ange­mes­se­nen Anteil” zu über­neh­men, heißt es in einem Beschluss des schwarz-roten Koali­ti­ons­aus­schus­ses vom frü­hen Mon­tag­mor­gen.Des­we­gen wol­len wir Grie­chen­land bei der schwie­ri­gen huma­ni­tä­ren Lage von etwa 1.000 bis 1.500 Kin­dern auf den grie­chi­schen Inseln unter­stüt­zen”, heißt es in dem Papier. Es han­de­le sich dabei um Kin­der, die ent­we­der wegen einer schwe­ren Erkran­kung drin­gend behand­lungs­be­dürf­tig oder aber unbe­glei­tet und jün­ger als 14 Jah­re alt sind, die meis­ten davon Mäd­chen. Zudem sicher­te der Koali­ti­ons­aus­schuss Grie­chen­land sei­ne “Unter­stüt­zung und Soli­da­ri­tät” beim Schutz der EU-Außen­gren­ze zu – eben­so wie bei der Unter­brin­gung und Ver­sor­gung der in Grie­chen­land ankom­men­den Flücht­lin­ge…” Agen­tur­mel­dung vom 9. März 2020 bei der Zeit online externer Link
    • Wir schlie­ßen uns der Bewer­tung von med­i­co inter­na­tio­nal (am 9.3.20 bei Twit­ter externer Link): “Mit­leid statt Men­schen­rech­te. Die Auf­nah­me von Kin­dern aus den Lagern in #Grie­chen­land ist mehr als über­fäl­lig – aber voll­kom­men unzu­rei­chend ange­sichts der anhal­tend unmensch­li­chen und gefähr­li­chen Lage in den Camps auf #Les­bos u.a.” Sie­he auch:
    • Beschä­men­der Mini­mal­kon­sens
      Die gro­ße Koali­ti­on will eini­ge Not lei­den­de Flücht­lings­kin­der nach Deutsch­land holen. Das ist gut, als Nach­weis einer huma­nen Poli­tik aber längst nicht aus­rei­chend…” Kom­men­tar von Katha­ri­na Schuler vom 9. März 2020 eben­falls bei der Zeit online externer Link
  • [BumF] Flücht­lings­auf­nah­me statt Trä­nen­gas, Push-Backs und Abschot­tung 
    Nach­dem die tür­ki­schen Grenz­be­hör­den Schutz­su­chen­de nicht mehr am Grenz­über­tritt hin­dern und Geflüch­te­te zum poli­ti­schen Spiel­ball gemacht wer­den, gehen die grie­chi­schen Grenz­be­hör­den bru­tal vor. Trä­nen­gas und Gum­mi­ge­schos­se wer­den ein­ge­setzt und geflüch­te­te Frau­en, Män­ner und Kin­der ille­gal in die Tür­kei zurück­ge­scho­ben. Die­se rechts­wid­ri­gen Push-Backs tref­fen auch Min­der­jäh­ri­ge. Das Aus­maß der Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen ist der­zeit kaum abseh­bar. Berich­te über töd­li­che Schüs­se und das abdrän­gen von Boo­ten kur­sie­ren. Um die flüch­ten­den Men­schen zu schüt­zen, muss drin­gend gehan­delt wer­den. Ille­ga­le Push-Backs müs­sen umge­hend been­det wer­den. Schutz­su­chen­de müs­sen auf das grie­chi­sche Fest­land gebracht wer­den. Dort müs­sen sie men­schen­wür­dig unter­ge­bracht und schnellst­mög­lich in ande­re EU-Mit­glied­staa­ten ver­teilt wer­den. Seit Mona­ten blo­ckiert das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um jedoch die Auf­nah­me von Schutz­su­chen­de aus Grie­chen­land. Dabei for­dern Kin­der­rechts- und Flücht­lings­or­ga­ni­sa­tio­nen ange­sichts der kata­stro­pha­len Lage für Kin­der und Jugend­li­che in den Hor­ror-Lagern auf den grie­chi­schen Inseln seit län­ge­rem unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge externer Link aus Grie­chen­land auf­zu­neh­men. Zahl­rei­che Kom­mu­nen, Bun­des­län­der, Ein­zel­per­so­nen und Jugend­hil­fe­trä­ger sagen: „#Wir­Ha­ben­Platz!“ und sind bereit Min­der­jäh­ri­ge auf­zu­neh­men. (…) Der BumF for­dert die Abge­ord­ne­ten aller Frak­tio­nen auf, für eine Auf­nah­me von unbe­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen aus Grie­chen­land zu stim­men…” BumF-Appell vom 04.03.2020 externer Link – stell­ver­tre­tend für vie­le
    • Dar­in Update: “Der Bun­des­tag hat 5.3.2020 gegen eine sofor­ti­ge Auf­nah­me von unbe­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen aus Grie­chen­land ent­schie­den. Ein Antrag der Grü­nen bekam ledig­lich 117 Ja-Stim­men, 495 Abge­ord­ne­te spra­chen sich dage­gen aus, bei fünf Ent­hal­tun­gen. Auch die SPD stimm­te unter Ver­weis auf die Koali­ti­ons­rä­son dage­gen, obwohl etli­che SPD-Abge­ord­ne­ten inhalt­lich für eine Auf­nah­me sind. Sowohl von Uni­on und SPD wur­de dar­auf ver­wie­sen, dass an einer euro­päi­sche Lösung gear­bei­tet wer­de.”
  • PRO ASYL for­dert Eva­ku­ie­rung aller Flücht­lin­ge von den grie­chi­schen Inseln und die sofor­ti­ge Auf­nah­me Schutz­su­chen­der in Deutsch­land und ande­ren EU-Staa­ten 
    PRO ASYL-Geschäfts­füh­rer Gün­ter Burk­hardt warnt ein­dring­lich vor einer »Kom­plett­auf­lö­sung recht­staat­li­cher Ver­hält­nis­se an der grie­chi­schen Land- und See­gren­ze«. An der grie­chisch-tür­ki­schen Land­gren­ze wer­den Geflüch­te­te mit Trä­nen­gas und Blend­gra­na­ten abge­wehrt. Poli­zei, Mili­tär und Bür­ger­weh­ren machen die EU-Außen­gren­ze dicht, tau­sen­de Schutz­su­chen­de wer­den gewalt­sam zurück­ge­wie­sen. Auf Les­bos und Chi­os wer­den Schutz­su­chen­de, NGO-Mitarbeiter*innen und Journalist*innen von faschis­ti­schen Grup­pen tät­lich ange­grif­fen. Orga­ni­sa­tio­nen ver­las­sen die Inseln, weil sie nicht mehr für die Sicher­heit ihrer Mitarbeiter*innen garan­tie­ren kön­nen. Es gab Brand­an­schlä­ge auf ein vom UNHCR betrie­be­nes, leer­ste­hen­des Auf­nah­me­zen­trum auf Les­bos und ein Klei­der­de­pot einer Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on auf Chi­os. Die grie­chi­schen Behör­den stel­len weder die Sicher­heit von Schutz­su­chen­den noch von ihren Unterstützer*innen sicher. (…) Grie­chen­land ist zur Ach­tung der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on (GFK) ver­pflich­tet. Wie das UN-Flücht­lings­kom­mis­sa­ri­at UNHCR in einer Pres­se­mel­dung fest­stellt, sieht die­se eine wie von Grie­chen­land ange­kün­dig­te Aus­set­zung von Asyl­an­trä­gen nicht vor. Direk­te Rück­füh­run­gen in die Tür­kei oder Her­kunfts­län­der wür­den auch gegen das Non-Refou­le­ment Gebot des Art. 33 GFK ver­sto­ßen. Art. 31 GFK sieht zudem vor, dass Flücht­lin­ge nicht wegen einer ille­ga­len Ein­rei­se kri­mi­na­li­siert wer­den sol­len. Denn oft ste­hen flie­hen­den Men­schen eben kei­ne lega­len Ein­rei­se­we­ge zur Ver­fü­gung. Trotz­dem wur­den gera­de erst 17 Afgha­nen in Grie­chen­land wegen ille­ga­lem Grenz­über­tritt zur drei­ein­halb Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Kon­trol­le von Gren­zen immer unter Ach­tung der Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on (EMRK)...” Pres­se­mit­tei­lung vom 04.03.2020 externer Link – sie­he zum Hin­ter­grund:
  • PRO ASYL zum Inte­gra­ti­ons­gip­fel: Deutsch­land muss die Wei­chen zur Auf­nah­me und Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen stel­len
    Anläss­lich des heu­ti­gen Inte­gra­ti­ons­gip­fels im Kanz­ler­amt for­dert PRO ASYL, dass sich Deutsch­land auf die wei­te­re Auf­nah­me von Schutz­su­chen­den ein­stellt, Inte­gra­ti­ons­maß­nah­men plant und Flücht­lin­ge aus Grie­chen­land auf­nimmt. Wir kön­nen und wir soll­ten eine erheb­li­che Zahl von Geflüch­te­ten auf­neh­men, die heu­te in Elend­sla­gern auf den grie­chi­schen Inseln und an ande­ren Orten der euro­päi­schen Außen­gren­ze ver­zwei­feln – nicht zuletzt unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge und Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge von in Deutsch­land leben­den Ange­hö­ri­gen. Es ist ein Irr­tum, zu den­ken, dass man gegen­über Flücht­lin­gen die Gren­zen schließt, ras­sis­ti­schen Stim­men nach­gibt, eine Geset­zes­ver­schär­fung nach der ande­ren auf den Weg bringt und gleich­zei­tig Hoch­qua­li­fi­zier­te mit offe­nen Armen emp­fan­gen kann. (…) Heu­te ste­hen in den Kom­mu­nen vie­le Flücht­lings­un­ter­künf­te leer, ande­re könn­ten kurz­fris­tig reak­ti­viert wer­den. Es gibt hin­rei­chend Res­sour­cen, Kapa­zi­tä­ten und Kom­pe­ten­zen in Deutsch­land, um wei­te­re Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men und unse­rer inter­na­tio­na­len Ver­ant­wor­tung für den Flücht­lings­schutz nach­zu­kom­men.” Pres­se­mit­tei­lung vom 2.03.2020 externer Link – sie­he zum Hin­ter­grund:
  • Huma­ni­tä­re Kri­se in Grie­chen­land: Flücht­lings­auf­nah­me jetzt!
    Deutsch­land will den Deal mit Erdo­gan um jeden mensch­li­chen Preis in der Ägä­is durch­set­zen. Vor allem des­halb sit­zen zehn­tau­sen­de Flücht­lin­ge unter uner­träg­li­chen Bedin­gun­gen dort fest. Die Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung im Rah­men der Dub­lin-Ver­ord­nung wird hier­zu­lan­de der­weil oft blo­ckiert. PRO ASYL und sei­ne grie­chi­sche Projektpartner*innen Refu­gee Sup­port Aege­an (RSA) sehen eine Mit­ver­ant­wor­tung Deutsch­lands für die kata­stro­pha­le Situa­ti­on auf den grie­chi­schen Ägä­is-Inseln und for­dern die Auf­nah­me Geflüch­te­ter nach Deutsch­land. Im fünf­ten Jahr des EU-Tür­kei-Deals har­ren Zehn­tau­sen­de unter men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen auf den grie­chi­schen Inseln aus. Die Kapa­zi­tä­ten sind bei wei­tem erschöpft; die Gesund­heits­ver­sor­gung ist deso­lat. Ein Drit­tel (33%) der der­zeit rund 41.000 Geflüch­te­ten auf den Inseln sind Kin­der und Jugend­li­che. Knapp 15% sind kom­plett auf sich allein gestellt. Vie­le von ihnen leben schutz­los, sind Gewalt aus­ge­setzt und lei­den psy­chisch unter den deso­la­ten Bedin­gun­gen. Die­se Situa­ti­on ver­letzt in einem mas­si­ven, teils lebens­be­droh­li­chen Aus­maß die Rech­te der Kin­der und Jugend­li­chen. Rund zwan­zig zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen haben sich dies­be­züg­lich in einem offe­nen Brief externer Link an den grie­chi­schen Pre­mier­mi­nis­ter gewen­det – PRO ASYL und RSA schlie­ßen sich dem Brief an. Die zügi­ge kin­der­ge­rech­te Unter­brin­gung und Ver­sor­gung auf dem Fest­land muss end­lich Prio­ri­tät haben…” Pro Asyl-Mel­dung vom 28.02.2020 externer Link, sie­he ebd. Die Kata­stro­phe von Idlib, Erdo­gans Dro­hung und die huma­ni­tä­re Kri­se in Grie­chen­land: PRO ASYL und Refu­gee Sup­port Aege­an for­dern Flücht­lings­auf­nah­me jetzt! Pres­se­mit­tei­lung vom 28.02.2020 externer Link
  • Aus­schrei­tun­gen zwi­schen Ein­woh­nern und Poli­zei auf Les­bos und Chi­os gegen den Bau geschlos­se­ner Auf­nah­me­la­ger für Asyl­su­chen­de und Immi­gran­ten 
    • Grie­chi­sche Inseln: Die Schan­de Euro­pas und kein Ende. Flücht­lin­ge und loka­le Bevöl­ke­rung pro­tes­tie­ren gegen die Errich­tung geschlos­se­ner Flücht­lings­la­ger auf den Inseln
      “„Wir müs­sen die sofor­ti­ge und end­gül­ti­ge Schlie­ßung aller Hot­spots durch­set­zen, wo immer sie sich befin­den. Denn sie sind die Schan­de Euro­pas“, schreibt Jean Zieg­ler, Bera­ter im UN-Men­schen­rechts­aus­schuss in sei­nem kürz­lich erschie­nen Buch „Die Schan­de Euro­pas“. Grund­la­ge des Buches war unse­re gemein­sa­me Rei­se nach Les­bos im Mai ver­gan­ge­nen Jah­res. Schon damals war das Lager bei Moria – ein so genann­ter Hot­spot – hoff­nungs­los über­füllt. Man konn­te sich kaum vor­stel­len, dass sich die Situa­ti­on noch wei­ter ver­schlim­mert. Doch genau das ist pas­siert. 20.000 Men­schen leben inzwi­schen in dem für weni­ger als 3.000 Flücht­lin­ge aus­ge­leg­ten Durch­gangs­la­ger, vie­le davon über Mona­te oder gar Jah­re. Unver­sorg­te Krank­hei­ten, Gewalt und Hun­ger gehö­ren zum All­tag. Frau­en haben Angst, auf dem Weg zur Toi­let­te ver­ge­wal­tigt zu wer­den, Kin­der den­ken in ihrer Ver­zweif­lung über Selbst­tö­tung nach. Anstatt den Men­schen zu hel­fen, sie an siche­re Orte zu brin­gen und die Ver­ant­wor­tung für die Ankom­men­den auf meh­re­re Schul­tern inner­halb der EU zu ver­tei­len, sol­len nun geschlos­se­ne Lager auf den Inseln Les­bos, Chi­os, Samos, Kos und Leros errich­tet wer­den. In der Nacht auf Diens­tag brach­te eine Fäh­re Bau­ma­schi­nen und Mate­ria­li­en für die Errich­tung eines sol­chen Lagers nach Chi­os. Auf Les­bos kamen in der­sel­ben Nacht hun­dert Bereitschaftspolizist_​innen und Poli­zei­fahr­zeu­ge aus Athen an, um die Errich­tung des neu­en geschlos­se­nen Lagers abzu­si­chern, das den Hot­spot Moria erset­zen soll. Die Regie­rung in Athen weiß offen­bar, dass sich die Lager­plä­ne für die Inseln nur maxi­mal auto­ri­tär gegen den Wil­len der Men­schen vor Ort durch­set­zen las­sen. Sowohl auf Chi­os als auch auf Les­bos war die Poli­zei mit dem mas­si­ven Wider­stand von Flücht­lin­gen und loka­ler Bevöl­ke­rung kon­fron­tiert. Sie setz­te Trä­nen­gas ein, um Blo­cka­den zu durch­bre­chen. Die Men­schen las­sen sich aber nicht von wei­te­ren Pro­tes­ten abhal­ten, denn sie ahnen: Ein seit lan­gem schon uner­träg­li­cher Aus­nah­me­zu­stand soll zu einem Dau­er­zu­stand gemacht wer­den. In den Son­der­rechts­zo­nen auf den grie­chi­schen Inseln sol­len die Elen­den der Welt, die die EU nicht bereits vor ihren Gren­zen stop­pen konn­te, lang­fris­tig geparkt wer­den. Dage­gen weh­ren sich die Men­schen auf den grie­chi­schen Inseln nun aus unter­schied­li­chen Beweg­grün­den mit aller Kraft. (…)Auch wenn sich im Pro­test gegen die geschlos­se­nen Lager der­zeit fast alle einig schei­nen, ist davon aus­zu­ge­hen, dass sich auch ras­sis­tisch moti­vier­te Inselbewohner_​innen an den Blo­cka­den betei­li­gen. Wie ich nach einem Besuch auf Les­bos 2017 doku­men­tiert externer Link habe, lau­fen gera­de die Flücht­lin­ge, die gegen ihre Lebens­be­din­gun­gen pro­tes­tie­ren, immer wie­der Gefahr, Opfer ras­sis­ti­scher Über­grif­fe zu wer­den. Der ras­sis­ti­sche Pro­test zielt dar­auf, sich der Flücht­lin­ge zu ent­le­di­gen, egal wie. Der Pro­test von Inselbewohner_​innen wie Koveou macht es sich nicht so ein­fach: „Die Lösung ist nicht, ein wei­te­res Lager auf Les­bos zu errich­ten. Die Lösung sind auch nicht Lager auf dem Fest­land. Denn dann bekom­men wir nur wei­te­re Mori­as.“ Sie weiß, dass nicht die Flücht­lin­ge, son­dern poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen auf EU-Ebe­ne für die Lage ver­ant­wort­lich sind: „Euro­pa hat uns in die­se Situa­ti­on gebracht mit dem berühm­ten EU-Tür­kei-Deal externer Link. Wir müs­sen jetzt alle zusam­men­ste­hen, um das zu stop­pen. Zuerst für die Flücht­lin­ge selbst und dann aber auch für die loka­le Bevöl­ke­rung.“…” Gast­bei­trag von Ramo­na Lenz vom 27. Febru­ar 2020 bei med­i­co inter­na­tio­nal externer Link
    • Pro­test gegen neu­es Flücht­lings­la­ger: Rebel­li­on auf Les­bos
      Stra­ßen­schlach­ten, Schüs­se und Ver­letz­te: Auf der grie­chi­schen Insel Les­bos sind Bür­ger­pro­tes­te gegen ein neu­es Flücht­lings­la­ger eska­liert. Die Plä­ne der Regie­rung ste­hen nun infra­ge. (…) Die Sze­ne ist der Höhe­punkt eines Tages der Gewalt auf Les­bos, der die grie­chi­sche Regie­rung noch lan­ge beschäf­ti­gen wird. Schon lan­ge nicht mehr haben pro­tes­tie­ren­de Grie­chen, dar­un­ter lin­ke, rech­te und bür­ger­li­che, die Staats­macht so her­aus­ge­for­dert wie an die­sem Tag. Zeit­wei­se ver­lor die Poli­zei die Kon­trol­le, die Wut der Insel­be­woh­ner brach sich Bahn – mit nur einem Ziel: Den Mäch­ti­gen in Athen zei­gen, dass die Men­schen auf Les­bos nichts von ihrer Flücht­lings­po­li­tik hal­ten. Die Plä­ne der Regie­rung ste­hen nun mehr denn je in Fra­ge. Begon­nen hat­te der Pro­test am Mitt­woch­mor­gen fried­lich. In Myti­le­ni, der Haupt­stadt der Insel, blie­ben die Geschäf­te geschlos­sen, nach­dem die Ein­hei­mi­schen zu einem Gene­ral­streik auf­ge­ru­fen hat­ten. Doch rund um die Fel­der und Wald­ge­bie­te im Nor­den der Insel, wo das geschlos­se­ne Camp ent­ste­hen soll, blo­ckie­ren Demons­tran­ten die Zufahrts­we­ge mit Auto­rei­fen. Sie fäl­len Bäu­me und schich­ten Stei­ne auf. “Es wird hier kein Lager geben. Wir wol­len es nicht, wir wer­den es nicht erlau­ben”, sagt ein 55 Jah­re alter Mann. Stun­den­lang lie­fern sich die Demons­tran­ten und Poli­zis­ten Stra­ßen­schlach­ten. Zwei Beam­te wer­den ange­schos­sen. Auf Les­bos und Chi­os, einer wei­te­ren Ägä­is-Insel, stür­men Hun­der­te Grie­chen jeweils ein Hotel, in dem Poli­zis­ten unter­ge­bracht sind. Der Mob ver­prü­gelt die Beam­ten. Die grie­chi­sche Poli­zei beant­wor­tet die Wut der Insel­be­woh­ner ihrer­seits mit Gewalt. Wäh­rend die Beam­ten durch die Stra­ßen mar­schie­ren, schla­gen sie auf par­ken­de Autos und Motor­rä­der ein. Poli­zis­ten schrei­en fried­li­che Demons­tran­ten und Jour­na­lis­ten an, belei­di­gen und schub­sen sie. (…) Unter den Pro­tes­tie­ren­den sind an die­sem Tag jun­ge und alte Men­schen, Bau­ern und Radi­ka­le. Sie alle hal­ten nichts von dem neu­en geschlos­se­nen Lager, aller­dings aus unter­schied­li­chen Grün­den (…) Offen­bar hat das auch Grie­chen­lands Pre­mier­mi­nis­ter Kyria­kos Mit­sota­kis ver­stan­den. Er will die Ein­hei­ten der Bereit­schafts­po­li­zei wie­der abzie­hen. Zudem trifft er sich am Don­ners­tag mit den Bür­ger­meis­tern der Ägä­is-Inseln, auf denen Lager ent­ste­hen sol­len. Die wüten­den Anwoh­ner von Les­bos wol­len aller­dings wei­ter pro­tes­tie­ren, bis die Regie­rung die geschlos­se­nen Camps auf­gibt. “Bis dahin wer­de ich jeden Tag hier sein”, sagt einer der Demons­tran­ten am Abend. Was das bedeu­ten kann, hat die Regie­rung am Mitt­woch erfah­ren. 43 Poli­zis­ten und zehn Demons­tran­ten wur­den allein auf Les­bos ver­letzt. Die Fra­ge ist nun, wer als ers­ter ein­lenkt.” Arti­kel von Gior­gos Chris­ti­des und Stef­fen Lüd­ke vom 27.02.2020 beim Spie­gel online externer Link
    • “Zustän­de auf Les­bos für Euro­pa nicht trag­bar” /​Dele­ga­ti­on aus Land, Kom­mu­ne, Kir­che und der Bewe­gung SEEBRÜCKE will in Grie­chen­land Zei­chen für Huma­ni­tät set­zen
      “Die Situa­ti­on im Flücht­lings­la­ger Moria auf der grie­chi­schen Insel Les­bos wird für die dort aus­har­ren­den Men­schen immer uner­träg­li­cher. In Lagern, die für 3.000 Men­schen ange­legt sind, sind der­zeit mehr als 20.000 Flücht­lin­ge unter­ge­bracht. Seit Mona­ten gibt es vor Ort zum Teil hef­ti­ge Pro­tes­te gegen die Zustän­de. Sämt­li­che Initia­ti­ven, wenigs­tens Fami­li­en oder Schutz­be­dürf­ti­ge ander­wei­tig unter­zu­brin­gen oder aus­rei­sen zu las­sen, sind bis­lang geschei­tert. Dem­ge­gen­über ste­hen in Deutsch­land tau­sen­de Plät­ze in auf­nah­me­be­rei­ten Kom­mu­nen und Städ­ten bereit, die nicht genutzt wer­den kön­nen. Vom 27. bis 29. Febru­ar reist nun eine Dele­ga­ti­on aus Land, Kom­mu­ne und Kir­che nach Grie­chen­land, um den Men­schen dort ihre Soli­da­ri­tät aus­zu­drü­cken und sich selbst einen Ein­druck von der Situa­ti­on vor Ort zu ver­schaf­fen. Teil­neh­men wer­den der Bevoll­mäch­tig­te des Rates der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land (EKD) bei der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und der Euro­päi­schen Uni­on, Prä­lat Mar­tin Dutz­mann, der Staats­se­kre­tär für Inte­gra­ti­on des Ber­li­ner Senats, Dani­el Tiet­ze, der Ober­bür­ger­meis­ter der Lan­des­haupt­stadt Pots­dam, Mike Schu­bert, der Ers­te Bür­ger­meis­ter der Stadt Rot­ten­burg, Tho­mas Weigel, sowie Liza Pflaum, Ver­tre­te­rin der Orga­ni­sa­ti­on SEEBRÜCKE. Am 27. Febru­ar trifft sich die Dele­ga­ti­on in Athen mit Ver­tre­tern von Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen und besucht ein Lager für unbe­glei­te­te Kin­der. Am 28. Febru­ar sind die Dele­ga­ti­ons­teil­neh­mer auf Les­bos und besu­chen Moria ein­schließ­lich der Lager­tei­le außer­halb des offi­zi­el­len Gelän­des. Geplant ist außer­dem ein Tref­fen mit dem Bür­ger­meis­ter von Les­bos, Spy­ros Gali­nos…” EKD-Pres­se­mel­dung von Cars­ten Splitt vom 25. Febru­ar 2020 bei den Finanz­nach­rich­ten externer Link
    • Bür­ger auf Les­bos und Chi­os set­zen sich zur Wehr
      In die­ser Nacht (24./25.2.) fan­den auf den Inseln im Osten der Ägä­is Les­bos und Chi­os Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen auf­ge­brach­ten Bür­gern und der Poli­zei statt. Die Demons­tran­ten wol­len den Bau geschlos­se­ner Auf­nah­me­la­ger für Asyl­su­chen­de und Immi­gran­ten ver­hin­dern. Die Poli­zei setz­te u. a. Trä­nen­gas ein. Auf den Inseln Les­bos und Chi­os ver­schär­fen sich die Pro­tes­te gegen geschlos­se­ne Flücht­lings­la­ger. In der Nacht von Mon­tag auf Diens­tag sand­te die Regie­rung Ein­hei­ten der Bereit­schafts­po­li­zei MAT auf die bei­den Inseln im Süden der Ägä­is. Auf Les­bos ver­bar­ri­ka­dier­ten Ange­stell­te der Kom­mu­ne den Aus­gang des Hafens mit Fahr­zeu­gen der Müll­ab­fuhr, um die Ord­nungs­hü­ter am Betre­ten des Eilands zu hin­dern. Es kam zu Hand­greif­lich­kei­ten. Fort­ge­setzt wur­den die Schar­müt­zel im Wes­ten der Insel. An den Pro­tes­ten betei­lig­ten sich auch der Gou­ver­neur der Nord­ägä­is Kos­tas Moutz­ou­ris sowie der Bür­ger­meis­ter von West­les­bos Taxi­ar­chis Ver­ros. Die Poli­zei setz­te Trä­nen­gas ein. Die geschlos­se­nen Auf­nah­me­la­ger für Flücht­lin­ge und Asyl­su­chen­de will die Regie­rung in einem unbe­wohn­ten Gebiet in der Nähe der Ort­schaft Man­ta­ma­dos errich­ten. Dafür wur­den bereits Grund­stü­cke und Gebäu­de beschlag­nahmt. Wäh­rend Regie­rungs­spre­cher Ste­li­os Pet­s­as davon spricht, dass sich die Lage der Flücht­lin­ge und Asyl­su­chen­den durch die neu­en Auf­fang­la­ger ent­span­nen wer­de, kri­ti­sie­ren die Ein­hei­mi­schen, dass es sich um „Gefäng­nis­se“ auf ihrer Insel hand­le. (…) Mit­glie­der der kon­ser­va­ti­ven Regie­rungs­par­tei Nea Dimo­kra­tia (ND), die vor Ort orga­ni­siert sind, haben bereits Par­tei­aus­trit­te ange­kün­digt. Das Arbei­ter­zen­trum von Myti­li­ni hat für Diens­tag zu einem 24-stün­di­gen Streik auf­ge­ru­fen. Gou­ver­neur Moutz­ou­ris sprach von einem Tag, für den man sich „schä­men“ müs­se. Wie auf Les­bos so kam es auch auf der Nach­bar­in­sel Chi­os zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen auf­ge­brach­ten Bür­gern und der Poli­zei. Den Regie­rungs­plä­nen zufol­ge soll in der Nähe der Natio­nal­stra­ße zwi­schen Vro­ta­dos und Volis­sos ein Auf­fang­la­ger geschlos­se­nen Typs für Asyl­su­chen­de ent­ste­hen. Auch hier sahen sich die Ord­nungs­hü­ter in der Nacht von Mon­tag auf Diens­tag dazu ver­an­lasst, Trä­nen­gas ein­zu­set­zen. Nach Ansicht von Demons­tran­ten sei die­se Gewalt­an­wen­dung völ­lig über­zo­gen gewe­sen…” Arti­kel von Eli­sa Hübel vom 25. Febru­ar 2020 bei der Grie­chen­land-Zei­tung externer Link, sie­he auch:
    • Grie­chen­land: Aus­schrei­tun­gen zwi­schen Ein­woh­nern und Poli­zei auf Les­bos
      Auf der grie­chi­schen Insel Les­bos ist es am Diens­tag zu Aus­schrei­tun­gen zwi­schen Anwoh­nern und der Poli­zei gekom­men. Grund ist offen­bar der geplan­te Bau einer neu­en Auf­nah­me­ein­rich­tung für Flücht­lin­ge.” Video vom 25. Febru­ar 2020 bei web​.de externer Link
  • [Repor­ta­ge] „Ein­mal den Lou­vre besu­chen…“ Hasan zeigt das Leben in grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern 
    Tau­sen­de Geflüch­te­te har­ren in Grie­chen­land in über­füll­ten und unhy­gie­ni­schen Lagern in win­ter­un­taug­li­chen Unter­künf­ten aus. Dar­un­ter auch Hasan, der Archäo­lo­gie­stu­dent aus Mos­sul. Er hat MiGA­ZIN durch die Lager geführt. (…) Die Men­schen suchen den Kon­takt nach drau­ßen, zu Frem­den. Sie sind hung­rig nach Neu­ig­kei­ten, sie wün­schen sich Anteil­nah­me, Mit­ge­fühl. Eine Grup­pe afgha­ni­scher Kin­der, Frau­en und Män­ner, wol­len, dass ich sie foto­gra­fie­re. Sie fra­gen mich, was ich füh­le, ange­sichts die­ser Zustän­de. Mir ver­schlägt es die Spra­che, Scham und Hilf­lo­sig­keit beschlei­chen mich. Was wird aus den vie­len Kin­dern, mit wel­chen Bil­dern und Erfah­run­gen wach­sen sie auf, wo endet die­se Odys­see – ohne greif­ba­res Ziel, wo fin­den sie eine neue, men­schen­wür­di­ge Blei­be? Und wenn ich nach ihren Gefüh­len fra­ge, dann ant­wor­ten sie, dass für sie das Lager zur Fal­le gewor­den ist, in der sie gefan­gen sind unter inhu­ma­nen Lebens­ver­hält­nis­sen. Ihr Ziel war ein bes­se­res Leben ohne Krieg, Gewalt und Not. Sie wol­len wei­ter auf das grie­chi­sche Fest­land, nach Athen. Ihre Hoff­nun­gen rich­ten sie auf um Euro­pa, Deutsch­land, Eng­land. (…) Mit der täg­lich wach­sen­den Zahl von Flücht­lin­gen, der Käl­te, der feh­len­den Gesund­heits­ver­sor­gung wächst die Not und Ver­zweif­lung. In die­sen Win­ter­mo­na­ten sind die Näch­te Stun­den der Käl­te und der Angst. Hasan spricht von afgha­ni­schen Gangs, die Streit pro­vo­zie­ren, Dieb­stäh­le bege­hen. Allein in den letz­ten Wochen hat es drei Tote gege­ben. Ich ver­las­se das Lager mit Bil­dern und Begeg­nun­gen, die mich ver­stö­ren. Am Tag nach unse­rer Begeg­nung schickt mir Hasan ein Han­dy­vi­deo. Es sind Live-Auf­nah­men von einer mor­gend­li­chen Demons­tra­ti­on. Wie­der hat es in der ver­gan­gen Nacht einen Todes­fall gege­ben. Ein Suda­ne­se wur­de, wie Hasan sagt, im Streit ver­mut­lich von einer afgha­ni­schen Gang ersto­chen. Wie­der Pro­tes­te, Sprech­chö­re, Ver­samm­lun­gen der Ver­zweif­lung ent­lang des Lager­zau­nes. Für eine Öffent­lich­keit, die nicht mehr hin­se­hen will oder schon gar nicht mehr exis­tiert. (…)Fast 25.000 Flücht­lin­ge leben inzwi­schen auf Les­bos, zusam­men mit den Inseln Samos, Chi­os oder Kos sol­len es 40.000 sein. Eine Ent­wick­lung ohne Per­spek­ti­ve, die den All­tag der Insel­be­woh­ner über­for­dert. Sie füh­len sich im Stich gelas­sen, von Euro­pa, von der grie­chi­schen Zen­tral­re­gie­rung. Mit Demons­tra­tio­nen in den letz­ten Janu­ar­ta­gen haben sie das laut zur Spra­che gebracht. Ihre Paro­le: Wir wol­len unser altes Leben wie­der zurück­ha­ben. Die Poli­tik unter dem neu­en grie­chi­schen Pre­mier Mit­sota­kis wird die Not der Men­schen popu­lis­tisch zu nut­zen ver­su­chen. Er spricht von Auf­lö­sung der Lager und dem Trans­port der Flücht­lin­ge auf das Fest­land. Doch das Wie und Wann bleibt nebu­lös. Inzwi­schen setzt sich die Flucht fort, wie mir eine Sozi­al­päd­ago­gin aus Stutt­gart erzähl­te. Sie ist seit Okto­ber hier und hält Nach­wa­che am Mee­res­ufer. Denn wenn das Meer ruhig wird, kom­men wie­der jede Woche Hun­der­te aus der Tür­kei. Unter ihnen Flücht­lin­ge, die vor den Bom­ben Assads und Putins, vor dem Krieg in Nord­sy­ri­en flie­hen. Oder es kom­men die­je­ni­gen, die eine Abschie­bung aus der Tür­kei nach Syri­en befürch­ten. Der Tod bei der Über­fahrt im Meer oder das Elend in den grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern schreckt sie nicht – denn es ist wenigs­tens eine Hoff­nung. Trotz der Bil­der und Berich­te, die uns in den letz­ten Tagen ver­mehrt errei­chen, zeich­net sich kei­ne Lösung ab…” Lesens­wer­te Repor­ta­ge von Jochen Men­zel vom 07.02.2020 beim Miga­zin externer Link
  • SEE­BRÜ­CKE-Akti­ons­tag am 08.02.2020: #Wir­Ha­ben­Platz – min­der­jäh­ri­ge Geflüch­te­te eva­ku­ie­ren!
  • Flücht­lings­pro­tes­te in der Ägä­is: Auf­stand auf Les­bos 
    … Zwei Tage in Fol­ge haben Flücht­lin­ge auf Les­bos gegen die grie­chi­sche Asyl­po­li­tik demons­triert. Die har­te neue Poli­tik der Regie­rung sorgt für Unmut. “Leu­te von Les­bos, es tut uns leid”, rufen die geflüch­te­ten Frau­en und Män­ner. “Frei­heit! Frei­heit!” Im Halb­kreis ste­hen sie am Diens­tag­vor­mit­tag auf einem Platz in Myti­li­ni, der Haupt­stadt von Les­bos, und machen ihrem Ärger Luft. So zei­gen es Vide­os loka­ler Medi­en. “Stoppt die Abschie­bun­gen”, steht unter ande­rem auf den Pla­ka­ten der Flücht­lin­ge. Sie beschwe­ren sich über die grie­chi­sche Asyl­po­li­tik, die sie seit Mona­ten oder Jah­ren auf der klei­nen Insel in der Ägä­is gefan­gen hält. Weni­ge Stun­den spä­ter kommt es zu Rei­be­rei­en mit der Poli­zei. Doch die greift am Diens­tag nicht so bru­tal ein wie am Mon­tag. Da waren mit 2000 Flücht­lin­gen und Migran­ten noch deut­lich mehr Men­schen aus dem Flücht­lings­la­ger in Moria Rich­tung Haupt­stadt auf­ge­bro­chen. Das grie­chi­sche Fern­se­hen zeig­te Luft­auf­nah­men. Zu sehen waren Men­schen­trecks, die über Fel­der Rich­tung Myti­li­ni zogen. Der Pro­test­zug ende­te in Gewalt. Die Poli­zis­ten ver­such­ten, die Demons­tran­ten auf­zu­hal­ten, schos­sen mit Trä­nen­gas. Auf Fotos ist zu sehen, wie Kin­der ver­su­chen, dem Trä­nen­gas zu ent­kom­men. Ver­wun­de­te Asyl­su­chen­de wur­den von ande­ren Demons­tran­ten abtrans­por­tiert. Jun­ge Män­ner, wohl eben­falls Geflüch­te­te, war­fen Stei­ne auf die Poli­zis­ten. 40 Men­schen wur­den fest­ge­nom­men…” Arti­kel von Gior­gos Chris­ti­des und Stef­fen Lüd­ke vom 04.02.2020 bei Spe­igel online externer Link, sie­he wei­te­re Berich­te, Fotos und Vide­os hier­zu (Übri­gens: Die immer wie­der und nun erneut aktu­el­le Über­schrift von unse­rem Dos­sier “Huma­ni­tä­re Kri­se in Grie­chen­land droht zu eska­lie­ren” ist aus dem Jahr 2016…):
  • War­um die Slums von Les­bos die “Schan­de Euro­pas” sind – Jean Zieg­ler erhebt schwe­re Vor­wür­fe gegen die EU
    “Die Küs­te von Les­bos. Tou­ris­ten­hoch­burg und: Fanal. Gera­de stran­den hier hun­der­te Men­schen jede Woche – der Preis der Über­fahrt: nicht sel­ten das Leben. (…) “Ich bin nicht hier, um über das Dra­ma zu infor­mie­ren”, sagt der grie­chi­sche Foto­graf Geor­gi­os Mou­ta­fis. “Die Öffent­lich­keit weiß alles. Durch das Inter­net, das Fern­se­hen und die Armee an Repor­tern, die berich­ten. Ich bin hier um die Men­schen zu erin­nern – und um ihre Gefüh­le wie­der zu wecken.” Gior­gos Mou­ta­fis hat auch die gro­ße Flucht 2015 doku­men­tiert. Sein Groß­va­ter war geflüch­tet. Er kennt die Län­der, aus denen die Men­schen kom­men, durch sei­ne Arbeit als Kriegs­fo­to­graf. (…) “Für die Rüs­tungs­in­dus­tri­el­len (…) ist der Kampf gegen Flücht­lin­ge (…) viel pro­fi­ta­bler als jeder gegen­wär­tig wüten­de Krieg in Syri­en, Dar­fur oder Jemen”. Das schreibt Jean Zieg­ler in “Die Schan­de Euro­pas”. Der frü­he­re UN-Son­der­be­richt­erstat­ter erhebt schwe­re Vor­wür­fe gegen die EU. Für ihn steht fest: An die­ser Gren­ze wer­den per­ma­nent Men­schen­rech­te ver­letzt. “Und das geschieht mit­ten in Euro­pa”, so Zieg­ler, “ange­ord­net von der Euro­päi­schen Uni­on, die die Flücht­lin­ge wie Fein­de behan­delt, sie dar­an hin­dern will auf das Euro­päi­sche Fest­land zu kom­men und damit ver­wei­gern, zer­stö­ren die Beton­köp­fe in Brüs­sel die Euro­päi­sche Uni­on das uni­ver­sel­le Men­schen­recht auf Asyl.” Arti­kel 14 der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te – unter­zeich­net von 193 UNO-Mit­glieds­staa­ten. (…) Das, was hier pas­siert, zer­stö­re das mora­li­sche Fun­da­ment Euro­pas. Jean Zieg­ler for­dert eine Rück­kehr zu den Grund­wer­ten unse­rer Kul­tur. Vier bis fünf Stun­den ste­hen sie in Moria oft Schlan­ge für ihr Essen, meist holen es die Män­ner für die gan­ze Fami­lie. Die EU arbei­tet der­zeit an einem neu­en Migra­ti­ons­pakt. Im Früh­jahr soll er vor­ge­stellt wer­den. Zieg­ler sagt: “Ich erhof­fe mir wenig. Denn grund­sätz­lich hat die EU ihre Stra­te­gie ja nicht geän­dert. Sie will den ras­sis­ti­schen Bewe­gun­gen inner­halb der EU ent­ge­gen­kom­men, indem sie die Zahl der Flücht­lin­ge her­un­ter­fährt.” Für Gior­gos Mou­ta­fis ist das, was hier in Moria pas­siert, das fata­le Ergeb­nis feh­len­der Soli­da­ri­tät und Mensch­lich­keit. “Ich sehe hier vor Ort kei­ne Lösung”, sagt er. “Die ein­zig mög­li­che Lösung ist es, den Geflüch­te­ten zu geneh­mi­gen, auf das Fest­land wei­ter­zu­rei­sen, ihnen die Papie­re zu geben, die sie brau­chen und sie fair über die EU Staa­ten zu ver­tei­len. So schnell wie mög­lich.” Mit sei­nen Fotos, sagt Gior­gos Mou­ta­fis, wol­le er unse­rer Gesell­schaft ihre Feh­ler vor Augen füh­ren. Und sie mache vie­le Feh­ler.” Bericht von Kat­ja Deiß vom 26. Janu­ar 2020 bei titel the­sen tem­pe­ra­men­te ARD externer Link (Video­län­ge: ca. 9 Min., ver­füg­bar bis zum 26. Janu­ar 2021)
  • Alb­traum Moria 
    Wäh­rend Deutsch­land und Euro­pa den Deal mit dem auto­ri­tä­ren Prä­si­den­ten Erdo­gan im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes um jeden Preis erhal­ten wol­len, erin­nern wir mit unse­rer Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on RSA an die men­schen­ver­ach­ten­den Aus­wir­kun­gen des Deals in Grie­chen­land. Der Bericht »Alb­traum Moria« doku­men­tiert die Abgrün­de euro­päi­scher Flücht­lings­po­li­tik. Auf Les­bos befin­den sich der­zeit über 21.000 Schutz­su­chen­de. Nach Anga­ben des UNHCR stammt die Mehr­heit von ihnen aus Afgha­ni­stan (70%), Syri­en (13%), der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kon­go (4%) und Soma­lia (4%). Alle­samt Her­kunfts­län­der mit einer hohen Schutz­quo­te. In und um den EU-Hot­spot Moria har­ren 19.200 Schutz­su­chen­de unter desas­trö­sen Bedin­gun­gen aus. Mehr als 40% der Schutz­su­chen­den auf Les­bos sind Kin­der. Die­se Kin­der sind schreck­li­chen Bedin­gun­gen, Unsi­cher­heit und Gewalt aus­ge­setzt. Die »Sicher­heits­zo­ne« inner­halb des Hot­spots (mit einer Kapa­zi­tät für 66 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge) ist völ­lig über­füllt. (…) RSA und PRO ASYL for­dern ein groß ange­leg­tes Flücht­lings­auf­nah­me­pro­gramm aus Grie­chen­land: die Hot­spots müs­sen geräumt wer­den, Schutz­su­chen­de auf das grie­chi­sche Fest­land gebracht wer­den. Dort müs­sen sie men­schen­wür­dig unter­ge­bracht und schnellst­mög­lich in ande­re EU-Mit­glied­staa­ten über­stellt wer­den. In Anbe­tracht der mitt­ler­wei­le kata­stro­pha­len Unter­brin­gungs­si­tua­ti­on auf dem Fest­land muss mit Unter­stüt­zung der EU alles Mög­li­che unter­nom­men wer­den, um die Auf­nah­me­be­din­gun­gen zu ver­bes­sern. RSA und PRO ASYL for­dern die grie­chi­sche Regie­rung auf, die Plä­ne zur Inhaf­tie­rung tau­sen­der Schutz­su­chen­der zu ver­wer­fen.” Repor­ta­ge vom 24.01.2020 bei Pro Asyl externer Link
  • Auf­nah­me von geflüch­te­ten Kin­dern und Jugend­li­chen aus Grie­chen­land jetzt umset­zen! Pro Asyl und ande­re Ver­bän­de kri­ti­sie­ren Blo­cka­de der Bun­des­re­gie­rung 
    “Im fünf­ten Jahr des EU-Tür­kei-Deals har­ren zehn­tau­sen­de Men­schen unter kata­stro­pha­len men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen auf den grie­chi­schen Inseln aus. Unter ihnen sind tau­sen­de Kin­der und Jugend­li­che (ca. 14.000), sie machen mehr als ein Drit­tel der der­zeit rund 41.000 Geflüch­te­ten aus. Mehr als 60 Pro­zent der Kin­der sind unter 12 Jah­re alt. Knapp 15% aller Kin­der und Jugend­li­chen (etwa 2.000) auf den grie­chi­schen Inseln flo­hen allein oder sind von ihren Fami­li­en getrennt und kom­plett auf sich allein gestellt. Vie­le von ihnen leben schutz­los in Zel­ten, auf der Stra­ße oder sind unter dem Vor­wand, es sei zu ihrem eige­nen »Schutz«, sogar inhaf­tiert. Der Zugang zu Betreu­ung, Bil­dung und not­wen­di­ger (medi­zi­ni­scher) Ver­sor­gung bleibt viel­fach ver­wehrt. Die­se Situa­ti­on ver­letzt in einem mas­si­ven, teils lebens­be­droh­li­chen Aus­maß die Rech­te der Kin­der und Jugend­li­chen. Ein Groß­teil von ihnen hat Ange­hö­ri­ge in Deutsch­land. PRO ASYL, die Lan­des­flücht­lings­rä­te und BumF sind empört über die Blo­cka­de des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums und for­dern, die Auf­nah­me der Schutz­su­chen­den von den grie­chi­schen Inseln in Deutsch­land ohne wei­te­re Ver­zö­ge­rung umset­zen. (…) Sie­ben Bun­des­län­der und min­des­tens 15 Kom­mu­nen haben öffent­lich Plät­ze für die Auf­nah­me von unbe­glei­te­ten Kin­dern und Jugend­li­chen von den grie­chi­schen Inseln ange­bo­ten. Die Auf­nah­me­be­reit­schaft ist in Deutsch­land also wei­ter­hin hoch. Wer jetzt die Auf­nah­me ver­wei­gert, trägt dazu bei, dass die Kin­der- und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen an den EU-Außen­gren­zen immer wei­ter andau­ern. Kin­des­wohl und Kin­des­schutz enden aber nicht an der Lan­des­gren­ze. Es ist unse­re huma­ni­tä­re Pflicht, jetzt zu han­deln. In Deutsch­land haben bun­des­weit zahl­rei­che Jugend­hil­feein­rich­tun­gen freie Plät­ze und kön­nen die schutz­be­dürf­ti­gen Kin­der und Jugend­li­chen sofort betreu­en. Eine Viel­zahl der fest­sit­zen­den Flücht­lings­kin­der hat auch Ange­hö­ri­ge, die bereits in Deutsch­land leben und hier im Asyl­ver­fah­ren sind. Ihre Auf­nah­me ist kein Gna­den­akt son­dern beruht auf einem Rechts­an­spruch auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung über die Dub­lin-Ver­ord­nung. Die Ver­fris­tung der Antrag­stel­lun­gen in Grie­chen­land liegt auch an den kata­stro­pha­len Zustän­den, die Euro­pa mit dem EU-Tür­kei-Deal bewusst her­bei­ge­führt hat. Die Auf­nah­me von unbe­glei­te­ten Kin­dern und Jugend­li­chen kann nur ein Anfang sein. Die soge­nann­ten Hot­spots müs­sen umge­hend geschlos­sen wer­den. Wenn die Men­schen­rech­te auch an den euro­päi­schen Außen­gren­zen gel­ten sol­len, braucht es den Zugang zu einem Asyl­ver­fah­ren inner­halb der EU, und die­ser ist im Schlamm und Morast der soge­nann­ten »Hot­spots« nicht mög­lich…” Pres­se­mit­tei­lung vom 22. Janu­ar 2020 bei Pro Asyl externer Link – Lan­des­flücht­lings­rä­te, PRO ASYL und der Bun­des­fach­ver­band unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge e.V. (BumF) kri­ti­sie­ren Blo­cka­de der Bun­des­re­gie­rung, sie­he dazu:
    • Boris Pis­to­ri­us: Kei­ne Chan­ce für Auf­nah­me von Les­bos-Flücht­lings­kin­dern
      “Die Auf­nah­me von Flücht­lings­kin­dern aus grie­chi­schen Inseln ist vom Tisch. Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um habe dem Vor­stoß aus Nie­der­sach­sen eine Absa­ge erteilt. Ein Allein­gang sei nicht mög­lich. Men­schen­recht­ler bekla­gen zuneh­mend deso­la­te Zustän­de in den Lagern. Nie­der­sach­sens Innen­mi­nis­ter Boris Pis­to­ri­us (SPD) sieht der­zeit kei­ne Chan­ce mehr, Flücht­lings­kin­der von den grie­chi­schen Inseln nach Deutsch­land zu holen. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) habe sei­nem Vor­schlag, zu die­sem Zweck ein Sofort­pro­gramm auf­zu­le­gen, eine Absa­ge erteilt. Ein eige­nes Lan­des­auf­nah­me­pro­gramm sei recht­lich und fak­tisch nicht durch­setz­bar und des­halb nicht beab­sich­tigt, sag­te ein Spre­cher von Pis­to­ri­us am Diens­tag dem „Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst“. Alle dazu not­wen­di­gen Maß­nah­men wie die Sicher­heits­über­prü­fun­gen und die Visa-Ertei­lun­gen erfor­der­ten eine Zustim­mung des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums, hieß es. Auch der Weg, die Kin­der als Kon­tin­gent­flücht­lin­ge aus huma­ni­tä­ren Grün­den nach Deutsch­land zu holen, blei­be ver­schlos­sen. Das sei nur aus Dritt­staa­ten mög­lich, nicht jedoch aus EU-Län­dern. Pis­to­ri­us hat­te nach einem Besuch auf Les­bos Ende Okto­ber vor­ge­schla­gen, mehr als 1.000 Flücht­lings­kin­der unter 14 Jah­ren, die ohne Eltern in den Flücht­lings­la­gern gestran­det waren, nach Deutsch­land und in ande­re euro­päi­sche Staa­ten zu brin­gen…” Mel­dung vom 22. Janu­ar 2020 von und bei MiGA­ZIN externer Link
  • Ihr Kin­der­lein kom­met: Min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge ein­las­sen? Argu­men­te sowie mög­li­che Gegen­ar­gu­men­ta­tio­nen 
    “Zu Weih­nach­ten ist in Deutsch­land die Debat­te ent­brannt, ob man unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge von der grie­chi­schen Insel Les­bos holen soll. Die­ser sehr kon­sens­fä­hi­ge, harm­lo­se und im Geist der weih­nacht­li­chen Besinn­lich­keit ste­hen­de Vor­schlag hat­te hef­ti­ge Reak­tio­nen von ganz rech­ter, aber auch kon­ser­va­ti­ver Sei­te zur Fol­ge. Von CDU (“kei­ne Fehl­an­rei­ze schaf­fen”) bis AfD herrscht in die­ser Fra­ge über­ra­schen­de Einig­keit. Ich möch­te hier die Stra­te­gie hin­ter den vier häu­figs­ten Argu­men­ten sowie mög­li­che Gegen­ar­gu­men­ta­tio­nen auf­zei­gen. Argu­ment: “Das ist blan­ker Popu­lis­mus” (…) Ein mög­li­ches Gegen­ar­gu­ment: Es mag Popu­lis­mus sein, das tut aber über­haupt nichts zur Sache, da das Leben von ech­ten Kin­dern dahin­ter steht. (…) Argu­ment: “Wir sind nicht das Welt­so­zi­al­amt” (…) Ein mög­li­ches Gegen­ar­gu­ment: Nie­mand hat ein Welt­so­zi­al­amt gefor­dert. Das steht nicht zur Debat­te und ist real auch gar nicht mög­lich. Es geht dar­um, 4.000 Kin­der (oder 17.000 Men­schen ins­ge­samt) aus uner­träg­li­chen Zustän­den zu hel­fen. Ganz kon­kret jetzt und hier. (…) Argu­ment: “Das schafft Anrei­ze, dann kom­men immer mehr” (…) Ein mög­li­ches Gegen­ar­gu­ment: Wer vor Hun­ger, Krieg, Seu­chen und dem siche­ren Tod flieht, lässt sich nicht durch ver­meint­li­che Schre­ckens­mel­dun­gen auf­hal­ten. Bevor mein Kind hier stirbt, ver­su­che ich, es woan­ders hin­zu­brin­gen – egal was jemand sagt. Zudem ist es mehr als zynisch, Men­schen als Abschre­ckung gegen ande­re Men­schen lei­den zu las­sen. (…) Argu­ment: “Wir müs­sen zuerst den vie­len armen Men­schen bei uns hel­fen” Die Stra­te­gie dahin­ter: Whata­bou­tism und fal­sche Äqui­va­len­te. Wenn dir ein The­ma unang­nehm ist, dann wirf ein­fach ein ande­res The­ma dazu, so kannst du dei­nem Geg­ner argu­men­ta­tiv vor­wer­fen, sich gera­de nicht dafür ein­zu­set­zen. (…) Weißt du, mit wem es nichts zu tun hat, dass die Sche­re zwi­schen arm und reich immer wei­ter auf geht? Mit Flücht­lin­gen.” Bei­trag von Nata­scha Stro­bl vom 3. Janu­ar 2020 bei moment​.at externer Link
  • Grie­chen­land drängt Deutsch­land zur Auf­nah­me von Les­bos-Flücht­lin­gen 
    Seit eini­ger Zeit errei­chen wie­der mehr Migran­ten die Insel Les­bos. Grie­chen­lands Minis­ter­prä­si­dent Kyria­kos Mit­sota­kis will nun, das Deutsch­land Flücht­lin­ge von dort direkt auf­nimmt. Er kri­ti­siert das Dub­lin-Ver­fah­ren. (…) Die Idee von Dub­lin lau­te, dass „ein Teil der Asyl­an­trags­ver­fah­ren in ande­ren Län­dern durch­ge­führt wird“. Der Minis­ter­prä­si­dent for­der­te eine Ände­rung des Dub­lin-Ver­fah­rens: „Wir müs­sen einen euro­päi­schen Asyl- und Migra­ti­ons­pakt ent­wi­ckeln, wie ihn die Kom­mis­si­on ver­spro­chen hat, und im Umgang mit die­sem Pro­blem benö­ti­gen wir mehr Las­ten­tei­lung.“ Der grie­chi­sche Minis­ter­prä­si­dent sag­te der Zei­tung, dass sein Land die Gren­zen sei­ner Kapa­zi­tät errei­che. „Wir neh­men 400 bis 500 Men­schen pro Tag auf.“ Er sieht zudem vie­le der Men­schen, die in Grie­chen­land der­zeit auf den Inseln ankom­men, nicht als asyl­be­rech­tigt an: „Jeder soll­te sich dar­über im Kla­ren sein, dass vie­le die­ser Men­schen, die zu uns kom­men, kei­ne Flücht­lin­ge sind. Sie sind Wirt­schafts­mi­gran­ten.“ (…) Der grie­chi­sche Minis­ter­prä­si­dent ver­tei­dig­te sich gegen Kri­tik, dass die Lage in Les­bos und ande­ren grie­chi­schen Inseln für Flücht­lin­ge unzu­mut­bar sei: „Wir machen viel, um mit die­sem gro­ßen Pro­blem umzu­ge­hen. … Lei­der ist sehr deut­lich gewor­den, dass das Abkom­men zwi­schen der EU und der Tür­kei – das fast zwei­ein­halb Jah­re lang recht gut funk­tio­niert hat – momen­tan von der Tür­kei nicht mehr ein­ge­hal­ten wird.“…” Mel­dung vom 15.12.2019 bei der Welt online externer Link – wir erin­nern in die­sem Zusam­men­hang an unser Dos­sier: Grie­chi­sche Migra­ti­ons­po­li­tik (mit Syri­za) – und Nach­fol­gern
  • Grie­chen­land: See­hofer lehnt Sofort­hil­fe für min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge ab 
    Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) hat einer For­de­rung sei­nes nie­der­säch­si­schen Amts­kol­le­gen Boris Pis­to­ri­us (SPD) nach einem Sofort­pro­gramm für min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge, die ohne Eltern auf Les­bos gestran­det sind, eine Absa­ge erteilt. „Der­zeit lie­gen auf Bun­des­ebe­ne kei­ne der­ar­ti­gen Pla­nun­gen vor“, sag­te ein Spre­cher des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums am Diens­tag dem „Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst“. Nach den Plä­nen von Pis­to­ri­us soll­ten über das Pro­gramm 1.000 Kin­der und Jugend­li­che schnell nach Deutsch­land und mög­li­cher­wei­se auch in ande­re euro­päi­sche Län­der gebracht wer­den. „Ich wer­de unter mei­nen Amts­kol­le­gen und bei Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer dafür wer­ben, dass eine Koali­ti­on der Wil­li­gen in Deutsch­land und Euro­pa sich um die­se Kin­der küm­mert“, hat­te Pis­to­ri­us Anfang Novem­ber nach sei­ner Rück­kehr von einer vier­tä­gi­gen Rei­se nach Athen und Les­bos gesagt. Die jun­gen Geflüch­te­ten soll­ten über Son­der­kon­tin­gen­te schnel­ler aus Grie­chen­land in ande­re euro­päi­sche Län­der gebracht wer­den, for­der­te der Minis­ter. „Die Not vor Ort ist gera­de jetzt mit dem bevor­ste­hen­den Win­ter zu groß, um das taten­los mit anzu­se­hen.“ Für die Kin­der gebe es ohne Hil­fe von außen kaum eine Per­spek­ti­ve. „Hun­der­te von ihnen leben in Zel­ten oder unter Plas­tik­pla­nen unter furcht­ba­ren Bedin­gun­gen.“…” Mel­dung vom 27. Novem­ber 2019 beim Miga­zin externer Link
  • Flücht­lin­ge auf grie­chi­scher Insel: “Wo ist die Mensch­lich­keit, über die in Euro­pa gespro­chen wird?” 
    Das Flücht­lings­camp auf Leros galt lan­ge als vor­bild­lich. Doch seit wie­der mehr Migran­ten kom­men, ist es damit vor­bei: Hun­der­te leben in Zel­ten, ohne Strom und Was­ser. Ein Foto­gra­f­en­team zeigt die dra­ma­ti­schen Zustän­de. Es ist noch nicht lan­ge her, da wur­de das grie­chi­sche Leros als “Insel mit Vor­bild­cha­rak­ter” bezeich­net, als Modell­pro­jekt, was die Ver­sor­gung von Flücht­lin­gen angeht. Zumin­dest war die Lage nicht so schlecht wie auf den Inseln Samos oder Les­bos. Doch die Situa­ti­on hat sich stark ver­schlech­tert. Der Flücht­lings­zu­strom aus der Tür­kei zu den Inseln der Ägä­is hält unver­min­dert an. Allein auf den Inseln Les­bos, Chi­os und Samos sei­en bin­nen sie­ben Tagen 2793 Migran­ten ange­kom­men, berich­te­te das grie­chi­sche Staats­fern­se­hen (ERT) unter Beru­fung auf die Poli­zei­di­rek­ti­on der Regi­on Nord­ägä­is. Mitt­ler­wei­le har­ren auf die­sen drei Inseln sowie in den Regis­trier­la­gern und ande­ren Unter­künf­ten der Inseln Leros und Kos ins­ge­samt 39.161 Migran­ten aus, wie die für Migra­ti­on zustän­di­ge Behör­de mit­teil­te. Im April leb­ten dort nur 14.000 Migran­ten. Allein in dem Lager in Leros leben laut aktu­el­len Zah­len der grie­chi­schen Regie­rung vom Novem­ber mitt­ler­wei­le mehr als 2200 Men­schen – mehr als dop­pelt so vie­le, wie das Camp fas­sen kann. Wer kei­nen Platz fin­det, lebt außer­halb des Camps, ohne Strom, Was­ser und Sani­tär­an­la­gen; in Zel­ten am Strand oder in einem leer ste­hen­den Gebäu­de, das frü­her zu einer psych­ia­tri­schen Kli­nik gehör­te…” Arti­kel von Maria Stöhr vom 25.11.2019 beim Spie­gel online externer Link
  • Pro­tes­te gegen Flücht­lin­ge in Grie­chen­land 
    Die grie­chi­sche Regie­rung will zehn­tau­sen­de Flücht­lin­ge auf das Fest­land umsie­deln, um die heil­los über­füll­ten Insel­la­ger zu ent­las­ten. Aber der Plan stößt vie­ler­orts auf Wider­stand in der Bevöl­ke­rung. Als die Fäh­re Blue Star 2 am Mon­tag­mor­gen im Hafen von Pirä­us anleg­te, waren unter den Pas­sa­gie­ren auch 87 Flücht­lin­ge. Sie kamen von den Inseln Leros und Kos. Kurz zuvor hat­te bereits die Fäh­re Nis­sos Samos ange­dockt, mit 197 Geflüch­te­ten von Les­bos und Chi­os. Aber in immer mehr Ort­schaf­ten regt sich Wider­stand. Bis Mit­te Novem­ber will die Regie­rung 5000 Men­schen aus den Insel-Camps aufs Fest­land umsie­deln. Wei­te­re 15 000 sol­len in den kom­men­den Mona­ten fol­gen. Auf den Ägäis­in­seln leben 31 925 Geflüch­te­te in Lagern, die für 6178 Per­so­nen aus­ge­legt sind. Auf dem Fest­land sol­len die Men­schen in Hotels, Pen­sio­nen und Kaser­nen unter­ge­bracht wer­den. Im nord­grie­chi­schen Gian­nit­sa blo­ckier­ten Ein­woh­ner die Zufahrts­stra­ßen, um Bus­se mit 150 Migran­ten auf­zu­hal­ten. In Naous­sa pro­tes­tier­ten Bür­ger mit Bar­ri­ka­den und Auto­kor­sos gegen den Plan der Behör­den, Flücht­lin­ge unter­zu­brin­gen. Der Bür­ger­meis­ter von Kos hin­der­te 75 Flücht­lin­ge dar­an, von einem Pas­sa­gier­schiff auf sei­ner Insel an Land zu gehen. In der Ort­schaft Vras­na bei Thes­sa­lo­ni­ki ver­hin­der­ten Ein­woh­ner mit Blo­cka­den die Ankunft von 400 Flücht­lin­gen. Initia­to­ren der zuneh­mend ras­sis­tisch gepräg­ten Aktio­nen sind häu­fig Funk­tio­nä­re und Anhän­ger rechts­ex­tre­mis­ti­scher Orga­ni­sa­tio­nen wie der Neo­na­zi-Bewe­gung Gol­de­ne Mor­gen­rö­te und der natio­na­lis­ti­schen Par­tei Grie­chi­sche Lösung…” Mel­dung vom 07. Novem­ber 2019 in der Badi­schen Zei­tung online externer Link
  • Habi​bi​.Works: Ein Schatz für Geflüch­te­te in Nord­grie­chen­land 
    Anfangs war es der Name, über den ich gestol­pert bin: Habi​bi​.Works externer Link, ein Flücht­lings­pro­jekt in der Nähe von Ioán­ni­na. Spä­ter erfuhr ich, dass das Wort “Habi­bi” aus dem Ara­bi­schen kommt und so viel wie Schatz oder Lieb­ling bedeu­tet. Und erst dann wur­de mir bewusst, dass im Nord­wes­ten Grie­chen­lands auch reich­lich Flücht­lin­ge leben. In der Regi­on Epi­rus sind es zir­ka 3.000 Flücht­lin­ge. Und so reif­te in mir der Ent­schluss, auf mei­ner dies­jäh­ri­gen Grie­chen­land­rei­se auch eini­ge Zeit in die­ser Regi­on zu ver­brin­gen. Das Flücht­lings­camp Kats­ikas liegt am Ran­de von Kats­ikas, einer Stadt, sechs Kilo­me­ter von Ioán­ni­na ent­fernt, in einer Anord­nung von über­wie­gend grau­en, alten Han­gars. Die­ses ehe­ma­li­ge Mili­tär­la­ger hat immer noch den Sta­tus eines Mili­tär­ge­biets. Die­ses Flücht­lings­camp mit zir­ka 900 Flücht­lin­gen wird vom ASB im Auf­trag des grie­chi­schen Staats gelei­tet, mit Unter­stüt­zung des UNHCR. In unmit­tel­ba­rer Nähe zum Flücht­lings­camp Kats­ikas, näm­lich auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te der Land­stra­ße, befin­det sich in einer ehe­ma­li­gen Lager­hal­le Habi​bi​.Works, ein Flücht­lings­pro­jekt des deut­schen Ver­eins “Soup & Socks”. Es ver­steht sich nach eige­nen Anga­ben als inter­kul­tu­rel­ler “Maker­space”. Es stellt den Flücht­lin­gen (aber auch loka­len Grie­chen) eine Platt­form für Bil­dung, Empower­ment und Begeg­nun­gen zur Ver­fü­gung, da sie ansons­ten kaum Zugriff auf Bil­dung, psy­cho­lo­gi­sche Betreu­ung, den Arbeits­markt, wür­de­vol­le Lebens­be­din­gun­gen oder die grie­chi­sche Gesell­schaft haben. (…) Im Gespräch mit den zahl­rei­chen Flücht­lin­gen konn­te ich “live” nach­voll­zie­hen, was sich gera­de in Grie­chen­land bezüg­lich Flücht­lings­strö­men abspielt. Dass näm­lich die wie­der ver­stärk­te Ankunft von Flücht­lin­gen auf den ost­ägäi­schen Inseln die­sen Som­mer dazu geführt hat, dass auch ver­mehrt Flücht­lin­ge von dort aufs Fest­land von Grie­chen­land gebracht wer­den (muss­ten). Anders als bei den im Mit­tel­meer zwi­schen Liby­en und Ita­li­en auf­ge­grif­fe­nen Flücht­lings­boo­ten, denen die Ein­fahrt in ita­lie­ni­sche oder mal­te­si­sche Häfen ver­wei­gert wur­de, was zu einer Dis­kus­si­on über die Ver­tei­lung der betrof­fe­nen Flücht­lin­ge auf ganz Euro­pa geführt hat, wird Grie­chen­land mit “sei­nen” Flücht­lin­gen doch von der EU ziem­lich allei­ne gelas­sen. (…) Öfter habe ich von den Flücht­lin­gen gehört, dass Grie­chen­land zwar ein wun­der­schö­nes Land sei. Aber nur für die Tou­ris­ten, um hier Urlaub zu machen, mit der vie­len Son­ne und den lan­gen Som­mern. Da es aber kaum Arbeit gibt – selbst für die Grie­chen nicht -, ist es für sie abso­lut unat­trak­tiv, hier zu leben, hier zu blei­ben. Des­we­gen lernt hier auch so gut wie kein Flücht­ling Grie­chisch. Eng­lisch­kur­se sind dage­gen begehrt, aber es wer­den gar nicht so vie­le Kur­se hier­für ange­bo­ten. Wunsch­län­der sind neben Deutsch­land auch Frank­reich oder ande­re Län­der im Nor­den. Da ich auch seit Jah­ren in Frank­furt am Main in der Flücht­lings­hil­fe tätig bin, konn­te ich des Wei­te­ren sehr schön die ganz unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven wahr­neh­men, die Flücht­lin­ge in Grie­chen­land oder eben in Deutsch­land haben, was einen maß­geb­li­che Ein­fluss auf deren Inte­gra­ti­on hat. In bei­den Län­dern wer­den die Flücht­lin­ge immer mög­lichst peri­pher unter­ge­bracht bzw. “abge­la­gert”, ger­ne auch in die Schmud­del­ecken einer Stadt, in gam­me­li­ge Gewer­be­ge­bie­te oder an ver­wahr­los­te Stadt­rän­der. Das erschwert es nicht nur den Flücht­lin­gen, am sozia­len und kul­tu­rel­len Leben einer Stadt, einer Regi­on teil­zu­neh­men, son­dern auch deren Inte­gra­ti­on. Denn sie sind im Stadt­bild, im Zen­trum einer Stadt, nur sel­ten sicht­bar: Kon­tak­te uner­wünscht!...” Arti­kel von Peter Oeh­ler vom 06. Novem­ber 2019 bei tele­po­lis externer Link
  • [Video] Les­bos und die Flücht­lin­ge: Eine Insel vor dem Kol­laps 
    Les­bos kommt nicht aus den Schlag­zei­len: Immer mehr Flücht­lin­ge drän­gen sich auf der klei­nen Insel im Mit­tel­meer, die Zustän­de im Camp sind kata­stro­phal. Außer­dem blei­ben die Urlau­ber weg, vor allem aus Deutsch­land. Die Tou­ris­mus­wirt­schaft, die wich­tigs­te Bran­che, liegt am Boden. Kann eine Image­kam­pa­gne hel­fen? Die Flücht­lings­kri­se hat sich wie­der ver­schärft – mit kata­stro­pha­len Zustän­den auf Les­bos, dem grie­chi­schen Urlaubs­pa­ra­dies in der Ägä­is. Die Erst­auf­nah­me ist völ­lig über­füllt. Eine wei­te­re Fol­ge: Die Tou­ris­ten blei­ben wei­ter aus. Stav­ros Miro­gi­an­nis ver­sucht, inmit­ten der chao­ti­schen Zustän­de im Camp bei Moria irgend­wie zu hel­fen. Gleich­zei­tig küm­mert sich die Ärz­tin Fevro­nia Kant­art­zis um die Ein­hei­mi­schen. Vie­le von ihnen sind durch die Tou­ris­mus-Flau­te in Exis­tenz­not gera­ten, auch die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung wird immer pro­ble­ma­ti­scher…” Video in der arte-Media­thek externer Link
  • Samos: Brand in grie­chi­schem Flücht­lings­la­ger – 5700 Men­schen wur­den eva­ku­iert /​Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen Flücht­lin­gen 
    “Im völ­lig über­füll­ten Flücht­lings­la­ger der grie­chi­schen Insel Samos ist es am Mon­tag­abend zu Schlä­ge­rei­en zwi­schen Migran­ten aus Syri­en und Afgha­ni­stan gekom­men. Min­des­tens drei Men­schen sei­en nach Berich­ten ört­li­cher Medi­en durch Mes­ser­sti­che ver­letzt wor­den. Wei­te­re acht Men­schen sei­en mit Atem­be­schwer­den ins Kran­ken­haus gebracht wor­den. Bei den Aus­schrei­tun­gen setz­te die Poli­zei Trä­nen­gas ein, um die Ran­da­lie­rer aus­ein­an­der­zu­hal­ten. Zudem hät­ten Migran­ten in dem Lager ein Feu­er ent­facht. Die Feu­er­wehr ver­such­te nach Medi­en­be­rich­ten am Abend den Brand zu löschen. »Das Lager wur­de eva­ku­iert«, sag­te der Bür­ger­meis­ter der Insel­haupt­stadt, Gior­gos Stant­zos, dem Athe­ner Nach­rich­ten­sen­der Skai. Hun­der­te Migran­ten hät­ten in der Klein­stadt von Vat­hy Zuflucht gesucht, hieß es. Im Regis­trier­la­ger von Vat­hy mit einer Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät für 650 Men­schen sind zur­zeit mehr als 5700 Migran­ten. Auch alle ande­ren Lager auf den Inseln Chi­os, Samos, Leros und Kos sind rest­los über­füllt…” Agen­tur­mel­dung vom 15. Okto­ber 2019 in neu­es Deutsch­land online externer Link
  • Grie­chen­land und die Flücht­lin­ge: Die Angst vor dem Kol­laps 
    Gera­de in den letz­ten wär­me­ren Wochen des Jah­res errei­chen mehr Flücht­lin­ge die grie­chi­schen Küs­te. Die Hel­fer sind über­for­dert, die Bevöl­ke­rung wütend auf die untä­ti­ge Regie­rung. Mehr als 30.000 Flücht­lin­ge leben seit eini­gen Tagen auf den fünf grie­chi­schen Inseln mit Regis­trie­rungs­zen­trum – so vie­le wie noch nie in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren. Auf Les­bos starb bei einem Brand im über­füll­ten Lager Moria am ver­gan­ge­nen Sonn­tag eine Mut­ter und mög­li­cher­wei­se auch zwei ihrer Kin­der. Auf Samos muss­ten sich eini­ge tau­send neu auf die Insel geflüch­te­te Men­schen Not­un­ter­künf­te selbst bau­en, aus Holz und Plas­tik­pla­nen. So kön­ne es nicht mehr wei­ter­ge­hen, sagt ein Bau­er auf Les­bos: “Die neue Regie­rung muss sich jetzt end­lich schnell bewe­gen. Sie muss dafür sor­gen, dass die Leu­te rich­tig schla­fen, essen und sich waschen kön­nen.” (…) Die Ver­sor­gung mit Was­ser und genü­gend Essen klap­pe gera­de noch, sagt Ste­fa­na­kis. Doch medi­zi­ni­sche Hil­fe gebe es oft nicht mal mehr für schwer kran­ke Flücht­lin­ge oder schwan­ge­re Frau­en. “Das ist inhu­man”, sagt Bog­dan And­rei. Er betreut seit drei Jah­ren für die Frei­wil­li­gen­or­ga­ni­sa­ti­on “Samos Vol­un­te­ers” Flücht­lin­ge. “Im ver­gan­ge­nen Monat hat­ten wir 1200 Men­schen, die neu nach Samos geflüch­tet sind. Da kön­nen Sie sich vor­stel­len, wie viel Arbeit es macht, die auch nur mit dem Nötigs­ten auf so einer rela­tiv klei­nen Insel zu ver­sor­gen”, berich­tet er. (…) Mit­ar­bei­ter des grie­chi­schen Hei­mat­schutz­mi­nis­te­ri­ums gehen davon aus, dass meh­re­re zehn­tau­send Men­schen aus Afgha­ni­stan, Syri­en, dem Irak und aus vie­len afri­ka­ni­schen Län­dern schon an der tür­ki­schen Küs­te auf eine güns­ti­ge Gele­gen­heit war­ten, eben­falls nach Grie­chen­land zu flüch­ten. Dass der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdo­gan vor eini­gen Wochen offen damit gedroht hat, vie­le der neu in der Tür­kei ankom­men­den Syrern “durch­zu­win­ken”, nimmt auch Kou­mout­sa­kos sehr ernst…” Bei­trag von Micha­el Leh­mann, ARD-Stu­dio Athen, vom 04.10.2019 bei tages​schau​.de externer Link, sie­he zur Lage auch den Arti­kel von Was­si­lis Aswestopou­los vom 05. Okto­ber 2019 bei tele­po­lis externer Link
  • Fes­tung Euro­pa tötet nicht nur auf dem Meer: Brand im Flücht­lings­la­ger Moria auf Les­bos for­dert Todes­op­fer, Aus­schrei­tun­gen mit Trä­nen­gas und Blend­gra­na­ten erstickt 
    „… Bis­lang wur­de bestä­tigt, dass zwei Per­so­nen, eine Mut­ter und ihr Kind, ver­brann­ten, wäh­rend fünf wei­te­re Per­so­nen ver­letzt wur­den. Gegen 17 Uhr Orts­zeit waren zwei Feu­er beim Lager aus­ge­bro­chen. Das eine unge­fähr 400 m außer­halb des umzäun­ten Lager­ge­län­des und das ande­re mit­ten im Lager in einem der Wohn­con­tai­ner. Der Brand sprang von dem Con­tai­ner rasch auf wei­te­re Wohn­con­tai­ner über, so dass nach den bis­he­ri­gen Anga­ben min­des­tens sie­ben davon beschä­digt oder zer­stört wur­den. Direkt im Anschluss an den Brand kam es inner­halb des Lagers zu Aus­schrei­tun­gen. Das Gerücht von Todes­op­fern mach­te die Run­de unter den Insas­sen. Poli­zei und Feu­er­wehr rück­ten an. Die Poli­zei setz­te Trä­nen­gas und Blend­gra­na­ten ein, wäh­rend eine auf­ge­brach­te Men­ge im Cha­os sogar die Feu­er­wehr­leu­te angriff. Es erwies sich als fatal, dass die Poli­zei aus Angst vor einer Mas­sen­flucht der Insas­sen sämt­li­che Flucht­we­ge aus dem Lager ver­sperr­te und die­je­ni­gen, die panisch flüch­ten woll­ten, mit Trä­nen­gas, Stock­hie­ben und Blend­gra­na­ten trak­tier­te. Gegen 19 Uhr Orts­zeit bestä­tig­te Nikos Papa­ef­sta­thiou, der Direk­tor des Natio­na­len Zen­trums für Gesund­heits­diens­te (EKEPY) und Vor­sit­zen­der der Ret­tungs­diens­te (EKAV), die bis­lang bekann­ten Todes­op­fer. Er gab gegen­über der Pres­se an, dass eine der voll­kom­men ver­kohl­ten Lei­chen nicht mit einem Kran­ken­wa­gen oder einem sons­ti­gen staat­li­chen Fahr­zeug, son­dern mit einem pri­va­ten Kraft­fahr­zeug ins Kran­ken­haus der Insel­haupt­stadt Myti­le­ne gebracht wur­de. Am spä­ten Abend wur­de das Feu­er unter Kon­trol­le gebracht…“ – aus dem Bei­trag „Tote bei Feu­er im Flücht­lings­la­ger Moria“ von Was­si­lis Aswestopou­los am 29. Sep­tem­ber 2019 bei tele­po­lis externer Link, wor­in auch noch über ers­te Stel­lung­nah­men zur töd­li­chen EU-Poli­tik und ihrer Umset­zung durch grie­chi­sche Regie­run­gen berich­tet wird. Sie­he dazu auch zwei kur­ze Mel­dun­gen von „vor Ort“, ein­schließ­lich eines Videobe­rich­tes über die Reak­tio­nen im Lager:
  • Flücht­lin­ge in Grie­chen­land – Samos: Hil­fe­ruf aus einem offe­nen Gefäng­nis 
    Immer mehr Men­schen flie­hen über die Tür­kei nach Grie­chen­land. Deut­lich wird das auf der Insel Samos: Hier leben knapp 5.000 Flücht­lin­ge in einem Camp, das für 700 Men­schen geplant war. Ihre Ver­sor­gungs­la­ge ist dra­ma­tisch. Die Bewoh­ner der Insel füh­len sich von Regie­rung und EU im Stich gelas­sen. (…) Weni­ge Wochen erst im Amt ist der neu­ge­wähl­te Bür­ger­meis­ter von Samos, Geor­gi­os Stant­zos. Er spricht mit freund­li­chem, aber ent­schlos­se­nem Gesicht von uner­träg­li­chen Zustän­den für die Flücht­lin­ge, sieht aber auch, was die eige­ne Bevöl­ke­rung spe­zi­ell in Samos-Stadt seit 2015 mit­macht und inzwi­schen kaum noch ertra­gen kann: „Wir müs­sen uns von Tag zu Tag durch­kämp­fen mit die­ser Lage. Sicher­heits­leu­te und Bevöl­ke­rung bewah­ren halb­wegs Ruhe, ja. Aber ich kann es nicht ver­heim­li­chen. Wir müs­sen das Schlimms­te befürch­ten, dass alles doch noch aus dem Ruder läuft. Wir hof­fen, dass das Glück wei­ter auf unse­rer Sei­te bleibt. Wir sind gast­freund­lich, aber: seit 2015 die­se gro­ße Zahl von Migran­ten auf unse­rer Insel – unse­re Gren­zen sind seit lan­gem über­schrit­ten. Die Migran­ten müs­sen des­halb run­ter von der Insel.“ Nur gele­gent­lich kann ein Arzt im Flücht­lings-Camp von Samos nach drin­gen­den Not­fäl­len schau­en. Medi­ka­men­te gibt es so gut wie kei­ne. Das klei­ne Kran­ken­haus der Insel ist zuneh­mend über­las­tet. (…) „Die Mit­glie­der der neu­en Regie­rung, die jetzt Minis­ter sind, hat­ten uns vor der Wahl hier auf Samos besucht. Sie haben Lösun­gen, ganz neue Kon­zep­te für die Flücht­lings­un­ter­brin­gung ver­spro­chen. Gar nichts ist pas­siert. Herr Kou­mout­sa­kos, der stell­ver­tre­ten­de Innen­mi­nis­ter – haupt­ver­ant­wort­lich jetzt in Migra­ti­ons­fra­gen – er war weni­ge Tage vor der Wahl im Juli hier auf Samos und hat gesagt, man kön­ne dafür sor­gen, dass Boo­te sehr früh in der Tür­kei abge­fan­gen wer­den. Ist noch kein ein­zi­ges Mal pas­siert.“…” Repor­ta­ge von Micha­el Leh­mann vom 21.09.2019 beim Deutsch­land­funk externer Link
  • Dra­ma­ti­sche Lage in der Ägä­is: PRO ASYL for­dert euro­päi­sche Soli­da­ri­tät. Abschie­bung in die Tür­kei ist rechts­wid­rig 
    PRO ASYL for­dert die grie­chi­sche Regie­rung und die ande­ren EU-Staa­ten, ins­be­son­de­re Deutsch­land, auf, die dra­ma­ti­sche und sich zuse­hends zuspit­zen­de Situa­ti­on in der Ägä­is zu ent­schär­fen und die rechts­wid­ri­gen Zustän­de für Asyl­su­chen­de in Grie­chen­land zu been­den. »Flücht­lin­ge in der Ägä­is dro­hen zum Spiel­ball der Macht­in­ter­es­sen der Tür­kei, Grie­chen­lands und der EU-Staa­ten zu wer­den. Ihr Rechts­an­spruch auf Schutz wird sys­te­ma­tisch igno­riert«, kri­ti­siert Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. PRO ASYL for­dert die Auf­nah­me Schutz­su­chen­der von den grie­chi­schen Inseln sowie den Zugang zu einem fai­ren Asyl­ver­fah­ren inner­halb der EU. Auf den grie­chi­schen Inseln har­ren mehr als 25.000 Men­schen aus; rund 40% von ihnen sind UNHCR-Anga­ben zufol­ge Kin­der und Jugend­li­che unter 17 Jah­ren. PRO ASYL unter­stützt die For­de­rung Grie­chen­lands, vor­dring­lich Min­der­jäh­ri­gen die Wei­ter­rei­se in ande­re EU-Staa­ten zu ermög­li­chen. Auf ent­schie­de­ne Kri­tik stößt die nach Medi­en­be­rich­ten externer Link geplan­ten Ver­schär­fun­gen des grie­chi­schen Asyl­rechts und der Anwen­dung des EU-Tür­kei-Deals. Dem­nach ist vor­ge­se­hen, die Tür­kei zum »siche­ren Dritt­staat« zu erklä­ren und auch vom Fest­land aus Schutz­su­chen­de in die Tür­kei zurück­zu­brin­gen. Die Auf­for­de­rung der EU-Kom­mis­si­on und laut Spie­gel-Online-Bericht externer Link auch der deut­schen Behör­den, die Rück­füh­run­gen in die Tür­kei im Rah­men des Deals zu ver­stär­ken, geht voll­kom­men an der Rea­li­tät vor­bei…” Pres­se­mit­tei­lung vom 11.09.2019 von und bei Pro Asyl externer Link
  • Migran­ten in Grie­chen­land: Athen ruft EU zur Auf­nah­me von Kin­dern auf 
    Erneut kom­men wie­der mehr Flücht­lin­ge aus der Tür­kei in Grie­chen­land an. Minis­ter­prä­si­dent Mit­sota­kis appel­lier­te des­halb an die ande­ren EU-Staa­ten, zumin­dest Kin­der auf­zu­neh­men. Dro­hun­gen der Tür­kei wies er zurück. Grie­chen­land hat die ande­ren EU-Staa­ten auf­ge­ru­fen, zumin­dest min­der­jäh­ri­ge Migran­ten aus den Regis­trier­la­gern auf den Inseln der Ägä­is auf­zu­neh­men. Dort sind zur­zeit mehr als 24.000 Men­schen unter­ge­bracht. Rund 40 Pro­zent von ihnen sind laut UN-Orga­ni­sa­tio­nen und grie­chi­schen Behör­den Min­der­jäh­ri­ge im Alter unter 17 Jah­ren. (…) Der kon­ser­va­ti­ve grie­chi­sche Regie­rungs­chef for­der­te die EU auf, Maß­nah­men gegen jene Staa­ten zu ergrei­fen, die sich wei­gern, Min­der­jäh­ri­ge auf­zu­neh­men. “Eini­ge Staa­ten wol­len alle Vor­tei­le der Bewe­gungs­frei­heit im Schen­gen Raum haben, sie wei­gern sich aber, die Las­ten zu tei­len”, sag­te Mit­sota­kis. Vor allem das Pro­blem mit den Kin­dern lie­ge ihm am Her­zen…” Mel­dung vom 8.9.2019 bei tages​schau​.de externer Link
  • Mit Trä­nen­gas gegen Flücht­lings­kin­der. Grie­chi­sche Poli­zei geht gegen Pro­tes­te von 300 unbe­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen im berüch­tig­tem Lager Moria auf Les­bos vor 
    Die grie­chi­sche Poli­zei hat bei Pro­tes­ten in einem über­füll­ten Flücht­lings­la­ger auf der Insel Les­bos Trä­nen­gas gegen Flücht­lings­kin­der ein­ge­setzt. Wie die grie­chi­sche Nach­rich­ten­agen­tur Ana berich­te­te, betei­lig­ten sich am Mitt­woch rund 300 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge an Pro­tes­ten im berüch­tig­ten Lager Moria und ver­lang­ten ihre Ver­le­gung aufs Fest­land. Als die Flücht­lin­ge Müll­ei­mer in Brand setz­ten, setz­te die Poli­zei dem­nach Trä­nen­gas ein. Das Lager von Moria steht seit Jah­ren in der Kri­tik, da es chro­nisch über­füllt ist. Nach der Ankunft von 3000 neu­en Flücht­lin­gen im August hat­te sich die ohne­hin schwie­ri­ge hygie­ni­sche Situa­ti­on in dem inmit­ten von Oli­ven­hai­nen gele­ge­nen Zelt­la­ger wei­ter ver­schlech­tert. Ende August leb­ten nach UN-Anga­ben fast 11.000 Men­schen in dem Lager, das eigent­lich nur für ein Vier­tel davon aus­ge­legt ist. (…) Die EU-Kom­mis­si­on hat Grie­chen­land inzwi­schen Hil­fe bei der Ver­le­gung der Flücht­lin­ge von Les­bos ange­bo­ten. Am Diens­tag ver­leg­ten die grie­chi­schen Behör­den die ers­ten tau­send Flücht­lin­ge aus Moria aufs Fest­land. Sie wur­den mit Fäh­ren zunächst in die Hafen­stadt Thes­sa­lo­ni­ki und dann ins Lager Nea Kava­la bei Kil­kis in Nord­grie­chen­land gebracht. Doch auch dort sind die Bedin­gun­gen nicht gut. Neu­an­kömm­lin­ge klag­ten am Mitt­woch unter ande­rem über Eng­päs­se bei Was­ser, Strom und Zel­ten. »Wir haben Moria in der Hoff­nung auf etwas Bes­se­res ver­las­sen«, sag­te der 20-jäh­ri­ge Sasan aus Afgha­ni­stan. »Letzt­end­lich ist sogar schlim­mer.«...” Agen­tur­mel­dung vom 05.09.2019 beim ND online externer Link
  • Nach Todes­fall auf Les­bos: Unicef for­dert Schutz von Kin­dern in grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern 
    Deso­la­te Zustän­de für Kin­der im Flücht­lings­la­ger auf der Insel Les­bos ruft die Unicef auf den Plan. Sie ruft EU-Län­der auf, die Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung zu beschleu­ni­gen und die Auf­nah­me­län­der stär­ker zu unter­stüt­zen. Nach dem Tod eines Jugend­li­chen in einem Flücht­lings­la­ger auf der grie­chi­schen Insel Les­bos for­dert Unicef die EU-Staa­ten auf, unbe­glei­te­te Flücht­lings­kin­der bes­ser zu schüt­zen. Mehr als 1.100 unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge hiel­ten sich in Auf­nah­me- und Regis­trie­rungs­zen­tren auf den grie­chi­schen Inseln oder in Gefäng­nis­sen im gan­zen Land auf, erklär­te das UN-Kin­der­hilfs­werk. Das mar­kie­re einen neu­en Höchst­stand seit Anfang 2016. In den unsi­che­ren und über­füll­ten Lagern sei der Schutz von Kin­dern nicht sicher­ge­stellt. Im August wur­de bei einer Mes­ser­at­ta­cke nach einem Streit im Flücht­lings­la­ger Moria auf der Insel Les­bos ein 15-jäh­ri­ger Afgha­ne getö­tet, zwei wei­te­re Jugend­li­che wur­den ver­letzt. Ein afgha­ni­scher Jugend­li­cher wur­de als Tat­ver­däch­ti­ger fest­ge­nom­men. (…) Das Auf­nah­me­zen­trum in Moria ist den Anga­ben zufol­ge für 3.000 Men­schen aus­ge­legt. Zur­zeit leben dort aber mehr als 8.700 Men­schen, dar­un­ter 3.000 Kin­der. In einer eige­nen Sek­ti­on des Lagers sind laut Unicef aktu­ell mehr als 520 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge unter­ge­bracht, obwohl der Bereich nur für 160 aus­ge­legt ist. Die Über­las­tung füh­re dazu, dass Kin­der der Gefahr von Gewalt und Miss­brauch aus­ge­setzt sei­en und nur ein­ge­schränk­ten Zugang zu Bil­dung, Gesund­heits­ver­sor­gung und psy­cho­so­zia­ler Unter­stüt­zung hät­ten, beklag­te das Hilfs­werk…” Bei­trag vom 3. Sep­tem­ber 2019 beim Miga­zin externer Link
  • Grie­chen­land: Hun­der­te Boots­flücht­lin­ge lan­den auf Les­bos 
    Auf Les­bos sind rund 650 Boots­flücht­lin­ge ange­lan­det – das ist die größ­te Mas­sen­an­kunft seit drei Jah­ren. Die Gesamt­zahl derer, die über das Mit­tel­meer nach Euro­pa kom­men ist der­weil zurück­ge­gan­gen. 16 Flücht­lings­boo­te mit rund 650 Men­schen an Bord sind auf der grie­chi­schen Insel Les­bos ange­lan­det – allein 13 Boo­te inner­halb einer Stun­de. Das ist die größ­te Mas­sen­an­kunft seit drei Jah­ren, teil­ten die ört­li­che Poli­zei und das Flücht­lings­hilfs­werk UNHCR über­ein­stim­mend mit. UNHCR-Spre­cher Boris Ches­hir­kov sag­te, man sei über­rascht gewe­sen. “Wir haben die­se Art abge­stimm­ter Ankünf­te in die­ser Zahl seit 2016 nicht mehr erlebt. Aus diplo­ma­ti­schen Krei­sen hieß es, die grie­chi­sche Regie­rung habe den tür­ki­schen Bot­schaf­ter ein­be­stellt. Ihm sei das Miss­be­ha­gen der Zunah­me der über die Tür­kei nach Grie­chen­land gelan­gen­den Flücht­lin­ge aus­ge­drückt wor­den. (…) Die ange­kom­me­nen Boots­flücht­lin­ge wur­den zunächst in das Lager Moi­ra auf Les­bos gebracht. Dort leben über 10.000 Men­schen. Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen bezeich­nen Moi­ra als über­be­legt, unsi­cher und unmensch­lich. Athen kün­dig­te an, rund 1000 Migran­ten von der Insel Les­bos aufs Fest­land brin­gen. Sie sol­len dem­nach an Bord von zwei Kriegs­schif­fen der grie­chi­schen Mari­ne Anfang Sep­tem­ber zum Lager von Nea Kava­la nahe Thes­sa­lo­ni­ki gebracht wer­den.” Mel­dung vom 30.08.2019 bei tages​schau​.de externer Link
  • Min­der­jäh­rig im Flücht­lings­camp Rit­so­na: Kind sein zwi­schen Con­tai­nern 
    “… Valen­ti­na Giudi­zio arbei­tet mit eini­gen von ihnen zusam­men. Die Ita­lie­ne­rin ist Pro­jekt­ko­or­di­na­to­rin der Orga­ni­sa­ti­on Light­house Reli­ef, die sich um geflüch­te­te Kin­der und Jugend­li­che küm­mert. Seit Okto­ber 2017 arbei­tet Giudi­zio im Flücht­lings­camp Rit­so­na, in Grie­chen­land, 90 Auto-Minu­ten nörd­lich von Athen. Dort hilft sie min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­gen dabei, so etwas wie eine Kind­heit zu haben – und ver­sucht, Jugend­li­chen ange­sichts ihrer unge­wis­sen Zukunft Ängs­te und Sor­gen zu neh­men. (…) Giudi­zio sagt, die trau­ma­ti­schen Erfah­run­gen im Hei­mat­land und auf der Flucht gehör­ten zu den größ­ten Her­aus­for­de­run­gen im Camp. Auch Kin­der, die noch zu jung sei­en, um sich aktiv zu erin­nern, sei­en betrof­fen, ergänzt Mar­shall, die Spre­cher­hin der Orga­ni­sa­ti­on. “Die Eltern geben ihr Trau­ma oft wei­ter”, sagt Mar­shall. “Selbst wenn die Kin­der kei­nen Krieg erlebt haben – sie leben in Fami­li­en, die eine extrem her­aus­for­dern­de Zeit durch­ge­macht haben und aus ihrer Hei­mat ver­trie­ben wor­den sind.” Sei­ne eige­nen Gefüh­le zu ver­ste­hen und aus­zu­drü­cken, sei gera­de für Kin­der manch­mal sehr schwie­rig, sagt Giudi­zio. Vor noch ein­mal ganz ande­ren Her­aus­for­de­run­gen stün­den Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne, sagt Giudi­zio. Vie­le hät­ten Fami­li­en­mit­glie­der und gute Freun­de zurück­ge­las­sen oder ver­lo­ren. Das War­ten, die Lan­ge­wei­le – all das füh­re oft zu nega­ti­ven Gedan­ken. “Du bist 20, viel­leicht 25 Jah­re alt, denkst über Arbeit und Mög­lich­kei­ten nach – und hin­ter­fragst plötz­lich dein gan­zes Leben”, sagt Giudi­zio…” Valen­ti­na Giudi­zio im Gespräch mit Kevin Schu­bert am 11. Juli 2019 beim ZDF externer Link
  • Unter­brin­gung Min­der­jäh­ri­gen: Gerichts­hof für Men­schen­rech­te ver­ur­teilt Grie­chen­land wegen Flücht­lin­gen 
    “… Grie­chen­land ist wegen der Unter­brin­gung von fünf min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­gen vom Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te (EGMR) ver­ur­teilt wor­den. Die feh­len­de Für­sor­ge für vier von ihnen, die im Flücht­lings­la­ger Ido­me­ni unter­ka­men, sowie die Inhaf­tie­rung von drei­en von ihnen lau­fe auf eine unmensch­li­che Behand­lung hin­aus, ent­schied das Gericht am Don­ners­tag in Straß­burg. Es sah außer­dem das Recht auf Frei­heit ver­letzt. Vier der Flücht­lin­ge sprach der EGMR jeweils 6.000 Euro, einem Flücht­ling 4.000 Euro Scha­den­er­satz zu. Zusam­men erhal­ten sie außer­dem 1.500 Euro Aus­la­gen­er­stat­tung. (AZ: 14165/​16). (…) Mit Blick auf Ido­me­ni urteil­te der EGMR, dass der grie­chi­sche Staat die dort herr­schen­den „kläg­li­chen“ Zustän­de durch feh­len­des Han­deln teils selbst ver­schul­det habe. Die Behör­den hät­ten sich um die Min­der­jäh­ri­gen küm­mern müs­sen, nach­dem sie auf­ge­grif­fen wur­den, so dass sie gar nicht in das Camp gekom­men wären. Mit Blick auf die Inhaf­tie­rung stell­te der EMGR eben­falls eine ent­wür­di­gen­de Behand­lung fest. Dar­über hin­aus habe Grie­chen­land die Min­der­jäh­ri­gen von vorn­her­ein gemäß inter­na­tio­na­lem Recht in einer ande­ren Ein­rich­tung unter­brin­gen müs­sen.” Mel­dung von und bei MiGA­ZIN vom 14. Juni 2019 externer Link. Sie­he dazu:
    • Min­der­jäh­ri­ge in Ido­me­ni: Das spä­te und knap­pe Urteil des Men­schen­rechts­ge­richts­hofs 
      “… Die Beschwer­de bezieht sich auf den Auf­ent­halt in Ido­me­ni von vier der fünf Jugend­li­chen sowie gegen die Unter­brin­gung in soge­nann­tem Schutz­ge­wahr­sam (προστατευτική φύλαξη) von drei der fünf. Bezüg­lich der Unter­brin­gung in Schutz­ge­wahr­sam urteil­te der EGMR, dass dar­in sowohl eine Ver­let­zung des Arti­kel 3 als auch des Arti­kel 5 Abs. 1 EMRK, eine nicht gerecht­fer­tig­te Frei­heits­ent­zie­hung, lag. (…) So weit so klar, doch zufrie­den kann man beim Lesen die­ses Urteils kaum sein. Da ist zuerst ein­mal die Dau­er des Ver­fah­rens: Der Antrag wur­de im März 2016 gestellt, mehr als drei Jah­re ver­gin­gen also bis zu die­sem, wohl­ge­merkt, Kam­mer­ur­teil. In der Zwi­schen­zeit hat einer der min­der­jäh­ri­gen Antrag­stel­ler mehr­fach ver­sucht, sich umzu­brin­gen. Die eben­falls im März 2016 gestell­ten Anträ­ge auf einst­wei­li­ge Ver­fü­gun­gen hat­te das Gericht abge­lehnt. (…) Und dann ist da die Lage in der EU. Ido­me­ni war nicht ein­fach ein Flücht­lings­la­ger in Grie­chen­land, son­dern eine Begleit­erschei­nung des seit Jah­ren so schlecht funk­tio­nie­ren­den Gemein­sa­men Euro­päi­schen Asyl­sys­tems. (…) Bezüg­lich der grö­ße­ren Fra­ge euro­päi­scher Ver­ant­wor­tungs­tei­lung, für wel­che auch das Lager von Ido­me­ni stand, hat die Kam­mer ver­mie­den, sich zu äußern. Es ist nicht Auf­ga­be des Gerichts­hofs, die Poli­tik aus ihrer Star­re zu locken. Aber zumin­dest die Ver­ant­wor­tung Nord­ma­ze­do­ni­ens hät­te das Gericht näher prü­fen sol­len. Als ent­lang der Bal­kan­rou­te ohne Rück­sicht auf Asyl­an­trä­ge Schutz­su­chen­de abge­wie­sen wur­den, da fiel die Ach­tung des euro­päi­schen Rechts wie eine Rei­he von Domi­no­stei­nen. Zurück­wei­sun­gen ohne Anse­hung des Ein­zel­falls sind für EU-Staa­ten euro­pa­rechts­wid­rig (…) und sie stel­len für Ver­trags­staa­ten der EMRK poten­ti­el­le Ver­let­zun­gen von Arti­kel 3 und von Arti­kel 4 des 4. Zusatz­pro­to­kolls der EMRK (Ver­bot der Kol­lek­tiv­aus­wei­sung) dar. Die sorg­fäl­ti­ge Prü­fung von Ver­stö­ßen kann ein lang­sa­mes, müh­sa­mes und loh­nens­wer­tes Wie­der­auf­stel­len die­ser Stei­ne sein. Ein wei­te­rer Fall ist anhän­gig vor dem EGMR, der Push-backs an der grie­chisch-maze­do­ni­schen Gren­ze betrifft.” Kom­men­tar von Prof. Dana Schmalz vom 21. Juni 2019 bei MiGA­ZIN externer Link (Dana Schmalz ist Pro­fes­so­rin für Öffent­li­ches Recht an der Uni­ver­si­tät Bre­men)
  • Drei Jah­re Not­fall­lö­sun­gen: Auf­nah­me­kri­se in Nord­grie­chen­land 
    Im August 2018 und Anfang 2019 führ­ten die Mitarbeiter*innen von PRO ASYL /​Refu­gee Sup­port Aege­an (RSA) Inter­views mit Geflüch­te­ten in fünf Flücht­lings­la­gern in Nord- und Mit­tel­grie­chen­land durch. Die Stu­die macht deut­lich, dass es der grie­chi­schen Regie­rung wei­ter­hin nicht gelun­gen ist, zu mit­tel- oder lang­fris­ti­gen Lösun­gen zu fin­den…” Bei­trag vom 28.05.2019 bei Pro Asyl externer Link
  • [Video] „Les­bos: die schöns­te Höl­le auf Erden“ 
    Das Flücht­lings­la­ger Moria auf Les­bos ist für sei­ne men­schen­un­wür­di­gen Zustän­de bekannt. Hier sind ein­ein­halb Jah­re Lang­zeit­be­ob­ach­tung des Lagers doku­men­tiertVideo vom 27. Mai 2019 bei you­tube externer Link (42 min)
  • Zieg­ler spricht von unwür­di­gen Zustän­de in Flücht­lings­la­gern: »Die Ver­ant­wort­li­chen für die­se fürch­ter­li­che Abschre­ckungs­po­li­tik müs­sen drin­gend abge­wählt wer­den« 
    Ehe­ma­li­ger UN-Son­der­be­richt­erstat­ter: Ver­ant­wort­li­che für »fürch­ter­li­che Abschre­ckungs­po­li­tik« müs­sen abge­wählt wer­den /​NGOs for­dern Umver­tei­lung von Flücht­lin­gen auf Kom­mu­nen
    Der ehe­ma­li­ge UN-Son­der­be­richt­erstat­ter für das Recht auf Nah­rung, Jean Zieg­ler, hat die Zustän­de der Flücht­lings­la­ger in Grie­chen­land scharf kri­ti­siert. »Ein soli­da­ri­sches Euro­pa muss sich an der Soli­da­ri­tät mit Flücht­lin­gen bewei­sen. Eine Situa­ti­on wie in den Hot­spots auf den grie­chi­schen Inseln ist unmensch­lich und muss been­det wer­det«, berich­tet der Schwei­zer nach dem Besuch des Flücht­lings­la­gers Moria auf der Insel Les­bos. Zieg­ler ist aktu­ell Vize­prä­si­dent des bera­ten­den Aus­schus­ses des UN-Men­schen­rechts­ra­tes und reist der­zeit mit einer Dele­ga­ti­on der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen (NGOs) med­i­co inter­na­tio­nal und Pro Asyl durch das süd­eu­ro­päi­sche Land, um sich ein Bild von der Situa­ti­on der Geflüch­te­ten vor Ort zu machen. »Es ste­hen Euro­pa­wah­len bevor. Die Ver­ant­wort­li­chen für die­se fürch­ter­li­che Abschre­ckungs­po­li­tik müs­sen drin­gend abge­wählt wer­den«, for­dert Zieg­ler. Die Lager sei­en hoff­nungs­los über­be­legt, erklärt Karl Kopp, Lei­ter der Euro­pa-Abtei­lung von Pro Asyl. Nur dank der Arbeit von NGOs und Ehren­amt­li­chen vor Ort sei eine medi­zi­ni­sche Not­ver­sor­gung gewähr­leis­tet. »Moria steht nicht nur für furcht­ba­re Lebens­be­din­gun­gen. Moria ist auch das zyni­sche Modell, wie in euro­päi­schen Grenz­ver­fah­ren Schutz­su­chen­de völ­lig recht­los gestellt wer­den«, kri­ti­siert Kopp. Auch Ramo­na Lenz von med­i­co inter­na­tio­nal sieht Brüs­sel in der Pflicht
    …” Bei­trag vom 24.05.2019 beim ND online externer Link
  • [10.5.19 in Ber­lin] Ver­an­stal­tung „Selbst­or­ga­ni­sie­rung und Flucht“ 
    Im Herbst 2018 besuch­te eine Dele­ga­ti­on von Gewerkschafter*innen und Aktivist*innen ein selbst­or­ga­ni­sier­tes Camp von Geflüch­te­ten in Lav­rio, in der Nähe von Athen. Etwa zur sel­ben Zeit bereis­te eine Dele­ga­ti­on der Kam­pa­gnen «TATORT Kur­di­stan» und «Gemein­sam Kämp­fen» das Camp Mex­mûr in der Auto­no­mie­re­gi­on Nord­irak (Süd­kur­di­stan). Bei­de Orte ver­bin­det der Kampf für Selbst­be­stim­mung und gegen das täg­li­che Elend unter schwie­rigs­ten Bedin­gun­gen. Unter­stüt­zung von gro­ßen NGO‘s und staat­li­chen Stel­len erhal­ten sie nicht. (…) Ein Ver­tre­ter vom St. Pau­li Fan­club Athen-Exar­chia, der unter ande­rem soli­da­ri­sche Unterstützung für das Camp in Lav­rio orga­ni­siert, wird die Arbeit der kur­di­schen Aktivist*innen dort vor­stel­len. Ein Ver­tre­ter von Civa­ka Azad wird von der Dele­ga­ti­on nach Mex­mûr berich­ten.” Ein­la­dung vom AKI externer Link zur Ver­an­stal­tung von gewerk­schaft­li­cher Grie­chen­land Soli-Rei­se­grup­pe, Radi­ka­le Lin­ke Ber­lin und Civa­ka Azad am 10. Mai um 19 Uhr, Aqua­ri­um, Ska­lit­zer Str. 6 in 10999 Ber­lin
  • »Die Men­schen­wür­de zu ver­tei­di­gen ist kein Luxus, son­dern eine mensch­li­che Pflicht« 
    Efi Lat­s­ou­di setzt sich in ihrer täg­li­chen Arbeit für Refu­gee Sup­port Aege­an (RSA) auf Les­vos für die Rech­te von Schutz­su­chen­den ein. Sie ist Mit­un­ter­zeich­ne­rin der Myti­li­ni Erklä­rung für einen wür­de­vol­len Umgang mit allen ver­miss­ten & ver­stor­be­nen Migrant*innen und ihren Fami­li­en. Im Inter­view berich­tet sie über den trau­rigs­ten Teil ihrer Arbeit...” Inter­view vom 06.05.2019 bei Pro Asyl externer Link
  • Flücht­lings­la­ger auf Samos: “Das ist unser Dschun­gel” 
    “Die EU ver­kauft den Flücht­lings­pakt mit der Tür­kei als Erfolg. Dabei hat er die grie­chi­schen Inseln in der Ägä­is in Gefäng­nis­se ver­wan­delt. Auf Samos leben Migran­ten wie Annick Toud­ji unter ent­setz­li­chen Bedin­gun­gen. Ein Besuch. Zwi­schen Papp­kar­tons, Pla­nen und Plas­tik­fla­schen haust Annick Toud­ji. Es stinkt nach Urin, von oben ist er den Hang her­ab­ge­ron­nen, vor­bei an wacke­li­gen Zel­ten, vor­bei an den Stei­nen, zwi­schen denen Annick Toud­ji gleich Feu­er machen will. Der bei­ßen­de Geruch hängt stän­dig in der Luft. Toud­ji, 33, groß und hager, hockt auf einem Baum­stumpf. Mit kur­zen, ent­schlos­se­nen Hie­ben schnei­det sie ihre Fleisch­to­ma­te in einen Topf. “Das ist unser Dschun­gel”, sagt sie. Im Dschun­gel gibt es kei­ne Toi­let­te, kei­nen Strom. Statt­des­sen gibt es: Rat­ten, Kaker­la­ken, Krät­ze. Tau­sen­de Migran­ten vege­tie­ren hier auf der grie­chi­schen Insel Samos vor sich hin. Toud­ji ist eine von ihnen, vor knapp einem Jahr begann ihre Flucht aus Kame­run. Die Migran­ten pas­sen nicht mehr in das offi­zi­el­le Flücht­lings­la­ger auf Samos. Schon lan­ge quillt es über, links und rechts kam Zelt um Zelt hin­zu. So ent­stand der Dschun­gel. Mehr als 3800 Migran­ten leben der­zeit am Hang und im Lager, das für nur 648 Per­so­nen aus­ge­legt ist. Kein ande­rer soge­nann­ter Hot­spot auf den ägäi­schen Inseln ist so über­füllt. Die Migran­ten dür­fen nicht weg, Samos hat sich in ein Gefäng­nis ver­wan­delt. Die Situa­ti­on sei außer Kon­trol­le, urteilt die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Ärz­te ohne Gren­zen…” Bericht von Stef­fen Lüd­ke, Gior­gos Chris­ti­des und Socra­tes Bal­ta­gi­an­nis (Fotos) vom 18. April 2019 beim Spie­gel online externer Link
  • [„Kara­wa­ne der Hoff­nung“] Ver­hält­nis­se wie bei Trumps Mau­er: Fes­tungs­po­li­zis­ten gegen Flücht­lin­ge im Nor­den Grie­chen­lands 
    Der Ort Dia­va­ta bei Thes­sa­lo­ni­ki liegt direkt an der Schnell­stra­ße, die zur Auto­bahn nach Ido­me­ni, der Grenz­sta­ti­on der Eisen­bahn auf dem Weg nach Nord­ma­ze­do­ni­en, und zum Auto­bahn­grenz­kon­troll­punkt Evzo­noi führt. Hier, wo es auch ein Flücht­lings­la­ger gibt, hat­ten sich mit­ten in der Woche Flücht­lin­ge und Migran­ten gesam­melt. Sie cam­pier­ten seit Don­ners­tag außer­halb des Flücht­lings­la­gers auf frei­em Feld. Teil­wei­se waren die Men­schen auf aben­teu­er­li­chen Wegen sogar von den Grenz­in­seln zur Tür­kei, wie zum Bei­spiel Les­bos gekom­men. Zunächst griff die Poli­zei nicht aktiv ein. Ord­nungs­po­li­zis­ten sicher­ten jedoch das Gelän­de und den Zugang zur Schnell­stra­ße ab. Als die Cam­pie­ren­den am Frei­tag ihre Zel­te abbra­chen und als Grup­pe gen Schnell­stra­ße zogen, ver­sperr­te die Ein­satz­po­li­zei den Weg. Es kam zu tumult­ar­ti­gen Sze­nen, wie sie sich auch in der Ver­gan­gen­heit oft abge­spielt hat­ten. Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten ver­such­ten zusam­men mit Klein­kin­dern die Poli­zei­ab­sper­rung zu durch­bre­chen. Die Poli­zei ant­wor­te­te mit Trä­nen­gas, Blend­gra­na­ten und Schlag­stö­cken. Eini­ge der Flüch­ten­den ver­such­ten ihr Glück auf Neben­stra­ßen, doch auch sie wur­den von der Poli­zei abge­fan­gen. (…) Wäh­rend in Dia­va­ta die Ein­satz­po­li­zei die Flücht­lin­ge am Wan­dern gen Nor­den hin­der­te, leg­ten die Behör­den in Athen die Bahn­stre­cke von Athen nach Thes­sa­lo­ni­ki lahm. (…) Spä­ter wur­de sei­tens der Behör­den behaup­tet, die Flücht­lin­ge, die nach Dia­va­ta wei­ter­rei­sen woll­ten, hät­ten die Bahn­stre­cke aus Pro­test blo­ckiert. In der Bahn­sta­ti­on Lari­sis, von der die Züge aus Athen in den Nor­den abfah­ren, sam­mel­ten sich Flücht­lin­ge und ande­re Rei­sen­de. Kein Zug fuhr ab. Tat­säch­lich mel­de­ten Flücht­lings­ko­mi­tees und Hel­fer genau das Gegen­teil der behörd­li­chen Behaup­tung. Sie gaben eine Ver­laut­ba­rung her­aus. Sie hat den Titel, “Bot­schaft von den Flücht­lin­gen von der Bahn­sta­ti­on Lari­sis”: „Am Nach­mit­tag hat die Koor­di­na­ti­on für die Flücht­lin­ge – Immi­gran­ten einen von kur­di­schen Flücht­lin­gen, die sich in der Bahn­sta­ti­on befan­den, erstell­ten Text, dem auch die syri­schen Flücht­lin­ge zustimm­ten, an die Öffent­lich­keit gege­ben. Wir wol­len Sie infor­mie­ren, dass der Zug­ver­kehr von der Ver­wal­tung und nicht wegen der in der Bahn­sta­ti­on befind­li­chen Flücht­lin­ge unter­bro­chen wur­de…“ – aus dem Bei­trag „Fake-News über geöff­ne­te Gren­zen erzeugt Chaos“von Was­si­lis Aswestopou­los am 06. April 2019 bei tele­po­lis externer Link, wozu dar­auf ver­wie­sen wer­de soll­te, dass auch die zahl­rei­chen Kom­men­ta­re lesens­wert sind, als Bestand­teil einer Zustands­ana­ly­se der BRD. Sie­he dazu auch:
    • „#NoB­or­ders Greek ter­ri­to­ry: Poli­ce vio­lence against pro­tes­ting refu­gees in #Dia­va­ta“ am 05. April 2019 bei Enough is Enough externer Link ist ein – mit zahl­rei­chen auf­schluß­rei­chen Fotos ver­se­he­ner – kur­zer Bericht über den mas­si­ven Poli­zei­ein­satz in Dia­va­ta.
    • „Greek poli­ce fire tear gas at refu­gees deman­ding access to bor­der“ am 05. April 2019 bei Al Jaze­e­ra externer Link steht hier als Bei­spiel dafür, wie der Vor­fall in den außer­eu­ro­päi­schen Medi­en berich­tet wur­de – Poli­zei feu­ert Trä­nen­gas auf Flücht­lin­ge, die zur Gren­ze wol­len – die von der Art der Bericht­erstat­tung nicht zufäl­lig jener über die Grenz­trup­pen der USA sehr ähn­lich ist.
    • „Trump ou Syri­za c’est tou­jours la même bar­ba­rie capi­ta­lis­te“ am 06. April 2019 beim Twit­ter-Kanal von Con­seils Ouvri­ers externer Link ist ein Kom­men­tar zu den Ereig­nis­sen an der nord­grie­chi­schen gren­ze, der gleich ganz direkt die Par­al­le­le zwi­schen den Fes­tun­gen der EU und der USA zieht und betont, dass es hier offen­sicht­lich kei­nen Unter­schied gibt, zwi­schen dem rech­ten Trump und der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Regie­rung Grie­chen­lands – dies sei eben Kapi­ta­lis­mus – was durch den dazu gehö­ren­den kur­zen Videobe­richt unter­mau­ert wird.
    • Schar­müt­zel und Beset­zun­gen: Hun­der­te Asyl­su­chen­de wol­len Grie­chen­land gen Nor­den ver­las­sen /​„Kara­wa­ne der Hoff­nung“ umfasst mitt­ler­wei­le mind. 2 Tau­send Men­schen
      “Die Lage der Flücht­lin­ge in Grie­chen­land ver­schärft sich erneut und sie zie­hen einen Marsch nach Nor­den in Erwä­gung. Seit Don­ners­tag (4.4.) ist etwa die Situa­ti­on im Flücht­lings­la­ger von Dia­va­ta nord­west­lich von Thes­sa­lo­ni­ki ange­spannt. In Athen wie­der­um wur­de der Haupt­bahn­hof (Stath­mos Laris­sis) von Flücht­lin­gen besetzt. Der Zug­ver­kehr nach Mit­tel- und Nord­grie­chen­land ist seit ges­tern (4.4.) unter­bro­chen. Unter dem Mot­to „Kara­wa­ne der Hoff­nung“ wur­den Asyl­su­chen­de in Hel­las per Inter­net dazu auf­for­dert, sich an die nörd­li­che Lan­des­gren­ze zur Repu­blik Nord­ma­ze­do­ni­en zu bege­ben. Der Auf­ruf wur­de von vie­len der Betrof­fe­nen als eine Art Ver­spre­chen inter­pre­tiert, dass die Gren­zen mit Hil­fe von Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen geöff­net wer­den und sich die dort ver­sam­mel­ten Men­schen wei­ter in Län­der Mit­tel- und West­eu­ro­pas bege­ben kön­nen. Bereits am Don­ners­tag­nach­mit­tag hat­ten sich vor dem Flücht­lings­la­ger von Dia­va­ta mehr als 500 Men­schen ver­sam­melt und dort in Zel­ten über­nach­tet. Am Haupt­bahn­hof in Athen kamen im Lau­fe weni­ger Stun­den mehr als 300 Asyl­su­chen­de zusam­men, um von hier aus nach Thes­sa­lo­ni­ki rei­sen zu kön­nen. Als Pro­test gegen die Stor­nie­rung von Zug­fahr­ten haben sie die Glei­se besetzt. Zahl­rei­che Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen sowie das Migra­ti­ons­mi­nis­te­ri­um appel­lie­ren an die Flücht­lin­ge, anony­men Auf­ru­fen, die im Inter­net zir­ku­lie­ren, nicht zu fol­gen. Der­ar­ti­ge Aktio­nen könn­ten zu lebens­ge­fähr­li­chen Situa­ti­on sowie zu einer Tren­nung gan­zer Fami­li­en füh­ren. Sei­tens der Regie­rung wur­de klar­ge­stellt, dass die Gren­zen nicht geöff­net wür­den…” Bei­trag von Eli­sa Hübel vom 05. April 2019 bei der Grie­chen­land-Zei­tung externer Link, sie­he dazu:
    • Thes­sa­lo­ni­ki: Migran­ten drän­gen wei­ter nach Nor­den
      Star­ke Poli­zei­ein­hei­ten ver­hin­der­ten erneut einen Marsch Rich­tung Nord­ma­ze­do­ni­en und Mit­tel­eu­ro­pa. Mitt­ler­wei­le haben sich min­des­tens 2000 Per­so­nen ver­sam­melt, Frau­en und Kin­der wer­den als „Vor­hut” ein­ge­setzt, um die Sper­ren zu über­win­den. (…) Es ent­wi­ckel­ten sich auch jedes Mal häss­li­che Sze­nen, weil Frau­en und teils ganz klei­ne Kin­der, wie Jour­na­lis­ten berich­ten und auf Fotos offen­sicht­lich ist, qua­si als „Vor­hut” vor­ge­schickt wur­den, um die Poli­zei­sper­ren zu über­win­den, wäh­rend jun­ge Män­ner und Älte­re dahin­ter abwar­te­ten. Die Beam­ten feu­er­ten Trä­nen­gas auf Dut­zen­de von Men­schen. Die­se war­fen Stei­ne und Fla­schen und ver­such­ten eine Poli­zei­sper­re zu durch­bre­chen, um auf eine Stra­ße zu gelan­gen, die Rich­tung Gren­ze führt. Man­che tru­gen Kin­der in ihren Armen. Das grie­chi­sche Migra­ti­ons­mi­nis­te­ri­um indes erklär­te, die Gren­ze wer­de nicht geöff­net. Alle Migran­ten soll­ten in ihre Unter­künf­te zurück­ge­hen. Dazu stün­den Bus­se bereit. Ansamm­lun­gen von Migran­ten, die nach Nor­den rei­sen woll­ten, gibt es mitt­ler­wei­le auch in Athen. Dort besetz­ten am Frei­tag rund 300 Men­schen den Haupt­bahn­hof. Der Bahn­ver­kehr wur­de für Stun­den ein­ge­stellt. Die Beset­zung wur­de jedoch in der Nacht auf Sams­tag been­det…” Mel­dung vom 06.04.2019 bei Die Pres­se online externer Link
    • Geflüch­te­te in Grie­chen­land: Hun­der­te Migran­ten wol­len nach Mit­tel­eu­ro­pa. Gerüch­te im Netz: Die Gren­ze zu Nord­ma­ze­do­ni­en soll geöff­net wer­den /​Geflüch­te­te ver­su­chen Poli­zei­ket­ten zu durch­bre­chen
      Hun­der­te Migran­ten haben erneut ver­sucht, Poli­zei­sper­ren vor einem Flücht­lings­la­ger nahe der grie­chi­schen Hafen­stadt Thes­sa­lo­ni­ki zu durch­bre­chen. Ihr Ziel ist Mit­tel­eu­ro­pa. Dabei kam es zu Ran­ge­lei­en mit der Bereit­schafts­po­li­zei, wie das grie­chi­sche Fern­se­hen am Frei­tag berich­te­te. Die Poli­zei kri­ti­sier­te, dass die Migran­ten Frau­en und Kin­der als eine Art Vor­hut ein­setz­ten, um die Absper­rung der Poli­zis­ten zu über­win­den, berich­te­ten Repor­ter vor Ort. Bereits am Vor­tag hat­ten rund 500 Migran­ten ver­sucht, die Poli­zei­ab­sper­run­gen zu durch­bre­chen. Eini­ge schleu­der­ten Stei­ne auf die Beam­ten. Die Bereit­schafts­po­li­zei setz­te Pfef­fer­spray ein. Die Idee vom Marsch gen Nor­den soll durch das Inter­net ver­brei­tet wor­den sein. Dem­nach soll die Gren­ze zwi­schen Grie­chen­land und Nord­ma­ze­do­ni­en für Migran­ten geöff­net wer­den, wenn sich Migran­ten mas­sen­wei­se dort­hin bege­ben. Das Hilfs­werk der Ver­ein­ten Natio­nen (UNHCR) warn­te die Migran­ten davor, sol­chen Gerüch­ten zu glau­ben…” Mel­dung vom 05.04.2019 beim ND online externer Link
  • Drei Jah­re Flücht­lings­pakt: EU nennt Flücht­lings­la­ger auf grie­chi­schen Inseln „Schan­de für Euro­pa“ 
    “Vor drei Jah­ren setz­te Ange­la Mer­kel den Flücht­lings­pakt EU-Tür­kei durch. Von der Rück­füh­rung ille­ga­ler Migran­ten in die Tür­kei ist heu­te aller­dings kei­ne Rede mehr. Und die Zustän­de in den Lagern der Ägä­is spot­ten jeder Beschrei­bung. ie Euro­päi­sche Kom­mis­si­on hat zum drit­ten Jah­res­tag des EU-Tür­kei-Abkom­mens mas­si­ve Kri­tik an den Zustän­den in grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern geübt. Das geht aus einem inter­nen Draht­be­richt der deut­schen Bot­schaft in Athen her­vor, der WELT AM SONNTAG vor­liegt. Dem­nach bezeich­ne­te der Vor­sit­zen­de des Len­kungs­aus­schus­ses zur Umset­zung der Erklä­rung, der Bri­te Simon Mor­due, die Situa­ti­on im Hot­spot-Lager auf der Ägä­is-Insel Samos in Gesprä­chen als „eine Schan­de für Euro­pa“. Recher­chen die­ser Zei­tung vor Ort bele­gen die kata­stro­pha­le Lage. Laut dem Bericht hat die Kom­mis­si­on die EU-Mit­glie­der auf­ge­ru­fen, Hand­lungs­druck auf Athen aus­zu­üben. Brüs­sel nann­te die Bereit­schaft Athens, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, gering. Ähn­lich nega­tiv fällt das Fazit der deut­schen Diplo­ma­ten aus: „Drei Jah­re zähes Rin­gen um gute Auf­nah­me­be­din­gun­gen in den Hot­spots, schnel­le Asyl­ver­fah­ren und eine Erhö­hung der Rück­füh­rungs­zah­len haben nicht die erhoff­ten Fort­schrit­te gezeigt.“…” Bei­trag von Robin Alex­an­der, Manu­el Bewar­der, Tim Röhn vom 18. März 2019 bei Welt online externer Link
  • Chi­os: »Wenn man da rein­geht und die Situa­ti­on mit eige­nen Augen sieht, dann ist das so krass.« 
    “Im Herbst 2018 war der in Deutsch­land leben­de, afgha­ni­sche Jour­na­list Ramin Moha­bat im Rah­men einer Kon­fe­renz in Grie­chen­land und hat auch das Lager auf der grie­chi­schen Insel Chi­os besucht.” Im Gespräch mit PRO ASYL am 28. Janu­ar 2019 schil­dert Ramin Moha­bat sei­ne Ein­drü­cke externer Link von der deso­la­ten Lage dort: “… Das war eine Rei­se mit der Dia­ko­nie, eine Kon­fe­renz zur Asyl­po­li­tik in Grie­chen­land und in der EU. Da war ich auch dabei und wir haben dort ein paar Flücht­lings­un­ter­künf­te besucht – auch auf Chi­os. Dort hat­te ich dann die Mög­lich­keit, mit ein paar Afgha­nen zu spre­chen. Ich bin ein­fach mit in das Lager rein­ge­gan­gen und habe mir die Situa­ti­on ange­schaut, vie­le Geschich­ten gehört, Fotos gemacht. Das waren schreck­li­che Geschich­ten. (…) Das Haupt­pro­blem in Chi­os war, dass die Leu­te nicht wuss­ten, wie es wei­ter­geht. Die war­ten seit drei Jah­ren auf die­ser Insel und sie wis­sen nicht, wie es wei­ter­geht. Einer kam zu mir, er ist seit drei Jah­ren in Grie­chen­land, sein Asyl­an­trag wur­de abge­lehnt. Er hat kei­ne Per­spek­ti­ve, frag­te mich nach Hil­fe. Er hat kei­ne Ahnung, wo er recht­li­che Hil­fe bekom­men kann, zum Bei­spiel einen Anwalt. Es gibt kei­nen Zugang zu Rechts­be­ra­tung. Aber zurück nach Afgha­ni­stan kann er nicht. Die Men­schen kön­nen nicht wei­ter­rei­sen nach Deutsch­land oder Frank­reich, aber sie kön­nen auch nicht zurück. In die Tür­kei nicht, nach Afgha­ni­stan über­haupt gar nicht. Das ist ein­fach ein schreck­li­ches Leben – seit drei Jah­ren auf Chi­os. In Athen war die Situa­ti­on ein biss­chen bes­ser. Das Haupt­pro­blem dort waren Gesund­heits­pro­ble­me. Es gab kei­ne Ärz­te, kei­ne Medi­ka­men­te. Außer­dem sind die Kin­der nicht auf der Schu­le. Vie­le Eltern haben gesagt: »Es ist ok. Jetzt leben wir seit drei Jah­ren hier. Wie wol­len nur arbei­ten, unser eige­nes Geld ver­die­nen und wir wol­len unbe­dingt, dass unse­re Kin­der zur Schu­le gehen. Dass unse­re Kin­der auf der Stra­ße leben und nichts machen, das ist nicht gut. Sie haben kei­ne Zukunft.(…) Es hieß, in Euro­pa gibt es Men­schen­rech­te. Die Leu­te den­ken, sie gehen nach Euro­pa, denn dort haben sie Rech­te. Und dann kom­men sie und hän­gen drei Jah­re auf einer klei­nen Insel fest…”
  • Insel Samos: Flücht­lin­ge pro­tes­tie­ren gegen unmensch­li­che Zustän­de 
    “Das Regis­trier­la­ger für Flücht­lin­ge auf der grie­chi­schen Insel Samos hat eine Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät für 648 Men­schen. Der­zeit leben dort nach Anga­ben der Regie­rung in Athen meh­re­re Tau­send Per­so­nen. Gegen ihre ver­hee­ren­de Lage sind sie erneut auf die Stra­ße gegan­gen. Tän­ze, Gesang und afri­ka­ni­sche Trom­meln vor den Büros der Hafen­po­li­zei in Samos-Stadt – es ist ein bun­ter, fried­li­cher Pro­test. Eini­ge Hun­dert Flücht­lin­ge, vor allem Afri­ka­ner, sind die weni­gen hun­dert Meter aus ihrem Zelt­camp hoch über der Stadt run­ter ans Was­ser gekom­men. „Wir kön­nen nicht mehr“ lau­tet ihre Bot­schaft nach lan­gen, hef­ti­gen Regen­fäl­len. Vie­le tra­gen nur dün­ne Klei­dung und Bade­lat­schen. „Wir leben unter wirk­lich unmensch­li­chen Bedin­gun­gen – das kann so nicht wei­ter­ge­hen. Wir hören, dass es sich auf Les­bos lang­sam bes­sert, aber hier nicht. Schau­en Sie sich im Camp um – wir bekom­men extrem schlech­tes Essen, man­che haben Angst, dass sie ster­ben – nur durch­näss­te Zel­te für meh­re­re tau­send Men­schen – es geht uns wirk­lich sehr, sehr schlecht.“ (…) „Wenn es hier hef­tig reg­net, kön­nen wir nicht schla­fen. Wir haben Angst, dass der Wind uns das Zelt weg­fegt. Und dann schla­fen wir alle in der Mit­te in einem Bett. Medi­zi­ni­sche Hil­fe gab es für mich bis­her nicht – ich habe nur kurz mal einen Dok­tor gese­hen, bin dann zur Kli­nik run­ter in den Ort. Aber die hat­ten kei­ne Zeit und kei­ne Medi­ka­men­te für mich, gaben mir nur was Anzu­zie­hen für mei­nen Sohn – ich sol­le am nächs­ten Tag noch mal kom­men. Ande­re haben sie nicht weg­ge­schickt.“…” Bei­trag von Micha­el Leh­mann vom 24. Janu­ar 2019 beim Deutsch­land­ra­dio externer LinkAudio Datei (Audio­län­ge: ca. 3:10 Min., abruf­bar bis zum 2. August 2019)
  • Drei Flücht­lin­ge ster­ben am Grenz­fluss Evros. Grie­chi­sche Beam­te hat­ten sie zur Rück­kehr in die Tür­kei gezwun­gen, wo sie wohl erfro­ren. Von „sys­te­ma­ti­schen Push­backs“ ist die Rede 
    Schwe­re Vor­wür­fe gegen grie­chi­sche Grenz­po­li­zis­ten: Sie sol­len drei Flücht­lin­ge, die aus der Tür­kei nach Grie­chen­land kamen, zur Rück­kehr über den Grenz­fluss Evros gezwun­gen haben. Auf der tür­ki­schen Sei­te der Gren­ze fand man die­se Woche ihre Lei­chen. Die drei Män­ner sind ver­mut­lich erfro­ren. Seit Jah­ren gibt es immer wie­der Berich­te, wonach grie­chi­sche Grenz­pa­trouil­len am Evros (tür­kisch: Meric) Migran­ten zur Rück­kehr in die Tür­kei zwin­gen. Auch aus der Ägä­is gibt es sol­che Mel­dun­gen. Das berüch­tig­te Push­back ist völ­ker­recht­lich ver­bo­ten. Die grie­chi­schen Behör­den haben stets bestrit­ten, dass es die­se Pra­xis gibt. Jetzt erregt ein neu­er Ver­dachts­fall gro­ßes Auf­se­hen in den tür­ki­schen Medi­en. Die­se Woche wur­den in den grenz­na­hen tür­ki­schen Dör­fern Serem, Akca­dam und Adasar­han­li die Lei­chen von drei Flücht­lin­gen gefun­den. Sie waren ver­mut­lich erfro­ren. Nähe­res soll eine Obduk­ti­on klä­ren. Unter­des­sen nahm die tür­ki­sche Poli­zei einen Afgha­nen im Grenz­ge­biet fest. Er war nach eige­nen Anga­ben mit einem der drei tot auf­ge­fun­de­nen Män­ner über den Fluss nach Grie­chen­land gekom­men. (…) Die grie­chi­schen Behör­den haben sich zu dem aktu­el­len Fall bis­her nicht geäu­ßert. Aber die Berich­te über sol­che Push­backs häu­fen sich. Die tür­ki­sche Nach­rich­ten­agen­tur Demi­r­ö­ren berich­te­te von 713 Migran­ten, die in jüngs­ter Zeit zur Rück­kehr in die Tür­kei gezwun­gen wor­den sei­en…” Arti­kel von Gerd Höh­ler vom 5.12.2018 bei der FR online externer Link
  • Les­vos, mon amour – Die Flücht­lings­pro­ble­ma­tik auf Les­bos 
    “Am Anfang haben die Orts­an­säs­si­gen von Moli­vos, Petra und Efta­lou an der Nord­küs­te von Les­bos den ankom­men­den Boots­flücht­lin­gen gehol­fen, ihnen zu Essen gege­ben etc. Das war bis Sep­tem­ber 2015 so gewe­sen. Denn dann kamen immer mehr. Irgend­wann haben dar­auf­hin die Ein­hei­mi­schen dicht gemacht. Des­halb waren die aus­län­di­schen NGOs so wich­tig, um den ankom­men­den Flücht­lin­gen zu hel­fen. Aber auch vor Ort haben sich NGOs gebil­det (zum Bei­spiel Star­fi­sh Foun­da­ti­on). Seit län­ge­rem ist es wie­der ruhi­ger gewor­den, aber nach wie vor kom­men zir­ka drei Boo­te pro Tag an der Nord­küs­te an. Außer bei Süd­wind. Wohl­be­merkt, seit zwan­zig Jah­ren kom­men Flücht­lin­ge von der tür­ki­schen Küs­te hier­her. Ich war im Som­mer 2016 hier gewe­sen und jetzt die­sen Som­mer wie­der. Ich habe mit vie­len Ein­hei­mi­schen und Leu­ten von NGOs gespro­chen, vor zwei Jah­ren und jetzt, so dass ich sehr genau beob­ach­ten konn­te, was sich in der Zwi­schen­zeit geän­dert hat. (…) Für mich war das eine gute Erfah­rung, mich mit Flücht­lin­gen zu unter­hal­ten, ihr freund­li­ches Wesen wahr­zu­neh­men, auch mit man­chen von ihnen zusam­men­zu­ar­bei­ten. Den direk­ten Kon­takt kann ich jedem nur wün­schen, der schlecht über Flücht­lin­ge redet. Wobei kei­ner dazu nach Grie­chen­land oder anders­wo­hin fah­ren muss. Auch in Deutsch­land habe ich Kon­takt zu zahl­rei­chen Flücht­lin­gen, gehö­re damit aber wahr­schein­lich einer Min­der­heit an. Ver­hun­gern oder irgend­wie ver­kom­men muss auf Les­bos kein Flücht­ling. Aber es drängt sich schon der Ver­dacht auf, dass ihr Leben hier – also genau zwi­schen Euro­pa und Asi­en, und noch nicht in Zen­tral­grie­chen­land (denn das wäre ja schon Euro­pa) – bewusst erbärm­lich gehal­ten wird. Das Argu­ment, andern­falls kämen ja immer mehr, ist nicht von der Hand zu wei­sen. Aber wor­um geht es hier denn eigent­lich? Geht ist um Mensch­lich­keit oder um die “Fes­tung Euro­pa”, die­se Trutz­burg des Kapi­ta­lis­mus, die mit allen Mit­teln ver­tei­digt wer­den soll? Die euro­päi­schen Wer­te, allen vor­an die Demo­kra­tie der grie­chi­schen Anti­ke, sind dabei doch schon längst ver­lus­tig gegan­gen, sind über Bord gegan­gen und ertrun­ken, wie die zahl­rei­chen Boots­flücht­lin­ge im Mit­tel­meer.” Aus­führ­li­cher Bericht von Peter Oeh­ler vom 25. Novem­ber 2018 bei Tele­po­lis externer Link
  • [13. bis 17. Dezem­ber 2018] Ver­an­stal­tungs­rei­he zur Lage und zum Kampf der Flücht­lin­ge auf den Inseln Grie­chen­lands mit dem Film „Moria 35“ 
    Der ers­te Teil des Films folgt den ver­schie­de­nen Pro­tes­ten und der Fest­nah­me der 35 Män­ner im Lager Moria. Im zwei­ten Teil wird der Gerichts­pro­zess gegen die Geflüch­te­ten beglei­tet und es wird ein Aus­blick auf ihre ver­schie­de­nen Lebens­si­tua­tio­nen nach Ver­kün­dung des Urteils gege­ben, die von einem Leben in Frei­heit bis hin zu Haft und Abschie­bung rei­chen. Der Fall der Moria 35 ist para­dig­ma­tisch für eine fort­lau­fen­de Kri­mi­na­li­sie­rung von Geflüch­te­ten auf den Grie­chi­schen Inseln seit Abschluss der EU-Tür­kei Erklä­rung. Daher wird es zu Beginn des Films kurz die sich ver­än­dern­de Situa­ti­on von Geflüch­te­ten seit dem Deal zwi­schen der EU und der Tür­kei vom März 2016 beschrie­ben. In Anschluss an den Film gibt es eine offe­ne Dis­kus­si­on mit dem Regis­seur Fri­doon Join­da, der selbst als Geflüch­te­ter auf Les­bos leb­te und zahl­rei­che Fil­me über die Situa­ti­on auf der Insel gedreht hat, sowie mit der Pro­du­zen­tin Vale­ria Hän­sel, die als Teil von der Orga­ni­sa­ti­on bor​der​mo​ni​to​ring​.eu und krit­net des Netz­werks für kri­ti­sche Migra­ti­ons- und Grenz­re­gime-For­schung auf Les­bos tätig ist“ – so das Ver­an­stal­tungs­pro­gramm von „«Moria 35» Film und Dis­kus­si­on über die Kri­mi­na­li­sie­rung von Geflüch­te­ten auf den Grie­chi­schen Inseln. Eine Städ­te­tour vom 13. bis 17. Dezem­berexterner Link bei der Rosa Luxem­burg Stif­tung, inklu­si­ve der Zeit und Orts­an­ga­ben der Ver­an­stal­tun­gen in Mar­burg, Han­no­ver, Göt­tin­gen, Dres­den und Ber­lin. Sie­he dazu auch einen aktu­el­len Bei­trag über die Lage auf den grie­chi­schen Inseln:
    • „Men­schen­rech­te: S.O.S. in Grie­chen­land“ von Was­si­lis Aswestopou­los am 13. Novem­ber 2018 bei tele­po­lis externer Link berich­tet unter ande­rem zum aktu­el­len Bericht der OSZE-Beauf­trag­ten für die Frei­heit der Medi­en und Men­schen­rechts­kom­mis­sa­rin des Euro­pa­ra­tes, Dun­ja Mija­to­vić: „Im Zusam­men­hang mit der Ver­öf­fent­li­chung ihres Reports gab sie in Grie­chen­land der staat­li­chen Nach­rich­ten­agen­tur Athens News Agen­cy – Mace­do­ni­an News Agen­cy (AMNA) ein Inter­view. “Grie­chen­land muss drin­gend Schrit­te ergrei­fen und eine lang­fris­ti­ge Poli­tik ver­fol­gen, um die Auf­nah­me und die Inte­gra­ti­on von Migran­ten zu ver­bes­sern und um die Effek­te der Aus­teri­tät auf den Zugang zum Gesund­heits­dienst und der Bil­dung umzu­keh­ren”, sag­te sie. Die Euro­pa­rats-Kom­mis­sa­rin stell­te fest, dass Grie­chen­land sich von einer Durch­gangs­sta­ti­on zu einem fak­ti­schen Ziel­land für Immi­gran­ten gewan­delt hat. In die­sem Zusam­men­hang bemän­gelt sie die inhu­ma­ne Unter­brin­gung der Men­schen in den Sam­mel­la­gern auf den Inseln. Sie erwähnt all das, was sei­tens der Regie­rung in Reak­ti­on auf ein­schlä­gi­ge Pres­se­re­por­ta­gen als “Fake News” bezeich­net wur­de…
  • „Ret­ter von Les­bos“ gestor­ben 
    Der als Ret­ter Tau­sen­der Flücht­lin­ge und Migran­ten in der Ost­ägä­is bekannt gewor­de­ne grie­chi­sche Ober­leut­nant zur See Kyria­kos Papado­pou­los ist tot. Er sei im Alter von nur 44 Jah­ren einem Herz­in­farkt erle­gen, teil­te die grie­chi­sche Küs­ten­wa­che am Mitt­woch mit. Der Offi­zier hat­te allein 2015 und 2016, als die Mas­sen­wan­de­rung aus Nah­ost und Mit­tel­asi­en über die Tür­kei nach Grie­chen­land und wei­ter nach Nor­den ihren Höhe­punkt erreich­te, zusam­men mit der Besat­zung sei­nes Küs­ten­wach­boots Nr. 602 min­des­tens 5000 Men­schen aus dem Meer vor der Insel Les­bos geret­tet. In die­sen zwei Jah­ren hat­ten mehr als eine Mil­li­on Migran­ten die Ägä­is über­quert. Min­des­tens 1200 Men­schen kamen um. Als Offi­zier wur­de er inter­na­tio­nal bekannt, als 2017 ein Doku­men­tar­film (4,1 See­mei­len – 4,1 Miles) für den Oscar in die­ser Kate­go­rie nomi­niert war. Dar­in wer­den die dra­ma­ti­schen Ein­sät­ze des Offi­ziers und sei­ner Besat­zung gezeigt und ihre Gefüh­le beschrie­ben…” Mel­dung vom 10.10.2018 bei diepres​se​.com externer Link – sie­he den Kurz­film 4.1 Miles externer Link (20 min)
  • Hot­spots: Unmensch­li­che Lebens­be­din­gun­gen und recht­li­che Grau­zo­nen 
    “»Der nächs­te Win­ter steht an und die grie­chi­schen Behör­den sind ein­mal mehr unvor­be­rei­tet. Sie arbei­ten an dem Trans­fer von ein paar tau­send Schutz­su­chen­den auf das Fest­land und las­sen alle ande­ren in der Mise­re zurück. Die Stim­men von Schutz­su­chen­den, Aktivist*innen und NGOs vor Ort müs­sen gehört wer­den.«, Natas­sa Stra­chi­ni, RSA-Anwäl­tin. (…) Bis 15.09.2018 kamen 4.000 Schutz­su­chen­de mehr auf Les­bos an als im glei­chen Zeit­raum des Vor­jah­res. Mit­te Sep­tem­ber gab es Tage, an denen mehr als 250 Schutz­su­chen­de die Insel erreich­ten. 8.500 Men­schen leb­ten am 15.09.2018 in dem Hot­spot, der zur­zeit für 3.100 Men­schen aus­ge­legt ist. Auf­grund der mas­si­ven Über­be­le­gung wur­de beschlos­sen, im Sep­tem­ber 2.000 Schutz­su­chen­de auf das grie­chi­sche Fest­land zu brin­gen. Anfang Okto­ber leb­ten wei­ter­hin über 7.600 Men­schen in Moria. (…) In Moria man­gelt es an Per­so­nal in allen Berei­chen. Die ärzt­li­che Ver­sor­gung ist so schlecht, dass die Orga­ni­sa­ti­on Ärz­te ohne Gren­zen Mit­te Sep­tem­ber einen Aus­nah­me­zu­stand in der medi­zi­ni­schen und psy­cho­so­zia­len Ver­sor­gung fest­stell­te. Im Sep­tem­ber, als die Über­be­le­gung am Schlimms­ten war, gab es nur einen ein­zi­gen Arzt für das gan­ze Lager. Durch die Über­be­le­gung bre­chen Haut­krank­hei­ten wie Krät­ze aus. (…) Die mise­ra­blen Hygie­ne­be­din­gun­gen haben Gesund­heits­in­spek­to­ren der Regio­nal­ver­wal­tung ver­an­lasst, dem Migra­ti­ons­mi­nis­te­ri­um eine Frist zu set­zen, die Miss­stän­de zu besei­ti­gen. Ansons­ten dro­hen sie, den Betrieb des Hot­spots zu unter­sa­gen. (…) Mit der neu­en Kam­pa­gne »Nicht mei­ne Lager« stellt sich PRO ASYL gegen die Ent­rech­tung von Schutz­su­chen­den. Die Poli­tik der Fest­set­zung als Maß­nah­me zur Abschre­ckung von Schutz­su­chen­den muss been­det wer­den.” Bericht von Pro Asyl vom 9. Okto­ber 2018 externer Link
  • Flücht­lings­la­ger auf Les­bos: Krank­hei­ten, Gewalt, psy­chi­sche Atta­cken 
    “Das Flücht­lings­la­ger auf Les­bos war einst für 3000 Migran­ten aus­ge­legt. Mitt­ler­wei­le leben dort 9000 Flücht­lin­ge. Für vie­le Men­schen ist die Situa­ti­on vor Ort uner­träg­lich. (…) Sypros Gali­nos, der Bür­ger­meis­ter der Insel­haupt­stadt Myti­li­ni, sagt, es sei jetzt wich­tig, dass mög­lichst ein paar tau­send Flücht­lin­ge aufs Fest­land ver­legt wer­den: “Ich glau­be und hof­fe, dass das jetzt bald ver­stan­den wird. Wir alle ken­nen die Flücht­lings­bil­der, die um die Welt gegan­gen sind. Für uns auf der Insel ist das auch eine furcht­ba­re Ver­leum­dung.” Die Bewoh­ner hät­ten beim dra­ma­ti­schen Beginn der Flücht­lings­kri­se viel geleis­tet, Belas­tun­gen ertra­gen und gehol­fen. “Es kann nicht sein, dass sich die Welt für immer dar­auf ver­läßt, dass wir Men­schen auf Les­bos das allei­ne schaf­fen”, sagt der Bür­ger­meis­ter. (…) Ein Sicher­heits­mann in Zivil reagier­te äußerst gereizt auf die Nach­fra­ge eines Repor­ters am Sei­ten­ein­gang des Lagers. Er führ­te den Jour­na­lis­ten schließ­lich für ein paar Minu­ten auf die Poli­zei­sta­ti­on des Lagers und lies ihn aus­führ­lich zu den Grün­den sei­nes Besuchs befra­gen. Salam Aldeen von der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Team Huma­ni­ty aus Däne­mark sieht dahin­ter eine Tak­tik. Er ist har­te Kon­fron­ta­ti­on mit den staat­li­chen Lager­ver­wal­tern in Moria gewöhnt. Er glaubt, dass die Ansa­ge für Sicher­heits­kräf­te und Mit­ar­bei­ter in Moria heißt: Wir las­sen uns beim Orga­ni­sie­ren des Camps nicht auf die Fin­ger schau­en. (…) Er sagt, dass die huma­ni­tä­ren Mit­ar­bei­ter kri­mi­na­li­siert wür­den, weil man sie los­wer­den wol­le – etwas, was er nicht ver­ste­he, denn: “Wenn es die huma­ni­tä­ren Hel­fer nicht gäbe, wür­de die­se Insel end­gül­tig im Cha­os ver­sin­ken.” Bei­trag von Micha­el Leh­mann, ARD-Stu­dio Athen, vom 27. Sep­tem­ber 2018 externer Link, sie­he dazu auch das Video eines arte-Bei­trags zum The­ma externer Link
  • Fata­le Situa­ti­on für Flücht­lin­ge in Grie­chen­land – Ein Lage­be­richt über skan­da­lö­se Zustän­de 
    “Repor­ta­gen und Berich­te über Flücht­lin­ge rufen gemisch­te Gefüh­le her­vor. Wer die heu­te unter ein­schlä­gi­ge Arti­kel gepos­te­ten Leser­kom­men­ta­re mit der Ein­stel­lung der Leser vor 2014 ver­gleicht, kann durch­aus erschre­cken. Sei­ner­zeit ver­ur­teil­ten die Meis­ten die inhu­ma­nen Bedin­gun­gen, unter denen Schutz­su­chen­de zu lei­den hat­ten. Heu­te lässt sich der Ein­druck nicht ver­drän­gen, dass allein die Prä­senz von Asyl­su­chen­den vie­le Zeit­ge­nos­sen zu hys­te­ri­schen Reak­tio­nen bewegt. Ein gro­ßer Teil der Euro­pä­er hat sei­ne Ein­stel­lung zur Flücht­lings­fra­ge von einer Will­kom­mens­kul­tur, wie sie noch 2015 vor­herrsch­te, zu einer mehr oder weni­ger dif­fe­ren­zier­ten Frem­den­angst geän­dert. Die­je­ni­gen, die bereits früh­zei­tig von den Übri­gen als ras­sis­tisch ein­ge­stuf­te Refle­xe zeig­ten, füh­len sich bestä­tigt und erfreu­en sich nun, wie die Ereig­nis­se von Chem­nitz zei­gen, zumin­dest in eini­gen Regio­nen eines erhöh­ten Zuspruchs. Die­se Ent­wick­lung ist nicht nur auf Deutsch­land, Öster­reich, Ungarn und Ita­li­en beschränkt. Auch in Grie­chen­land hat sich das Kli­ma geän­dert, wenn­gleich die Reak­tio­nen ver­gli­chen zu Deutsch­land noch weni­ger hef­tig aus­fal­len. (…) Die Unter­brin­gung in den Lagern ist nicht gut. Es gibt zudem kaum Zukunfts­aus­sich­ten für aner­kann­te Flücht­lin­ge – die­se sind auch für Grie­chen eher schlecht. Die Insas­sen der Lager sind frus­triert. Sie begin­nen zu demons­trie­ren und, wie es in Grie­chen­land zum Bei­spiel sei­tens der Bau­ern üblich ist, Fern­stra­ßen und Auto­bah­nen zu sper­ren. Das kommt bei der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung nicht gut an, zumal es in eini­gen Fäl­len sogar zur Bedro­hung der durch die Stra­ßen­be­set­zung im Stau gefan­ge­nen Auto­fah­rer kam. Die Poli­zei schau­te dabei “dees­ka­lie­rend” zu. Grie­chen­land hat indes ver­spro­chen, 4000 Asyl­be­wer­ber, für die das Land zustän­dig ist, aus Deutsch­land zurück zu neh­men. Wei­te­re sol­len fol­gen. Einen Plan, wie deren Unter­brin­gung gelin­gen und eine wei­te­re Eska­la­ti­on der Lage im Land ver­mie­den wer­den kann, hat die Regie­rung aller­dings noch nicht vor­ge­legt…” Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los vom 3. Sep­tem­ber 2018 bei Tele­po­lis externer Link
  • Flücht­lin­ge in Grie­chen­land: Kein Platz mehr auf Samos 
    Die grie­chi­sche Insel Samos ist aus­ge­las­tet: Mehr als 500 Migran­ten kam­pie­ren in Zel­ten ohne Strom und Duschen. Platzt der Flücht­lings­de­al mit der Tür­kei, könn­te der Druck noch stei­gen. Wie Glüh­wür­mer geis­tern die Licht­si­gna­le der Smart­pho­nes durch die wil­de Zelt­stadt hoch über Vat­hi. Es sind pri­mi­ti­ve Zel­te für mehr als 500 Flücht­lin­ge – ohne Strom­ver­sor­gung, kei­ne Duschen, wenig Wasch­stel­len. Abends ist es in die­ser Geis­ter-Zelt­stadt fast ganz dun­kel. Gut 500 Men­schen sind es inzwi­schen, die in den Con­tai­nern hin­ter dem Sta­chel­draht­zaun kei­nen Platz mehr haben. Sie wur­den in Not-Zel­te gepackt. Das Flücht­lings­camp liegt knapp zehn Fuß­mi­nu­ten ent­fernt vom Hafen in Samos-Stadt. (…) “Wir haben jetzt vie­le Neu­an­künf­te hier in Vat­hi auf Samos, von denen klar ist, dass sie bis 2019 war­ten müs­sen, um über­haupt erst mal ihre Anhö­rung zu haben. Sie kön­nen sich vor­stel­len, was das für die Men­schen bedeu­tet, die so zusam­men­ge­pfercht leben.” Auch auf den ande­ren Inseln gebe es vie­le Flücht­lings­fa­mi­li­en und allein­ste­hen­de Frau­en, die eigent­lich aufs Fest­land gebracht wer­den sol­len. Aber das funk­tio­nie­re oft nicht: “Da gibt es zu wenig Trans­port­mög­lich­kei­ten und auch auf dem Fest­land ist nicht genü­gend Platz für sie.” (…) Der grie­chi­sche Migra­ti­ons­mi­nis­ter Dimi­tris Vit­s­as will die Lage auf Samos mög­lichst schnell ent­schär­fen. In Athen kün­dig­te er vor drei Wochen an, eine grö­ße­re Zahl von Flücht­lin­gen aufs Fest­land zu brin­gen. Auf Samos soll ein neu­es, bes­se­res Camp an ande­rer Stel­le gebaut wer­den. Doch das stößt auf Wider­stand...” Bericht von Micha­el Leh­mann, ARD-Stu­dio Athen, vom 03.08.2018 bei tages​schau​.de externer Link
  • Gefan­gen­schaft auf der Insel, Gewalt und Cha­os trau­ma­ti­sie­ren Asyl­su­chen­de auf Les­bos – Vie­le Kin­der wer­den erneut trau­ma­ti­siert 
    “Die Lage der Män­ner, Frau­en und Kin­der im Flücht­lings­la­ger Moria auf der grie­chi­schen Insel Les­bos hat sich wei­ter ver­schlech­tert. Immer wie­der kommt es in dem völ­lig über­füll­ten EU-Hot­spot zu Unru­hen, gewalt­sa­men Aus­ein­an­der­set­zun­gen und sexu­el­ler Gewalt. Die Lebens­be­din­gun­gen im Camp sind sehr schlecht. Dies hat gra­vie­ren­de Fol­gen für die psy­chi­sche Gesund­heit von tau­sen­den Men­schen im Lager, wie das psy­cho­lo­gi­sche Team von Ärz­te ohne Gren­zen fest­stellt. Vie­le Kin­der, die bereits auf der Flucht Trau­ma­ti­sches erlebt haben, wer­den in Moria erneut trau­ma­ti­siert. Immer mehr Min­der­jäh­ri­ge lei­den unter Panik­at­ta­cken, Selbst­mord­ge­dan­ken oder haben bereits Selbst­mord­ver­su­che unter­nom­men. Nach wie vor kom­men kon­ti­nu­ier­lich mehr Men­schen auf Les­bos an. Im Lager Moria, das ursprüng­lich für 3.000 Men­schen aus­ge­legt war, sind inzwi­schen mehr als 8.000 Men­schen unter­ge­bracht. Die voll­kom­men unzu­rei­chen­den Lebens­be­din­gun­gen im Lager stel­len eine Gefahr sowohl für die kör­per­li­che als auch für see­li­sche Gesund­heit der Men­schen dar. Das Team von Ärz­te ohne Gren­zen in Moria hat in den ver­gan­ge­nen Mona­ten mit­er­lebt, wie die all­täg­li­che Gewalt in Moria immer wei­ter eska­liert ist. Die Mit­ar­bei­ter haben Fäl­le von sexu­el­ler Gewalt behan­delt, die sich inner­halb oder in der Umge­bung des Lagers in Moria zuge­tra­gen haben…” Pres­se­mit­tei­lung von und bei Ärz­te ohne Gren­zen vom 19. Juli 2018 externer Link
  • Les­bos: Ein Frei­luft­ge­fäng­nis am Ran­de Euro­pas 
    “Tau­sen­de Men­schen auf der Flucht sind auf der grie­chi­schen Insel Les­bos ein­ge­sperrt und kom­men nicht wei­ter. Die rech­ten Über­grif­fe vor Ort neh­men zu, aber auch die Soli­da­ri­tät mit den Refu­gees. Der gemein­sa­me Wider­stand muss not­wen­dig anti­im­pe­ria­lis­tisch sein. Am 14. Juni 2018 ver­such­te ein jun­ger Refu­gee ara­bi­scher Her­kunft, sein Leben vor den Augen der Men­schen zu been­den, die am zen­tra­len Hafen von Myti­li­ni vor­bei­ka­men. Er wur­de von ande­ren Migrant_​innen geret­tet. Sie schaff­ten es, ein­zu­grei­fen und den jun­gen Mann noch recht­zei­tig ins Kran­ken­haus zu brin­gen. Der jun­ge Refu­gee hielt die fak­ti­sche Gefan­gen­schaft und die tra­gi­schen Lebens­be­din­gun­gen im Flücht­lings­la­ger Moria nicht mehr aus. Zwei Jah­re nach dem EU-Tür­kei-Deal ist die Zahl der Migrant_​innen auf der Insel Les­bos immer wei­ter gestie­gen. Es wird geschätzt, dass mehr als 8000 Men­schen der­zeit in dem Lager in Moria ein­ge­pfercht sind: Die Num­mer der Neu­an­kom­men­den steigt täg­lich, was die Situa­ti­on in dem Inter­nie­rungs­la­ger immer wei­ter erschwert. (…) Zum Glück gibt es aber auch die ande­re Sei­te der Medail­le: In der Nacht des 8. Mai 2018 fand eine gros­se anti­fa­schis­ti­sche Demons­tra­ti­on auf der grie­chi­schen Insel Les­bos mit mehr als 1000 Teil­neh­men­den statt. Es war eine fried­li­che, aber auch dyna­mi­sche Reak­ti­on auf das kurz zuvor statt­ge­fun­de­ne Pogrom am Sap­pho-Platz. Die Demo wur­de gemein­sam von ver­schie­de­nen lin­ken, kom­mu­nis­ti­schen und anar­chis­ti­schen poli­ti­schen Kräf­ten, sowie von Soli­da­ri­täts­in­itia­ti­ven und Men­schen, die in Refu­gee-Sup­port-Orga­ni­sa­tio­nen arbei­ten, orga­ni­siert. Eine klei­ne, aber ent­schlos­se­ne Anzahl von Refu­gees war eben­falls invol­viert, die gegen die ras­sis­ti­schen Über­grif­fe und für ihr Recht auf eine bes­se­re Zukunft und ein men­schen­wür­di­ges Leben kämpf­ten. Es war eine Demo, in der alle die­je­ni­gen Stim­men zum Aus­druck kamen, die das Bedürf­nis hat­ten, an der Sei­te der Migrant_​innen und Refu­gees zu ste­hen, ein­schliess­lich vie­ler Initia­ti­ven und Orga­ni­sa­tio­nen, unge­ach­tet ihrer poli­ti­schen Dif­fe­ren­zen. Im Mit­tel­punkt der gemein­sa­men For­de­run­gen aller Betei­lig­ten steht die Soli­da­ri­tät..” Bericht von Ele­ni Tri­an­taf­yl­lo­pou­lou und Nikos Mana­vis beim Unter­grund­blätt­le vom 27. Juni 2018 externer Link
  • Pro­tes­tie­ren­de Flücht­lin­ge auf Les­bos von der Poli­zei „eva­ku­iert“ um sie vor faschis­ti­schen Angrif­fen zu schüt­zen? Auf die Poli­zei­wa­che? Wo kein ein­zi­ger Täter ankam? 
    Der Tenor der Bericht­erstat­tung über die Reak­ti­on der grie­chi­schen Poli­zei auf den faschis­ti­schen Über­fall auf pro­tes­tie­ren­de Flücht­lin­ge war ein­deu­tig: Die Flücht­lin­ge sei­en, sozu­sa­gen net­ter­wei­se, von der Poli­zei eva­ku­iert wor­den. Um sie zu schüt­zen natür­lich. Die Beur­tei­lung des Poli­zei­ein­sat­zes durch die Betrof­fe­nen und Akti­vis­tIn­nen geht dage­gen in eine ganz ande­re Rich­tung: „After the fascist attack to refu­gees in pro­test in Les­vos yes­ter­day night“ am 23. April 2018 beim Twit­ter-Kanal Sol2refugees externer Link ist die Mel­dung vom Athe­ner City Pla­za Hotel, wor­in ers­tens dar­über infor­miert wird, dass die soge­nann­te Eva­ku­ie­rung für 130 Flücht­lin­ge auf der Poli­zei­wa­che ende­te. Und zwei­tens, dass sie dort auf exakt 0 eva­ku­ier­te, fest­ge­nom­me­ne oder sonst­was faschis­ti­sche Täter stie­ßen, die sich ein­fach „in die Büsche“ schla­gen konn­ten. Sie­he dazu wei­te­re aktu­el­le Bei­trä­ge:
    • „Poli­zei stoppt Migran­ten­pro­test auf Les­bos“ am 23. April 2018 bei Spie­gel Online externer Link ver­mel­det auch etwas anders als die Meis­ten: „Nach Aus­schrei­tun­gen zwi­schen Rechts­ex­tre­mis­ten, Migran­ten und der Poli­zei haben Ein­hei­ten der grie­chi­schen Bereit­schafts­po­li­zei am frü­hen Mon­tag­mor­gen Dut­zen­de Migran­ten gezwun­gen, einen zen­tra­len Platz der Haupt­stadt der Insel Les­bos, Myti­li­ni, zu räu­men. Bei den Aus­schrei­tun­gen sei­en meh­re­re Migran­ten leicht ver­letzt wor­den, berich­te­te das grie­chi­sche Staats­ra­dio ERT-Nord-Ägä­is. Vor­an­ge­gan­gen waren Atta­cken von über­wie­gend rechts­ex­tre­men Gegen­de­mons­tran­ten, wel­che auf die seit ver­gan­ge­nem Mitt­woch auf dem Sap­pho-Platz von Myti­li­ni aus­har­ren­den Men­schen los­gin­gen. Die Migran­ten wur­den mit Stei­nen und Fla­schen bewor­fen. Auch eine Leucht­ku­gel sei gegen die Beset­zer geschleu­dert wor­den. Die Poli­zei setz­te Trä­nen­gas und Schlag­stö­cke ein, um die bei­den Sei­ten aus­ein­an­der­zu­hal­ten, berich­tet ERT“.
    • „Fascists atta­cked Refu­gees­GR on Les­vos, Greece – Cops arres­ted vic­tims of the attack“ am 23. April 2018 bei Enough is Enough externer Link berich­tet die Erie­gnis­se genau­er: Nach sie­ben­stün­di­gen Atta­cken auf die pro­tes­tie­ren­den Flücht­lin­ge und ihre Unter­stüt­ze­rIn­nen sei die Poli­zei ein­ge­schrit­ten – und habe neben den Flücht­lin­gen auch zwei Unter­stüt­zer fest­ge­nom­men. Zuvor waren 35 Men­schen von den Faschis­ten ver­letzt wor­den, die vor allem aus Akti­ven der Gol­de­nen Mor­gen­rö­te und der Patrio­ti­schen Bewe­gung Les­bos zusam­men gekom­men waren. In dem Bei­trag wer­den auch Akti­ve vor Ort zitiert, die die Mel­dung einer „Eva­ku­ie­rung“ als Pro­pa­gan­da bewer­ten.
    • Aus­schrei­tun­gen gegen Migran­ten auf der Insel Les­bos
      Zu Aus­schrei­tun­gen gegen Migran­ten kam es in der Nacht von Sonn­tag auf Mon­tag auf der Insel Les­bos. Am frü­hen Mon­tag­mor­gen grif­fen star­ke Ein­satz­kom­man­dos der Bereit­schafts­po­li­zei ein. Sie brach­ten die pro­tes­tie­ren­den Flücht­lin­ge in Bus­se, fuh­ren sie aus der Gefah­ren­zo­ne und brach­ten sie zurück in den Hot­spot von Moria. Vie­le der Demons­tran­ten hiel­ten sich bereits seit Diens­tag­abend am zen­tra­len „Sap­fous Platz“ an der Ufer­pro­me­na­de auf, um auf ihre Lage in dem völ­lig über­füll­ten Flücht­lings­la­ger auf­merk­sam zu machen. Dort ste­hen etwa 3.000 Plät­ze zur Ver­fü­gung, belegt ist das Lager aber mit 6.500 Men­schen. Die Pro­tes­tie­ren­den for­der­ten, dass sie auf das grie­chi­sche Fest­land rei­sen dür­fen. Vor allem han­del­te es sich um Flücht­lin­ge aus Afgha­ni­stan, dar­un­ter vie­le Frau­en und Kin­der. Vor der Eva­ku­ie­rung der Migran­ten durch die Poli­zei war es zu kriegs­ähn­li­chen Sze­nen gekom­men. Etwa 200 Jugend­li­che, deren Anfüh­rer dem rechts­ex­tre­men Lager zuge­rech­net wer­den, hat­ten im Lau­fe des spä­ten Abends und in der Nacht gegen die Demons­tran­ten mobil gemacht. Sie ver­such­ten immer wie­der, die Absper­run­gen der Poli­zei zu durch­bre­chen. Dabei wur­den Paro­len geru­fen wie „Ver­brennt sie leben­dig“ und Ähn­li­ches. Auf dem Platz wur­den See­not­ra­ke­ten abge­feu­ert, außer­dem wur­den Feu­er­werks­kör­per, Stei­ne, Fla­schen und ande­re Objek­te in Rich­tung der Migran­ten gewor­fen. Auch Müll­con­tai­ner wur­den in Brand gesetzt. Die Poli­zei brach­te Trä­nen­gas zum Ein­satz, um die Lage unter Kon­trol­le zu brin­gen. Soli­da­risch unter­stützt wur­den die Migran­ten von Bür­gern aus dem lin­ken poli­ti­schen Lager und einer Grup­pe frei­wil­li­ger Hel­fer…” Arti­kel vom 23. April 2018 bei der Grie­chen­land Zei­tung online externer Link
  • Grie­chen­land: Asyl­be­wer­ber müs­sen Bewe­gungs­frei­heit bekom­men 
    “Seit Jah­ren wer­den Flücht­lin­ge auf grie­chi­schen Inseln fest­ge­hal­ten, vie­le har­ren in über­füll­ten Lagern aus. Das ver­letzt laut obers­tem Gerichts­hof die Men­schen­rech­te. Grie­chen­land muss Asyl­be­wer­bern bis zum Abschluss ihres Ver­fah­rens Bewe­gungs­frei­heit gewäh­ren. Das urteil­te der höchs­te Gerichts­hof des Lan­des (StE), wie über­ein­stim­mend grie­chi­sche staat­li­che und pri­va­te Rund­funk­sen­der sowie Nach­rich­ten­por­ta­le berich­te­ten. Die Ent­schei­dung betref­fe auch alle Migran­ten, die aus der Tür­kei zu den grie­chi­schen Inseln im Osten der Ägä­is kom­men, hieß es. Der Beschluss gilt dem­nach nicht rück­wir­kend. Er betrifft den Anga­ben zufol­ge aber die­je­ni­gen Men­schen, die vom 17. April an auf den Inseln im Osten der Ägä­is ankom­men und einen Asyl­an­trag stel­len. Sie dür­fen dann nicht mehr gezwun­gen wer­den, in den Regis­trie­rungs­la­gern von Les­bos, Chi­os, Samos, Leros und Kos zu blei­ben, beschloss das Gericht laut den Berich­ten…” Agen­tur­mel­dung vom 17. April 2018 bei der Zeit online externer Link
  • Erneu­te Flucht: Aus Deutsch­land nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben, jetzt in Grie­chen­land gestran­det 
    Aus Deutsch­land abge­scho­be­ne afgha­ni­sche Schutz­su­chen­de sind erneut zur Flucht gezwun­gen. Jetzt sit­zen sie in Grie­chen­land unter unmensch­li­chen Bedin­gun­gen fest. Mitarbeiter*innen von Refu­gee Sup­port Aege­an (RSA), Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on von PRO ASYL in Grie­chen­land, haben vier Flücht­lin­ge getrof­fen, die in den grie­chi­schen Lagern gestran­det sind. (…) Seit der Unter­zeich­nung des »Joint Way Forward«-Abkommens zwi­schen der EU und Afgha­ni­stan im Okto­ber 2016, mit dem Ziel Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan zu erleich­tern, wur­den ins­ge­samt 174 afgha­ni­sche Schutz­su­chen­de aus Deutsch­land nach Kabul abge­scho­ben. Die vier jun­gen Män­ner waren auf den ers­ten drei Char­ter-Flü­gen, die aus Deutsch­land star­te­ten. Die Erfah­rung der Abschie­bung beschrei­ben alle vier als trau­ma­ti­sie­rend. (…) Die vier jun­gen Män­ner sahen sich gezwun­gen, erneut aus Afgha­ni­stan zu flie­hen. Auf ihrer Flucht nach Euro­pa wur­den sie aber­mals Opfer schwe­rer Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen, wie völ­ker­rechts­wid­ri­gen Zurück­wei­sun­gen (soge­nann­te Push-Backs) an der tür­kisch-grie­chi­schen Gren­ze…” Bericht vom 19.02.2018 bei Pro Asyl externer Link
  • [Inter­view] Flücht­lings­la­ger auf Les­bos: “Es wird offen­bar ver­sucht, die Zustän­de so schlecht zu gestal­ten, dass sie eine abschre­cken­de Wir­kung haben” 
    Die direkt vor der tür­ki­schen Küs­te gele­ge­ne Insel Les­bos ist noch immer ein Anlauf­punkt für Flücht­lin­ge, die nach Euro­pa wol­len. Doch die Zustän­de im Flücht­lings­la­ger auf Les­bos sind im Win­ter untrag­bar und sol­len es wohl auch sein. Flücht­lin­ge, dar­un­ter Frau­en, Kin­der und Alte müs­sen in Som­mer­zel­ten ohne Boden über­nach­ten. Soll­te es wie­der frie­ren wird mit Toten gerech­net, so wie schon letz­tes Jahr. Dies berich­tet Tho­mas von Osten-Sacken von der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Wadi im Gespräch mit Radio Dreyeck­land.” Inter­view vom 01.02.2018 beim Audio­por­tal Frei­er Radi­os externer LinkAudio Datei
  • Lager Moria: Hier schei­tert Euro­pa 
    Die klei­ne Fami­lie von Fati­ma Ahma­di hat Angst vor den kom­men­den Wochen, wenn es friert und wenn Stür­me über die Insel peit­schen. Sie fürch­ten die Käl­te, die Grip­pe, Lun­gen­ent­zün­dun­gen. Zei­tun­gen berich­te­ten im ver­gan­ge­nen Win­ter von den Fol­gen die­ser Angst: Die Men­schen heiz­ten ihre Zel­te mit selbst gebau­ten Öfen. Ein Ägyp­ter, ein Paki­sta­ner und ein Syrer star­ben, wohl an einer Koh­len­mon­oxid­ver­gif­tung. Ein ande­res Mal explo­dier­te eine Gas­kar­tu­sche. Das Feu­er ver­nich­te­te zwei Con­tai­ner und 130 Zel­te. 400 Men­schen ver­lo­ren ihre Blei­be. Eine 66-jäh­ri­ge Frau und ihr sechs­jäh­ri­ges Enkel­kind ver­brann­ten bei leben­di­gem Leib. Ahma­di erzählt, wie sie abends den Reiß­ver­schluss ihres Zelts zuzieht und ihre Söh­ne in Decken wickelt. Sie weiß von Men­schen, die sich am Zaun des Lagers erhängt haben, sie kennt die Vide­os von den Aus­schrei­tun­gen. Und sie kennt die fins­te­ren Geschich­ten von Über­grif­fen, sie gehö­ren zum Lager wie der Staub und der Müll­ge­stank: Geschich­ten von Män­nern, die, zu zweit, zu dritt, zu viert, in die Zel­te von allein­ste­hen­den Frau­en ein­drin­gen, um sie zu ver­ge­wal­ti­gen“ – aus der Repor­ta­ge „Hier schei­tert Euro­pa“ von Rapha­el The­len am 03. Janu­ar 2018 in der Zeit Online externer Link über die extrem men­schen­feind­li­chen Zustän­de im völ­lig über­be­leg­ten Lager Moria. Wor­auf vie­le der weit über 1.200 Kom­men­ta­re von Lese­rin­nen und Lesern nicht wei­ter ein­ge­hen, son­dern lie­ber ihre abstru­sen volks­wirt­schaft­li­chen Rech­nun­gen pfle­gen… Sie­he dazu drei Bei­trä­ge über Akti­vi­tä­ten im und um das Lager Moria:
  • Sie las­sen Grie­chen­land wie­der hän­gen
    “Deutsch­land wird kei­ne Win­ter­hil­fen für Flücht­lin­ge auf den grie­chi­schen Inseln leis­ten. Gleich­zei­tig hat Ber­lin das Schen­gen-Abkom­men für grie­chi­sche Bür­ger aus­ge­setzt. Im Streit mit der Tür­kei kommt auch kei­ne Hil­fe. (…) “Män­ner, Frau­en und Kin­der leben in klei­nen Som­mer­zel­ten in völ­lig über­füll­ten Lagern im Matsch”, beklag­te etwa Ärz­te ohne Gren­zen. Auch Deutsch­land sei zu Hil­fe ver­pflich­tet. Doch Außen­mi­nis­ter Gabri­el denkt gar nicht dar­an. “Die Unter­brin­gung und Ver­sor­gung der Flücht­lin­ge liegt zunächst in der Ver­ant­wor­tung der jewei­li­gen Staa­ten”, erklär­te das Aus­wär­ti­ge Amt. In der Ver­ant­wor­tung Ber­lins liegt hin­ge­gen die Wie­der­ein­füh­rung von Grenz­kon­trol­len für Ein­rei­sen aus Grie­chen­land. Auf deut­schen Flug­hä­fen wer­den grie­chi­sche Rei­sen­de fest­ge­hal­ten und dis­kri­mi­niert. Grie­chen­land hat des­halb schon Ende Novem­ber Pro­test ein­ge­legt. (…) Doch man duckt sich weg – genau wie im Grenz­streit zwi­schen der Tür­kei und Grie­chen­land. Bei sei­nem Besuch in Athen hat der tür­ki­sche Sul­tan Erdo­gan den Frie­dens­ver­trag von Lau­sanne infra­ge gestellt…” Bei­trag vom 10. Dezem­ber 2017 von und bei Lost in Euro­pe externer Link
  • Angriff auf pro­tes­tie­ren­de Flücht­lin­ge auf Les­bos: Zu dem Schlä­ger­trupp gehör­ten Laden­be­sit­zer und Poli­zis­ten 
    Am 23. Novem­ber 2017 wur­den die pro­tes­tie­ren­den Flücht­lin­ge auf dem Sap­pho-Platz in Myti­li­ni von einer etwa 40-köp­fi­gen Schlä­ger­ban­de über­fal­len, zu denen Laden­be­sit­zer der Umge­bung und Poli­zis­ten gehör­ten – das Pro­test­camp muss­te vor­über­ge­hend geräumt wer­den. Als eine Reak­ti­on dar­auf wur­de am Tag danach das Büro der regie­ren­den Syri­za-Par­tei auf Les­bos besetzt. In dem Bei­trag „Fascist Attacks Against #Refu­gees­Gr and Sup­por­ters on #Les­vos“ am 28. Novem­ber 2017 bei Enough is Enough externer Link wer­den die­se Ereig­nis­se vor allem von den Akti­uven der No Bor­der Kit­chen Les­vos berich­tet und die Erklä­rung der Beset­ze­rIn­nen des Syri­za-Büros doku­men­tiert, die in der Par­tei einen der Ver­ant­wort­li­chen für ihre Lage sehen, zusam­men mit loka­len Behör­den inklu­si­ve der Poli­zei und eben bis hin zur EU und ihrer aggres­si­ven Stra­te­gie gegen die Flücht­lin­ge. Die Beset­ze­rIn­nen unter­strei­chen in die­ser Erklä­rung sowohl ihre aktu­el­len For­de­run­gen, als auch ihre Bereit­schaft, trotz die­ser Angrif­fe wei­ter­hin öffent­lich zu pro­tes­tie­ren, und sich kei­nes­falls in das Lager Moria zurück­schi­cken zu las­sen, was in jedem Fal­le die schlech­te­re Lösung sei.
  • Der Flücht­lings­pro­test auf Les­bos geht wei­ter – und die Soli­da­ri­tät der Bevöl­ke­rung wächst 
    Aus Pro­test gegen die dra­ma­ti­sche Lage in den Flücht­lings­la­gern auf Les­bos sind die meis­ten Geschäf­te, die Schu­len und die Kom­mu­nal­be­hör­den auf der grie­chi­schen Ost­ägä­is-Insel am Mon­tag geschlos­sen geblie­ben. Zu dem Gene­ral­streik hat­te der Bür­ger­meis­ter der Insel­haupt­stadt Spy­ros Gali­nos auf­ge­ru­fen. Am Vor­mit­tag gin­gen Hun­der­te Men­schen auf die Stra­ßen. »Ent­las­tet unse­re Insel. Die Men­schen (Flücht­lin­ge) leben unter mise­ra­blen Bedin­gun­gen«, hieß es auf Trans­pa­ren­ten. Es kön­ne nicht sein, dass im Raum der Insel­haupt­stadt Myti­li­ni mehr als 8000 Migran­ten in zwei Lagern zusam­men­ge­pfercht leben müs­sen…“ – so beginnt die kur­ze Mel­dung „Les­bos streikt für Flücht­lin­ge“ am 21. Novem­ber 2017 in neu­es deutsch­land externer Link, wor­in auch die Angrif­fe auf pro­tes­tie­ren­de Flücht­lin­ge kur­zes The­ma sind. Sie­he zu Flücht­lings­pro­test und Soli­da­ri­tät drei wei­te­re aktu­el­le Bei­trä­ge:
    • „Streik auf der Insel Les­bos für bes­se­re Lebens­be­din­gun­gen der Flücht­lin­ge“ am 20. Novem­ber 2017 in der Grie­chen­land-Zei­tung externer Link berich­tet unter ande­rem von die­sem Streik­tag: „Die Ein­woh­ner mel­de­ten mit die­sem Streik Wider­stand gegen die Plä­ne der Regie­rung an, die für Flücht­lin­ge ein­ge­rich­te­ten Camps auf der Insel noch wei­ter aus­zu­bau­en. Wie der Bür­ger­meis­ter von Les­bos, Spy­ros Gali­nos, mit­teil­te, wol­len die Ein­woh­ner errei­chen, dass die rund 8.500 Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten, die auf der Insel inter­niert sind, auf das grie­chi­sche Fest­land wei­ter­rei­sen dür­fen. Auf der Insel mit rund 32.000 Ein­woh­nern feh­le es an der not­wen­di­gen Infra­struk­tur, um all die­se Men­schen unter­zu­brin­gen. Die Unter­brin­gungs­be­din­gun­gen auf dem Eiland sei­en schlicht und ein­fach „elend“, so der Bür­ger­meis­ter. Wäh­rend einer Pres­sen­kon­fe­renz kri­ti­sier­te er, dass man die Ver­ant­wor­tung auf das Nicht­funk­tio­nie­ren des Flücht­lings­pak­tes abwäl­ze, der im März 2016 zwi­schen der Tür­kei und der Euro­päi­schen Uni­on unter­zeich­net wor­den ist. Tei­le des Camps bei Moria sol­len am Mon­tag regel­recht im Schlamm ver­sun­ken sein, vie­le der Flücht­lings­kin­der sei­en mit Fie­ber erwacht. Im vori­gen Jahr waren hier drei Insas­sen bei einem Unwet­ter ums Leben gekom­men. Kon­zi­piert ist das Lager für 2.200 Men­schen; etwa 7.000 sind der­zeit hier unter­ge­bracht“.
    • „#Refu­gees­GR Pro­tests on #Les­vos Con­ti­nue: #OpenT­heIs­lands!“ am 21. Novem­ber 2017 bei Enough is Enough externer Link ist einer­seits ein Über­blick über die aktu­el­len Pro­tes­te der Flücht­lin­ge und der Bevöl­ke­rung und ver­weist auch auf eine Demons­tra­ti­on gegen den Flücht­lings­pro­test am sel­ben Tag. In dem Bericht wird unter ande­rem her­vor­ge­ho­ben, dass Hun­ger­strei­ken­den von offi­zi­el­ler Sei­te aus gesagt wur­de, wenn sie tat­säch­lich strei­ken woll­ten, bis sie sich frei bewe­gen könn­ten, dann wür­den sie eben ster­ben…
    • Demons­tra­ti­on at Les­vos on Novem­ber 20“ eben­falls am 21. Novem­ber 2017 bei Enough is Enough externer Link ist ein kur­zes Video von der Pro­test­de­mons­tra­ti­on der Flücht­lin­ge am Vor­tag.
  • [21.11.2017] Mahn­wa­che für die Geflüch­te­ten in Grie­chen­land in Ber­lin 
    Trotz wie­der­hol­ter War­nun­gen sind tau­sen­de Schutz­su­chen­de in den grie­chi­schen Hot­spots im kom­men­den Win­ter wie­der Käl­te und Schnee schutz­los aus­ge­lie­fert. (…) Lasst uns ein Zei­chen set­zen! Die Mahn­wa­che fin­det zeit­gleich zur Ple­nar­sit­zung des Bun­des­ta­ges statt und adres­siert ihre For­de­run­gen auch an die neu­ge­wähl­ten Abge­ord­ne­ten, die über Flucht­ur­sa­chen, wie unfai­re Han­dels­be­zie­hun­gen, Waf­fen­lie­fe­run­gen, Kli­ma­zer­stö­rung und Asyl­ge­setz­ge­bung mit­ent­schei­den. Wir for­dern: Relo­ca­ti­on-Ver­ein­ba­rung umset­zen und Fami­li­en­nach­zug gewähr­leis­ten! Soli­da­ri­tät mit den hun­ger­strei­ken­den Geflüch­te­ten in Athen! Kei­ne Abschie­bun­gen in die Tür­kei! Flucht­ur­sa­chen bekämp­fen, nicht Flucht und Flüch­ten­de!Auf­ruf zur Mahn­wa­che am Diens­tag, 21. Novem­ber 2017 externer Link, Beginn 16 Uhr bis 20 Uhr, auf dem Pari­ser Platz, vor dem Bran­den­bur­ger Tor, ver­an­stal­tet von: Bünd­nis Grie­chen­landso­li­da­ri­tät Ber­lin, Gesell­schaft der Kul­tur des Frie­dens, Initia­ti­ve: Respekt für Grie­chen­land und unter­stützt von Pro­Asyl
  • Hun­ger­streik been­det, Pro­tes­te aus­ge­wei­tet: Flücht­lings­de­mons­tra­tio­nen auf Les­bos, in Athen und an der maze­do­ni­schen Gren­ze
    Ein­fa­che Zel­te ste­hen anein­an­der­ge­reiht auf dem Syn­tag­ma­platz, schräg gegen­über dem grie­chi­schen Par­la­ment. Über die Zel­te sind Pla­nen gelegt wor­den – stun­den­lang hat es gestürmt und gereg­net. Pas­san­ten rufen den Strei­ken­den Mut zu. Eini­ge blei­ben ste­hen. „Hun­ger­streik – Ver­eint unse­re Fami­li­en“, steht mit wei­ßen Let­tern auf einem schwar­zen Ban­ner geschrie­ben, der über den Zel­ten ange­bracht ist. Es geht hier um Fami­lie – das scheint fast jeder nach­emp­fin­den zu kön­nen. Sami­ra Asman und ihre acht- und zehn­jäh­ri­gen Töch­ter blin­zeln aus ihrem Zelt her­aus. „Auf­ge­ben? Das ist kei­ne Opti­on“, sagt die Frau aus Syri­en. Sie ist eine der ins­ge­samt 14 syri­schen Flücht­lin­ge, die seit zwei Wochen mit einem Hun­ger­streik gegen die Ver­zö­ge­rung der EU-Poli­tik in Sachen Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung pro­tes­tie­ren“ – so beginnt der Bei­trag „Die Hun­gern­den von Athen“ von Theo­do­ra Mav­ro­pou­los am 15. Novem­ber 2017 in der taz externer Link wor­in noch­mals unter­stri­chen wird, dass unter ande­rem über 4.000 Men­schen bereits eine Zusa­ge für Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung hät­ten – eigent­lich… Sie­he dazu:
  • [20. Novem­ber] Soli­da­ri­tät mit der Demons­tra­ti­on der pro­tes­tie­ren­den Flücht­lin­ge auf Les­bos 
    Der nahen­de Win­ter, die zuneh­men­de Käl­te (des Wet­ters) befeu­ern den Wider­stand der Flücht­lin­ge auf den grie­chi­schen Inseln: Hun­ger­streiks wer­den fort­ge­setzt und die Platz­be­set­zung von Myt­li­ni auf Les­bos eben­falls. Jetzt wird für den 20. Novem­ber 2017 zu einer Demons­tra­ti­on auf­ge­ru­fen – und zu Soli­da­ri­täts­ak­tio­nen in ande­ren euro­päi­schen Län­dern. In dem Bei­trag „#Refu­gees­GR Novem­ber 20: Call for Demons­tra­ti­on on #Les­vos“ am 13. Novem­ber 2017 bei Enough is Enough externer Link wird von der für den 20. Novem­ber geplan­ten Flücht­lings­de­mons­tra­ti­on in Myti­li­ni berich­tet – und eben hin­zu­ge­fügt, dass all jene, die nicht dort sind, dies vor Ort mit Soli­da­ri­täts­ak­tio­nen unter­stüt­zen kön­nen. Der Auf­ruf zur Demons­tra­ti­on wird dabei doku­men­tiert, in dem noch­mals kurz der bis­he­ri­ge Pro­test seit der Platz­be­set­zung skiz­ziert wird – und die Ergeb­nis­lo­sig­keit kri­ti­siert, wes­we­gen es an der Zeit sei, wei­te­re Aktio­nen zu orga­ni­sie­ren. Sie­he dazu auch einen wei­te­ren aktu­el­len Bericht über die Lage in den Lagern beim her­ein­bre­chen­den Win­ter:
    • „»Moria ist nicht für den Win­ter geeig­net«“ von Nel­li Tügel am 14. Novem­ber 2017 in neu­es deutsch­land externer Link ist ein Gespräch mit Bar­ba­ra Loch­bih­ler, Vize­prä­si­den­tin des Men­schen­rechts­aus­schus­ses im EU-Par­la­ment, wor­in die­se unter ande­rem aus­führt: „Ich war in dem Lager Moria auf Les­bos, habe dort mit dem Direk­tor gespro­chen und auch mit dem grie­chi­schen Migra­ti­ons­mi­nis­ter Ioan­nis Mouz­a­las. Ich habe mit NGOs gere­det und ja, der Hot­spot Moria ist nicht für den Win­ter geeig­net, weil er total über­füllt ist. Vor­ges­tern, als ich dort war, leb­ten dort mehr als 6500 Per­so­nen. Das Lager ist für cir­ca 2000 Men­schen ange­legt; über 1500 haben nur Som­mer­zel­te. Der Direk­tor sagt, dass am Tag unge­fähr 200 Neu­zu­gän­ge kom­men. Ich habe mit einer Ärz­tin gere­det, die berich­te­te, dass von den Neu­zu­gän­gen fast 40 Pro­zent Kin­der sind. Mit­ar­bei­ter der NGOs sind reih­um erschöpft und ver­glei­chen die Situa­ti­on teil­wei­se mit Lagern in Kriegs­ge­bie­ten: Völ­lig ver­dreckt, zu wenig Duschen und Toi­let­ten, es wur­den teil­wei­se für die Nacht Win­deln an Frau­en aus­ge­ge­ben, weil unter dem Druck die Stim­mung sehr aggres­siv ist“.
  • Platz­be­set­zung und Hun­ger­streik auf Les­bos – las­sen die grie­chi­sche Regie­rung „kalt“
    Seit 18 Tagen dau­ert nun­mehr der Flücht­lings­pro­test auf dem Mit­y­lini­platz a seit 10 Tagen befin­den sich 4 Män­ner und seit 5 Tagen fünf Frau­en auf dem Platz im Hun­ger­streik. Die Reak­tio­nen der grie­chi­schen Regie­rung und ihrer Behör­den bis­her: Kei­ne. Außer der Poli­zei, die – bis­her nur beob­ach­tend – auf­mar­schiert ist. „Today is the 18th day of refu­gee sit-ins in Mit­y­lini Squa­re“ am 05. Novem­ber 2017 im Frat­ze­buch von Arash Ham­pay externer Link ist eine klei­ne Foto­do­ku­men­ta­ti­on der aktu­el­len Lage an die­sem Tag, in der die For­de­rung der Pro­tes­tie­ren­den nach Bewe­gungs­frei­heit inner­halb der EU unter­stri­chen wird.
  • Neue Pro­tes­te gegen unhalt­ba­re Zustän­de in grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern 
    Wir, die unter­zeich­nen­den Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen und huma­ni­tä­ren Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, schrei­ben Ihnen wegen unse­rer tie­fen Besorg­nis über die sich ver­schlech­tern­den Bedin­gun­gen für Tau­sen­de von Frau­en, Män­nern und Kin­dern, die Asyl bean­tra­gen und auf den Ägäi­schen Inseln im Win­ter feststecken.Wir bit­ten Sie drin­gend, die der­zei­ti­ge “Fest­hal­tungs­po­li­tik” von ein­ge­reis­ten Asyl­be­wer­bern auf den Inseln zu been­den, die nach dem Inkraft­tre­ten der EU-Tür­kei Erklä­rung vom 18. März 2016 ein­ge­trof­fen sind und die Asyl­su­chen­den unver­züg­lich auf das Fest­land zu brin­gen und ihren Schutz­be­darf zu erfül­len, indem Sie ihnen einen ange­mes­se­nen und wür­di­gen Schutz, Unter­kunft und Zugang zu Dienst­leis­tun­gen bie­ten. Wir aner­ken­nen die Bemü­hun­gen der grie­chi­schen Regie­rung und die Soli­da­ri­tät des grie­chi­schen Vol­kes gegen­über Asyl­be­wer­bern und Migran­ten in den letz­ten Jah­ren. Vie­le unse­rer Orga­ni­sa­tio­nen haben wie­der­holt die Euro­päi­sche Uni­on und ihre Mit­glied­staa­ten auf­ge­for­dert, ech­te gemein­sa­me Maß­nah­men zu unter­neh­men und die Ver­ant­wor­tung für Asyl­be­wer­ber und Migran­ten, die seit 2015 in Grie­chen­land ankom­men, unter­ein­an­der fair auf­zu­tei­len und ihre Men­schen­rech­te zu respek­tie­ren. Der ent­täu­schen­de Man­gel an ech­ter Soli­da­ri­tät und an Enga­ge­ment für die Ver­tei­lung der Ver­ant­wor­tung auf vie­le EU-Mit­glied­staa­ten sind jedoch kei­ne Recht­fer­ti­gung für den der­zei­ti­gen Zustand für Asyl­be­wer­ber auf den grie­chi­schen Inseln“ – so beginnt der „Gemein­sa­mer Brief an Pre­mier­mi­nis­ter Tsi­pras wegen Ver­schlech­te­rung der Bedin­gun­gen für Asyl­su­chen­de auf den Ägäi­schen Inseln“ vom 23. Okto­ber 2017 externer Link nun in deut­scher Über­set­zung bei der Grie­chen­land-Soli­da­ri­tät doku­men­tiert, der von 10 demo­kra­ti­schen und huma­ni­tä­ren Orga­ni­sa­tio­nen ver­fasst wur­de.
  • Repres­si­on von Flücht­lings­pro­tes­ten auf Les­bos, im Lager Moria 
    „#OpenT­heIs­lands #Les­vos: Cops Threa­tened to Arrest Pro­tes­ting #Refu­gees­GR“ am 24. Okto­ber 2017 bei Enough is Enough externer Link ist der Bericht (inklu­si­ve Video) über Poli­zei­re­pres­si­on gegen die neu­er­li­chen Pro­tes­te von Flücht­lin­gen auf Les­bos, im Lager Moria, in dem es bereits ver­schie­dent­lich Pro­tes­te gege­ben hat­te. Bereits am ers­ten Tag der neu­en Pro­tes­te wur­de ein ver­such, eine Demons­tra­ti­on im Ort zu orga­ni­sie­ren, von der Poli­zei per Stra­ßen­blo­cka­de behin­dert, in den fol­gen­den Tagen gab es mehr­fach Dro­hun­gen, wer pro­tes­tie­re, wer­de fest­ge­nom­men – was aller­dings nichts fruch­te­te, die Pro­tes­te wer­den fort gesetzt.
  • Erfrie­ren las­sen? Vor dem Win­ter in grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern
    Über 14.000 Flücht­lin­ge und Migran­ten sit­zen auf den grie­chi­schen Inseln nahe der Tür­kei fest. Noch immer müs­sen sie in soge­nann­ten Hot­spots unter tra­gi­schen Bedin­gun­gen aus­har­ren. Nun naht der nächs­te Win­ter. „Wir machen uns gro­ße Sor­gen, denn der letz­te Win­ter war dra­ma­tisch“, sagt Vas­si­lis Voul­ga­ra­kis von der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on Les­vos Soli­da­ri­ty. Zahl­rei­che Men­schen muss­ten in Zel­ten bei Minus­gra­den über­win­tern, weil die Kapa­zi­tä­ten in den Con­tai­nern nicht aus­reich­ten, erin­nert sich der 43-Jäh­ri­ge. Sechs-Per­so­nen-Zel­te waren mit bis zu 25 Men­schen voll­kom­men über­be­legt. Schwe­re Regen­fäl­le durch­näss­ten Decken, Schlaf­sä­cke und Klei­dung der Camp-Insas­sen. Sie haus­ten im Schlamm. Dann fiel Schnee. „Wir beob­ach­ten, dass sich erneut eine sol­che Situa­ti­on anbahnt“, sagt Voul­ga­ra­kis. Wenn nicht bald etwas von Sei­ten der Auto­ri­tä­ten geschieht, wer­den die Men­schen hier wie­der einen bit­te­ren Win­ter erle­ben müs­sen““ – aus dem Bericht „Ganz nor­ma­ler Aus­nah­me­zu­stand“ von Theo­do­ra Mav­ro­pou­los am 12. Okto­ber 2017 in der taz externer Link, wor­in abschlie­ßend auch die grie­chi­sche Regie­rung zitiert wird mit einer Stel­lung­nah­me nach Art von „Alles wird gut“. Sie­he dazu einen wei­te­ren Bei­trag zur Lage der Flücht­lin­ge auf den Inseln – und den Soli­da­ri­täts­auf­ruf gegen dro­hen­de Win­ter­aus­wir­kun­gen:
    • „MSF über die Lage in grie­chi­schen Refu­ge­e­camps“ am 12. Okto­ber 2017 im Freie​-Radi​os​.Net externer Link ist ein Inter­view von Wil­ma Rall von RaBe mit Loui­se Rol­land-Gos­se­lin von Mede­cins sans Fron­tiè­res MSF über die Situa­ti­on der Geflüch­te­ten in den Camps auf den grie­chi­schen Inseln, das mit fol­gen­den Ein­lei­tungs­text ver­se­hen ist: „„Ich wäre lie­ber zuhau­se gestor­ben, als hier gefan­gen zu sein.“ Sol­che Aus­sa­gen hören die Ärz­tIn­nen von Mede­cins sans Fron­tiè­res MSF in letz­ter Zeit immer öfters, wenn sie Geflüch­te­te auf den grie­chi­schen Inseln betreu­en. Laut dem ges­tern ver­öf­fent­lich­ten Bericht ist die Situa­ti­on auf Les­bos und Samos ver­hee­rend – und nicht nur die kör­per­li­che, son­dern auch die see­li­sche Not der Betrof­fe­nen enorm. MSF schlägt Alarm – und ver­ur­teilt die Flücht­lings­po­li­tik der EU mit unge­wöhn­lich schar­fen Wor­ten“.
    • „Joint State­ment: Open the Islands – No More Dead #Refu­gees­GR from Cold“ am 12. Okto­ber 2017 bei Enough is Enough externer Link ist eine gemein­sa­me Stel­lung­nah­me von 43 Soli­da­ri­täts-Grup­pie­run­gen, die an die grie­chi­sche Regie­rung und die EU die Auf­for­de­rung rich­ten, ihre Anti-Flücht­lings­po­li­tik zu been­den, um neue Todes­op­fer zu ver­hin­dern. Die gemein­sa­me Kam­pa­gne „Open the Islands“ wird dadurch begon­nen, die zur Auf­lö­sung der Insel-Lager füh­ren soll.
  • Psy­cho­so­zia­ler Not­stand auf den grie­chi­schen Inseln – Ärz­te ohne Gren­zen for­dert sofor­ti­ge Umsied­lung von Flücht­lin­gen auf das Fest­land 
    Die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Ärz­te ohne Gren­zen wirft Grie­chen­land und der EU vor, für einen psy­cho­so­zia­len Not­stand unter Asyl­su­chen­den auf den grie­chi­schen Inseln mit­ver­ant­wort­lich zu sein. Die Teams der Orga­ni­sa­ti­on auf Les­bos und Samos behan­deln immer häu­fi­ger Pati­en­ten, die Sui­zid­ver­su­che oder Selbst­ver­let­zun­gen unter­nom­men oder psy­cho­ti­sche Epi­so­den durch­lebt haben. Ein heu­te ver­öf­fent­lich­ter Bericht zeigt, dass Gewalt, Ver­nach­läs­si­gung und die schlech­ten Lebens­be­din­gun­gen den dra­ma­tisch schlech­ten see­li­schen Gesund­heits­zu­stand vie­ler Pati­en­ten maß­geb­lich ver­ur­sa­chen. Ärz­te ohne Gren­zen for­dert Grie­chen­land und die EU auf, alle Asyl­su­chen­den sofort auf das grie­chi­sche Fest­land umzu­sie­deln, wo sie ange­mes­sen unter­ge­bracht wer­den kön­nen und bes­se­ren Zugang zu nöti­ger Gesund­heits­ver­sor­gung haben…” Mel­dung vom 10. Okto­ber 2017 externer Link, sie­he den Report: Con­fron­ting the men­tal health emer­gen­cy on Samos and Les­vos externer Link
  • Euro­pa­rat: Flücht­lin­ge in Grie­chen­land leben unter “unmensch­li­chen” Bedin­gun­gen 
    “Die Situa­ti­on vie­ler Flücht­lin­ge in Grie­chen­land ist wei­ter pre­kär. Der Euro­pa­rat pran­gert die Pro­ble­me an, die Zustän­de bei der Unter­brin­gung sei­en ein “Risi­ko für die Volks­ge­sund­heit”. Ver­hee­ren­de hygie­ni­sche Zustän­de in über­füll­ten Sam­mel­un­ter­künf­ten, Poli­zei­ge­walt, Man­gel an Trink­was­ser und Nah­rung – der Euro­pa­rat hat die Situa­ti­on Tau­sen­der Flücht­lin­ge in Grie­chen­land scharf kri­ti­siert. Migran­ten, dar­un­ter Frau­en mit klei­nen Kin­dern sowie unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge, sei­en unter Bedin­gun­gen unter­ge­bracht, die nicht nur “unmensch­lich und ent­wür­di­gend” sei­en, son­dern auch ein “Risi­ko für die Volks­ge­sund­heit” bedeu­te­ten, heißt es in einem Bericht des Anti-Fol­ter-Komi­tees (CPT) des Euro­pa­rats. Eine Dele­ga­ti­on des Komi­tees, dar­un­ter ein Arzt, hat­te im April und Juli ver­gan­ge­nen Jah­res rund 20 Lager, Poli­zei­sta­tio­nen und Grenz­pos­ten in Grie­chen­land besich­tigt, in denen Flücht­lin­ge oft Wochen oder Mona­te lang aus­har­ren müs­sen. Sie besuch­ten auch soge­nann­te “Hot­spots” auf Inseln in der Ägä­is, die im Früh­jahr 2016 mit Hil­fe der EU zur Regis­trie­rung von Flücht­lin­gen ein­ge­rich­tet wur­den…” Bei­trag vom 26. Sep­tem­ber 2017 bei Spie­gel online externer Link, es gibt dazu eine (engl.) Stel­lung­nah­me der grie­chi­schen Regie­rung externer Link
  • Geflüch­te­te auf grie­chi­scher Insel Chi­os: “Sie behan­deln uns wie Tie­re” 
    18.000 Geflüch­te­te sind in die­sem Jahr bis­lang auf den grie­chi­schen Inseln ange­kom­men. 2015 waren es noch 850.000 Men­schen. Trotz der stark gesun­ke­nen Zah­len sind die Bedin­gun­gen wei­ter­hin schlecht. Die Behör­den sind über­las­tet, der EU-Tür­kei-Deal wankt. “Selbst wenn 100 Leu­te kom­men – das ist unge­fähr die Zahl von Ange­kom­me­nen in zwei Tagen – dann gibt es ein Pro­blem. Wir kom­men erneut an unse­re Gren­ze.” So schil­dert es der Chef der grie­chi­schen Asyl­be­hör­de auf Chi­os: Nikos Papama­no­lis. Er klagt, dass die grie­chi­schen Behör­den mit jedem neu­en Boot ein Stück näher an den Kol­laps kämen. Die Sach­be­ar­bei­ter kämen nicht hin­ter­her, die Asyl­an­trä­ge zu bear­bei­ten. So sit­zen die Geflüch­te­ten oft Mona­te in den Zelt-Lagern fest. Nicht mal genug Schlaf­plät­ze gebe es auf Chi­os (…) Die Men­schen aus den Kriegs­län­dern Syri­en, Irak und Afgha­ni­stan bil­den die größ­te Grup­pe. Sie sit­zen wie der 24-jäh­ri­ge Syrer Kha­led seit vier Mona­ten auf Chi­os fest – ohne Per­spek­ti­ve auf ein neu­es Leben. Er berich­tet auch von Miss­hand­lun­gen durch die Poli­zei. “Sie behan­deln uns wie Tie­re. Ihnen ist es egal, ob sie uns hau­en, ins Gesicht schla­gen, oder ein­fach nur schub­sen. Aber nach all dem sind wir immer noch Men­schen. Viel­leicht mögen sie uns nicht, aber wir sind nun ein­mal hier. Wir haben kei­ne Wahl. Hät­te ich eine Wahl, wäre ich nicht hier. Es wäre ehren­vol­ler gewe­sen in mei­nem Land zu ster­ben, als die­se Ernied­ri­gung hier zu ertra­gen.”” Pana­jo­tis Gav­ri­lis im Gespräch mit And­re Zan­tow am 18.09.2017 beim Deutsch­land­funk Kul­tur externer Link
  • Flücht­lin­ge in Grie­chen­land: Aus den Augen, aus dem Sinn? Deso­la­te Zustän­de in Lagern und Zunah­me frem­den­feind­li­cher Über­grif­fe 
    “… Das Flücht­lings­the­ma ist auch in den grie­chi­schen Medi­en etwas in den Hin­ter­grund gerückt. Frem­den­feind­li­che Über­grif­fe wer­den sel­te­ner the­ma­ti­siert. Tat­säch­lich neh­men die­se unver­min­dert zu. So kam es auf der rela­tiv klei­nen Insel Leros in der ver­gan­ge­nen Woche inner­halb drei­er Tage zu täg­li­chen Gewalt­ak­ten gegen Asyl­su­chen­de. Obwohl die Insel weni­ger als 8.000 Ein­woh­ner hat und trotz­dem eini­ge Vor­fäl­le direkt vor den Augen der Poli­zei statt­fan­den, gab es kei­ne Fest­nah­men. (…) Auf der ande­ren Sei­te ist die Poli­zei in einen unglei­chen Kampf gegen die Schlep­per­ban­den ver­wi­ckelt. Deren Fan­ta­sie hin­sicht­lich mög­li­cher Flucht­ar­ten nimmt immer skur­ri­le­re For­men an. (…) Bei­na­he eben­so teu­er wie die Flucht nach Euro­pa ist dage­gen die Abschie­bung. Hier wur­den nach Dar­stel­lung des Online­me­di­ums euob­ser­ver im Schnitt 5.800 Euro pro Kopf gezahlt. In einem Extrem­fall kos­te­te die Abschie­bung von abge­lehn­ten Asyl­su­chen­den in den Togo 90.000 Euro pro Kopf.” Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los vom 10. Mai 2017 bei Tele­po­lis externer Link
  • Flücht­lin­ge in Grie­chen­land: Zer­mür­ben­des War­ten
    Ein Jahr nach dem EU-Tür­kei-Deal ist die Lebens­si­tua­ti­on der Flücht­lin­ge in Athen und auf Les­bos kaum erträg­lich, berich­tet Ramo­na Lenz von der Frank­fur­ter Hilfs- und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on med­i­co inter­na­tio­nal…” Bericht von Ramo­na Lenz (med­i­co inter­na­tio­nal) vom 2.5.2017 bei der FR online externer Link – erschre­ckend, aber auch voll von Bei­spie­len für soli­da­ri­sche Struk­tu­ren
  • Grie­chen­land: Sexu­el­le Aus­beu­tung von min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­gen greift um sich
    “… Der 20. April ist bei Anhän­gern des Natio­nal­so­zia­lis­mus als Geburts­tag Adolf Hit­lers ein belieb­ter Anlass für Demons­tra­ti­ons­mär­sche. In Grie­chen­land ist zudem der Fol­ge­tag, der 21. April, ein Datum, wel­ches an den Obris­ten­putsch vom 21. April 1967 erin­nert. Auf Chi­os nut­zen die dor­ti­gen Anhän­ger der Gol­de­nen Mor­gen­rö­te und ihre Sym­pa­thi­san­ten den dop­pel­ten Anlass, um einen abend­li­chen Pro­test­marsch zum Flücht­lings­la­ger in Sou­da zu star­ten. Sie grif­fen das Lager an und bewar­fen die Insas­sen mit Stei­nen. Drei der Asyl­su­chen­den wur­den ver­letzt. Die her­bei­ge­eil­te Poli­zei konn­te kei­nen der Angrei­fer ding­fest machen, nahm jedoch sie­ben Asyl­be­wer­ber fest, die sich gegen die selbst­er­nann­te Bür­ger­wehr zur Wehr gesetzt hat­ten. Vor ihrer Atta­cke auf das Flücht­lings­heim hat­ten die Demons­tran­ten eine Stadt­rats­sit­zung in Chi­os gestürmt und eine dor­ti­ge Kon­fe­renz zur Flücht­lings­the­ma­tik gesprengt. (…) Die Nach­läs­sig­keit der Behör­den betrifft nicht nur die Straf­ver­fol­gung von Angrei­fern auf Flücht­lings­hei­me. Der Bür­ger­schutz­ob­mann Grie­chen­lands bemän­gel­te in einer Stu­die, dass die min­der­jäh­ri­gen Asyl­su­chen­den nicht genü­gend geschützt wer­den. Beson­ders krass sei­en, so der Bericht des Bür­ger­schutz­ob­manns, die Ver­säum­nis­se hin­sicht­lich des Zugangs Min­der­jäh­ri­ger und unbe­glei­te­ter Min­der­jäh­ri­ger zu dem ihnen zuste­hen­den und in inter­na­tio­na­len Ver­trä­gen ver­an­ker­tem Schutz, zum Zugang zu Bil­dung und Schu­len und hin­sicht­lich der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung. Dar­über hin­aus gäbe es Män­gel im Sys­tem der Alters­be­stim­mung. Wie schlecht die Min­der­jäh­ri­gen geschützt sind, zeigt sich in der gera­de­zu epi­de­misch um sich grei­fen­den sexu­el­len Aus­beu­tung der Kin­der. Für einen Preis, der meist unter 15 Euro liegt, wer­den immer mehr Asy­lan­ten­kin­der zum Sex­ob­jekt von Päd­eras­ten. Das Phä­no­men ist im gesam­ten Land beob­acht­bar und nicht nur auf die urba­nen Bal­lungs­zen­tren beschränkt…” Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los vom 22. April 2017 bei Tele­po­lis externer Link
  • Flücht­lin­ge: Ent­set­zen auf Chi­os. Unru­he in Grie­chen­land – Das poli­ti­sche Kli­ma gegen­über den Migran­ten ver­schlim­mert sich
    “Auf Chi­os hat am Don­ners­tag ein jun­ger Syrer ver­sucht, sich mit einer Selbst­ver­bren­nung zu töten. Es heißt, dass er die Lebens­be­din­gun­gen im Lager Vial nicht län­ger ertra­gen konn­te. Der Mann, über des­sen Tat ein über Face­book ver­brei­te­tes Video exis­tiert, wur­de mit schwe­ren Brand­ver­let­zun­gen ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert. Er soll an 85 Pro­zent sei­nes Kör­pers ver­brannt sein. Eben­falls ver­letzt wur­de ein ihm zu Hil­fe eilen­der Poli­zist. (…) Der Syrer ist kein Ein­zel­fall, Anfang der Woche wur­de ein fünf­und­zwan­zig­jäh­ri­ger Syrer im Hafen von Athen tot auf­ge­fun­den. Der Mann hat­te sich erhängt. (…) Auf Les­bos möch­ten die dor­ti­gen Geschäfts­in­ha­ber noch mehr Poli­zei­prä­senz. Sie ver­lan­gen, dass die Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten, die von ihnen als “Mob mit unkon­trol­lier­ba­rer Psy­cho­lo­gie” bezeich­net wer­den, von der Poli­zei am Demons­trie­ren und Ver­sam­meln in zen­tra­len Ein­kaufs­stra­ßen gehin­dert wer­den. Eine ähn­lich schar­fe, ras­sis­tisch moti­vier­te Wort­wahl ist von Sei­ten der Gol­de­nen Mor­gen­rö­te oft zu hören. Nun schlie­ßen sich auch Regie­rungs­ab­ge­ord­ne­te an. Kos­tas Katsik­is von den Unab­hän­gi­gen Grie­chen konn­te bei einer Rede in Anwe­sen­heit von Syri­za-Abge­ord­ne­ten zahl­rei­che her­ab­wer­ten­de Bezeich­nun­gen von Flücht­lin­gen ver­wen­den. (…) Kei­ne Pro­ble­me sieht dage­gen der Staats­prä­si­dent. Pro­ko­pis Pav­lo­pou­los beton­te gegen­über einer Dele­ga­ti­on des Inter­na­tio­na­len Roten Kreu­zes, dass Grie­chen­land alle sei­ne Pflich­ten gegen­über den Flücht­lin­gen erfüllt. Dage­gen mahnt das UN Flücht­lings­hoch­kom­mis­sa­ri­at in einer Män­gel­lis­te acht drin­gen­de Pro­ble­me an. Das UNHCR drängt dar­auf, dass die Asyl­an­trags­er­fas­sung samt Antrags­be­ar­bei­tung end­lich effek­tiv und ver­läss­lich funk­tio­niert…” Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los vom 31. März 2017 bei Tele­po­lis externer Link
  • Abschie­ben! Auch wie­der in die unmensch­li­chen grie­chi­schen Lager – das ruft Pro­tes­te her­vor
    Ab dem 15. März 2017 soll, nach jah­re­lan­ger Pau­se, wie­der nach Grie­chen­land abge­scho­ben wer­den, jetzt „kann man es“ ja wie­der tun, nach­dem der Dir­ty Deal mit der Tür­kei die juris­ti­schen Ein­wän­de von 2011 „besei­tigt“ hat: „Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on hat am 8.12 vor­ge­schla­gen, dass ab 15.3.2017 die Men­schen, die es schaf­fen, sich von den grie­chi­schen Flücht­lings­camps in ande­re euro­päi­sche Län­der durch­zu­schla­gen, wie­der zurück­ge­schickt wer­den kön­nen. Das Dub­lin-Sys­tem müs­se stu­fen­wei­se für Grie­chen­land wie­der Gel­tung haben. Die grie­chi­sche Asyl­be­hör­de habe erheb­li­che Fort­schrit­te mit dem Auf­bau von Erfas­sungs­struk­tu­ren gemacht. Außer­dem wer­de die Lage in den grie­chi­schen Camps sich wohl bis März so weit ver­bes­sert haben, dass Grie­chen­land die euro­päi­schen Stan­dards für Flücht­lings­un­ter­brin­gung ein­hal­ten kön­ne. Schließ­lich sei ja genug Geld von Euro­pa nach Grie­chen­land geflos­sen“ ist aus der Pres­se­mit­tei­lung der Grie­chen­land-Soli­da­ri­täts­grup­pe Ham­burg „Kei­ne Abschie­bung nach Grie­chen­land!“ bereits am 16. Janu­ar 2017 externer Link in der mit kur­zen Schil­de­run­gen der Zustän­de in den grie­chi­schen Lagern gegen die­se EU Initia­ti­ve Stel­lung genom­men wird, und als Alter­na­ti­ve gefor­dert: „Und wir for­dern von unse­rer Bun­des­re­gie­rung, dass sie das im Sep­tem­ber 2015 ver­spro­che­ne Relo­ca­ti­on-Pro­gramm für 27.500 Geflüch­te­te (aus Grie­chen­land und Ita­li­en) end­lich zügig umsetzt“. Sie­he zum Hin­ter­grund unser Dos­sier: EU-Tür­kei-Deal in der Flücht­lings­fra­ge
  • “Lasst sie uns her­brin­gen”: EU-Bür­ger wol­len Flücht­lin­ge mit dem Auto abho­len
    Aktion in Brüssel: „Lasst sie uns herbringen“ - "let`s bring them here"Euro­päi­sche Bür­ger haben in Brüs­sel ange­bo­ten, die von der EU beschlos­se­ne Umver­tei­lung von Flücht­lin­gen aus Grie­chen­land mit ihren eige­nen Autos teil­wei­se selbst zu über­neh­men. Unter dem Mot­to „Lasst sie uns her­brin­gen“ demons­trier­ten am Mon­tag nach Schät­zun­gen meh­re­re Hun­dert Men­schen in Sicht­wei­te der EU-Rats­ge­bäu­de. Vie­le fuh­ren in Autos umher und zeig­ten sym­bo­li­sche Num­mern­schil­der, um ihre Bereit­schaft zur Beför­de­rung von Flücht­lin­gen zu demons­trie­ren. Orga­ni­sa­tor der Akti­on war die gleich­na­mi­ge Initia­ti­ve aus den Nie­der­lan­den, unter­stützt wur­de sie unter ande­rem von Amnes­ty Inter­na­tio­nal und dem Flücht­lings­werk der Nie­der­lan­de…Bericht vom 7. März 2017 im Miga­zin externer Link. Sie­he dazu die Akti­ons­sei­te: http://​www​.bring​t​hem​he​re​.eu/ externer Link und den Bericht im ai-blog externer Link
  • Hun­ger­streik afgha­ni­scher Flücht­lin­ge in Athens Hor­ror­la­ger – Soli­da­ri­täts-Auf­ruf des City Pla­za Hotels
    Hungerstreik afghanischer Flüchtlinge in Athens Horrorlager HellinikonAm Sonn­tag, 5. Febru­ar 2017 haben rund 200 Flücht­lin­ge aus Afgha­ni­stan im berüch­tig­ten Lager Hel­li­ni­kon in Athen mit einem Hun­ger­streik begon­nen. Auf dem Gelän­de des ehe­ma­li­gen Flug­ha­fens von Athen wur­den im Herbst 2015 drei ver­schie­de­ne Lager für Men­schen aus Afgha­ni­stan ein­ge­rich­tet – gesagt wor­den war, maxi­mal bis zum Juli 2016. In den drei Lagern leben ins­ge­samt 1.300 Men­schen. Sie for­dern mit ihrem Pro­test ein sofor­ti­ges Han­deln des Migra­ti­ons­mi­nis­ter Grie­chen­lands – bis­her ver­keh­ren die Behör­den mit ihnen aus­schließ­lich per Sky­pe-Anru­fen. Ihre Kla­gen dre­hen sich, wie immer in grie­chi­schen Lagern, um ganz ein­fa­che, fun­da­men­ta­le Din­ge. So for­dern sie bei­spiels­wei­se hei­ßes Was­ser, das es so wenig gibt, wie etwa Milch für die Kin­der. Aber auch eine Gele­gen­heit, Wäsche zu waschen – und Dol­met­scher für den Fall von Krank­hei­ten. Und schließ­lich möch­ten sie auch noch Schul­un­ter­richt für die Kin­der haben. Also: Nur das Aller­nor­mals­te, plus hef­ti­ge Kla­gen über die Qua­li­tät des ange­lie­fer­ten Essens. In dem Bericht „Refu­gees at Elli­ni­kon camp on hun­ger strike due to appal­ling living con­di­ti­ons“ am 05. Febru­ar 2017 bei Keep Tal­king Greece externer Link wer­den auch grie­chi­sche anti­fa­schis­ti­sche Grup­pie­run­gen zitiert, die dar­auf ver­wei­sen, dass die­ser Hun­ger­streik auch ein Ergeb­nis ist mona­te­lan­ger Kla­gen, die ohne jede Ant­wort blie­ben. Sie­he dazu auch den Soli­da­ri­täts-Auf­ruf des City Pla­za Hotels in Athen und einen Bericht in deut­scher Spra­che:
  • Neue Todes­op­fer in grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern: UNO hält EU für ver­ant­wort­lich
    Inner­halb einer Woche kam es in grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern zu vier Todes­fäl­len. Obwohl nicht alle Todes­ur­sa­chen zwei­fels­frei geklärt sind, zeigt sich immer mehr, dass die Ver­sor­gung in den Lagern unzu­rei­chend ist. Sei­tens des Flücht­lings­hoch­kom­mis­sa­ri­ats der UNO, dem UNHCR, wur­de öffent­lich ange­pran­gert, dass die grie­chi­sche Regie­rung eben­so wie die EU-Kom­mis­si­on für die deso­la­ten Zustän­de in den Lagern ver­ant­wort­lich ist. Das UNHCR pran­ger­te zudem an, dass für den Hot­spot in Moria auf der Insel Les­bos fer­ti­ge, mit EU-Gel­dern mit­fi­nan­zier­te, wet­ter­fes­te Unter­brin­gungs­mög­lich­kei­ten seit mehr als einem Monat zur Ver­fü­gung ste­hen wür­den. Aller­dings gäbe es für die Inbe­trieb­nah­me noch kein grü­nes Licht vom für die Asyl­ver­fah­ren zustän­di­gen Amt. Auch des­halb sei­en wäh­rend des Schnee­trei­bens im Janu­ar beheiz­ba­re Groß­zel­te auf­ge­stellt wor­den, was nur eine vor­läu­fi­ge, unzu­rei­chen­de Lösung sei. Tat­säch­lich wur­den zwei der Todes­fäl­le in Moria regis­triert…” aus dem Arti­kel „Grie­chen­land: Todes­fäl­le in Flücht­lings­la­gern“ von Was­si­lis Aswestopou­los am 29. Janu­ar 2017 in tele­po­lis externer Link – wor­in auch über den Hun­ger­streik eines ägyp­ti­schen Flücht­lings berich­tet wird, der Über­grif­fe der Armee ange­zeigt hat­te…
  • Grie­chen­land: 62.328 Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten frie­ren in den Hot­spots
    … Weni­ger kon­se­quent war das Immi­gra­ti­ons­mi­nis­te­ri­um mit der Kon­trol­le der eige­nen Ver­ant­wort­lich­keit. So wur­den im Rah­men der Flücht­lings­be­treu­ung rund 2.500 Zeit­an­ge­stell­te in den öffent­li­chen Dienst beru­fen. Weni­ger als zwan­zig Pro­zent davon arbei­ten wirk­lich mit Flücht­lin­gen. Die Arbeits­ver­trä­ge beinhal­ten die Tätig­keit in Hot­spots. Zumin­dest teil­wei­se wer­den die Arbeits­plät­ze mit För­der­gel­dern für Flücht­lin­ge aus dem EU Regio­nal­för­de­rungs­fonds 2014–2020 finan­ziert. Weil nun aber in den Hot­spots kei­ne Arbeits­plät­ze ein­ge­rich­tet wur­den, zogen die Stadt­ver­wal­tun­gen der Orte, in denen die betref­fen­den Hot­spots lie­gen, “über­zäh­li­ge” Arbeits­kräf­te zum Dienst in den Stadt­ge­mein­den ab. Pikant ist, dass die­ser Miss­stand durch eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge von Regie­rungs­ab­ge­ord­ne­ten auf­ge­deckt wur­de. Die par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge wur­de vom Regie­rungs­ko­or­di­na­tor für Flücht­lings­fra­gen, Vize­ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Dimi­tris Vit­s­as beant­wor­tet. Obwohl das Immi­gra­ti­ons­mi­nis­te­ri­um von der grie­chi­schen Raf­fi­ne­rie Hel­le­nic Petrol ins­ge­samt 140.000 Liter Heiz­öl als Spen­de erhielt, kann es wei­ter­hin noch nicht allen Flücht­lin­gen und Migran­ten eine war­me Unter­kunft bie­ten. Wie das UNHCR beklagt, befin­den sich allein auf der Insel Samos 500 Fami­li­en in Zel­ten, die weder win­ter­taug­lich noch beheizt sind…Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los vom 18. Janu­ar 2017 bei tele­po­lis externer Link
  • Flücht­lin­ge frie­ren im Lager, die Fami­lie war­tet in Deutsch­land
    Rund 7500 Flücht­lin­ge har­ren allein in Nord­grie­chen­land bei Eises­käl­te in Zel­ten ohne Hei­zung und war­mes Was­ser aus. Gut die Hälf­te von ihnen will nach Deutsch­land oder anders­wo nach Euro­pa, wo bereits Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge auf sie war­ten. Doch die Zusam­men­füh­run­gen lau­fen schlep­pend…Arti­kel von Sali­nia Stroux und Chris­si Wil­kens vom 17.1.2017 bei der Tages­wo­che externer Link. Aus dem Text:
    • … Die spä­te Regis­trie­rung der Anträ­ge lan­ge nach der Schlies­sung der Bal­kan­rou­te im ver­gan­ge­nen März hat die Zusam­men­füh­rung Tau­sen­der Fami­li­en mas­siv ver­zö­gert. Zuerst war­te­ten die Flücht­lin­ge auf die Öff­nung der Gren­ze. Dann ver­zö­ger­te sich die Regis­trie­rung, weil sie die über­for­der­ten grie­chi­schen Asyl­be­hör­den in Athen wegen blo­ckier­ter Sky­pe-Ver­bin­dun­gen nicht kon­tak­tie­ren konn­ten. Zu einer wei­te­ren Ver­zö­ge­rung führ­te die Vor-Regis­trie­rung in den Lagern, die dazu dien­te, alle undo­ku­men­tier­ten Flücht­lin­ge vor­läu­fig zu erfas­sen und mit Papie­ren aus­zu­stat­ten. Durch die­sen neu­en Ver­fah­rens­schritt wur­den zwar inner­halb von drei Mona­ten die Daten Tau­sen­der Flücht­lin­ge erfasst, aber die Ter­mi­ne für eine kom­plet­te Regis­trie­rung wur­den erst ab Sep­tem­ber nach und nach ver­ge­ben. Eini­ge kön­nen ihre Anträ­ge des­we­gen erst im März 2017 voll regis­trie­ren las­sen. 2733 Anträ­ge auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung nach Dub­lin-III-Ver­ord­nung sei­en 2016 bis ein­schliess­lich Ende Novem­ber in Grie­chen­land gestellt wor­den, so die Asyl­be­hör­de. Nur 289 Antrag­stel­ler konn­ten bis­her zu ihren Ver­wand­ten inner­halb der EU. Mit Abstand die meis­ten Gesu­che rich­te­ten sich an Deutsch­land, gefolgt von Schwe­den und Öster­reich…
  • Schlim­me Lage von Flücht­lin­gen in Grie­chen­land. Schuld ist der “kata­stro­pha­le Tür­kei-Deal”
    In Grie­chen­land ver­schärft der Win­ter­ein­bruch die Lage der Flücht­lin­ge – vor allem auf den Inseln. Vor­wür­fe, sei­ne Regie­rung sei über­for­dert, wies der Syri­za-Poli­ti­ker Gior­gos Chon­dros zurück. Es kämen viel mehr Flücht­lin­ge als aus­ge­wie­sen wer­den könn­ten, sag­te er im Deutsch­land­funk. Schuld sei der “kata­stro­pha­le Tür­kei-Deal” der EU…Gior­gos Chon­dros im Gespräch mit Mar­tin Zagat­ta vom 14.01.2017 beim Deutsch­land­funk online externer Link
  • Eisi­ge Zei­ten für Flücht­lin­ge und Grie­chen
    “EU lässt Grie­chen­land mit Flücht­lin­gen allein, die Käl­te­wel­le for­der­te unter Grie­chen ers­te Todes­op­fer, Ursa­che ist auch die hohe Besteue­rung der Brenn­stof­fe. Aus dem Flücht­lings­camp Moria auf Les­bos kom­men erschre­cken­de Bil­der. Grie­chen­land befin­det sich unter dem Ein­fluss einer für das Land äußerst sel­te­nen Käl­te­wel­le, selbst Strän­de im Süden sind ein­ge­schneit. Unter die­sen Wet­ter­be­din­gun­gen müs­sen die Flücht­lin­ge in den Hot­spots auf den grie­chi­schen Inseln in Zel­ten in dich­tem Schnee über­le­ben. Ein ein­drucks­vol­les Video eines Insas­sen zeigt, wie schwie­rig das ist. Die EU-Kom­mis­si­on wäscht der­weil ihre Hän­de in Unschuld. Für sie ist allein Grie­chen­land für die Ver­sor­gung der auf­grund des EU-Deals mit der Tür­kei auf Inseln fest­sit­zen­den Flücht­lin­ge ver­ant­wort­lich. Nach­dem am Sonn­tag noch Fotos aus dem Camp von der staat­li­chen Nach­rich­ten­agen­tur ANA-MPA an die Pres­se gin­gen, besteht nun auch ein Ver­bot das Lager von außen zu foto­gra­fie­ren. Das Pro­blem soll schlicht tot­ge­schwie­gen wer­den, wäh­rend gleich­zei­tig Minis­ter wie Bür­ger­schutz­mi­nis­ter Nikos Tos­kas vor die Kame­ras tre­ten und behaup­ten, man habe sämt­li­che Flücht­lin­ge nun in irgend­wel­chen Hotels unter­ge­bracht. Die Insel Les­bos ist eben­so wie zahl­rei­che ande­re Inseln zeit­wei­se ohne elek­tri­sche Strom­ver­sor­gung…” Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los vom 10. Janu­ar 2017 bei Tele­po­lis externer Link
  • Grie­chen­land: Tau­sen­de Flücht­lin­ge schutz­los in der Käl­te – und bald endet der Abschie­be­stopp
    In Grie­chen­land lei­den Tau­sen­de Flücht­lin­ge bei klir­ren­der Käl­te in unbe­heiz­ten Zel­ten und pre­kä­ren Behau­sun­gen. Trotz­dem will das BMI ab dem 15. März wie­der dort­hin abschie­ben. PRO ASYL for­dert statt­des­sen zügi­ge Ret­tungs­maß­nah­men für die Schutz­su­chen­den und eine lücken­lo­se Auf­klä­rung die­ses lebens­ge­fähr­den­den Unter­brin­gungs­ma­nage­ments. Die Emp­feh­lung der EU-Kom­mis­si­on und die Mit­tei­lung des BMI (die PRO ASYL vor­lie­gen), nach dem 15. März wie­der mit Dub­lin-Über­stel­lun­gen nach Grie­chen­land zu begin­nen, blen­den bewusst die dra­ma­ti­sche Situa­ti­on der über 60.000 gestran­de­ten Schutz­su­chen in Grie­chen­land aus, um das unmensch­li­che Zustän­dig­keits­sys­tem zu ret­ten…Bei­trag von und bei Pro Asyl vom 09.01.2017 externer Link
  • Aktu­el­le Situa­ti­on von Geflüch­te­ten in Grie­chen­land: Über­win­tern im Zelt
    Am Ende des Jah­res 2016 befin­den sich mehr als 62.000 Geflüch­te­te in Grie­chen­land, 33.650 davon leben in Lagern auf dem Fest­land. Die meis­ten von ihnen sind auf Grund von Krieg und Ver­fol­gung aus ihrer Hei­mat geflo­hen und eine erheb­li­che Anzahl von ihnen ist beson­ders schutz­be­dürf­tig: Mehr als 1.200 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge wur­den wäh­rend der von der grie­chi­schen Regie­rung durch­ge­führ­ten Vor­re­gis­trie­rung von Asyl­su­chen­den iden­ti­fi­ziert und wei­te­re 3.500 sind Här­te­fäl­le ande­rer Art…Gemein­sa­me Pres­se­mit­tei­lung vom Mobi­le Info Team und des Legal Team for the Pro­tec­tion of Immi­grants‚ and Refu­gees‚ Rights vom 21. Dezem­ber 2016 externer Link. Aus dem Text: “… Die meis­ten die­ser Men­schen ste­cken auf Grund von beson­ders lang­wie­ri­gen Asyl­ver­fah­ren in Grie­chen­land fest und vie­le von ihnen wur­den zudem falsch über die Dau­er der Ver­fah­ren infor­miert, was die Frus­tra­ti­on noch zusätz­lich stei­gert. Der Zugang zum Asyl­sys­tem ist schwie­rig, da das der­zeit vor­herr­schen­de Sys­tem, einen Asyl­an­trag über Sky­pe vor­re­gis­trie­ren zu müs­sen, nur bedingt funk­tio­niert und es sehr lan­ge dau­ert, bis Anträ­ge auf­ge­nom­men und bear­bei­tet wer­den. Das bedeu­tet, dass vie­le Men­schen, die dar­auf war­ten, mit ihrer Fami­lie in ande­ren EU Län­dern zusam­men­ge­führt zu wer­den, oder die am Umsied­lungs­pro­gramm der Euro­päi­schen Uni­on („Relo­ca­ti­on-Pro­gramm“) teil­neh­men, ein bis zwei Jah­re in Grie­chen­land blei­ben wer­den. Asyl in Grie­chen­land zu bean­tra­gen dau­ert min­des­tens eben­so lang. Da es kei­nen ande­ren Plan für staat­lich orga­ni­sier­te Unter­künf­te als die Lager gibt (außer für Antrag­stel­ler des Relo­ca­ti­on-Pro­gramms), ist es für vie­le die ein­zig ver­füg­ba­re Opti­on in den Flücht­lings­la­gern zu blei­ben. Die­se als vor­über­ge­hen­de Not­lö­sung prä­sen­tier­ten Lager, sind zu einer dau­er­haf­ten und län­ger­fris­ti­gen Nicht-Lösung gewor­den. Trotz eini­ger unge­nü­gen­der Ver­su­che die Lager win­ter­fest zu machen, frie­ren immer noch tau­sen­de von Men­schen in Zel­ten ohne Hei­zung, die meis­ten davon sind Frau­en und Kin­der…
  • Grie­chen­land: Flücht­lin­ge schutz­los dem Wet­ter aus­ge­setzt
    Regen­fäl­le, Hagel­stür­me und Tem­pe­ra­tur­stür­ze um 10 Grad: Die Inseln, auf denen Flücht­lin­ge wegen des EU-Tür­kei-Deals ver­har­ren, wer­den zu Not­stands­ge­bie­ten. Die für die Insel Les­bos zustän­di­ge Regio­nal­prä­si­den­tin Chris­tia­na Kalo­gi­rou hat beim Gene­ral­se­kre­tär für Zivil­schutz, Gian­nis Kapa­kis, bean­tragt, die Insel Les­bos zum Kata­stro­phen­ge­biet zu erklä­ren. Grund sind die anhal­ten­den sint­flut­ar­ti­gen Regen­fäl­le, Hagel­stür­me und der Käl­te­ein­bruch mit einem Tem­pe­ra­tur­sturz um zehn Grad Cel­si­us. Zahl­rei­che Häu­ser der Insel ste­hen unter Was­ser, Geschäf­te wur­den über­flu­tet. In der glei­chen Lage wie die ägäi­sche Insel Les­bos befin­det sich die ioni­sche Insel Zakyn­thos. Auch Zakyn­thos ist Not­stands­ge­biet. Was die Lage auf Les­bos und den übri­gen Ägäis­in­seln schlim­mer macht, ist die Tat­sa­che, dass dort rund 17.000 Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten wegen des EU-Tür­kei-Deals in Zel­ten vege­tie­ren. Bereits in der ver­gan­ge­nen Woche kamen im Lager Moria auf Les­bos zwei Men­schen ums Leben und zahl­rei­che wei­te­re wur­den teil­wei­se lebens­ge­fähr­lich ver­letzt. Eine 66-jäh­ri­ge Kur­din und ihr sechs­jäh­ri­ger Enkel ver­star­ben, ein Groß­teil des Lagers brann­te ab. Grund war die Explo­si­on einer mit Gas betrie­be­nen Hei­zung in einem Zelt…Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los bei tele­po­lis vom 30. Novem­ber 2016 externer Link
  • Sou­da Hot Spot auf Chi­os: Erst Auf­stand, dann Nazi-Über­griff
    In der zwei­ten Nacht in Fol­ge kam es am gest­ri­gen Don­ners­tag in einem Hot­spot auf der Insel Chi­os in Grie­chen­land zu schwe­ren Aus­schrei­tun­gen. Dabei gin­gen meh­re­re Zel­te von Flücht­lin­gen in Flam­men auf. Da der Hot­spot nach den bis­her vor­lie­gen­den Infor­ma­tio­nen von außen mit Brand­fla­schen und Feu­er­werks­kör­pern ange­grif­fen wur­de, wird ein rechts­ra­di­ka­ler Hin­ter­grund nicht aus­ge­schlos­sen…Bei­trag ” Erneut Gewalt in Hot­spot auf Chi­os” bei der Grie­chen­land­zei­tung online vom 18. Novem­ber 2016 externer Link, der hier noch etwas vor­sich­tig, weni­ge Zei­len spä­ter aber kon­kret for­mu­liert: “Dabei sei es auch zu ver­ba­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit anwe­sen­den Rechts­ra­di­ka­len gekom­men.” Sie­he zum Vor­abend einen wei­te­ren Bei­trag:
  • Hot­spots in Grie­chen­land bren­nen, Euro­pa lässt Flücht­lin­ge im Stich
    Der Brand ereig­ne­te sich am Abend des 19. Sep­tem­ber 2016 gegen 17 Uhr im Hot­spot Moria auf der grie­chi­schen Insel Les­bos und geriet in kur­zer Zeit außer Kon­trol­le. Zel­te und Wohn­con­tai­ner fin­gen Feu­er, über 4.000 Flücht­lin­ge muss­ten eva­ku­iert wer­den. Die obdach­lo­sen Schutz­su­chen­den flo­hen in die umlie­gen­den Fel­der und such­ten im nahe gele­ge­nen Dorf Moria Zuflucht. »Was ich sah, war der Hor­ror«, berich­tet Ari­el Ricker, eine deut­sche Rechts­an­wäl­tin, die Mon­tag­nacht vor Ort war. Die Zustän­de in den völ­lig über­füll­ten Hot­spots auf den grie­chi­schen Inseln sind schon lan­ge kata­stro­phal. PRO ASYL ist mit dem Pro­jekt »Refu­gee Sup­port Pro­gram in the Aege­an (RSPA)« vor Ort und berich­te­te wie­der­holt von untrag­ba­ren, gefähr­li­chen Zustän­den. Da die Umver­tei­lung von Flücht­lin­gen aus Grie­chen­land in ande­re EU Staa­ten nicht vor­an­kommt, ver­schlim­mert sich die Situa­ti­on in den Lagern zuse­hends…Bei­trag von und bei Pro Asyl vom 22. Sep­tem­ber 2016 externer Link. Sie­he dazu:
  • Anwoh­ner gegen Flücht­lin­ge, Flücht­lin­ge gegen Mas­sen­ab­schie­bung: Lage auf Les­bos eska­liert
    Anwohner gegen Flüchtlinge, Flüchtlinge gegen Massenabschiebung: Lage auf Lesbos eskaliertHun­der­te Ein­woh­ner von Moria und den umlie­gen­den Gegen­den pro­tes­tier­ten am Mon­tag mor­gen (19.9.16) unter reger Betei­li­gung der Faschis­ten von der Gol­de­nen Mor­gen­rö­te gegen die Tat­sa­che, dass sich Flücht­lin­ge erdreis­ten, sich nicht den gan­zen Tag über im “Hot Spot” ein­sper­ren zu las­sen, son­dern ihr Gefäng­nis zumin­dest tags­über für eini­ge Zeit zu ver­las­sen – was zu Prä­senz auf den Stra­ßen und öffent­li­chen Plät­zen der Gegend führt. Von der Demons­tra­ti­on gin­gen meh­re­re Angrif­fe auf Unbe­tei­lig­te aus, die zumin­dest in einem Fall im Kran­ken­haus ende­ten. Die anwe­sen­de Poli­zei griff nicht ein. Wenig spä­ter ver­such­ten 300 Flücht­lin­ge aus dem Camp Moria, sich außer­halb des Lagers für einen Pro­test­marsch zu ver­sam­meln, nach­dem sich im Lager das Gerücht ver­brei­tet hat­te, Mas­sen­ab­schie­bun­gen in die Tür­kei wür­den unmit­tel­bar bevor­ste­hen. Die Poli­zei unter­band den Pro­test und zwang die Men­schen zur Rück­kehr ins Lager. Bereits auf die­sem Rück­weg gerie­ten meh­re­re Oli­ven­hai­ne in der Umge­bung des Lagers in Brand. Sie­he dazu den Bericht “Les­vos in Migra­ti­on Cri­sis: Situa­ti­on at risk of get­ting out of con­trol with pro­tests, attacks and unwan­ted NGO’s” vom 19. Sep­tem­ber 2016 bei keept­al­king­greece externer Link. Am Mon­tag­abend kam es zu einem Groß­brand im Lager Moria selbst. Sie­he dazu zwei wei­te­re Bei­trä­ge:
    • Tau­sen­de Flücht­lin­ge flie­hen aus bren­nen­dem Lager auf Les­bos
      Bei einem Brand im Flücht­lings­la­ger „Moria“ auf der Insel Les­bos sind am Mon­tag­abend die mehr als 3000 Bewoh­ner geflo­hen. Die Lage sei außer Kon­trol­le, berich­te­te die Online-Zei­tung „I Efi­me­ri­da“. Bereits am frü­hen Abend war es im Hot­spot zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Bewoh­nern mit ver­schie­de­nen Natio­na­li­tä­ten gekom­men. Dabei sei auch das Feu­er gelegt wor­den. Zunächst hät­ten die Sicher­heits­kräf­te des­halb die Kin­der in ein ande­res Auf­fang­la­ger gebracht, berich­te­te das Insel-Por­tal „Les­vos News“. Dann sei­en immer mehr Flücht­lin­ge aus dem Lager geflo­hen und hät­ten sich auf den Weg zur Insel­haupt­stadt Myti­li­ni gemacht. Die Migran­ten for­dern, nach Athen rei­sen zu dür­fen…Agen­tur­mel­dung, hier bei der Ber­li­ner Zei­tung online vom 19.09.16 externer Link. Die Flücht­lin­ge sind Berich­ten zufol­ge aller­dings nach dem Brand ins Lager zurück gekehrt.
    • Les­bos Meh­re­re Fest­nah­men nach Brand in Flücht­lings­la­ger
      “Die grie­chi­sche Poli­zei hat nach dem Brand in einem Hot­spot auf Les­bos 18 Migran­ten und Flücht­lin­ge fest­ge­nom­men. Sie ste­hen im Ver­dacht, das Feu­er gelegt zu haben und für Kra­wal­le ver­ant­wort­lich zu sein…” Mel­dung bei SPON vom 20. Sep­tem­ber 2016 externer Link
  • Flücht­lin­ge in Grie­chen­land: „Die Camps fül­len sich wie­der“
    Müt­ter mit Klein­kin­dern müs­sen im Frei­en schla­fen, in eini­gen Lagern gibt es nicht genug Trink­was­ser. Und Asyl­ver­fah­ren dau­ern eine Ewig­keit… Arti­kel von Theo­do­ra Mav­ro­pou­los in der taz online vom 21. 8. 2016 externer Link. Aus dem Text: “ „Es sind die glei­chen Bil­der wie vor einem Jahr“, sagt Imad Amoun, Spre­cher der Kin­der­hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Safe the Child­ren in Grie­chen­land. Ewig lan­ge Schlan­gen bil­den sich vor den Essen­aus­ga­ben der Camps, Men­schen müs­sen im Frei­en schla­fen, weil die Kapa­zi­tä­ten nicht genü­gen. Auch sani­tä­re Ein­rich­tun­gen rei­chen für die zusam­men­ge­pferch­ten Men­schen nicht aus. Täg­lich wer­de das Was­ser für ein paar Stun­den abge­stellt, berich­tet Amoun. Die Flücht­lin­ge und Migran­ten müs­sen das bei über 30 Grad hin­neh­men. Durch die schlech­ten hygie­ni­schen Bedin­gun­gen bestehen gesund­heit­li­che Risi­ken. Nun schlägt Save the Child­ren Alarm und warnt vor dra­ma­ti­schen Zustän­den. „Von den etwa 11.000 Flücht­lin­gen auf den Inseln sind etwa 3.800 Kin­der“, so Amoun…
  • EU: Umver­tei­lung der Flücht­lin­ge kommt nicht vor­an
    Flücht­lin­ge und Migran­ten kom­men mitt­ler­wei­le nicht nur an grie­chi­schen Grenz­in­seln an. Auch um die zen­tral gele­ge­ne Pelo­pon­nes her­um, bei Kala­ma­ta, gab es die Ankunft eines Holz­kahns mit 67 Flücht­lin­gen und Immi­gran­ten. Sogar auf der nur für begü­ter­te Tou­ris­ten erreich­ba­ren Kykla­den­in­sel Myko­nos kam ein Dut­zend von ihnen an. Die gegen­über der Tür­kei lie­gen­den Inseln haben der­weil täg­lich die Ankunft von knapp 150 Per­so­nen zu ver­mel­den. Das ist immer noch weni­ger als die Tau­sen­den des Vor­jah­res, jedoch scheint sich im gesam­ten Land eine Hys­te­rie rund um die Flücht­lings­fra­ge zu ent­wi­ckeln…Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los bei tele­po­lis vom 21.08.2016 externer Link. Wei­ter heißt es: “… Ein Blick in die offi­zi­el­le, an die Pres­se wei­ter­ge­lei­te­te Sta­tis­tik der EU zeigt, dass kei­ner der EU-Staa­ten oder der asso­zi­ier­ten Staa­ten sei­ne Ver­pflich­tung bei der Umver­tei­lung der Flücht­lin­ge voll­stän­dig erfüllt hat. Von den ver­spro­che­nen 98.256 Umver­tei­lun­gen der Flücht­lin­ge aus Ita­li­en und Grie­chen­land wur­den ledig­lich 3.977 tat­säch­lich vor­ge­nom­men, laut EU ste­hen 95.472 noch aus. Auch in Grie­chen­land weh­ren sich zahl­rei­che Men­schen gegen Flücht­lings­la­ger. Auf Kre­ta sto­ßen die Plä­ne der Regie­rung, dort Lager zu errich­ten, auf den Wider­stand der Hote­liers und der Lokal­po­li­ti­ker…
  • Flücht­lings­si­tua­ti­on: “Grie­chen­land steht kurz vor dem Kol­laps”
    “In Grie­chen­land fehl­ten mit Blick auf die Flücht­lings­si­tua­ti­on Per­so­nal, Geld, Unter­brin­gungs­mög­lich­kei­ten und eine Inte­gra­ti­ons­stra­te­gie, sag­te der in Athen leben­de Öko­nom Jens Bas­ti­an im DLF. Grie­chen­land sei poli­tisch und admi­nis­tra­tiv über­for­dert. Der Abbruch des Flücht­lings­ab­kom­men mit der Tür­kei wür­de das Land wie­der zu einem Tran­sit­land machen. Grie­chen­land habe vie­le euro­päi­sche Part­ner, so Bas­ti­an. Aber in dem Land kon­zen­trier­ten sich eben auch die zwei wich­tigs­ten Kri­sen Euro­pas: die Flücht­lings- und Migra­ti­ons­kri­se und die Finanz- und Staats­schul­den­kri­se. Dafür brau­che Grie­chen­land Unter­stüt­zung. Aber auch Ber­lin sei in der Flücht­lings­fra­ge auf Athen ange­wie­sen…” Der Öko­nom Jens Bas­ti­an im Gespräch mit Dirk Mül­ler beim Deutsch­land­funk vom 4. August 2016 externer Link
  • Flücht­lin­ge in Grie­chen­land: “Wir brau­chen zügi­ge Ver­fah­ren der lega­len Wei­ter­rei­se”
    Nach Ansicht des Euro­pa-Beauf­trag­ten von Pro Asyl, Karl Kopp, ist es das Gebot der Stun­de, in men­schen­wür­di­ge Flücht­lings­un­ter­künf­te zu inves­tie­ren und lega­le Wege für eine Wei­ter­rei­se zu eröff­nen. Die Migran­ten leb­ten in Grie­chen­land unter zum Teil elen­di­gen Bedin­gun­gen, sag­te er im DLF. Die Schutz­su­chen­den, die in Grie­chen­land fest­sä­ßen, sei­en die “Leid­tra­gen­den des Flücht­lings­de­als”, die “Opfer einer zyni­schen Poli­tik”, sag­te der Euro­pa-Beauf­trag­te von Pro Asyl, Karl Kopp, im DLF. Im Rah­men des Flücht­lings­de­als mit der Tür­kei habe man aus “offe­nen Lagern” über Nacht “Haft­la­ger” gemacht…” Karl Kopp im Gespräch mit Mario Dobo­vi­sek beim Deutsch­land­funk am 02.08.2016 externer Link
  • Nach Ido­me­ni: Auch die letz­ten bei­den selbst­or­ga­ni­sier­ten Flücht­lings­camps im Nor­den Grie­chen­lands geräumt
    In den frü­hen Mor­gen­stun­den des 13. und 14. Juni 2016 kamen Poli­zei­ein­hei­ten, such­ten zuerst nach ver­blie­be­nen frei­wil­li­gen Unterstützer*innen und nah­men die­se in Gewahr­sam – um je anschlie­ßend die bei­den ver­b­li­be­nen nicht-staat­li­chen Flücht­lings­camps im Nor­den Grie­chen­lands zu räu­men. Alles fried­lich, ist die offi­zi­el­le Aus­sa­ge. Pres­se war aller­dings, wie­der ein­mal, nicht zuge­las­sen. Und: von Sto­ßen, Brül­len, Schla­gen berich­ten Betrof­fe­ne. Nicht zu ver­ges­sen die struk­tu­rel­le Gewalt, der mensch sich aus­ge­lie­fert sieht, wenn man mal eben von einem sicher nicht hüb­schen, aber bis auf wei­te­res selbst gewähl­ten Ort ein­ge­sam­melt wird und nicht ein­mal erfährt, wo es denn hin gehen soll. Die Zustän­de in den offi­zi­el­len Camps jeden­falls sind kei­nes­falls bes­ser, nur die Hand­lungs­mög­lich­kei­ten für das letz­te biss­chen Selbst­be­stim­mung weg­or­ga­ni­siert. Nicht für lange,will man hof­fen. Sie­he dazu den Bericht “Evic­tion of the two last self-orga­nis­ed camps in Nort­hern Greece” von und bei Moving Euro­pe vom 14. Juni 2016 externer Link
  • Nach der Räu­mung von Ido­me­ni: Sub­stan­dards in neu­en Flücht­lings­camps
    In “offi­zi­el­le” Camps sind sie umge­sie­delt wor­den, die Flücht­lin­ge, die noch bis vor kur­zem im grie­chi­schen Ido­me­ni an der Gren­ze zu Maze­do­ni­en aus­ge­harrt und auf die Mög­lich­keit einer Wei­ter­rei­se gehofft hat­ten. Schlamm, Dreck, man­geln­de Ver­sor­gung – die Zustän­de in Ido­me­ni waren kata­stro­phal, die vie­len frei­wil­li­gen Helfer*innen konn­ten das orga­ni­sier­te Ver­sa­gen Euro­pas nur müh­sam mil­dern. In den “offi­zi­el­len” Camps soll­te nun alles bes­ser wer­den und – mehr noch – soll­te der recht­li­che Zugang zum Asyl­ver­fah­ren gewähr­leis­tet wer­den. Wie “Moving Euro­pe” nun berich­tet, stimmt nichts davon. Sani­tär­an­la­gen sei­en nur in unge­nü­gen­der Zahl vor­han­den, teil­wei­se ohne war­mes Was­ser. Essens­ver­sor­gung fin­det kaum statt – so dass in drei der Camps schon wie­der Soli­da­ri­ty Kit­chens – Küchen der Soli­da­ri­tät – die Ver­sor­gung über­nom­men haben. Regu­lä­re Gesund­heits­ver­sor­gung ist nicht vor­ge­se­hen – nur im Not­fall kann über Mili­tär, Poli­zei oder das UNHCR ein Kran­ken­wa­gen geru­fen wer­den. Wobei die Defi­ni­ti­on von “Not­fall” dann in deren Hän­den liegt. Für Asyl­an­trä­ge muss man sich per Sky­pe bei den grie­chi­schen Behör­den mel­den – ohne Inter­net­zu­gang schlicht unmög­lich… Sie­he dazu den Bericht ” Lives at risk: Sub­stan­dard con­di­ti­ons in new camps around Thes­sa­lo­ni­ki” von Moving Euro­pe vom 4. Juni 2016 externer Link
  • Grie­chen­land: Auf­ruhr in den Lagern. Schüs­se, Mes­ser­ste­che­rei­en, Brän­de und zahl­rei­che Ver­letz­te
    Ein Topf, kurz vor dem Über­ko­chen”, so cha­rak­te­ri­sier­te die Par­tei To Pota­mi Anfang der Woche die Lage in den staat­li­chen grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern auf Les­bos und in Kil­kis. Mitt­ler­wei­le bren­nen im Land die Lager. (…) Grie­chi­sche Medi­en mel­den zudem, dass offen­bar in Zusam­men­hang mit den Ver­stim­mun­gen zwi­schen der EU und der Tür­kei, sowie ins­be­son­de­re Ber­lins mit Anka­ra – wegen der Aner­ken­nung des Geno­zids an den Arme­ni­ern – erkenn­bar ist, dass immer mehr Flücht­lin­ge auf der Sei­te der Tür­kei in die Nähe der Strand­be­zir­ke kom­men. Inwie­weit die­se Mel­dun­gen der Wahr­heit ent­spre­chen, lässt sich noch nicht abschät­zen. Doch auch ohne die Mas­sen der Neu­an­kömm­lin­ge, wie sie im letz­ten Som­mer ver­zeich­net wor­den waren, ist die Lage auf den Inseln explo­siv…” Bericht von Was­si­lis Aswestopou­los in tele­po­lis vom 03.06.2016 externer Link
  • Die Ver­ges­se­nen von Moria. Im Flücht­lings­la­ger auf der Insel Les­bos herrscht Hoff­nungs­lo­sig­keit. Die Insas­sen ­weh­ren sich gegen die dor­ti­gen Zustän­de
    Im Flücht­lings­la­ger Moria auf der grie­chi­schen Insel Les­bos kommt es seit Tagen zu schwe­ren Unru­hen. Han­dy­vi­de­os aus der abge­rie­gel­ten Anla­ge, in der der­zeit rund 4.000 Men­schen inter­niert sind, zei­gen wie am Mon­tag Hun­der­te Män­ner Bar­ri­ka­den aus Müll­ton­nen errich­te­ten, die mit Sta­chel­draht ver­se­he­nen Zäu­ne bestie­gen und sich Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit der Poli­zei lie­fer­ten…” Arti­kel von Hau­ke Heu­er, Les­bos, in jun­ge Welt vom 03.06.2016 externer Link
  • Who are you, Euro­pe? Zwei ehren­amt­li­che Hel­fer berich­ten über die Lage der Geflüch­te­ten im grie­chi­schen Ido­me­ni
    Tau­sen­de Geflüch­te­te hof­fen in Grie­chen­land, irgend­wann nach Zen­tral­eu­ro­pa wei­ter­rei­sen zu dür­fen. Die Bedin­gun­gen im auf­ge­lös­ten Zelt­la­ger Ido­me­ni waren eine Kata­stro­phe. Doch in den neu­en Lagern ist die Situa­ti­on kaum bes­ser…” Bericht von Cla­ra Grau­lich und Mar­tin Wäh­ler vom 02.06.2016 beim ND online externer Link , sie waren als frei­wil­li­ge, ehren­amt­li­che Hel­fer in Ido­me­ni vor Ort. In dem Bei­trag schil­dern sie ihre Erleb­nis­se und Erfah­run­gen
  • Die Räu­mung von Ido­me­ni und ihre Bedeu­tung
    • Ido­me­ni – das stil­le Ende des Lagers 
      Im Hin­ter­grund steht auch die geplan­te Pri­va­ti­sie­rung der Bahn, Gerich­te erken­nen die Tür­kei nicht als siche­res Her­kunfts­land an…Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los bei tele­po­lis vom 26.05.2016 externer Link. Aus dem Text: “… Am ers­ten Tag ver­mel­de­te die Regie­rung auch die Natio­na­li­tä­ten der in ande­re Lager gebrach­ten Per­so­nen. Es waren 662 Syrer, 1273 Kur­den und 96 Jesi­den. Die Afgha­nen wei­gern sich von allen Flücht­lings­grup­pen am meis­ten, in die Bus­se zu stei­gen. Sie hiel­ten bis zum Mitt­woch die Bahn­glei­se besetzt. Genau dar­um ging es offen­bar pri­mär bei der schnell ange­ord­ne­ten Räu­mung des Are­als. Die besetz­ten Bahn­glei­se haben das staat­li­che Zug­un­ter­neh­men Trai­nO­se um Mil­lio­nen­be­trä­ge geschä­digt. Die Bahn­li­ni­en sol­len, was am Sonn­tag bei der Beschlie­ßung des Par­la­ments über ein neu­es Spar­pa­ket noch ein­mal deut­lich wur­de, schnells­tens pri­va­ti­siert wer­den. Am 22. Juni soll end­lich die allein von der Regie­rung Tsi­pras bereits zwei­mal ver­scho­be­ne Auk­ti­on been­det wer­den. Mit einer seit mehr als 70 Tagen besetz­ten zen­tra­len Rou­te nach Euro­pa wäre die Käufer­fin­dung gera­de­zu unmög­lich gewor­den…
    • „24.5.2016 Updates from the evic­tion in Ido­me­ni“ bei moving euro­pe externer Link (wor­auf auch im eido­me­ni ticker ver­linkt wird) ist der Ver­such, trotz aller Behin­de­run­gen der Bericht­erstat­tung die­se so gut es geht, vor allem in Gesprä­chen mit Betrof­fe­nen, fort­zu­füh­ren
    • Men­schen ver­ja­gen, in Lager sper­ren? Euro­pas Schan­de. Und Tra­di­ti­on
      Ein­hei­ten von Schutz- und Bereit­schafts­po­li­zei rück­ten in der Mor­gen­däm­me­rung an, über den Fel­dern rings um Ido­me­ni kreis­ten Hub­schrau­ber, offen­bar um den Flücht­lings­fa­mi­li­en die End­gül­tig­keit des Unter­neh­mens deut­lich zu machen. Vie­le der seit Wochen an der Gren­ze aus­har­ren­den Men­schen sei­en ange­sichts der geball­ten Staats­macht »frei­wil­lig« in bereit­ste­hen­de Bus­se gestie­gen, sag­ten Zeu­gen. Bis in die Mit­tags­stun­den hin­ein sei kein nen­nens­wer­ter Wider­stand regis­triert wor­den, froh­lock­te der für Flücht­lings­fra­gen zustän­di­ge Spre­cher des Innen­mi­nis­te­ri­ums, Gior­gos Kyrit­sis. Nach sei­nen Anga­ben steht die von der als »Links­par­tei« an die Macht gekom­me­nen Syri­za getra­ge­ne Regie­rung unter Alexis Tsi­pras »nicht unter Zeit­druck«. Sie hof­fe, die Akti­on bis Ende der Woche abschlie­ßen zu kön­nen. Eini­ge hun­dert jun­ge Män­ner, die noch immer hof­fen, einen Weg durch die euro­päi­schen Sta­chel­draht­ver­haue Rich­tung Frank­reich, Deutsch­land und Eng­land fin­den zu kön­nen, hal­ten sich nach Anga­ben von Ein­hei­mi­schen in den Ber­gen ver­steckt…“ – aus dem Bei­trag „Euro­pas Schan­de“ von Hans­ge­org Herr­man am 25. Mai 2016 in der jun­gen Welt externer Link der auch noch die alt­be­kann­ten offi­zi­el­len Aus­flüch­te für sol­cher­art Angrif­fe berich­tet
    • „Lin­ker Super-GAU“ von Theo­do­ra Mav­ro­pou­los am 24. Mai 2016 in der taz externer Link, die unter ande­rem schreibt: „Doch damit nicht genug. Jetzt tritt Tsi­pras auch noch die Pres­se­frei­heit mit Füßen: Aus­ge­rech­net eine links geführ­te Regie­rung hat ges­tern als Ers­tes die Jour­na­lis­ten aus­ge­schlos­se­nen, bevor sie mit gro­ßem Poli­zei­auf­ge­bot begon­nen hat, das Flücht­lings­la­ger in Ido­me­ni zu räu­men. Nur der Staats­sen­der ERT und die staat­li­che Pres­se­agen­tur APD sind für die Bericht­erstat­tung zuge­las­sen
    • „Was kommt nach Ido­me­ni?“ von Nicho­las Ganz am 24. Mai 2016 in neu­es Deutsch­land externer Link, der zum The­ma Pres­se­frei­heit berich­tet: „Am 12. Mai beschwer­ten sich im UNHCR-Büro von Thes­sa­lo­ni­ki bereits fünf Flücht­lin­ge aus dem Ende April ange­leg­ten offi­zi­el­len Lag­ka­di­kia-Camp über die Zustän­de dort. Ein Besuch des offi­zi­el­len Flücht­lings­camps Nea Kava­la in der Nähe von Ido­me­ni wur­de mir vom Mili­tär ver­wei­gert, so dass es mir unmög­lich war, mich selbst ein Bild zu machen
  • Flücht­lin­ge, die sich weh­ren: Vor allem in Grie­chen­land
    In der Theo­rie klingt es ganz ein­fach: “Ido­me­ni wird geschlos­sen. Punkt”, sagt Tza­ne­tos Filip­pa­kos aus dem grie­chi­schen Innen­mi­nis­te­ri­um zu SPIEGEL ONLINE. In der Rea­li­tät will kaum einer der mehr als 10.000 Flücht­lin­ge in den ver­wahr­los­ten Camps an der grie­chisch-maze­do­ni­schen Gren­ze sei­nen Platz räu­men“ – so beginnt der Bei­trag „Lager an grie­chi­scher Gren­ze: Flücht­lin­ge in Ido­me­ni weh­ren sich gegen Räu­mung“ von Gior­gos Chris­ti­des am 07. Mai 2016 in Spie­gel-Online externer Link, in dem auch genü­gend Grün­de auf­ge­führt wer­den, war­um die Men­schen irgend­wel­chen Zusi­che­run­gen kaum noch ver­trau­en. Sie­he dazu wei­te­re aktu­el­le Bei­trä­ge aus Grie­chen­land:
    • „Inter­view with S. who is living in the camp in Chal­ke­ro“ am 07. Mai 2016 beim Live Ticker Eido­me­ni externer Link
      ist ein Inter­view vom 5. Mai mit einem Lager­in­sas­sen, der bei den Lager­pro­tes­ten am 29. April dabei war – aber auch davor. Und danach. Wofür sie aktiv sind wir dar­in knapp zusam­men­ge­fasst: Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung, tro­cke­ne Zel­te, anstän­di­ges Essen – und Wis­sen, was wei­ter gesche­hen soll. Das Min­des­te also.
    • „Grie­chen­land: Flücht­lings­kin­der wer­den in Gefäng­nis­se gesperrt“ am 07. Mai 2016 in Spie­gel-Online externer Link, wor­in unter ande­rem berich­tet wird: „Das UNHCR schätzt, dass sich 2000 unbe­glei­te­te Kin­der und Jugend­li­che im Land auf­hal­ten. “Die Zahl liegt höchst­wahr­schein­lich noch viel höher, weil vie­le Jugend­li­che, die ohne Eltern ankom­men, von den grie­chi­schen Behör­den direkt als Erwach­se­ne regis­triert wer­den”, sagt Imad Aoun, Spre­cher von Save the Child­ren in Grie­chen­land. Die Lage für die Min­der­jäh­ri­gen sei depri­mie­rend und gefähr­lich, vie­le wür­den krank. Da sich her­um­spre­che, wie schlecht die Zustän­de in den Poli­zei­sta­tio­nen sei­en, leb­ten vie­le Jugend­li­che mitt­ler­wei­le auf der Stra­ße und in Parks, berich­tet Aoun“ – was ja tra­di­tio­nell auch eine Form des Wider­stan­des ist…
  • Grie­chen­land – das War­ten auf die Auf­er­ste­hung: Die Lage der Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten ist unver­än­dert schlecht
    An der Lage der Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten in Grie­chen­land hat sich trotz des Deals der EU mit der Tür­kei nicht viel geän­dert. Die Flücht­lings­an­künf­te auf den Inseln stei­gen wie­der an. Die Gren­ze zur EJR Maze­do­ni­en bleibt wei­ter geschlos­sen. Die Nach­bar­re­pu­blik zeigt sich unnach­gie­big und geht viel­mehr dazu über, zur Über­wa­chung des wil­den Lagers in Ido­me­ni in den grie­chi­schen Luft­raum ein­zu­drin­gen…Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los bei tele­po­lis vom 25.04.2016 externer Link. Sie­he dazu:
    • Euro­pas Fried­hof
      An der Peri­phe­rie eines der reichs­ten Wirt­schafts­sys­te­me der Welt wer­den täg­lich Grä­ber für Kin­der geschau­felt… Repor­ta­ge aus Les­bos von Hans­ge­org Her­mann in der jun­gen Welt vom 27.04.2016 externer Link
    • Moving Euro­pe berich­tet: Ille­ga­le Push­backs von Maze­do­ni­en nach Grie­chen­land
      2.000 Men­schen sind am Abend und in der Nacht des 14. März 2016 – gewalt­sam und ohne Beach­tung eines Rechts­wegs – von Maze­do­ni­en nach Grie­chen­land zurück­ge­scho­ben wor­den. Moving Euro­pe hat zu die­sen Ereig­nis­sen einen detal­lier­ten Bericht erstellt, der seit dem 25. April 2016 auf ihrer Web­sei­te externer Link nach­zu­le­sen ist (eng­lisch). Dem­nach haben die maze­do­ni­schen Behör­den mit den durch­ge­führ­ten Push­backs klar gegen die Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on ver­sto­ßen.
  • Räu­mung des No Bor­der-Camps auf Les­bos
    Am Mitt­woch, 20. April 2016, wur­de das No Bor­der-Camp auf der Insel Les­bos gewalt­sam geräumt. Bis­her hat­ten etwa 300 bis 400 Leu­te im Camp gelebt, die­se sind im Zuge der Räu­mung – mor­gens um 6 – in das Abschie­be­la­ger Moria ver­bracht wor­den. Moria ist dafür berüch­tigt, Asyl­su­chen­de ohne adäqua­te Prü­fung ihres Anlie­gens in die Tür­kei zurück­zu­schie­ben. Die unter­stüt­zen­den Aktivist*’innen vom No Bor­der-Camp wur­den in Gewahr­sam genom­men… Sie­he dazu den Bei­trag der Shor­ba-Crew Ido­me­ni vom 20.04.2016 bei Indy­m­e­dia links­un­ten externer Link (eng­lisch). Sie­he auch:
    • Legal Ana­ly­sis: Migrants in Greece are denied the rights to inter­na­tio­nal pro­tec­tion and fami­ly unity. The visit to the camps in Ido­me­ni and government-run camps, and a legal ana­ly­sis of the situa­ti­on we obser­ved… Ana­ly­se der ita­lie­ni­schen ASGI vom 13. April 2016, in eng­li­scher Überst­ze­ung doku­men­tiert bei State­watch externer Link (pdf)
  • “Der Fes­tung Euro­pa ver­pflich­tet”
    Der grie­chi­sche Innen­mi­nis­ter zeigt sich eif­rig: Das Pro­blem Ido­me­ni wer­de in weni­gen Tagen gelöst sein, unter­strich er bei einer Pres­se­kon­fe­renz. Was das für die Flücht­lin­ge bedeu­tet, ist leicht zu sehen und was es zuneh­mend auch für frei­wil­li­ge Hel­fe­rin­nen und Hel­fer bedeu­tet, auch schon. Sie­he dazu einen aktu­el­len Bericht, der die Ent­wick­lun­gen der jüngs­ten Zeit zusam­men­fasst:
    • „Der Fes­tung Euro­pa ver­pflich­tet“ von Hei­ke Schra­der am 20. April 2016 in der jun­gen Welt externer Link ist ein Bei­trag, wor­in auch deut­lich gemacht wird, dass durch­aus nicht alle NGO jetzt mit Poli­zei­ver­fol­gung zu rech­nen haben – wenn sie hel­fen, den Regie­rungs­kurs umzu­set­zen, haben sie Akti­ons­frei­heit. Zur Lage heißt es dar­in unter ande­rem: „Inner­halb die­ser Zeit­span­ne sol­len die mehr als 10.000 dort in Zel­ten auf frei­em Feld kam­pie­ren­den Flücht­lin­ge in eilig aus dem Boden gestampf­te Sam­mel­la­ger ver­legt wer­den. In eben­sol­che Lager sol­len auch die fast 3.800 im Hafen von Pirä­us aus­har­ren­den Schutz­su­chen­den gebracht wer­den. Inner­halb eines Monats sei­en 35.000 Plät­ze in die­sen soge­nann­ten »Unter­brin­gungs­zen­tren« geschaf­fen wor­den, wei­te­re 20.000 sol­len in den nächs­ten Tagen fol­gen. Ins­ge­samt wür­den sie für die etwa 53.000 vom “Rückführungs”abkommen zwi­schen der EU und der Tür­kei betrof­fe­nen, in Grie­chen­land gestran­de­ten Flücht­lin­ge aus­rei­chen. Die in Ido­me­ni und Pirä­us fest­sit­zen­den Men­schen zögern jedoch, in die Sam­mel­la­ger umzu­zie­hen. Ein­mal aus dem Schein­wer­fer­licht der Öffent­lich­keit ver­schwun­den, befürch­ten sie zu Recht, einer dro­hen­den Rück­füh­rung in die Tür­kei nur noch wenig ent­ge­gen­set­zen zu kön­nen. Zudem bie­ten auch die »Unter­brin­gungs­zen­tren« zum Teil völ­lig man­gel­haf­te hygie­ni­sche und medi­zi­ni­sche Bedin­gun­gen. Um ihrem »Ange­bot« Nach­druck zu ver­lei­hen, wei­gert sich die Regie­rung nicht nur, die nicht umzie­hen­den Flücht­lin­ge zu regis­trie­ren. Mehr und mehr wird auch Druck auf Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen (NGOs) und unab­hän­gi­ge Soli­da­ri­täts­grup­pen aus­ge­übt, denen man bis­her die Ver­sor­gung der Flücht­lin­ge mit allem Lebens­not­wen­di­gen über­las­sen hat­te
  • Flücht­lin­ge ins grie­chi­sche Gefäng­nis? – Hel­fe­rIn­nen auch
    Regie­rung und Medi­en suchen die Schuld am Auf­ruhr der Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten bei den frei­wil­li­gen Hel­fern. Die Ver­ein­ba­rung mit der Tür­kei funk­tio­niert nicht, Flücht­lin­ge lan­den im Gefäng­nis. Die grie­chi­sche Regie­rung hat zusam­men mit der ein­hei­mi­schen Medi­en­land­schaft befun­den, dass an dem Auf­ruhr der Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten vom Sonn­tag im wil­den Camp am Grenz­ort die soli­da­ri­schen frei­wil­li­gen Hel­fer schuld sind. Die Jagd auf die nicht in gro­ßen inter­na­tio­na­len Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen regis­trier­ten Hel­fer ist eröff­net. In und um Ido­me­ni fin­den Aus­weis­kon­trol­len aller Ankom­men­den statt. Es gab am Diens­tag 15 Fest­nah­men. Am Mitt­woch gesell­ten sich sie­ben wei­te­re dazu“ – aus dem Arti­kel „Grie­chen­land: Aus­weg­lo­se Situa­ti­on für Flücht­lin­ge“ von Was­si­lis Aswestopou­los am 14. April 2016 bei tele­po­lis externer Link, wor­in es auch noch heißt: „Es ist abseh­bar, dass die Aus­weg­lo­sig­keit der Situa­ti­on und die geschlos­se­nen Gren­zen immer wie­der zum Aus­bruchs­ver­such füh­ren wer­den. Umso mehr ist die Regie­rung dar­an inter­es­siert, die Schul­di­gen am Dilem­ma oder zumin­dest einen Sün­den­bock zu bestra­fen“. Sie­he dazu einen wei­te­ren Bericht zu Ver­haf­tun­gen und Repres­si­on gegen Helfer/​innen sowie zwei Berich­te zur teils dra­ma­ti­schen gesund­heit­li­chen Lage der Geflüch­te­ten selbst:
    • EU Detains 29 Vol­un­te­ers for Working with Refu­gees in Greece
      Bei­trag von René Schui­j­len­burg bei Revo­lu­ti­on News vom 13. April 2016 externer Link über die Repres­si­ons­wel­le gegen Frei­wil­li­ge, die Geflüch­te­te in den kata­stro­pha­len Zustän­den in Grie­chen­land unter­stüt­zen. Im Bericht wird von 45 Ver­haf­tun­gen inner­halb von zwei Tagen gespro­chen, davon 29 am 13. April; grie­chi­sche Anti-Ter­ror-Ein­hei­ten sei­en im Ein­satz
    • Jour­na­list Kılıç Speaks About Refu­gees on Mace­do­ni­an Bor­der
      Bericht von Ayça Söy­lemez bei bia­net vom 12. April 2016 externer Link, in dem der Jour­na­list Bülent Kılıç zu den Bedin­gun­gen, in denen die an Grie­chen­lands Nord­gren­ze seit zwei Mona­ten aus­har­ren­den müs­sen, so zitiert wird: “Die Men­schen ste­hen Schlan­ge vor der Kli­nik. Sie leben direkt neben den Klos.”
  • Mit Stei­nen gegen Trä­nen­gas und Plas­tik­ge­schos­se: Flücht­lin­ge in Ido­me­ni weh­ren sich gegen maze­do­ni­schen Armee­ein­satz
    Ohne Vor­war­nung, mit­ten in Gesprä­chen – so begann der krie­ge­ri­sche Angriff der maze­do­ni­schen Armee auf die Flücht­lin­ge in Ido­me­ni, die dabei sogar noch auf grie­chi­sches Gebiet ein­drang. Aber die Men­schen setz­ten sich gegen die­se Umset­zung der Ver­trei­bungs­po­li­tik, so gut sie konn­ten, zur Wehr: Unter ande­rem mit Stei­nen. Der Bericht „10.04.2016“ im Live­ti­cker Eido­me­ni externer Link macht kon­kret deut­lich, dass die Men­schen sich nicht erneut ver­ja­gen las­sen wol­len. In den Tweets auf der Sei­te berich­ten aus­ser­dem auch Ärz­te ohne Gren­zen von Kin­dern, die sie behan­delt haben, die von Plas­tik­ge­schos­sen ver­letzt wor­den waren. Sie­he dazu einen (über­ra­schend: Spie­gel) Kom­men­tar über jene, die ihren tum­ben Ras­sis­mus als Ver­nunft zu ver­kau­fen suchen – die­se neu­en Eich­män­ner wol­len kein Mit­leid, son­dern „Ver­fah­ren“ – und sie­he auch zwei Erfah­rungs­be­rich­te von Soli-Pro­jek­ten, die für eini­ge Zeit nach Grie­chen­land gereist waren:
    • „Flücht­lin­ge in Ido­me­ni: Wir müs­sen das Aus­hal­ten aus­schal­ten“ von Oli­ver Tren­kamp am 10. April 2016 in Spie­gel-Online externer Link, wor­in es unter ande­rem heißt: „Sie wol­len unser Mit­ge­fühl abschal­ten oder wenigs­tens dim­men. Bernd Ulrich von der “Zeit” nennt es eine “poli­ti­sche Ver­ro­hungs­kam­pa­gne” was Kin­der­au­gen-Gau­land und Schieß­be­fehl-Petry seit Mona­ten betrei­ben. Und nach einem Drei­vier­tel­jahr Flücht­lings­de­bat­te, nach Schlie­ßung der Bal­kan­rou­te und nach Inkraft­tre­ten des EU-Tür­kei-Deals, muss man fest­stel­len: Es ist ihnen zumin­dest gelun­gen, den Ton in der Flücht­lings­de­bat­te zu ver­schär­fen, den Dis­kurs nach rechts zu rücken
    • Hel­las Soli­da­ri­tät Bochum unter­stützt Geflüch­te­te in Ido­me­ni
      Wie ange­kün­digt besuch­ten wir als Vertreter*innen der Hel­las Soli­da­ri­tät Bochum vom 30. März bis zum 3. April 2016 Thes­sa­lo­ni­ki, um die im März von vie­len Spender*innen erhal­te­nen 11.300 Euro direkt in Grie­chen­land zuguns­ten der Geflüch­te­ten ein­zu­set­zen. Wir bedan­ken uns ganz herz­lich bei allen Spender*Innen! Ihr seid vor­bild­lich! Im fol­gen­den Text möch­ten wir berich­ten, wofür wir die Gel­der ein­ge­setzt haben und wie unser Besuch in Thes­sa­lo­ni­ki ver­lief. Dabei schil­dern wir auch eini­ge per­sön­li­che Begeg­nun­gen mit soli­da­ri­schen Grup­pen und Per­so­nen…Bericht der Hel­las-Soli Bochum vom 10. April 2016 externer Link
    • Cars of Hope #Wup­per­tal
      Die Fahrt nach Grie­chen­land hat tie­fe Spu­ren hin­ter­las­sen. Wir wer­den wei­ter­hin Geflüch­te­te in Euro­pa unter­stüt­zen. Offe­nes Tref­fen am 12. April 2016 und Prä­sen­ta­ti­on am 21. April 2016…Pres­se­mit­tei­lung Cars of Hope #Wup­per­tal vom 10. April 2016 externer Link. Aus dem Text: “… Vom 20. bis zum 28. März und vom 01. bis zum 04. April haben Men­schen aus Wup­per­tal und ande­ren Städ­ten von der Initia­ti­ve ‘Cars of Hope Wup­per­tal’ Geflüch­te­te im grie­chi­schen Ido­me­ni unter­stützt. Die Grup­pe ver­teil­te u.a. Nah­rung, Was­ser, Hygie­ne­ar­ti­kel und SIM-Kar­ten. Auch wur­den mobi­le Lade­sta­tio­nen für Han­dys auf­ge­baut. Die Situa­ti­on der Geflüch­te­ten in Ido­me­ni war scho­ckie­rend für die Teil­neh­mer der Hilfs­ak­ti­on. René Schui­j­len­burg, einer der Akti­vis­ten von ‘Cars of Hope Wup­per­tal’, sagt: „Eines der ers­ten Din­ge, die wir in Ido­me­ni gese­hen haben, als wir anka­men, waren Men­schen, die alles mög­li­che an Grün­zeug aus dem Boden gerupft und geges­sen haben. Sie hat­ten rich­tig Hun­ger.“…
  • Auf­re­gung um Flücht­lin­ge in Grie­chen­land
    Die Ner­ven lie­gen blank: Räu­mun­gen, Wider­stand und Sze­nen, wie sie die Regie­rung befürch­tet hat­te. (…) Die Regie­rung ver­sucht noch ohne Ein­satz jeg­li­cher Gewalt, die Men­schen davon zu über­zeu­gen, die wil­den Lager zu ver­las­sen. Wie die Was­ser­schutz­po­li­zei amt­lich bekannt gab, gilt es den Hafen von Pirä­us inner­halb von 10 bis 15 Tagen zu räu­men. In dem State­ment wird auch dar­auf ein­ge­gan­gen, dass nach Ansicht der Regie­rung eini­ge zwei­fel­haf­te Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, bezie­hungs­wei­se deren Mit­ar­bei­ter, sowie eini­ge Grup­pen frei­wil­li­ger Hel­fer die Flücht­lin­ge auf­het­zen wür­den. In die glei­che Ker­be schla­gen die meis­ten Medi­en. Selbst die seriö­se, kon­ser­va­ti­ve Zei­tung Kathi­meri­ni kom­men­tier­te die gesam­te Situa­ti­on mit einer Kari­ka­tur, die an der Gren­ze zur Geschmack­lo­sig­keit ist. Sie zeigt in ver­schie­de­nen Sta­di­en einen Mann der ein Baby wie ein Kugel­sto­ßer wirft. Als Unter­ti­tel dazu steht “Es könn­te ein Flug­blatt einer Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on in Pirä­us sein”. Tat­säch­lich waren Flug­blät­ter im Umlauf, in denen die Flücht­lin­ge sowohl über ihre Rech­te auf­ge­klärt, als auch indi­rekt zum Wider­stand gegen jeden Plan der Regie­rung zur Ein­wei­sung in staat­li­che Camps auf­ge­ru­fen wer­den…Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los bei tele­po­lis vom 08.04.2016 externer Link. Sie­he dazu wei­te­re Bei­trä­ge und einen drin­gen­den Spen­den­auf­ruf:
    • Flücht­lin­ge auf Les­bos tre­ten in Hun­ger­streik
      Aus Pro­test gegen ihre dro­hen­de Abschie­bung in die Tür­kei sind 70 paki­sta­ni­sche Flücht­lin­ge auf der grie­chi­schen Insel Les­bos in einen Hun­ger­streik getre­ten. Die Grup­pe, die im Lager Moria inter­niert ist, ver­wei­gert seit Don­ners­tag die Nah­rungs­auf­nah­me…Mel­dung in der jun­gen Welt vom 8. April 2016 externer Link 
    • Weni­ger Flücht­lin­ge in Grie­chen­land ange­kom­men
      Abschie­bun­gen noch immer aus­ge­setzt /​Flücht­lin­ge wei­gern sich, Lager zu ver­las­sen /​Grie­chi­sche Regie­rung will Camps in Ido­me­ni und Pirä­us bis zum Wochen­en­de räu­men…Mel­dung beim neu­en deutsch­land online vom 06.04.2016 externer Link
    • Move­ment Deport Racism – Kini­si Ape­las­te to Ratsis­mo (Grie­chen­land): Drin­gen­der Auf­ruf für inter­na­tio­na­le Soli­da­ri­tät und Spen­den
      Flücht­lings­ver­sor­gung in Grie­chen­land wird bekannt­lich zu einemer­heb­li­chen Anteil von Basisaktivist*innen vor Ort geleis­tet. Die Initia­ti­ve “Deport Racism” – “Kini­si Ape­las­te to Ratsis­mo” bit­tet in Anbe­tracht der sich ver­schär­fen­den Lage um finan­zi­el­le Unter­stüt­zung – wir doku­men­tie­ren den Spen­den­auf­ruf vom 7. April 2016 (eng­lisch). Das Spen­den­kon­to: Pirae­us Bank /​/​Num­ber of bank account: 5018–031163-603 /​/​Name: Kini­si Ape­las­te to Ratsis­mo /​/​IBAN: GR25 0172 0180 0050 1803 1163 603. Kon­takt­adres­se: sotmart@​gmail.​com
  • Flücht­lin­ge: Die Lage in Grie­chen­land spitzt sich zu
    In den Auf­nah­me­la­gern wird die Situa­ti­on explo­siv. In der Öffent­lich­keit rücken wirt­schaft­li­che Pro­ble­me und Sor­gen der Anwoh­ner in den Vor­der­grund. Die in Grie­chen­land fest­sit­zen­den Flücht­lin­ge und Migran­ten sehen sich gleich mehr­fach einem Count­down aus­ge­setzt. Sie wol­len eigent­lich das Land so schnell wie mög­lich in Rich­tung Nor­den ver­las­sen. Tat­säch­lich droht vie­len jedoch mit dem Monats­an­fang zuerst die Abschie­bung in die Tür­kei, falls die­se ihre Ver­ein­ba­rung mit der EU umset­zen will und kann. Zusätz­lich dazu möch­te die Regie­rung Tsi­pras die wil­den Lager im Land auf­lö­sen. Laut des Vor­sit­zen­den der Koor­di­na­ti­ons­grup­pe für Flücht­lin­ge, Dimi­tris Vit­s­as, sol­len die Lager in Ido­me­ni an der Gren­ze und in Pirä­us inner­halb von fünf­zehn Tagen geräumt sein. In und um Ido­me­ni befan­den sich am 31.3. gegen 8 Uhr 11.324 Per­so­nen im Camp. In Pirä­us leben 5.750 Men­schen in Zel­ten und War­te­sä­len im Hafen­ge­län­de. Ins­ge­samt wur­den in den Camps im gesam­ten Land 51.393 Flücht­lin­ge und Immi­gran­ten gezählt…Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los bei tele­po­lis vom 01.04.2016 externer Link
  • Soli­auf­ruf: Unter­stützt die Pro­tes­te und Blo­cka­den bei Ido­me­ni!
    Aktu­ell wer­den bei Ido­me­ni meh­re­re Stra­ßen durch hun­der­te Geflüch­te­te blo­ckiert. Auch an dem Grenz­über­gang und in den Grenz­camps gibt es Wider­stand. Open the bor­ders! Ist ihr wich­tigs­ter Pro­test­slo­gan! Blei­ben möch­te hier nie­mand. (…) In der Regi­on um Ido­me­ni gibt es zahl­rei­che Orte an denen die Men­schen Zel­te auf­ge­schla­gen haben und Camps ent­stan­den sind. In dem größ­ten befin­den sich der­zeit nach Schät­zun­gen 12 000 Leu­te. Die­se Camps sind meist selbst­or­ga­ni­siert und wer­den von Aktivist_​innen aus ganz Euro­pa unter­stützt. Dane­ben gibt es vom grie­chi­schen Mili­tär kon­trol­lier­te Camps – aus solch einem star­te­ten heu­te die Men­schen, die jetzt auf den Auto­bah­nen sit­zen. Sie kün­di­gen an dort so lan­ge zu blei­ben und nichts zu Essen bis die Gren­zen auf gemacht wer­den. Die Situa­ti­on hier an der Gren­ze spitzt sich täg­lich zu und wird für die Men­schen uner­träg­lich! Daher: Unter­stützt die Kämp­fe der Geflüch­te­ten in Ido­me­ni und Über­all! Pro­test ist jetzt wich­tig. Zeigt euch soli­da­risch! Auto­bah­nen und Gren­zen gibt’s auch in Deutsch­land! …Soli-Auf­ruf bei Indy­m­e­dia links­un­ten vom 23. März 2016 externer Link. Für aktu­el­le Infos lest den Twit­ter-Kanal vom Soli­kon­voi externer Link. Sie­he in die­sem Zusam­men­hang:
  • Appell: Die Flücht­lin­ge aus Ido­me­ni jetzt in Euro­pa auf­neh­men!
    Das Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie hat einen dring­li­chen Appell an die Bun­des­re­gie­rung geschickt, die Flücht­lin­ge aus Ido­me­ni auf­zu­neh­men. Alle kön­nen den Appell unter­zeich­nen, indem Sie eine Email an das Grund­rech­te­ko­mi­tee sen­den (info@​grundrechtekomitee.​de) und Namen mit Wohn­ort ange­ben. Die gesam­mel­ten Unter­schrif­ten sen­det das Grund­rech­te­ko­mi­tee dann an die Bun­des­re­gie­rung. Man kann sich den Appell auch zuei­gen machen, aus­dru­cken und vor Ort oder bei den Oster­mär­schen Unter­schrif­ten sam­meln und die­se direkt an die Bun­des­re­gie­rung schi­cken…Info und Appell beim Grund­rech­te­ko­mi­tee vom 23. März 2016 externer Link 
  • Update zur Spen­den­kam­pa­gne der Hel­las-Soli­da­ri­tät Bochum vom 22. März 2016 (per Email)
    … die Hel­las-Soli­da­ri­tät Bochum macht gera­de eine Spen­den­kam­pa­gne für Ido­me­ni und umlie­gen­de Lager und ist vom 30.03. bis 03.04.2016 dort, um selbst in Koope­ra­ti­on mit dor­ti­gen Part­nern und Initia­ti­ven Hilfs­gü­ter kau­fen und nach Ido­me­ni und ins Lager Cher­so (Kil­kis) zu brin­gen. Spen­det auf unser (gemein­nüt­zi­ges) Kon­to (sie­he unten). Wir konn­ten zwi­schen 1. und 15. März bereits mehr als 9.000 Euro aus Spen­den erhal­ten und haben schon ca. 5000 in Ido­me­ni ein­ge­setzt (für Zel­te, Medi­ka­men­te, Baby­hy­gie­ne, Baby­nah­rung. Gera­de am Sams­tag wur­den die­se Sachen in Ido­me­ni ver­teilt. Ein Bericht dar­über folgt in Kür­ze auf unse­rer web­site. Das Lager in Ido­me­ni soll zwar (laut Mouz­a­las ges­tern im griech. Par­la­ment) in abseh­ba­rer Zeit auf­ge­löst wer­den und die Flücht­lin­ge in ande­re Auf­nah­me­la­ger gebracht wer­den. Doch auch dort sind Hilfs­gü­ter drin­gend not­wen­dig. Spen­den könnt Ihr wei­ter­hin unter Anga­be des Ver­wen­dungs­zwecks “Grie­chen­land” auf fol­gen­des Kon­to: BIC: DORTDE33 /​/​IBAN: DE52 4405 0199 0091 0160 36 /​/​Kon­to­in­ha­ber: Huma­ni­tä­re Cuba Hil­fe Bochum. Bei Bei­trä­gen unter 100 Euro, reicht der Über­wei­sungs­be­leg als Spen­den­quit­tung. Bei Bei­trä­gen über 100 Euro kann nur ein Spen­den­be­leg aus­ge­stellt wer­den, wenn der/​die Spender/​in im Text­feld der Über­wei­sung seine/​ihre voll­stän­di­ge Adres­se ver­merkt…
  • Die aktu­el­le Lage auf Les­bos am 20. März
    Die Camps wer­den seit heu­te nacht (19./20.März) geräumt mit dem Ziel, die Flüch­ten­den mit Fäh­ren nach Pirä­us und Kava­la zu trans­por­tie­ren. Das ein­ge­zäun­te Moria und Kara Tepe sind weit­ge­hend geräumt, über PIKPA und die Nob­or­der­kit­chen wis­sen wir noch nichts, ob und wann sie geräumt wer­den. Im ‘wil­den’ Camp von ‘bet­ter days of Moria’ auf dem Hügel neben dem ‘Hot­spot’ Moria war­ten gera­de (16 Uhr) hun­der­te Bewoh­ner, haupt­säch­lich aus Paki­stan, auf den Abtrans­port durch Bus­se zum Fähre­ha­fen und auf die (selbst zu finan­zie­ren­de) Über­brin­gung ans grie­chi­sche Fest­land. In den letz­ten Tagen kom­men in zuneh­men­der Zahl Schlauch­boo­te aus der Tür­kei an (heu­te nacht mit zwei Toten). Die Flüch­ten­den wer­den vom Strand in Bus­sen nach Moria gebracht und regis­triert, um dann je nach Asyl-Chan­cen an einen der drei Sam­mel­or­te auf dem Fest­land gebracht zu wer­den (Athen, Kava­la, Ido­me­ni). Für den Rück­trans­port in die Tür­kei wur­de in Brüs­sel der 4.April ver­ein­bart. Soweit zur Situa­ti­on auf Les­bos am 20.3.16, ohne Kom­men­tar“ – Email­be­richt von Claus Kitt­stei­ner aus Mytilini/​Lesbos am 20. März 2016
  • Ido­me­ni: Wenn Hoff­nung alter­na­tiv­los ist
    Nach dem EU-Flücht­lings­gip­fel haben die Flücht­lin­ge von Ido­me­ni auch die letz­te Hoff­nung auf ein Öff­nen der Gren­ze ver­lo­ren. Das Aus­har­ren im grie­chisch-maze­do­ni­schen Nie­mands­land ist für sie den­noch alter­na­tiv­los. (…) Am Ende ver­liert auch Sulei­man die Beherr­schung. Tage­lang hat er sei­ne Frau, die längst die Hoff­nung auf­ge­ge­ben hat, beschwich­tigt und ver­sucht, sie bei Lau­ne zu hal­ten. Aber nun kann auch er den Frust nicht mehr zurück­hal­ten: “Sie haben uns ver­ges­sen. Ein­fach ver­ges­sen. Wenn sie uns wenigs­ten sagen wür­den, wir sol­len in Syri­en kre­pie­ren, aber nicht mal das tun sie”, schreit er in den über­füll­ten Raum, der mal ein Café war – damals als Euro­pa noch gren­zen­los war…Bei­trag von Fabi­an Köh­ler bei tele­po­lis vom 20.03.2016 externer Link
  • Grie­chen­land: Viel Ver­wir­rung an der Gren­ze
    Der Ver­such von Flücht­lin­gen, auf­ge­for­dert durch ein Flug­blatt, nach Maze­do­ni­en vor­zu­drin­gen, schei­ter­te. Am Mon­tag, der “Katha­ra Def­te­ra”, dem Beginn der Fas­ten­zeit in Grie­chen­land, hat­ten knapp 2000 Flücht­lin­ge in einer Ver­zweif­lungs­ak­ti­on ver­sucht, auf eige­ne Faust und von einem dubio­sen Flug­blatt ani­miert, die Gren­ze zu über­schrei­ten. Der Ver­such schei­ter­te. Er lös­te jedoch zahl­rei­che poli­ti­sche Ver­wir­run­gen aus…Zwei­tei­li­ger Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los (mit deut­scher Über­set­zung besag­ten Flug­blatts) bei tele­po­lis vom 16.03.2016 externer Link. Im zwei­ten Teil zum Arti­kel externer Link heißt es: “… Die Rück­keh­rer berich­te­ten nicht nur von Schlä­gen und Miss­hand­lun­gen, son­dern auch von einem wei­te­ren Ereig­nis. Dem­nach sol­len die Sol­da­ten der EJR Maze­do­ni­en die Men­schen mit Mili­tär­las­tern in die Nähe des Camps Eido­me­ni gebracht haben und dort den Grenz­zaun durch­schnit­ten und die Men­schen zurück nach Grie­chen­land gezwun­gen haben. Inter­es­sant ist zudem, dass die grie­chi­sche Regie­rung mit den Erklä­run­gen des Vize-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters Dimi­tris Vit­s­as die Rück­kehr der Grenz­über­tre­ter bis zum Mit­tag hef­tig demen­tiert hat­te. Dem Vor­sit­zen­den der Koor­di­nie­rungs­stel­le für Flücht­lin­ge Vit­s­as stand Pres­se­spre­cher Kyrit­sis bei. Er erklär­te, dass die Regie­rung der Nach­bar­re­pu­blik einen Antrag auf Rück­füh­rung stel­len müs­se und die­ser dann von der Regie­rung geprüft wer­de. In spä­te­ren Ver­laut­ba­run­gen der Grenz­kon­troll­stel­len Doira­ni, Evzo­noi und Flo­ri­na hieß es, dass kein Flücht­ling durch einen der Grenz­über­gän­ge gekom­men sei. Die Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters hin­ge­gen mel­de­te die Abschie­bung aller Flücht­lin­ge nach Grie­chen­land. Unzwei­fel­haft ist, dass der mas­sen­haf­te Grenz­über­tritt die diplo­ma­ti­schen Span­nun­gen zwi­schen Athen und Skop­je noch wei­ter erhöht hat…” Im Klar­text: das maze­do­ni­sche Mili­tär hat die eigent­lich bestehen­den Regeln für die “Rück­füh­run­gen” schlicht nicht ein­ge­hal­ten. Wenn man Löcher in den Zaun schnei­det, braucht man auch kei­ne offi­zi­el­len Grenz­über­gän­ge für die “Wie­der­ein­rei­se”.
  • Flücht­lings­la­ger in Eido­me­ni: Teu­fels­kreis aus Regen, Seu­chen­angst und hilf­lo­ser Poli­tik
    Die Fes­tung Euro­pa ver­sinkt im Schlamm. Ein Orts­be­such: An der Gren­ze Grie­chen­lands zur EJR Maze­do­ni­en spielt sich seit Mona­ten ein ein­zig­ar­ti­ges Dra­ma ab. Seit der fak­ti­schen Schlie­ßung der Gren­zen Öster­reichs für Flücht­lin­ge, der von Öster­reich initi­ier­ten West­bal­kan­kon­fe­renz und der domi­noar­ti­gen suk­zes­si­ven Schlie­ßung der Gren­zen von Ungarn, Ser­bi­en und der EJR Maze­do­ni­en wur­de der klei­ne Grenz­ort Eido­me­ni zum Ort der Apo­ka­lyp­se für mehr als 14.000 Men­schen. Vom 10. bis zum 13. März beob­ach­te­te Tele­po­lis die Situa­ti­on vor Ort…Bei­trag von Was­si­lis Aswestopou­los bei tele­po­lis vom 14.03.2016 externer Link
  • Flücht­lings­in­sel Les­bos: „Stär­ker als so man­che gro­ße EU-Nati­on“
    Trotz des Nato-Ein­sat­zes in der Ägä­is errei­chen wei­ter­hin Tau­sen­de Flücht­lin­ge die Insel Les­bos. Dort herrscht längst bedrü­cken­de Rou­ti­ne. Egal, was im fer­nen Brüs­sel dis­ku­tiert wird: Den Men­schen muss gehol­fen wer­den…Arti­kel beim Han­dels­blatt online vom 14.03.2016 externer Link
  • Flücht­lin­ge pro­tes­tie­ren in Ido­me­ni: “Öff­net die Gren­ze”
    Im grie­chi­schen Grenz­ort Ido­me­ni haben hun­der­te Flücht­lin­ge gegen die Schlie­ßung der Gren­zen pro­tes­tiert. Vor allem Syrer und Ira­ker setz­ten sich am Sams­tag auf die Bahn­glei­se und rie­fen “Öff­net die Gren­ze”. Ein Syrer trat sogar in den Hun­ger­streik. Der chi­ne­si­sche Künst­ler Ai Wei­wei ver­an­stal­te­te ein Kla­vier­kon­zert in dem Flücht­lings­la­ger. Die grie­chi­sche Regie­rung ver­sprach eine Ver­bes­se­rung der Lage bis zum kom­men­den Wochen­en­de…” Über­blick über die Lage vom 13.03.16 bei Mer​kur​.de externer Link
  • Zel­te für Ido­me­ni – Update Frei­tag, 11.03.2016
    Der aktu­el­le Spen­den­stand beträgt heu­te, am 11.03.2016, 6469,29 Euro. Wir haben bereits für 2290,50 Euro Zel­te gespen­det, die am Mitt­woch in Ido­me­ni ver­teilt wur­den (40 Zel­te, 160 Mat­ten, Schlaf­sä­cke). Im Moment ist die Situa­ti­on im Camp unklar. Es wer­den Bus­se zum Preis von 25 Euro pro Ticket ein­ge­setzt, um die Men­schen nach Athen in Hal­len zu brin­gen. Weil die Wet­ter­aus­sich­ten schlecht blei­ben und die Gren­ze geschlos­sen ist, neh­men zwar vie­le das Ange­bot an, doch ger­ne tun sie es nicht, denn sie hof­fen noch immer auf eine Öff­nung der Gren­ze und eine Wei­ter­rei­se. Die Regie­rung in Athen hat erklärt, dass sie das Camp räu­men möch­te…” Bericht der hel­las-soli­da­ri­tät-bochum zum Stand der Spen­den­ak­ti­on mit einer Foto­stre­cke von Vas­si­lis Aswestopou­los. Wir erin­nern an das Kon­to der Hel­las-Soli­da­ri­tät Bochum unter Anga­be des Stich­worts “Spen­de Grie­chen­land”, BIC: DORTDE33, IBAN: DE52 4405 0199 0091 0160 36, Kon­to­in­ha­ber: Huma­ni­tä­re Cuba Hil­fe Bochum
    Als Spen­den­mo­ti­vie­rung: Hel­las-Soli­da­ri­tät fährt Noch im März nach Ido­me­ni, um für die Ver­tei­lung der vie­len Spen­den zu sor­gen und dort in Koope­ra­ti­on mit dor­ti­gen Part­nern und Initia­ti­ven Hilfs­gü­ter zu kau­fen und zu den Camps brin­gen.
  • „Wir ster­ben hier lang­sam“ – zur Situa­ti­on in Ido­me­ni
    Die Bal­kan­rou­te ist dicht, tau­sen­de Flücht­lin­ge sit­zen seit­dem im Grenz­ort Ido­me­ni fest. Die Bedin­gun­gen dort sind erbärm­lich: Durch tage­lan­gen Regen sind die Men­schen durch­nässt, die pro­vi­so­ri­sche Zelt­stadt steht mit­ten im Schlamm. Mit­ar­bei­te­rin­nen des PRO ASYL – Pro­jekts in Grie­chen­land RSPA berich­ten aus Ido­me­ni…” Bericht vom 11.03.2016 bei Pro Asyl externer Link
  • Ido­me­ni: Immer mehr Kin­der und Schwan­ge­re erkran­ken
    Der­zeit ste­cken rund 14.000 Migran­ten und Flücht­lin­ge in Ido­me­ni fest. Ärz­te ohne Gren­zen hat mehr als 2.000 medi­zi­ni­sche Kon­sul­ta­tio­nen in einer Woche durch­ge­führt und 150 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter vor Ort. Die meis­ten Men­schen sind auf­grund der hygie­ni­schen Bedin­gun­gen und dem kal­ten Wet­ter an Atem­wegs­in­fek­tio­nen und Magen-Darm-Grip­pe erkrankt. Wäh­rend sich die Erkran­kun­gen in den ver­gan­ge­nen Wochen nicht ver­än­dert haben, sehen unse­re Teams immer mehr Säug­lin­ge, Frau­en im spä­ten Sta­di­um der Schwan­ger­schaft sowie Men­schen mit schwe­ren kör­per­li­chen oder geis­ti­gen Behin­de­run­gen und chro­ni­schen Erkran­kun­gen, die medi­zi­ni­sche Hil­fe brau­chen…” Mel­dung der Ärz­te ohne Gren­zen vom 08. März 2016 externer Link
  • Da sind sie aber immer noch: Flücht­lin­ge in Ido­me­ni
    Wäh­rend Euro­pa mit der Tür­kei scha­chert, als gin­ge es hier wie da um blo­ße Zah­len, ist die Situa­ti­on für die fest­ste­cken­den Flücht­lin­ge in Idomeni/​Nord­grie­chen­land dra­ma­tisch. Schwe­re Regen­fäl­le haben das Camp­ge­län­de unter Was­ser gesetzt, ein 13jähriger erlitt beim Spie­len auf der Bahn­stre­cke einen Strom­schlag, Men­schen began­nen dar­auf­hin mit einem Hun­ger­streik. Die Lage schwankt zwi­schen kom­plet­ter Per­spek­tiv­lo­sig­keit und der Angst vor poli­zei­li­cher Räu­mung des Camps. Sie­he dazu zwei Bei­trä­ge:
  • 01.03.2016: Spen­det Zel­te und Iso­mat­ten für die Fami­li­en an der Gren­ze in Ido­me­ni!
    Die Situa­ti­on der Flüch­ten­den in Grie­chen­land spitzt sich wei­ter zu. Ca. 25.000 Men­schen kön­nen der­zeit nicht nach Euro­pa wei­ter­rei­sen, weil die Gren­zen auf der “Bal­kan­rou­te” geschlos­sen wur­den. Nur weni­ge Hun­dert wer­den täg­lich durch­ge­las­sen und so hän­gen die Men­schen seit Tagen in Grie­chen­land fest. Allein an der Gren­ze in Ido­me­ni sind es bereits 10.000, vie­le davon sind Frau­en und Kin­der. Die­sen Fami­li­en wol­len wir hel­fen und ihnen zumin­dest etwas Schutz und einen siche­ren Schlaf­platz ermög­li­chen. Des­halb rufen wir zu Spen­den für Zel­te und Iso­mat­ten auf. Wir bestel­len die Zel­te und Iso­mat­ten über ein Geschäft in Thes­sa­lo­ni­ki. Die Zel­te wer­den dann direkt an die Initia­ti­ve Frau­en­raum Thes­sa­lo­ni­ki gelie­fert, die sie zur Gren­ze brin­gen…Spen­den­auf­ruf der Hel­las-Soli­da­ri­tät Bochum vom 1. März 2016 externer Link; Spen­den­kon­to: Stich­wort “Spen­de Grie­chen­land”, BIC: DORTDE33, IBAN: DE52 4405 0199 0091 0160 36, Kon­to­in­ha­ber: Huma­ni­tä­re Cuba Hil­fe Bochum

Der Bei­trag Huma­ni­tä­re Kri­se in Grie­chen­land droht zu eska­lie­ren erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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