[labournet:] Solidarität mit Betriebsratsvorsitzenen Michael: Union Busting durch Starbucks in Berlin stoppen!

Arbeitsunrecht: [Schwarzer Freitag, 13. März 2020] Proteste gegen Starbucks, McDonald’s und Co. gegen Betriebsratsbekämpfung und Lohn-DumpingIn Ber­lin kämp­fen der­zeit zwei akti­ve und gewerk­schafts­na­he Star­bucks-Betriebs­rä­te um ihr Über­le­ben – soweit bekannt sind sie die letz­ten ihrer Art bei Star­bucks. Um sie zu zer­mür­ben, betreibt Syn­di­kus­an­walt Alex­an­der Sau­er spitz­fin­di­gen Rechts­ni­hi­lis­mus und bru­ta­les Uni­on Bus­ting – dazu gehö­ren mitt­ler­wei­le sechs unsub­stan­ti­ier­te Kün­di­gungs­ver­su­che gegen den Betriebs­rats­vor­sit­zenen Micha­el W. Zudem spielt Star­bucks in absur­der Form mit dem Betriebs­be­griff. Die Münch­ner Human Resour­ces-Abtei­lung von Star­bucks vari­iert bestän­dig den Zuschnitt der fünf Ber­li­ner Distrik­te – teils ohne jede geo­gra­fi­sche Logik. So ent­ste­hen für die Betriebs­rats­mit­glie­der Fahrt­zei­ten von einer Stun­de inner­halb von Ber­lin, der orga­ni­sche Kon­takt zu den Kolleg*innen zer­reißt. Ziel der betriebs­wirt­schaft­lich unsin­ni­gen Maß­nah­men ist die Sabo­ta­ge demo­kra­ti­scher Mit­be­stim­mung. 2017 heu­er­te Star­bucks Streik­bre­cher aus Polen an, um einen Streik der NGG in Ber­lin zu sabo­tie­ren…” Aus der Pres­se­mit­tei­lung 02/​2020 vom 10. März 2020 von und bei der Akti­on Arbeits­un­recht externer Link zu [Schwar­zer Frei­tag, 13. März 2020] Pro­tes­te gegen Star­bucks, McDonald’s und Co. gegen Betriebs­rats­be­kämp­fung und Lohn-Dum­ping. Sie­he dazu:

  • Kund­ge­bung am 31.07.2020: Soli­da­ri­tät mit den Beschäf­tig­ten bei Star­bucks New
    Star­bucks han­delt sozi­al­schäd­lich, demo­kra­tie­feind­lich und kri­mi­na­li­siert Grund­rech­te. Zwölf Kün­di­gun­gen hat Star­bucks (Fran­chise­neh­mer: AmRest) mitt­ler­wei­le gegen den Betriebs­rats­vor­sit­zen­den Micha­el G. aus­ge­spro­chen. Größ­ten­teils wegen kri­ti­scher Äuße­run­gen gegen den Kon­zern und sei­ne Füh­rungs­kräf­te. Gewerk­schafts­ak­ti­ve Mitarbeiter*innen wer­den schi­ka­niert und aus den Betrie­ben gedrängt. Mit absur­den Fili­al­gren­zen wer­den demo­kra­tisch legi­ti­mier­te Betriebs­rä­te zer­schla­gen. Die letz­ten zwei akti­ven, gewerk­schafts­na­hen Betriebs­rä­te des Kon­zerns sit­zen hier in Ber­lin. Des­halb rufen wir zur Soli­da­ri­täts-Kund­ge­bung vor der ers­ten Star­bucks Filia­le in Deutsch­land auf. Wir las­sen Micha­el und sei­ne Kolleg*innen nicht allei­ne, stel­len uns gemein­sam gegen Uni­on Bus­ting und zei­gen: Aus­beu­tung schmeckt uns nicht.” Auf­ruf zur Kund­ge­bung Frei­tag 31. Juli ab 18 Uhr vor der Filia­le Pari­ser Platz am Bran­den­bur­ger Tor (am Pari­ser Platz 4A) von der Kam­pa­gne gegen Out­sour­cing und Befris­tung
  • Star­bucks in Ber­lin: „Die Betriebs­rä­te sol­len fal­len“
    “Cafés als gewerk­schaft­lich pre­kä­re Zone. Gekün­digt wur­de Star­bucks-Betriebs­rat Micha­el Glä­ser unter ande­rem wegen „per­ma­nen­tem Sie­zen“. [taz: Herr Glä­ser, Sie haben in den ver­gan­ge­nen Wochen zwölf frist­lo­se Kün­di­gun­gen von Star­bucks bekom­men und inzwi­schen dort Haus­ver­bot. Wie kam es dazu?] Micha­el Glä­ser: Zu jeder der Kün­di­gun­gen, die ich seit dem 19. Mai erhal­ten habe, gab es einen ande­ren Grund. Mal hieß es, ich hät­te wegen eines Streiks mei­nen Arbeits­platz ver­las­sen oder Star­bucks auf sozia­len Netz­wer­ken schlecht bewer­tet. Ein­mal war es der Vor­wurf, das am 20. Juni gegen mich ver­häng­te Haus­ver­bot für alle Star­bucks-Filia­len öffent­lich gemacht zu haben. Mein per­sön­li­cher Favo­rit unter den Kün­di­gungs­grün­den ist per­ma­nen­tes Sie­zen. Man woll­te mich zwin­gen, die Vor­ge­setz­ten per Du anzu­spre­chen, doch ich duze nur Leu­te, die ich lei­den kann, das war daher aus­ge­schlos­sen. [Sind Sie als Ein­zi­ger von die­ser Kün­di­gungs­se­rie betrof­fen?] Nein, auch mei­ne Stell­ver­tre­te­rin hat sechs frist­lo­se Kün­di­gun­gen erhal­ten. [Wie­so haben Sie Ihr Betriebs­rats­man­dat ver­lo­ren?] Bei Star­bucks wird nicht auf Fili­al­ebe­ne, son­dern auf Distrikt­ebe­ne ein Betriebs­rat gewählt. Der Distrikt ist ein von der Fir­ma defi­nier­ter Betrieb aus meh­re­ren Filia­len und kann nach Belie­ben von den Gas­tro­no­mie­kon­zer­nen AmRest und Star­bucks zer­schla­gen wer­den. So wur­de der von mir ver­tre­te­ne Distrikt Ber­lin 2 auf­ge­löst. Damit war dort der Betriebs­rat abge­schafft. Betriebs­rat abge­schafft. [Was hat Sie an den Arbeits­be­din­gun­gen bei Star­bucks gestört?] Vie­les. Ein Kri­tik­punkt waren die stän­di­gen Dienst­plan­än­de­run­gen, teil­wei­se noch am sel­ben Tag der Schicht. Zudem hat sich die Geschäfts­lei­tung in Coro­na­zei­ten gewei­gert, mit uns als Betriebs­rat eine Betriebs­ver­ein­ba­rung zum Mas­ken­schutz abzu­schlie­ßen. Auch Über­stun­den wer­den ohne Geneh­mi­gung von Betriebs­rä­ten ange­ord­net. (…) [Hat die Aus­ein­an­der­set­zung auch über Ber­lin hin­aus für Star­bucks Bedeu­tung?] Star­bucks-Betriebs­rä­te wer­den auch in ande­ren Städ­ten in ihrer Arbeit behin­dert. In Ber­lin gab es die ers­ten, und jetzt sol­len wohl auch hier die letz­ten akti­ven Betriebs­rä­te fal­len. Kund­ge­bung gegen Uni­on Bus­ting am Frei­tag, 31. Juli, 18 Uhr vor Star­bucks am Pari­ser Platz“ Inter­view von Peter Nowak mit Micha­el Glä­ser am 22.07.2020 in der taz online, doku­men­tiert auf sei­ner Home­page externer Link

Der Bei­trag Soli­da­ri­tät mit Betriebs­rats­vor­sit­zenen Micha­el: Uni­on Bus­ting durch Star­bucks in Ber­lin stop­pen! erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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