[perspektive:] FaschistInnen kaufen gezielt Immobilien im ländlichen Raum

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder systematische Versuche von FaschistInnen, neue Immobilien im ländlichen Raum der ostdeutschen Bundesländer zu erwerben. Hier sollen Schulungsräume, Konzertorte und Kampfsportzentren entstehen.

Aktu­ell gibt es allein in Sach­sen mit dem ange­kün­dig­ten „Patrio­ten­dorf“, dem „Patrio­ten-Jugend­zen­trum“ sowie der „Initia­ti­ve Zusam­men­rü­cken“ der­zeit meh­re­re Pro­jek­te von Rech­ten, die ein­zel­ne Immo­bi­li­en oder gleich ein gan­zes „Dorf“ kau­fen wol­len.

Dabei setz­ten die Rechts­ex­tre­men ins­be­son­de­re auf die Ver­an­ke­rung in klei­nen länd­li­chen Gemein­den in Ost­deutsch­land, um hier in den Dorf­ge­mein­schaf­ten ihr faschis­ti­sches Gedan­ken­gut zu ver­brei­ten.

2019 hat es zudem Kauf­ab­sich­ten zum Schloss Reins­berg im Land­kreis Mit­tel­sach­sen durch einen Mit­tels­mann der rech­ten Iden­ti­tä­ren Bewe­gung gege­ben. Im letz­ten Moment wur­de die Absicht der Faschis­tIn­nen bekannt, so dass die Gemein­de ihr Vor­kaufs­recht wahr­nahm, um dies zu ver­hin­dern.

Verfassungsschutz will künftig Kommunen rechtzeitig warnen

Der säch­si­sche Ver­fas­sungs­schutz hat nun ange­kün­digt, dass er die Kom­mu­nen recht­zei­tig war­nen wol­le, wenn Rechts­ex­tre­me ver­such­ten, Immo­bi­li­en zu erwer­ben oder anzu­mie­ten. Das gehö­re zu den Auf­ga­ben des Amtes, sag­te der Prä­si­dent des Ver­fas­sungs­schut­zes, Dirk-Mar­tin Chris­ti­an.

Bis­her wur­den die Kau­fin­itia­ti­ven oder Anmie­tun­gen von Räu­men jedoch eher von anti­fa­schis­ti­schen Initia­ti­ven, statt vom Ver­fas­sungs­schutz bekannt gemacht und in die Öffent­lich­keit getra­gen.

FaschistInnen haben mehr Räumlichkeiten zur Verfügung

Im ver­gan­ge­nen Jahr hat das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um bereits einen Anstieg der Gebäu­de und Grund­stü­cke, die faschis­ti­schen Grup­pie­run­gen für ihre Arbeit zur Ver­fü­gung ste­hen, fest­ge­stellt. So stieg die ange­ge­be­ne Anzahl von 136 im Jahr 2018 auf 146 im Jahr 2019. Im lau­fen­den Jahr dürf­te die Anzahl noch ein­mal deut­lich ange­stie­gen sein.

Bereits die letz­te Auf­stel­lung des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums wur­de jedoch durch Mar­ti­na Ren­ner, Spre­che­rin der Links­par­tei für anti­fa­schis­ti­sche Poli­tik, scharf gerügt. Nach ihren Infor­ma­tio­nen wür­den in der Auf­lis­tung zahl­rei­che Objek­te feh­len. So soll die tat­säch­li­che Zahl an Gebäu­den und Immo­bi­li­en bereits im ver­gan­ge­nen Jahr bei min­des­tens 200 gele­gen haben.

Der Bei­trag Faschis­tIn­nen kau­fen gezielt Immo­bi­li­en im länd­li­chen Raum erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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