[FRN:] Reiz und Scham – Unterwäsche als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse (Serie 1002: CX – Corax – Kultur – Protur)

Sieht man sich in Mie­der­wa­ren­ge­schäf­ten oder Unter­wä­sche­ab­tei­lun­gen um, springt eine deut­li­che Asy­m­e­trie ins Auge, was die Quan­ti­tät der Model­le, aber auch die Viel­falt an Stof­fen, Schnit­ten und Mus­tern der Her­ren und Damen-Unter­wä­sche betrifft. Das liegt vor allem in den Geschlech­ter­ver­hält­nis­sen der ver­gan­ge­nen 200 Jah­re begrün­det. Wie in so vie­les, was zunächst ganz all­täg­lich und tri­vi­al erscheint, schrei­ben sich auch in Unter­be­klei­dung Gesell­schaft und gesell­schaft­li­che Pro­zes­se ein. Seit ihrer Ent­ste­hung ist Unter­wä­sche eng ver­knüpft mit Norm­vor­stel­lun­gen und Idea­len der jewei­li­gen Zeit und so ist der patri­ar­cha­le Sta­tus Quo auch heu­te noch in Unter­wä­sche und Des­sous koser­viert. Die Kul­tur­wis­sen­schaft­le­rin Clau­dia Gott­field hat sich die­sem Umstand gewid­met. Sie arbei­tet im Indus­trie­mu­se­um des Land­schafts­ver­bands Rhein­land in Engels­kir­chen und kura­tier­te die Aus­stel­lung „Reiz und Scham“. Zunächst blickt sie auf die Anfän­ge der Unter­wä­sche 1850 und auf die unter­schied­li­chen Akteu­re, die sich in die Dis­kus­si­on dar­über, wie denn nun Unter­wä­sche und ins­be­son­de­re Damen-Unter­wä­sche pro­du­ziert, getra­gen und gepflegt wer­den soll­te, ein­misch­ten. Read More