[gG:] Aufruf: Gemeinsam blockieren wir die Rüstungsindustrie am 28.8.

Ab dem frü­hen Mor­gen und Vor­mit­tag des 28. August wer­den wir gemein­sam mit vie­len Men­schen die Rüs­tungs­in­dus­trie in Kas­sel blo­ckie­ren. Wenn wir zusam­men die Kriegs­ma­schi­ne­rie unter­bre­chen, bedeu­tet das für uns ver­ant­wor­tungs­voll zu han­deln: als Teil der glo­ba­len wider­stän­di­gen Viel­falt, die das skru­pel­lo­se Sys­tem der Unter­drü­ckung & Zer­stö­rung nicht akzep­tiert, als Teil eines Kamp­fes, der sich über die Jahr­zehn­te und durch die Regio­nen der Welt zieht und als Teil einer Uto­pie, einer Alter­na­ti­ve zur kapi­ta­lis­ti­schen Moder­ne.

Eine Ein­la­dung, das Rich­ti­ge zu tun

Auch wenn Ohn­macht, Angst und Indi­vi­dua­li­sie­rung für vie­le Men­schen, uns ein­ge­schlos­sen, wesent­li­cher Teil der Coro­na-Erfah­rung war und viel­leicht auch noch ist, steht für uns fest: Wir wol­len nicht zurück zum Nor­mal­zu­stand, denn er ist das Pro­blem – geprägt von Natio­na­lis­mus, Unter­drü­ckung und Krie­gen. Wir wis­sen, dass die Krie­ge auch hier begin­nen, hier in Kas­sel in den Pro­duk­ti­ons­hal­len von Rhein­me­tall und Krauss-Maff­ei Weg­mann (KMW). Wir blo­ckie­ren die­se Kon­zer­ne, weil wir den Krieg angrei­fen, den Nach­schub kap­pen und die Kriegs­ma­schi­ne lahm­le­gen wol­len. In den letz­ten Jah­ren gab es eini­ge Blo­cka­de­ak­tio­nen in Kas­sel. An die­se und vie­le wei­te­re Aktio­nen gegen Krieg und Mili­tär wol­len wir Ende August anknüp­fen.

Rhein­me­tall und Krauss-Maff­ei Weg­mann

Rhein­me­tall ist der größ­te deut­sche Rüs­tungs­kon­zern. Er lie­fert Waf­fen und Muni­ti­on an Kon­flikt­par­tei­en und in Kriegs­ge­bie­te. Er umgeht bewusst die weni­gen und unzu­rei­chen­den Export­be­schrän­kun­gen des deut­schen Staa­tes durch sei­ne Stra­te­gie der Inter­na­tio­na­li­sie­rung sei­ner Pro­duk­ti­ons­stand­or­te. KMW ver­folgt eine ähn­li­che Stra­te­gie. Die Pan­zer und Waf­fen­sys­te­me des Kon­zerns sind in Kon­flik­ten welt­weit im Ein­satz, dabei macht KMW auch vor Lie­fe­run­gen an Staa­ten, die im Jemen Krieg füh­ren, kei­nen Halt. Gemein­sam mit Rhein­me­tall betreibt der Kon­zern ein Joint-Ven­ture zur Ent­wick­lung des Kampf­pan­zers PUMA. Außer­dem bekräf­tig­te die Rhein­me­tall Group mehr­fach Inter­es­se an der Über­nah­me von KMW. Bei­de Kon­zer­ne haben Deutsch­land in bei­den Welt­krie­gen auf­ge­rüs­tet und eine Geschich­te der Zwangs­ar­beit wäh­rend der Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Das Trei­ben der Kon­zer­ne KMW und Rhein­me­tall läßt uns den kla­ren Schluss zie­hen, dass Anti­fa­schis­mus und die Paro­le „Nie wie­der Krieg“ aufs engs­te mit­ein­an­der ver­bun­den sind.

Alle zusam­men gegen den Faschis­mus

Anti­fa­schis­mus ist heu­te wie­der not­wen­di­ger denn je: Wäh­rend sich in Deutsch­land rech­te Netz­wer­ke bil­den, ins­be­son­de­re in der Bun­des­wehr und ande­ren Unsi­cher­heits­in­sti­tu­tio­nen, der Dis­kurs immer wei­ter nach rechts rückt und For­de­run­gen der men­schen­ver­ach­ten­den AfD nach einem Schieß­be­fehl an Euro­pas Außen­gren­zen mitt­ler­wei­le bit­te­re Rea­li­tät sind, greift das tür­ki­sche Regime unse­re kur­di­schen Freund*innen an. Zwei völ­ker­rechts­wid­ri­ge Angriffs­krie­ge in Nord­ost­sy­ri­en und im Nord­irak und das Befeu­ern des Krie­ges in Liby­en durch Ver­stö­ße gegen das UN-Waf­fen­em­bar­go machen die Tür­kei zu einem gefähr­li­chen, expan­sio­nis­ti­schen Staat, der auch auf sei­nem eige­nen Staats­ge­biet die lin­ke Oppo­si­ti­on ins Gefäng­nis wirft und die Pres­se­frei­heit ent­sorgt. Der tür­ki­sche Mili­tär­ap­pa­rat wird auch durch deut­sche Rüs­tungs­ex­por­te unter­stützt und pro­fi­tiert ganz aktu­ell und im Spe­zi­el­len von Rhein­me­tall-Muni­ti­ons­lie­fe­run­gen aus Süd­afri­ka.

HealthcareNotWarfare

Dabei hat uns die Pan­de­mie auf nach­drück­li­che Wei­se vor Augen geführt, was rele­vant und not­wen­dig ist. Wir wol­len den sofor­ti­gen Pro­duk­ti­ons­stopp der Rüs­tungs­in­dus­trie. Wir brau­chen mehr Geld, mehr Res­sour­cen, mehr Auf­merk­sam­keit für das, was wirk­lich rele­vant ist: eine gute Gesund­heits­ver­sor­gung für alle. Wir brau­chen Kran­ken­wa­gen statt Pan­zer, gute Aus­stat­tung der Kran­ken­häu­ser und gute Löh­ne im Pfle­ge­be­reich statt Bom­ben.

Obwohl es hier­zu­lan­de so scheint, als wäre das schlimms­te über­stan­den (was kei­nes­falls sicher ist), erreicht die Anzahl der welt­wei­ten Neu­in­fek­tio­nen immer neue Rekord­zah­len. Die Pan­de­mie bedroht die Men­schen auf der Flucht und in Kriegs­ge­bie­ten zusätz­lich und auf beson­de­re Wei­se. Der Man­gel an medi­zi­ni­schen Mate­ria­li­en, Gerät und Per­so­nal, die schwie­ri­gen bis kata­stro­pha­len hygie­ni­schen Bedin­gun­gen, das Zusam­men­le­ben auf engs­tem Raum und die in vie­len Fäl­len ohne­hin ange­schla­ge­ne gesund­heit­li­che Kon­sti­tu­ti­on der Men­schen sind eine Zeit­bom­be. Das gilt für die Geflüch­te­ten­la­ger auf den grie­chi­schen Inseln, aber es gilt genau­so für die­je­ni­gen, die in den Kriegs­ge­bie­ten und Lagern in Nord­ost­sy­ri­en aus­har­ren müs­sen.

Gren­zen auf für Men­schen statt für Waf­fen

Die Geflüch­te­ten­camps auf den grie­chi­schen Inseln müs­sen sofort eva­ku­iert wer­den. Die fak­ti­sche Unter­stüt­zung von faschis­ti­schen und krieg­füh­ren­den Staa­ten durch schmut­zi­ge Deals wie den zwi­schen EU und Tür­kei, der die Abwehr von flüch­ten­den Men­schen zum Ziel hat, muss sofort gestoppt wer­den. Gene­rell muss das hoch­ge­rüs­te­te EU-Grenz­re­gime, das unter ande­rem mit deut­scher Tech­nik und Rüs­tung die Fes­tung Euro­pa umsetzt, bekämpft und abge­schafft wer­den. Wir wol­len siche­re Flucht­we­ge und for­dern Staa­ten wie die BRD auf, Ver­ant­wor­tung für die direk­ten Fol­gen ihrer Kriegs- und Rüs­tungs­po­li­tik – näm­lich Ver­trei­bung und Flucht – zu über­neh­men.

Vom Ende der Krie­ge

Dies ist der Anfang vom Ende. Wir wol­len das Ende des glo­ba­len Rüs­tungs­wett­laufs und wis­sen zugleich, dass dies nur der ers­te Schritt ist, um das Ende des kapi­ta­lis­tisch-patri­ar­cha­len Nor­mal­zu­stands zu besie­geln. Doch der Kampf gegen den Krieg ist immer auch ein Kampf gegen den Kapi­ta­lis­mus, gegen das Patri­ar­chat und gegen Ras­sis­mus. Im Mili­ta­ris­mus ent­steht kei­ne Eman­zi­pa­ti­on, aber im Kampf dage­gen kom­men wir dem Ziel der befrei­ten Gesell­schaft näher!

Gemein­sam blo­ckie­ren wir die Rüs­tungs­in­dus­trie. Gren­zen­lo­se Soli­da­ri­tät gegen Krieg und Mili­ta­ri­sie­rung

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen, Uhr­zeit und Treff­punkt wer­den zeit­nah ver­öf­fent­licht auf der Web­sei­te:
rhein​me​tall​ent​waff​nen​.noblogs​.org

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