[perspektive:] Mindestens 17.000 Menschen rufen un Berlin Ende der Pandemie aus

Gestern riefen insbesondere rechte, AfD-nahe Personen zum „Tag der Freiheit“ in Berlin auf. Gemeinsam wolle man die Pandemie für beendet erklären und sich gegen die „Corona-Diktatur“ auflehnen. Dem Aufruf folgte eine breite und diverse Masse an Menschen, doch die tatsächliche Kritik an Maßnahmen blieb aus.

Die Anmel­der rech­ne­ten mit 10.000 Teil­neh­me­rIn­nen, die Poli­zei spricht von 17.000 Teil­neh­me­rIn­nen. Die Ver­an­stal­ter hin­ge­gen berich­ten, 1,3 Mil­lio­nen Men­schen am „Tag der Frei­heit“ auf den Stra­ßen Ber­lins gezählt zu haben. Die­se Kund­ge­bung lös­te der Ver­an­stal­ter jedoch auf, nach­dem gegen ihn Anzei­ge erho­ben wur­de, da er die Hygie­ne­re­geln nicht durch­ge­setzt hat­te. Die Teil­neh­me­rIn­nen zogen zum Bran­den­bur­ger Tor, wo eben­falls eine Kund­ge­bung gegen die Coro­na-Maß­nah­men ange­mel­det war.

Gegen 17 Uhr twit­ter­te die Ber­li­ner Poli­zei, dass sie die Ver­an­stal­tung auf­löst, da weder Mund-Nase-Bede­ckun­gen getra­gen wür­den noch ein Min­dest­ab­stand durch­ge­setzt wür­de. Vor Ort räum­ten sie die Büh­ne, jedoch nicht den Platz. Dem Auf­ruf, gemein­sam zu den Reichs­tags­wie­sen zu zie­hen, folg­ten nur weni­ge, gegen 17:40 trug die Poli­zei letz­te Demons­tran­ten von der Büh­ne.

Breites Spektrum der TeilnehmerInnen – rechte Redner

Der Spie­gel berich­tet unter der Über­schrift „Reg­gae und Pegi­da“ über das brei­te Spek­tum der Demons­tra­ti­ons­teil­neh­me­rIn­nen. Tat­säch­lich demons­trier­ten Impf­geg­ne­rIn­nen neben Men­schen, die sich um Bil­dungs­ge­rech­tig­keit sor­gen, anti­sem­ti­sche Ver­schwö­re­rIn­nen neben „Love Wins“-DemonstrantInnen.

Unab­hän­gig wie links die Teil­neh­men­den sich zu erken­nen gaben, mit den Pegi­da- und Reichs­kriegs­flag­gen hat­ten eben­so weni­ge ein Pro­blem wie mit den Schil­dern, auf denen Mas­ken­pflicht und Juden­ster­ne im Hit­ler­fa­schis­mus ver­gli­chen wur­den.

„The mask is the Nazi Jewish star of the unvac­ci­na­ted“, this pos­ter reads. #b0108 pic​.twit​ter​.com/​j​X​0​C​c​j​C​JBl

— Ben­ja­min Alva­rez (@BenjAlvarez1) August 1, 2020

Das mach­ten sich die Red­ner auf den Laut­spre­cher­wa­gen zunut­ze. Unter ande­rem Micha­el Ball­weg, Initia­tor der Quer­den­ken-Bewe­gung aus Stutt­gart, lob­te die Natur­ver­bun­den­heit und Lie­be unter soge­nann­ten „Aus­stei­gern“.

Haupt­red­ner der Kund­ge­bung war Thors­ten Schul­te. Er ist auch gern gela­de­ner Red­ner auf AfD-Ver­an­stal­tun­gen. Mit der AfD ver­bin­det ihn außer­dem, dass er 2016 gemein­sam mit Bernd Lucke den Ver­ein „Pro Bar­geld – Pro Frei­heit e.V.“ grün­de­te. Auch er stimm­te in den eso­te­ri­schen Ton­fall ein und sprach die Höre­rIn­nen als „Kin­der des Lichts“ an.

„Grundrechte?“ „Eingeschränkt!“

Die ange­kün­dig­te Kri­tik an den Maß­nah­men der Bun­des­re­gie­rung blieb aller­dings aus. Viel­fach for­der­ten Red­ne­rIn­nen den Rück­tritt aller Regie­rungs­mit­glie­der. Kri­ti­ken an kon­kre­ten Maß­nah­men, abge­se­hen von der Mas­ken­tra­ge­pflicht, waren nicht zu hören. Dafür wur­den die Grund­rech­te von einem Laut­spre­cher­wa­gen ver­le­sen, nach jedem Arti­kel ant­wor­te­te die Men­ge mit „Ein­ge­schränkt!“.

Der Bei­trag Min­des­tens 17.000 Men­schen rufen un Ber­lin Ende der Pan­de­mie aus erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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