[labournet:] Sozialverbände dringen auf Deckelung von Eigenanteilen in der Pflege

Dossier

Medizin und Ökonomie“Sozi­al­ver­bän­de drin­gen seit län­ge­rem auf eine Decke­lung der Eigen­an­tei­le in der Pfle­ge – und haben dazu zuletzt eine Peti­ti­on in den Bun­des­tag ein­ge­bracht. Nun hat die­se mit inzwi­schen mehr als 74.000 Unter­stüt­zern das Quo­rum über­schrit­ten, das not­wen­dig ist, damit sich der Peti­ti­ons­aus­schuss im Bun­des­tag mit der Ein­ga­be befasst. Der­zeit müss­ten alle Kos­ten­stei­ge­run­gen, die in Pfle­ge­hei­men anfal­len, allein von den Bewoh­nern über­nom­men wer­den, kri­ti­sier­te die Arbei­ter­wohl­fahrt (AWO) . Ziel der Peti­ti­on sei es, für die ver­si­cher­ten Leis­tungs­be­zie­hen­den der Pfle­ge­ver­si­che­rung einen gesetz­lich defi­nier­ten Höchst­be­trag für die Eigen­an­tei­le zu erstrei­ten, sag­te AWO-Vor­stands­mit­glied Bri­git­te Döcker. Stei­gen­de Pfle­ge­kos­ten müss­ten aus Mit­teln der Pfle­ge­ver­si­che­rung getra­gen wer­den. (…) Gefor­dert wird in dem Antrag der Umbau der Pfle­ge­ver­si­che­rung zu einer Vollversiche­rung ana­log zu den Kran­ken­kas­sen mit Ober­gren­zen für Zuzah­lun­gen der Ver­si­cher­ten. Finan­ziert wer­den könn­te dies über einen Bun­des­zu­schuss aus Steu­er­mit­teln. Zudem wird dis­ku­tiert, dass die Kran­ken­kas­sen die Kos­ten der medi­zi­ni­schen Behand­lungs­pfle­ge auch für Bewoh­ner von Pfle­ge­hei­men über­neh­men. Der VdK begrüß­te, dass die geplan­ten Ent­las­tun­gen für die Ver­si­cher­ten nach dem Wil­len der vier Län­der nicht nur für die sta­tio­nä­re, son­dern auch für die ambu­lan­te Pfle­ge gel­ten sol­len. „Es ist wich­tig, dass wir für glei­che Lebens­ver­hält­nis­se sor­gen“, erklär­te Ben­te­le. Auf jeden Fall sehe der VdK „ange­sichts der dro­hen­den Kos­ten­ex­plo­si­on in der Pfle­ge gro­ßen Hand­lungs­be­darf“ Mel­dung vom 27. März 2019 beim Ärz­te­blatt online externer Link, sie­he dazu:

  • Die Eigen­an­tei­le in der sta­tio­nä­ren Pfle­ge stei­gen wei­ter – und damit der Druck, eine Reform der Pfle­ge­fi­nan­zie­rung end­lich anzu­ge­hen New
    “… Die Pfle­ge­ver­si­che­rung ist eine Teil­leis­tungs­ver­si­che­rung – das bedeu­tet, sie gewährt pau­scha­le Beträ­ge in Abhän­gig­keit vom Pfle­ge­grad, aber unab­hän­gig von den tat­säch­lich anfal­len­den Kos­ten. Wenn die Kos­ten über dem fixier­ten Pau­schal­be­trag aus der Pfle­ge­ver­si­che­rung lie­gen, dann muss der Pfle­ge­be­dürf­ti­ge alle den Leis­tungs­be­trag der Pfle­ge­ver­si­che­rung über­stei­gen­den Kos­ten tra­gen. Zu 100 Pro­zent. Und wenn man sich die Bestands­auf­nah­me die aktu­el­len Eigen­an­tei­le betref­fend anschaut, muss man zur Kennt­nis neh­men, dass die­se neben den Kos­ten für Unter­kunft und Ver­pfle­gung sowie der Inves­ti­ti­ons­kos­ten der Heim­be­trei­ber, die voll­stän­dig auf die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen über­wälzt wer­den, auch ein als „EEE“ (= „Ein­rich­tungs­ein­heit­li­cher Eigen­an­teil“) bezeich­ne­ter Pos­ten auf­taucht, in einer Grö­ßen­ord­nung von immer­hin im Durch­schnitt 39 Pro­zent des gesam­ten Eigen­an­teils der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen, der pfle­ge­be­ding­te Kos­ten abde­cken muss, die nicht mit den Leis­tun­gen aus der Pfle­ge­ver­si­che­rung bestrit­ten wer­den (kön­nen). Die­ser Tat­be­stand mar­kiert ein Par­ti­al­ver­sa­gen der Pfle­ge­ver­si­che­rung, denn als man die Pfle­ge­ver­si­che­rung ein­ge­führt hat, also Anfang der 1990er Jah­re, war die Ziel­vor­stel­lung die, dass die Pfle­ge­ver­si­che­rung die pfle­ge­be­ding­ten Kos­ten (nicht die Gesamt­heim­kos­ten) voll­stän­dig refi­nan­zie­ren soll­te, was in den ers­ten Jah­ren seit 1995 auch der Fall war. Mitt­ler­wei­le sind wir mit dem Befund kon­fron­tiert, dass neben den ande­ren, von den Pfle­ge­be­dürf­ti­gen voll­stän­dig zu tra­gen­den Kos­ten­be­stand­tei­len wie Unter­kunft und Ver­pfle­gung auch ein erheb­li­cher Anteil der pfle­ge­be­ding­ten Kos­ten im enge­ren Sin­ne über den EEE von den Pfle­ge­be­dürf­ti­gen selbst finan­ziert wer­den müs­sen, weil die Leis­tun­gen aus der dafür eigent­lich vor­ge­se­he­nen Pfle­ge­ver­si­che­rung nicht (mehr) aus­rei­chen. (…) Der Groß­teil der gegen­wär­tig vor­lie­gen­den und dis­ku­tier­ten Reform­mo­del­le der Pfle­ge­fi­nan­zie­rung kreist um eine Wei­ter­ent­wick­lung der bestehen­den Pfle­ge­ver­si­che­rung – das reicht dann von einer Erschlie­ßung zusätz­li­cher Finan­zie­rungs­quel­len bis hin zu einem Sys­tem­wech­sel, in einer Neben­li­nie fin­det man auch die immer mit­lau­fen­de For­de­rung nach einer wei­te­ren Pri­va­ti­sie­rung der Pfle­ge­fi­nan­zie­rung und deren Ein­bin­dung in kapi­tal­ge­deck­te Ver­si­che­rungs­va­ri­an­ten (und damit ein­her­ge­hend eben­falls ein Sys­tem­wech­sel im Sin­ne einer Abkehr von der Umla­ge­fi­nan­zie­rung). (…) Sowohl die Pfle­ge­voll­ver­si­che­rung wie übri­gens auch der Über­gang zu einer ech­ten Teil­kas­ko­ver­si­che­rung hät­ten hand­fes­te Fol­gen auf der Leis­tungs­sei­te: Im Vor­feld wäre zu klä­ren, wel­che Leis­tun­gen die Pfle­ge­ver­si­che­rung absi­chern soll, also was unter Berück­sich­ti­gung des Wirt­schaft­lich­keits­ge­bots pfle­ge­risch not­wen­di­ge Leis­tun­gen sind. Das kennt man aus der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung. Ansons­ten, so die Befürch­tung, könn­te es auf der Nachfrage‑, vor allem aber auf der Ange­bots­sei­te zu Inan­spruch­nah­men füh­ren, die über das Maß des Not­wen­di­gen hin­aus­rei­chen. Es bleibt die Fra­ge: Wer bestimmt wie die­ses Maß. In der aktu­el­len Situa­ti­on besteht die Gefahr, dass die Dis­kus­si­on über eine Reform der Pfle­ge­fi­nan­zie­rung auf die „Pflas­ter-Poli­tik“ eines ein­ma­li­gen, güns­ti­gen­falls eines zwar dau­er­haf­ten, aber aus haus­hal­te­ri­schen Grün­den unter­di­men­sio­nier­ten Bun­des­zu­schus­ses ver­engt wird. Damit wür­de viel­leicht etwas mehr Geld in ein ansons­ten wei­ter­be­stehen­des frag­men­tier­tes und aus guten Grün­den kri­ti­sier­tes Sys­tem geben. Die eigent­lich erfor­der­li­che Finan­zie­rungs­dis­kus­si­on steht vor einer dop­pelt schwe­ren Hypo­thek: Zum einen müs­sen die struk­tu­rel­len Umbau­ar­bei­ten im Sin­ne einer Ver­brei­te­rung und zugleich gerech­te­ren Ver­tei­lung der Finan­zie­rungs­las­ten auf die Tages­ord­nung gesetzt wer­den, wie sie im Kon­zept einer Pfle­ge­bür­ger­voll­ver­si­che­rung ange­spro­chen wer­den. Weit­aus bedeut­sa­mer und kaum beach­tet könn­te aber auch argu­men­tiert wer­den, dass es nicht mehr Geld für das bestehen­de Sys­tem geben soll­te, son­dern eine Finanz­re­form müss­te im Blick haben, wie man das Gesamt­sys­tem Pfle­ge mit einer kla­ren sozi­al­räum­li­chen Aus­rich­tung auf der kom­mu­na­len Ebe­ne und damit deren Stär­kung wei­ter­ent­wi­ckeln kann.” Arti­kel vom 1. August 2020 von und bei Ste­fan Sell externer Link, sie­he auch:
    • Eigen­an­tei­le für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge im Heim stei­gen im Schnitt auf mehr als 2000 Euro
      Pfle­ge­be­dürf­ti­ge kommt die Betreu­ung im Heim immer teu­rer zu ste­hen. Im bun­des­wei­ten Schnitt stie­gen die selbst zu zah­len­den Antei­le jetzt über die Mar­ke von 2000 Euro im Monat, wie aus Daten des Ver­bands der Ersatz­kas­sen mit Stand 1. Juli her­vor­geht. Dem­nach sind nun durch­schnitt­lich 2015 Euro fäl­lig und damit 124 Euro mehr als Mit­te 2019. Es gibt aber wei­ter­hin regio­na­le Unter­schie­de. Im Ver­gleich der Bun­des­län­der am teu­ers­ten blei­ben Heim­plät­ze in Nord­rhein-West­fa­len mit nun durch­schnitt­lich 2405 Euro. Dage­gen ist die Belas­tung in Sach­sen-Anhalt mit 1436 Euro am nied­rigs­ten. Kran­ken­kas­sen und Pati­en­ten­schüt­zer drin­gen auf eine Finanz­re­form. In den Sum­men ist zum einen der Eigen­an­teil für die rei­ne Pfle­ge und Betreu­ung ent­hal­ten. Denn die Pfle­ge­ver­si­che­rung trägt – anders als die Kran­ken­ver­si­che­rung – nur einen Teil der Kos­ten. Für Heim­be­woh­ner kom­men dane­ben aber noch Kos­ten für Unter­kunft, Ver­pfle­gung und auch für Inves­ti­tio­nen in den Ein­rich­tun­gen dazu. Der Eigen­an­teil allein für die rei­ne Pfle­ge stieg nun im bun­des­wei­ten Schnitt auf 786 Euro im Monat, nach­dem es zum 1. Juli 2019 noch 693 Euro gewe­sen waren. (…) Die Che­fin des Ver­ban­des der Ersatz­kas­sen (vdek), Ulri­ke Els­ner, for­der­te, das Pro­blem in einer Pfle­ge­re­form anzu­ge­hen. Eine kurz­fris­tig umsetz­ba­re Lösungs­mög­lich­keit wäre, die Leis­tungs­be­trä­ge der Pfle­ge­ver­si­che­rung ein­ma­lig anzu­he­ben, sag­te sie der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Das könn­te etwa Mehr­kos­ten durch höhe­re Tarif­löh­ne in Hei­men aus­glei­chen. Die Län­der müss­ten end­lich die Inves­ti­ti­ons­kos­ten über­neh­men…” RND/d­pa-Mel­dung vom 31.07.2020 externer Link
  • 110 Euro mehr: Zuzah­lun­gen für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge im Heim stei­gen wei­ter 
    “… Pfle­ge im Heim wird immer teu­rer. Die Eigen­an­tei­le, die Pfle­ge­be­dürf­ti­ge und ihre Fami­li­en aus eige­ner Tasche zah­len müs­sen, stie­gen wei­ter auf nun 1940 Euro im Monat im bun­des­wei­ten Schnitt. Das sind 110 Euro mehr als Anfang 2019, wie aus Daten des Ver­bands der Ersatz­kas­sen (vdek) mit Stand 1. Janu­ar 2020 her­vor­geht. Es gibt jedoch nach wie vor gro­ße regio­na­le Unter­schie­de. Am teu­ers­ten blei­ben Heim­plät­ze in Nord­rhein-West­fa­len mit nun durch­schnitt­lich 2357 Euro. Am nied­rigs­ten sind die Zuzah­lun­gen mit 1359 Euro in Sach­sen-Anhalt. Pati­en­ten­schüt­zer drin­gen auf bal­di­ge Ent­las­tun­gen. (…) Der Eigen­an­teil allein für die rei­ne Pfle­ge stieg nun im bun­des­wei­ten Schnitt auf 731 Euro im Monat, nach­dem es zum 1. Janu­ar 2019 noch 655 Euro gewe­sen waren. (…) Die Deut­sche Stif­tung Pati­en­ten­schutz warn­te, die Eigen­an­tei­le in den Hei­men stie­gen rasant und unauf­hör­lich, wäh­rend die Leis­tun­gen aus der Pfle­ge­ver­si­che­rung seit Jah­ren kon­stant blie­ben. (…) In der Debat­te um die Zukunft der Pfle­ge-Finan­zie­rung gibt es schon diver­se Vor­stö­ße – und das Pro­blem wird eher noch grö­ßer. (…) Die Vor­schlä­ge rei­chen von Bun­des­zu­schüs­sen bis zur Sen­kung oder Begren­zung der Eigen­an­tei­le. Mög­lich wären außer­dem höhe­re Bei­trä­ge. Spahn hat signa­li­siert, dass er mehr Plan­bar­keit und Ver­läss­lich­keit bei den Eigen­an­tei­len will und vor allem lang­fris­tig Pfle­ge­be­dürf­ti­ge ent­las­ten möch­te. For­de­run­gen nach einer Voll­ver­si­che­rung für die kom­plet­ten Pfle­ge­kos­ten hat er abge­lehnt…” Mel­dung vom 19. Febru­ar 2020 bei der Frank­fur­ter Rund­schau online externer Link, sie­he dazu auch:
  • Eigen­an­tei­le für Pfle­ge­heim könn­ten noch schnel­ler stei­gen 
    “… Ohne das Ein­grei­fen der Poli­tik könn­ten die Eigen­an­tei­le für ein Pfle­ge­heim in den kom­men­den Jah­ren noch schnel­ler stei­gen als bis­her ange­nom­men. Ver­di-Vor­stands­mit­glied Syl­via Büh­ler sag­te am Mon­tag, ein bis­her von Gesund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) unter Ver­schluss gehal­te­nes Gut­ach­ten kom­me nach ihren Infor­ma­tio­nen zu dem Ergeb­nis, dass die Hei­me per­so­nell chro­nisch unter­be­setzt sei­en und die Zahl der Beschäf­tig­ten um gut 30 Pro­zent stei­gen müss­te. Das wäre ein Bedarf von 200.000 zusätz­li­chen Stel­len, was rund zehn Mil­li­ar­den Euro kos­ten wür­de. Dazu kom­men Mehr­aus­ga­ben in Höhe von bis zu fünf Mil­li­ar­den Euro durch die von der gro­ßen Koali­ti­on geplan­te Ein­füh­rung flä­chen­de­cken­der Tarif­ver­trä­ge in der Alten­pfle­ge. (…) Die Bereit­schaft in der Uni­on, ange­sichts der schwä­cheln­den Kon­junk­tur die Bei­trä­ge zur Pfle­ge­ver­si­che­rung anzu­he­ben und damit die Lohn­ne­ben­kos­ten stei­gen zu las­sen, gilt jedoch nicht als beson­ders hoch. Des­halb wird Spahns eher zöger­li­ches Han­deln als Ver­such gewer­tet, das The­ma auf die lan­ge Bank zu schie­ben. Fort­schrit­te gibt es hin­ge­gen bei der Fra­ge flä­chen­de­cken­der Tarif­löh­ne in der Alten­pfle­ge. Sowohl Ver­di-Vor­stands­mit­glied Büh­ler als auch AWO-Chef Stad­ler berich­te­ten, ein Abschluss wer­de noch in die­sem Jahr ange­strebt. Geplant ist, dass die­ser Tarif­ver­trag anschlie­ßend von Arbeits­mi­nis­ter Huber­tus Heil (SPD) für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt wird und damit für die gesam­te Bran­che gilt. Am Ver­hand­lungs­tisch sit­zen Ver­di und ein neu gegrün­de­ter Pfle­ge-Arbeit­ge­ber­ver­band, in dem ver­schie­de­ne Wohl­fahrts­or­ga­ni­sa­tio­nen orga­ni­siert sind. Auch die kirch­li­chen Trä­ger sind betei­ligt. Sinn und Zweck die­ses Vor­ge­hens ist, den bereits bestehen­de Bun­des­ver­band pri­va­ter Anbie­ter sozia­ler Diens­te (bpa) zu umge­hen, der den Abschluss von Tarif­ver­trä­gen kate­go­risch aus­schließt.” Bei­trag von Tim Szent-Ivanyi vom 25. Novem­ber 2019 beim RND externer Link
  • AWO, Dia­ko­nie, ver.di und Ange­hö­ri­gen­ver­tre­ter for­dern Wei­ter­ent­wick­lung der Pfle­ge­ver­si­che­rung – Begren­zung der Eigen­an­tei­le der pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen not­wen­dig
    “Spit­zen­ver­tre­te­rin­nen und Spit­zen­ver­tre­ter der Arbei­ter­wohl­fahrt (AWO), der Dia­ko­nie Deutsch­land, der Ver­ein­ten Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) und einer Ange­hö­ri­gen­in­itia­ti­ve haben am heu­ti­gen Mon­tag (25. Novem­ber 2019) in der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz in Ber­lin eine Wei­ter­ent­wick­lung der Pfle­ge­ver­si­che­rung ange­mahnt. Die­se müs­se drin­gend auf die poli­ti­sche Tages­ord­nung. Syl­via Büh­ler, Mit­glied im ver.di-Bundesvorstand: „Arbei­ten in der Alten­pfle­ge muss attrak­ti­ver wer­den. Die Beschäf­tig­ten brau­chen gute Arbeits­be­din­gun­gen, vor allem mehr Per­so­nal und eine ange­mes­se­ne Ver­gü­tung für die­se ver­ant­wor­tungs­vol­le und oft auch kör­per­lich und emo­tio­nal anstren­gen­de Arbeit. Die meis­ten kom­mer­zi­el­len Anbie­ter ver­wei­gern Tarif­ver­trä­ge. Wir wol­len wie­der Gemein­wohl statt Hedge­fonds, die auf Kos­ten der zu pfle­gen­den Men­schen und der Beschäf­tig­ten hohe Pro­fi­te machen. Die Poli­tik hat die Alten­pfle­ge dem wirt­schaft­li­chen Wett­be­werb aus­ge­setzt; des­halb ist die Poli­tik auch in der Ver­ant­wor­tung, die unsäg­li­che Ent­wick­lung zu stop­pen und die Beschäf­tig­ten vor Aus­beu­tung zu schüt­zen.“ Wolf­gang Stad­ler, Vor­sit­zen­der des Vor­stan­des des AWO-Bun­des­ver­ban­des: „Schon heu­te lei­det die Pfle­ge­bran­che unter einem aku­ten Fach­kräf­te­man­gel. Vie­le jun­ge Men­schen sehen ihre Zukunft nicht in der Pfle­ge, weil sozia­le Beru­fe in Wert­schät­zung und Bezah­lung weit abge­hängt sind. (…) “Maria Lohei­de, Vor­stand Sozi­al­po­li­tik der Dia­ko­nie Deutsch­land: „Die Pfle­ge­ver­si­che­rung muss refor­miert wer­den. (…) Die Pfle­ge­ver­si­che­rung muss (…) zu einer bedarfs­de­cken­den Sozi­al­ver­si­che­rung aus­ge­baut wer­den.” Klaus Hom­mel, Ange­hö­ri­gen­in­itia­ti­ve „Eigen­an­tei­le der Pfle­ge­kos­ten in Senio­ren­hei­men sen­ken“: „ (…) Wir wol­len, dass die Eigen­an­tei­le der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen sofort gesenkt und mit­tel­fris­tig durch eine Pfle­ge­bür­ger­voll­ver­si­che­rung abge­schafft wer­den…“ ver.di-Pressemitteilung vom 25. Novem­ber 2019 externer Link
  • [Ange­hö­ri­gen-Ent­las­tungs­ge­setz] Bun­des­tag ent­las­tet Kin­der pfle­ge­be­dürf­ti­ger Eltern 
    “Der Bun­des­tag hat am Don­ners­tag, 7. Novem­ber 2019, das Ange­hö­ri­gen-Ent­las­tungs­ge­setz der Bun­des­re­gie­rung (…) mit den Stim­men von CDU/​CSU, SPD und Bünd­nis 90/​Die Grü­nen bei Ent­hal­tung der AfD, der FDP und der Lin­ken beschlos­sen. (…) Das Gesetz sieht vor, die Unter­halts­her­an­zie­hung von Eltern und Kin­dern mit einem jewei­li­gen Jah­res­brut­to­ein­kom­men von bis zu ein­schließ­lich 100.000 Euro in der Sozi­al­hil­fe aus­zu­schlie­ßen. Das bedeu­tet, dass auf das Ein­kom­men der Kin­der von pfle­ge­be­dürf­ti­gen Eltern, die die soge­nann­te Hil­fe zur Pfle­ge erhal­ten, erst ab einer Höhe ab 100.000 Euro zurück­ge­grif­fen wer­den kann. Umge­kehrt gilt dies auch für Eltern mit voll­jäh­ri­gen, pfle­ge­be­dürf­ti­gen Kin­dern. Der Nach­rang­grund­satz der Sozi­al­hil­fe wird damit erheb­lich ein­ge­schränkt. Gleich­zei­tig wird die Beschrän­kung des Unter­halts­rück­griffs auch auf die ande­ren Leis­tun­gen des SGB XII (Zwölf­tes Buch Sozi­al­ge­setz­buch) aus­ge­dehnt, soweit kei­ne min­der­jäh­ri­gen Kin­der betrof­fen sind. Die Begren­zung des Unter­halts­rück­griffs gilt fer­ner auch in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe nach dem SGB IX (Neun­tes Buch Sozi­al­ge­setz­buch) durch einen Ver­zicht auf Eltern­bei­trä­ge bei voll­jäh­ri­gen Leis­tungs­be­zie­hern. So soll ver­mie­den wer­den, dass die aus dem SBG XII her­aus­ge­lös­te neue Ein­glie­de­rungs­hil­fe für Men­schen mit Behin­de­run­gen gegen­über Leis­tun­gen der Sozi­al­hil­fe schlech­ter­ge­stellt wird. Dar­über hin­aus ent­hält das Gesetz Vor­ga­ben, um die Teil­ha­be von Men­schen mit Behin­de­run­gen zu ver­bes­sern. Die­se erhal­ten, sofern sie im Ein­gangs­ver­fah­ren oder Berufs­bil­dungs­be­reich einer Werk­statt für behin­der­te Men­schen tätig sind, künf­tig auch einen Anspruch auf Leis­tun­gen der Grund­si­che­rung im Alter und bei Erwerbs­min­de­rung. Außer­dem wird die Pro­jekt­för­de­rung für eine unab­hän­gi­ge Teil­ha­be­be­ra­tung dau­er­haft sicher­ge­stellt. Men­schen, die in Werk­stät­ten für behin­der­te Men­schen arbei­ten, wer­den künf­tig mit einem Bud­get für Aus­bil­dung geför­dert. Antrag der Grü­nen abge­lehnt – Die Grü­nen woll­ten, dass in den Sozi­al­ge­setz­bü­chern die Vor­schrif­ten abge­schafft wer­den, die Behin­der­te dis­kri­mi­nie­ren. Auch soll­ten Sank­tio­nen für Trä­gen von Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­men ein­ge­führt wer­den, die die Ver­fah­rens­vor­schrif­ten der Sozi­al­ge­setz­bü­cher nicht ein­hal­ten. Gefor­dert wur­de auch die Ein­füh­rung einer recht­li­chen Assis­tenz im Zivil­recht, die eine recht­li­che Betreu­ung über­flüs­sig macht und die Besei­ti­gung der Hür­den in der poli­ti­schen Par­ti­zi­pa­ti­on. Im Bun­des­teil­ha­be­ge­setz soll­te außer­dem ein unein­ge­schränk­tes Wunsch- und Wahl­recht im Hin­blick auf die Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen und den Ort ihrer Erbrin­gung ein­ge­führt wer­den…” Mel­dung des Deut­schen Bun­des­tags vom 8. Novem­ber 2019 externer Link mit Video und Links zu den dazu­ge­hö­ri­gen Bun­des­tags­druck­sa­chen. Sie­he dazu aber auch:
    • ver.di for­dert Sofort­maß­nah­men bei der Pfle­ge­ver­si­che­rung – Dilem­ma zwi­schen bes­se­ren Löh­nen und stei­gen­den Eigen­an­tei­len muss auf­ge­löst wer­den 
      “Anläss­lich der am Mon­tag (11. Novem­ber) statt­fin­den­den Son­der­sit­zung der Gesundheitsminister/​innen der Län­der und des Bun­des bekräf­tigt die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) ihre For­de­rung nach Sofort­maß­nah­men bei der Pfle­ge­ver­si­che­rung und der Ein­lei­tung eines Sys­tem­wech­sels zu einer Pfle­ge­bür­ger­voll­ver­si­che­rung. „Es muss end­lich das Dilem­ma auf­ge­löst wer­den, dass bei jeder Tarif­er­hö­hung der Beschäf­tig­ten und der drin­gend erfor­der­li­chen bes­se­ren Per­so­nal­aus­stat­tung der Eigen­an­teil steigt, den Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner von Pfle­ge­ein­rich­tun­gen für pfle­ge­be­ding­te Leis­tun­gen zah­len müs­sen“, for­der­te Syl­via Büh­ler, Mit­glied im ver.di-Bundesvorstand. „Pfle­ge­be­dürf­tig­keit darf nicht arm machen, des­halb muss jetzt drin­gend als Sofort­maß­nah­me die Begren­zung des Eigen­an­teils auf den Weg gebracht wer­den.“ Zudem sei die Auf­lö­sung des Pfle­ge­vor­sor­ge­fonds ange­zeigt; dadurch stün­den jähr­lich zusätz­li­che Mit­tel in Höhe von mehr als 1,4 Mil­li­ar­den Euro zur Ver­fü­gung, die für eine bes­se­re Ver­sor­gung genutzt wer­den könn­ten. Wei­te­re Mit­tel könn­ten gene­riert wer­den durch die rich­ti­ge Zuord­nung der Behand­lungs­pfle­ge in sta­tio­nä­ren Ein­rich­tun­gen zur Kran­ken­ver­si­che­rung und einen Bun­des­zu­schuss für ver­si­che­rungs­frem­de Leis­tun­gen, etwa für die sozia­le Siche­rung pfle­gen­der Ange­hö­ri­ger…” ver.di-Pressemitteilung vom 10. Novem­ber 2019 externer Link
    • Städ­te­tag for­dert Aus­gleich für hohe Kos­ten durch Pfle­ge-Gesetz
      “… Für die Städ­te als Trä­ger der Sozi­al­hil­fe könn­te das neue Gesetz Mehr­kos­ten von jähr­lich einer hal­ben Mil­li­ar­de Euro ver­ur­sa­chen. Das will der Städ­te­tag nicht so ein­fach hin­neh­men. Der Deut­sche Städ­te­tag rech­net durch das neue Gesetz zur Ent­las­tung der Ange­hö­ri­gen Pfle­ge­be­dürf­ti­ger mit Mehr­kos­ten von jähr­lich 500 Mil­lio­nen Euro für die Städ­te und for­dert einen ent­spre­chen­den Aus­gleich. Die­ser sei gesetz­lich bis­her nicht vor­ge­se­hen, sag­te Hel­mut Dedy, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Deut­schen Städ­te­ta­ges, dem Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND/​Freitag). Nach­ge­wie­se­ne Mehr­be­las­tun­gen müss­ten den Kom­mu­nen voll­stän­dig aus­ge­gli­chen wer­den. Es sei gut, „dass die Koali­ti­ons­frak­tio­nen zusätz­lich for­dern, dass der Bund die Kos­ten­ent­wick­lung für die Kom­mu­nen bis 2025 eva­lu­ie­ren muss“. (…) Die Grü­nen wol­len den Pfle­ge-Eigen­an­teil für Heim­be­woh­ner bei deut­lich unter­halb von 690 Euro monat­lich deckeln. „Pfle­ge­be­dürf­tig­keit wird immer mehr zu einem Armuts­ri­si­ko in Deutsch­land. Davor haben vie­le Men­schen Angst“, sag­te Grü­nen-Frak­ti­ons­chefin Kat­rin Göring-Eck­hardt dem RND (Frei­tag). In einem Antrag, der an die­sem Frei­tag im Bun­des­tag bera­ten wer­den soll und dem RND vor­liegt, for­dern die Grü­nen eine „dop­pel­te Pfle­ge­ga­ran­tie“ – für Heim­be­woh­ner und für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge daheim…” Mel­dung vom 8. Novem­ber 2019 bei der FAZ online externer Link
  • Eigen­an­tei­le stür­zen Pfle­ge­be­dürf­ti­ge in die Armut – Die Sozia­le Pfle­ge­ver­si­che­rung muss grund­le­gend refor­miert wer­den 
    “… Pfle­ge­be­dürf­ti­ge zah­len für ihre Betreu­ung hor­ren­de Prei­se. Aktu­ell wer­den mehr als 1900 Euro pro Monat für einen Platz im Pfle­ge­heim fäl­lig. Damit sind die Kos­ten inner­halb weni­ger Mona­te um 110 Euro gestie­gen. Dass sich sol­che Sum­men nur weni­ge Pfle­ge­be­dürf­ti­ge leis­ten kön­nen und sehr vie­le in die Armut stür­zen, liegt auf der Hand. Es ver­wun­dert nicht, dass rund ein Drit­tel aller Pfle­ge­heim­be­woh­ner Sozi­al­hil­fe bezie­hen. Ange­sichts sol­cher Zustän­de muss der dra­ma­ti­sche Anstieg der Eigen­an­tei­le gestoppt wer­den, also der Kos­ten, die Pfle­ge­be­dürf­ti­ge aus eige­ner Tasche für ihre Pfle­ge zah­len müs­sen. Hier­für muss zum einen die Sozia­le Pfle­ge­ver­si­che­rung refor­miert wer­den. In ihrem jet­zi­gen Zuschnitt deckt sie nur einen Teil der Kos­ten in der Pfle­ge ab. Dem­ge­gen­über brau­chen wir eine Umwan­de­lung der Pfle­ge­ver­si­che­rung in eine Pfle­ge­voll­ver­si­che­rung, die alle pfle­ge­be­ding­ten Kos­ten abdeckt. Gleich­zei­tig müs­sen auch die Län­der und Kom­mu­nen in die Pflicht genom­men wer­den, sich stär­ker als bis­her an den Inves­ti­ti­ons­kos­ten zu betei­li­gen. Die der­zeit von den Pfle­ge­be­dürf­ti­gen zu tra­gen­den Inves­ti­ti­ons­kos­ten haben fast die Höhe der pfle­ge­be­ding­ten Eigen­an­tei­le erreicht. Hier braucht es glei­che Rege­lun­gen wie bei den Inves­ti­ti­ons­kos­ten der Kran­ken­häu­ser. Um die Kom­mu­nen nicht zu über­for­dern, wären hier auch Steu­er­mit­tel des Bun­des ein­setz­bar. (…) Eine Pfle­ge­voll­ver­si­che­rung muss wider­spie­geln, dass Pfle­ge alle angeht und eine Gemein­schafts­auf­ga­be ist. Dass der Ver­si­che­rungs­bei­trag kaum höher als heu­te aus­fal­len wür­de, hat der Bre­mer Gesund­heits­öko­no­men Heinz Roth­gang für die Hans-Böck­ler-Stif­tung aus­ge­rech­net…” Gast­bei­trag von Vere­na Ben­te­le, Prä­si­den­tin des Sozi­al­ver­bands VdK Deutsch­land, vom 28. Okto­ber 2019 bei der Frank­fur­ter Rund­schau online externer Link
  • [Stu­die] Schutz vor Armut im Pfle­ge­fall 
    “… Vie­len pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen und ihren Ange­hö­ri­gen droht ein erheb­li­ches Armuts­ri­si­ko. Eine Pfle­ge­voll­ver­si­che­rung, die alle Pfle­ge­leis­tun­gen bezahlt, könn­te für Ent­las­tung sor­gen. Ob das lang­fris­tig zu finan­zie­ren ist und was dies für die Bei­trags­zah­ler bedeu­tet, hat der Gesund­heits­öko­nom Heinz Roth­gang in einer von der Hans-Böck­ler-Stif­tung geför­der­ten Stu­die anhand meh­re­rer Rechen­sze­na­ri­en unter­sucht. Dabei zeigt sich: Eine Pfle­ge­ver­si­che­rung, die als Bür­ger­ver­si­che­rung gestal­tet wird, wür­de die finan­zi­el­le Belas­tung pfle­ge­be­dürf­ti­ger Men­schen deut­lich redu­zie­ren bei über­schau­ba­ren zusätz­li­chen Kos­ten für die gro­ße Mehr­heit der Ver­si­cher­ten und der Arbeit­ge­ber. (…) Bei einer Umstel­lung auf die voll­stän­di­ge Über­nah­me der Pfle­ge­kos­ten in einer Bür­ger­ver­si­che­rung müss­ten gesetz­lich Ver­si­cher­te der Stu­die zufol­ge durch­schnitt­lich gut fünf Euro im Monat mehr bezah­len als bei einer Fort­set­zung der heu­ti­gen Sozia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung (SPV), im Jahr rund 65 Euro. Der zusätz­li­che Bei­trag der Arbeit­ge­ber läge bei durch­schnitt­lich 25 Euro im Jahr, berech­net der Wis­sen­schaft­ler von der Uni­ver­si­tät Bre­men. Die Bei­trags­stei­ge­run­gen wären für Men­schen mit nied­ri­gem und mitt­le­rem Ein­kom­men gerin­ger als für Ver­si­cher­te mit hohem Ein­kom­men. Nur zehn Pro­zent der gesetz­lich Ver­si­cher­ten wür­de eine Voll-Absi­che­rung pro Jahr mehr als 100 Euro zusätz­lich kos­ten. Dabei han­delt es sich um die ein­kom­mens­stärks­ten Haus­hal­te. Sie haben neben höhe­ren Erwerbs­ein­kom­men nen­nens­wer­te Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen, Ver­mie­tung oder Gewer­be­be­trie­ben. Bei einer Bür­ger­ver­si­che­rung wären auf die­se Ein­kom­men Bei­trä­ge fäl­lig, was bis­lang nur für Arbeits­ein­kom­men gilt. Zudem hat der For­scher im durch­ge­rech­ne­ten Sze­na­rio die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze auf das Niveau der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung im Wes­ten ange­ho­ben. Somit wür­den die Pfle­ge­bei­trä­ge bei einem Jah­res-Brut­to­ein­kom­men von 76200 Euro gekappt und nicht schon bei 52200 Euro. Auch die­je­ni­gen, die heu­te in der Pri­va­ten Pfle­ge­ver­si­che­rung (PPV) eben­falls nur eine Teil-Absi­che­rung haben, wür­den von den erwei­ter­ten Leis­tun­gen der Bür­ger-Voll­ver­si­che­rung pro­fi­tie­ren…” Bei­trag aus Böck­ler Impuls Aus­ga­be 15/​2019 externer Link mit Link zur Stu­die “Die Pfle­ge­bür­ger­ver­si­che­rung als Voll­ver­si­che­rung” von Heinz Roth­gang und Domi­nik Dom­hoff vom Sep­tem­ber 2019
  • Die Bun­des­re­gie­rung will die Ange­hö­ri­gen von Pfle­ge­be­dürf­ti­gen ent­las­ten. Eine gute Sache. Wie immer ist es dann aber etwas kom­pli­zier­ter 
    End­lich kann man mal posi­ti­ve Nach­rich­ten unters Volk brin­gen. Die Ange­hö­ri­gen von Pfle­ge­be­dürf­ti­gen sol­len ent­las­tet wer­den. Die Bun­des­re­gie­rung hat dazu ein „Ange­hö­ri­gen-Ent­las­tungs­ge­setz“ auf den par­la­men­ta­ri­schen Weg gebracht. Der „Ent­wurf eines Geset­zes zur Ent­las­tung unter­halts­ver­pflich­te­ter Ange­hö­ri­ger in der Sozi­al­hil­fe und in der Ein­glie­de­rungs­hil­fe (Ange­hö­ri­gen-Ent­las­tungs­ge­setz)“ wur­de als Bun­des­tags-Druck­sa­che 19/​13399 externer Link vom 23.09.2019 im Bun­des­tag behan­delt und zur wei­te­ren Bera­tung in den feder­füh­ren­den Aus­schuss für Arbeit und Sozia­les über­wie­sen (…) Das kommt bei vie­len erst ein­mal gut an: »Kön­nen die Betrof­fe­nen die Kos­ten nicht selbst stem­men, müs­sen Ange­hö­ri­ge ein­sprin­gen. Für vie­le Älte­re ist die Vor­stel­lung ein Graus, sie könn­ten ihren Kin­dern „zur Last fal­len“. Die wie­der­um müs­sen oft erheb­li­che Bei­trä­ge auf­brin­gen. Das kann Fami­li­en bis an den Rand der finan­zi­el­len Belast­bar­keit füh­ren … Die Bun­des­re­gie­rung geht die­ses Pro­blem jetzt an (…) Wie immer in den Tie­fen und Untie­fen der Sozi­al­po­li­tik muss man genau­er hin­schau­en. Dazu muss man sich in einem ers­ten Schritt ver­ge­gen­wär­ti­gen, wie die der­zei­ti­ge Finan­zie­rung der sta­tio­nä­ren Pfle­ge auf­ge­stellt ist. Es gibt tat­säch­lich immer noch vie­le Men­schen, die glau­ben, dass die Pfle­ge­ver­si­che­rung die Kos­ten oder den größ­ten Teil der Kos­ten bei einer Unter­brin­gung in einem Pfle­ge­heim über­nimmt. Dem ist aber nicht so. (…) Auch wenn nun aller­or­ten die Ent­las­tung „der“ Ange­hö­ri­gen beschwo­ren wird – es han­delt sich nicht nur um eine rela­tiv klei­ne Grup­pe, die ange­sichts der bestehen­den Rege­lun­gen mit den Frei­be­trä­gen und Ein­kom­mens­gren­zen zur Mit­fi­nan­zie­rung der Pfle­ge­kos­ten ihrer Eltern her­an­ge­zo­gen wer­den, son­dern logi­scher­wei­se geht es um Per­so­nen, die über rela­tiv hohe Ein­kom­men ver­fü­gen. Natür­lich kann man auch die ent­las­ten wol­len – aber an dem Grund­pro­blem für die eigent­lich Betrof­fe­nen, näm­lich die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen, ändert das gar nichts…” Bei­trag vom 27. Sep­tem­ber 2019 von und bei Ste­fan Sell externer Link
  • 1930 Euro – pro Monat: Pfle­ge­be­dürf­ti­ge müs­sen immer mehr selbst zah­len 
    “… Pfle­ge­be­dürf­ti­ge müs­sen für einen Heim­platz immer mehr aus eige­ner Tasche dazu zah­len. Seit Okto­ber 2018 sei die Eigen­be­tei­li­gung im Bun­des­durch­schnitt um mehr als 110 Euro auf nun­mehr fast 1930 Euro im Monat gestie­gen, berich­ten die Zei­tun­gen des “Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land”. Quel­le ist eine Aus­wer­tung der “Pfle­ge­da­ten­bank” des Ver­ban­des der pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV). Der Anstieg betra­ge mehr als sechs Pro­zent. Als Haupt­ur­sa­che gel­ten dem Bericht zufol­ge Lohn­er­hö­hun­gen für das Pfle­ge­per­so­nal. (…) Pfle­ge­be­dürf­ti­ge müs­sen einen Eigen­an­teil leis­ten, weil die gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung – anders als die Kran­ken­ver­si­che­rung – nur einen Teil der Kos­ten trägt. Ent­hal­ten sind Kos­ten für die eigent­li­che Pfle­ge sowie für Inves­ti­tio­nen, Unter­kunft und Ver­pfle­gung. Dass die Belas­tun­gen unter­schied­lich hoch sind liegt an regio­nal unter­schied­li­chen Löh­nen und Vor­ga­ben für die Per­so­nal­aus­stat­tung. Bis­her wur­den oft die Kin­der zur Kas­se gebe­ten, wenn Pfle­ge­be­dürf­ti­ge die Heim­kos­ten nicht zah­len kön­nen. Zwar springt zunächst das Sozi­al­amt ein, wenn Betrof­fe­ne die Heim­kos­ten nicht zah­len kön­nen. Aber in vie­len Fäl­len holt sich die Behör­de das Geld zumin­dest teil­wei­se von den Ange­hö­ri­gen zurück. Dies soll sich bald ändern. Nur wer mehr als 100.000 Euro brut­to im Jahr ver­dient, soll nach den Plä­nen der Bun­des­re­gie­rung in Zukunft noch finan­zi­ell her­an­ge­zo­gen wer­den.” Bei­trag vom 24. Sep­tem­ber 2019 beim Spie­gel online externer Link
  • Pfle­ge macht arm: 60.000 Heim­be­woh­ner in NRW auf Sozi­al­hil­fe ange­wie­sen 
    Immer mehr Pfle­ge­be­dürf­ti­ge gera­ten durch eine sta­tio­nä­re Heim­un­ter­brin­gung in exis­ten­zi­el­le Nöte. In NRW sind inzwi­schen mehr als 60.000 Heim­be­woh­ner bei der Finan­zie­rung ihrer Heim­plät­ze auf Sozi­al­hil­fe ange­wie­sen. Und die­se Zahl stei­ge wei­ter, sagt der Sozi­al­ver­band VdK. Hin­ter­grund: Die durch­schnitt­li­che Zuzah­lung bei der Heim­un­ter­brin­gung lie­ge mit 2.252 Euro pro Monat in NRW so hoch wie in kei­nem ande­ren Bun­des­land. Der bun­des­wei­te Durch­schnitt beträgt 1.830 Euro. Dass die Heim­kos­ten in NRW so hoch sei­en, lie­ge unter ande­rem an der Höhe der Inves­ti­ti­ons­kos­ten in den oft bereits sehr alten Immo­bi­li­en, aber auch an der gefor­der­ten Ein­zel­zim­mer-Quo­te. In NRW sind Pfle­ge­hei­me gesetz­lich ver­pflich­tet, 80 Pro­zent ihrer Pfle­ge­plät­ze in Ein­zel­zim­mern anzu­bie­ten. (…) Der VdK for­de­re des­halb eine Decke­lung der Eigen­an­tei­le bei der Heim­un­ter­brin­gung und die Ein­füh­rung einer Pfle­ge­voll­ver­si­che­rung, ähn­lich der Kran­ken­ver­si­che­rung. Zur Finan­zie­rung einer Pfle­ge­voll­ver­si­che­rung sei­en Steu­er­zu­schüs­se not­wen­dig. „Des­halb schla­gen wir Ände­run­gen in der deut­schen und euro­päi­schen Steu­er­po­li­tik vor – wie zum Bei­spiel die Ein­füh­rung einer Digi­tal- und einer Finanz­trans­ak­ti­ons­steu­er.” (…) Die drit­te For­de­rung des VdK: Die medi­zi­ni­sche Behand­lungs­pfle­ge in Pfle­ge­hei­men müs­se von den Pfle­ge­kos­ten getrennt und von der Kran­ken­ver­si­che­rung finan­ziert wer­den. „Das ist sys­tem­ge­recht und bedeu­tet eine finan­zi­el­le Ent­las­tung der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen”, so der VdK-Lan­des­chef…” Arti­kel von Lothar Schma­len vom 09.08.2019 bei der Lip­pi­schen Lan­des-Zei­tung online externer Link – beim VdK NRW (noch?) nicht zu fin­den…
  • Spahn blo­ckiert Pfle­ge­re­form. Bun­des­rats­in­itia­ti­ve zur Decke­lung des Eigen­an­teils von Hil­fe­be­dürf­ti­gen geschei­tert. SPD for­dert Steu­er­zu­schüs­se für Ver­si­che­rung 
    Die Pfle­ge­ver­si­che­rung bleibt ein Zank­ap­fel. Am Frei­tag lag dem Bun­des­rat ein Ent­schlie­ßungs­an­trag der Län­der Ham­burg, Ber­lin, Bre­men und Schles­wig-Hol­stein vor, der im Kern dar­auf zielt, den Eigen­an­teil von Pfle­ge­be­dürf­ti­gen an den Kos­ten ihrer Ver­sor­gung zu deckeln. Die­ser Vor­stoß läuft auf eine radi­ka­le Sys­tem­um­kehr hin­aus: Bis­her sind die Leis­tun­gen der Ver­si­che­rer begrenzt, wäh­rend die für Betrof­fe­ne bzw. ihre Ange­hö­ri­gen anfal­len­den Mehr­aus­ga­ben nach oben offen sind. Am Mon­tag hat­te auch die Bun­des-SPD in einem ein­stim­mig gefass­ten Par­tei­vor­stands­be­schluss für einen »grund­le­gen­den Wech­sel« plä­diert und dafür Zuspruch durch die gro­ßen Sozi­al­ver­bän­de erhal­ten. Dazu gab es sei­tens der zustän­di­gen Aus­schüs­se im Bun­des­rat eine par­tei­über­grei­fen­de Auf­for­de­rung, die Bun­des­re­gie­rung sol­le gemein­sam mit den Län­dern die Finan­zie­rungs­sys­te­ma­tik der Pfle­ge­ver­si­che­rung ändern. Dar­aus wird vor­erst nichts. Nicht mit­zie­hen bei dem Kon­zept will Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), wes­halb sich schon im Vor­feld der Sit­zung der Län­der­kam­mer ein Schei­tern der Initia­ti­ve abzeich­ne­te. So kam es dann auch. (…) Beson­ders hart trifft es heu­te schon die­je­ni­gen, die sta­tio­när gepflegt wer­den. Wie die Arbei­ter­wohl­fahrt (AWO) am Don­ners­tag in einer Medi­en­mit­tei­lung vor­rech­ne­te, müss­ten die­se pro Monat im Schnitt 1.750 Euro aus eige­nen Mit­teln auf­brin­gen. Dage­gen hät­te die durch­schnitt­li­che Net­to­ren­te zum Jah­res­en­de 2017 in den alten Bun­des­län­dern bei 1.231 Euro und 1.169 Euro in Ost­deutsch­land gele­gen. Für vie­le wäre das »nicht mehr zu finan­zie­ren«, wes­halb immer mehr auf die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung ihrer Kin­der ange­wie­sen wären oder zusätz­lich Sozi­al­hil­fe in Anspruch neh­men müss­ten, beklag­te AWO-Vor­stands­mit­glied Bri­git­te Döcker. Das sei gegen­über pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen »unwür­dig« und führt bei ihnen und ihren Fami­li­en zu »extre­men Unsi­cher­hei­ten und Ängs­ten«….” Arti­kel von Ralf Wurz­ba­cher in der jun­gen Welt vom 13.04.2019 externer Link, sie­he dazu auch:
    • Pfle­ge­fi­nan­zie­rung: Deckel für Eigen­an­teil wird ver­tagt
      Eine Reform der Pfle­ge­fi­nan­zie­rung ist ver­tagt. Wie die Ham­bur­ger Senats­ver­wal­tung soeben mit­ge­teilt hat, haben die antrag­stel­len­den Län­der Ham­burg, Bre­men, Ber­lin und Schles­wig-Hol­stein den Punkt von der Tages­ord­nung der heu­ti­gen Bun­des­rats­sit­zung genom­men. Grund sei eine Blo­cka­de der Uni­ons-geführ­ten Län­der. Durch die Abset­zung des Tages­ord­nungs­punk­tes blei­be der Antrag auf unbe­stimm­te Zeit im Bun­des­rats­ver­fah­ren und kön­ne jeder­zeit wie­der auf­ge­ru­fen wer­den, sag­te ein Spre­cher der Ham­bur­ger Senats­ver­wal­tung am Frei­tag­mit­tag der „Ärz­te Zei­tung“. Ziel des Antrags war, die stei­gen­den finan­zi­el­len Belas­tun­gen der Bewoh­ner von Alten­pfle­ge­hei­men zu begren­zen. Dies hät­te eine tief­grei­fen­de Reform der sozia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung erfor­dert…” Mel­dung vom 12.4.2019 bei der Ärz­te Zei­tung online externer Link
  • Pfle­ge­kos­ten: „Natio­na­le Kraft­an­stren­gung über Steu­er­mit­tel“ 
    “Der Eigen­an­teil in der Pfle­ge ist für Hun­dert­tau­sen­de schon heu­te unbe­zahl­bar – und die Kos­ten dürf­ten in Zukunft wei­ter stei­gen. Die SPD will den Eigen­an­teil des­halb deckeln. Der Sozi­al­wis­sen­schaft­ler Ste­fan Sell hält eine Begren­zung für wich­tig. Im Dlf for­der­te er den Ein­satz von Steu­er­geld. (…) Ste­fan Sell: (…) Wenn wir jetzt bei den 655 Euro unge­deck­ten Pfle­ge­kos­ten sagen – das ist ja eine der For­de­run­gen – wir frie­ren das auf die­sem Niveau ein, dann bleibt natür­lich der Rest­be­trag wei­ter zu finan­zie­ren. Wofür wird der gebraucht? Der wird für Unter­kunft und Ver­pfle­gung gebraucht und der wird für Inves­ti­ti­ons­kos­ten, die die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen aus­schließ­lich allei­ne für die Hei­me zu bezah­len haben, auf­ge­bracht. Das heißt: Wenn es dort in der Zukunft Kos­ten­an­stie­ge gibt, dann wür­de, wenn man da nicht her­an­geht, die­ser Eigen­an­teil natür­lich wei­ter stei­gen, wäh­rend nur begrenzt wird der Eigen­an­teil für die Pfle­ge­kos­ten. (…) War­um man die­sen Eigen­an­teil – das ist ein ganz wich­ti­ger Punkt – wirk­lich auch begren­zen soll­te und muss, liegt dar­an, dass wir in den vor uns lie­gen­den Jah­ren einen deut­li­chen Anstieg der – wohl gemerkt – Pfle­ge­kos­ten allein haben wer­den, weil wir uns doch alle einig sind, zumin­dest in den Sonn­tags­re­den, dass die Alten­pfle­ge­kräf­te deut­lich bes­ser bezahlt wer­den müs­sen. Das wür­de die Per­so­nal­kos­ten nach oben trei­ben. Gleich­zei­tig wis­sen wir, dass die Per­so­nal­be­set­zung desas­trös ist, und wir brau­chen bes­se­re Per­so­nal­schlüs­sel, mehr Leu­te. Das wür­de natür­lich noch mal zusätz­lich kos­ten. Wir reden hier über einen unterm Strich zwei­stel­li­gen Mil­li­ar­den­be­reich. Der wür­de im bestehen­den Sys­tem, wo die Pfle­ge­ver­si­che­rung nur einen fes­ten Betrag zahlt, aus­schließ­lich zu Las­ten der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen gehen. Des­we­gen ist die Begren­zung des Eigen­an­teils für Pfle­ge­kos­ten so wich­tig. Aber man muss jetzt ein­mal sicher­stel­len, wo kom­men dann die­se Mil­li­ar­den­sum­men her, aus wel­chem Topf? Von der Pfle­ge­ver­si­che­rung nur oder über Steu­er­mit­tel, wofür es gute Grün­de gäbe. Aber gleich­zei­tig muss man natür­lich ver­hin­dern, dass die Pfle­ge­heim­be­trei­ber zum Bei­spiel dann an der Kos­ten­schrau­be dre­hen, bei der Unter­kunft, der Ver­pfle­gung und vor allem bei den Inves­ti­ti­ons­kos­ten, die über­haupt nicht über­wacht wer­den.(…) Schluss­end­lich spricht, wenn man sagt, wir haben stei­gen­de Kos­ten, weil wir müs­sen unbe­dingt die Arbeits­be­din­gun­gen und die Löh­ne der in der Alten­pfle­ge Beschäf­tig­ten ver­bes­sern, eigent­lich alles für eine natio­na­le Kraft­an­stren­gung über Steu­er­mit­tel, denn die Steu­er­mit­tel wer­den ja anders auf­ge­bracht, vor allem von den Leis­tungs­fä­hi­ge­ren in unse­rer Gesell­schaft. Die Bei­trä­ge in der Sozi­al­ver­si­che­rung zah­len ja unterm Strich nur die Arbeit­neh­mer aus ihren sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Löh­nen und die Arbeit­ge­ber…” Ste­fan Sell im Gespräch mit Bir­gid Becker am 8. April 2019 beim Deutsch­land­funk externer LinkAudio Datei (Audio­län­ge: 7:50 Min., abruf­bar bis zum 19. Janu­ar 2038)
  • Eigen­an­teil an Pfle­ge­kos­ten – Pati­en­ten­schüt­zer für Begren­zung
    Die Men­schen wer­den älter und damit auch häu­fi­ger pfle­ge­be­dürf­tig. Wie also bleibt die Pfle­ge für alle noch bezahl­bar? Pati­en­ten­schüt­zer machen Vor­schlä­ge. Die Deut­sche Stif­tung Pati­en­ten­schutz hat die Plä­ne der SPD im Grund­satz begrüßt, den Eigen­an­teil an Pfle­ge­kos­ten zu begren­zen. “Es ist rich­tig, die Bezahl­bar­keit der Pfle­ge für die Betrof­fe­nen zukunfts­si­cher zu regeln”, sag­te Stif­tungs­vor­stand Eugen Brysch. Die SPD müs­se aber prä­zi­sie­ren, wel­cher Anteil der Kos­ten begrenzt wer­den sol­le. Brysch schlug vor, dass die Pfle­ge­ver­si­che­rung die rei­nen Pfle­ge­kos­ten für die Bedürf­ti­gen kom­plett über­nimmt, Kos­ten etwa für die Unter­brin­gung dage­gen nicht…” dpa-Mel­dung vom 08.04.2019 beim ZDF externer Link

Der Bei­trag Sozi­al­ver­bän­de drin­gen auf Decke­lung von Eigen­an­tei­len in der Pfle­ge erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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