[FRN:] Verfolgung von Adbusting und das Volksbegehren „Berlin Werbefrei“

Ende des ver­gan­ge­nen Jah­res hat der Ber­li­ner Senat einen Geset­zes­ent­wurf zu dem Volks­be­geh­ren „Ber­lin Wer­be­frei“ erst mal abge­lehnt.
Die Begrün­dung: das „Gesetz zur Regu­lie­rung von Wer­bung in öffent-lichen Ein­rich­tun­gen und im öffent­li­chen Raum“ sei mate­ri­ell-recht­lich unzu­läs­sig. Der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof wird nun grund­le­gen­de Fra­gen der direk­ten Demo­kra­tie und der Gren­zen der Eigen­tums­ga­ran­tie zu klä­ren haben. Inzwi­schen geht der Aus­bau einer digi­ta­len Wer­be­struk­tur mit Unter­stüt­zung des Ber­li­ner Senats wei­ter.
„Der Senat scheint kein Inter­es­se an einer lebens­wer­ten Stadt für die Ein­woh­ner zu haben, son­dern ist zum Lob­by­is­ten der Wer­be­wirt­schaft gewor­den. Zwar begrü­ße der Senat eine kri­ti­sche Dis­kus­si­on über zuneh­men­de Wer­bung im öffent­li­chen Raum, rich­te sei­ne Poli­tik aber kon­se­quent auf eine Ver­mark­tung des Stadt­rau­mes aus“, sagt der Rechts­an­walt und Mit­in­itia­tor des Volks­be­geh­rens, Fadi el-Gha­zi.

Ende Juli kommt dann noch der Fall einer Frau in die Medi­en, die ange­klagt wor­den war, weil sie ein Wer­be­pla­kat der Bun­des­wehr text­lich ver­än­der­te. Adbus­ting nennt man so etwas. Der Ver­dacht liegt nahe, dass es sich bei der Ankla­ge nicht um den gerin­gen Sach­scha­den ging, son­dern um die poli­ti­sche Aus­sa­ge, die geplant war.

Nach unse­rer Mei­nung hän­gen bei­de Fäl­le zusam­men; auf der einen Sei­te die geball­te Markt­macht der Unter­neh­men und ihrer Wer­bung, auf der ande­ren Sei­te die Ankla­ge gegen jeman­den, der auf visu­ell, viel­leicht auch künst­le­ri­sche Wei­se gegen eine men­schen­ver­ach­ten­de Aus­sa­ge kämpft.

Über bei­des spra­chen wir mit dem oben genann­ten Rechts­an­walt und Mit­in­itia­tor des Volks­be­geh­rens „Ber­lin Wer­be­frei“, Fadi el-Gha­zi. Read More