[labournet:] Novellierung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) – wird sie den Namen verdienen?

Dossier

fzs: BAföG erneuern und ausbauen!Nach Medi­en­be­rich­ten hat das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) ein Eck­punk­te­pa­pier für eine Novel­lie­rung des Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­set­zes (BAföG) aus­ge­ar­bei­tet. Die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) begrüß­te die Initia­ti­ve, for­der­te Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin Anja Kar­li­c­zek (CDU) jedoch auf, die Reform aus­zu­wei­ten und zügig umzu­set­zen. „Wenn der BAföG-Höchst­satz von der­zeit 735 auf 850 Euro ange­ho­ben wer­den soll­te, wäre das ein wich­ti­ger ers­ter Schritt. Er reicht aber zur Bedarfs­de­ckung im Jahr 2019 nicht aus, sag­te GEW-Vize Andre­as Kel­ler. Den Berich­ten zufol­ge soll die im BAföG ent­hal­te­ne Wohn­pau­scha­le von 250 auf 325 Euro erhöht wer­den. „In vie­len Hoch­schul­städ­ten ist auch dafür kei­ne Stu­den­ten­bu­de anzu­mie­ten“, unter­strich Kel­ler. „Die Minis­te­rin muss noch eine Schip­pe drauf­le­gen.“ Die BAföG-Erhö­hung müs­se mög­lichst vie­len Stu­die­ren­den zugu­te­kom­men und schnell wirk­sam wer­den. Des­halb sei auch ein deut­li­cher Anstieg der Eltern-Frei­be­trä­ge um min­des­tens 15 Pro­zent not­wen­dig. Die Geset­zes­no­vel­le müs­se spä­tes­tens zum Som­mer­se­mes­ter 2019 in Kraft tre­ten…” Bil­dungs­ge­werk­schaft zu den BAföG-Plä­nen der Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin – Pres­se­mit­tei­lung der GEW vom 13.11.2018 externer Link, sie­he dazu auch stu­den­ti­sche Stim­men:

  • [DGB] Zahl der BAföG-Emp­fän­ger sinkt wei­ter dras­tisch /​GEW: „Sink­flug des BAföG stop­pen, Stu­di­um kri­sen­fest machen!“ /​[fzs] Neue BAföG-Zah­len bele­gen: Stu­die­ren­de schon vor der Kri­se in deso­la­ter Lage New

    • [DGB] Zahl der BAföG-Emp­fän­ger sinkt wei­ter dras­tisch
      “… “Die letz­te BAföG-Reform der Bun­des­re­gie­rung liegt noch kein Jahr zurück und droht offen­sicht­lich bereits zu schei­tern. Beim Bafög muss drin­gend nach­jus­tiert wer­den, um end­lich die Trend­um­kehr bei der Geför­der­ten­zahl zu schaf­fen. Auf die­ses Ziel hat­te sich die Regie­rung in ihrem Koali­ti­ons­ver­trag ver­pflich­tet”, sagt die stell­ver­tre­ten­de DGB-Vor­sit­zen­de Elke Han­nack. (…)”Damit die Reform nicht ver­pufft, muss das Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um schnells­tens die Frei­be­trä­ge für das Eltern­ein­kom­men wei­ter anhe­ben, als es bis­lang geplant ist. Zudem muss drin­gend bei der Coro­na-Not­hil­fe für Stu­die­ren­de nach­ge­steu­ert wer­den. Der Not­hil­fe­fond ist zu büro­kra­tisch, der maxi­mal mög­li­che Zuschuss von 3 x monat­lich bis zu 500 Euro viel zu gering. Statt­des­sen soll­te das BAföG kri­sen­be­dingt für mehr Stu­die­ren­de geöff­net wer­den”, so Han­nack…” DGB-Stel­lung­nah­me vom 3. August 2020 externer Link
    • [fzs] Neue BAföG-Zah­len bele­gen: Stu­die­ren­de schon vor der Kri­se in deso­la­ter Lage
      “Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt ver­öf­fent­lich­te heu­te Mor­gen die BAföG-Sta­tis­tik für das Jahr 2019. Die Zahl der Geför­der­ten Stu­die­ren­den sank im Ver­gleich zu 2018 um 5,5%. Für den fzs ist klar: die letz­te BAföG Reform reich­te nicht aus, die finan­zi­el­le Situa­ti­on vie­ler Stu­die­ren­der ist kata­stro­phal. Jacob Büh­ler aus dem Vor­stand des fzs sagt dazu: „Das BAföG soll­te den Anspruch haben, mehr Chan­cen­gleich­heit zu schaf­fen und unab­hän­gig vom Geld­beu­tel Zugang zum Stu­di­um ermög­li­chen. Die­ser Anspruch spie­gelt sich der­zeit jedoch nicht in den Zah­len wider. Seit acht Jah­ren sinkt die Zahl der Geför­der­ten kon­ti­nu­ier­lich. Dass sich dar­an auch 2019 nichts geän­dert hat, zeigt, dass die letz­te BAföG Reform nicht aus­reicht. Die För­der­be­din­gun­gen müs­sen drin­gend ange­passt wer­den: Es braucht höhe­re Frei­be­trä­ge, das BAföG muss eltern­un­ab­hän­gig aus­ge­zahlt wer­den und die För­der­höchst­dau­er muss abge­schafft wer­den. Ein wei­te­res Pro­blem ist die Antrags­stel­lung, die drin­gend ver­ein­facht wer­den muss. Lang­fris­tig wer­den wir den Rück­gang des BAföG nur mit einer grund­le­gen­den Reform auf­hal­ten kön­nen, hier muss dann auch das Kre­dit­sys­tem über­dacht wer­den – das BAföG soll­te zum Voll­zu­schuss wer­den.“ „Dass Frau Kar­li­c­zek den Rück­gang der Geför­der­ten­zah­len mit der wirt­schaft­lich guten Lage begrün­det, ist eine Far­ce in Anbe­tracht der Zah­len, die wir von der Coro­na-Über­brü­ckungs­hil­fe des BMBF haben. Die meis­ten Stu­die­ren­den, die die­se Über­brü­ckungs­hil­fe erhal­ten, hat­ten nicht ein­mal mehr 100€ auf ihrem Kon­to. So sieht die tat­säch­li­che Lebens­rea­li­tät von vie­len Stu­die­ren­den aus, die sich ihr Stu­di­um nur dank Neben­jobs leis­ten kön­nen. Dazu kommt, dass die Hälf­te aller Über­brü­ckungs­hil­fe­an­trä­ge abge­lehnt wur­de – bei vie­len, weil sie schon vor der Coro­na Pan­de­mie in finan­zi­el­ler Not­la­ge waren. Die­sen Men­schen wird von der Bun­des­re­gie­rung kei­ne Empa­thie ent­ge­gen­ge­bracht und ihre Lage wird nicht als Pro­blem gese­hen.“, ergänzt Leo­nie Acker­mann, eben­falls im Vor­stand des fzs. „Außer­dem sank beim BAföG die Zahl der Teil­ge­för­der­ten mit ‑8,3 % stär­ker als die Zahl der Voll­ge­för­der­ten mit ‑4,6 %. Für immer mehr Stu­die­ren­de, die nur wenig BAföG erhal­ten, lohnt sich schein­bar die Antrags­stel­lung und der damit ein­her­ge­hen­de Stress nicht mehr. Das BMBF ver­sucht, sol­che Rück­gän­ge mit einem Ende der Bil­dungs­ex­pan­si­on zu ver­kau­fen. Das ist schlicht falsch und för­dert ledig­lich noch stär­ke­re sozia­le Ungleich­heit in unse­rem Bil­dungs­sys­tem.“ fzs-Pres­se­mit­tei­lung vom 3. August 2020 externer Link
    • GEW: „Sink­flug des BAföG stop­pen, Stu­di­um kri­sen­fest machen!“
      “… Der Sink­flug des BAföG muss end­lich gestoppt wer­den“, sag­te Andre­as Kel­ler, stell­ver­tre­ten­der GEW-Vor­sit­zen­der und Vor­stands­mit­glied für Hoch­schu­le und For­schung, am Mon­tag in Frank­furt a.M. Kel­ler mach­te den maro­den Zustand der Aus­bil­dungs­för­de­rung auch dafür ver­ant­wort­lich, dass vie­le Stu­die­ren­de beson­ders hart von der Coro­na­kri­se betrof­fen sei­en. „Wenn nur noch gut jede zehn­te Stu­den­tin oder jeder zehn­te Stu­dent BAföG bekommt, bedeu­tet das, dass sich die gro­ße Mehr­heit der Stu­die­ren­den mit Jobs durch­schla­gen muss. Gas­tro­no­mie, Han­del oder Mes­sen – vie­le die­ser Jobs sind in der Kri­se weg­ge­fal­len. Zahl­rei­che Stu­die­ren­de wis­sen nicht, wie sie ihre Mie­te, Fach­bü­cher oder den Inter­net­zu­gang bezah­len sol­len. Das BAföG jetzt zu refor­mie­ren, heißt daher auch, das Stu­di­um kri­sen­fest zu machen“, erklär­te der GEW-Vize. Dar­über hin­aus müs­se die Bun­des­re­gie­rung ihre Über­brü­ckungs­hil­fe für in Not gera­te­ne Stu­die­ren­de kräf­tig auf­sto­cken. Die Hil­fe wird von den Stu­die­ren­den­wer­ken gezahlt, die dafür vom Bund 100 Mil­lio­nen Euro erhal­ten. „Es gibt maxi­mal 500 Euro für höchs­tens drei Mona­te. Bis­her wur­den nach Anga­ben des Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums gera­de mal rund 40.000 Anträ­ge bewil­ligt. Die Ableh­nungs­quo­te liegt bei 50 Pro­zent. Wer leer aus­geht, wird auf einen ver­zins­ten Bank­kre­dit ver­wie­sen. Das ist nicht nur unan­stän­dig, son­dern auch bil­dungs­po­li­tisch absurd: Eine Wel­le an Stu­di­en­ab­brü­chen kön­nen wir uns mit­ten in der Coro­na­kri­se nicht auch noch leis­ten. Das Bud­get für die Über­brü­ckungs­hil­fe muss auf eine Mil­li­ar­de Euro auf­ge­stockt wer­den. Die Bewil­li­gun­gen müs­sen schnell und unbü­ro­kra­tisch erfol­gen“, mahn­te Kel­ler.” GEW-Pres­se­mit­tei­lung vom 3. August 2020 externer Link
    • ver.di for­dert grund­le­gen­de BAföG-Reform – bestehen­des Gesetz erfüllt sei­nen Zweck nicht
      “Ange­sichts einer immer gerin­ger wer­den­den Zahl von BAföG-Emp­fän­ge­rin­nen und –Emp­fän­gern erneu­ert die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) ihre For­de­rung nach einer grund­le­gen­den BAföG-Reform. „Eine grund­le­gen­de Reform des BAföG ist über­fäl­lig. Wenn nur noch 11 Pro­zent der Stu­die­ren­den finan­zi­ell geför­dert wer­den, obwohl viel mehr einen Bedarf haben, erfüllt das Gesetzt ein­deu­tig nicht sei­nen Zweck“, sag­te Syl­via Büh­ler, im ver.di-Bundesvorstand zustän­dig für Bil­dung und Wis­sen­schaft. Mit ein biss­chen Kos­me­tik sei es nicht getan. Es brau­che eine deut­li­che Erhö­hung der För­der­sät­ze bzw. der Frei­be­trä­ge und es müs­se auf Voll­zu­schuss statt Teil­dar­le­hen umge­stellt wer­den. Außer­dem müs­se die Alters­be­gren­zung am bes­ten abge­schafft oder min­des­tens deut­lich ange­ho­ben wer­den. „Um end­lich indi­vi­du­el­le Lebens­ver­hält­nis­se zu berück­sich­ti­gen, müs­sen drin­gend Teil­zeit­stu­di­en­gän­ge und Wei­ter­bil­dungs­stu­di­en­gän­ge geför­dert wer­den“, so Büh­ler. „Die Bun­des­re­gie­rung muss nun drin­gend han­deln und eine umfas­sen­de Reform des Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­set­zes (BAföG) vor­le­gen, um mehr Bil­dungs­ge­rech­tig­keit zu schaf­fen.“ Völ­lig unzu­rei­chend sei­en zudem die von der Bun­des­re­gie­rung auf den Weg gebrach­ten Coro­na-Über­brü­ckungs­hil­fen für Stu­die­ren­de, so Büh­ler wei­ter. „Der Not­la­ge­fonds ist völ­lig unter­di­men­sio­niert ange­sichts von hun­dert­tau­sen­den Stu­die­ren­den, die ohne Job daste­hen.“ Die­se „Über­brü­ckungs­hil­fe“ hel­fe nie­man­dem, und sie über­brü­cke auch nichts. Statt ein neu­es und kom­pli­zier­tes Instru­ment zu schaf­fen, müs­se die Bun­des­re­gie­rung das BAföG für die Zeit der Pan­de­mie allen ver­ein­facht zugäng­lich machen.” ver.di-Pressemitteilung vom 3. August 2020 externer Link
    • Sie­he ver­schär­fend noch unser Dos­sier: Die Hoch­schul­bil­dung in Zei­ten der Coro­na-Kri­se – Kei­ne Nach­tei­le für Stu­die­ren­de, weder in der BAföG-Ver­ga­be noch durch man­gel­haf­te Online-Kur­se!
  • Noch ein BAföG-Reförm­chen – För­der­zah­len stei­gen leicht. Ver­säum­nis­se der letz­ten Jah­re ohne Aus­gleich. Oppo­si­ti­on sieht Nach­hol­be­darf 
    “Am Don­ners­tag abend ver­ab­schie­de­te der Bun­des­tag mit den Stim­men der Koali­ti­ons­frak­tio­nen bei zwei Ableh­nun­gen und 259 Ent­hal­tun­gen in abschlie­ßen­der Lesung die von Bun­des­mi­nis­te­rin Anja Kar­li­c­zek (CDU) ein­ge­brach­te 23. Novel­le des Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­set­zes (BAföG). Das neue Regel­werk tritt mit Stich­tag 1. August zum kom­men­den Win­ter­se­mes­ter 2019/​20 in Kraft. Mit dem erklär­ten Ziel, den Kreis der Leis­tungs­emp­fän­ger um 100.000 bis Ende der Wahl­pe­ri­ode zu erhö­hen, will der Bund zusätz­lich 1,2 Mil­li­ar­den Euro für das För­der­instru­ment bereit­stel­len. »Damit erneu­ern wir das Ver­spre­chen der sozia­len Markt­wirt­schaft, jedem jun­gen Men­schen gute Start­chan­cen zu geben«, behaup­te­te die Minis­te­rin bei ihrer Rede im Par­la­ment. Das glau­ben längst nicht alle. »Sie glei­chen den Sink­flug des BAföG nicht aus«, beton­te Nico­le Gohl­ke von der Links­frak­ti­on, an die Adres­se der Koali­ti­on gerich­tet. »Damit öff­net sich die sozia­le Sche­re beim Bil­dungs­zu­gang wei­ter.« Auch die Par­tei Bünd­nis 90/​Die Grü­nen, Gewerk­schaf­ten und Stu­die­ren­den­ver­bän­de hal­ten die beschlos­se­nen Maß­nah­men für unzu­rei­chend. (…) Die zen­tra­len Punk­te der »Reform« sind eine Erhö­hung der Regel­sät­ze um sie­ben Pro­zent in zwei Schrit­ten bis 2020, eine Stei­ge­rung der Eltern­frei­be­trä­ge um 16 Pro­zent in drei Etap­pen bis 2021 und eine Zuga­be bei der Wohn­pau­scha­le von aktu­ell 250 Euro auf 325 Euro. Die Zuschüs­se für die Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung wer­den auf 84 Euro bzw. 25 Euro für den »Nor­mal­stu­den­ten« sowie auf 155 Euro bzw. 34 Euro bei den über 30jährigen zule­gen. Erleich­te­run­gen gibt es außer­dem bei den Ver­mö­gens­frei­be­trä­gen, die von 7.500 Euro auf 8.200 Euro ange­ho­ben wer­den, sowie für die­je­ni­gen, die sich um nahe Ange­hö­ri­ge der Pfle­ge­stu­fe III küm­mern. Sie sol­len auch nach Ablauf der För­der­höchst­dau­er, also über die Regel­stu­di­en­zeit hin­aus, BAföG erhal­ten dür­fen. Was sich im ein­zel­nen nach viel anhört, erweist sich im Lich­te der Wirk­lich­keit als ziem­lich dürf­tig…” Bei­trag von Ralf Wurz­ba­cher bei der jun­gen Welt vom 20. Mai 2019 externer Link
  • Peti­ti­on „BAföG muss zum Leben rei­chen – Für eine grund­le­gen­de BAföG-Reform“ 
    Juso-Hoch­schul­grup­pen, Cam­pus­grün und der freie zusam­men­schluss von student*innenschaften (fzs) for­dern deut­li­che Nach­bes­se­run­gen beim BAföG. Die Stu­die­ren­den­ver­bän­de rufen zur Betei­li­gung an ihrer Peti­ti­on „BAföG muss zum Leben rei­chen – Für eine grund­le­gen­de BAföG-Reformexterner Link auf.
    Die Peti­ti­on wird vom BAföG-Bünd­nis unter­stützt. Das BAföG-Bünd­nis setzt sich über­par­tei­lich für eine umfas­sen­de Struk­tur­re­form des BAföG ein, da es ein zen­tra­les Instru­ment für mehr Bil­dungs­ge­rech­tig­keit ist. Mit­glie­der des BAföG-Bünd­nis­ses sind: Cam­pus­grün, Die­Lin­keSDS, DGB Jugend, fzs, Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW), IG Metall, Juso-Hoch­schul­grup­pen und ver.di.
    Das BAföG-Bünd­nis hat mit sei­nen Hand­lungs­emp­feh­lun­gen externer Link bereits einen weit­rei­chen­den Reform­vor­schlag for­mu­liert.
  • [GEW] „BAföG-Reform: Jetzt schlägt die Stun­de des Par­la­ments“ 
    Die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) hat den Deut­schen Bun­des­tag auf­ge­for­dert, den Gesetz­ent­wurf für eine Novel­lie­rung des Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­set­zes (BAföG) gründ­lich zu über­ar­bei­ten. „Der Regie­rungs­ent­wurf weist zwar mit der geplan­ten Anhe­bung der Bedarfs­sät­ze und Frei­be­trä­ge in die rich­ti­ge Rich­tung, die­se blei­ben aber weit hin­ter den gestie­ge­nen Lebens­hal­tungs­kos­ten zurück. Wei­ter fehlt im Gesetz­ent­wurf jeder Ansatz für die über­fäl­li­ge Struk­tur­re­form der Aus­bil­dungs­för­de­rung. Das Par­la­ment muss den Regie­rungs­ent­wurf daher gründ­lich gegen den Strich bürs­ten, damit die BAföG-Novel­le kein Reförm­chen bleibt, son­dern eine ech­te Reform wird“, sag­te der stell­ver­tre­ten­de GEW-Vor­sit­zen­de und Hoch­schul­ex­per­te, Andre­as Kel­ler, mit Blick auf die heu­ti­ge Ent­schei­dung im Bun­des­ka­bi­nett. „Nach Berech­nun­gen des Ber­li­ner For­schungs­in­sti­tuts für Bil­dungs- und Sozi­al­öko­no­mie muss der Grund­be­darfs­satz für Stu­die­ren­de nicht nur auf 427 Euro stei­gen, wie es der Regie­rungs­ent­wurf vor­sieht, son­dern auf 550 Euro. Die Wohn­pau­scha­le wird auch nach der geplan­ten Stei­ge­rung auf 325 Euro in vie­len Hoch­schul­städ­ten nicht aus­rei­chen, eine Blei­be zu fin­den. Das Par­la­ment muss hier nach­le­gen und für eine bedarfs­ge­rech­te Anhe­bung der För­der­sät­ze sor­gen“, mahn­te Kel­ler. Dar­über hin­aus warb der GEW-Vize bei den Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten dafür, die BAföG-Novel­le für den Ein­stieg in eine Struk­tur­re­form der Aus­bil­dungs­för­de­rung zu nut­zen…” Pres­se­mit­tei­lung vom 30.01.2019 externer Link
  • Das BAföG soll novel­liert wer­den – doch eine ech­te Trend­wen­de ist nicht zu erken­nen
    Mit der fol­gen­den Stel­lung­nah­me kom­men­tiert der fzs (frei­er zusam­men­schluss von student*innenschaften) als bun­des­wei­te Stu­die­ren­den­ver­tre­tung den Ent­wurf eines Sechs­und­zwan­zigs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­set­zes vom 9. Janu­ar. Obschon vie­le Poli­tik­fel­der stu­den­ti­sche Belan­ge tan­gie­ren und hoch­schul­po­li­ti­sches Han­deln beein­flus­sen, han­delt es sich beim Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­setz – neben den Hoch­schul­ge­set­zen auf Lan­des­ebe­ne – aus einer stu­den­ti­schen Per­spek­ti­ve um eines der wich­tigs­ten Geset­ze. Vor die­sem Hin­ter­grund stel­len die finan­zi­el­len Anpas­sun­gen eine wich­ti­ge Ver­bes­se­rung für die Lebens­rea­li­tät zahl­rei­cher Student*innen dar, wenn­gleich sie im Aus­maß deut­lich zu gering aus­fal­len, schon viel frü­her erfol­gen gemusst hät­ten und wei­ter­hin Selek­ti­ons­me­cha­nis­men nicht abbau­en. Die Stel­lung­nah­me ori­en­tiert sich an den §§ des Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­set­zes und geht in der Fol­ge auf wei­te­re aus stu­den­ti­scher Per­spek­ti­ve rele­van­te Aspek­te ein…” Stel­lung­nah­me von Mar­cus Lam­precht vom 23. Janu­ar 2019 bei fzs externer Link zum Ent­wurf eines Sechs­und­zwan­zigs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­set­zes (26. BAfö­GÄndG)
  • GEW: „Ein biss­chen bes­ser ist nicht gut genug“ – Bil­dungs­ge­werk­schaft kri­ti­siert BAföG-Gesetz­ent­wurf der Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin 
    “Die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) hat den Gesetz­ent­wurf von Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin Anja Kar­li­c­zek (CDU) für eine Novel­lie­rung des Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­set­zes (BAföG) als „unzu­rei­chend“ kri­ti­siert. „Zwar sehen die BAföG-Plä­ne der Minis­te­rin eine Erhö­hung der Bedarfs­sät­ze vor, die­se bleibt aber weit hin­ter den gestie­ge­nen Lebens­hal­tungs­kos­ten der Stu­die­ren­den zurück. Dar­über hin­aus ist nicht der gerings­te Ansatz für die not­wen­di­ge Struk­tur­re­form der Aus­bil­dungs­för­de­rung zu erken­nen. Ein biss­chen bes­ser ist nicht gut genug – die Minis­te­rin muss ihren Gesetz­ent­wurf drin­gend über­ar­bei­ten“, sag­te der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de und Hoch­schul­ex­per­te der GEW, Andre­as Kel­ler, mit Blick auf die heu­ti­ge Ver­bän­de­an­hö­rung des Minis­te­ri­ums. (…) Mit der Wohn­pau­scha­le von 250 Euro lässt sich in den meis­ten Hoch­schul­städ­ten kei­ne Stu­den­ten­bu­de fin­den – ins­be­son­de­re in den Metro­po­len explo­die­ren die Miet­prei­se. Es kann nicht sein, dass sich nur noch die Kin­der rei­cher Eltern ein Stu­di­um in Mün­chen, Ham­burg oder Frank­furt am Main leis­ten kön­nen und der Nach­wuchs von Gering­ver­die­nern Plau­en oder Vech­ta. Bedarfs­sät­ze und Wohn­pau­scha­le müs­sen daher schleu­nigst an die tat­säch­li­chen Lebens­hal­tungs- und Miet­kos­ten ange­passt wer­den“, erklär­te der GEW-Hoch­schul­ex­per­te…” GEW-Pres­se­mit­tei­lung vom 18. Janu­ar 2019 externer Link. Zur Ermitt­lung der Lebens­hal­tungs­kos­ten von Stu­die­ren­den sie­he die Stu­die des For­schungs­in­sti­tut für Bil­dungs- und Sozi­al­öko­no­mie (FiBS) im Auf­trag des Deut­schen Stu­den­ten­werks vom Janu­ar 2019 externer Link
  • BAföG-Erhö­hung reicht nicht: Lebens­hal­tungs­kos­ten von Stu­die­ren­den stei­gen rasant 
    Die Bun­des­re­gie­rung ver­spricht eine „Trend­um­kehr“ beim BAföG. Dem­nächst soll es mehr Geld, höhe­re Frei­be­trä­ge und Wohn­zu­schüs­se geben. Die Plä­ne grei­fen viel zu kurz, belegt eine Stu­die zur Aus­ga­ben­ent­wick­lung zwi­schen 2012 und 2016. Statt 420 Euro sei ein Regel­satz von 550 Euro erfor­der­lich. Weni­ger gefähr­de die phy­sio­lo­gi­sche Exis­tenz. Woll­te man das Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­setz (BAföG) auf die Höhe der Zeit brin­gen. Was wäre dann ein wirk­lich gro­ßer Wurf? Viel­leicht das, was der Deut­sche Gewerk­schafts­bund (DGB) kurz vor Weih­nach­ten mit sei­nen „Anfor­de­run­gen für ein moder­nes sozi­al gerech­tes BAföGexterner Link in die Debat­te gewor­fen hat? Dem Gewerk­schafts­dach­ver­band schwebt nichts weni­ger als ein Radi­kal­um­bau der staat­li­chen Stu­di­en­fi­nan­zie­rung vor. Dazu gehö­ren unter ande­rem: die regel­mä­ßi­ge Anpas­sung der Frei­be­trä­ge und Bedarfs­sät­ze an die Lohn- und Preis­ent­wick­lung, die Auf­he­bung der Alters­gren­zen, höhe­re Ver­mö­gens­frei­be­trä­ge, regio­nal gestaf­fel­te Wohn­kos­ten­zu­schüs­se, auf indi­vi­du­el­le Lebens­la­gen sowie die Art der Stu­di­en­ge­stal­tung abge­stimm­te För­der­zeit­räu­me und aller­hand mehr. (…) Ver­gli­chen mit den DGB-For­de­run­gen mutet das, was die Bun­des­re­gie­rung vor­hat, wie Kle­cker­kram an. Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin Anja Kar­li­c­zek (CDU) hat­te Mit­te Novem­ber Eck­punk­te für eine BAföG-Novel­le externer Link vor­ge­legt. Danach sol­len die Regel­sät­ze im Schnitt um sie­ben Pro­zent und die Eltern­frei­be­trä­ge um neun Pro­zent in zwei Stu­fen erhöht wer­den. Los­ge­hen soll es im kom­men­den Win­ter­se­mes­ter mit fünf bzw. sie­ben Pro­zent, ein Jahr spä­ter folgt dann ein Nach­schlag von jeweils zwei Pro­zent. Der Höchst­för­der­be­trag soll um 15 Pro­zent auf 850 Euro und die Wohn­pau­scha­le von 250 Euro auf 325 Euro zule­gen. Geplant ist fer­ner eine Auf­sto­ckung der Ver­mö­gen­frei­be­trä­ge sowie für Här­te­fäl­le ein Cut bei der Schul­den­til­gung nach 20 Jah­ren. Dafür sol­len aller­dings die monat­li­chen Rück­zah­lungs­ra­ten von 105 auf 130 Euro stei­gen.” Bei­trag vom 14.1.2019 bei Stu­dies online externer Link
  • “Kar­li­c­zeks Reform ist bloß ein Trop­fen auf dem hei­ßen Stein” – Stu­die­ren­den­ver­tre­tun­gen bemän­geln BAföG-Ände­rung 
    “… Nach­dem im Novem­ber 2018 Eck­punk­te zur Novel­lie­rung des BAföG dis­ku­tiert wur­den, liegt der ‚Referent*innenentwurf des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dung und For­schung nun vor. Gemein­sam kri­ti­sie­ren das Ver­net­zungs­tref­fen der Lan­des­stu­die­ren­den­ver­tre­tun­gen und der freie zusam­men­schluss von student*innenschaften den Ent­wurf zur Geset­zes­no­vel­le. Isa­bel Schön aus dem Vor­stand des fzs erklärt: „Trotz Novel­le bleibt die schon lan­ge nöti­ge Wen­de beim BAföG aus. Der Höchst­satz soll zwar stei­gen, doch die neue Wohn­pau­scha­le liegt wei­ter­hin unter dem Durch­schnitts­preis für ein WG-Zim­mer. Die Erhö­hung wird also bereits zur Ein­füh­rung voll­stän­dig von den ste­tig stei­gen­den Mie­ten über­holt sein. Auch eine weit­rei­chen­de Anpas­sung bei den Frei­be­trä­gen wäre drin­gend not­wen­dig, sodass mehr Stu­die­ren­de För­de­rung erhal­ten und das Stu­di­um damit zugäng­li­cher wird. Der Grund­be­darfs­satz muss genau­so erhöht wer­den wie die Wohn­pau­scha­le – bei­de lie­gen deut­lich unter dem rea­len Bedarf, wie zuletzt eine Stu­die im Auf­trag des Deut­schen Stu­den­ten­werks gezeigt hat. Mit­tel­fris­tig muss das BAföG ehe‑, lebenspartner*innen‑, eltern‑, alters- und her­kunfts­un­ab­hän­gig wer­den. Kar­li­c­zeks Reform ist bloß ein Trop­fen auf dem hei­ßen Stein!“ Judith Büh­ler (Saar­land) hebt für die andes­stu­die­ren­den­ver­tre­tun­gen her­vor: „Zwei Haupt­grün­de für Stu­die­ren­de, kein BAföG zu bean­tra­gen, sind der hohe büro­kra­ti­sche Auf­wand und die Angst vor Ver­schul­dung. Das BAföG soll för­dern, statt eine Hür­de auf­zu­bau­en. Die Bean­tra­gung muss deut­lich ver­ein­facht wer­den, zum Bei­spiel durch eine tat­säch­lich funk­tio­nie­ren­de Online-Abwick­lung des gesam­ten Ver­fah­rens oder mehr­spra­chi­ge Antrags­for­mu­la­re. Statt des Eti­ket­ten­schwin­dels bei der geplan­ten Anpas­sung der Rück­zah­lung – hier fin­det real kei­ner­lei Erleich­te­rung statt – müs­sen die Wei­chen für ein schul­den­frei­es BAföG gestellt wer­den. Dazu soll­te der Schul­den­de­ckel als ers­ter Schritt hal­biert wer­den. Der vor­ge­leg­te Ent­wurf ist nur ein Ver­such zur Sym­ptom­be­kämp­fung, der zum Schei­tern ver­ur­teilt ist. Das BAföG muss an die Infla­ti­on ange­passt und ste­tig erhöht wer­den, es muss an die Lebens­rea­li­tät von Stu­die­ren­den ange­passt wer­den und mehr Men­schen das Stu­di­um ohne Neben­job ermög­li­chen. Eine Kehrt­wen­de ist drin­gend nötig.” Kri­tik des Ver­net­zungs­tref­fens der Lan­des­stu­die­ren­den­ver­tre­tun­gen (LaS­tuVe) und des frei­en zusam­men­schlus­ses von student*innenschaften (fzs) vom 14. Janu­ar 2019 (Emp­fang per Email)
  • Stu­den­ti­scher Dach­ver­band zum BAföG-Papier: Zu spät, zu wenig, zu selek­tiv
    Am 13.11. wur­den Eck­punk­te zur geplan­ten Novel­lie­rung des BAföGs bekannt. Dem stu­den­ti­schen Dach­ver­band, dem frei­en zusam­men­schluss von student*innenschaften (fzs), gehen die Ände­run­gen nicht weit genug. “Die jetzt ange­kün­dig­ten Erhö­hun­gen hät­ten bereits lan­ge erfolgt sein müs­sen. So bleibt es beim berühm­ten Trop­fen auf den hei­ßen Stein statt einer ech­ten Reform. Die Erhö­hung der Bedarfs­sät­ze wird voll­stän­dig durch stei­gen­de Miet­prei­se ver­braucht, denn zur­zeit lie­gen die durch­schnitt­li­chen Aus­ga­ben für stu­den­ti­schen Wohn­raum bei 363 € pro Per­son und nicht bei 325€. Um stu­den­ti­scher Woh­nungs­not zu begeg­nen genügt eine ein­ma­li­ge Anhe­bung der Wohn­pau­scha­le im BAföG als los­ge­lös­te Maß­nah­me nicht. Wir brau­chen Inves­ti­tio­nen in sozia­len und stu­den­ti­schen Woh­nungs­bau sowie eine funk­tio­nie­ren­de Miet­preis­brem­se. Die als “deut­lich” gelob­te Erhö­hung ent­puppt sich bei nähe­rem Hin­se­hen als blo­ßes Stop­fen lang vor­han­de­ner Unter­fi­nan­zie­rung“, urteilt Mar­cus Lam­precht, Vor­stands­mit­glied des fzs. Dar­über hin­aus sei es per­spek­ti­visch not­wen­dig, das BAföG zu einem Voll­zu­schuss zu ent­wi­ckeln. (…) Am 14.11. fin­den unter dem Mot­to “Ler­nen am Limit” in zahl­rei­chen Städ­ten (unter ande­rem in Bam­berg, Ber­lin, Essen, Frank­furt am Main, Osna­brück, Karls­ru­he und Tübin­gen) stu­den­ti­sche Voll­ver­samm­lun­gen statt. Sie kri­ti­sie­ren unzu­rei­chen­de Stu­di­en­fi­nan­zie­rung, Woh­nungs­not und Unter­fi­nan­zie­rung.” Pres­se­mit­tei­lung vom 13. Novem­ber 2018 von und bei frei­er zusam­men­schluss von student*innenschaften (fzs) e.V. externer Link

Der Bei­trag Novel­lie­rung des Bun­des­aus­bil­dungs­för­de­rungs­ge­set­zes (BAföG) – wird sie den Namen ver­die­nen? erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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