[KgK:] 22.000 Jobs bei Lufthansa vor dem Aus: Verstaatlichung jetzt!

Bild: Andrew Cup­itt

Die Luft­han­sa ver­schärf­te ihren Angriff auf die Gewerk­schaf­ten, damit die sie 22 Tau­send Voll­zeit­stel­len kün­di­gen kann. Im Gegen­zug lob­te Spohr, dem es „viel zu lang­sam geht“, die Bun­des­re­gie­rung. Er füg­te hin­zu: „Selbst mit der Bun­des­re­gie­rung waren wir schnel­ler als mit den Gewerk­schaf­ten am Boden und im Cock­pit.“ Das ist wahr. Wenn die Arbeiter*innen ent­las­sen und betro­gen wer­den oder unter schlech­ten Bedin­gun­gen arbei­ten müs­sen, ist die Bun­des­re­gie­rung blitz­schnell. So war Ex-SPD-Minis­ter Sig­mar Gabri­el schnell zur Stel­le, als er Tön­nies ver­tei­di­gen muss­te; Scholz und Mer­kel waren zur Stel­le, als Wire­card in Chi­na den Dienst der Bun­des­re­gie­rung in Anspruch neh­men woll­te. Sie war auch zur Stel­le, neun Mil­li­ar­den in die Luft­han­sa zu ste­cken, die heu­te ihre Arbeiter*innen ent­lässt. Noch vor eini­gen Wochen brüs­te­te sich der par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­rer der SPD, Cars­ten Schnei­der, damit: „Der Staat ist nicht der dum­me August, der das Geld gibt und dann nichts zu mel­den hat.“

Der ein­zi­ge Weg aus der Kri­se ist die ent­schä­di­gungs­lo­se Ver­staat­li­chung unter Kon­trol­le der Arbeiter*innen. Das ist ange­sichts der Ent­wick­lun­gen im welt­wei­ten Luft­ver­kehr und der Art der Geschäfts­füh­rung nicht ver­meid­bar. Das Unter­neh­men hat nicht nur ihre ver­trag­li­che Zusa­ge gegen­über der Gewerk­schaft UFO gebro­chen, bis 2024 kei­ne Beschäf­tig­te zu ent­las­sen, son­dern treibt mit staat­li­chem Geld Tau­sen­de Men­schen und Fami­li­en in Coro­na-Zei­ten in den Ruin. Jeder sieb­te Beschäf­tig­te ist von die­ser Ent­las­sung betrof­fen. „Auf die­se Situa­ti­on kön­nen wir nicht mit den Metho­den, Pro­zes­sen und Zeit­ho­ri­zon­ten der Ver­gan­gen­heit reagie­ren“, beton­te der Vor­stand in einem Brief an die Mitarbeiter*innen. So neu ist die Idee des Vor­stands nicht. Die Ent­las­sung von Arbeiter*innen ist eine der ältes­ten Metho­de aus der Ver­gan­gen­heit.

Iro­ni­scher­wei­se wer­den die Ent­las­sun­gen von der Poli­tik als Fle­xi­bi­li­tät ver­kauft: Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Andre­as Scheu­er warn­te vor kur­zem noch vor der Ver­staat­li­chung von Luft­han­sa, weil man bei ande­ren Groß­un­ter­neh­men mit Staats­be­tei­li­gung gese­hen hät­te, dass den Fir­men die Fle­xi­bi­li­tät genom­men wur­de. Fle­xi­bles Han­deln wäre in die­ser Logik für den wirt­schaft­li­chen Erfolg not­wen­dig. Dabei ver­schwieg er, dass die Luft­han­sa bis 1963 ein fast voll­stän­dig staat­li­ches Unter­neh­men war und erst 1997 voll­stän­dig pri­va­ti­siert wur­de. Die Staats­be­tei­li­gung hat­te offen­sicht­lich nicht ver­hin­dert, dass die Luft­han­sa ein Welt­un­ter­neh­men wur­de. Wir hat­ten anhand der Dis­kus­sio­nen über Voith in Sont­ho­fen und die Luft­han­sa bereits die Aus­weg­lo­sig­keit der Plä­ne der Bun­des­re­gie­rung aus­ge­führt, dass die Poli­tik der Bun­des­re­gie­rung die Ent­las­sun­gen und Schlie­ßun­gen nicht ver­hin­dern kann.

Wir brau­chen kei­ne fle­xi­ble Luft­han­sa, die im Sin­ne sei­ner Aktionär*innen tau­sen­de Men­schen in die Arbeits­lo­sig­keit schickt. Statt­des­sen ist die Ver­staat­li­chung von Luft­han­sa unter Kon­trol­le der Beschäf­tig­ten not­wen­dig.

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