[labournet:] Am 8.8.20 laut gegen Reuls Sicherheitspolitik: Forum gegen Polizeigewalt und Repression

NRW: Forum gegen Polizeigewalt und RepressionMin­des­tens zehn Men­schen star­ben in NRW in den letz­ten drei Jah­ren durch Poli­zei­ku­geln. In die­sen Fäl­len prä­sen­tiert die Poli­zei fast immer die glei­che Geschich­te: Die Beamt*innen sei­en ange­grif­fen wor­den und hät­ten in Not­wehr schie­ßen müs­sen, eine ande­re Ent­schär­fung der Situa­ti­on sei nicht mög­lich gewe­sen. So auch im Juni 2019, als der 32-jäh­ri­ge Adel B. in Essen von einem Poli­zis­ten erschos­sen wur­de, da er mit einem Mes­ser auf drei Polizist*innen zuge­stürmt sei. (…) Allein im letz­ten Jahr gab es wei­te­re ver­gleich­ba­re Todes­fäl­le (…) Und auch in ande­ren Tei­len des Sicher­heits­ap­pa­ra­tes herrscht Corps­geist statt Auf­klä­rung: Im Sep­tem­ber 2018 ver­brann­te Amad A. in sei­ner Zel­le in der JVA Kle­ve, wo er nach einer Ver­wechs­lung fälsch­li­cher­wei­se ein­saß. Auf den aus sei­ner Zel­le aus­ge­lös­ten Not­ruf reagier­ten die wach­ha­ben­den Jus­tiz­voll­zugs­be­am­ten nicht. Eine Auf­klä­rung der Vor­komm­nis­se lässt auf sich war­ten. Poli­zei­ge­walt, Ras­sis­mus, Racial Pro­filing, Rech­te Polizist*innen, die Lis­te berech­tig­ter Vor­wür­fe ist lang, bun­des­weit und in auch NRW. End­lich gibt es über­all wahr­nehm­ba­re Pro­tes­te, die wir auch direkt vor die Haus­tür des Innen­mi­nis­ters tra­gen wol­len. (…) Wer eine Poli­tik zu ver­ant­wor­ten hat, deren Aus­wir­kun­gen poli­ti­sche Aktivist*innen mit Gewalt, Repres­si­on und Über­wa­chung bis in die pri­va­tes­ten Lebens­be­rei­che über­zieht, kann sich nicht in der Anony­mi­tät sei­nes Büros im Minis­te­ri­um ver­ste­cken und abends auf den Fei­er­abend beru­fen. Wer eine Poli­tik zu ver­ant­wor­ten hat, die immer häu­fi­ger Men­schen durch die ihm unter­stell­ten Insti­tu­tio­nen das Leben kos­tet, muss damit rech­nen, jeder­zeit und über­all kon­fron­tiert zu werden.Deshalb ver­an­stal­ten wir ein Forum gegen Poli­zei­ge­walt und Repres­si­on am Sams­tag, den 8.8.2020, 13–18 Uhr in Leich­lin­gen (Rhein­land) bei Köln…” Auf­ruf beim Forum gegen Poli­zei­ge­walt und Repres­si­on externer Link, sie­he HIn­ter­grün­de und neu dazu:

  • Racial Pro­filing ist Rea­li­tät! – Kund­ge­bung in Leich­lin­gen am kom­men­den Wochen­en­de im Neu­en Stadt­park, nicht vor dem Haus des NRW-Innen­mi­nis­ters Her­bert Reul New
    Das NRW-wei­te Bünd­nis „Forum gegen Poli­zei­ge­walt und Repres­si­on“ ver­an­stal­tet am 8. August 2020 eine Kund­ge­bung in Leich­lin­gen. Zunächst war die­se vor dem Haus des NRW-Innen­mi­nis­ters Her­bert Reul ange­mel­det. Nun fin­det die Pro­test­ak­ti­on im Neu­en Stadt­park in Leich­lin­gen statt, 250 Teil­neh­men­de sind ange­mel­det. Mit ihrer Demons­tra­ti­on, die sich gegen die repres­si­ve Innen­po­li­tik des NRW-Innen­mi­nis­te­ri­ums rich­tet, möch­ten die Ver­an­stal­ten­den auch des­sen obers­ten Dienst­herrn Her­bert Reul per­sön­lich kon­fron­tie­ren. (…) Wei­ter­hin wird in Deutsch­land aktu­ell die poli­zei­li­che Pra­xis des „Racial Pro­filing“, das anhalts­lo­se Kon­trol­lie­ren auf­grund von äuße­ren Merk­ma­len dis­ku­tiert. Vor­schlä­ge, mit­tels Stu­di­en das Aus­maß die­ser Pra­xis in Deutsch­land zu unter­su­chen, wur­den von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer und kurz dar­auf auch von NRW-Innen­mi­nis­ter Reul vehe­ment zurück­ge­wie­sen. Herr Reul führ­te als Gegen­ar­gu­ment ein, dass Racial Pro­filing in NRW ver­bo­ten sei. Daher sei eine Stu­die ohne Basis. Lei­la Bum­ke, eine Spre­che­rin des Bünd­nis­ses weist hier­zu auf fol­gen­de Wider­sprü­che hin: „Seit Jah­ren kri­ti­sie­ren Betrof­fe­ne ras­sis­ti­scher Poli­zei­ge­walt immer wie­der, dass es in Deutsch­land, und auch in NRW, regel­mä­ßig zu Racial Pro­filing kommt. Die­ser Kri­tik mit dem Argu­ment zu ent­geg­nen, Racial Pro­filing fin­de nicht statt, weil die­se Pra­xis ver­bo­ten sei, zeigt die Igno­ranz und das feh­len­de Pro­blem­be­wusst­sein des Innen­mi­nis­ters. Es ist in NRW auch ver­bo­ten, Per­so­nen wider­recht­lich zu inhaf­tie­ren. Im Fall des 2018 in der JVA Kle­ve ver­stor­be­nen Amad A. ist jedoch genau das pas­siert, mit fata­len Fol­gen für den Betrof­fe­nen.“ Her­bert Reul jedoch bleibt mit die­sen Äuße­run­gen sei­ner Law-and-Order-Poli­tik treu, die geprägt ist von Skan­da­len und Intrans­pa­renz – wir erin­nern nur an die Räu­mung des Ham­ba­cher Fors­tes im Som­mer 2018. Die Kund­ge­bung fin­det am 8. August, von 13 bis 18 Uhr in Leich­lin­gen statt. Es wird ver­schie­de­ne Rede­bei­trä­ge von Betrof­fe­nen und Initia­ti­ven, eine klei­ne Aus­stel­lung und Kaf­fee geben.” Drit­te Pres­se­mit­tei­lung des Bünd­nis­ses „Forum gegen Poli­zei­ge­walt und Repres­si­on“ vom 6. August 2020 zur Kund­ge­bung in Leich­lin­gen am Sams­tag, 8. August 2020 (per e‑mail, noch nicht online externer Link )
  • Sie­he ebd. auch die PM vom 3.7.20 externer Link: “NRW-wei­tes Bünd­nis „Forum gegen Poli­zei­ge­walt und Repres­si­on“ mel­det Kund­ge­bung vor dem Wohn­haus von Innen­mi­nis­ter Her­bert Reul an” sowie die Rubrik Hin­ter­grund externer Link
  • Dos­sier: [Adel B.] Der nahe­zu täg­li­che Zusam­men­bruch von Lügen-Kon­struk­tio­nen geht wei­ter: Was beim Tod eines Man­nes in Essen geschah – war Poli­zei­ge­walt
  • Dos­sier: Nach Jus­tiz­irr­tum ver­brannt. Wegen einer Ver­wechs­lung kam der Syrer Amad A. ins Gefäng­nis /​Frap­pie­ren­de Par­al­le­len zum Fall Oury Jal­loh
  • Dos­sier: NRW-Poli­zei­ge­setz wei­tet Befug­nis­se der Poli­zei und des Ver­fas­sungs­schut­zes gewal­tig aus

Der Bei­trag Am 8.8.20 laut gegen Reuls Sicher­heits­po­li­tik: Forum gegen Poli­zei­ge­walt und Repres­si­on erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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