[perspektive:] Ex-König Juan-Carlos I. flieht aus Spanien – dort wird gegen ihn wegen Korruption ermittelt

Der frühere spanische König Juan Carlos I. hat sein Land verlassen. Zeitgleich läuft gegen ihn ein Korruptionsverfahren in Spanien. Er soll 100 Millionen Euro vom saudischen König erhalten haben – später überwies er angeblich der deutschen Unternehmerin Corinna zu Sayn-Wittgenstein-Sayn einen Anteil von 65 Millionen Euro. Bisher ist sein Aufenthaltsort unbekannt.

Der ehe­ma­li­ge König Juan Car­los I. Ist aus Spa­ni­en geflo­hen. Sein aktu­el­ler Auf­ent­halts­ort ist bis­her unbe­kannt. Grund für sei­ne Flucht sind Ermitt­lun­gen gegen ihn in sei­ner Hei­mat wegen Kor­rup­ti­on.

Im August 2008, wäh­rend der Welt­wirt­schafts­kri­se, erhielt König Juan Car­los I. vom dama­li­gen sau­di­schen König Abdul­lah ibn Abd al-Aziz 100 Mil­lio­nen Dol­lar auf die Bank Mira­b­aud in Genf auf das Kon­to sei­ner pana­mai­schen Stif­tung trans­fe­riert (ein­zi­ger Begüns­tig­ter: Juan Car­los I.).

Dies könn­te im Zusam­men­hang mit einem Deal rund um eine Hoch­ge­schwin­dig­keits­stre­cke zwi­schen den Städ­ten Mek­ka und Medi­na in Sau­di-Ara­bi­en ste­hen. Im Jahr 2011 wur­de einer Grup­pe spa­ni­scher Unter­neh­men der Auf­trag zum Bau der Stra­ße erteilt.

2012 über­wies Juan Car­los I. von dem vom sau­di­schen Königs­haus erhal­te­nen Geld ca. 65 Mil­lio­nen Euro an sei­ne enge Ver­trau­te – mög­li­cher­wei­se Gelieb­te – Corin­na Prin­zes­sin zu Sayn-Witt­gen­stein-Sayn. Bei ihr han­delt es sich um eine deut­sche Unter­neh­me­rin.

Die Gen­fer Staats­an­walt­schaft eröff­ne­te 2018 auf­grund die­ser Trans­ak­tio­nen ein Ver­fah­ren wegen mut­maß­li­cher schwe­rer Geld­wä­sche. Die spa­ni­schen Medi­en erfuh­ren erst Anfang März 2020 davon.

Felipe VI. verzichtet auf Erbe

Auf­grund der mut­maß­li­chen finan­zi­el­len Unre­gel­mä­ßig­kei­ten hat Spa­ni­ens der­zei­ti­ger König Feli­pe VI. am 15. März 2020 ange­kün­digt, auf jedes Erbe sei­nes Vaters zu ver­zich­ten sowie ihm das jähr­li­che Gehalt zu ent­zie­hen (2019 rund 194.000 Euro). Feli­pe VI. ist beim Tod sei­nes Vaters als Begüns­tig­ter zwei­er Off­shore-Stif­tun­gen auf­ge­führt, davon habe er jedoch erst 2019 Kennt­nis erhal­ten.

Im Juni hat der Obers­te Gerichts­hof Spa­ni­ens ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren zur Ver­wick­lung von Juan Car­los in eine Kor­rup­ti­ons­af­fä­re ein­ge­lei­tet.

Ex-König flieht aus Spanien

Am 3. August 2020 ver­öf­fent­lich­te schließ­lich der Zar­zue­la-Palast einen Brief von Juan Car­los I. an sei­nen Sohn. In die­sem Brief kün­dig­te er an, dass er Spa­ni­en ver­las­sen und ins Aus­land gehen wol­le. Am Fol­ge­tag wur­de berich­tet, dass Juan Car­los das Land bereits ver­las­sen habe – offen­bar wur­de er dar­an nicht gehin­dert. Sein Auf­ent­halts­ort ist der­zeit nicht bekannt.

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