[labournet:] [28. Mai 2019] Protest gegen Rheinmetall-Aktionärsversammlung in Berlin

Dossier

[28. Mai 2019] Protest gegen Rheinmetall-Aktionärsversammlung in BerlinDie Hand­lan­ger des Todes und Waf­fen­her­stel­ler sit­zen in der BRD: Sig Sau­er, Heck­ler & Koch oder Krauss-Maff­ei Weg­mann. Rhein­me­tall als größ­ter deut­scher Waf­fen­ex­por­teur pro­fi­tiert vom Krieg im Jemen und baut Muni­ti­ons­fa­bri­ken in aller Welt. Mit deut­schen Pan­zern besetzt die Tür­kei das nord­sy­ri­sche Roja­va, deut­sche High-Tech­no­lo­gy dient der Abschot­tung der euro­päi­schen Außen­gren­zen. Abseits von der Öffent­lich­keit und fern von jeder Moral und Ethik sit­zen die Sen­se­män­ner und ‑frau­en am 28. Mai im Mari­tim-Hotel, Stauf­fen­berg­stra­ße 26, bei der Aktio­närs­ver­samm­lung und pla­nen ihre Geschäf­te mit dem Tod. Es ist Zeit, sie zusam­men mit dem Rhein­me­tall-Vor­stands­vor­sit­zen­den Armin Pap­per­ger zur Ver­ant­wor­tung zu zie­hen. Doch wir wis­sen auch, dass der Tod vie­le Hand­lan­ger hat und immer neue dazu kom­men wer­den, solan­ge der Kapi­ta­lis­mus exis­tiert und unser Frie­den das Blut der ande­ren ist. Wir geden­ken der Toten, aber wir sind kein Trau­er­marsch. Wir fei­ern das Leben. Und wir wer­den uns Rhein­me­tall ent­ge­gen­stel­len: Im Mai in Ber­lin, im Sep­tem­ber beim Rhein­me­tall-Ent­waff­nen-Camp in Unterlüß/​Niedersachsen gegen die dor­ti­ge Waf­fen­fa­brik und solan­ge bis Rhein­me­tall Geschich­te ist. Rhein­me­tall ent­waff­nen!“ – so der Demons­tra­ti­ons­auf­ruf „Gegen Rhein­me­tall – Für das Leben!“ von und bei „Rhein­me­tall ent­waff­nen!“ externer Link. Sie­he dazu Infor­ma­tio­nen zum Demons­tra­ti­ons­ver­lauf externer Link und den Kund­ge­bun­gen, sowie einen wei­te­ren Bei­trag zu die­ser Pro­test­ak­ti­on und nun Berich­te:

  • Rhein­me­tall-Vor­stand soll aus­sa­gen – Anti­mi­li­ta­ris­ten hof­fen auf Ein­stel­lung des Ver­fah­rens wegen Haus­frie­dens­bruchs in Ber­lin New
    “Noch ein Jahr nach Pro­tes­ten gegen Rhein­me­tall müs­sen sich drei Antimilitarist*innen vor Gericht ver­ant­wor­ten. Sie hat­ten am 28. Mai ver­gan­ge­nen Jah­res die Jah­res­haupt­ver­samm­lung des Rüs­tungs­kon­zerns genutzt, um gegen die Betei­li­gung von Rhein­me­tall am Krieg im Jemen zu pro­tes­tie­ren sowie gegen den Ein­satz von Leo­pard-2-Pan­zern im tür­ki­schen Angriffs­krieg gegen die basis­de­mo­kra­tisch orga­ni­sier­te Bevöl­ke­rung im Nor­den Syri­ens. Meh­re­re Aktivist*innen wur­den fest­ge­nom­men, nach­dem sie das Podi­um der Aktio­närs­ver­samm­lung im Ber­li­ner Mari­tim-Hotel gestürmt hat­ten. Am Mon­tag waren nun drei Antimilitarist*innen vor dem Ber­li­ner Amts­ge­richt ange­klagt, mit ihren Pro­tes­ten auf der Jah­res­haupt­ver­samm­lung Haus­frie­dens­bruch began­gen zu haben. Die Anzei­ge hat­te ein Ver­ant­wort­li­cher von Rhein­me­tall gestellt. Doch war er über­haupt dazu befugt? Die­se Fra­ge woll­te die Rechts­an­wäl­tin Anna Luc­zak, die eine der Ange­klag­ten ver­tritt, geklärt haben. Der Rich­ter war sich mit ihr einig: »Soll­te sich her­aus­stel­len, dass die Anzei­ge von einem Vor­stands­mit­glied gestellt wur­de, das dazu nicht befugt war, wird das Ver­fah­ren sofort ein­ge­stellt«, erklär­te er. (…) Als einen beson­de­ren Erfolg sahen es alle drei Ange­klag­ten, dass der Rich­ter sich nicht mit einer schrift­li­chen Erklä­rung begnüg­te, son­dern dar­auf­be­stand, dass der Rhein­me­tall-Jurist vor Gericht aus­sagt. »Wir haben immer gefor­dert, dass die Mit­glie­der des Rhein­me­tall-Vor­stands wegen ihrer Waf­fen­ver­käu­fe in alle Welt vor Gericht müs­sen.« Die Initia­ti­ve sieht es als »gutes Zei­chen«, dass Rhein­me­tall-Ver­ant­wort­li­che nun vor­ge­la­den wer­den und aus­sa­gen müs­sen. Die Ange­klag­ten und ihre Anwält*innen for­dern außer­dem, dass der Vor­stands­vor­sit­zen­de von Rhein­me­tall, Armin Pap­per­ger, vor­ge­la­den wird. Vor dem Ber­li­ner Amts­ge­richt hat­ten Antimilitarist*innen eine Kund­ge­bung orga­ni­siert. Etwa 30 Men­schen woll­ten damit unter ande­rem ihre Soli­da­ri­tät mit den drei Ange­klag­ten aus­drü­cken. Sie pran­ger­ten auch die Kon­zern­po­li­tik von Rhein­me­tall an. Auf einem der Trans­pa­ren­te war die Paro­le »Krieg beginnt hier« zu lesen. Auf einem ande­ren Ban­ner hieß es: »Rhein­me­tall – Wir lie­fern die Flucht­grün­de und die Gren­zen gleich mit«. Auch das Mot­to »Rhein­me­tall zu Alt­me­tall« war zu hören. Auf einem Flug­blatt wur­de vor­ge­schla­gen, statt für Waf­fen mehr Geld für den Gesund­heits- und Pfle­ge­sek­tor aus­zu­ge­ben…” Pro­zess­be­richt von Peter Nowak vom 4. August 2020 in neu­es Deutsch­land online externer Link
  • 10. Juni 20 in Ber­lin: Kund­ge­bung zum Gerichts­pro­zess gegen “Rhein­me­tall ent­waff­nen!” – Kund­ge­bung vor dem Amts­ge­richt Ber­lin-Tier­gar­ten am Pro­zess­tag von 09–14 Uhr
    Vor einem Jahr stürm­ten Kriegsgegner*innen das Podi­um der Haupt­ver­samm­lung von Rhein­me­tall im Mari­tim Hotel Ber­lin. Damit pro­tes­tier­ten sie gegen die Betei­li­gung von Rhein­me­tall am Krieg im Jemen und den Ein­satz von Leo­pard-2-Pan­zern im tür­ki­schen Angriffs­krieg gegen die basis­de­mo­kra­tisch orga­ni­sier­te Bevöl­ke­rung im Nor­den Syri­ens. Nun wird am 10. Juni 2020 vor dem Ber­li­ner Amts­ge­richt gegen einen Betei­lig­ten ver­han­delt. Obwohl dies­mal nur eine Per­son vor Gericht gela­den ist, sind damit alle gemeint, die ent­schlos­sen gegen Krieg pro­tes­tie­ren. Mit dem Vor­wurf Wider­stand und tät­li­cher Angriff gegen Voll­stre­ckungs­be­am­te wird ver­sucht, ein Exem­pel an Kriegsgegner*innen zu sta­tu­ie­ren. Der ent­spre­chen­de Para­graf 114 StGB wur­de kurz vor den Pro­tes­ten gegen den G20-Gip­fel in Ham­burg ein­ge­führt und ist selbst unter Jurist*innen sehr umstrit­ten. Auch wei­te­ren Aktivist*innen ste­hen Gerichts­pro­zes­se für Aktio­nen gegen den Waf­fen­her­stel­ler Rhein­me­tall bevor. Als Bünd­nis „Rhein­me­tall ent­waff­nen“ neh­men wir die­se Kri­mi­na­li­sie­rung nicht hin und orga­ni­sie­ren Unter­stüt­zung für die Ange­klag­ten. Sowohl vor Gericht als auch auf der Stra­ße ste­hen wir wei­ter­hin zu unse­rer Über­zeu­gung – das Geschäft mit dem Tod muss sofort been­det wer­den!Kommt zur Kund­ge­bung gegen den Pro­zess am Mitt­woch 10. Juni! Ort: Amts­ge­richt Tier­gar­ten, Turm­stra­ße 91, 10559 Ber­lin. Zeit: Von 9:00 Uhr – 14:00 Uhr. Der Pro­zess fin­det ab 10:15 Uhr im Raum 768 des Amts­ge­richts statt.” Auf­ruf von und bei Rhein­me­tall Ent­waff­nen externer Link, sie­he aich ein Inter­view zum Pro­zess in der jw externer Link sowie das Spen­den­kon­to: Rote Hil­fe e.V. IBAN: DE55 4306 0967 4007 2383 17, BIC: GENODEM1GLS, GLS-Bank, Ver­wen­dungs­zweck: Rhein­me­tall Ent­waff­nen – wir wün­schen viel Erfolg!
  • Nach­hal­ti­ge Stö­rung der Rhein­me­tall-Aktio­närs­ver­samm­lung Kriegs­geg­ner kün­di­gen wei­te­re unge­hor­sa­me Aktio­nen gegen Rhein­me­tall-Bom­ben­fa­brik in Unterlüß/​Niedersachsen an 
    Etwa 50 Kriegs­geg­ner des Bünd­nis­ses „Rhein­me­tall Ent­waff­nen“ haben heu­te die Haupt­ver­samm­lung des größ­ten deut­schen Rüs­tungs­kon­zerns mas­siv gestört. Sie stürm­ten das Podi­um der Ver­samm­lung im Ber­li­ner Mari­tim-Hotel, als der Rhein­me­tall-Vor­stands­vor­sit­zen­de Armin Pap­per­ger zu spre­chen begann. „Wir haben das Wort ergrif­fen, weil wir die Kriegs­ver­bre­chen nicht mehr ertra­gen kön­nen, an denen der Rhein­me­tall-Kon­zern betei­ligt ist“, erklärt Caro­la Palm vom Bünd­nis „Rhein­me­tall Ent­waff­nen“. Auf mit­ge­führ­ten Trans­pa­ren­ten for­der­ten die Frie­dens­ak­ti­vis­ten „Rüs­tungs­ex­por­te stop­pen“ und Soli­da­ri­tät mit Roja­va. Die Haupt­ver­samm­lung muss­te wegen der laut­star­ken Pro­tes­te für eine drei­vier­tel Stun­de unter­bro­chen wer­den. Die­se mas­si­ve Stö­rung stellt ein Novum dar. Eine Sitz­blo­cka­de auf dem Podi­um führ­te dazu, dass Vor­stands­vor­sit­zen­der Armin Pap­per­ger das Red­ner­pult ver­las­sen muss­te. Anschlie­ßend räum­te die Poli­zei die Blo­cka­de mit Gewalt und nahm meh­re­re Kriegs­geg­ner in Gewahr­sam. (…) Wäh­rend der Stö­run­gen fand zeit­gleich vor dem Hotel eine Demons­tra­ti­on unter dem Mot­to „Für das Leben! Gegen Rhein­me­tall!“ statt, an der sich 200 Men­schen betei­lig­ten.” Aus der Pres­se­mit­tei­lung vom 28.5.2019. Sie­he für wei­te­re Berich­te: Bei­fall der Aktio­nä­re für den Poli­zei­ein­satz auf der Rhein­me­tall-Jah­res­ver­samm­lung – ein Poli­zei­ein­satz gegen den „Beginn einer neu­en anti­mi­li­ta­ris­ti­schen Bewe­gung“?
  • Demons­tra­ti­on am 28. Mai 2019: 9.00 Uhr (pünkt­lich!) Bot­schaft Sau­di-Ara­bi­en, Tier­gar­ten­stra­ße 33–34 (Sau­di-Ara­bi­en führt die Mili­tär­al­li­anz im Krieg in Jemen an. Das Land im Süden der ara­bi­schen Halb­in­sel erlebt die größ­te huma­ni­tä­re Kata­stro­phe die­ser Tage, Mil­lio­nen Men­schen sind von Hun­ger bedroht). 9.30 Uhr Bot­schaft Tür­kei, Tier­gar­ten­stra­ße 19–21 (Der tür­ki­sche Des­pot Erdo­gan droht mit einem Angriff auf das kon­fö­de­ra­ti­ve, demo­kra­ti­sche und femi­nis­ti­sche Pro­jekt Roja­va in Nord­sy­ri­en). 9.45 Uhr Schließ­lich sto­ßen wir zur Kund­ge­bung vor dem Mari­tim-Hotel. Im Hotel star­tet um 10 Uhr die Haupt­ver­samm­lung.
  • „Das blu­ti­ge Geschäft mit dem Tod been­den-Rhein­me­tall ent­waff­nen!“ vom Wider­stands­ko­mi­tee Ber­lin am 26. Mai 2019 bei de.indymedia externer Link, wor­in es unter ande­rem heißt: „… Zum Reper­toire des Unter­neh­mens gehört u.a. die Pro­duk­ti­on von Schutz­pan­ze­run­gen, Artil­le­rie­waf­fen­an­la­gen, Tak­ti­sche Waf­fen­lam­pen, Pan­zer­mu­ni­ti­on und Glatt­rohr­waf­fen­an­la­gen. Letz­te­re wur­den von Rhein­me­tall für den “Leo­pard 2” – Pan­zer ent­wi­ckelt. Die­ses Pan­zer­mo­dell wird neben Deutsch­land auch von der Tür­kei ein­ge­setzt. Die Bil­der rol­len­der Leo­pard Pan­zer unter Tür­ki­scher Fah­ne beim völ­ker­rechts­wid­ri­gen Ein­marsch in das syri­schen Afrin im Janu­ar 2018 führ­ten zuletzt die Zusam­men­ar­beit des Düs­sel­dor­fer Rüs­tungs­rie­sen und des Regimes in Anka­ra pla­ka­tiv vor Augen. Wei­ter­hin wird die Her­stel­lung der Muni­ti­ons­pa­let­te, der Feu­er­leit­an­la­ge und des Füh­rungs­sys­tems des Pan­zers eben­falls von Rhein­me­tall gestellt. Seit dem Jahr 2010 und der damit begin­nen­den Zusam­men­ar­beit mit dem Mün­che­ner Fahr­zeug- und Maschi­nen­bau­kon­zern, MAN, wer­den durch die Rhein­me­tall MAN Mili­ta­ry Vehi­cles GmbH, „Mili­tä­ri­sche Nutz­fahr­zeu­ge“ aller Arten und For­men pro­du­ziert. Allei­ne im Zeit­raum von Janu­ar bis Okto­ber 2018 wur­den Waf­fen im Wert von 200 Mil­lio­nen Euro durch deut­sche Rüs­tungs­her­stel­ler an das AKP-MHP Regime in die Tür­kei gelie­fert. Neben dem Baden-Würt­tem­ber­gi­schen Rüs­tungs­un­ter­neh­men „Heckler&Koch“, wel­ches Hand­feu­er­waf­fen an Erdo­gan lie­fert, und dem Esse­ner Indus­trie­kon­zern „Thys­sen Krupp“, wel­cher in Koope­ra­ti­on mit einem tür­ki­schen Unter­neh­men sechs neue Jagd-U-Boo­te für Anka­ra pro­du­zier­te, dürf­te Rhein­me­tall mit einem Jah­res­um­satz von 492 Mil­lio­nen Euro als frag­wür­di­ger Sie­ger vom Platz gehen. Abge­se­hen von den durch die Bun­des­re­gie­rung abge­seg­ne­ten Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Tür­kei sind es die Expor­te nach Sau­di-Ara­bi­en, mit denen Rhein­me­tall sei­ne Umsät­ze absi­chert und ver­viel­facht; eben­falls 2018 wur­den so Waf­fen im Wert von 160 Mil­lio­nen Euro an eine Regie­rung gelie­fert, wel­che akti­ve Kriegs­par­tei im Jemen ist und auf deren Kon­to in die­sem Kon­text der Tod von über 70.000 Men­schen geht. Poli­tisch legi­ti­miert und ermög­licht wird dies durch die Deut­sche Regie­rung, das Düs­sel­dor­fer Rüs­tungs­un­ter­neh­men Rhein­me­tall, des­sen Chef Armin Pap­per­ger, Aktio­nä­re, sowie der Deut­schen Bank und der Com­merz­bank, die u.a für Rhein­me­tall die Kon­ten und Fonds stel­len. Lasst uns nicht ver­ges­sen, wo die Profiteur*innen der Krie­ge und dem Tod und Leid unzäh­li­ger Men­schen auf der gan­zen Welt sit­zen; unter ande­rem hier, in Deutsch­land. Wäh­rend man uns “Gewalt­frei­heit” und soge­nann­te “Demo­kra­tie” pre­digt, wer­den zuguns­ten von Pro­fi­ten und geo­po­li­ti­schen Inter­es­sen jeden Tag Men­schen ermor­det, verstüm­melt oder ihrer Ange­hö­ri­gen und ihres Zuhau­ses beraubt…“

Der Bei­trag [28. Mai 2019] Pro­test gegen Rhein­me­tall-Aktio­närs­ver­samm­lung in Ber­lin erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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