[labournet:] Corona-Epidemie: Humanitäre Programme zur Flüchtlingsaufnahme ausgesetzt

Dossier

EU: No Entrance. Titelbild zum isw-report 104 - Auf der Flucht. Fluchtursachen. Festung Europa. Alternativen. (Festung Europa, Februar 2016)Die Coro­na-Kri­se hat auch Aus­wir­kun­gen auf die deut­sche und euro­päi­sche Flücht­lings­po­li­tik. Weil die Gren­zen geschlos­sen sind, lie­gen huma­ni­tä­re Pro­gram­me auf Eis. Die Auf­nah­me von Kin­dern aus Grie­chen­land soll aber trotz­dem gelin­gen. Hilfs­wer­ke war­nen: Coro­na­vi­rus könn­te grie­chi­sche Camps errei­chen. Wegen der Aus­brei­tung des Coro­na­vi­rus setzt Deutsch­land die huma­ni­tä­ren Pro­gram­me zur Flücht­lings­auf­nah­me bis auf wei­te­res aus. Ein Spre­cher des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums bestä­tig­te am Mitt­woch einen ent­spre­chen­den Bericht der Fun­ke-Medi­en­grup­pe. Das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf) sei ange­wie­sen wor­den, die Ver­fah­ren aus­zu­set­zen, sag­te er. Dies gel­te aber nicht für die Bemü­hun­gen, min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge von den grie­chi­schen Inseln auf EU-Län­der zu ver­tei­len. Fak­tisch sei­en die deut­schen huma­ni­tä­ren Auf­nah­me­ver­fah­ren wegen Rei­se- und ande­rer Beschrän­kun­gen seit Frei­tag zum Erlie­gen gekom­men, sag­te der Spre­cher. Alle Bamf-Mit­ar­bei­ter im Aus­land sei­en zurück­ge­holt wor­den. Die Ver­fah­ren sol­len wie­der auf­ge­nom­men wer­den, sobald dies mög­lich sei…” Bei­trag vom 19.03.2020 beim Miga­zin externer Link (im Abo), sie­he dazu:

  • Zuspit­zung der huma­ni­tä­ren Lage im Mit­tel­meer New
    “… Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen haben vor einer Zuspit­zung der huma­ni­tä­ren Lage im Mit­tel­meer gewarnt. »Obwohl in den letz­ten Wochen mehr Men­schen ver­such­ten, in see­un­taug­li­chen Boo­ten aus Liby­en zu flie­hen, sind inzwi­schen fast alle akti­ven See­not­ret­tungs­schif­fe wegen angeb­li­cher Sicher­heits­män­gel in Ita­li­en fest­ge­setzt oder wer­den mit nicht erfüll­ba­ren Auf­la­gen am Ein­satz gehin­dert«, heißt es in einer am Diens­tag ver­öf­fent­lich­ten Erklä­rung von SOS Médi­ter­ra­née, Sea-Eye und Sea-Watch: »Somit ist der­zeit kein zivi­les See­not­ret­tungs­schiff im Mit­tel­meer im Ein­satz.« Allei­ne in den ver­gan­ge­nen acht Wochen hät­ten die zivi­len Auf­klä­rungs­flug­zeu­ge von Sea-Watch im zen­tra­len Mit­tel­meer mehr als 2.100 Per­so­nen in See­not doku­men­tiert, erklär­ten die Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen. »In vie­len die­ser Fäl­le wur­den die Men­schen durch die soge­nann­te liby­sche Küs­ten­wa­che völ­ker­rechts­wid­rig nach Liby­en zurück­ge­bracht.« Die euro­päi­schen Ret­tungs­leit­stel­len sei­en ihrer Ver­pflich­tung, See­not­fäl­le zu koor­di­nie­ren und den Über­le­ben­den einen siche­ren Hafen zuzu­wei­sen, wie­der­holt nicht nach­ge­kom­men: »Dabei haben euro­päi­sche Behör­den bil­li­gend in Kauf genom­men, dass hun­der­te Men­schen in den letz­ten Mona­ten auf dem Mit­tel­meer ertrun­ken sind.« Mel­dung vom 4. August 2020 in neu­es Deutsch­land online externer Link
  • [Rück­kehr zur schlech­ten “Nor­ma­li­tät”] See­hofer kün­digt Wie­der­be­ginn huma­ni­tä­rer Auf­nah­men an 
    Mit dem Ende der Rei­se­be­schrän­kun­gen will Innen­mi­nis­ter See­hofer auch wie­der Flücht­lin­ge aus ande­ren EU-Län­dern auf­neh­men. Aus Grie­chen­land sol­len 243 Kin­der mit Ange­hö­ri­gen kom­men, aus Ita­li­en und Mal­ta 160 aus See­not geret­te­te Migran­ten. (…) Dar­über hin­aus hat See­hofer nach eige­nen Wor­ten Ita­li­en und Mal­ta ange­bo­ten, jeweils 80 aus See­not geret­te­te Migran­ten zu über­neh­men. Die Auf­nah­men wer­den jeweils “Ende Juni, Juli” erfol­gen, sag­te der Innen­mi­nis­ter, ohne kon­kre­te Daten zu nen­nen. See­hofer beton­te am Mitt­woch auch erneut sei­nen Wunsch nach mehr Soli­da­ri­tät unter den EU-Län­dern. Wäh­rend sich bei der Auf­nah­me aus Grie­chen­land rund ein Dut­zend ande­rer Staa­ten betei­li­ge, sei es bei der Auf­nah­me der aus See­not Geret­te­ten “allen­falls ein hal­bes Dut­zend”. Wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie war die See­not­ret­tung pri­va­ter Orga­ni­sa­tio­nen im Mit­tel­meer zum Erlie­gen gekom­men…” epd-Mel­dung vom 10.06.2020 externer Link
  • Bun­des­in­nen­mi­nis­ter gegen erleich­ter­te Auf­nah­me von Geflüch­te­ten 
    “Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) will den Bun­des­län­dern kei­ne zusätz­li­chen Kom­pe­ten­zen bei der Auf­nah­me von Geflüch­te­ten zubil­li­gen. See­hofer wies damit einen ent­spre­chen­den Vor­stoß sei­nes Ber­li­ner Amts­kol­le­gen Andre­as Gei­sel (SPD) zurück, wie der Spie­gel am Mitt­woch berich­te­te. Gei­sel plä­dier­te zuvor in einem Schrei­ben an See­hofer für eine Geset­zes­än­de­rung, durch die auf Län­der­ebe­ne leich­ter Geflüch­te­te auf­ge­nom­men wer­den kön­nen – bei­spiels­wei­se aus den völ­lig über­füll­ten Lagern in Grie­chen­land. In sei­ner dem Spie­gel vor­lie­gen­den Ant­wort vom 7. Mai ver­wei­se der Bun­des­in­nen­mi­nis­ter dar­auf, dass die Auf­nah­me der Kin­der und Jugend­li­chen durch die »Huma­ni­tä­re Klau­sel« in der soge­nann­ten Dub­lin-III-Ver­ord­nung erfolg­te, mit dem Ziel eines »ergeb­nis­of­fe­nen« Asyl­ver­fah­rens in der Bun­des­re­pu­blik. Auf Anfra­ge des Maga­zins sei Gei­sel bei sei­ner For­de­rung geblie­ben. Ursprüng­lich woll­te er das Vor­ha­ben einer Geset­zes­än­de­rung in der nächs­ten Bun­des­rats­sit­zung Anfang Juni auf die Tages­ord­nung set­zen las­sen.” Mel­dung der jun­gen Welt vom 27. Mai 2020 externer Link

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Der Bei­trag Coro­na-Epi­de­mie: Huma­ni­tä­re Pro­gram­me zur Flücht­lings­auf­nah­me aus­ge­setzt erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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