[labournet:] Corona und Prostitution: Große Sorgen in der Sexarbeit

Dossier

Coronavirus, die Hetze und der Ausnahmezustand: China im Shitstorm„Das ist das ganz gro­ße Dra­ma“, sagt Ste­pha­nie Klee vom Bun­des­ver­band Sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen (BSD), in dem sich unter ande­rem Betreiber:innen von Bor­del­len orga­ni­siert haben: Meh­re­re Städ­te und Bun­des­län­der haben wegen des Coro­na-Virus ange­ord­net, Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten vor­erst zu schlie­ßen. Dazu gehö­ren Ham­burg, Ber­lin, Nord­rhein-West­fa­len und das Saar­land. Mit wei­te­ren Ver­bo­ten wird gerech­net. Die Poli­zei kon­trol­lier­te vie­ler­orts bereits am Wochen­en­de, ob die Ver­bo­te umge­setzt wer­den. Natür­lich habe sie vol­les Ver­ständ­nis, dass Gesund­heit vor­ge­he, sagt Klee. „Aber vie­le wis­sen nicht, wie sie die nächs­te Zeit über­ste­hen sol­len.“ Auch Johan­na Weber vom Berufs­ver­band ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen (BesD), der für Sexarbeiter:innen spricht, sagt: Vor allem unter den­je­ni­gen, die ohne­hin schon mar­gi­na­li­siert arbei­ten, die weder Kran­ken­ver­si­che­rung noch fes­ten Wohn­sitz haben, „herr­sche rich­tig Panik.“ Ohne­hin hät­ten sehr vie­le Sex­ar­bei­ten­de nahe­zu kei­ne Rück­la­gen. Oft woh­nen Sexarbeiter:innen vor­über­ge­hend in den Bor­del­len, in denen sie arbei­ten. „Die wur­den jetzt von einem Tag auf den ande­ren auf die Stra­ße gesetzt“, sagt Weber. Vie­le, die nicht in Deutsch­land leben, könn­ten wahr­schein­lich nicht mehr nach Hau­se rei­sen oder müss­ten in Qua­ran­tä­ne. Die Gren­zen etwa nach Polen oder Bul­ga­ri­en sind dicht. (…) Ihr Ver­band suche bereits nach Lösun­gen: sowohl, um die dro­hen­de Obdach­lo­sig­keit vie­ler Kolleg:innen auf­zu­fan­gen, als auch, um zu klä­ren, wie es mit staat­li­chen Aus­fall­zah­lun­gen aus­sieht…“ Arti­kel von Patri­cia Hecht vom 16.03.2020 bei der Taz online externer Link, sie­he auch Dona Car­men an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter:

  • Bor­dell-Urteil im Saar­land: Denk­zet­tel für die Poli­tik! Doña Car­men for­dert Kehrt­wen­de auch in übri­gen Bun­des­län­dern! New
    Doña Car­men e.V., Ver­ein für die sozia­len und poli­ti­schen Rech­te von Pro­sti­tu­ier­ten, begrüßt das heu­ti­ge, nicht mehr anfecht­ba­re Urteil des saar­län­di­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts. Es hat ent­schie­den, dass das gene­rel­le Ver­bot des Betriebs von Bor­del­len und damit auch die ekla­tan­te Ungleich­be­hand­lung sexu­el­ler Dienst­leis­tun­gen gegen­über ande­ren „kör­per­na­hen Dienst­leis­tun­gen“ in der saar­län­di­schen Coro­na-Ver­ord­nung dem Grund­recht auf Berufs­frei­heit wider­spre­chen. Die Coro­na-Ver­ord­nung des Saar­lands ist damit in die­sem Punkt gekippt und die dor­ti­ge Lan­des­re­gie­rung ver­pflich­tet, die Coro­na-Ver­ord­nung dies­be­züg­lich zu ändern. Das heu­ti­ge Urteil eines Ober­ver­wal­tungs­ge­richts ist eine Kehrt­wen­de in der bis­her gegen Pro­sti­tu­ti­on gerich­te­ten Recht­spre­chung und kas­siert ein vor­he­ri­ges Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts des Saar­lands. Es wider­spricht zudem ähn­lich pro­sti­tu­ti­ons­feind­li­chen Urtei­len in ande­ren Bun­des­län­dern in die­ser Ange­le­gen­heit…” Pres­se­mit­tei­lung vom 6.8.20 externer Link, sie­he auch:
  • Pro­test­ak­ti­on in Frank­furt am 19. Sep­tem­ber 2020: „Grü­nes Licht fürs Rot­licht!“ New
    Seit Mit­te März bis auf den heu­ti­gen Tag müs­sen Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten mit Ver­weis auf Coro­na geschlos­sen blei­ben. Gleich­zei­tig ver­bie­ten hier­zu­lan­de noch immer acht Bun­des­län­der das Ange­bot und die Inan­spruch­nah­me sexu­el­ler Dienst­leis­tun­gen jen­seits Betrei­ber geführ­ter Pro­sti­tu­ti­ons-Eta­blis­se­ments…” Auf­ruf vom 6. August 2020 bei Dona Car­men externer Link zur zen­tra­len Pro­test­ak­ti­on in Frank­furt am Sa, 19. Sep­tem­ber 2020 – 12 Uhr – Opern­platz: “Schluss mit der anhal­ten­den dis­kri­mi­nie­ren­den Ungleich­be­hand­lung des Pro­sti­tu­ti­ons­ge­wer­bes unter dem Vor­wand von Coro­na”
  • Demo am 03. 07. vor dem Bun­des­rat in Ber­lin: „Öff­nung der Bor­del­le JETZT“ 
    Geschlos­sen – ver­ges­sen – ver­kannt. Wir demons­trie­ren mor­gen, am Frei­tag, den 03. 07., ab 8.30 Uhr vor dem Bun­des­rat in Ber­lin, wo die 16 Minis­ter­prä­si­den­tin­nen und Minis­ter­prä­si­den­ten das letz­te Mal vor der Som­mer­pau­se tagen. Wir for­dern die sofor­ti­ge Öff­nung der Bor­del­le und ste­hen Ihnen für alle Fra­gen rund um Pro­sti­tu­ti­on und Coro­na vor Ort zur Ver­fü­gung. Sehr geehr­te Minis­ter­prä­si­den­tin­nen und Minis­ter­prä­si­den­ten der 16 Bun­des­län­der, wir wen­den uns heu­te an Sie – gemein­sam mit dem Berufs­ver­band ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst-leis­tun­gen e. V. (besd) – und for­dern Sie auf, end­lich auch der Pro­sti­tu­ti­ons­bran­che eine Per­spek­ti­ve zu bie­ten. In Deutsch­land wer­den nach und nach fast alle Betrie­be nach dem Coro­na-Lock­down wie­der geöff­net: Fri­sö­re, Mas­sa­gen, Kos­me­tik, Tantra‑, Fitness‑,Tattoo-Studios, Gas­tro­no­mie und Hotel­le­rie, Sau­nen, Ver­an­stal­tun­gen mit mehr als 50/​100/​300 Per­so­nen und sogar Boxen, Ring­kämp­fe, etc. Die Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten scheint die Poli­tik ver­ges­sen zu haben seit deren Schlie­ßung Mit­te März. Erlaubt sind dage­gen in vie­len Bun­des­län­dern die Haus- und Hotel­be­su­che, der Stra­ßen­strich und die Sex­ar­beit im pri­va­ten Bereich. Das hat zur Fol­ge, dass Sexarbeiter*innen immer mehr hier­hin „abwan­dern“ oder gleich in die Schweiz, Bel­gi­en, Tsche­chi­en, Öster­reich und die Nie­der­lan­de, die mit knap­pen Hygie­nekon­zep­ten Pro­sti­tu­ti­on ins­ge­samt wie­der erlaubt haben. Die Poli­zei und die Lan­des­kri­mi­nal­äm­ter spre­chen hier von einer neu­en struk­tu­rel­len Ent­wick­lung, zu denen weder sie noch Fach­be­ra­tungs­stel­len noch Gesund­heits­äm­ter Zugang haben. Wie­so in Deutsch­land die Bor­del­le nicht end­lich geöff­net wer­den, ist nicht ver­ständ­lich…” PM vom 2.6.2020 des Bun­des­ver­band Sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen e. V. externer Link
  • Inter­na­tio­na­ler Huren­tag 2020: Aus­nah­me­zu­stand als Nor­mal­zu­stand? – Nicht mit uns! 
    “„Pro­sti­tu­ier­te haben Rech­te“, erklär­te der frau­en- und fami­li­en­po­li­ti­schen Spre­cher der CDU/C­SU-Bun­des­tags­frak­ti­on, Mar­cus Wein­berg, jüngst in einer Pres­se­mit­tei­lung, mit der er andeu­te­te: Auch für das Pro­sti­tu­ti­ons­ge­wer­be wür­den die seit mehr als 11 Wochen gel­ten­den Tätig­keits­ver­bo­te ein Ende fin­den und wür­de man wie­der zur Nor­ma­li­tät zurück­keh­ren. Nor­ma­li­tät? Rech­te? (…) Sexarbeiter/​innen haben dank CDU/​CSU/​SPD ledig­lich sub­stan­zi­ell aus­ge­höhl­te Rech­te und dür­fen nur als Men­schen zwei­ter Klas­se ihrer beruf­li­chen Tätig­keit nach­ge­hen. Denn Sexarbeiter/​innen haben das „Recht“, sich zwangs­wei­se regis­trie­ren zu las­sen, bevor sie ihrer Tätig­keit nach­ge­hen dür­fen. Sie haben das zwei­fel­haf­te „Recht“, in regel­mä­ßi­gen Abstän­den Zwangs­be­ra­tun­gen über sich erge­hen zu las­sen. Sie haben das famo­se „Recht“, stets einen Huren­pass mit sich zu füh­ren. Sie haben das „Recht“, sich von Betrei­bern der Pro­sti­tu­ti­ons-Eta­blis­se­ments kon­trol­lie­ren und über­wa­chen zu las­sen. Sie haben das dem Grund­ge­setz wider­spre­chen­de „Recht“, bei Ver­dacht auf Pro­sti­tu­ti­on jeder­zeit Poli­zei und Ord­nungs­kräf­te in ihre Woh­nung hin­ein­las­sen zu müs­sen. Und sie haben das „Recht“, sich zwecks Über­prü­fung der Ein­hal­tung unzäh­li­ger Regeln und Vor­ga­ben jeder­zeit und an jedem Ort kon­trol­lie­ren zu las­sen. Genau mit die­ser Art Aus­nah­me­zu­stand droht uns Herr Wein­berg…” Pres­se­mit­tei­lung vom 1. Juni 2020 von und bei Doña Car­men e.V. externer Link – sie­he zum Hin­ter­grund ebd.: Pro­sti­tu­ti­on und Coro­na-Ver­ord­nun­gen (Stand 28.Mai 2020) externer Link
  • Coro­na & Pro­sti­tu­ti­on: Offe­ner Brief an 16 Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te zur gene­rel­len Ein­füh­rung eines Sex­ver­kaufs­ver­bots 
    “… Sie haben sich in Ihrem Brief an die 16 Minis­ter­prä­si­den­ten­In­nen mit der For­de­rung gewandt, den der­zei­ti­gen Coro­na-Lock­down und die dadurch beding­te Schlie­ßung aller Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten für die gene­rel­le Ein­füh­rung eines Sex­kauf­ver­bots zu nut­zen. Mal davon abge­se­hen, dass nir­gend­wo ein Sex­kauf­ver­bot Sexarbeiter*innen Schutz gebracht oder den Bedarf an Pro­sti­tu­ti­on redu­ziert hät­te, und Sie die Coro­na-Not­la­ge von Sexarbeiter*innen für ihre rück­wärts­ge­wand­te, mora­lin­saure, her­ab­wür­di­gen­de und respekt­lo­se, um Auf­merk­sam­keit hei­schen­de Poli­tik nut­zen wol­len, set­zen Sie mit Ihrer Behaup­tung eine Lüge in die Welt, die durch nichts bewie­sen ist. „Pro­sti­tu­ti­on (habe) die epi­de­mio­lo­gi­sche Wir­kung eines Super-Sprea­ders: Social Distancing ist i.d.R. mit sexu­el­len Hand­lun­gen nicht ver­ein­bar.“ „Das lie­ge auf der Hand.“ Woher kommt die­se Erkennt­nis? Wie vie­le Bor­del­le haben Sie besucht? Sind Sie Ken­ner der Pro­sti­tu­ti­on? Ver­fü­gen Sie über eige­ne Erfah­run­gen? Offen­sicht­lich nicht! Denn DIE Pro­sti­tu­ti­on gibt es nicht. Wie es auch nicht DIE Sexarbeiter*in gibt. Wir sind eine enorm viel­fäl­ti­ge Bran­che, ähn­lich der Hotel­le­rie: es gibt klei­ne Apart­ments, wo nur eine Sexarbeiter*in arbei­tet, oder Woh­nungs­bor­del­le, Stu­di­os, Bars, Lauf­häu­ser oder Well­ness­oa­sen. Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten sind mal gro­ße – mal klei­ne Betrie­be. (…) Ande­re haben auch ein gas­tro­no­mi­sches Ange­bot, ver­kau­fen z. B. Geträn­ke, wie eine Gast­stät­te oder zei­gen Fil­me. Aber Orgi­en, Enge wie in einer Dis­ko­thek oder beim Kon­zert oder Begeis­te­rung wie auf dem Fuß­ball­feld sind da ein­deu­tig die Aus­nah­me. War­um soll­ten Sexarbeiter*innen, Kun­den und Bor­dell­be­trei­be­rIn­nen die Coro­na-Schutz­maß­nah­men nicht ein­hal­ten kön­nen? Hal­ten Sie die­se für düm­mer als den Rest der Gesell­schaft? Im Gegen­teil: Sexarbeiter*innen haben per se ein gro­ßes Inter­es­se an Hygie­ne und ihrer Gesund­heit, denn die ist ihr Kapi­tal. Auch sind sie schon immer geübt unter Beach­tung von Schutz­maß­nah­men zu arbei­ten und nut­zen z. B. Kon­do­me gegen sexu­ell über­trag­ba­re Erkran­kun­gen (STI‚s und HIV) und füh­ren einen Gesund­heits­che­que durch. Natür­lich haben wir, wie ande­re Bran­chen auch, ein ent­spre­chen­des Hygie­ne-Kon­zept erar­bei­tet und der Poli­tik vor­ge­legt (https://​bsd​-ev​.info/​c​o​r​o​n​a​-​h​y​g​i​e​n​e​k​o​n​z​e​pt/ externer Link), denn uns liegt die Gesund­heit aller Men­schen sehr am Her­zen. Den Begriff des „Super-Sprea­ders“ in die­sem Zusam­men­hang zu benut­zen ist nicht nur extrem belei­di­gend, son­dern auch falsch. Offen­sicht­lich wol­len Sie eine gesam­te Bran­che dis­kre­di­tie­ren, um Ihr eigent­li­ches Ziel, das Sex­kauf­ver­bot, durch­zu­set­zen. Lei­der erin­nert die­se Dif­fa­mie­rung und die­se fal­sche Behaup­tung an eine längst hin­ter uns geglaub­te Zeit, an den Beginn der AIDS-Hys­te­rie, wo u. a. auch Sexarbeiter*innen unter dem Vor­wurf zu lei­den hat­ten, sie wür­den die­se sexu­el­le über­trag­ba­re Infek­ti­on wei­ter­ge­ben. In der Fol­ge­zeit stell­te sich dann her­aus, dass sie weni­ger damit kon­fron­tiert waren und kaum Infek­ti­ons­zah­len auf­wie­sen als die All­ge­mein­be­völ­ke­rung. Der Grund ist natür­lich dar­in zu sehen, dass Sexarbeiter*innen allein aus Eigen­in­ter­es­se schon immer wuss­ten, wie sie sich selbst und ihre Kun­den schüt­zen kön­nen. Schon immer hat man ver­sucht, die Ver­ant­wor­tung – für die Gesund­heit der All­ge­mein­be­völ­ke­rung – den Sexarbeiter*innen zuzu­schie­ben. Wobei fol­gen­de Per­spek­ti­ven feh­len: woher bekom­men Sexarbeiter*innen die Infek­ti­on? Und wie­so sind sie allein dafür ver­ant­wort­lich? Es ist immer leicht, die Schuld auf jemand ande­ren zu schie­ben. Eine wei­te­re Schlie­ßung der Bor­del­le und ein Ver­bot der Pro­sti­tu­ti­on sind durch nichts gerecht­fer­tigt – im Gegen­teil: es muss auch der Pro­sti­tu­ti­ons­bran­che ermög­licht wer­den, wie­der Ein­nah­men zu gene­rie­ren und den Kun­den einen guten Ser­vice zu bie­ten, der mensch­lich, sta­bi­li­sie­rend und für sie ins­be­son­de­re in Coro­na-Zei­ten exis­ten­zi­ell ist…“ Offe­ner Brief vom 25.05.2020 von und bei Bun­des­ver­band sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen e. V. externer Link
  • Bor­dell-Schlie­ßun­gen: Offe­ner Brief an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahn und die Gesund­heits­äm­ter
    “… im Zuge der Bekämp­fung der Coro­na-Pan­de­mie hat eine Rei­he von Bun­des­län­dern und Städ­ten die Schlie­ßung von Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten bzw. das voll­stän­di­ge Ver­bot der Aus­übung von Pro­sti­tu­ti­on ver­fügt. Wir gehen davon aus, dass wei­te­re Ver­bo­te auf das Pro­sti­tu­ti­ons­ge­wer­be und somit wei­te­re Ein­schrän­kun­gen der Grund­rech­te auf Sexarbeiter/​innen zukom­men wer­den. Für die von die­sen dras­ti­schen Maß­nah­men betrof­fe­nen Sexarbeiter/​innen bedeu­tet das eine mas­si­ve Gefähr­dung ihrer mate­ri­el­len und sozia­len Exis­tenz. Sie brin­gen Ver­un­si­che­rung und haben gro­ßes per­sön­li­ches Leid zur Fol­ge. Wir erwar­ten, dass die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen nicht die Augen davor ver­schlie­ßen und alles unter­las­sen, was auf eine Ent­so­li­da­ri­sie­rung mit den betrof­fe­nen Sexarbeiter/​innen hin­aus­läuft. Bekannt­lich unter­lie­gen Sexarbeiter/​innen seit Ein­füh­rung des Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­set­zes im Juli 2017 einer Regis­trie­rungs­pflicht, die sie zwingt, in regel­mä­ßi­gen Abstän­den („eng­ma­schig“) bei Gesund­heits- und Ord­nungs­be­hör­den per­sön­lich vor­zu­spre­chen, um sich regis­trie­ren, sich über ihre Pflich­ten bera­ten und sich einen Huren­pass aus­stel­len zu las­sen. Heu­te, nach zwei­ein­halb Jah­ren der Umset­zung die­ser Poli­tik wis­sen wir: Die­ses Gesetz hat nicht zur Auf­de­ckung der allent­hal­ben ver­mu­te­ten „Zwangs­pro­sti­tu­ti­on“ geführt, zu des­sen Ver­hin­de­rung es nach Anga­ben des Gesetz­ge­bers ein­ge­führt wur­de. Wo man auch hin­schaut: Zwangs­pro­sti­tu­ti­on? – Fehl­an­zei­ge! Dies­be­züg­lich ist das Gesetz ein Flop und gehört unse­res Erach­tens abge­schaff…“ Offe­ner Brief vom 16.3.2020 bei Dona Car­men e.V. externer Link

Der Bei­trag Coro­na und Pro­sti­tu­ti­on: Gro­ße Sor­gen in der Sex­ar­beit erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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