[labournet:] Fernsehsender Bibel TV verhindert die Gründung einer Mitarbeitervertretung

[DGB-Kampagne] Stop Union Busting“Abnei­gung gegen­über Betriebs­rä­ten – so etwas kommt bekannt­lich in den bes­ten Unter­neh­mer­fa­mi­li­en vor. Man­chen Ver­hin­de­rern die­ser Form von inner­be­trieb­li­cher Demo­kra­tie ist nicht bewusst, dass die­se Anti-Hal­tung straf­recht­lich rele­vant sein kann. „Mit Frei­heits­stra­fe bis zu einem Jahr oder mit Geld­stra­fe wird bestraft“, wer „eine Wahl des Betriebs­rats behin­dert“, heißt es in § 119 des Betriebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes. Aus­ge­rech­net ein mit christ­li­cher Aus­rich­tung für sich wer­ben­des Unter­neh­men aus Ham­burg sieht sich nun mit einem ent­spre­chen­den Straf­an­trag kon­fron­tiert: der im Ham­bur­ger Stadt­teil Ham­mer­brook ansäs­si­ge Sen­der Bibel TV. Gestellt hat den Straf­an­trag die Kir­chen­ge­werk­schaft, deren Bun­des­ge­schäfts­stel­le in Ham­burg-Schnel­sen sitzt. In einem beim Arbeits­ge­richt anhän­gi­gen Streit ver­tritt sie den IT-Fach­mann Jan Preuß*. Der Vor­wurf der Gewerk­schaft: Der pro­mo­vier­te Theo­lo­ge, der auch Pas­tor in einer Ham­bur­ger Gemein­de ist, habe den Sen­der ver­las­sen müs­sen, weil er einen Betriebs­rat grün­den woll­te. Eine Spre­che­rin der Staats­an­walt­schaft bestä­tig­te, dass eine Straf­an­zei­ge in Sachen Bibel TV „in der hie­si­gen Abtei­lung für Wirt­schafts­de­lik­te ein­ge­tra­gen“ sei. (…) Beim Güte­ter­min war­te­te der Pin­ne­ber­ger Arbeits­recht­ler Tobi­as Blan­ken­burg, der Bibel TV ver­tritt, mit einer über­ra­schen­den Dar­stel­lung auf: Der Sen­der habe sich ent­schie­den, die Arbeit für Pro­gram­mie­rer „extern zu ver­ge­ben“, des­halb habe man Preuß frei­ge­stellt. Der ers­te Kam­mer­ter­min in Sachen Preuß gegen Bibel TV fin­det am 9. Juli statt.“ Arti­kel von Rene´Martens vom 12.03.2020 in der Taz online externer Link, sie­he auch:

  • Ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­ter mel­den sich zu Uni­on Bus­ting bei Bibel TV zu Wort New
    Bereits in den Front­be­rich­ten 04/​2020 externer Link berich­te­ten wir über Betriebs­rats­be­hin­de­rung beim Ham­bur­ger Fern­seh­sen­der Bibel TV. Die Beschäf­tig­ten muss­ten schmerz­lich fest­stel­len, dass christ­li­che Wer­te und Nächs­ten­lie­be zwar nütz­li­che Aus­hän­ge­schil­der für das Unter­neh­men sind, jedoch noch längst kei­ne gute Arbeits­be­din­gun­gen und die Ein­hal­tung von gesetz­li­che garan­tier­ten Mit­be­stim­mungs­rech­ten garan­tie­ren. Die als gemein­nüt­zi­ge aner­kann­te Ren­trop Stif­tung GmbH (Bonn) unter der Lei­tung des Bibel-TV-Geschäfts­füh­rers Mat­thi­as Bren­der hat meh­re­re Mitarbeiter*innen gekün­digt und ander­wei­tig schi­ka­niert, die einen Betriebs­rat in dem Unter­neh­men grün­den woll­ten. Der für den 9. Juli 2020 ange­setz­te ers­te Kam­mer­ter­min am Ham­bur­ger Arbeits­ge­richt gegen einen der gekün­dig­ten Mit­ar­bei­ter und Betriebs­rats­in­itia­tor wur­de zwi­schen­zeit­lich auf den 20. August 2020 ver­legt. (…) Am 27. Mai 2020 mel­de­ten sich zudem ehe­ma­li­ge Beschäf­tig­te von Bibel TV zu Wort und berich­te­ten über die das mise­ra­ble Arbeits­kli­ma bei dem Fern­seh­sen­der. Außer­dem for­der­ten sie die Gesell­schaf­ter und den Haupt­an­teils­eig­ner, die Ren­trop Stif­tung, dazu auf die Miss­stän­de im Unter­neh­men zu behe­ben und den Umgang mit den Mit­ar­bei­tern und ihrer For­de­rung nach Mit­be­stim­mung nach­zu­ge­ben. Der Umgang mit den Mit­ar­bei­tern sei nicht mit christ­li­chen Wer­ten zusam­men­zu­brin­gen, so die Autoren des Schrei­bens. Eine Ant­wort der Gesell­schaf­ter oder der Geschäfts­füh­rung auf die­sen Brief gibt es bis­her nicht. Statt einem Betriebs­rat gibt es bei Bibel TV mitt­ler­wei­le eine von der Geschäfts­füh­rung instal­lier­te alter­na­ti­ve Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung. Die Initiator*Innen des offe­nen Brie­fes for­dern hier zumin­dest auch einen ver­gleich­ba­ren Kün­di­gungs­schutz wie für einen Betriebs­rat, damit die Mit­glie­der nicht durch dro­hen­de Kün­di­gun­gen durch die Geschäfts­füh­rung in ihrer Arbeit beein­flusst wer­den. Sol­che alter­na­ti­ven Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tun­gen sind in der Regel jedoch per­sé unter­neh­mens­na­he Schein-Ver­tre­tun­gen, in der die Geschäfts­lei­tung Günst­lin­ge ver­sam­melt, die zuver­läs­sig die Inter­es­sen des Unter­neh­mens ver­tre­ten…” Mel­dung von Kevin Hoff­mann in den Front­be­rich­te 08/​2020 vom 4.8.2020 bei Arbeits­un­recht externer Link

Der Bei­trag Fern­seh­sen­der Bibel TV ver­hin­dert die Grün­dung einer Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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