[labournet:] Keine Privatisierung und Zerschlagung der S‑Bahn Berlin!

Dossier

Bahn und Börse. Wohin rast der Privatisierungszug? Informationen von und für KollegInnen der DB AG bei „Bahn von unten“In einer gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz wie­sen das Netz­werk Bahn für Alle und Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand (GiB) heu­te auf die Gefah­ren der Pri­va­ti­sie­rung und Zer­schla­gung der S‑Bahn-Ber­lin durch die geplan­te Aus­schrei­bung hin. Die Orga­ni­sa­tio­nen kün­di­gen Wider­stand­ge­gen das Vor­ha­ben an. (…) „Eine Ver­ga­be an Pri­vat­un­ter­neh­men ist immer auch mit enor­men Risi­ken ver­bun­den, dass der Betrei­ber aus­fällt, nicht genü­gend Per­so­nal hat oder sich finan­zi­ell ver­kal­ku­liert. Es ist frag­lich, ob dann eine Not­ver­ga­be an die S‑Bahn Ber­lin GmbH als dem bis­he­ri­gen Betrei­ber noch mög­lich ist und wel­che zusätz­li­chen Kos­ten hier­bei ent­ste­hen.“ Bahn für Alle und GiB war­nen vor erheb­li­chen Mehr­kos­ten; allei­ne die Dia­go­nal­kreu­zung des Karower Kreu­zes als Zugang der neu­en Werk­statt Schö­ner­lin­der Stra­ße aus Rich­tung War­ten­berg wür­de min­des­tens 300 Mil­lio­nen Euro kos­ten und bis zu 10 Jah­re dau­ern – ohne dass für die Fahr­gäs­te der S‑Bahn dadurch ein Mehr­wert ent­stün­de. (…) Eine Alter­na­ti­ve zu der Aus­schrei­bung könn­te ent­we­der eine lan­des­ei­ge­ne S‑Bahn sein, an die der Betrieb direkt ver­ge­ben wer­den dürf­te. Oder die Län­der Ber­lin und Bran­den­burg könn­ten sich im Bun­des­rat für eine Ver­än­de­rung des Geset­zes gegen Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen enga­gie­ren, damit die­ses (gemäß Art. 5 Abs. 4a der EU-Ver­ord­nung 1370/​2007) eine Direkt­ver­ga­be in Spe­zi­al­net­zen erlau­ben wür­de.“ Pres­se­mit­tei­lung von GiB und Bahn für Alle vom 21.11.2019 externer Link und die Hin­ter­grün­de dazu:

  • Ber­li­ner S‑Bahn: Es heisst Aus­schrei­bung, aber es ist eine Pri­va­ti­sie­rung /​Erin­ne­rung an Kund­ge­bung am 14. August New
    Sie nen­nen es “Aus­schrei­bung”, dabei ist es die Pri­va­ti­sie­rung des S‑Bahn-Betriebs und der Wagen­in­stand­hal­tung. Heu­te wird die lan­ge ange­kün­dig­te S‑Bahn-Aus­schrei­bung offi­zi­ell euro­pa­weit ver­öf­fent­licht. Das erklär­te Ziel der Aus­schrei­bung durch Ver­kehrs­se­na­to­rin Regi­ne Gün­ther ist die Zer­schla­gung und (wei­te­re) Pri­va­ti­sie­rung des S‑Bahn-Betriebs. Dazu nimmt das Akti­ons­bünd­nis Eine S‑Bahn für Alle wie folgt Stel­lung: Die S‑Bahn-Aus­schrei­bung geht auf Kos­ten der Beschäf­tig­ten, der Fahr­gäs­te und der Umwelt. Für Beschäf­tig­te gehen über Jah­re erkämpf­te Rech­te ver­lo­ren, den Fahr­gäs­te dro­hen durch Betrei­ber­wech­sel und Schnitt­stel­len zwi­schen bis zu zehn Akteu­ren Cha­os im Ver­kehrs­an­ge­bot. Die für die Umwelt und die Ber­li­ner Luft­qua­li­tät ele­men­ta­re S‑Bahn könn­te zer­rie­ben wer­den. Ava Mat­heis vom Akti­ons­bünd­nis zur Aus­schrei­bung: “Die nun erfolg­te Ver­öf­fent­li­chung der Aus­schrei­bung ist ein Schlag ins Gesicht der zivil­ge­sell­schaft­li­chen Initia­ti­ven, die seit Jah­ren für eine sozi­al-öko­lo­gi­sche Ver­kehrs­wen­de kämp­fen und deren umfas­send und schlüs­sig vor­ge­tra­ge­ne Kri­tik an der Aus­schrei­bung schlicht­weg igno­riert wur­de.” (…) Carl Waß­muth, Vor­stand von Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand: “Sie nen­nen es “Aus­schrei­bung”, dabei ist es die Pri­va­ti­sie­rung des S‑Bahn-Betriebs und der Wagen­in­stand­hal­tung. Nach der Pri­va­ti­sie­rung des Ber­li­ner Was­sers, tau­sen­der Woh­nun­gen sowie der Strom- und Gas­net­ze jetzt also die S‑Bahn. Hat die Regie­rung den gar nichts aus den ver­gan­ge­gen Feh­lern gelernt?”…” Pres­se­mit­tei­lung des Akti­ons­bünd­nis­ses Eine S‑Bahn für Alle externer Link am 05.08.20 doku­men­tiert bei scharf links
    • Das Bünd­nis Eine S‑Bahn für Alle externer Link ruft am 14. August um 16 Uhr am S‑Bf. Gesund­brun­nen zu einer Kund­ge­bung gegen die Ber­li­ner S‑Bahn-Aus­schrei­bung und für eine sozi­al-öko­lo­gi­sche Ver­kehrs­wen­de auf (s.u.)
  • Ver­öf­fent­li­chung der Ber­li­ner S‑Bahn-Aus­schrei­bung: Der Kampf hat gera­de erst begon­nen! – Kund­ge­bung am 14.08.2020 um 16.00 Uhr Ber­lin Gesund­brun­nen 
    “Die­se Woche wird vor­aus­sicht­lich die lan­ge ange­kün­dig­te S‑Bahn-Aus­schrei­bung offi­zi­ell euro­pa­weit ver­öf­fent­licht. Das erklär­te Ziel der Aus­schrei­bung durch Ver­kehrs­se­na­to­rin Regi­ne Gün­ther ist die Zer­schla­gung und (wei­te­re) Pri­va­ti­sie­rung des S‑Bahn-Betriebs. Dazu nimmt das Akti­ons­bünd­nis Eine S‑Bahn für Alle wie folgt Stel­lung: Die S‑Bahn-Aus­schrei­bung geht auf Kos­ten der Beschäf­tig­ten, der Fahr­gäs­te und der Umwelt. Für Beschäf­tig­te gehen über Jah­re erkämpf­te Rech­te ver­lo­ren, den Fahr­gäs­te dro­hen durch Betrei­ber­wech­sel und Schnitt­stel­len zwi­schen bis zu zehn Akteu­ren Cha­os im Ver­kehrs­an­ge­bot. Die für die Umwelt und die Ber­li­ner Luft­qua­li­tät ele­men­ta­re S‑Bahn könn­te zer­rie­ben wer­den. Ava Mat­heis vom Akti­ons­bünd­nis zur Aus­schrei­bung: „Die nun vor­ge­se­he­ne Ver­öf­fent­li­chung der Aus­schrei­bung ist ein Schlag ins Gesicht der zivil­ge­sell­schaft­li­chen Initia­ti­ven, die seit Jah­ren für eine sozi­al-öko­lo­gi­sche Ver­kehrs­wen­de kämp­fen und deren umfas­send und schlüs­sig vor­ge­tra­ge­ne Kri­tik an der Aus­schrei­bung schlicht­weg igno­riert wur­de.„ Eli­as König vom Akti­ons­bünd­nis kom­men­tiert die Aus­schrei­bung wie folgt: „Mit der Aus­schrei­bung ist der Kampf für einen guten Nah­ver­kehr in Ber­lin nicht vor­bei. Der Senat kann die Aus­schrei­bung bei ver­gleichs­wei­se gerin­gen Kos­ten jeder­zeit zurück­neh­men. Das Akti­ons­bünd­nis for­dert wei­ter direk­te, offe­ne und trans­pa­ren­te Ver­hand­lun­gen zwi­schen allen Betei­lig­ten über die Zukunft der Ber­li­ner S‑Bahn und wird dafür demons­trie­ren und mit viel­fäl­ti­gen Aktio­nen den Druck auf die Poli­tik erhö­hen. Rot-Rot-Grün muss ver­ste­hen: Wenn sie die Ber­li­ner S‑Bahn der Pri­va­ti­sie­rung und Zer­schla­gung preis­ge­ben, wer­den sie an der Wahl­ur­ne abge­straft.“ In den ver­gan­ge­nen Mona­ten hat das Akti­ons­bünd­nis – anders als Ver­kehrs­se­na­to­rin Regi­ne Gün­ther – umfas­sen­de Öffent­lich­keits­ar­beit geleis­tet. Über Info­stän­de und Ver­teil­ak­tio­nen in nahe­zu allen Ber­li­ner Bezir­ken kamen Akti­ve mit tau­sen­den Bürger*innen ins Gespräch, von denen eine über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit unse­re Vor­be­hal­te teilt. Meh­re­re hun­dert Men­schen demons­trier­ten seit­dem mit dem Bünd­nis vor der Senats­ver­wal­tung für Ver­kehr und dem Roten Rat­haus. Die­se Erfah­run­gen moti­vie­ren dazu, das Enga­ge­ment des Bünd­nis­ses trotz der Ver­öf­fent­li­chung der Aus­schrei­bung zu inten­si­vie­ren und sich wei­ter für eine S‑Bahn für alle ein­zu­set­zen. Unter ande­rem wird dazu auf­ge­ru­fen, gegen die S‑Bahn-Pri­va­ti­sie­rung zu unter­schrei­ben: www​.gemein​gut​.org/​s​c​h​u​e​t​z​t​-​u​n​s​e​r​e​-​s​-​b​ahn externer Link. Das Bünd­nis Eine S‑Bahn für Alle ruft am 14. August um 16 Uhr am S‑Bf. Gesund­brun­nen zu einer Kund­ge­bung gegen die Ber­li­ner S‑Bahn-Aus­schrei­bung und für eine sozi­al-öko­lo­gi­sche Ver­kehrs­wen­de auf. Pressevertreter*innen sind herz­lich ein­ge­la­den.“ Pres­se­mit­tei­lung des Akti­ons­bünd­nis­ses Eine S‑Bahn für Alle vom 21.07.2020 externer Link
  • Neue Ära, neu­es Desas­ter. Ber­li­ner Senat setzt S‑Bahn-Aus­schrei­bung aufs Gleis. Arbeits­recht­ler sagt Spal­tung und Ungleich­be­hand­lung beim Per­so­nal vor­aus
    Der fina­le Beschluss des Ber­li­ner Senats vom ver­gan­ge­nen Diens­tag, das Ver­ga­be­ver­fah­ren für die S‑Bahn-Teil­net­ze Nord-Süd und Stadt­bahn »schnellst­mög­lich« zu begin­nen, war der mit­re­gie­ren­den Links­par­tei kei­ne Sil­be wert. Eine offi­zi­el­le Ver­laut­ba­rung ver­knif­fen sich sowohl der Lan­des­ver­band als auch die Frak­ti­on im Haupt­stadt­par­la­ment. Beim Bezirks­ver­band Neu­kölln nimmt man dage­gen kein Blatt vor den Mund. »Die mil­li­ar­den­schwe­re Aus­schrei­bung läuft dar­auf hin­aus, die S‑Bahn zu ver­ram­schen. Dage­gen wer­den wir uns wei­ter­hin weh­ren«, sag­te des­sen Spre­cher Moritz Witt­ler am Mitt­woch im jW-Gespräch. Das Pro­jekt dro­he sonst ein »Mus­ter­bei­spiel dafür zu wer­den, wie auf dem Rücken der Beschäf­tig­ten und des Gemein­we­sens Pro­fit gemacht wird«. Die feder­füh­ren­de Ver­kehrs­se­na­to­rin Regi­ne Gün­ther (Grü­ne) betreibt die Zer­schla­gung und Pri­va­ti­sie­rung der S‑Bahn seit Mona­ten mit mis­sio­na­ri­schem Eifer und unter­strich das von neu­em in einer Stel­lung­nah­me vom Diens­tag: Der Ent­scheid mar­kie­re den »Schluss­strich unter die S‑Bahn-Kri­se von vor einem Jahr­zehnt mit all ihren Nach­wir­kun­gen – und es ist der Start in eine neue Ära«. Ihr erklär­tes Ziel, »effek­ti­ver Wett­be­werb mit dem Ergeb­nis ver­nünf­ti­ger Prei­se bei dau­er­haft guter Qua­li­tät«, will Gün­ther mit der Auf­spal­tung der Auf­trags­ver­ga­be für die Beschaf­fung von ins­ge­samt 2.160 S‑Bahn-Wagen, deren Instand­hal­tung sowie den Fahr­be­trieb auf zwei Teil­net­zen errei­chen. (…) Aus Sicht des Ber­li­ner Arbeits­recht­lers Bene­dikt Hop­mann ist das ein fau­les Ver­spre­chen. Wie er in einer jW vor­lie­gen­den Stel­lung­nah­me für den Lin­ke-Bezirks­vor­stand Neu­kölln fest­stellt, wäre die »bes­te Lösung« für die Werk­tä­ti­gen »kei­ne Aus­schrei­bung«. Es sei jetzt schon abseh­bar, dass sich die Arbeits­be­din­gun­gen »ver­schlech­tern wer­den«, und nicht ein­mal klar, ob »die Über­nah­me aller Arbeits­kräf­te durch den neu­en Betrei­ber gesi­chert wer­den kann«. Wei­ter befin­det Hop­mann, dass die bei der S‑Bahn GmbH in lan­gen Jah­ren erkämpf­ten Tarif­ver­trä­ge »auf einen Schlag« ihre Gül­tig­keit ver­lie­ren wür­den, es sei denn, das neue Unter­neh­men wäre an die­sel­ben Tarif­stan­dards gebun­den. Dem Senat wirft der Jurist vor, die »Ungleich­be­hand­lung und Spal­tung« des S– Bahn-Per­so­nals nicht aus­zu­schlie­ßen…” Arti­kel von Ralf Wurz­ba­cher in der jun­gen Welt vom 30.05.2020 externer Link (im Abo), sie­he auch:
    • Ber­li­ner Senat star­tet Aus­schrei­bung für eine Teil­stre­cke der Haupt­stadt-Stadt­bahn
      “Der Ber­li­ner Senat hat sich nach län­ge­rem Hin und Her nun doch noch auf ein Ver­fah­ren zur Teil­aus­schrei­bung der Ber­li­ner S‑Bahn geei­nigt. Die Nord- Süd­ver­bin­dun­gen sol­len in Vier-Teil­lo­se unter­teilt wer­den, auf die sich Unter­neh­men bewer­ben kön­nen, wie der Sen­der RBB berich­tet externer Link. Zur Aus­schrei­bung gehört auch die über­fäl­li­ge Beschaf­fung von 2000 neu­en S‑Bahnwagen. Die Ver­trä­ge sol­len über 15 bzw. 30 Jah­re für Beschaf­fung und Instand­hal­tung der neu­en Wagen lau­fen. Die übri­gen Lini­en, Ring­bahn und Ost-West-Tras­sen, wer­den wei­ter von der S‑Bahn Ber­lin GmbH, einer Toch­ter der DB Regio AG und damit indi­rekt der Deut­schen Bahn AG, betrie­ben. Die wird sich sicher­lich auch auf die Aus­schrei­bun­gen bewer­ben, aber es könn­te auch pas­sie­ren, dass in Ber­lin dem­nächst ver­schie­de­ne Unter­neh­men den S‑Bahnbetrieb orga­ni­sie­ren. Ange­sichts der Tat­sa­che, dass die drei Ber­li­ner Regie­rungs­par­tei­en SPD, Grü­ne und Links­par­tei zumin­dest for­mal aner­ken­nen, dass es einer Ver­kehrs­wen­de bedarf, dass mehr Ver­kehr auf die Schie­ne gebracht wer­den muss, um den Ver­kehr kli­ma­freund­li­cher zu gestal­ten und die Schad­stoff- und Lärm­be­las­tung in der Stadt abzu­bau­en, ist der Vor­gang schon erstaun­lich. Denn so wird ein wich­ti­ges Gestal­tungs­in­stru­ment aus der Hand gege­ben. (…) Man kann den Ber­li­ner Koali­tio­nä­ren vor­hal­ten, dass die Aus­schrei­bung ein wei­te­rer Schritt in Rich­tung Pri­va­ti­sie­rung wäre, aber die Bahn AG hat sich mit ihrer S‑Bahn Ber­lin GmbH auch schon wie ein ganz nor­ma­ler Pri­vat­kon­zern ver­hal­ten. Nach der Umwand­lung der Bun­des­bahn wur­de die S‑Bahn Ber­lin zu einer Melk­kuh. Wäh­rend die Län­der Ber­lin und Bran­den­burg jähr­lich über 200 Mil­lio­nen Euro an Betriebs­zu­schuss zah­len, wur­de bis 2008 in etwa glei­cher Höhe Gewinn an die Bahn AG abge­führt. Ermög­licht wur­de das durch Ent­las­sun­gen meh­re­rer hun­dert War­tungs­ar­bei­ter aus den Werk­stät­ten, mas­si­ven Stel­len­ab­bau auf den Bahn­hö­fen und einer gesund­heits­ge­fähr­den­den Arbeits­ver­dich­tung bei den schlecht bezahl­ten Lok­füh­rern. (…) Da wäre die logi­sche Alter­na­ti­ve eigent­lich ein Eigen­be­trieb. So wie Ber­lin U‑Bahn, Bus­se und Stra­ßen­bah­nen betreibt, so könn­te er eigent­lich auch die S‑Bahn über­neh­men. Doch dazu ver­spürt der Senat nicht die rech­te Lust. So wird dann wohl noch ein paar wei­te­re Jahr­zehn­te rum­ge­wursch­telt wer­den, wäh­rend die Ber­li­ner ver­geb­lich auf eine Ver­kehrs­po­li­tik aus einem Guss war­ten. Aus­ba­den wer­den es unter ande­rem auch die Beschäf­tig­ten, denn bis­her bedeu­te­ten Wett­be­werb und Aus­schrei­bun­gen noch immer, dass zuerst bei den Per­so­nal­kos­ten gespart wird. Und das wie­der­um bedeu­tet Druck auf Löh­ne und Gehäl­ter und Arbeits­ver­dich­tung, wo es nur geht.“ Arti­kel von Wolf­gang Pomehn vom 28.05.2020 bei Tele­po­lis externer Link
  • [Pro­tes­te am 22.05.2020] Nicht mit uns! Ber­li­ner Bünd­nis “Eine S‑Bahn für Alle” kri­ti­siert Eini­gung über die Aus­schrei­bung der S‑Bahn 
    “Das Akti­ons­bünd­nis Eine S‑Bahn für Alle kri­ti­siert das Fest­hal­ten der Ber­li­ner Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Ver­kehr und Kli­ma­schutz im Zusam­men­wir­ken mit dem Ver­kehr­mi­nis­ter Bran­den­burgs an der Aus­schrei­bung der Ber­li­ner S‑Bahn. Der Raum für die drin­gend not­wen­di­ge öffent­li­che Aus­ein­an­der­set­zung über die­se fol­gen­schwe­re Aus­schrei­bung ist auf­grund der Maß­nah­men zur Ein­däm­mung der Coro­na-Pan­de­mie aktu­ell nicht gege­ben. Das Akti­ons­bünd­nis for­dert den Ver­zicht auf die Aus­schrei­bung, wel­che die Zer­schla­gung und Pri­va­ti­sie­rung der S‑Bahn auf Kos­ten von Fahr­gäs­ten, Beschäf­tig­ten und des Kli­mas zur Fol­ge nach sich zie­hen könn­te. Dazu Sel­ma und Simon von Stu­dents for Future Ber­lin: „Eine Gesell­schaft ist nur so gerecht, wie sie ihren Mit­glie­dern Teil­ha­be garan­tie­ren kann. In die­sem Sin­ne ist für Stu­dents for Future Mobi­li­tät nicht nur ein öko­lo­gi­scher Grund­pfei­ler, son­dern ein­deu­tig eine sozia­le Fra­ge. Das wie­der­um setzt die sozi­al-öko­lo­gi­sche Ver­kehrs­wen­de auf die Tages­ord­nung. Und für uns heißt das: Ein ÖPNV, der nicht nur öko­lo­gisch nach­hal­tig, son­dern auch sozi­al gerecht im Sin­ne der Beschäf­tig­ten und der Fahr­gäs­te ist. Wir wol­len eine S‑Bahn, die kli­ma­freund­lich, attrak­tiv und bezahl­bar ist. Mit der Aus­schrei­bung in die­ser Form ist das alles nicht mög­lich.“ Das Akti­ons­bünd­nis warnt, dass im Extrem­fall mehr als zehn Unter­neh­men für ver­schie­de­ne Berei­che der Ber­li­ner S‑Bahn zustän­dig sein könn­ten. Durch die ent­ste­hen­den Schnitt­stel­len sind Ver­kehrs­cha­os und Mehr­kos­ten vor­pro­gram­miert. Dazu Uwe Krug, Vor­sit­zen­der der Orts­grup­pe S‑Bahn Ber­lin der Gewerk­schaft Deut­scher Loko­mo­tiv­füh­rer (GDL): „Es geht bei der Aus­schrei­bung nicht dar­um, die S‑Bahn aus­zu­bau­en, sie pünkt­li­cher zu machen oder die Arbeits­be­din­gun­gen zu ver­bes­sern. Es geht um die Pro­fit­in­ter­es­sen pri­va­ter Betrei­ber. Es kann nicht sein, dass die S‑Bahn pri­va­ti­siert wird und wir als Beschäf­tig­te dafür zah­len. Fast alle der Kol­le­gen sagen: Nicht mit uns! Unse­re Gesprächs­an­ge­bo­te wur­den von der Poli­tik bis­lang igno­riert. Jetzt müs­sen wir neue Wege gehen: Wir als Beschäf­tig­te wer­den uns zu weh­ren wis­sen.“ Die Online-Peti­ti­on externer Link gegen die Zer­schla­gung und Pri­va­ti­sie­rung der S‑Bahn wur­de bereits von mehr als 2500 Berliner*innen unter­zeich­net. Das zeigt: In der Ber­li­ner Bevöl­ke­rung genie­ßen die For­de­run­gen des Akti­ons­bünd­nis­ses gro­ße Unter­stüt­zung. Beim Peti­ti­ons­auschuss des Abge­ord­ne­ten­hau­ses wur­den meh­re­re Peti­tio­nen gegen die Aus­schrei­bung ein­ge­reicht. Zahl­rei­che Orga­ni­sa­tio­nen wie attac, Natur­freun­de Ber­lin, kri­ti­sie­ren die Aus­schrei­bung scharf. Um unse­ren For­de­run­gen Nach­druck zu ver­lei­hen und den Druck auf die Poli­tik zu erhö­hen, kün­di­gen wir fol­gen­de Kund­ge­bung an: Am Frei­tag, den 22. Mai, um 15:00 Uhr wird es unter dem Mot­to Nicht mit uns! Kei­ne Zer­schla­gung und Pri­va­ti­sie­rung der Ber­li­ner S‑Bahn eine gro­ße Wider­stands­kund­ge­bung vor dem Roten Rat­haus geben. Pres­se­mit­tei­lung des Akti­ons­bünd­nis­ses Eine S‑Bahn für Alle vom 12.05.2020 externer Link
  • Ber­li­ner S‑Bahn unterm Ham­mer: Cha­os, mie­se Qua­li­tät und hohe Prei­se für bes­te Ren­di­ten 
    “Im Wind­schat­ten der Coro­na-Kri­se haben der Haupt­stadt­se­nat und die Lan­des­re­gie­rung von Bran­den­burg end­gül­tig die Wei­chen zur Zer­schla­gung der Ber­li­ner S‑Bahn gestellt. Damit dro­hen künf­tig neben der Deut­schen Bahn bis zu drei zusätz­li­che Akteu­re für über­höh­te Prei­se, schlech­te Qua­li­tät und Cha­os zu sor­gen. Wei­te­re Opfer wer­den die Beschäf­tig­ten, der Steu­er­zah­ler und das Kli­ma sein”, beton­te Carl Waß­muth vom Ver­ein Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand im Inter­view von Ralf Wurz­ba­cher bei den Nach­Denk­Sei­ten am 6. Mai 2020 externer Link: “… Zwei Drit­tel des Betriebs der S‑Bahn sol­len für 15 Jah­re an Pri­va­te ver­ge­ben wer­den, die Wagen­be­schaf­fung und die Instand­hal­tung der Wagen gleich für 30 Jah­re. Der nächs­te Schritt ist der Beginn der Durch­füh­rung – die Ver­öf­fent­li­chung im Ten­ders Elec­tro­nic Dai­ly (TED), dem Anzei­ger für das öffent­li­che Auf­trags­we­sen in Euro­pa. Das soll noch die­sen Mai erfol­gen! Die Zer­schla­gung ist dabei im Übri­gen nur das tra­gi­sche Mit­tel zum Zweck – zur Pri­va­ti­sie­rung der Ber­li­ner S‑Bahn. (…) Als 2012 mit der ers­ten Teil­aus­schrei­bung die ers­te Grund­la­ge für den jet­zi­gen Beschluss gelegt wur­de, gab es ein Volks­be­geh­ren gegen die S‑Bahn-Pri­va­ti­sie­rung. Das hat der Senat vor dem Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt gestoppt. (…) Es hat sich Anfang des Jah­res mit „Eine S‑Bahn für Alle“ ein star­kes Bünd­nis gegen die­se Pri­va­ti­sie­rung und Zer­schla­gung gebil­det. Die Gewerk­schaf­ten EVG und GDL, der DGB, ver.di, Tei­le der SPD, der LINKEN und der Grü­nen, der BUND, die Natur­freun­de und meh­re­re Fahr­gast­ver­bän­de haben sich gegen die­se Aus­schrei­bung posi­tio­niert. Die Aus­schrei­bung kann jeder­zeit und zu gerin­gen Kos­ten wie­der auf­ge­ho­ben wer­den. Und genau das wird die zen­tra­le For­de­rung sein. Die Leu­te haben die Pri­va­ti­sie­run­gen so satt. Die Beschäf­tig­ten wer­den die ers­ten Betrof­fe­nen sein und dort rumort es gewal­tig. Davon sind maß­geb­li­che Leu­te im Bünd­nis aktiv. Aber auch in der LINKEN kocht es, zwei Basis­or­ga­ni­sa­tio­nen haben sich uns kom­plett ange­schlos­sen. Die Kli­ma­ak­ti­ven von Fri­days For Future hat­ten über­haupt den Anstoß dazu gege­ben, so ein Bünd­nis zu for­mie­ren und sind seit­her inten­siv dabei. (…) Es mag sein, dass sich die Spit­zen von Rot-Rot-Grün in Ber­lin dach­ten, im Schat­ten der Coro­na-Epi­de­mie wäre der poli­ti­sche Preis für die unde­mo­kra­ti­sche Durch­set­zung die­ser Pri­va­ti­sie­rung gerin­ger. Ich den­ke, sie täu­schen sich.”
  • Ver­eint gegen die Zer­schla­gung der S‑Bahn 
    Unter der Feder­füh­rung der Ver­kehrs­se­na­to­rin Regi­ne Gün­ther (Grü­ne) hat der Rot-Rot-grü­ne Senat von Ber­lin am 12. Novem­ber 2019 ein Eck­punk­te­pa­pier zur Ver­ga­be der S‑Bahn externer Link beschlos­sen. Damit droht die Pri­va­ti­sie­rung und Zer­schla­gung der S‑Bahn-Ber­lin. Des­halb tra­fen sich am 07. Febru­ar 2020 unge­fähr 40 akti­ve Gewerkschafter*innen aus ver­schie­de­nen Gewerk­schaf­ten, dar­un­ter die Eisen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG), Gewerk­schaft der Lok­füh­rer (GdL), Gewerk­schaft für Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) und ver.di, dar­un­ter auch Stu­die­ren­de, die sich bei Fri­days for Future enga­gie­ren. Nach einer kur­zen Bestands­auf­nah­me bzw. dem der­zei­ti­gen Ist-Zustand gab es eine hef­ti­ge Dis­kus­si­on, wie die­se Zer­schla­gung ver­hin­dert wer­den kann. Im gro­ben kann man sagen, dass die gesam­te SBahn danach in ins­ge­samt vier Tei­le gespal­ten wer­den soll. (…) Die SBahn ist ein weit ver­zweig­tes Nah­ver­kehrs­sys­tem, wel­ches nur unter einer Hand rich­tig funk­tio­nie­ren kann. Von daher stellt sich die Fra­ge, wer für was zustän­dig sein wird. Zumal mit Sicher­heit diver­se Toch­ter­un­ter­neh­men gegrün­det wer­den, um etwa Lohn­kos­ten zu sen­ken. In der wei­te­ren Dis­kus­si­on, die vol­ler Emo­tio­nen war, wur­de deut­lich her­vor­ge­ho­ben, dass ein Betrieb der Daseins­vor­sor­ge nicht pri­va­ti­siert wer­den darf. Unter dem faden­schei­ni­gen Namen des Wett­be­werbs wird uns vom Senat alles Mög­li­che erzählt, was nur einem Inter­es­se die­nen kann. Per­so­nal­kos­ten zu redu­zie­ren, Löh­ne auf lan­ge Sicht zu drü­cken, eine „noch“ geschlos­se­ne Kampf­kraft der gewerk­schaft­lich Orga­ni­sier­ten zu bre­chen. (…) Was eigent­lich nötig wäre: 1. Mehr Per­so­nal in allen Berei­chen in öffent­li­cher Hand unter ver­nünf­ti­gen Tarif­ver­trä­gen mit guten Arbeits­be­din­gun­gen und Reser­ven. 2. Recht­zei­ti­ges Beschaf­fen von neu­en Betriebs­mit­teln. Mehr Inves­ti­tio­nen in das Schie­nen­netz. Zie­le der Kam­pa­gne: 1. E‑Mail-Ver­tei­ler auf­bau­en, 2. Fly­er erstel­len und in der Bevöl­ke­rung ver­tei­len, 3. Ver­net­zung zu ande­ren Grup­pen und Orga­ni­sa­tio­nen suchen und sie ein­be­zie­hen. Ein zwei­tes Tref­fen fand bereits am 14. Febru­ar statt. Wei­te­re wer­den fol­gen…” Bei­trag vom 15.2.2020 von Olaf, Beschäf­tig­ter bei der Vivan­tes Ser­vice GmbH (VSG) und Wolf­gang, ehe­ma­li­ger Bus­fah­rer der BVG, im offe­nen Forum von Klas­se­Ge­gen­Klas­se externer Link
  • Das ist schon ein­mal schief gegan­gen. Der Ber­li­ner S‑Bahn dro­hen Zer­schla­gung und Pri­va­ti­sie­rung – es gibt Alter­na­ti­ven 
    “… Mit dem Wach­sen der Stadt, die sich zuneh­mend ins Umland aus­brei­tet, soll das Netz in den nächs­ten Jah­ren sogar noch erwei­tert wer­den. Statt­des­sen dro­hen dem Ber­li­ner S‑Bahn-Sys­tem jetzt Pri­va­ti­sie­rung und Zer­schla­gung: Nach den Vor­ga­ben der EU muss der Betrieb – wie auch der sons­ti­ge Nah­ver­kehr – aus­ge­schrie­ben und im Wett­be­werb ver­ge­ben wer­den. Nur ein kom­mu­na­les Unter­neh­men wie bei­spiels­wei­se die BVG, Betrei­be­rin der Ber­li­ner U‑Bahnen, Stra­ßen­bah­nen und Bus­se, könn­te den Betrieb direkt ohne Aus­schrei­bung über­neh­men. Die S‑Bahn Ber­lin GmbH als bis­he­ri­ge Betrei­be­rin ist ein Toch­ter­un­ter­neh­men der bun­des­ei­ge­nen Deut­sche Bahn AG. Das Land Ber­lin hat sich nun aber unter Füh­rung der wett­be­werbs­ori­en­tier­ten Ver­kehrs­se­na­to­rin Regi­ne Gün­ther (Grü­ne) für einen beson­ders risi­ko­rei­chen Weg der Aus­schrei­bung ent­schie­den: Anstel­le des Gesamt­net­zes wird das S‑Bahn-Netz in meh­re­ren Tei­len aus­ge­schrie­ben, die Fahr­zeug­in­stand­hal­tung soll noch ein­mal davon getrennt wer­den. Das wird vie­le neue Schnitt­stel­len und dadurch letzt­lich auch höhe­re Kos­ten ver­ur­sa­chen – wäh­rend der Senat voll­mun­dig Kos­ten­ein­spa­run­gen in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he ver­spricht. (…) Aber gibt es über­haupt Alter­na­ti­ven zur Aus­schrei­bung im Wett­be­werb, wenn die­se doch von der EU vor­ge­schrie­ben ist? Tat­säch­lich hät­te das Land Ber­lin durch­aus ande­re Mög­lich­kei­ten, die die nun dro­hen­de Zer­schla­gung ver­mei­den wür­den: Die ein­fachs­te Mög­lich­keit wäre ein lan­des­ei­ge­nes S‑Bahn-Unter­neh­men, an das der Betrieb ohne Aus­schrei­bung direkt ver­ge­ben wer­den dürf­te. Das gab es in der Ver­gan­gen­heit schon ein­mal, als in den 1980er Jah­ren die West­ber­li­ner S‑Bahn-Lini­en von der BVG mit betrie­ben wur­den. Ein sol­cher lan­des­ei­ge­ner Betrieb müss­te in enger Part­ner­schaft mit der DB AG als Betrei­be­rin des Net­zes geführt wer­den. Zwi­schen zwei öffent­li­chen Unter­neh­men soll­te dies mög­lich sein, zumal inzwi­schen weit­ge­hend Einig­keit dar­über besteht, dass eine Ori­en­tie­rung der DB AG allein am Bilanz­ge­winn nicht sinn­voll ist. Statt­des­sen soll das bun­des­ei­ge­ne Bahn­un­ter­neh­men nach ande­ren Zie­len gesteu­ert wer­den und vor allem einen siche­ren, zuver­läs­si­gen, kom­for­ta­blen Bahn­ver­kehr flä­chen­de­ckend im gan­zen Land gewähr­leis­ten. Die zwei­te Mög­lich­keit wäre eine Ver­än­de­rung des Geset­zes gegen Wett­be­werbs­be­schrän­kun­gen (GWB), die das Land Ber­lin gemein­sam mit den eben­falls betrof­fe­nen Län­dern Bran­den­burg, Ham­burg und wei­te­ren im Bun­des­rat anschie­ben könn­te. Ziel müss­te in die­sem Fall die Anpas­sung des GWB an das EU-Recht sein, das Art.5 Abs.4a der EU-Ver­ord­nung 1370/​2007 – anders als das deut­sche Gesetz – eine Direkt­ver­ga­be in «Spe­zi­al­net­zen» durch­aus vor­sieht. Das Ber­li­ner S‑Bahn-Netz mit sei­nem eige­nen Strom- und spe­zi­el­lem Zug­si­che­rungs­sys­tem ist zwei­fels­oh­ne ein sol­ches «Spe­zi­al­netz» – wie im übri­gen auch das Ham­bur­ger S‑Bahn-Netz. Eine Direkt­ver­ga­be aller Lini­en an einen Betrei­ber – am bes­ten in öffent­li­cher Hand – wür­de dar­über hin­aus vie­le posi­ti­ve Syn­er­gien ermög­li­chen und Risi­ken mini­mie­ren. So bräuch­te man kei­ne par­al­le­len Werk­stät­ten und kei­ne mehr­fa­chen Reser­ven an Fahr­zeu­gen und Per­so­nal, und auch Manage­ment und Ver­wal­tung gäbe es wei­ter­hin nur ein­mal statt mehr­fach. Auch die Beschäf­tig­ten hät­ten dadurch eine sta­bi­le Per­spek­ti­ve, und alle Res­sour­cen könn­ten auf die drin­gend not­wen­di­ge Wei­ter­ent­wick­lung des S‑Bahn-Net­zes kon­zen­triert wer­den, anstatt auf Umstruk­tu­rie­run­gen und den Auf­bau von Par­al­lel­struk­tu­ren. Schließ­lich wird in Zei­ten der Kli­ma­kri­se und in einer rapi­de wach­sen­den Stadt ein guter und sta­bi­ler öffent­li­cher Ver­kehr mehr denn je benö­tigt.“ Arti­kel von Bern­hard Knie­rim in der Soz Nr. 01/​2020 externer Link
  • »Rot-rot-grü­ner« Senat in Ber­lin treibt Pri­va­ti­sie­rung der S‑Bahn vor­an – Gewerk­schaf­ten und Umwelt­ver­bän­de war­nen vor Kon­se­quen­zen 
    “Unge­ach­tet anhal­ten­der Kri­tik aus Beleg­schaft, Gewerk­schaf­ten, Umwelt­ver­bän­den und kri­ti­scher Öffent­lich­keit hält der »rot-rot-grü­ne« Ber­li­ner Senat an sei­nem Kurs auf eine fak­ti­sche Zer­schla­gung der Ber­li­ner S‑Bahn und damit ein star­kes Stück Pri­va­ti­sie­rung der Daseins­vor­sor­ge fest. So sol­len nach den Mit­te Novem­ber beschlos­se­nen »Eck­punk­ten« in den kom­men­den Jah­ren im Rah­men einer bis zu acht Mil­li­ar­den Euro umfas­sen­den Aus­schrei­bung zwei Drit­tel des Betriebs sowie die Beschaf­fung und Instand­hal­tung aller neu­en Züge in neue, ver­mut­lich pri­va­te Hän­de über­ge­hen. (…) Die Vor­ha­ben des »rot-rot-grü­nen« Senats sor­gen für Kri­tik. Die Aus­schrei­bungs­plä­ne sei­en »nicht geeig­net«, den Aus­bau des Schie­nen­per­so­nen­nah­ver­kehrs (SPNV) und damit eine »kli­ma­ge­rech­te Ver­kehrs­wen­de« vor­an­zu­trei­ben, war­nen Gewerk­schaf­ten und Umwelt­ver­bän­de. Das Pro­blem wer­de »durch die Auf­tei­lung auf meh­re­re Betrei­ber nicht klei­ner, son­dern grö­ßer«, heißt es in einem Papier von DGB, Bahn­ge­werk­schaft EVG, Natur­freun­den und Natur­schutz­bund BUND. Die Ver­bän­de ver­wei­sen auf aktu­el­le Pro­ble­me nach Betrei­ber­wech­seln im Ruhr­ge­biet und im Raum Stutt­gart. Sie war­nen vor Nach­tei­len für die S‑Bahner, zumal der vor­ge­se­he­ne Per­so­nal­über­gang »nicht auf Basis des aktu­ell für die S‑Bahn gül­ti­gen EVG-Tarif­ver­tra­ges« erfol­gen sol­le. Ange­sichts der dro­hen­den Ein­bu­ßen für die Beschäf­tig­ten sei es »frag­lich, ob heu­ti­ge S‑Bahner in aus­rei­chen­der Zahl zu einem mög­li­chen neu­en Betrei­ber wech­seln wür­den«, so das Papier. »Je weni­ger unter­schied­li­che Betrei­ber, des­to weni­ger Schnitt­stel­len und umso sta­bi­ler der Betrieb«, so die Mah­nung der Ver­bän­de. (…) Wenn Ber­lins Bür­ger­meis­ter Micha­el Mül­ler (SPD) eine Pri­va­ti­sie­rungs­brem­se nach Bre­mer Vor­bild vor­schwe­be, bei der jede Pri­va­ti­sie­rung per Volks­ent­scheid bestä­tigt wer­den müs­se, »dann könn­te man doch gleich mal über die S‑Bahn abstim­men las­sen«, so Waß­muth. Die Grü­nen müss­ten sich in Zei­ten von Kli­ma­wan­del und »Fri­days for Future« fra­gen las­sen, ob sie wirk­lich ein weit­ge­hend intak­tes, aus­bau­fä­hi­ges Nah­ver­kehrs­sys­tem zer­schla­gen woll­ten. Und die Lin­ke müs­se die Fra­ge beant­wor­ten, ob sie »nach der fol­gen­schwe­ren Pri­va­ti­sie­rung der GSW-Woh­nun­gen und dem Ein­stieg in die Pri­va­ti­sie­rung des Schul­baus in Ber­lin sich nun auch noch die S‑Bahnprivatisierung aufs Gewis­sen laden will«, so Waß­muth.“ Arti­kel von Johan­nes Birk in der jun­gen Welt vom 14.12.2019 externer Link
  • Wie der Ber­li­ner Senat die Zer­schla­gung der S‑Bahn vor­an­treibt
    “Die S‑Bahn ist das Herz­stück des Ber­li­ner Nah­ver­kehrs. Nun über­schla­gen sich die Ereig­nis­se: Gro­ße Tei­le des Ber­li­ner S‑Bahn-Net­zes wer­den aus­ge­schrie­ben. Für die Zukunft ist zu befürch­ten, dass ver­schie­de­ne Betrei­ber die S‑Bahn unter sich auf­tei­len. Kei­ne Stadt der Welt hat ein solch intel­li­gen­tes Sys­tem aus Kreuz und Ring­bahn wie Ber­lin, das auch das Umland fast voll­stän­dig abdeckt. Auf eige­nen Glei­sen mit einem eige­nen Elek­tri­fi­zie­rungs­sys­tem fährt die Ber­li­ner S‑Bahn auf einem Netz, das zwar häu­fig par­al­lel zu Fern­ver­kehrs­stre­cken ver­läuft, aber trotz­dem völ­lig unab­hän­gig ist. (…) Dabei ist klar, dass ein sol­cher Pseu­do­wett­be­werb aus­schließ­lich Nach­tei­le birgt. Neben erheb­li­chen Unsi­cher­hei­ten für die Beschäf­tig­ten haben tem­po­rä­re Betrei­ber­fir­men eines Teil­net­zes kei­ner­lei lang­fris­ti­ges Inter­es­se an des­sen Wei­ter­ent­wick­lung. Sie wol­len ledig­lich – solan­ge sie am Zuge sind – den meis­ten Pro­fit her­aus­ho­len. Das geht am bes­ten durch Abwirt­schaf­ten der Infra­struk­tur und/​oder Lohn­dum­ping. Durch zahl­rei­che neue Schnitt­stel­len sind Kon­flik­te zwi­schen den Betrei­bern sowie dem Land vor­pro­gram­miert. Die Regio-Net­ze ande­rer Bun­des­län­der die­nen her­vor­ra­gend als abschre­cken­de Bei­spie­le…“ Arti­kel von Lud­wig Lind­ner vom 19.11.2019 bei Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand externer Link
  • “Schä­big und nicht hin­nehm­bar“: Mega­aus­schrei­bung bei Ber­li­ner S‑Bahn und Neu­struk­tu­rie­rung berei­tet Beschäf­tig­ten gro­ße Sor­ge
    “Trei­ben­de Kraft der Mega­aus­schrei­bung ist Ber­lins Ver­kehrs­se­na­to­rin Regi­ne Gün­ther (Grü­ne). Sie ver­spricht sich die »Ein­spa­rung« von 800 Mil­lio­nen Euro über 15 Jah­re. Kri­tik hin­ge­gen kommt von der Betriebs­grup­pe Ber­li­ner S‑Bahn der Gewerk­schaft EVG. Sie hat­te in den ver­gan­ge­nen Mona­ten vor Lan­des­par­tei­ta­gen der Koali­ti­ons­par­tei­en SPD, Die Lin­ke und Grü­ne gegen Gün­thers Plä­ne pro­tes­tiert. »Wir kön­nen die pro­gnos­ti­zier­ten Ein­spa­run­gen im drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­reich in kei­ner Wei­se nach­voll­zie­hen und hal­ten die Dar­stel­lung für unse­ri­ös«, bemän­gelt Betriebs­grup­pen­chef Robert Sei­fert. Durch die Auf­tei­lung auf vier ver­schie­de­ne Lose und damit auf bis zu vier neue Betrei­ber sei­en »deut­li­che Ver­schlech­te­run­gen für die Fahr­gäs­te bis hin zu völ­li­gem Cha­os« pro­gram­miert. Es sei unklar, wie so eine siche­re und sta­bi­le Betriebs­or­ga­ni­sa­ti­on gewähr­leis­tet wer­den kön­ne. Ein Kon­zept sei »nicht in Sicht«. Die Gewerk­schaf­ter befürch­ten erheb­li­che Nach­tei­le für die Beschäf­tig­ten und sehen auch die Ankün­di­gung von Sena­to­rin Gün­ther, neue Betrei­ber wür­den zur Über­nah­me von Per­so­nal ver­pflich­tet, kri­tisch. »Die Sena­to­rin will mög­li­che neue Betrei­ber nur unzu­rei­chend zur Über­nah­me ver­pflich­ten und äußert sich auch zu den Bedin­gun­gen nur vage«, so Sei­fert. »Wir sind nicht bereit zu akzep­tie­ren, dass nur einem Teil der Beschäf­tig­ten ein neu­er Arbeits­platz ange­bo­ten wer­den soll, wobei dann noch nicht ein­mal der aktu­ell für die S‑Bahn gül­ti­ge Tarif­ver­trag« als Maß­stab gel­te. Sei­fert befürch­tet Lohn- und Sozi­al­dum­ping und ver­mu­tet, »dass ein Teil der pro­gnos­ti­zier­ten Ein­spa­run­gen auf dem Rücken der Beschäf­tig­ten erwirt­schaf­tet wer­den soll«. …“ Arti­kel von Johan­nes Birk in der jun­gen Welt vom 21.11.2019 externer Link

Der Bei­trag Kei­ne Pri­va­ti­sie­rung und Zer­schla­gung der S‑Bahn Ber­lin! erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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