[labournet:] Novelle des Bundespersonalvertretungsgesetzes (BPersVG)

PersonalratswahlenDas Bun­des­per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­setz regelt die Mit­be­stim­mung der Beschäf­tig­ten unter ande­rem in den Behör­den und Ver­wal­tun­gen des Bun­des, bei der Bun­des­agen­tur für Arbeit, der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung und einer grö­ße­ren Zahl von Kran­ken­kas­sen sowie in Tei­len des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks. Die letz­ten grö­ße­ren Ände­run­gen stam­men aus den 70er Jah­ren des vori­gen Jahr­hun­derts. Die Reform des Betriebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes 2001 wur­de nicht nach­voll­zo­gen. Nun soll es refor­miert wer­den: Refe­ren­ten­ent­wurf zum Bun­des­per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­setz-Novel­lie­rungs­ge­setz vom 16.07.2020 externer Link beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern, für Bau und Hei­mat (und das bis­her gel­ten­de externer Link). Sie­he dazu:

  • ver.di for­dert mehr Reform­wil­len in der Per­so­nal­ver­tre­tung – Kla­re Absa­ge an Ein­grif­fe in die Mit­be­stim­mung New
    “Kei­nen gro­ßen Wurf sieht die Ver­ein­te Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft (ver.di) in der geplan­ten Novel­le des Bun­des­per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­set­zes (BPersVG). Anläss­lich der heu­te gemein­sam mit dem DGB abge­ge­be­nen Stel­lung­nah­me kri­ti­sier­te ver.di-Vize Chris­ti­ne Beh­le: “Der Gesetz­ent­wurf bleibt weit hin­ter den Anfor­de­run­gen an eine moder­ne und wir­kungs­vol­le Mit­be­stim­mung im öffent­li­chen Dienst zurück. Sie soll­te sich statt­des­sen auch in den Behör­den und Ver­wal­tun­gen des Bun­des am Betriebs­ver­fas­sungs­ge­setz ori­en­tie­ren.” Anders als in der Pri­vat­wirt­schaft kön­ne bei­spiels­wei­se die Mit­be­stim­mung nicht durch Tarif­ver­trag aus­ge­stal­tet wer­den. Die Zustän­dig­kei­ten der Per­so­nal­rä­te sei­en begrenzt und es bedür­fe umfas­sen­der Initia­tiv­rech­te. “Digi­ta­li­sie­rung, Zen­tra­li­sie­rung und der Umbau gan­zer Behör­den for­dern die Per­so­nal­rä­te mas­siv her­aus. Ver­än­de­run­gen kön­nen aber nur mit den Beschäf­tig­ten gelin­gen. Sie sind die Exper­tin­nen und Exper­ten dafür, wie Ver­wal­tung gut funk­tio­nie­ren kann”, erläu­ter­te Beh­le. Beson­de­re Kri­tik äußer­te ver.di an geplan­ten Ein­schnit­ten in die Mit­be­stim­mung: “Kön­nen sich Dienst­stel­le und Per­so­nal­rat nicht eini­gen, ent­schei­det eine Eini­gungs­stel­le. Vie­le ihrer Ent­schei­dun­gen sol­len künf­tig nur noch emp­feh­len­den Cha­rak­ter haben. Das gilt ins­be­son­de­re für Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zes­se. Damit wer­den die Beschäf­tig­ten von der Gestal­tung der Arbeits­welt zuneh­mend aus­ge­schlos­sen”, so Beh­le. (…) Beh­le kri­ti­sier­te zudem den im BPersVG bestehen­den und auch im Refe­ren­ten­ent­wurf vor­ge­se­he­nen expli­zi­ten Aus­schluss arbeit­neh­mer­ähn­li­cher Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von der Mit­be­stim­mung. Dies füh­re dazu, dass die­se Beschäf­tig­ten anders als ihre fest­an­ge­stell­ten Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen im Betrieb kei­ne wirk­sa­me Inter­es­sen­ver­tre­tung hät­ten. “Im öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk, wo die Zahl der arbeit­neh­mer­ähn­li­chen Beschäf­tig­ten beson­ders hoch ist, besteht des­halb ein erheb­li­ches Demo­kra­tie­de­fi­zit.”…” ver.di-Pressemitteilung vom 7. August 2020 externer Link
  • Sie­he in Mit­be­stim­mung im öffent­li­chen Dienst: Per­so­nal­rats­wah­len 2020 wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Reform
  • Sie­he auch das Dos­sier des DGB: Per­so­nal­ver­tre­tungs­recht – Mit­be­stim­mung im öffent­li­chen Dienst externer Link

Der Bei­trag Novel­le des Bun­des­per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­set­zes (BPersVG) erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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