[perspektive:] „Google Home“ zeichnet ohne Erlaubnis auf

Millionen Menschen nutzen weltweit „Google Home“ um verschiedene Geräte in ihrer Wohnung zu steuern. Eigentlich soll dieses erst durch Weckwörter wie „Ok, Google“ beginnen aufzuzeichnen. Doch scheinbar nimmt es auch ohne Erlaubnis oder Genehmigung leise Geräusche auf. Möglicherweise handelt es sich um Tests im Zusammenhang mit kürzlich erworbenen Anteilen am Überwachungs-Konzern „ADT“.

Der ame­ri­ka­ni­sche Tech-Kon­zern Goog­le hat zuge­ge­ben, eine Funk­ti­on akti­viert zu haben, die es ihrem sprach­ge­steu­er­ten AI-basier­ten Assis­ten­ten ermög­lich­te, sei­ne Umge­bung zu akti­vie­ren und zu über­wa­chen.

Nor­ma­ler­wei­se hört das Gerät erst aktiv zu und notiert, was es hört, nach­dem es aus Daten­schutz­grün­den Weck­wör­ter wie „Ok, Goog­le“ oder „Hey, Goog­le“ gehört hat. Davor lauscht es zwar stän­dig nach die­sen Wor­ten, soll aber nicht auf­zeich­nen, was es hört.

Google zeichnete ohne Genehmigung auf

Nun haben Kun­den jedoch bemerkt, dass ihr Goog­le Home zufäl­li­ge Geräu­sche auf­ge­zeich­net hat­te, ohne dass ein Weck­wort aus­ge­spro­chen wur­de. Bei einem Nut­zer waren dies das Piep­ge­räusch eines Feu­er­mel­ders, bei einem ande­ren war es zer­bre­chen­des Glas.

Dies wur­de bekannt, als sie auf ihrem Tele­fon Benach­rich­ti­gun­gen erhiel­ten, die zeig­ten, dass das Gerät Din­ge wie eben den Piep­ton oder Glas­bruch in ihren Häu­sern gehört hat­te. Bei­de Kun­den hat­ten dies weder vor­her geneh­migt, noch waren sie über­haupt bei dem Dienst „Goog­le Nest“ ange­mel­det, der sol­che Benach­rich­ti­gun­gen sen­det.

Goog­le erklär­te, die Funk­ti­on sei wäh­rend eines kürz­lich durch­ge­führ­ten Soft­ware-Updates „ver­se­hent­lich“ akti­viert und jetzt aus­ge­schal­tet wor­den.

KundInnen als ungefragte Versuchskaninchen für Produkttests?

Es ist schon erstaun­lich, dass eine so star­ke Ver­än­de­rung eines zen­tra­len Tools „aus Ver­se­hen“ in die Soft­ware gera­ten ist. Mög­li­cher­wei­se könn­te dem also etwas Ande­res zu Grun­de lie­gen.

So hat Goog­le erst kürz­lich Akti­en im Wert von 450 Mil­lio­nen Dol­lar an dem Über­wa­chungs-Kon­zern „ADT“ (Ame­ri­can District Tele­graph) gekauft. Damit hält Goog­le nun 6,6% an dem Unter­neh­men. Die Fir­ma pro­du­ziert unter ande­rem Ein­bruch- und Brand­mel­de­an­la­gen, Video­über­wa­chungs- und Zutritts­kon­troll­sys­te­me für gewerb­li­che und pri­va­te Objek­te.

Nun könn­te Goog­le ver­sucht haben, Funk­tio­nen, die im Zusam­men­hang mit neu­en Pro­duk­ten rund um die­sen Deal lie­gen, auch in der Rea­li­tät zu tes­ten. Die Kun­dIn­nen wären damit zu unfrei­wil­li­gen Ver­suchs­ka­nin­chen zu Las­ten ihrer Pri­vat­sphä­re gewor­den.

Der Bei­trag „Goog­le Home“ zeich­net ohne Erlaub­nis auf erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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