[gG:] Athen: Bekennung zum Brandanschlag auf die National Bank in Maroussi

(Ori­gi­nal: Indy­m­e­dia Athen bzw. Act for Free )

„Auch wenn wir nie gewin­nen, wer­den wir immer kämp­fen“

Furcht und Ver­zweif­lung. Die­ses sozia­le Gefühl über­wiegt in den Tagen der Dys­to­pie. Nach­dem die Staats­ver­wal­ter ange­sichts der Tie­fen der glo­ba­len kapi­ta­lis­ti­schen Kri­se die Mas­sen mili­tä­risch kon­trol­liert und in Qua­ran­tä­ne gesteckt haben, und sie mit einem kon­ti­nu­ier­li­chen Ter­ro­ris­mus, Repres­si­on und Ein­schrän­kung der erwor­be­nen Frei­hei­ten und Löh­ne durch­trän­ken. Über Hun­ger und Elend hin­aus blei­ben die Ver­zwei­fel­ten, z.b. die Migran­tIn­nen mar­gi­na­li­siert, wäh­rend die Pri­vi­le­gier­ten ihre Pri­vi­le­gi­en stär­ken, wie die Mafio­si der ND Regie­rung und die Sicher­heits­kräf­te.

Am 16. Juli führ­ten wir um 03:20 Uhr einen Brand­an­schlag auf die Natio­nal Bank an der V. Sofi­as Straßeim Zen­trum von Marous­si durch. Dadurch wur­de der Geld­au­to­mat voll­stän­dig zer­stört und die Fas­sa­de wur­de stark beschä­digt, wobei Rauch und Flam­men ins Inne­re des Gebäu­des gelang­ten. Die Wahl des Ziels war kein Zufall. Die Natio­nal Bank betei­ligt sich an Auk­tio­nen von Woh­nun­gen mit dem jüngs­ten Bei­spiel einer Zwangs­räu­mung einer alten Dame im Stadt­vier­tel Petra­lo­na. Wir sehen die Rol­le der Ban­ken bei den Ver­stei­ge­run­gen als eine Fort­set­zung des Angriffs und der Ent­wur­ze­lung durch den Staat in Zusam­men­ar­beit mit den Bos­sen gegen die benach­tei­lig­ten Leu­te.

Die Stadt wird im Hin­blick auf die Ver­drän­gung der Mar­gi­na­li­sier­ten stän­dig neu auf­ge­baut. Sie wol­len einen ste­ri­len kom­mer­zi­el­len Zustand, in dem nur weni­ge übrig blei­ben, die die Par­ty der Gen­tri­fi­zie­rung rui­nie­ren. Gleich­zei­tig wer­den natür­li­che und öffent­li­che Räu­me mit „Fast Track“ und mafiö­sen Tak­ti­ken pri­va­ti­siert, Zugän­ge auch (sie­he Filo­pap­pou-Hügel) und ande­re wer­den durch Wind­kraft­an­la­gen zer­stört. Immo­bi­li­en im Zen­trum von Athen spie­len die Rol­le der finan­zi­el­len Deter­mi­nan­te dafür, wer wo leben kann. Die Situa­ti­on erin­nert an eine Stadt in einem kochen­den Kes­sel. Unse­re gegen­wär­ti­ge Ersti­ckung. In Zei­ten, in denen der Staat Gefäng­nis­se mit noch stär­ke­rer Über­wa­chung für inne­re Fein­de plant.

Zur glei­chen Zeit, in der der Raum eines jeden und einer jeden schwin­det, gibt der Staat eine Auf­füh­rung der Repres­si­on. Eine libe­ra­le Jun­ta, die Demons­tra­tio­nen, besetz­te Häu­ser und öffent­li­che Plät­ze angreift. Neben DIAS, MAT und DELTA haben Ord­nungs­amt und die Stadt­ver­wal­tung von Athen eine sehr heim­tü­cki­sche Rol­le bei der Unter­drü­ckung der Haus­be­set­ze­rIn­nen gespielt. Sie haben das Schlimms­te ver­dient. Gleich­zei­tig erlas­sen sie Geset­ze zur Abschaf­fung poli­ti­scher Demons­tra­tio­nen. Über die Ver­trei­bung hin­aus ist ein Punkt des Krie­ges, den sie füh­ren, psy­cho­lo­gi­sche Gewalt und Ter­ror. Sie wol­len mit einer ter­ro­ris­ti­schen Staats­re­kru­tie­rung unblu­tig Schwei­gen erzwin­gen. Die von ihnen gewoll­te Dok­trin der Angst soll in eini­gen Mona­ten die Erin­ne­rung selbst aus­lö­schen. Was sie ver­ges­sen, ist, dass sie weder unver­wund­bar sind noch immer zu ihren eige­nen Bedin­gun­gen wer­den spie­len kön­nen.

Die Nach­richt, dass bei den jüngs­ten Demos im Zen­trum eini­ge Bul­len gebrannt haben, hat uns ein unend­li­ches Lächeln beschert. Das­sel­be Lächeln gab uns ihre Angst, als treue Anhän­ger der Bos­se eine Bank vor den Flam­men zu ret­ten. Man kann viel über die Dreck­sä­cke sagen. Wir bestehen dar­auf, dass ihr Spiel­zeug auf den Stra­ßen besiegt wer­den muss, und dies erfor­dert das Enga­ge­ment der­je­ni­gen, die noch immer auf den eige­nen Bei­nen ste­hen wol­len. Wir mögen den Ter­ror, das defä­tis­ti­sche Geschwätz und die schlech­te Orga­ni­sa­ti­on auf der Stra­ße vor den uni­for­mier­ten Sol­da­ten nicht. Wir müs­sen die Stra­ße außer­halb der Gren­zen des Social-Media-Spek­ta­kels erfah­ren und uns real um unse­re Mili­tanz küm­mern. Gleich­zei­tig sind wir der Ansicht, dass alle Demos, die im Zen­trum einen begräb­nis­ar­ti­gen Cha­rak­ter haben, die Kräf­te und die Psy­cho­lo­gie zu Boden wer­fen.

Abschlie­ßend hal­ten wir den Tod von Vas­si­lis Man­gos für einen staat­li­chen Mord. Gegen einen extre­men Gewalt­aus­bruch von MAT, DELTA die­ses Mal, sind wir von kei­nem medi­zi­ni­schen Bericht irgend­ei­nes Gerichts­me­di­zi­ners über­zeugt. Den Fall als eine stän­di­ge Gewalt mit psy­cho­lo­gi­scher Aus­deh­nung zu lesen, ist unse­re poli­ti­sche Posi­ti­on. Um Rache zu neh­men.

P.S.: Wir glau­ben, dass die nächt­li­chen Aktio­nen zusam­men mit der Stra­ßen­prä­senz, den Inter­ven­tio­nen und den dyna­mi­schen Demos ein sehr fle­xi­bles Feld sind, um Panik im Staat zu säen. Wer mit ein wenig Sorg­falt, Orga­ni­sa­ti­on und Fle­xi­bi­li­tät sei­ne Gedan­ken dar­in fin­det, dem fällt es leicht, sich die ein­fachs­ten Mit­tel anzu­eig­nen, um das Feu­er gegen Herr­schaft und Unter­drü­ckung zu ver­brei­ten. Über­ra­schen wir sie, wie es sich in einem his­to­ri­schen Zustand all­ge­mei­ner Armut gehört. Lasst die Theo­rien und die Mikro­po­li­tik und fangt das Feu­er in euren Hän­den um zu star­ten. Wir rufen euch alle auf, die Angst zu schlu­cken und auf die Stra­ße zu gehen, wenn die Son­ne unter­geht und die Nacht zum Tag macht.

VASILIS MANGOS WIRD WIE EIN REDLICHER PUNK NEBEN UNSEREM FEUER SEIN

SOLIDARITÄT MIT DEM DERVENION56 SQUAT UND UND DEN UNTERDRÜCKTEN POLITISCHEN UND MIGRANTISCHEN SQUATS

SICH NICHT AN TOD UND ANGST GEWÖHNEN

DIE TIEF GREIFENDE FASCHISTISCHE VERWALTUNG UNSERER STADT DURCH BAKOGIANNIS UND CHRYSOCHOIDIS STOPPEN

GEGEN SPEZISMUS, PATRIARCHAT, STAAT UND BOSSE.

KAMPF UM ERDE UND FREIHEIT

LASST SIE UNS VERBRENNEN, SO VIEL WIE TAUSEND SONNEN BRENNEN,

VIVE L’ ANARCHIE

Tau­sen­de von Son­nen der Nacht

Read More