[gG:] (B) Farbe und Steine für EUREF-Campus – Jede Räumung hat ihren Preis

Am Ran­de der roten Insel in Schö­ne­berg ent­steht rund um den Gaso­me­ter seit 2008 unter dem Namen Euro­päi­sches Ener­gie­fo­rum, kurz EUREF-Cam­pus, ein soge­nann­tes „smar­tes Stadt­quar­tier“. Auf dem Gelän­de, dass als Refe­renz­ort für die Smart-City-Stra­te­gie des Lan­des Ber­lin dient, for­schen und ent­wi­ckeln dut­zen­de Fir­men in einem Zusam­men­schluss eta­blier­ter Groß­kon­zer­ne wie der Deut­schen Bahn, GASAG oder bald auch Tes­la und Start-Ups an der „intel­li­gen­ten Stadt der Zukunft“. Ein Real­la­bor, um Ber­lin als Tech­stand­ort auf dem Glo­ba­len Markt attrak­tiv zu machen.

Was hier unter dem Deck­man­tel des Kli­ma­schut­zes und der Nach­hal­tig­keit prä­sen­tiert wird, zeigt sich bei genaue­rer Betrach­tung jedoch als kyber­ne­ti­scher Alb­traum. Denn die Smar­te Stadt und die damit ein­her­ge­hen­de, all­um­fas­sen­de Ver­net­zung bedeu­ten vor Allem eine weit­rei­chen­de Kon­trol­le. Damit eine Stadt intel­li­gent wird, benö­tigt die­se Unmen­gen an Daten und so soll jede Regung erfasst und aus­ge­wer­tet wer­den, um die­se dann gewinn­brin­gend in die Wert­schöp­fungs­ket­te ein­zu­spei­sen. Dadurch wird das Ver­hal­ten der Bewohner*innen zuneh­mend bere­chen- und steu­er­bar und genau dar­in liegt das Inter­es­se der Kon­zer­ne, die uner­müd­lich dar­an arbei­ten, die Stadt mit­hil­fe tech­no­lo­gi­scher Erneue­run­gen umzu­struk­tu­rie­ren. Dass es dabei kei­nen Platz für ein selbst­be­stimm­tes Leben und unkon­trol­lier­te Räu­me, jen­seits der Ver­wer­tung und des Kon­sums, geben wird, liegt auf der Hand. (mehr dazu hier: https://​anar​chis​ti​sche​bi​blio​thek​.org/​l​i​b​r​a​r​y​/​a​n​o​n​y​m​-​s​m​a​r​t​e​r​-​s​hit)

Doch auf­ge­passt, da wo die Visio­nen einer erschre­cken­den Zukunft Form anneh­men, wo Maschi­nen auto­no­mes Han­deln und Fort­be­we­gen erler­nen sol­len, sind auto­no­me Steinewerfer*innen manch­mal nicht weit. So haben auch wir die­sen Stand­ort, in der Nacht zum 11. August, zu unse­rem Real­la­bor erklärt und uns als uner­wünsch­te Zaun­gäs­te im Stein- und Farb­glä­ser­weit­wurf geübt. Zwei Büro­ge­bäu­de auf dem Gelän­de sind nun ordent­lich ein­ge­saut und die Kame­ra an unse­rem, mit Far­be gefüll­ten Feu­er­lö­scher, erblin­det. Das Ergeb­nis kann sich sehen las­sen, wie wir fin­den. Der Anlass unse­res Erschei­nens ist die Räu­mung des Syn­di­kats am ver­gan­ge­nen Frei­tag, die uns ver­dammt wütend macht.

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