[KgK:] Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer du bist! – Ungerechtfertigte Kritik aus der slowakischen rechten Partei LSNS

Titel­bild: „Wer ist für die Demo­kra­tie?“

Mari­an Kot­le­ba, der Anfüh­rer der rechts­ra­di­ka­len Oppo­si­ti­ons­par­tei LSNS (Kot­le­ba – Ľudo­vá stra­na Naše Slo­vens­ko, Kot­le­ba – Volks­par­tei Unse­re Slo­wa­kei), ver­neint wei­ter­hin die Anschul­di­gun­gen der Ver­brei­tung neo­na­zis­ti­scher Ansich­ten und Äuße­run­gen. Vie­le LSNS-Anhän­ger bezeich­nen sie als poli­tisch moti­viert. Passt das zur Rea­li­tät? Las­sen Sie uns sehen, was hier wirk­lich pas­siert.

Vor Kur­zem warf Mari­an Kot­le­ba der rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei SME Rodi­na und ihrem Par­tei­vor­sit­zen­den Boris Kol­lar Extre­mis­mus vor, das slo­wa­ki­sche Nach­rich­ten­por­tal den​ni​kn​.sk berich­te­te. Es scheint selt­sam, ist die LSNS doch der deut­schen AfD oder der öster­rei­chi­schen FPÖ sehr ähn­lich.

Und wie sagt man so schön? „Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage ich dir, wer du bist!“ Die LSNS ist Mit­glied der Alli­anz der euro­päi­schen natio­na­len Bewe­gun­gen, einer Ver­ei­ni­gung natio­na­lis­ti­scher rechts­ex­tre­mer Par­tei­en. Einer der berühm­tes­ten Kot­le­ba-Mit­strei­ter ist Rober­to Fio­re, der Vor­sit­zen­der der ita­lie­ni­schen neo­fa­schis­ti­schen Par­tei For­za Nuo­va und der Alli­anz für Frie­den und Frei­heit. Fio­re war in der Ver­gan­gen­heit einer der Anfüh­rer der ita­lie­ni­schen poli­ti­schen Bewe­gung Ter­za Posi­zio­ne, die sich zum Natio­nal­so­zia­lis­mus bekann­te. Bemer­kens­wert ist, dass sie das Trup­pen­kenn­zei­chen der SS-Pan­zer­di­vi­si­on „Das Reich“ als ihr Abzei­chen ver­wen­den. Rober­to Fio­re ist offe­ner Anhän­ger des Faschis­mus, obwohl der Vor­sit­zen­der von For­za Nuo­va behaup­tet, dass er gegen Gewalt ist.

Wappen der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“

Wap­pen der 2. SS-Pan­zer-Divi­si­on „Das Reich“

Symbol der Terza Posizione

Sym­bol der Ter­za Posi­zio­ne

Marian Kotleba und der Gründer der Noua Dreapta Teodor Ionescu

Mari­an Kot­le­ba und der Grün­der der Noua Dre­ap­ta Teo­dor Iones­cu

Ein wei­te­rer enger Ver­bün­de­ter der LSNS ist die rumä­ni­sche rechts­ex­tre­mis­ti­sche Par­tei Noua Dre­ap­ta. Die Par­tei kämpft gegen sexu­el­le Min­der­hei­ten, Migrant*innen, „Zigeu­ner“, Glo­ba­li­sie­rung und „Ras­sen­ver­mi­schung“, for­dert den Aus­tritt aus EU und NATO. Sie ver­wen­det ein Kel­ten­kreuz in ihrem Logo, das heu­te als Sym­bol der rechts­ex­tre­men Sze­ne gilt.

Marian Kotleba und der Gründer der Noua Dreapta Teodor Ionescu

Mari­an Kot­le­ba und der Grün­der der Noua Dre­ap­ta Teo­dor Iones­cu

Und auch die Natio­nal­de­mo­kra­ti­sche Par­tei Deutsch­lands (NPD) ist ein Part­ner der LSNS. Bei einem Tref­fen der rechts­ra­di­ka­len Par­tei­en in Bans­ká Bystri­ca (einer Stadt in der Slo­wa­kei) wur­de sie von dem bekann­ten Rechts­ex­tre­mis­ten Jens Püh­se ver­tre­ten, den Kot­le­ba seit Jah­ren kennt.

Jens Pühse bei der LSNS-Sitzung im Juni 2016

Jens Püh­se bei der LSNS-Sit­zung im Juni 2016

In dem slo­wa­ki­schen Nach­bar­land Tsche­chi­en hat die LSNS eine Schwes­ter­par­tei – die Arbei­ter­par­tei der sozia­len Gerech­tig­keit (Děl­nická stra­nu sociální Spra­ve­dlnos­ti; DSSS). Auch sie bekennt sich offen zum Natio­nal­so­zia­lis­mus. Zum bes­se­ren Ver­ständ­nis muss man ein wich­ti­ges Detail erwäh­nen: Der tsche­chi­sche Natio­nal­so­zia­lis­mus hat teil­wei­se ande­re Inhal­te als der deut­sche. Laut dem Extre­mis­mus­for­scher Miros­lav Mareš ent­stand er schon im 19. Jahr­hun­dert als Reak­ti­on auf aus­tromar­xis­ti­sche Ten­den­zen in der Arbei­ter­be­we­gung. Und die DSSS, die aus die­ser Tra­di­ti­on stammt, ver­an­stal­tet oft genug zusam­men mit LSNS ver­schie­de­ne Demons­tra­tio­nen, Ver­samm­lun­gen und Kund­ge­bun­gen.

Tomas Vandas (der DSSS-Chef): "Das ist nicht nur die Politik, sondern auch die Freundschaft"

Tomas Van­das (der DSSS-Chef): „Das ist nicht nur die Poli­tik, son­dern auch die Freund­schaft“

Dar­um mei­ne ich, dass alle Anschul­di­gun­gen von Kot­le­ba däm­lich klin­gen. Wie sag­te Bob Mar­ley: „Beur­tei­len Sie ande­re nicht, bis Sie sich selbst beur­tei­len“.

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