[labournet:] Ein Aufbruch von links: Wie eine emanzipatorische gesellschaftliche Gegenbewegung zum Kapitalismus entstehen kann

Buch von Raul Zelik: Wir Untoten des Kapitals - Über politische Monster und einen grünen Sozialismus “Mei­ne The­se wäre, dass Trans­for­ma­ti­ons­macht dann ent­steht, wenn sich bei­de Ansät­ze – eine Demo­kra­ti­sie­rung des Staa­tes im Sin­ne Nico Pou­lant­z­as und ein außer­in­sti­tu­tio­nel­ler »radi­ka­ler« Refor­mis­mus aus der Gesell­schaft her­aus, wie Joa­chim Hirsch ihn pro­pa­giert – ergän­zen. (…) Die­se Ver­bin­dung von staat­li­cher und außer­in­sti­tu­tio­nel­ler Poli­tik wird häu­fig mit den Begrif­fen »Par­tei« und »Bewe­gung« gela­belt, doch das ver­stellt den Blick dar­auf, wor­um es eigent­lich geht. Die Kraft einer eman­zi­pa­to­ri­schen Gegen­be­we­gung beruht nicht dar­auf, wie oft demons­triert und pro­tes­tiert wird, son­dern ist das Ensem­ble gesell­schaft­li­cher Prak­ti­ken und Orga­ni­sa­ti­ons­for­men, die sich der Inwert­set­zung ent­zie­hen: sozia­le und kul­tu­rel­le Orte, kri­ti­sche Öffent­lich­kei­ten, soli­da­ri­sches All­tags­ver­hal­ten, kol­lek­ti­ve Über­zeu­gun­gen, Arbeits­kämp­fe und vie­les ande­re mehr. Par­tei­en, die nicht aus­schließ­lich par­la­men­ta­risch arbei­ten, sind Bestand­teil die­ser außer­in­sti­tu­tio­nel­len Macht. Des­we­gen geht es nicht um »Par­tei« ver­sus »Bewe­gung«, son­dern um den Auf­bau eines viel­fäl­ti­gen poli­ti­schen Pro­jekts, das sich den Zie­len Soli­da­ri­tät, Gleich­heit und Demo­kra­tie ver­schrie­ben hat und die For­de­run­gen der gesell­schaft­li­chen Bewe­gung in die Staats­ap­pa­ra­te hin­ein ver­län­gert. (…) Die Kraft von Eman­zi­pa­ti­ons­be­we­gun­gen beruht maß­geb­lich auf ihrer Fähig­keit, trans­for­ma­to­ri­sche Zie­le vor­weg­zu­neh­men. (…) Die queer­fe­mi­nis­ti­sche Theo­re­ti­ke­rin Bini Adamc­zak hat geschrie­ben, es gel­te, »die eman­zi­pa­to­ri­sche Revo­lu­ti­on nicht als Mach­ter­rin­gung, son­dern als Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess zu kon­zi­pie­ren, in des­sen Zen­trum nicht die Destruk­ti­on der herr­schen­den Gesell­schaft steht, son­dern die Kon­struk­ti­on einer herr­schafts­frei­en«. (…) Dau­er­haft gibt es Gegen­macht nur dort, wo sich Soli­da­ri­tät, Gleich­heit und Frei­heit auch in Umgangs­for­men, Milieus und Orga­ni­sa­ti­ons­kul­tu­ren nie­der­schla­gen…” Für die Ver­öf­fent­li­chung bei neu­es Deutsch­land vom 9. August 2020 von Raul Zelik bear­bei­te­te Pas­sa­ge externer Link aus sei­nem Buch “Wir Unto­ten des Kapi­tals – Über poli­ti­sche Mons­ter und einen grü­nen Sozia­lis­mus” externer Link 2020 bei der Edi­ti­on Suhr­kamp (328 Sei­ten, Preis: 18 Euro)

Der Bei­trag Ein Auf­bruch von links: Wie eine eman­zi­pa­to­ri­sche gesell­schaft­li­che Gegen­be­we­gung zum Kapi­ta­lis­mus ent­ste­hen kann erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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