[FRN:] Hilfe mit kolonialem Gestus – die angelaufenen Hilfsaktionen für den Libanon

Die Hil­fe im Liba­non ist ange­lau­fen. „Die­se Art von tech­ni­schem Huma­ni­ta­ris­mus hat etwas unge­heu­er Ein­leuch­ten­des und Beru­hi­gen­des. Er hat aber einen Haken“, sagt Kat­ja Mau­rer, Chef­re­dak­teu­rin des vier­tel­jähr­lich erschei­nen­den Rund­schrei­bens von Med­i­co Inter­na­tio­nal, „denn er sug­ge­rie­re, dass Hil­fe von außen die Kata­stro­phe vor Ort lösen könn­te und miss­ach­te die Tat­sa­che, dass die ers­te Hil­fe vor allen Din­gen Selbst­hil­fe vor Ort ist. So auch im Liba­non. Schon die­ser media­le Ein­stieg stellt ein Ver­hält­nis her, das an tra­dier­te kolo­nia­le Sprech­wei­sen erin­nert, in denen die Kolo­ni­sa­to­ren den „Wil­den“ die Zivi­li­sa­ti­on brach­ten. Wenn es nicht gelingt, die­se Betrach­tungs­wei­se, die von „Wir – die Hel­fen­den“ und „Sie – die hilf­lo­sen Opfer“ spricht, zu über­win­den, endet die abso­lut not­wen­dig Unter­stüt­zung, Soli­da­ri­tät und Hil­fe von außen in einer Absi­che­rung der bestehen­den kata­stro­pha­len Situa­ti­on.
Kat­ja Mau­rer war für med­i­co inter­na­tio­nal in Hai­ti unter­wegs, und muss­te fest­stel­len, dass genau die­se Hil­fe­st­ruk­tu­ren dort schei­ter­ten. Das­sel­be fürch­tet sie nun für den Liba­non. Über die vor­herr­schen­den Hilfs-Struk­tu­ren haben wir mit ihr gespro­chen. Read More