[gG:] (B) Offensives Neukölln: Antifa heißt Angriff

Hein­rich Bod­den scheint tags­über einer nor­ma­len Arbeit nach­zu­ge­hen. Laut einer kur­zen Inter­net­re­cher­che ist er Inha­ber der Hein­rich Bod­den Maler­meis­ter GmbH, mit Sitz in der Bun­des­al­lee 220, 10719 Ber­lin.

(Anmer­kung: Ob es sich beim Fir­men­in­ha­ber um den­sel­ben Hein­rich Bod­den han­delt, konn­ten wir nicht end­gül­tig veri­fi­zie­ren. Aus sozi­al iso­lier­ten Pro­blem­be­zir­ken wie Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf hal­ten wir uns lie­ber fern. Wir sind uns aber trotz­dem ziem­lich sicher, fin­det man doch auf dem Twit­ter-Account des Maler­be­triebs einen Tweet von 2016, in dem der Inha­ber sei­ne Sor­ge um unse­re Kin­der und Wut auf Ange­la Mer­kel aus­drückt. Dan­ke für den Hin­weis!)

Viel inter­es­san­ter fin­den wir sowie­so die Akti­vi­tä­ten, denen Hein­rich Bod­den sich nach Fei­er­abend wid­met. Dann treibt er sich näm­lich in aus­ge­spro­chen zwie­lich­ten Krei­sen her­um und wird als Schatz­meis­ter der Neu­köll­ner AFD zum Schreib­tisch­tä­ter einer faschis­ti­schen Par­tei. Ob er für sei­ne Neben­tä­tig­keit auch mal Arbeit mit in sein Ein­fa­mi­li­en­haus in der Kes­ten­zei­le 32, 12349 nimmt?

Nun gehen jeden­falls auch wir nach Fei­er­abend so unse­ren Akti­vi­tä­ten nach und wie der Zufall es manch­mal so will führ­te uns einer unse­rer nächt­li­chen Spa­zier­gän­ge durch Ber­lin-Buc­k­ow an Hein­rich Bod­dens Haus vor­bei. Schein­bar flo­gen dabei meh­re­re mit Far­be gefüll­te Glas­fla­schen gegen die Haus­wand und ein auf dem Grund­stück ste­hen­den PKW. Wir hof­fen, sie haben ihm nicht den Schlaf geraubt. Außer­dem wur­de Hein­rich Bod­den mit Sprüh­far­be auf dem Asphalt vor sei­nem Haus als das mar­kiert was er ist: ein mie­ser Faschist.

Auch wenn für uns jeder Tag ein guter Tag ist rech­te Struk­tu­ren anzu­grei­fen, ist das Datum unse­res Angriffs nicht zufäl­lig gewählt. Fast täg­lich hören wir von neu­en Ent­wick­lun­gen im Neu­kölln-Kom­plex, wel­che das Ver­sa­gen staat­li­cher Ermitt­lungs­ar­beit umso offen­sicht­li­cher und die Not­wen­dig­keit anti­fa­schis­ti­scher Inter­ven­tio­nen umso dring­li­cher machen. Ein Bei­spiel: Der Poli­zist Ste­fan K. ist eigent­lich für die Auf­klä­rung der rech­ten Anschlags­se­rie in Neu­kölln zustän­dig. In sei­ner Frei­zeit schlägt er aber lie­ber einen jun­gen Afgha­nen zusam­men, belei­digt ihn ras­sis­tisch und lan­det damit vor Gericht. Die Quit­tung folgt auf dem Fuße: Aller­dings nicht für K., son­dern den jun­gen Afgha­nen, der trotz Coro­na und mit Segen von Andi Gei­sel per­sön­lich nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wird. Um es ganz klar zu sagen: Weder über­rascht uns das staat­li­che Ver­sa­gen noch hof­fen wir auf staat­li­che Lösun­gen. Als Antifaschist*innen müs­sen wir wie­der in die Offen­si­ve gehen und den Kampf gegen faschis­ti­sche Struk­tu­ren selbst in die Hand neh­men, vor allem in Zei­ten, in denen lin­ke Schutz­räu­me immer stär­ker bedroht sind. Dazu haben wir mit unse­rer Inter­ven­ti­on einen klei­nen Bei­trag geleis­tet.

Raus aus der Defen­si­ve!

Nazis angrei­fen, Frei­räu­me ver­tei­di­gen! One strugg­le, one fight!

Mehr Stadt­ran­ti­fa wagen und Nazis aus der Deckung holen!

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