[perspektive:] Die Schonfrist für Mieter ist vorbei

Seit dem 1. Juli können MieterInnen in Deutschland wieder wegen ausbleibender Mietzahlungen gekündigt werden. Dies war durch die Bundesregierung für die Monate April bis Juni untersagt worden. Gerade unter kleinen Gewerbetreibenden drohen nun viele Zahlungsausfälle.

Mie­te­rIn­nen­ver­bän­de wie der Deut­sche Mie­ter­bund hat­ten sich bis zuletzt bemüht, die Bun­des­re­gie­rung von einer Ver­län­ge­rung des Kün­di­gungs­schut­zes bis ein­schließ­lich Sep­tem­ber zu über­zeu­gen – erfolg­los.

Die Fol­gen der Kri­se sind für vie­le Mie­te­rIn­nen von Woh­nun­gen deut­lich zu spü­ren. So stieg die Zahl der Wohn­geld­an­trä­ge in Mün­chen von März bis Juli um 140 Pro­zent gegen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum. Im Juni ver­mel­de­te der deut­sche Mie­ter­bund, dass sich jede zehn­te Bera­tung, die er anbot, um Zah­lungs­pro­ble­me wegen Coro­na dreh­te.

Der Vono­via-Kon­zern dage­gen behaup­tet, dass sich ledig­lich ein Pro­zent sei­ner Mie­te­rIn­nen mit der Bit­te um Miet­stun­dung an ihn gewandt hät­ten.

Groß­kon­zer­ne tre­ten in den Miet­streik und zäh­len auf den Staat – nor­ma­le Mie­te­rIn­nen kön­nen das nicht

Bei klei­nen Gewer­be­trei­ben­den sind die Zah­lungs­schwie­rig­kei­ten mit­un­ter offen­bar noch wei­ter ver­brei­tet. So steht in Ham­burg dem Ver­band nord­deut­scher Woh­nungs­un­ter­neh­men zufol­ge bereits jetzt jede fünf­te Gewer­be­mie­te wegen Coro­na aus.

Auch Miet­zah­lun­gen, die nicht geleis­tet wer­den kön­nen, könn­ten also eine Plei­te­wel­le im Herbst mit ver­ur­sa­chen, wie sie von vie­len Wirt­schafts­ex­per­tIn­nen erwar­tet wird.

Der Bei­trag Die Schon­frist für Mie­ter ist vor­bei erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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