[gG:] Bundesverwaltungsgericht: Sicherstellung von Briefen wegen linksunten.indymedia war in zwei Fällen rechtswidrig

Am 14. August 2017 wur­de im Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um in der Ber­lin die Ver­fü­gung zum Ver­bot von links​un​ten​.indy​m​e​dia​.org aus­ge­druckt und unter­schrie­ben. Eben­falls auf den 14.08.2017 datiert ein Schrei­ben, das das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um an das baden-würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um rich­te­te. Mit dem Schrei­ben ersuch­te das BMI das LMI, „die Ver­bots­ver­fü­gung zeit­gleich mit der Zustel­lung am 25. August 2017 zu voll­zie­hen und die erfor­der­li­chen Maß­nah­men zum Zwe­cke der Sicher­stel­lung des beschlag­nahm­ten Ver­eins­ver­mö­gens sowie der wei­te­ren Auf­klä­rung der Ver­eins­struk­tu­ren durch­zu­füh­ren.“

Zu die­sen „Maß­nah­men“ gehör­te – wie nun durch am 5. August die­sen Jah­res ver­öf­fent­lich­te Beschlüs­se (bereits vom 10. Juni) bekannt wur­de – in fünf Fäl­len auch die Sicher­stel­lung von Brie­fen bei der Deut­schen Post AG und in einem Fall die Beschlag­nah­me eines dienst­li­chen e‑mail-Post­fa­ches beim Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Frei­burg.

Die Betrof­fe­nen hat­ten sich mit Anträ­gen an die das Ver­wal­tungs­ge­richt Frei­burg, die an das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ver­wie­sen wur­den, gegen die Maß­nah­men gewen­det.

Fünf der ver­öf­fent­lich­ten Beschlüs­se betref­fen Anträ­ge, Sicher­stel­lun­gen von Brie­fen (bei der Deut­schen Post AG), die um den 25.8.2017 gescha­hen, für rechts­wid­rig zu erklä­ren. Die sechs­te Ent­schei­dung (6.19) einen ent­spre­chen­den Antrag in Bezug auf die „Beschlag­nah­me des E‑Mail-Post­fachs der Antrag­stel­le­rin an ihrer Arbeits­stel­le beim Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Frei­burg“ (Tz. 1).

Die Anträ­ge zu den Az. BVerwG 6 AV 1.19 und 8.19 waren erfolg­reich; die ande­ren vier schei­ter­ten. Die ent­schei­den­den Sät­ze der bei­den antrags-statt­ge­ben­den Ent­schei­dun­gen lau­ten:

„Die Anga­ben unbe­kann­ter Quel­len, die das Lan­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz Baden-Würt­tem­berg in den Behör­den­zeug­nis­sen vom 21. Juli 2017 und vom 14. August 2017 wie­der­ge­ge­ben hat, rei­chen als sekun­dä­re Beweis­mit­tel für sich genom­men nicht aus. Erfor­der­lich sind ergän­zen­de Erkennt­nis­se, die die Anga­ben bestä­ti­gen oder doch als plau­si­bel erschei­nen las­sen. Dar­an fehlt es in Bezug auf den Antrag­stel­ler.“

Glie­de­rung des voll­stän­di­gen Arti­kels (sie­he .pdf-Anhang):

I. All­ge­mei­nes – Sei­te 3
II. Die bei­den statt­ge­ben­den Ent­schei­dun­gen – Sei­te 4
1. Gemein­sam­kei­ten bei­der Ent­schei­dun­gen – Sei­te 4
2. Spe­zi­fi­ka der Ent­schei­dung zum Az. BVerwG 6 AV 8.19 – Sei­te 6
III. Die ableh­nen­den Ent­schei­dun­gen – Sei­te 7
1. Gemein­sam­kei­ten der Beschlüs­sen zu den Akten­zei­chen BVerwG 6 AV 2.19 und 3.19 – Sei­te 7
2. Spe­zi­fi­ka der Ent­schei­dung zum Az. BVerwG 6 AV 2.19 – Sei­te 9
2. Spe­zi­fi­ka der Ent­schei­dung zum Az. BVerwG 6 AV 3.19 – Sei­te 10
4. Die Ent­schei­dung zum Az. BVerwG 6 AV 7.19 – Sei­te 10
5. Die Ent­schei­dung zum Az. BVerwG 6 AV 6.19 – Sei­te 11
IV. Wie vie­le Brie­fe wur­den geöff­net /​wie vie­le beschlag­nahmt? – Sei­te 12

<hr /​>

Wei­te­res zum drit­ten Jah­res­tag des links­un­ten-Ver­bo­tes:

++ End­lich Daten­schutz für 25000 Student*innen

„Das BMI, vom Frei­bur­ger Ver­wal­tungs­ge­richt auf­ge­for­dert, sei­ne Ein­wän­de gegen die Kla­ge dar­zu­le­gen, teil­te <im Juli 2020> mit, dass kein Inter­es­se mehr an der Ent­schlüs­sung des Back­up bestehe und dies auch für das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz, das Bun­des­kri­mi­nal­amt und die Bun­des­po­li­zei gel­te, an die man Kopien des Back­up wei­ter­ge­ge­ben hat­te.“

https://​www​.stu​ra​.uni​-frei​burg​.de/​n​e​w​s​/​F​e​s​t​p​l​a​t​t​e​2​020

++ Die Schwei­ger von der Spree.
Eine in Sachen „Links­un­ten“ ein­ge­reich­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de nebst Begleit­brief

http://​www​.trend​.info​par​ti​san​.net/​t​r​d​0​8​2​0​/​t​3​5​0​8​2​0​.​h​tml

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