[labournet:] Die bolivianische Junta und ihre Freunde (vor allem aus der EU): Vom Generalstreik „an die Wand“ gedrückt

Blockade in Bolivien am 10.8.2020„… Am Sams­tag hat­te De-fac­to-Prä­si­den­tin Jea­ni­ne Áñez die am Streik betei­lig­ten Sozi­al­ver­bän­de, die Wahl­be­hör­de (TSE), Ver­tre­ter der bei­den legis­la­ti­ven Kam­mern sowie alle Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten zu Gesprä­chen ein­ge­la­den, “um den Wahl­ter­min zu bestä­ti­gen”. Die­se kamen dem Ange­bot nicht nach mit der Begrün­dung, dass Ver­spre­chen sei­tens der Macht­ha­ber bis­lang wie­der­holt gebro­chen wor­den waren. Ein vor­läu­fi­ger Dia­log zwi­schen TSE und Ver­tre­tern des strei­ken­den Gewerk­schafts­ver­bands Boli­via­ni­sches Arbei­ter­zen­trum (COB) am sel­ben Tag war bereits ergeb­nis­los geblie­ben. (…) Das COB sowie ande­re Orga­ni­sa­tio­nen for­der­ten, dass der alte Wahl­ter­min im Sep­tem­ber ein­ge­hal­ten wer­den sol­le. Am Mitt­woch erklär­te sich nun COB-Gene­ral­se­kre­tär Juan Car­los Hua­ra­chi kom­pro­miss­be­reit: Er wer­de eine Wahl am 11. Okto­ber – eine Woche frü­her – akzep­tie­ren. “Das Par­la­ment steht nun in der Ver­ant­wor­tung, den Wahl­ter­min gesetz­lich fest­zu­le­gen”, so der Arbeit­neh­mer­ver­tre­ter. Hua­ra­chi kün­dig­te dar­über hin­aus an, die Blo­cka­den unver­züg­lich zu been­den, soll­te die Wahl­be­hör­de auf sein Ange­bot ein­ge­hen. (…) Am Diens­tag die­ser Woche wur­den nach Anga­ben der boli­via­ni­schen Auto­bahn­ver­wal­tung mehr als sech­zig Blo­cka­den von Stra­ßen regis­triert, die für die Ver­sor­gung der Städ­te wich­tig sind. Die Pro­test­teil­neh­mer stel­len sich ent­schie­den gegen die erneu­te Ver­schie­bung der Wah­len und for­dern nun auch den Rück­tritt von Áñez. Sozia­le Ver­bän­de posi­tio­nie­ren sich auf bei­den Sei­ten des Kon­flik­tes (…) Der Ver­band der Nach­bar­schafts­rä­te der Stadt El Alto, die an den Regie­rungs­sitz La Paz angrenzt, will sich ab Don­ners­tag den Pro­tes­ten anschlie­ßen...“ – aus dem Über­blicks­bei­trag „Gene­ral­streik in Boli­vi­en: Putsch­re­gie­rung zum “Dia­log” bereit“ von Quin­cy Stemm­ler und Harald Neu­ber am 13. August 2020 bei ame​ri​ka21​.de externer Link, wor­in auch noch die Hil­fe­stel­lung des EU-Bot­schaf­ters für das Putsch­re­gime The­ma ist. Sie­he dazu auch einen wei­te­ren aktu­el­len Bei­trag zum The­ma, wie die Jun­ta ver­sucht, eine Pro­pa­gan­da­kam­pa­gne gegen die Aktio­nen unter Beru­fung auf die Epi­de­mie zu orga­ni­sie­ren. und den Hin­weis auf unse­ren bis­her letz­ten Bei­trag zum Mas­sen­wi­der­stand gegen Wahl­ma­ni­pu­la­ti­on

  • Boli­vi­en: Wie die Coro­na-Pan­de­mie der Putsch­re­gie­rung zum Macht­er­halt dient“ von Harald Neu­ber am 12. August 2020 bei tele­po­lis externer Link zur Kam­pa­gne der Jun­ta unter ande­rem: „… Die Lage habe ein “unhalt­ba­res Niveau” erreicht und sich “dras­tisch ver­schlech­tert”, so die Poli­ti­ke­rin Karen Lon­ga­ric, die das Außen­mi­nis­te­ri­um kon­trol­liert. Nach Berich­ten boli­via­ni­scher Medi­en sind die Städ­te des Lan­des von der Ver­sor­gung wich­ti­ger Güter abgeschnitten.Der Kon­flikt ist inzwi­schen zu einer Pro­pa­gan­da­schlacht aus­ge­ar­tet. Die De-fac­to-Regie­rung ver­su­che medi­zi­ni­sche Hilfs­gü­ter wie Sauer­stoff­fla­schen für Covi­d19-Pati­en­ten vor­sätz­lich über blo­ckier­te Stra­ßen nach San­ta Cruz und La Paz zu brin­gen, obwohl ande­re Rou­ten pas­sier­bar gewe­sen wären, schrieb Mora­les auf Twit­ter. Dies sei “eine Pro­vo­ka­ti­on, die auf Gewalt abzielt”. Die poli­ti­sche Füh­rung um Áñez wirft der MAS-Oppo­si­ti­on vor, Leben zu gefähr­den. De-fac­to-Innen­mi­nis­ter Arturo Muril­lo sag­te im Inter­view mit CNN, “das poli­tisch Kor­rek­te wäre, den Demons­tran­ten eine Kugel zu ver­pas­sen“.

Der Bei­trag Die boli­via­ni­sche Jun­ta und ihre Freun­de (vor allem aus der EU): Vom Gene­ral­streik „an die Wand“ gedrückt erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More