[labournet:] Fulda: Polizei erschießt jungen Afghanen, der gleichzeitig floh, Polizisten schlug und eine Bäckerei überfiel

Dossier

Stoppt Polizeigewalt»Gerech­tig­keit für Matiu­l­lah!« »Der Poli­zist muss bestraft wer­den!« »Ein Unschul­di­ger wur­de getö­tet!« So lau­te­ten in den letz­ten Tagen die Rufe von Geflüch­te­ten, die durch die Innen­stadt von Ful­da gezo­gen sind. Damit pro­tes­tier­ten sie gegen einen Vor­fall, der in der Stadt für gro­ße Auf­re­gung gesorgt hat. Am Frei­tag­mor­gen wur­de der jun­ge afgha­ni­sche Flücht­ling Matiu­l­lah von der Poli­zei erschos­sen. Zuvor soll er in einer Bäcke­rei ran­da­liert und dabei Ange­stell­te und einen Aus­lie­fe­rungs­fah­rer ver­letzt haben. »19-jäh­ri­ger Afgha­ne greift Bäcke­rei an«, lau­te­te die Schlag­zei­le der »Ost­hes­sen-News«. Damit leis­te­te das Por­tal die Vor­la­ge für die Schlag­zei­len diver­ser alar­mis­ti­scher Mel­dun­gen auf rech­ten Home­pages. Dort war die Rede davon, dass der Ter­ror nun auch Ful­da erreicht habe. Dass die rech­ten Netz­wer­ke so aus­führ­lich berich­te­ten, ist nicht ver­wun­der­lich. Schließ­lich ist Ful­da der Wahl­kreis von Mar­tin Hoh­mann, der einst wegen einer als anti­se­mi­tisch bewer­te­ten Rede aus der CDU aus­ge­schlos­sen wur­de und bei der AfD ein poli­ti­sches Come­back gestar­tet hat. Hoh­mann hat­te nach dem Vor­fall behaup­tet, dass Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und ihre Flücht­lings­po­li­tik ver­ant­wort­lich sei­en. Wäh­rend sich in den ers­ten Tagen nach dem Vor­fall in der Bäcke­rei auch die Lokal­me­di­en an der Het­ze gegen den toten Schutz­su­chen­den betei­lig­ten, beginnt man nun damit, sich auf die Men­schen ein­zu­schie­ßen, die sich nicht mar­tia­lisch über Asyl­be­wer­ber äußern wol­len. Ange­grif­fen wur­den etwa die Geflüch­te­ten, wel­che die Gescheh­nis­se teil­wei­se als Augen­zeu­g­In­nen ver­folg­ten und die Poli­zei kri­ti­siert haben. Schließ­lich befin­det sich der Tat­ort in unmit­tel­ba­rer Nähe der Flücht­lings­un­ter­kunft“ – aus dem Bei­trag „Ein Toter und vie­le offe­ne Fra­gen“ von Peter Nowak am 18. April 2018 in neu­es deutsch­land externer Link wor­in auch auf das erstaun­li­che Mul­ti­tas­king-Talent des Opfers hin­ge­wie­sen wird. Sie­he dazu wei­te­re aktu­el­le Bei­trä­ge zu Pro­tes­ten, über Medi­en, die ger­ne Poli­zei-Pres­se­stel­le wären und eine Stel­lung­nah­me der Kri­ti­schen Poli­zis­ten:

  • Nach­for­schun­gen zu Fall in Ful­da: Erneut Ermitt­lun­gen nach töd­li­chen Poli­zei-Schüs­sen auf Flücht­ling New
    “Die Jus­tiz beschäf­tigt sich aber­mals mit den töd­li­chen Schüs­sen auf einen afgha­ni­schen Asyl­be­wer­ber im April 2018 in Ful­da. Eine Beschwer­de gegen die Ein­stel­lung des Ver­fah­rens war erfolg­reich. (…) Die Staats­an­walt­schaft hat die Ermitt­lun­gen gegen einen Poli­zei­be­am­ten wie­der auf­ge­nom­men, wie die Behör­de am Mon­tag mit­teil­te. Der Bru­der des 19 Jah­re alten Toten hat­te gegen die Ein­stel­lung der Unter­su­chun­gen Beschwer­de ein­ge­legt. Mitt­ler­wei­le wur­de die Beschwer­de begrün­det und von der Gene­rals­staats­an­walt­schaft geprüft. “Ein­zel­hei­ten zu den noch durch­zu­füh­ren­den Ermitt­lun­gen kön­nen der­zeit nicht mit­ge­teilt wer­den, um die­se nicht zu gefähr­den”, hieß es in einer Mit­tei­lung.(…) Das “Afghan Refu­gee Move­ment”, ein Zusam­men­schluss afgha­ni­scher Flücht­lin­ge in Deutsch­land, fand sich nicht wider­spruchs­los mit der Ein­stel­lung des Ver­fah­rens ab. Doch die Demo [am 13. April 2019] hat­te Fol­gen für eini­ge Teil­neh­mer. Sechs Straf­an­zei­gen wur­den gestellt. Die Tat­vor­wür­fe lau­ten: Belei­di­gung, üble Nach­re­de, Ver­leum­dung, Ver­stoß gegen das Ver­samm­lungs­ge­setz. Betrof­fe­ne Demons­tran­ten fühl­ten sich danach zu unrecht von der Poli­zei ver­folgt.” Mel­dung vom 10. August 2020 bei hes­sen­schau kom­pakt externer Link – auch die­se Straf­an­zei­gen anläss­lich der Demo müss­ten jetzt anders bewer­tet wer­den, nach­dem die Ermitt­lun­gen wegen mög­li­cher­wei­se rechts­wid­ri­gem Poli­zei­han­del wie­der auf­ge­nom­men wur­den und die für die Poli­zei nega­ti­ve Ein­schät­zung nicht mehr als “Belei­di­gung, üble Nach­re­de, Ver­leum­dung” bestraft wer­den kann.
  • 2 Jah­re nach­dem die Poli­zei in Ful­da Todes­schüs­se abfeu­er­te, wird gehan­delt: Vor­ge­hen gegen jeg­li­che Kri­tik 
    Die diver­sen Recht­fer­ti­gun­gen, die vor zwei Jah­ren aus Anlass der poli­zei­li­chen Todes­schüs­se von Ful­da der Öffent­lich­keit prä­sen­tiert wur­den, gehö­ren zu den aben­teu­er­lichs­ten die­ser Sor­te in der Geschich­te von Todes­op­fern von Poli­zei­ak­tio­nen in der BRD. Das Opfer, angeb­lich ein unglaub­lich talen­tier­tes Mul­ti-Tas­king-Talent, der min­des­tens drei Sachen gleich­zei­tig erle­di­gen konn­te, so der Tenor die­ser Geschich­ten in „UFO gesich­tet“ Qua­li­tät. Was die an die poli­zei­li­chen Sub­un­ter­neh­men „Medi­en“ nicht dar­an hin­der­te, sie zunächst hem­mungs­los zu ver­brei­ten und erst im Lau­fe der Zeit etwas vor­sich­ti­ger zu wer­den (womit dann wie­der ein­mal die Rechts­ra­di­ka­len die letz­ten Getreu­en ihrer uni­for­mier­ten Gesin­nungs­freun­de waren). Die Kri­tik hör­te in die­sen zwei Jah­ren nicht auf – und sie hat, wie am ers­ten Jah­res­tag des Todes von Matiu­l­lah Jabark­hil auch an die­sem Jah­res­tag wie­der einen neu­en Höhe­punkt erreicht – der nun auch zum Han­deln führt. Der Poli­zei gegen ihre Kri­ti­ker. Dazu eini­ge aktu­el­le Bei­trä­ge zur poli­zei­li­chen Offen­si­ve gegen Kri­tik (die unter­schied­li­che poli­ti­sche Unter­stüt­zung fin­det) – und zu den den­noch fort­ge­setz­ten Pro­tes­ten, die eben­falls Unter­stüt­zung fin­den…
    • „Was geschah mit Matiu­l­lah?“ von Eli­sa Nowak am 13. April 2020 im Blog des Frei­tag externer Link fasst die aktu­el­le Situa­ti­on so zusam­men: „… Zwei Jah­re nach dem Mord an Jabark­hil blei­ben zen­tra­le Fra­gen offen. Wes­halb wur­de nicht auf Ver­stär­kung gesetzt? Wie­so wur­den auf Bauch- und Brust­be­reich gezielt? Was erklä­ren die zwölf Schüs­se bei einem unbe­waff­ne­ten und unter Stress lei­den­den Men­schen? Das Ver­schlep­pen respek­ti­ve Igno­rie­ren der Auf­ar­bei­tung muss als Signal gewer­tet wer­den, dass es sich hier­bei um einen wei­te­ren Fall der Poli­zei han­delt, wel­cher sich im insti­tu­tio­nel­len Ras­sis­mus kul­mi­niert. (…) Das poli­zei­li­che Bild, wor­in Jabark­hil aggres­siv und mit einem Schlag­stock auf die Beamt*innen los­ging, fes­tig­te sich im Welt­bild und rezi­piert das Vor­ur­teil der gewalt­be­rei­ten Flücht­lin­ge. Die Poli­zei als aus­füh­ren­de Gewalt scheint über jeden Feh­ler erha­ben. Dabei ist der Mord an Jab­kark­hil frei­lich kein Ein­zel­fall, son­dern reiht sich ein in eine tief gehen­de Ver­stri­ckung von Poli­zei­ge­walt und migran­ti­schen und flüch­ten­den Men­schen. Die stets pos­tu­lier­te Neu­tra­li­tät der im Diens­te des Staa­tes han­deln­den Men­schen ist hier­bei eine illu­so­ri­sche und in letz­ter Kon­se­quenz auch nicht lapi­dar als Quer­schnitt der Gesell­schaft zu wer­ten. In ihrer Posi­ti­on birgt sich eine Macht­fül­le, die der der Normalbürger*innen hin­aus­geht und geschul­det von koope­ra­ti­vem Ver­hal­ten inner­halb der Struk­tu­ren auch sel­ten Kon­se­quen­zen nach sich zie­hen…“
    • „Poli­zei geht gegen Belltower-Autor*innen vor“ von Kira Ayya­di am 14. April 2020 bei den Bell­tower News externer Link berich­tet von den poli­zei­li­chen Kon­se­quen­zen aus der anhal­ten­den Kri­tik: „… Für den Schüt­zen, der die zwölf Schüs­se abge­ge­ben haben soll, hat­te der gan­ze Vor­fall kei­ne Fol­gen, er kehr­te bereits eine Woche nach Matiu­l­lahs Tod wie­der in den Poli­zei­dienst zurück. Im Febru­ar 2019 wur­de ein ein­ge­lei­te­tes Ver­fah­ren gegen ihn ein­ge­stellt. Die Ermitt­lun­gen hät­ten erge­ben, dass der Poli­zist in Not­wehr gehan­delt habe. Kurz­zei­tig wer­den die Ermitt­lun­gen im April 2019 noch ein­mal auf­ge­nom­men, nach­dem ein Han­dy­vi­deo auf­taucht, das Tei­le des Gesche­hens vor den töd­li­chen Schüs­sen zeigt. Doch auch nach des­sen Sich­tung kom­men die Ermitt­ler zu dem Schluss, dass kein straf­ba­res Ver­hal­ten sei­tens der Poli­zei vor­lä­ge. Als sich Matiu­l­lahs Tod zum ers­ten Mal jähr­te, gedach­ten am 14. April 2019 rund 50 Men­schen in Ful­da dem Ver­stor­be­nen und erneu­er­ten ihre For­de­rung nach einer lücken­lo­sen Auf­klä­rung des Poli­zei­ein­sat­zes. Bereits wäh­rend des Gedenk­zu­ges kam es wie­der­holt zu Anfein­dun­gen und zur Rela­ti­vie­rung des Holo­causts durch Passant*innen. Auch wäh­rend einer Schwei­ge­mi­nu­te an dem Todes­ort pro­vo­zier­te ein Anwoh­ner die Trau­ern­den laut­stark. Über die Schüs­se auf Matiu­l­lah und das anschlie­ßen­de Geden­ken schrie­ben die bei­den Gast­au­toren Dari­us Rein­hardt und Lei­la Robel Ende April 2019 einen Text bei Bell​tower​.News. Weni­ge Wochen nach der Ver­öf­fent­li­chung wur­de den Bei­den mit­ge­teilt, dass gegen sie wegen Ver­dachts der Belei­di­gung, übler Nach­re­de und Ver­leum­dung ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet wur­de – wegen jenes Tex­tes auf Bell​tower​.News. In der Anzei­ge vom 14. Mai 2019 heißt es: „Tat­be­ge­hungs­wei­se: Arti­kel ver­fas­sen. Tat­mit­tel: Inter­net“. Gestellt wur­de sie vom Ful­da­er Poli­zei­prä­si­den­ten Gün­ther Voss. Das Ver­ge­hen der bei­den Autor*innen war eine unge­naue For­mu­lie­rung, denn im ursprüng­li­chen Text schrie­ben sie von „zwölf töd­li­chen Schüs­sen“. Von den ins­ge­samt zwölf abge­ge­be­nen Schüs­sen tra­fen aller­dings nur vier den Kör­per von Matiu­l­lah und zwei waren töd­lich. (…) Ähn­lich ergeht es auch Phil­ipp Wei­de­mann. Eine Woche nach der Demons­tra­ti­on zum ers­ten Todes­tag wird ihm eine Vor­la­dung aus­ge­hän­digt. Er soll als Beschul­dig­ter ver­nom­men wer­den. Der Tat­vor­wurf: Ver­leum­dung. Laut einer Zeu­gen­aus­sa­ge soll er einem Min­der­jäh­ri­gen ein Flug­blatt in die Hand gedrückt und dabei gesagt haben: „Hier, damit Du weißt, um was es geht. Ein Poli­zist hat einen Men­schen ermor­det, und er war unschul­dig.“ Wei­de­mann gibt an, nie­mals davon gespro­chen zu haben, dass die Poli­zei jeman­den „ermor­det“ habe, berich­tet die Hes­sen­schau. Sein Anlie­gen sei es gewe­sen, die For­de­rung nach einer unab­hän­gi­gen Unter­su­chung des Todes Matiu­l­lahs zu unter­stüt­zen. „Der Ein­druck, der sich bei uns ein­stellt, ist der, dass es dar­um geht, die­se Kri­tik zu ver­hin­dern.“ Seit Novem­ber steht Wei­de­mann des­halb in Ful­da vor Gericht, eben­so wie Dari­us Rein­hardt und Lei­la Robel. Wegen der Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie wur­den die Ver­hand­lungs­ter­mi­ne jedoch ver­scho­ben…“
    • „Töd­li­che Schüs­se“ von Hen­ri­ke Koch am 13. April 2020 in der taz online externer Link über die Akti­vi­tä­ten der „poli­zei­skep­ti­schen“ Akti­ven und dem (koor­di­nier­ten?) Vor­ge­hen von Poli­zei, Faschis­ten und Kon­ser­va­ti­ven gegen sie unter ande­rem: „… Die Grup­pe Afghan Refu­gees Move­ment zwei­felt an der Dar­stel­lung der Staats­an­walt­schaft. „Wir for­dern eine unab­hän­gi­ge Auf­klä­rung“, sagt Spre­che­rin Sar­mi­na Stu­man. „Matiu­l­lah hat­te weder Schuss­waf­fe noch Mes­ser. Er war nur 1,70m groß. In den frü­hen Mor­gen­stun­den war nie­mand ande­res gefähr­det. War­um hat man nicht Ver­stär­kung geru­fen?“ Stu­man ist in Kon­takt mit Jabark­hils Ange­hö­ri­gen in Afgha­ni­stan, deren Anwäl­tin Beschwer­de gegen die Ver­fah­rens­ein­stel­lung ein­ge­reicht hat. Dass der beschul­dig­te Poli­zei­be­am­te nach acht Tagen, also noch vor Abschluss der Ermitt­lun­gen, wie­der im Dienst war, zeugt für Stu­man von insti­tu­tio­nel­lem Ras­sis­mus. War­um konn­ten die vier bis fünf anwe­sen­den Poli­zei­be­am­ten den jun­gen Mann nicht lebend fest­neh­men? Die­se Fra­ge lässt auch Abdul­ke­rim Demir, den Vor­sit­zen­den des Aus­län­der­bei­rats in Ful­da, nicht los. Der Poli­zei­ein­satz sei unan­ge­mes­sen eska­liert, hat­te er bereits kurz nach dem Vor­fall kri­ti­siert und dafür mas­si­ven Gegen­wind erfah­ren. Und das nicht nur von AfD und den Iden­ti­tä­ren, son­dern auch von der CDU: Ful­das Ober­bür­ger­meis­ter Hei­ko Win­gen­feld und Land­rat Bernd Woide (bei­de CDU) wand­ten sich an das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf), um Demirs Tätig­keit als Lei­ter von Inte­gra­ti­ons­kur­sen über­prü­fen zu las­sen. Die bei­den Poli­ti­ker zwei­fel­ten öffent­lich an Demirs Bekennt­nis zu Rechts­staat und Grund­ge­setz. Man erwar­te, dass die­ser „Ver­trau­en in unse­re Insti­tu­tio­nen för­dert – im Beson­de­ren auch in die Poli­zei und die Jus­tiz“, heißt es in einer Stel­lung­nah­me. Der Vor­sit­zen­de des Aus­län­der­bei­rats hält den­noch an sei­ner Kri­tik fest: „Hät­te ich kein Ver­trau­en in das Grund­ge­setz, dann hät­te ich den Mund gehal­ten“, sagt er auf taz-Anfra­ge. „Aber zum Glück herrscht in Deutsch­land Demo­kra­tie. Und das Grund­ge­setz gibt mir das Recht, den Staat zu kri­ti­sie­ren.“ Über 250 Hass­nach­rich­ten habe er seit sei­ner öffent­li­chen Kri­tik am Poli­zei­ein­satz erhal­ten, sagt Demir, dar­un­ter zahl­rei­che Mord­dro­hun­gen. Die Staats­an­walt­schaft habe die Ermitt­lun­gen jedoch immer wie­der ein­ge­stellt. Nach der Gedenk­ver­an­stal­tung für Matiu­l­lah Jabark­hil vor einem Jahr hat die Poli­zei Ful­da vier Teilnehmer:innen wegen Belei­di­gung, Ver­leum­dung und übler Nach­re­de ange­zeigt, dar­un­ter auch Stu­man als Anmel­de­rin der Demons­tra­ti­on. „Es wird uns auf jeden Fall so schwer wie mög­lich gemacht“, sagt Stu­man. „Ich habe das Gefühl, dass der Rechts­staat gegen uns ver­wen­det wird, um alles zu unter­drü­cken.“...“
    • „Poli­zei ver­folgt Kri­ti­ker nach töd­li­chen Schüs­sen auf Flücht­ling“ am 17. April 2020 bei der hes­sen­schau online externer Link mel­det zum Gesamt­über­blick poli­zei­li­cher Anstren­gun­gen: „… Wei­de­mann ist nicht der Ein­zi­ge, der im Nach­gang der Demons­tra­ti­on, bei der eigent­lich “alles glatt gelau­fen” sein soll, ein Straf­ver­fah­ren am Hals hat. Das Poli­zei­prä­si­di­um Ost­hes­sen bestä­tigt auf hr-Anfra­ge, dass im Zusam­men­hang mit der Demons­tra­ti­on sechs Straf­an­zei­gen gestellt wur­den. Die Tat­vor­wür­fe lau­ten: Belei­di­gung, üble Nach­re­de, Ver­leum­dung, Ver­stoß gegen das Ver­samm­lungs­ge­setz. Betrof­fen ist unter ande­rem die Anmel­de­rin, weil sie den Sprech­chor, “Bul­len mor­den und der Staat schiebt ab, alles ein Ras­sis­ten­pack”, nicht unter­bun­den haben soll. (…) Doch Timo Schadt ist Admi­nis­tra­tor der Face­book-Prä­senz des “Netz­werk Ful­da aktiv gegen Ras­sis­mus”. Auf eben die­ser Face­book-Sei­te hat jemand Rein­hardts Arti­kel geteilt – und das will das Poli­zei­prä­si­di­um Ost­hes­sen nicht so ohne Wei­te­res hin­neh­men. “Für mich kam das voll­kom­men uner­war­tet. Weil ich da auch schon län­ge­re Zeit nicht mehr aktiv war”, sagt Schadt. Der Durch­su­chungs­be­schluss hin­ge­gen geht davon aus, dass der Beschul­dig­te den fal­schen Bericht bewusst auf der Face­book-Sei­te ver­öf­fent­lich­te, um den Ein­druck einer Hin­rich­tung zu erwe­cken. Wie das Gericht zu die­ser Über­zeu­gung gekom­men ist, wird nicht erläu­tert – aus Sicht des Straf­rechts­ex­per­ten Andre­as Hüttl eine von meh­re­ren recht­li­chen Unzu­läng­lich­kei­ten des Durch­su­chungs­be­schlus­ses. Ins­ge­samt bestehen aus Hüttls Sicht erheb­li­che Zwei­fel an der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der Haus­durch­su­chung bei Schadt. Zumal das Wohn­haus von Schadt zugleich auch Redak­ti­ons­sitz ist. Schadt ist Jour­na­list und Ver­le­ger. Von Hau­ne­tal aus ver­legt er das regio­na­le Ver­an­stal­tungs­ma­ga­zin “Print­zip”. Bei Durch­su­chun­gen von Redak­ti­ons­räu­men ist der Anspruch an die Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der Maß­nah­me beson­ders hoch. Die Poli­zis­ten dro­hen der­weil damit, sämt­li­che Com­pu­ter zu beschlag­nah­men...“
    • „#Was­Ge­schah­Mit­Ma­ti“ am 14. Aril 2020 beim Afghan Refu­gees Move­ment externer Link (Face­book) ist ein Video zum Poli­zei­ein­satz und von der Pro­test­ak­ti­on zum zwei­ten Jah­res­tag des Todes von Matiu­l­lah, inklu­si­ve der Rede der Grup­pie­rung dazu.
    • „Zwölf Schüs­se in Ful­da“ von Kris­ti­an Stemm­ler am 09. April 2020 in der jun­gen welt externer Link berich­te­te von den Pro­tes­ten zum zwei­ten Jah­res­tag des Todes unter ande­rem: „… Eigent­lich soll­te am Sams­tag eine Kund­ge­bung in Ful­da statt­fin­den. Weil auch in Hes­sen wegen der Coro­na­kri­se der­zeit kei­ne Demons­tra­tio­nen erlaubt wer­den, rufen das »Afghan Refu­gees Move­ment« und die Grup­pe »No Bor­der Frank­furt« zu einem dezen­tra­len Geden­ken auf. Dazu kön­ne man Fotos mit dem Hash­tag »Was­Ge­schah­Mit­Ma­tiu­l­lah« ver­se­hen und die Bil­der auf Twit­ter und Face­book pos­ten. Mit der Akti­on soll auch die Fami­lie von Matiu­l­lah J. in Afgha­ni­stan unter­stützt wer­den, die sich gegen einen Abschluss der Unter­su­chun­gen des Fal­les wehrt. Für den Todes­tag am Oster­mon­tag ist die Ver­öf­fent­li­chung geplan­ter Rede­bei­trä­ge bei Twit­ter geplant. Wie es zu den töd­li­chen Schüs­sen kam, ist bis heu­te nicht voll­stän­dig auf­ge­klärt. Nach Dar­stel­lung loka­ler Medi­en hat­te eine Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen dem Afgha­nen und dem Ange­stell­ten einer Bäcke­rei zu dem Poli­zei­ein­satz geführt. Die Grup­pe »Afghan Refu­gees Move­ment« stell­te in ihrer Pres­se­mit­tei­lung die Ver­si­on der Poli­zei, der Poli­zist habe aus Not­wehr geschos­sen, in Fra­ge. Es fal­le schwer, sich vor­zu­stel­len, »wie ein ein­zel­ner schmäch­ti­ger Mensch« für fünf Poli­zis­ten »eine töd­li­che Gefahr dar­stel­len kann«. Die­se Fra­ge stel­le sich auch der Vater von Matiu­l­lah J., der in Afgha­ni­stan selbst Poli­zist war. (…) Bereits kurz nach den Schüs­sen hat­ten Lands­leu­te von Matiu­l­lah J. in Ful­da demons­triert. Am ers­ten Todes­tag im April 2019 ver­sam­mel­ten sich rund 50 Men­schen in Ful­da zum Geden­ken. Dafür wur­den sie öffent­lich gerügt und ange­zählt, so vom Ful­da­er Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Micha­el Brand (CDU), der die Demons­tra­ti­on als Atta­cke »gegen unse­re Poli­zei« bezeich­ne­te. Bemer­kens­wert ist auch, dass die Poli­zei Ful­da vier Demons­tran­ten, die bei der Kund­ge­bung Kri­tik an deren Vor­ge­hen geübt hat­ten, wegen Belei­di­gung, Ver­leum­dung und übler Nach­re­de an. Anstatt für Trans­pa­renz zu sor­gen, hät­ten die ört­li­chen Behör­den mit »zuneh­mend har­ter Repres­si­on reagiert«, erklär­te die Grup­pe »Afghan Refu­gees Move­ment«...“
  • Ful­da­er Poli­zis­ten haben geschos­sen, Matiu­l­lah ist tot. Jetzt wer­den sie in die Ecke gestellt: Die Kri­ti­ker natür­lich
    Als Reak­ti­on auf die Tat hat­te die geschock­te afgha­ni­sche Com­mu­ni­ty in Ful­da bereits 2018 spon­tan gegen die unver­hält­nis­mä­ßi­ge Poli­zei­ge­walt demons­triert. Der Anmel­der die­ser Demo, Abdul­ke­rim Demir, Vor­sit­zen­der des Aus­län­der­bei­rats Ful­da, und die Demonstrant*innen wur­den schon damals von der Öffent­lich­keit und ins­be­son­de­re dem Ful­da­er Ober­bür­ger­meis­ter Hei­ko Win­gen­feld (CDU) scharf ange­grif­fen. Unter­stützt wur­de Win­gen­feld dar­auf­hin auch durch eine AfD-Demo am 30. April 2018 zu der auch die rechts­ra­di­ka­le „Iden­ti­tä­re Bewe­gung“ (IB) mobi­li­sier­te. Die­ses Kli­ma lös­te eine Flut an Hass­mails aus – bis heu­te erhielt Abdul­ke­rim Demir über 200 sol­cher Nach­rich­ten. Demir erstat­te­te dar­auf­hin gegen eine Rei­he der Ver­fas­ser Anzei­ge. Die Staats­an­walt­schaft stell­te die Ver­fah­ren jedoch nach weni­gen Wochen ohne Erfol­ge wie­der ein, weil die Beschul­dig­ten nicht ermit­telt wer­den konn­ten. Recher­chen des Hes­si­schen Rund­funks zei­gen die Ver­säum­nis­se der Behör­de auf, indem sie mit einer E‑Mail und einer kur­zen Inter­net­re­cher­che Klar­na­men und Wohn­ort eines Beschul­dig­ten fest­stell­ten. Am 14.April 2019 gedach­ten nun aber­mals rund 50 Men­schen in Ful­da dem Ver­stor­be­nen und erneu­er­ten ihre For­de­rung nach einer lücken­lo­sen Auf­klä­rung des Poli­zei­ein­sat­zes. Bereits wäh­rend des Gedenk­zu­ges kam es wie­der­holt zu Anfein­dun­gen und zur Rela­ti­vie­rung des Holo­causts durch Passant*innen. Auch wäh­rend einer Schwei­ge­mi­nu­te an dem Todes­ort pro­vo­zier­te ein Anwoh­ner die Trau­ern­den laut­stark. Die Reak­tio­nen in Pres­se und Poli­tik lie­ßen nicht lan­ge auf sich war­ten…“ – aus dem Bei­trag „Poli­zei erschießt Geflüch­te­ten – Demons­tran­ten for­dern Auf­klä­rung und wer­den dif­fa­miert von Dari­us Rein­hardt und Lei­la Robel am 29. April 2019 in den Bell­tower News externer Link zur orches­trier­ten Kam­pa­gne der Rech­ten – aller Schat­tie­run­gen
  • Flücht­ling erschos­sen: Ver­fah­ren gegen Poli­zis­ten ein­ge­stellt 
    Zehn Mona­te nach den töd­li­chen Schüs­sen auf einen afgha­ni­schen Flücht­ling in Ful­da ist das Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen einen Poli­zis­ten ein­ge­stellt wor­den. Der Beam­te habe in Not­wehr gehan­delt. (…) Aus sei­ner Dienst­waf­fe waren zwölf Schüs­se abge­ge­ben wor­den. Vier Kugeln hat­ten den Asyl­be­wer­ber getrof­fen. Zwei Schüs­se gin­gen in den Bauch- und Brust­be­reich und führ­ten zu den töd­li­chen Ver­let­zun­gen, wie die Obduk­ti­on des Opfers erge­ben hat­te. “Die Anzahl der in der Eisen­ho­wer­stra­ße in schnel­ler Fol­ge abge­ge­be­nen Schüs­se ist ein Indiz dafür, dass der Beschul­dig­te in begrün­de­ter Angst und höchs­ter Bedräng­nis schoss”, erklär­te die Staats­an­walt­schaft. (…) Ob die Eltern des Getö­te­ten, die von einer Frank­fur­ter Anwäl­tin ver­tre­ten wer­den, recht­lich gegen die Ein­stel­lung des Ver­fah­rens vor­ge­hen wer­den, ist noch unklar. Der Poli­zei­ein­satz war in Ful­da unter ande­rem vom Aus­län­der­bei­rat als unver­hält­nis­mä­ßig kri­ti­siert wor­den, Flücht­lin­ge demons­trier­ten gegen aus ihrer Sicht über­zo­ge­ne Poli­zei­ge­walt…” Mel­dung von Tobi­as Lüb­ben vom 5. Febru­ar 2019 bei der Hes­sen­schau online externer Link
  • Todes­schüt­ze von Ful­da erfährt begeis­ter­te Soli­da­ri­tät – von AfD und CDU
    Unter dem Mot­to »Gerech­tig­keit für Matiu­l­lah!« demons­trier­ten Mit­be­woh­ner des Getö­te­ten spä­ter in der Ful­da­er Innen­stadt. Dass sie bei den Pro­tes­ten eine afgha­ni­sche Flag­ge bei sich tru­gen, wur­de ihnen von CDU-Poli­ti­kern als beson­de­rer Akt der Illoya­li­tät gegen­über Deutsch­land ange­krei­det. Es sei den ein­ge­setz­ten Beam­ten in solch einem Fall nicht immer mög­lich, nur Arme oder Bei­ne zu tref­fen, zitiert die Welt den Spre­cher des hes­si­schen Lan­des­kri­mi­nal­amts (LKA). »Die Beam­ten ler­nen, so lan­ge zu zie­len, bis die Gefahr gebannt ist.« Die Fra­ge, wel­che Gefahr der Mann zum Zeit­punkt der Schüs­se dar­stell­te, stell­te öffent­lich nur Abdul­ke­rim Demir vom Ful­da­er Aus­län­der­rat. »Die afgha­ni­sche Gemein­schaft in Ful­da und ich for­dern Kon­se­quen­zen nach den töd­li­chen Schüs­sen«, sag­te er. »Wenn die­ser Fall nicht auf­ge­klärt wird, dann wird die Poli­zei das nächs­te Mal den nächs­ten Mann erschie­ßen«, so Demir. Seit­dem ist er ­einer Kam­pa­gne aus­ge­setzt, an der sich auch Ful­das Ober­bür­ger­meis­ter Hei­ko Win­gen­feld (CDU) betei­lig­te. Die­ser sprach von einer Vor­ver­ur­tei­lung der Poli­zei und for­der­te Demir auf, sich von sei­nen Äuße­run­gen zu distan­zieren. Bei so viel Par­tei­nah­me für die Poli­zei und der­ar­ti­ger Abwehr eines Kri­ti­kers muss­te sich die AfD offen­bar bemü­hen, noch eige­ne Akzen­te zu set­zen. »Mer­kels Zuwan­de­rungs­po­li­tik endet töd­lich – auch in Ful­da«, schrieb sie in einer Pres­se­mit­tei­lung. Den Poli­zis­ten sei »für ihre Ent­schlos­sen­heit zu dan­ken. Die­se Ent­schlos­sen­heit soll­te als Signal dafür ver­stan­den wer­den, dass bei uns nicht jeder machen kann, was er will.« Mit der Kund­ge­bung Anfang die­ser Woche setz­te die AfD ihre Hetz­kam­pa­gne fort“ – aus dem Bei­trag „Die Poli­zei schießt, Ful­da strei­tet“ von Peter Nowak am 09. Mai 2018 in der jung­le world externer Link über jene, die sich freu­en, wenn geschos­sen wird
  • „Poli­zis­ten erschie­ßen Ran­da­lie­rer in Ful­da“ am 13. April 2018 in der hes­sen­schau externer Link weiß bereits Erstaun­li­ches zu berich­ten: „Ein Not­ruf hat­te die Poli­zei gegen 4.20 Uhr alar­miert. Der Mann bewarf auch die ein­tref­fen­den Poli­zis­ten sofort mit Stei­nen und atta­ckier­te sie ver­mut­lich mit einem Schlag­stock. Die Beam­ten zogen dar­auf­hin ihre Schuss­waf­fen und ver­letz­ten den Angrei­fer töd­lich. Die Bäcke­rei hat­te zu die­sem Zeit­punkt noch nicht geöff­net, die Tat soll vor dem Laden statt­ge­fun­den haben, sag­te eine Poli­zei­spre­che­rin. (…)Die Mit­ar­bei­ter ver­stän­dig­ten die Poli­zei. Das Poli­zei­prä­si­di­um befin­det sich in der Nähe der Bäcke­rei. Wahr­schein­lich flüch­te­te der Angrei­fer, als die Beam­ten ein­tra­fen. Dafür spre­chen Spu­ren am Tat­ort. Denn erst rund 150 Meter ent­fernt fie­len meh­re­re Schüs­se“. Tja. Jour­na­lis­ti­sche Sau­ber­keit eben, was spie­len da schon 150 Meter für eine Rol­le…
  • „12 Poli­zei­schüs­se, zwei Kugeln töd­lich – Obduk­ti­ons­er­geb­nis des 19-Jäh­ri­gen“ am 17. April 2018 bei den Ost­hes­sen News externer Link zum Obduk­ti­ons­be­richt: „Neue Erkennt­nis­se gibt es im Fall des am Frei­tag erschos­se­nen afgha­ni­schen Flücht­lings in der Ful­da­er Fle­ming­stra­ße. Ein 19-Jäh­ri­ger hat­te dort meh­re­re Per­so­nen ange­grif­fen und teil­wei­se schwer ver­letzt. (…)Wie Staats­an­walt Har­ry Wil­ke nun gegen­über unse­rer Redak­ti­on erklär­te, sei­en ins­ge­samt zwölf Schüs­se gefal­len. „Vier­mal wur­de der Angrei­fer getrof­fen, ein­mal in den rech­ten Ober­schen­kel, drei­mal im Tho­rax-Bereich.“ Zwei Schüs­se sei­en laut Obduk­ti­on am Frei­tag­abend töd­lich gewe­sen. „Wie vie­le von den ins­ge­samt zwölf Schüs­sen Warn­schüs­se gewe­sen sind, steht bis­her noch nicht fest“. Wor­in – immer­hin – dann anschlie­ßend wei­ter berich­tet wird unter der Zwi­schen­über­schrift „Der Tat­ab­lauf aus Sicht der Ermitt­lungs­be­hör­den“, dass der Staats­an­walt auch fin­det, dass der Pro­test des Aus­län­der­bei­rats aber ganz und gar nicht zutref­fend sei.
  • „Flücht­lin­ge demons­trie­ren gegen töd­li­che Poli­zei­schüs­se“ am 15. April 2018 bei der hes­sen­schau externer Link über die Pro­test­de­mons­tra­ti­on: „Flücht­lin­ge haben in Ful­da gegen einen Poli­zei­ein­satz demons­triert, bei dem am Frei­tag ein afgha­ni­scher Flücht­ling erschos­sen wur­de. Sie wer­fen der Poli­zei Unver­hält­nis­mä­ßig­keit vor. Auch der Aus­län­der­bei­rat ist auf ihrer Sei­te. Etwa 70 Demons­tran­ten, vie­le aus dem Flücht­lings­heim, gin­gen am Sonn­tag auf die Stra­ße, sie schwenk­ten die afgha­ni­sche Flag­ge und rie­fen “Wir wol­len Gerech­tig­keit” und “Ein Unschul­di­ger wur­de getö­tet”, wie Ost­hes­sen-News berich­te­te. Ein Mann hielt eine Rose und ein Bild des Ver­stor­be­nen hoch. Der Mann – ein 19 Jah­re alter Flücht­ling aus Afgha­ni­stan – war am Frei­tag in Ful­da von der Poli­zei erschos­sen wor­den. Zuvor soll er Poli­zei­an­ga­ben zufol­ge vor einer Bäcke­rei ran­da­liert haben und einen Ange­stell­ten der Bäcke­rei und einen Lie­fer­fah­rer ange­grif­fen und ver­letzt haben. Die ein­tref­fen­den Poli­zis­ten habe er dann mit Stei­nen und einem Schlag­stock ange­grif­fen. Kurz spä­ter schoss einer der Beam­ten und ver­letz­te den 19-Jäh­ri­gen töd­lich. Der Mann leb­te in einer Flücht­lings­un­ter­kunft in der Nähe der Bäcke­rei. (…) Auch der Vor­sit­zen­de des Ful­da­er Aus­län­der­bei­rats, Abdul­ke­rim Demir, schloss sich dem Demons­tra­ti­ons­zug an und erhob gegen­über Ost­hes­sen-News schwe­re Vor­wür­fe: “Wir hei­ßen das Ver­hal­ten des jun­gen Man­nes kei­nes­wegs für gut, doch war er nicht bewaff­net. Als er vor der Poli­zei weg­ge­rannt ist, wur­de er erschos­sen. Die­ses aggres­si­ve Ver­hal­ten der Poli­zei war gänz­lich falsch”, sag­te er. (…) Nach Dar­stel­lung von Aus­län­der­bei­rat Demir hät­ten Zeu­gen berich­tet, dass der Flücht­ling nur ein Bröt­chen kau­fen woll­te und in Streit mit einer Ver­käu­fe­rin geriet, weil der Laden noch nicht geöff­net hat­te. Dar­auf­hin habe er einen Stein gegen die Fens­ter­schei­be gewor­fen. Bil­der vom Tat­ort zei­gen eine gesplit­ter­te Laden­front. Laut Demir sei der jun­ge Mann vor der Poli­zei geflüch­tet und dabei erschos­sen wor­den – auch die Deut­sche Pres­se­agen­tur hat­te am Frei­tag gemel­det, dass die Schüs­se offen­bar erst in 150 Metern Ent­fer­nung vom Tat­ort fie­len“.
  • „”Wir wol­len Gerech­tig­keit” – Demo und Pro­test­zug gegen töd­li­che Poli­zei­schüs­se“ am 16. April 2018 bei den Ost­hes­sen News externer Link ist ein Bericht über die zwei­te Pro­test­de­mons­tra­ti­on in Ful­da, wor­in es unter ande­rem heißt: „Etwa 50 Demons­tran­ten aus dem Flücht­lings­heim, in dem Afgha­ne wohn­te, haben sich am Sonn­tag­nach­mit­tag gegen 14:00 Uhr zusam­men­ge­schlos­sen, um zu pro­tes­tie­ren. Sie kri­ti­sie­ren das Han­deln des Poli­zis­ten, weil die töd­li­chen Schüs­se aus der Dienst­waf­fe des Beam­ten nicht gerecht­fer­tigt gewe­sen sei­en. Fakt ist zum jet­zi­gen Zeit­punkt: die Ermitt­lun­gen lau­fen noch und es gibt noch kein offi­zi­el­les State­ment von LKA und Staats­an­walt­schaft zum genau­en Her­gang am Tat­ort. Also alles Spe­ku­la­tio­nen? „Wir haben mit zwei Zeu­gen gespro­chen, einer von ihnen hat den Tat­her­gang genau beob­ach­ten kön­nen“, sagt Abdul­ke­rim Demir, Vor­sit­zen­der des Aus­län­der­bei­rats der Stadt Ful­da. „Der Ver­stor­be­ne woll­te aus­schließ­lich zwei Bröt­chen kau­fen, geriet mit einer Ver­käu­fe­rin jedoch in Streit, weil die Bäcke­rei noch geschlos­sen war.“ Dar­auf­hin habe er laut Demir die Stei­ne gegen die Fens­ter­schei­be gewor­fen. „Wir hei­ßen das Ver­hal­ten des jun­gen Man­nes kei­nes­wegs für gut, doch war er nicht bewaff­net. Als er vor der Poli­zei weg­ge­rannt ist, wur­de er erschos­sen. Die­ses aggres­si­ve Ver­hal­ten der Poli­zei war gänz­lich falsch, es ist untrag­bar, dass ein jun­ger Mensch in Deutsch­land, der zwei Bröt­chen kau­fen will, erschos­sen wird.““.
  • „Erschos­se­ner Ran­da­lie­rer in Ful­da“ am 15. April 2018 bei der AG Kri­ti­sche Poli­zis­ten externer Link ist eine Mit­tei­lung zu die­sem Vor­fall, in der unter ande­rem unter­stri­chen wird: „In Ful­da haben Poli­zis­ten einen 19-jäh­ri­gen erschos­sen. Er ran­da­lier­te offen­sicht­lich vor einer Bäcke­rei und ver­letz­te dabei lei­der wohl auch Men­schen. Den­noch wer­fen die Todes­schüs­se Fra­gen auf. In einer Stel­lung­nah­me gegen­über der „Hes­sen­schau“ sag­te unser Bun­des­spre­cher Tho­mas Wüp­pe­sahl: „Alles sieht danach aus, dass unver­hält­nis­mä­ßig gear­bei­tet wor­den ist. Der Flücht­ling warf mit Stei­nen und griff mit einem Schlag­stock an. Vie­le Poli­zei­be­am­te, jeden­falls eine gro­ße Über­zahl an Beam­ten, waren vor Ort.“ Inso­fern habe es „ver­schie­de­ne tak­ti­sche Mög­lich­kei­ten“ gege­ben – der Gebrauch einer Schuss­waf­fe sei­tens der Poli­zei sei aber die aller­letz­te Opti­on“.

Der Bei­trag Ful­da: Poli­zei erschießt jun­gen Afgha­nen, der gleich­zei­tig floh, Poli­zis­ten schlug und eine Bäcke­rei über­fiel erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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