[labournet:] Was die Reaktion in der Türkei und (beispielsweise) in Ungarn und Polen eint: Die Verteidigung der Familie. Sprich: Die gewalttätige Unterdrückung der Frauen

Für die Konvention - Demo in Istanbul 11.8.2020„… Die Istan­bul-Kon­ven­ti­on – das Über­ein­kom­men zur Ver­hü­tung und Bekämp­fung von Gewalt gegen Frau­en und häus­li­cher Gewalt – wur­de 2011 vom Euro­pa­rat als völ­ker­recht­li­cher Ver­trag aus­ge­fer­tigt und trat im Jahr 2014 in Kraft. Er gilt als Mei­len­stein im Kampf gegen patri­ar­cha­le Gewalt und ver­pflich­tet die Unter­zeich­ner­staa­ten, geschlechts­spe­zi­fi­sche Gewalt zu bekämp­fen sowie die Prä­ven­ti­ons- und Hilfs­an­ge­bo­te zu ver­bes­sern. Die Tür­kei unter­zeich­ne­te als ers­tes Land die Kon­ven­ti­on und rati­fi­zier­te den Ver­trag 2012 im Par­la­ment, doch in der Pra­xis wer­den die Rechts­nor­men nicht ange­wandt. Weder wer­den die vor­ge­se­he­nen Hilfs­an­ge­bo­te und Schutz­maß­nah­men für Frau­en rea­li­siert, noch wird bei­spiels­wei­se das Gesetz Nr. 6284, das nach Anga­ben der AKP-Regie­rung als „Schutz­man­tel für Frau­en“ wir­ken soll, effi­zi­ent durch­ge­setzt. Und das, obwohl in dem Land am Bos­po­rus Frau­en­hass und Gewalt­ex­zes­se an Frau­en kei­ne Sel­ten­heit sind, son­dern das patri­ar­cha­le Fun­da­ment der Gesell­schaft dar­stel­len. Allein im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den nach Anga­ben der Platt­form „Wir wer­den Frau­en­mor­de stop­pen” (türk. „Kadın Cinay­et­leri­ni Durdu­ra­cağız Plat­for­mu“) 474 Femi­zi­de regis­triert, den­noch dis­ku­tiert die Regie­rung von Staats­prä­si­dent Erdoğan über einen Aus­tritt aus der Istan­bu­ler Kon­ven­ti­on – weil sie tra­di­tio­nel­le Wer­te „unter­gra­be“ und Män­ner zu „Sün­den­bö­cken“ mache…“ – so wur­de in dem Bei­trag „Frau­en im Auf­stand: Istan­bul-Kon­ven­ti­on anwen­den!“ am 05. August 2020 bei der ANF externer Link die Bedeu­tung der aktu­el­len frau­en­feind­li­chen AKP-Offen­si­ve zusam­men gefasst. Sie­he dazu auch einen aktu­el­len Bei­trag über die Repres­si­on gegen Frau­en­pro­tes­te:

  • „Poli­zei­an­griff auf Frau­en­pro­test in Istan­bul“ am 13. August 2020 bei der ANF externer Link mel­det: „… Mit­glie­der der Grup­pe „Frau­en­be­frei­ung“ haben vor der Redak­ti­on der regie­rungs­na­hen und ultra­kon­ser­va­ti­ven Zei­tung Yeni Akit in Istan­bul gegen den von der AKP/MHP-Regie­rung geplan­ten Aus­stieg aus der Istan­bul-Kon­ven­ti­on gegen Gewalt an Frau­en pro­tes­tiert. Die Akti­vis­tin­nen roll­ten ein Trans­pa­rent aus, auf dem geschrie­ben stand: „Die Frau­en- und LGBTI-Fein­de wer­den schwei­gen, die Istan­bul-Kon­ven­ti­on wird umge­setzt wer­den!“ Als die Grup­pe eine Erklä­rung zu ihrer Akti­on abge­ben woll­ten, wur­de sie von der Poli­zei ange­grif­fen. Die Akti­vis­tin­nen Yıl­dız İdil, Bur­cugül Çubuk, Başak Yeşi­lot und Seher Bey­taş wur­den fest­ge­nom­men. Am Mitt­woch sind in Anka­ra 24 Frau­en fest­ge­nom­men wor­den, die eine Men­schen­ket­te für den Erhalt und die Anwen­dung der Istan­bul-Kon­ven­ti­on gebil­det hat­ten. In der gesam­ten Tür­kei pro­tes­tie­ren Frau­en seit Wochen gegen das Vor­ha­ben der AKP/MHP-Regie­rung, die Rati­fi­zie­rung der Kon­ven­ti­on rück­gän­gig zu machen. Das Über­ein­kom­men zur Ver­hü­tung und Bekämp­fung von Gewalt gegen Frau­en und häus­li­cher Gewalt wur­de 2011 vom Euro­pa­rat als völ­ker­recht­li­cher Ver­trag aus­ge­fer­tigt und trat im Jahr 2014 in Kraft. Er gilt als Mei­len­stein im Kampf gegen patri­ar­cha­le Gewalt und ver­pflich­tet die Unter­zeich­ner­staa­ten, geschlechts­spe­zi­fi­sche Gewalt zu bekämp­fen sowie die Prä­ven­ti­ons- und Hilfs­an­ge­bo­te zu ver­bes­sern…

Der Bei­trag Was die Reak­ti­on in der Tür­kei und (bei­spiels­wei­se) in Ungarn und Polen eint: Die Ver­tei­di­gung der Fami­lie. Sprich: Die gewalt­tä­ti­ge Unter­drü­ckung der Frau­en erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More