[perspektive:] Coca-Cola plant weiteren Brunnen in Lüneburg – Bürgerinitiative „Unser Wasser“ protestiert

Mehrere trockene Sommer in Folge stellen die Grundwasserversorgung in ersten Regionen in Frage. ExpertInnen streiten darüber, wie ernst und bedrohlich die Lage bezüglich des Trinkwassers in Deutschland ist.

Wer in Deutsch­land lebt, konn­te es bis­her meist als Selbst­ver­ständ­lich­keit betrach­ten: Aus dem Was­ser­hahn im Bad und in der Küche kommt sau­be­res Trink­was­ser. Wir waschen uns sogar mit Trink­was­ser.

Ein enor­mer Unter­schied zu der Lebens­rea­li­tät vie­ler Men­schen auf der Welt, die ihr Was­ser abko­chen müs­sen oder sogar kom­plett auf gerei­nig­tes Was­ser ange­wie­sen sind, das ihnen von gro­ßen inter­na­tio­na­len Kon­zer­nen ver­kauft wird.

Jedoch häu­fen sich auch in Deutsch­land Stim­men, die die­se Situa­ti­on nicht mehr für gott­ge­ge­ben und unver­än­der­lich hal­ten.

So berich­ten die Tages­the­men über die Bür­ger­initia­ti­ve „Unser Was­ser“, die sich in Lüne­burg gegrün­det hat. Dort will der Kon­zern Coca-Cola einen zusätz­li­chen drit­ten Brun­nen zur För­de­rung von Was­ser aus 200 Metern Tie­fe bau­en. Die Anwoh­ne­rIn­nen fürch­ten, dass ihre eige­ne Trink­was­ser­ver­sor­gung und die der umlie­gen­den Land­wir­tIn­nen beein­träch­tigt wer­den könn­te.

Auch beim von Tes­la-Chef Elon Musk trotz Beden­ken und offe­ner recht­li­cher Ver­fah­ren vor­an­ge­trie­be­nen Bau einer Tes­la-Fabrik im bran­den­bur­gi­schen Grün­hei­de ist die Sor­ge um das – ohne­hin weit­flä­chig schon stark zurück­ge­gan­ge­ne – Bran­den­bur­ger Grund­was­ser einer der Haupt­grün­de für Pro­tes­te gewe­sen.

Grün­hei­de bleibt (nicht) – Tes­la schafft Tat­sa­chen

Wie es auch in den ver­gan­ge­nen Jah­ren immer wie­der der Fall war, gerät die Was­ser­ver­sor­gung momen­tan in ver­schie­de­nen Kom­mu­nen an ihre Gren­zen. So muss­te bei­spiels­wei­se im nie­der­säch­si­schen Lau­en­au die Feu­er­wehr behelfs­mä­ßig die Was­ser­ver­sor­gung der Ein­woh­ne­rIn­nen sicher­stel­len, wie das ZDFheu­te jour­nal berich­te­te.

Zur Fra­ge, ob sich die Men­schen in Deutsch­land tat­säch­lich Sor­gen machen müs­sen, wider­spre­chen sich Exper­tIn­nen öffent­lich. Prof. Dr. Ulrich Roth von der Frank­fur­ter Uni­ver­si­ty of App­lied Sci­en­ces erklär­te, die Was­ser­ver­sor­gung sei gesi­chert und riet dazu, sich bei beson­ders hei­ßen Som­mern wie den letz­ten drei­en über das schö­ne Wet­ter zu freu­en.

Meteo­ro­lo­ge und Buch­au­tor Sven Plö­ger zeich­net dage­gen im Inter­view mit dem Bay­ri­schen Rund­funk ein deut­lich kri­ti­sche­res Bild und betont, dass unte­re Boden­schich­ten mit­un­ter voll­kom­men ver­trock­net sei­en, wobei es meh­re­re Jah­re daue­re, bis stär­ke­rer Nie­der­schlag die­se über­haupt wie­der befeuch­ten könn­te.

Der Bei­trag Coca-Cola plant wei­te­ren Brun­nen in Lüne­burg – Bür­ger­initia­ti­ve „Unser Was­ser“ pro­tes­tiert erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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