[perspektive:] Finanzaufseher handelten Anfang des Jahres verstärkt mit Aktien von kriminellen Wirecard-Konzern

Bei den Enthüllungen rund um den kriminellen Wirecard-Konzern spielt die staatliche Aufsichtsbehörde BaFin eine zwielichtige Rolle. Denn sie ließ den Konzern über Jahre gewähren. Nun wurde bekannt, dass MitarbeiterInnen im ersten Halbjahr 2020 vermehrt mit Wirecard-Aktien handelten – aufgrund von Insiderwissen? Hinzu kommt nun auch noch ein mysteriöser Todesfall.

Beschäf­tig­te der Bun­des­an­stalt für Finanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht (BaFin) haben in den Mona­ten vor der Plei­te des Tech-Kon­zerns Wire­card ver­stärkt mit Papie­ren des Zah­lungs­an­bie­ters gehan­delt. Das geht aus einer Ant­wort des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um auf eine Anfra­ge der Grü­nen-Bun­des­tags­frak­ti­on her­vor.

Dem­nach ent­fie­len im ers­ten Halb­jahr 2020 genau 2,4 Pro­zent aller gemel­de­ten pri­va­ten Finanz­ge­schäf­te von BaFin-Mit­ar­bei­te­rIn­nen auf Geschäf­te mit Wire­card-Akti­en oder ‑Akti­en­de­ri­va­ten. Im Jahr 2018 lag der Umfang die­ser Geschäf­te nur bei 1,2 Pro­zent, 2019 bei 1,7 Pro­zent.

Die BaFin hat eine ande­re Erklä­rung: Die Mit­ar­bei­te­rIn­nen hät­ten allein auf­grund der Medi­en­be­richt­erstat­tung und der Mel­dun­gen des Unter­neh­mens gehan­delt, heißt es in der Ant­wort des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums. Unge­wöhn­lich für eine Orga­ni­sa­ti­on, die sich schon seit Jah­ren mit Wire­card befasst und sich jah­re­lang vor das Unter­neh­men gestellt hat. Haben BaFin-Mit­ar­bei­ter hier Insi­der­wis­sen aus­ge­nutzt? Die For­de­run­gen nach einem Unter­su­chungs­aus­schuss wer­den immer lau­ter.

Wire­card zeigt, wie der Kapi­ta­lis­mus funk­tio­niert

Mysteriöser Todesfall in Manila

Der­weil wird ein plötz­li­cher Todes­fall die Auf­klä­rung wei­ter erschwe­ren. So ist vor rund einer Woche der frü­he­re Mana­ger des Wire­card-Geschäfts in Asi­en, Chr­iso­pher B., auf den Phil­ip­pi­nen mit 44 Jah­ren ver­stor­ben. Nun erklär­ten die Behör­den, er sei eines natür­li­chen Todes gestor­ben und es habe eine Vor­er­kran­kung gehabt. Zumin­dest sei­ne Fami­lie scheint davon nichts zu wis­sen: „Er war nicht krank, uns wur­de gesagt, es war ein Schwä­che­an­fall“, erklär­te sein Vater laut Han­dels­blatt.

Das Asi­en­ge­schäft steht im Zen­trum des Wire­card-Skan­dals. Über die­ses Geschäft wur­de unter ande­rem die Bilanz­sum­me von Wire­card künst­lich auf­ge­bläht. Auch gibt es Ermitt­lun­gen, Wire­card habe sich in Asi­en an Geld­wä­sche betei­ligt. So lief gegen Chris­to­pher B. eine sol­che Ermitt­lung. Nun ist er tot.

Der Bei­trag Finanz­auf­se­her han­del­ten Anfang des Jah­res ver­stärkt mit Akti­en von kri­mi­nel­len Wire­card-Kon­zern erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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