[ISO:] Stellungnahme der Russischen Sozialistischen Bewegung

Nach den Prä­si­dent­schafts­wah­len in Bela­rus sind die Stra­ßen aller grö­ße­ren Städ­te des Lan­des tage­lang zum Schau­platz schwe­rer Zusam­men­stö­ße zwi­schen Demonstrant*innen und Poli­zei gewor­den. Trotz der Tat­sa­che, dass die Oppo­si­ti­ons­kan­di­da­tin Swet­la­na Tich­anow­ska­ja nach allen unab­hän­gi­gen Aus­gangs­um­fra­gen und Beob­ach­ter­nach­wei­sen einen über­zeu­gen­den Sieg errun­gen hat, ver­kün­de­te der auto­ri­tä­re Chef Alex­an­der Luka­schen­ko, er sei wie­der­ge­wählt wor­den. Ange­sichts der Oppo­si­ti­on der Bevöl­ke­rungs­mehr­heit ist er jetzt nur noch auf die Poli­zei und die Geheim­diens­te ange­wie­sen, die einen Frei­brief für die bru­tals­te Nie­der­schla­gung von Pro­tes­ten bekom­men haben. Tau­sen­de von Fest­ge­nom­me­nen, Hun­der­te von Ver­letz­ten und min­des­tens ein Toter ‒ das ist der Preis, den Luka­schen­ko bereits für den Erhalt sei­nes Regimes gezahlt hat. Doch der Wider­stand geht wei­ter ‒ nicht nur in Form von Stra­ßen­pro­tes­ten, son­dern auch in den poli­ti­schen Streiks, die bereits in meh­re­ren Groß­be­trie­ben begon­nen haben. Wir brin­gen unse­re Soli­da­ri­tät mit den Arbeiter*innen und der Jugend von Bela­rus in ihrem Kampf für eine bes­se­re Zukunft zum Aus­druck. Wir for­dern auch die Frei­las­sung von Aktivist*innen der bela­rus­si­schen Lin­ken wie Pawel Katar­s­hew­ski und Juri Gluscha­kow, die in die­sen Tagen ille­gal ver­haf­tet wur­den. Nach­ste­hend ver­öf­fent­li­chen wir die Erklä­rung der Rus­si­schen Sozia­lis­ti­schen Bewe­gung (RSD) zu den Prä­si­dent­schafts­wah­len in Bela­rus.

Redak­ti­on „Inter­na­tio­nal View­point“

Für freie Wahlen und gegen Repression in Belarus

Am 9. August fin­den in Bela­rus Prä­si­dent­schafts­wah­len statt. Im gan­zen
Land sehen wir in ver­schie­de­nen Berei­chen der Gesell­schaft die Mobi­li­sie­rung
von Men­schen, die mit dem Regime von Luka­schen­ko unzu­frie­den sind; ent­ge­gen den
Ste­reo­ty­pen und Erklä­run­gen ist es immer weni­ger popu­lär und immer weni­ger
sozi­al ori­en­tiert. Die Behör­den reagie­ren mit Dro­hun­gen und unbe­hol­fe­ner
Pro­pa­gan­da, die Span­nun­gen und Zwie­tracht pro­vo­zie­ren, anstatt dass eine
Gele­gen­heit für freie Wah­len gebo­ten wür­de. Gleich­zei­tig geht der Kreml Plä­ne zur
Unter­ord­nung Weiß­russ­lands an; bei rus­si­schen Kommunist*innen und Sozialist*innen
kann das nichts als Empö­rung her­vor­ru­fen.

Wir kämp­fen für ein demo­kra­ti­sches Russ­land, das in der Lage ist,
gleich­be­rech­tig­te Bezie­hun­gen zu Bela­rus und ande­ren Nach­barn auf­zu­bau­en, mit
denen wir durch vie­le his­to­ri­sche, wirt­schaft­li­che, kul­tu­rel­le und fami­liä­re
Bin­dun­gen ver­bun­den sind. Wir unter­stüt­zen das bela­rus­si­sche Volk in sei­nem
Recht auf freie Wah­len, auf Unab­hän­gig­keit von Russ­land und allen ande­ren
impe­ria­lis­ti­schen Akteu­ren. Wir unter­stüt­zen unab­hän­gi­ge bela­rus­si­sche
Gewerk­schaf­ten, sozia­le Bewe­gun­gen und lin­ke Orga­ni­sa­tio­nen, die sich dem
Usur­pa­tor-Regime ent­ge­gen­stel­len und offen rech­te, neo­li­be­ra­le Alter­na­ti­ven zum
bestehen­den Sys­tem kri­ti­sie­ren. Wir hof­fen, dass die poli­ti­sche Erhe­bung in
Bela­rus den Ein­fluss jener Kräf­te stär­ken wird, die bereit sind, die Inter­es­sen
der Mehr­heit der Belaruss*innen zu ver­tei­di­gen ‒ Arbeiter*innen, Stu­die­ren­de,
Rentner*innen, die Inter­es­sen von Bela­rus als einem unab­hän­gi­gen,
demo­kra­ti­schen, sozia­len und in der Zukunft sozia­lis­ti­schen Staat.

Hän­de weg von frei­en Wah­len! Nein zur Repres­si­on

Ros­sis­ka­ja Sozia­lis­tit­sches­ka­ja Dwis­he­ni­je

4. August 2020

Aus dem Eng­li­schen über­setzt von Wil­fried Dubo­is

„Bela­rus Elec­tions: Rus­si­an Socia­list Move­ment on Bela­rus“, Inter­na­tio­nal View­point, 12. August 2020, http://​www​.inter​na​tio​nal​view​point​.org/​s​p​i​p​.​p​h​p​?​a​r​t​i​c​l​e​6​767

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