[perspektive:] Tönnies fordert 40.000€ Schadensersatz von TierschützerInnen

Ende 2019 legten TierschützerInnen eine Fleischfabrik von Tönnies über mehrere Stunden lahm. Nun will der Konzern, der für sein skrupelloses Verhalten häufiger in den Medien ist, Schadensersatz fordern.

Nach einer Blo­cka­de­ak­ti­on von Umwelt­ak­ti­vis­tIn­nen und Tier­schüt­ze­rIn­nen am 21. Okto­ber letz­ten Jah­res in Kel­ling­hu­sen in Schles­wig-Hol­stein for­dert der Tön­nies-Kon­zern 40.000 Euro Scha­dens­er­satz.

Die etwa 30 Akti­vis­tIn­nen hat­ten mit ver­schie­de­nen Mit­teln eine Blo­cka­de vor dem Schlacht­be­trieb errich­tet und den Zugang ver­sperrt. Kurz dar­auf rück­te die Poli­zei an, um die Blo­cka­de zu räu­men und die Men­schen weg­zu­tra­gen. Nach elf Stun­den war die Blo­cka­de besei­tigt. Die Poli­zei sprach damals von einer fried­li­chen Räu­mung.

Tönnies: Prekäre Arbeitsbedingungen, Tierleid, Umweltbelastung

Die Grup­pe, die sich selbst „Tear Down Tön­nies“ nennt, woll­te mit der Akti­on „auf die pre­kä­ren Arbeits­be­din­gun­gen, das end­lo­se Tier­leid und die star­ke Umwelt­be­las­tung durch die Tier­in­dus­trie“ auf­merk­sam machen. Am Haupt­stand­ort hat­ten sich kurz­lich 1.500 Arbei­te­rIn­nen mit dem Coro­na-Virus infi­ziert.

Dar­über­hin­aus gab es Berich­te über die extrem aus­beu­te­ri­schen Bedin­gun­gen in dem Betrieb. Vie­le Arbei­te­rIn­nen wur­den aus dem Aus­land her­ge­bracht, um in den Fleisch­fa­bri­ken von Tön­nies zu arbei­ten. Nach der Arbeit wohn­ten sie auf engem Raum in Sam­mel­un­ter­künf­ten, was die Aus­brei­tung des Virus noch­mal ankur­bel­te. Cle­mens Tön­nies selbst betei­lig­te sich auch an dem größ­ten Steu­er­ver­bre­chen der deut­schen Geschich­te, dem Cum-Ex-Betrug.

Für die Akti­vis­tIn­nen ist die Sache noch lan­ge nicht vor­bei. Die ers­te Frist für die von Tön­nies gefor­der­te Zah­lung ist bereits ver­stri­chen. Nun könn­te eine Kla­ge auf sie zukom­men. Die Grup­pe sieht der kom­men­den Zeit aller­dings opti­mis­tisch ent­ge­gen und hat sich bereits juris­ti­sche Unter­stüt­zung geholt.

Der Bei­trag Tön­nies for­dert 40.000€ Scha­dens­er­satz von Tier­schüt­ze­rIn­nen erschien zuerst auf Per­spek­ti­ve.

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