[labournet:] Der Generalstreik in Bolivien geht weiter: Auch ohne „einknickenden“ Gewerkschaftsbund – und mit Selbstverteidigungskräften

Blockade in Bolivien am 10.8.2020„… Am 3. August hat der Dach­ver­band der boli­via­ni­schen Gewerk­schaf­ten COB (Cen­tral Obre­ra Boli­via­na) zusam­men mit dem „Ein­heits­pakt“ (Pac­to de Uni­dad), einem Zusam­men­schluss MAS-naher Grup­pen, Dut­zen­de Stra­ßen­sper­ren im gan­zen Land errich­tet und for­dert, dass der Wahl­ter­min vor­ver­legt wird. Am 12. August hat die COB die Obers­te Wahl­be­hör­de TSE (Tri­bu­nal Supre­mo Elec­to­ral) und das Par­la­ment auf­ge­for­dert, die Wah­len per Gesetz um eine Woche auf den 11. Okto­ber vor­zu­ver­le­gen. Das Par­la­ment sol­le per Gesetz den 11. Okto­ber als Wahl­ter­min garan­tie­ren, for­der­te der Gene­ral­se­kre­tär der COB, Juan Car­los Hua­ra­chi. (…) Am 13. August erließ die Regie­rung Áñez schließ­lich ein Gesetz, dass die Wahl am 18. Okto­ber vor­sieht. Das Gesetz wird auch von der Par­tei MAS unter­stützt, die noch immer die Par­la­ments­mehr­heit hat. Auch das TSE hat erneut betont, am 18. Okto­ber als Wahl­ter­min fest­zu­hal­ten. Die COB sprach zunächst von „Ver­rat„, kün­dig­te dann aber an, die Blo­cka­den auf­zu­lö­sen. Dage­gen reg­te sich jedoch Wider­stand in den eige­nen Rei­hen. Meh­re­re indi­ge­ne Grup­pen spra­chen davon, die Blo­cka­den auf­recht erhal­ten zu wol­len...“ – aus dem Bericht „Macht­kampf um Wahl­ter­min“ am 15. August 2020 beim NPLA externer Link – wor­in auch noch die ras­sis­ti­sche Offen­si­ve der Nazi­ban­den aus der Pro­vinz San­ta Cruz Gegen­stand der Bericht­erstat­tung ist. Sie­he dazu vier wei­te­re aktu­el­le Bei­trä­ge zur Reak­ti­on sozia­ler Bewe­gun­gen auf die Über­ein­kunft der Par­tei­en, die Wah­len zu ver­schie­ben – was zunächst auch vom Gewerk­schafts­bund abge­lehnt wor­den war – und zur Reak­ti­on der indi­ge­nen Orga­ni­sa­tio­nen auf die Nazi-Über­fäl­le gegen Stra­ßen­blo­cka­den (es wer­den Mili­zen orga­ni­siert), sowie den Hin­weis auf den bis­her letz­ten unse­rer zahl­rei­chen Bei­trä­ge zum Gene­ral­streik in Boli­vi­en:

  • „Cabil­do cam­pe­si­no recha­za levan­t­ar blo­que­os y pide la ren­un­cia de Áñez“ am 14. August 2020 bei La Razon externer Link mel­det die Fort­set­zung der Blo­cka­den durch zahl­rei­che sozia­le (indi­ge­ne) Land­or­ga­ni­sa­tio­nen, die die Füh­rung des Gewerk­schafts­bun­des COB wegen ihres (von der MAS vor­ge­ge­be­nen) Ein­schwen­kens auf den Wahl­ter­min als „Ver­rä­ter“ bezeich­ne­te (was, wenn der aktu­el­le Ein­blick zutrifft, wohl auch ein Teil der Gewerk­schafts­ba­sis denkt). Statt sich mit der Jun­ta auf Wahl­ter­mi­ne zu eini­gen, gehe es dar­um, Anez und ihre Ban­de vor Gericht zu brin­gen, so ein Spre­cher der Cabil­dos…
  • „Fol­lowing attacks by Bolivia’s pro-regime para­mi­li­ta­ries, indi­ge­nous groups of Wari­sa­ta, La Paz, have come out to defend their anti-coup pro­tests from repres­si­on“ am 10. August 2020 beim Twit­ter-Kanal der Kaw­sa­chun News externer Link ist ein Videobe­richt über den Auf­marsch einer indi­ge­nen Miliz im Raum La Paz, die orga­ni­siert wur­de, nach­dem Nazi­ban­den diver­se Über­fäl­le auf Grup­pen vor­nah­men, die Stra­ßen blo­ckie­ren

Der Bei­trag Der Gene­ral­streik in Boli­vi­en geht wei­ter: Auch ohne „ein­kni­cken­den“ Gewerk­schafts­bund – und mit Selbst­ver­tei­di­gungs­kräf­ten erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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