[labournet:] Mehr Soldaten nach Afghanistan – aber trotzdem dorthin abschieben?

Dossier

BROSCHÜRE von Pro Asyl: Afghanistan - Kein sicheres Land für FlüchtlingeKur­ze Neu­ig­kei­ten aus dem angeb­lich siche­ren Afgha­ni­stan: Anschlag wäh­rend de Mai­ziè­re-Besuch: “Unge­ach­tet der Tat­sa­che, dass die Bun­des­wehr-Mis­si­on in Afgha­ni­stan kürz­lich ver­län­gert und per­so­nell auf­ge­stockt wur­de, will die Gro­ße Koali­ti­on Afgha­nen ver­mehrt in ihr Hei­mat­land abschie­ben. Das bekräf­tig­te Innen­mi­nis­ter de Mai­ziè­re bei einer Pres­se­kon­fe­renz am 06.01. und auch in den Beschlüs­sen der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz heißt es, dass „die Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan in eini­gen Regio­nen eine Rück­kehr aus­rei­se­pflich­ti­ger afgha­ni­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger“ grund­sätz­lich erlau­be und Abschie­bun­gen in die­se „siche­ren Regio­nen“ mög­lich sei­en. (…) Drin­nen tafelt de Mai­ziè­re, drau­ßen gibt es Tote. Min­des­tens 20 Tote, 29 Ver­letz­te – das ist die Bilanz eines wei­te­ren Anschlags in Kabul. Bei wei­tem nicht der ein­zi­ge in der letz­ten Zeit, ein Bericht vom 20.01. spricht sogar von bis dato sie­ben Tali­ban-Anschlä­gen allein in Kabul im Jahr 2016, auch die Bun­des­wehr war bereits davon betrof­fen. Beson­ders inter­es­sant dabei: Von den 34 afgha­ni­schen Pro­vin­zen bezeich­net der afgha­ni­sche Flücht­lings­mi­nis­ter 31 als unsi­cher – eine der drei übrig­blei­ben­den Pro­vin­zen ist Kabul. Allein die­se Ein­schät­zung spricht Bän­de über die gene­rel­le Sicher­heits­la­ge im Land. Ange­spann­te Sicher­heits­si­tua­ti­on wird her­un­ter­ge­spielt…Bei­trag von und bei Pro Asyl vom 2. Febru­ar 2016 externer Link. Sie­he dazu das Netz­werk aus euro­päi­schen Initia­ti­ven, um die Rück­füh­run­gen nach Afgha­ni­stan zu stop­pen externer Link sowie den “aus­ge­glie­der­ten Fall”: Schü­ler in Nürn­berg set­zen mit Pro­test gegen Abschie­bung ein wich­ti­ges Zei­chen – und wer­den kri­mi­na­li­siert und hier zu den Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan:

  • Ber­li­ner Innen­se­na­tor recht­fer­tigt die Abschie­bung des afgha­ni­schen Opfers eines ras­sis­ti­schen Angriffs – Täter in Neu­kölln-Kom­plex ver­wi­ckel­ter Poli­zist? New
    Ein Afgha­ne wird aus Ber­lin abge­scho­ben, weil er Straf­ta­ten began­gen haben soll. Doch der Mann war wohl auch Opfer eines frem­den­feind­li­chen Angriffs durch einen Poli­zis­ten. Der Innen­se­na­tor sagt, dass er bei sei­ner Ent­schei­dung davon nichts gewusst habe. (…) “Dass der Mann Neben­klä­ger war, bezie­hungs­wei­se Opfer einer Straf­tat 2017 gewor­den war, wuss­te ich bei mei­ner Ent­schei­dung nicht”, sag­te Gei­sel am Frei­tag dem rbb. In dem Straf­ver­fah­ren am Amts­ge­richt Tier­gar­ten wird ein Ber­li­ner Poli­zist beschul­digt, gemein­sam mit zwei ande­ren Tat­ver­däch­ti­gen den Afgha­nen am 5. April 2017 zusam­men­ge­schla­gen und ras­sis­tisch belei­digt zu haben externer Link. In dem Pro­zess war der Ange­grif­fe­ne Neben­klä­ger. Zurück­ge­holt wer­den, wie es der Flücht­lings­rat Ber­lin for­dert, soll der Mann aber laut Gei­sel nicht. Seit Janu­ar habe die Zustim­mung der Gene­ral­staats­an­walt­schaft zu der Abschie­bung vor­ge­le­gen und im März sei der Mann nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wor­den, so der Innen­se­na­tor. Grund­sätz­lich schie­be man nicht nach Afgha­ni­stan ab, weil es kein siche­res Land sei, sag­te Gei­sel. Doch zwei oder drei Mal im Jahr tref­fe er “Ein­zel­fall­ent­schei­dun­gen bei Per­so­nen, die sich beson­ders schwe­rer Straf­ta­ten schul­dig gemacht haben”. Als Bei­spie­le für sol­che Straf­ta­ten nann­te Gei­sel Mord, Ver­ge­wal­ti­gung, schwe­re Kör­per­ver­let­zung und mehr­fa­che Kör­per­ver­let­zung. “Das war hier ein sol­cher Fall.” Wel­che Straf­tat der Afgha­ne began­gen hat, sag­te Gei­sel nicht…” Mel­dung “”Ein­zel­fall­ent­schei­dung”: Gei­sel recht­fer­tigt Abschie­bung eines afgha­ni­schen Über­fall-Opfers” vom 14.08.20 bei rbb24 externer Link – sie­he dazu auch:
    • Opfer ras­sis­ti­scher Hass­kri­mi­na­li­tät nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben – Täter in Neu­kölln-Kom­plex ver­wi­ckel­ter Poli­zist?
      Im April 2017 wur­de ein damals 26jähriger Afgha­ne am S‑Bahnhof Karls­horst von Fuß­ball­fans bru­tal zusam­men­ge­schla­gen und ras­sis­tisch beschimpft. Einer der Schlä­ger war ein Poli­zei­be­am­ter außer Dienst.[1] Der Beam­te gehör­te jah­re­lang der Ermitt­lungs­grup­pe „Rex“ an, die die rechts­ter­ro­ris­ti­sche Anschlags­se­rie in Neu­kölln auf­klä­ren sollte[2]. Das Opfer des Über­falls wur­de im März 2020 auf Betrei­ben der Ber­li­ner Aus­län­der­be­hör­de nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben, ohne dass das Straf­ver­fah­ren gegen die rech­ten Schlä­ger abge­schlos­sen ist. Der Flücht­lings­rat Ber­lin for­dert einen bes­se­ren Schutz von Opfern von Hass­kri­mi­na­li­tät, die sofor­ti­ge Rück­ho­lung des abge­scho­be­nen Man­nes sowie eine lücken­lo­se Auf­klä­rung der Ver­bin­dun­gen von Poli­zei und Staats­an­walt­schaft ins rechts­ex­tre­me Täter­mi­lieu…” Pres­se­mit­tei­lung vom 12.08.2020 vom und beim Flücht­lings­rat Ber­lin externer Link
  • Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan am Mi Abend, 11.03.20 ab Leip­zig – Deutsch­land fliegt 39 Män­ner nach Kabul
    • 33. Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan: Deutsch­land fliegt 39 Män­ner nach Kabul 
      In der afgha­ni­schen Haupt­stadt Kabul ist am Don­ners­tag­mor­gen ein Flug aus Deutsch­land mit 39 abge­scho­be­nen Män­nern ein­ge­trof­fen. Unter den abge­scho­be­nen Afgha­nen sei­en 22 Straf­tä­ter, teil­te ein Spre­cher des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums auf Anfra­ge mit. Sie sei­en unter ande­rem wegen gemein­schaft­li­cher Ver­ge­wal­ti­gung, ver­such­ten Tot­schlags und Dro­gen­de­lik­ten ver­ur­teilt wor­den. Die Abge­scho­be­nen kamen den Anga­ben zufol­ge aus Sach­sen, Hes­sen, Bay­ern, Ber­lin, Nord­rhein-West­fa­len, Rhein­land-Pfalz, Schles­wig-Hol­stein, Sach­sen-Anhalt und Thü­rin­gen. Laut Minis­te­ri­um wur­den sie von 94 Sicher­heits­be­am­ten beglei­tet…” Mel­dung vom 12.3.2020 beim Tages­spie­gel online externer Link
    • Afgha­ni­stan: Land im Cha­os, Kämp­fe gehen wei­ter – abge­scho­ben wird trotz­dem
      Pres­se­mit­tei­lung vom 11.03.2020 von PRO ASYL externer Link zum 33. Sam­mel­ab­schie­be­flug nach Kabul
    • Unkon­trol­lier­te Flucht­be­we­gung made by Bay­ern. Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan: Bay­ern treibt Afgha­nen zur Wei­ter­flucht in ande­re EU-Staa­ten
      Am heu­ti­gen Mitt­woch­abend soll der nächs­te Abschie­be­flug vor­aus­sicht­lich ab Leip­zig nach Afgha­ni­stan star­ten. Wie üblich wird der über­wie­gen­de Teil der Betrof­fe­nen aus Bay­ern kom­men, da sich ande­re Bun­des­län­der gar nicht, bzw. nur ein­ge­schränkt an den Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan betei­li­gen. Das hat zur Fol­ge, dass in Bay­ern leben­de Afgha­nen in Angst und Schre­cken ver­setzt wer­den, ganz egal, ob die­se eine Arbeits- oder Aus­bil­dungs­stel­le, siche­ren oder unsi­che­ren Auf­ent­halts­sta­tus haben. Vie­le flie­hen des­halb in ande­re EU-Län­der, wie z.B. nach Frank­reich, da dort kei­ne Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan durch­ge­führt wer­den. Dem Baye­ri­schen Flücht­lings­rat sind Fäl­le bekannt, die in Frank­reich fuß­fas­sen konn­ten und mitt­ler­wei­le dort leben. Vie­le wer­den jedoch auch via Dub­lin-Ver­ord­nung nach Deutsch­land zurück­ge­scho­ben und anschlie­ßend gleich in Abschie­be­haft genom­men. N. ist 2016 nach Deutsch­land ein­ge­reist, hat einen Asyl­an­trag gestellt, wäh­rend­des­sen die Schu­le besucht, einen Mit­tel­schul­ab­schluss absol­viert und sucht einen Aus­bil­dungs­platz. Nach der Ableh­nung stellt er einen Asyl­fol­ge­an­trag, der auch abge­lehnt wird. N. will auf­grund der Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan auf kei­nen Fall zurück, des­halb reist er wei­ter nach Frank­reich. Er hat Pech, wird zurück nach Deutsch­land gebracht und direkt in Abschie­be­haft genom­men. Nun soll er nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wer­den…” Pres­se­mit­tei­lung vom 11.03.2020 von und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
    • In #Leip­zig heu­te gegen die­se und alle wei­te­ren #Abschiebung|en pro­tes­tie­ren! @protest_lej rufen für 18 Uhr auf dem Otto-Run­ki-Platz zur Demo auf.” SFR – Flücht­lings­rat @sfr_ev am 10.3.2020 externer Link
    • Mor­gi­ge Abschie­bung nach Afgha­ni­stan – Mensch zu lang im Aus­rei­se­ge­wahr­sam, Gericht muss schnell ent­schei­den – Amts­ge­richt kann nicht bis zehn zäh­len 
      Momen­tan sit­zen nach Kennt­nis der Abschie­be­haft­kon­takt­grup­pe Dres­den drei Per­so­nen afgha­ni­scher Staats­bür­ger­schaft in der Abschie­bungs­haft­an­stalt Dres­den. Sie wer­den für den Flug am 11. März vor­ge­se­hen sein. Das Datum hat­te der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat e.V. ver­öf­fent­licht. Das Amts­ge­richt muss in einem Fall schnell han­deln, bestehen dort doch offen­sicht­li­che Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit der Inhaf­tie­rung. Gege­be­nen­falls ist das Land­ge­richt in der Pflicht, noch heu­te über den Fall des Vaters eines Kin­des zu ent­schei­den. Aus­rei­se­ge­wahr­sam wird euphe­mis­tisch gern als die “Abschie­be­haft light” bezeich­net, denn er darf maxi­mal zehn Tage wäh­ren. Herr R., afgha­ni­scher Staats­bür­ger, wur­de am 28. Febru­ar inhaf­tiert, juris­tisch befin­det er sich im Aus­rei­se­ge­wahr­sam, fak­tisch in der Abschie­bungs­haft­an­stalt Dres­den. “Schon am 28. Febru­ar muss dem Amts­ge­richt Dres­den klar gewe­sen sein, dass etwas faul ist.” Toni Krei­schen von der Abschie­be­haft­kon­takt­grup­pe Dres­den muss noch nicht ein­mal in den Kalen­der schau­en, um zu wis­sen, dass bis zur nächs­ten Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan nach dem 28. Febru­ar mehr als zehn Tage lie­gen. Die Abschie­bung fin­det mor­gen statt. Das Amts­ge­richt hat­te den Aus­rei­se­ge­wahr­sam bis zum 07. März ange­ord­net. Frag­lich war nun, was am 08. März gesche­hen wür­de. “Wir ver­mu­te­ten schon, dass der Frei­staat Sach­sen sich der Frei­heits­be­rau­bung schul­dig gemacht.” berich­tet Krei­schen.” Für den Inhaf­tier­ten war die Aus­sicht auf eine mög­li­che Frei­las­sung ver­bun­den mit der dann fol­gen­den Ver­län­ge­rung des Aus­rei­se­ge­wahr­sams zudem eine immense psy­chi­sche Belas­tung…” Pres­se­mit­tei­lung vom 10. März 2020 der Abschie­be­haft­kon­takt­grup­pe Dres­den externer Link
    • Es gibt Hin­wei­se, dass die nächs­te Abschie­bung nach Kabul vor­aus­sicht­lich am Mitt­woch, den 11.03.2020 statt­fin­den wird. Wir raten allen aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen, drin­gend eine Bera­tungs­stel­le oder eine*n Rechtsanwält*in auf­zu­su­chen. Beson­ders emp­feh­len wir dar­auf zu ach­ten, dass die Aus­län­der­be­hör­den über bevor­ste­hen­de Aus­bil­dungs­auf­nah­men oder ande­re Inte­gra­ti­ons­leis­tun­gen sowie über bestehen­de Krank­hei­ten infor­miert sind…” Info beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
  • OVG Rhein­land-Pfalz: Kein Abschie­bungs­ver­bot für jun­gen Mann nach Afgha­ni­stan
    “… Jun­ge, gesun­de Män­ner kön­nen nach einem Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wer­den. Ein Abschie­be­ver­bot erge­be sich auch nicht aus einer nicht vor­han­de­nen Unter­stüt­zung durch Fami­li­en- oder Stam­mes­an­ge­hö­ri­ge vor Ort oder durch den for­ma­len Bei­tritt zur katho­li­schen Kir­che, teil­te das Gericht am Diens­tag in Koblenz mit. Der Grad will­kür­li­cher Gewalt durch den inner­staat­li­chen bewaff­ne­ten Kon­flikt, sor­ge auch nicht für eine „ernst­haf­te indi­vi­du­el­le Bedro­hung des Lebens und der Unver­sehrt­heit in Kabul oder Masar‑e Sharif“. (AZ.: 13 A 11356/19.OVG) (…) Der Klä­ger ver­mit­tel­te dem Gericht zufol­ge auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung, der Beweis­auf­nah­me und der vor­lie­gen­den Unter­la­gen nicht den Ein­druck, sich ernst­haft dem christ­li­chen Glau­ben zuge­wen­det zu haben. Sei­ne Beweg­grün­de für den Glau­bens­wech­sel sei­en nicht plau­si­bel gewor­den, er prak­ti­zie­re den Glau­ben nicht „in einer als für sich ver­bind­lich emp­fun­de­nen Wei­se“ und zei­ge bei der von ihm began­ge­nen Tat kaum die zu erwar­ten­de Reue und Umkehr. Er habe zudem nicht selbst auf die Ent­fer­nung des Gebets­tep­pichs in sei­ner Zel­le hin­ge­wirkt. „Allein der for­ma­le Akt der Tau­fe und die damit begrün­de­te Zuge­hö­rig­keit zur katho­li­schen Kir­che führ­ten nicht zu einem Abschie­bungs­ver­bot“, teil­te das Gericht mit. Es fehl­ten Anhalts­punk­te, dass dem Klä­ger „mit beacht­li­cher Wahr­schein­lich­keit Gefah­ren auf­grund des for­ma­len Bei­tritts“ droh­ten.” Mel­dung vom 4. März 2020 von und bei MiGA­ZIN externer Link
  • [IPPNW] Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan stop­pen /​[Pro Asyl] Afgha­ni­stan-Abschie­bun­gen: neue Dimen­si­on der Här­te 
    • Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan stop­pen
      Die Ärz­te­or­ga­ni­sa­ti­on IPPNW kri­ti­siert die ges­tern erfolg­te 32. Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan und for­dert die Abschie­bun­gen afgha­ni­scher Geflüch­te­ter – auch im Dub­lin-Ver­fah­ren – umge­hend zu stop­pen. „Abschie­bun­gen sind ein schwe­rer Ein­griff in die gesund­heit­li­che Ver­fas­sung der Betrof­fe­nen und meist auch ihres Umfel­des. Beson­ders dra­ma­tisch erle­ben trau­ma­ti­sier­te, psy­chisch kran­ke oder behin­der­te Men­schen die Abschie­bung“, erklärt IPPNW-Vor­stands­mit­glied Car­lot­ta Con­rad. Laut der anti­ras­sis­ti­schen Initia­ti­ve Ber­lin nah­men sich zwi­schen 1993 und 2018 288 Geflüch­te­te ange­sichts ihrer dro­hen­den Abschie­bung das Leben oder star­ben bei dem Ver­such, vor der Abschie­bung zu flie­hen. 3.015 Geflüch­te­te ver­letz­ten sich aus Angst vor der Abschie­bung oder aus Pro­test gegen die dro­hen­de Abschie­bung oder ver­such­ten, sich umzu­brin­gen. Wenig bekannt ist zudem auch über das Schick­sal der Zurück­ge­kehr­ten und dar­über, wel­che gesund­heit­li­chen und sozia­len Aus­wir­kun­gen sie zu tra­gen haben…” IPPNW-Pres­se­mit­tei­lung vom 13.02.2020 externer Link
    • Afgha­ni­stan-Abschie­bun­gen: Fäl­le zei­gen neue Dimen­si­on der Här­te – Kurz nach gro­ßem Anschlag in Kabul schie­ben Bun­des­län­der wei­ter ab
      “Trotz des jüngs­ten gro­ßen Anschlags in Kabul mit Toten und Ver­letz­ten setzt die Bun­des­re­gie­rung Sam­mel­ab­schie­be­flü­ge in die afgha­ni­sche Haupt­stadt unge­rührt wei­ter fort. Der mitt­ler­wei­le 32. Sam­mel­ab­schie­be­flie­ger soll am heu­ti­gen Mitt­woch vom Flug­ha­fen Düs­sel­dorf aus nach Kabul star­ten. Seit Beginn der Sam­mel­ab­schie­bun­gen im Dezem­ber 2016 schiebt Bay­ern beson­ders rigi­de in das kriegs­er­schüt­ter­te Land ab. Dem Baye­ri­schen Flücht­lings­rat und PRO ASYL nun vor­lie­gen­de Fäl­le betrof­fe­ner Afgha­nen wei­sen eine neue Dimen­si­on der Här­te aus: Von der für heu­te ange­setz­ten Sam­mel­ab­schie­bung könn­ten Ehe­män­ner und (wer­den­de) Fami­li­en­vä­ter betrof­fen sein. PRO ASYL for­dert drin­gend, die Betrof­fe­nen vom Flie­ger zu neh­men und die Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan zu stop­pen. (…) Wenn die­se Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan tat­säch­lich voll­zo­gen wer­den, wür­den sie in gleich drei bekann­ten Fäl­len zu Tren­nun­gen der Kern­fa­mi­lie füh­ren. Bis­lang bestand die Bun­des­re­gie­rung auf ihrem Man­tra, bei den Abge­scho­be­nen wür­de es sich um allein­ste­hen­de Män­ner han­deln. Ein­mal mehr prescht Bay­ern in Sachen Hart­her­zig­keit nach vor­ne. Soll­ten die Betrof­fe­nen nach Kabul abge­scho­ben wer­den, bestün­de nicht nur Gefahr für ihr Leib und Leben; auch das Grund- und Men­schen­recht auf ein Zusam­men­le­ben als Fami­lie wür­de mit Füßen getre­ten. PRO ASYL erin­nert ein­mal mehr dar­an, dass es sich bei Afgha­ni­stan laut Glo­bal Peace Index um das gefähr­lichs­te Land der Welt han­delt, Abschie­bun­gen in das Kriegs­land dür­fen nicht statt­fin­den. PRO ASYL for­dert unver­än­dert das Ende der Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan…” Pres­se­mel­dung von Pro Asyl vom 13. Febru­ar 2020 externer Link
  • Nächs­te Abschie­bung von Deutsch­land nach Afgha­ni­stan am 12.02.2020 
    Meh­re­re Quel­len deu­ten dar­auf hin, dass die nächs­te Abschie­bung nach Kabul vor­aus­sicht­lich am Mitt­woch, den 12.02.2020 statt­fin­den wird. Wir raten allen aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen, drin­gend eine Bera­tungs­stel­le oder eine*n Rechtsanwält*in auf­zu­su­chen. Beson­ders emp­feh­len wir dar­auf zu ach­ten, dass die Aus­län­der­be­hör­den über bevor­ste­hen­de Aus­bil­dungs­auf­nah­men, Krank­hei­ten und auch ande­re Inte­gra­ti­ons­leis­tun­gen infor­miert sind.” Info beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link, sie­he dazu:
  • Nächs­te Abschie­bung nach Afgha­ni­stan am 14.01.2020! 
    Es gibt meh­re­re Hin­wei­se, dass die nächs­te Abschie­bung nach Kabul ver­mut­lich am Diens­tag, den 14.01.2020 statt­fin­den wird. Wir raten allen aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen, drin­gend eine Bera­tungs­stel­le oder eine*n Rechtsanwält*in auf­zu­su­chen. Beson­ders emp­feh­len wir dar­auf zu ach­ten, dass die Aus­län­der­be­hör­den über bevor­ste­hen­de Aus­bil­dungs­auf­nah­men und auch ande­re Inte­gra­ti­ons­leis­tun­gen infor­miert sind…” Mel­dung – noch ohne Ort – vom Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link – sie­he dazu:
    • Abschie­bung nach Afgha­ni­stan am 14.01.20: Ein Betrof­fe­ner wird als Straf­tä­ter geführt. Baye­ri­scher Flücht­lings­rat fragt war­um. 
      Die nächs­te Afgha­ni­stan-Abschie­bung ist für den 14. Janu­ar 2020 ange­kün­digt. Abschie­be­flug­ha­fen ist vor­aus­sicht­lich Mün­chen. Dem Baye­ri­schen Flücht­lings­rat sind wie­der ver­schie­de­ne Per­so­nen bekannt, hin­ter deren Abschie­bung ein gro­ßes Fra­ge­zei­chen zu set­zen ist. Einer von die­sen ist Farid K, 27 Jah­re alt, aus Nie­der­bay­ern. Er wur­de im Sep­tem­ber wegen Auf­ent­halts ohne Pass zu vier Mona­ten Straf­haft auf Bewäh­rung ver­ur­teilt. Mög­li­cher­wei­se wuss­te die Rich­te­rin sogar gar nicht, dass mit die­sen vier Mona­ten Haft dem jun­gen Afgha­ne in Bay­ern jede Per­spek­ti­ve ver­baut ist. Mit mehr als 90 Tages­sät­zen bekä­me Herr K kei­ne Arbeits- oder Aus­bil­dungs­er­laub­nis mehr. Zudem hat die Staats­re­gie­rung so wie­der eine Per­son mehr, die sie als Straf­tä­ter dekla­rie­ren kann. Das stärkt die gesell­schaft­li­che Akzep­tanz der Abschie­bun­gen. Tat­säch­lich hat­te Herr K bei sei­ner Ein­rei­se ein gül­ti­ges Iden­ti­täts­pa­pier, eine Ori­gi­nal-Tazki­ra (afgha­ni­sche Geburts­ur­kun­de), und hat die­se ord­nungs­ge­mäß bei den Behör­den abge­ge­ben. Als er dann aber nach Ableh­nung sei­nes Asyl­an­trags von eben die­ser Behör­de auf­ge­for­dert wur­de, sei­nen Pass zu besor­gen, war die Tazki­ra ver­schwun­den. Die­se braucht er aber, um beim afgha­ni­schen Kon­su­lat sei­nen Pass zu bean­tra­gen. Dort wur­de er unver­rich­te­ter Din­ge wie­der weg geschickt. Die Tazki­ra ist mehr­fach von einer Stel­le zur ande­ren geschickt wor­den, letzt­lich beim Bun­des­amt nicht ange­kom­men. Klar ist hier nur eins: die Behör­den sind ver­ant­wort­lich dafür, dass die Tazki­ra ver­schlampt wur­de, nicht Herr K. Den­noch zeig­te ihn die Aus­län­der­be­hör­de wegen Pass­lo­sig­keit an. Unse­re Fra­ge ist: wer zeigt denn die Aus­län­der­be­hör­de an, oder das Bun­des­amt, oder wel­che Behör­de auch immer die Ori­gi­nal-Tazki­ra Herrn K. ver­schwin­den ließ? „Wenn die Behör­de den Tazki­ra-Aus­weis des Geflüch­te­ten ver­schlampt, und dann den Geflüch­te­ten hin­hängt, weil er eben die­se Tazki­ra nicht hat, dann ist das ein viel­leicht recht­lich kor­rek­tes, aber mensch­lich und sozi­al äußerst unan­stän­di­ges Ver­hal­ten“, kri­ti­siert Ste­phan Dünn­wald, Spre­cher des Baye­ri­schen Flücht­lings­rats. Wenn Bay­erns Behör­den so Geflüch­te­te über den Tisch zie­hen, dann wäre das zumin­dest ein Fall für den Peti­ti­ons­aus­schuss. Die Peti­ti­on von Unterstützer*innen aus Eggen­fel­den liegt dem Aus­schuss vor. Doch das Baye­ri­sche Innen­mi­nis­te­ri­um hat schon erklärt, dass Herr K. mor­gen nach Kabul abge­scho­ben wer­den soll. Der Peti­ti­ons­aus­schuss tagt erst in der kom­men­den Woche.” Pres­se­mit­tei­lung vom 14.01.2020 von und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
  • Abschie­bun­gen nach Kabul: Afgha­ni­stan-Rück­keh­rer zwi­schen Schmerz und Radi­ka­li­sie­rung 
    “Seit Dezem­ber 2016 hat Deutsch­land rund 800 afgha­ni­sche Asyl­be­wer­ber abge­scho­ben. Dabei gilt Afgha­ni­stan als das Kriegs­land Num­mer 1. Vie­le Abge­scho­be­ne waren bereits gut inte­griert. In der Hei­mat droht ihnen nun nicht nur Per­spek­tiv­lo­sig­keit, son­dern auch die sozia­le Iso­la­ti­on – mit fata­len Fol­gen. (…) Die Bun­des­re­gie­rung sagt, sie tra­ge Sor­ge für Abge­scho­be­ne nach Afgha­ni­stan. In Wahr­heit ist das Bild alles Ande­re als rosig. Der Kon­takt mit den Abge­scho­be­nen ist schwie­rig. Vie­le wol­len nicht reden. Das Miss­trau­en ist groß. Es braucht Zeit, bis sie sich öff­nen. In der Kabu­ler Innen­stadt sitzt die Afgha­ni­stan Human Rights and Demo­cra­cy Orga­niz­a­ti­on, eine afgha­ni­sche NGO, die mit Abge­scho­be­nen und Rück­keh­rern arbei­tet und ver­sucht, ihr Ver­trau­en zu gewin­nen. „Im Flug­zeug hat­te ich Schmer­zen. Ich war frisch ope­riert in Deutsch­land. Der Gurt drück­te mich schwer. In Deutsch­land soll­te ich ein Gespräch bei BamF bekom­men, für mei­nen Asyl­an­trag. Aber es kam nicht dazu. Dann wur­de ich ohne Vor­war­nung abge­holt und abge­scho­ben.“ (…) Wenn heu­te die Abge­scho­be­nen durch die Pass­kon­trol­le kom­men, wer­de ihnen oft von afgha­ni­schen Beam­ten das letz­te Geld abge­nom­men, hat die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on nach Befra­gung von fünf­zig Abge­scho­be­nen fest­ge­stellt. In einer neu­en Stu­die schlägt sie Alarm: Deutsch­land ver­let­ze grund­le­gen­de Men­schen­rech­te und müs­se die Abschie­bun­gen been­den. Zu hoch sei das Risi­ko für Leib und Leben. Hash­im A. hat Fami­lie in Afgha­ni­stan. Aber in ihre Arme kann er nicht zurück. (…) Vie­le Rück­keh­rer pla­gen zudem Schul­den. (…) Jeder Zehn­te sei so bereit, sich zu radi­ka­li­sie­ren. Um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken wäre Psy­cho­the­ra­pie ein Schlüs­sel, die Abwärts­spi­ra­le bei den Abge­scho­be­nen zu durch­bre­chen. Aller­dings habe von den fünf­zig befrag­ten Rück­keh­rern und Abge­scho­be­nen, kein Ein­zi­ger an einem Hilfs­pro­gramm teil­ge­nom­men, so Kha­te­ra Safi. „Es gibt kei­ne Kli­ni­ken und kei­ne Fach­kräf­te für Psy­cho­lo­gie in Kabul. Was es gibt, sind Sozi­al­ar­bei­ter, die all­ge­mei­ne Bera­tun­gen machen.“ Auf die Fra­ge, ob es kei­nen Fort­schritt gebe nach 18 Jah­ren Inter­ven­ti­on, sagt sie: „Über­haupt nicht. Im Bereich der kli­ni­schen Psy­cho­lo­gie hat es gar kei­ne Hil­fe gege­ben. Das ist hier unbe­kannt. Was es gibt, sind TV-Shows im Fern­se­hen, wo sol­che Leu­te bekannt wer­den. Aber das ersetzt kei­ne fach­li­che kli­ni­sche Psy­cho­lo­gie.“ Bericht von Mar­tin Ger­ner vom 12. Dezem­ber 2019 beim Deutsch­land­funk externer LinkAudio Datei (Audio­län­ge: 6:45 Min., ver­füg­bar bis zum 19. Janu­ar 2038)
  • Abschie­bung – Schutz für Afgha­nen: Ver­wal­tungs­ge­richts­hof ruft EuGH an 
    “Hängt der Anspruch auf sub­si­diä­ren Schutz von Flücht­lin­gen von den Opfer­zah­len in der Abschie­be-Regi­on ab? Die­se Fra­ge hat der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg dem Euro­päi­sche Gerichts­hof vor­ge­legt. (…) Dabei gehe es um zwei Fäl­le von Per­so­nen aus Afgha­ni­stan, die nicht als Asyl­be­wer­ber aner­kannt wor­den sei­en und zurück müss­ten in die Pro­vinz Nangar­har, wie das Gericht in Mann­heim am Mon­tag mit­teil­te. Dort wür­den jedoch seit Jah­ren vie­le Zivi­lis­ten bei unbe­re­chen­ba­ren Kampf­hand­lun­gen getö­tet. Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof möch­te vom EuGH nun wis­sen, unter wel­chen Bedin­gun­gen die Flücht­lin­ge soge­nann­ten sub­si­diä­ren Schutz in Anspruch neh­men kön­nen. Bis­lang lege die deut­sche Recht­spre­chung in sol­chen Fäl­len Opfer­zah­len in den betrof­fe­nen Regio­nen zugrun­de, die einen bestimm­ten Schwel­len­wert erreicht haben müss­ten. Dies sei in der Regi­on Nangar­har nicht der Fall. Unbe­ach­tet blie­ben dabei ande­re Umstän­de wie die Natur des Kon­flikts, wie ver­brei­tet die Gefahr für Leib und Leben sei oder auch die Zahl der bereits Ver­trie­be­nen, erläu­ter­ten die Mann­hei­mer Rich­ter den Klä­rungs­be­darf. Nach wel­chen Kri­te­ri­en zu ent­schei­den sei, ob nach den EU-wei­ten recht­li­chen Vor­ga­ben eine rele­van­te Bedro­hung der Zivil­be­völ­ke­rung herr­sche, die wie­der­um sub­si­diä­ren Schutz recht­fer­ti­ge, müs­se der EuGH fest­le­gen.” Mel­dung vom 10. Dezem­ber 2019 bei MiGA­ZIN externer Link
  • Die Poli­tik mit der Angst – Stoppt Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan!
    Die Zahl der Toten in Afgha­ni­stan steigt. Des­halb darf die Bun­des­re­gie­rung dort­hin nie­man­den abschie­ben…” Gast­bei­trag von Ramo­na Lenz und Tho­mas Rud­hof-Sei­bert in der FR online vom 08.12.19 externer Link
  • Drei Jah­re Sam­mel-Char­ter­flü­gen nach Afgha­ni­stan: Pro Asyl und Baye­ri­scher Flücht­lings­rat for­dern ein Ende 
    Am 14. Dezem­ber 2016 star­te­te der ers­te Sam­mel­char­ter mit abge­lehn­ten Asyl­be­wer­bern nach Afgha­ni­stan. Pro Asyl und Baye­ri­scher Flücht­lings­rat for­dern eine Ende die­ser Pra­xis: Sie brin­ge Men­schen in Gefahr und tor­pe­die­re die Inte­gra­ti­on. Drei Jah­re nach Beginn der Sam­mel­ab­schie­bun­gen nach Afgha­ni­stan for­dern Flücht­lings­or­ga­ni­sa­tio­nen deren Been­di­gung. Das Land sei wei­ter­hin eins der unsi­chers­ten der Welt, sag­te der rechts­po­li­ti­sche Refe­rent von Pro Asyl, Bernd Meso­vic, am Don­ners­tag in Mün­chen. In Deutsch­land sei die Ver­un­si­che­rung durch dro­hen­de Abschie­bun­gen so groß, dass vie­le jun­ge Afgha­nen ins­be­son­de­re nach Frank­reich migrier­ten, wo die Asyl­chan­cen deut­lich bes­ser stün­den, sag­te Ste­phan Dünn­wald vom Baye­ri­schen Flücht­lings­rat. So för­de­re die Poli­tik von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) „die Sekun­där­mi­gra­ti­on, die er eigent­lich bekämp­fen will“. Zudem schie­be vor allem Bay­ern nicht nur schwe­re Straf­tä­ter und hart­nä­cki­ge Iden­ti­täts­ver­wei­ge­rer ab, sag­te Dünn­wald. Vie­le Fäl­le wür­den nicht sorg­fäl­tig genug geprüft – häu­fig sei­en nach­träg­lich aner­kann­te Här­te­fäl­le dar­un­ter, etwa Men­schen mit ein­schlä­gi­gen psych­ia­tri­schen Gut­ach­ten. Regel­mä­ßig wür­den Rück­füh­run­gen von Ein­zel­per­so­nen in letz­ter Minu­te gerecht­fer­tigt gestoppt, wenn sich ein Für­spre­cher für sie ein­set­ze, etwa Pro­mi­nen­te aus Kir­che und Poli­tik…” Bei­trag vom 6. Dezem­ber 2019 beim Miga­zin externer Link, sie­he auch die Pro Asyl-Pres­se­mit­tei­lung “3 Jah­re Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan – 3 Jah­re Abschie­bun­gen in Todes­ge­fahr” externer Link
  • Nächs­te Abschie­bung am Diens­tag, den 3.12.2019 ab Flug­ha­fen Mün­chen (?) /​Pro­test am Flug­ha­fen Frank­furt um 18 Uhr im Ter­mi­nal 1, Abflug­hal­le B.
    • Kei­ne Abschie­bung nach Afgha­ni­stan! Wir hal­ten zusam­men! 
      Am 3. Dezem­ber 2019 sol­len erneut Men­schen aus Deutsch­land nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben werden.Wir blei­ben dabei: Gegen jede Abschie­bung! Gegen Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan! Gegen die ras­sis­ti­sche Abschot­t­unspo­li­tik Deutsch­lands und Europas!Allein in die­sem Jahr fan­den bereits zehn Sam­mel­ab­schie­bun­gen nach Afgha­ni­stan statt. Die Bun­des­re­pu­blik ver­schlepp­te damit mehr als 300 Men­schen in ein lebens­ge­fähr­li­ches Kriegs­ge­biet. Nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben zu wer­den, bedeu­tet für vie­le der Betrof­fe­nen allein und mit­tel­los an einem Ort zu stran­den, an dem weder Zuhau­se noch Sicher­heit war­ten, son­dern Gewalt und Ter­ror. Der dies­jäh­ri­ge Glo­bal Peace Index stuft Afgha­ni­stan als unsi­chers­tes und unfried­lichs­tes Land der Welt ein. “Die Abschie­be­po­li­tik der deut­schen Regie­rung hat kei­nen Bezug zur Rea­li­tät”, erklär­te der Geschäfts­füh­rer der afgha­ni­schen Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on AHRDO, Hadi Marifat, erst vor weni­gen Tagen in einem Inter­view. Wir wol­len dafür sor­gen, dass die Stim­men gegen die men­schen­ver­ach­ten­de Abschie­be­pra­xis Deutsch­lands und die Abschot­tungs­po­li­tik Euro­pas lau­ter wer­den! Wir blei­ben kämp­fe­risch! Für das Recht auf ein frei­es und selbst­be­stimm­tes Leben in Frie­den! (…) Für Dezem­ber und Janu­ar haben wir in den Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen in der Max-Lie­ber­mann-Stra­ße in Leip­zig sowie in Döl­zig Soli­da­ri­täts­fes­te geplant. Das ers­te fin­det am 14. Dezem­ber von 14 bis 18 Uhr direkt vor dem Gelän­de der Geflüch­te­ten­un­ter­kunft in der Max-Lie­ber­mann-Stra­ße statt, das zwei­te am 11. Janu­ar, eben­falls von 14 bis 18 Uhr, in der Nähe der Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung in Döl­zig…” Auf­ruf vom 3. Dezem­ber 2019 bei pro­test-lej externer Link
    • Meh­re­re Quel­len deu­ten dar­auf hin, dass die nächs­te Abschie­bung nach Kabul vor­aus­sicht­lich am Diens­tag, den 3.12.2019 statt­fin­den wird…” mel­det der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat externer Link
  • Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan: “Die deut­sche Abschie­be­po­li­tik hat kei­nen Bezug zur Rea­li­tät”
    Wer nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wird, lan­det in einem feind­se­li­gen Land, sagt der Men­schen­recht­ler Hadi Marifat. Man­che lie­ßen sich dann von Ter­ror­mi­li­zen rekru­tie­ren…” Inter­view von Cate­ri­na Loben­stein vom 27. Novem­ber 2019 bei der Zeit online externer Link
  • Afgha­ni­stan: Kei­ne Hoff­nung auf ein Leben in Sicher­heit. Trotz Lebens­ge­fahr schiebt die EU nach Afgha­ni­stan ab. Die med­i­co-Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on AHRDO hat die Lage von Abge­scho­be­nen und Rückkehrer*innen vor Ort unter­sucht 
    “… Die jetzt vor­ge­leg­te AHR­DO-Stu­die Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan: Eine Her­aus­for­de­rung für die Legi­ti­mi­tät und Sta­bi­li­tät des Staa­tes? basiert auf halb-struk­tu­rier­ten Inter­views mit 50 Betrof­fe­nen in den vier Pro­vin­zen Balkh, Kabul, Herat und Nan­ga­har sowie mit Vertreter*innen aus Zivil­ge­sell­schaft und Regie­rung. 78% der Befrag­ten geben an, aus Angst vor Tötung, Ver­let­zung oder Ver­fol­gung geflo­hen zu sein – und nicht in ers­ter Linie aus öko­no­mi­schen Grün­den. In den Gesprä­chen zeig­te sich dann schon gleich zu Beginn, dass den Rückkehrer*innen die von der EU ver­spro­che­ne Unter­stüt­zung vor­ent­hal­ten wird: alle Befrag­ten gaben an, ganz auf sich allein gestellt zu sein. Dabei ist die Sicher­heits­la­ge dra­ma­ti­scher als zuvor – weil sie sich all­ge­mein ver­schlech­tert hat, aber vor allem auch, weil sie selbst beson­ders gefähr­det sind. Zugleich berich­ten ca. 35 der 50 Befrag­ten (71%), dass sie wäh­rend ihrer gefähr­li­chen Rei­sen nach Euro­pa fast ihr Leben ver­lo­ren hät­ten, durch dro­hen­des Ertrin­ken oder Ersti­cken bei Über­fahr­ten oder Land­trans­por­ten, durch extre­me Wit­te­rungs­be­din­gun­gen, durch die bru­ta­le Gewalt der Poli­zei­en und Grenz­schutz­trup­pen aus­nahms­los aller Tran­sit­län­der, die Tür­kei und süd­ost­eu­ro­päi­sche EU-Län­der ein­ge­schlos­sen. Die Abge­scho­be­nen sind durch ihre lan­ge, gefähr­li­che und kost­spie­li­ge Flucht zu einer hoch­gra­dig trau­ma­ti­sier­ten sozia­len Grup­pe gewor­den. Über die Hälf­te der Befrag­ten sah sich nicht in der Lage oder fühl­te sich nicht sicher genug, in ihre Hei­mat­or­te zurück­zu­keh­ren. Über 80% gaben an, auf­grund der ver­such­ten Migra­ti­on und der Rück­füh­rung nach Afgha­ni­stan stark ver­schul­det zu sein, eben­so vie­le sind arbeits­los. Die über­wie­gen­de Mehr­heit wür­de das Land am liebs­ten wie­der ver­las­sen…” med­i­co-Bei­trag vom 25. Novem­ber 2019 externer Link zur Stu­die externer Link (engl.), sie­he dazu auch:
  • War­nung: Hin­wei­se auf nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan vor­aus­sicht­lich am Mi, 06. Novem­ber 2019 
    • Abschie­bun­gen in das unsi­chers­te Land der Welt gehen wei­ter – Afgha­ni­stan-Abschie­be­flug Nr 29 mit 36 Men­schen in Kabul ein­ge­trof­fen 
      Für den heu­ti­gen 6. Novem­ber ist der mitt­ler­wei­le 29. Sam­mel­ab­schie­be­flug nach Kabul geplant, dies­mal vom Flug­ha­fen Leipzig/​Halle. Die Bun­des­re­gie­rung zeigt sich von immer neu­en Mel­dun­gen über Anschlä­ge und Gräu­el­ta­ten in Afgha­ni­stan unbe­ein­druckt und hält an Abschie­bun­gen in das Kriegs­land fest. PRO ASYL for­dert erneut den Stopp der Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan: »Was muss denn noch alles gesche­hen, bis Bund und Län­der reagie­ren und die Abschie­bun­gen ein­stel­len?« fragt Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. »Das knall­har­te Durch­zie­hen der monat­li­chen Abschie­be­flü­ge macht fas­sungs­los«. Über den Ver­bleib der Abge­scho­be­nen ver­liert sich die Bun­des­re­gie­rung in All­ge­mein­flos­keln, die mit dem All­tag der Betrof­fe­nen und der unmit­tel­bar erleb­ten Bedro­hung ihrer Exis­tenz wenig zu tun haben…” Pres­se­mit­tei­lung vom 06.11.2019 von und bei Pro Asyl externer Link
    • Baye­ri­scher Flücht­lings­rat: “Nach unse­ren Infor­ma­tio­nen fin­det die Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan am 6.11. vom Flug­ha­fen Leip­zig statt
    • Krank und schutz­los in Kabul. Bay­ern will behin­der­ten und psy­chisch kran­ken Afgha­nen in Not und Elend abschie­ben 
      Am Mitt­woch, den 06. Novem­ber 2019, wird vor­aus­sicht­lich die nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan gehen. Einer der Betrof­fe­nen ist Hos­sain A. aus Nürn­berg. Der 26-jäh­ri­ge wur­de am 15. Okto­ber direkt vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt ver­haf­tet, wo zuvor sei­ne Kla­ge gegen die Ableh­nung sei­nes Fol­ge­an­tra­ges ver­han­delt wur­de. Hos­sain ist seit 9 Jah­ren in Deutsch­land, Analpha­bet und hat eine geis­ti­ge Behin­de­rung. Des­halb hat er einen Behin­der­ten­aus­weis mit einem Grad von 50 Pro­zent. Da er im All­tag nicht in der Lage ist, in den Berei­chen Gesund­heit, Ver­mö­gen, Woh­nung, Ver­tre­tung gegen­über Behör­den und in auf­ent­halts­recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten selbst für sich zu sor­gen, hat er seit 2013 einen gesetz­li­chen Betreu­er. Die gesetz­li­che Betreu­ung wur­de erst im April 2019 ver­län­gert. Wei­ter lei­det Hos­sain an einer depres­si­ven Stö­rung und hat­te in der Ver­gan­gen­heit bereits Sui­zid­ge­dan­ken geäu­ßert. Straf­fäl­lig ist er nie gewor­den. Sogar das Amts­ge­richt Ans­bach lehn­te einen im Okto­ber 2019 gestell­ten Haft­an­trag der Zen­tra­len Aus­län­der­be­hör­de Mit­tel­fran­ken zunächst ab, da es die Rei­se­fä­hig­keit Hos­sains in Zwei­fel zog. Hos­sain hat in Afgha­ni­stan kei­ne Fami­lie und sozia­len Netz­wer­ke. Sein gro­ßer Bru­der wie auch sein Onkel woh­nen in Mün­chen. Die Mut­ter lebt im Iran, sein Vater ist vor Jah­ren ver­stor­ben. Sei­ne Fami­lie in Deutsch­land macht sich gro­ße Sor­gen, soll­te er abge­scho­ben wer­den: „Hos­sain kann sich auf­grund sei­ner geis­ti­gen Behin­de­rung kaum ver­stän­di­gen, er spricht auch nur ganz wenig. Er ist abso­lut nicht in der Lage, sich um sich selbst zu küm­mern“, erzählt sein Onkel Abdul A. „Wir haben gro­ße Angst um ihn. Auch gesun­de Men­schen haben mas­si­ve Pro­ble­me in Afgha­ni­stan – aber er braucht bei allem Unter­stüt­zung. Wo soll er hin? Wir haben kei­ne Fami­lie mehr vor Ort. Allei­ne in Afgha­ni­stan wird er unter­ge­hen.“ Indes­sen spitzt sich die Lage in Afgha­ni­stan wei­ter zu…” PM vom 29.10.2019 von und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
  • Nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan am Di, 08. Okto­ber – PRO ASYL und die Lan­des­flücht­lings­rä­te for­dern Abschie­bungs­stopp nach Afgha­ni­stan 
    Meh­re­re Quel­len deu­ten dar­auf hin, dass die nächs­te Abschie­bung nach Kabul vor­aus­sicht­lich am Diens­tag, 08.10.2019 statt­fin­den wird. Wir raten allen aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen, drin­gend eine Bera­tungs­stel­le oder eine*n Rechtsanwält*in auf­zu­su­chen. Beson­ders emp­feh­len wir dar­auf zu ach­ten, dass die Aus­län­der­be­hör­den über bevor­ste­hen­de Aus­bil­dungs­auf­nah­men und auch ande­re Inte­gra­ti­ons­leis­tun­gen infor­miert sind…” Mel­dung beim Flücht­lings­rat Bay­ern externer Link – Flug­ha­fen noch unbe­kannt. Sie­he dazu:
    • Am Diens­tag, 08.10. wur­den 44 Afgha­nen nach Kabul abge­scho­ben 
      “… Fast jede Woche gibt es in Afgha­ni­stan schwe­re Anschlä­ge. Den­noch hat Deutsch­land wei­te­re 44 Men­schen in das Land abge­scho­ben, dar­un­ter Ver­ge­wal­ti­ger. Unge­ach­tet der Anschlä­ge in Afgha­ni­stan ist ein wei­te­rer Abschie­be­flug aus Deutsch­land in Kabul ein­ge­trof­fen. Die Maschi­ne sei aus Mün­chen gekom­men, teil­te das Innen­mi­nis­te­ri­um mit. An Bord der Maschi­ne waren dem­nach 44 abge­lehn­te afgha­ni­sche Asyl­be­wer­ber…” dpa-Mel­dung vom 09.10.2019 beim ZDF externer Link
    • Stoppt die Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan – Das Spiel der Hard­li­ner been­den 
      Jeden Monat erle­ben wir das glei­che böse Schau­spiel: für Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan wer­den Väter oder wer­den­de Väter, Ehe­män­ner, schwer und schwerst­kran­ke Per­so­nen in Haft genom­men. In man­chen Fäl­len scheint Gedan­ken­lo­sig­keit der Grund zu sein, die Sachbearbeiter*innen schei­nen nicht zu über­bli­cken, was sie mit sol­chen Abschie­be­ver­su­chen aus­lö­sen. In eini­gen Fäl­len ist es aber eher sadis­ti­sche Beden­ken­lo­sig­keit, die dazu führt, dass Per­so­nen gesucht oder ver­haf­tet wer­den, die nicht abge­scho­ben wer­den kön­nen oder dür­fen. In Bay­ern behaup­tet das Lan­des­amt für Rück­füh­run­gen, alle Ein­zel­fäl­le sorg­fäl­tig zu prü­fen, woan­ders wer­den die Fäl­le vor der Abschie­bung einer Kom­mis­si­on vor­ge­legt. Trotz­dem kommt es jeden Monat, bei jedem Flug dazu, dass Ehren­amt­li­che auf­schrei­en müs­sen, dass Pfar­rer ein­schrei­ten, weil Chris­ten nach Kabul abge­scho­ben wer­den sol­len, dass nam­haf­te Politiker*innen ihre Kolleg*innen anschrei­ben müs­sen, damit nicht haar­sträu­ben­de Feh­ler pas­sie­ren. Allein auf die­sem Flug wären unter den weni­gen Leu­ten, die dem Baye­ri­schen Flücht­lings­rat bekannt wer­den: Ein beken­nen­der Katho­lik, mit einem reli­giö­sen Tat­too auf dem Unter­arm; Ein sowohl debi­ler als auch psy­chisch schwer kran­ker jun­ger Mann; Ein Vater von zwei Kin­dern, die hier fes­ten Auf­ent­halts­sta­tus haben. Wenn nicht Anwält*innen, Ehren­amt­li­che und Sozialberater*innen, Kir­chen und Politiker*innen pro­tes­tie­ren oder kla­gen wür­den, wären die­se und vie­le wei­te­re Per­so­nen bereits in Kabul ange­kom­men. In vie­len Fäl­len ist der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat die Instanz, die recher­chiert, ver­öf­fent­licht, und Betrof­fe­ne und Unter­stüt­zen­de zusam­men­bringt…” PM vom 09.10.2019 vom und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
    • [Sam­mel­ab­schie­bung am Di, 08. Okto­ber] Kein Abschie­be­stopp trotz immer schlim­me­rer Lage – Bay­ern will katho­li­schen Chris­ten nach Afgha­ni­stan abschie­ben 
      Nach­dem es im Sep­tem­ber kei­ne Abschie­bung nach Afgha­ni­stan gab, soll mor­gen, 8.10.2019, die 28. Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan statt­fin­den. Die Lage in Afgha­ni­stan bleibt wei­ter­hin extrem ange­spannt, allein am Wahl­tag Ende Sep­tem­ber gab es über 260 Anschlä­ge auf Wahl­lo­ka­le. Die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung betei­ligt sich wei­ter­hin her­aus­ra­gend an den vom Bund regel­mä­ßig orga­ni­sier­ten Abschie­bun­gen. Die­ses Mal soll unter ande­ren auch ein gläu­bi­ger Christ abge­scho­ben wer­den – unter Gefahr für Leib und Leben. Karim J. kam 2015 nach Deutsch­land, nahm eine Aus­bil­dung auf und such­te Kon­takt zur Pfar­rei St. Micha­el in Vöh­rin­gen. Als er von den regel­mä­ßig statt­fin­den­den Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan erfuhr, ergriff ihn die Angst und er flüch­te­te wei­ter nach Frank­reich. Von dort wur­de er wie­der nach Deutsch­land zurück­ge­scho­ben und ver­lor sei­ne Arbeits­er­laub­nis. Karim wur­de an Ostern 2017, nach ein­jäh­ri­ger Vor­be­rei­tung und Tauf-Unter­rich­tung, katho­lisch getauft. Er steht zu sei­nem christ­li­chen Glau­ben. Herr J. hat sich zudem in Frank­reich am Hand­ge­lenk täto­wie­ren las­sen. Die­se Täto­wie­rung lässt sich nicht ver­ber­gen und wür­de im Fal­le einer Abschie­bung nach Afgha­ni­stan eine erheb­li­che Gefahr dar­stel­len. Dort sind die Busch­sta­ben „AFG“ für Afgha­ni­stan, ein „K“ für „Krist“(Christ, da dari kein „c“ kennt), sowie ein Kreuz zu sehen. Dar­über hin­aus wis­sen auch Fami­lie und Lands­leu­te von sei­ner Kon­ver­si­on und es ist wahr­schein­lich, dass die­se Infor­ma­ti­on inzwi­schen auch in Afgha­ni­stan bekannt ist...” Pres­se­mit­tei­lung des Flücht­lings­rats Bay­ern vom 08.10.2019 externer Link
    • Tag des Flücht­lings: PRO ASYL und die Lan­des­flücht­lings­rä­te for­dern Abschie­bungs­stopp nach Afgha­ni­stan
      Kaum ein Tag ohne Mel­dun­gen über Tote und Ver­letz­te – Abschie­bungs­ma­schi­ne­rie läuft unge­rührt wei­ter. Ange­sichts der bevor­ste­hen­den Prä­si­dent­schafts­wahl und der mili­tä­risch und poli­tisch völ­lig vola­ti­len Lage im Land for­dern PRO ASYL und die lan­des­wei­ten Flücht­lings­rä­te einen Stopp der Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan. »Innen­po­li­ti­sches Wunsch­den­ken ist mit der bru­ta­len Rea­li­tät in Afgha­ni­stan nicht in Ein­klang zu brin­gen. Auch die Innen­mi­nis­ter der Län­der müs­sen sich die­ser Rea­li­tät stel­len und die Poli­tik der ver­schlos­se­nen Augen been­den. Afgha­ni­stan ist nicht sicher«, sagt Gün­ter Burk­hardt anläss­lich des bun­des­wei­ten Tags des Flücht­lings am 27. Sep­tem­ber. Der Tag des Flücht­lings 2019 steht unter dem Mot­to »Men­schen und Rech­te sind unteil­bar« und fin­det im Rah­men der Inter­kul­tu­rel­len Woche statt. Auch zahl­rei­che Politiker*innen aus Bund, Län­der und Kom­mu­nen wer­ben gera­de in die­ser Zeit für Welt­of­fen­heit, Akzep­tanz und Inte­gra­ti­on. Gleich­zei­tig läuft die Abschie­bungs­ma­schi­ne­rie nach Afgha­ni­stan unge­rührt wei­ter. Der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat bei­spiels­wei­se beklagt eine immer här­te­re Gang­art: »Bay­ern sorgt mit zahl­rei­chen Kan­di­da­ten dafür, dass die Abschie­be­ma­schi­ne­rie nach Kabul wei­ter­lau­fen kann. Zivil­ge­sell­schaft­li­che Pro­tes­te füh­ren oft dazu, dass eine Per­son hier­blei­ben darf, von Innen­mi­nis­ters Gna­den. Ande­re, genau­so gut Inte­grier­te lan­den hin­ge­gen in Kabul. Das ist kei­ne Huma­ni­tät, son­dern durch feu­da­le Gön­ner­haf­tig­keit schlecht kaschier­te Här­te. Bay­erns Hal­tung unter­streicht den gan­zen Zynis­mus, mit dem jun­ge Men­schen in eine lebens­be­droh­li­che und für vie­le aus­weg­lo­se Situa­ti­on geschickt wer­den. Oft­mals fin­den die Ver­haf­tun­gen am Tag selbst statt, sodass hier kei­ne Inter­ven­ti­on mehr mög­lich ist. Erst im August wur­de uns die Abschie­bung von zwei gut inte­grier­ten Afgha­nen bekannt, die hier eine Aus­bil­dungs­per­spek­ti­ve gehabt hät­ten. Bei­de sind nun aber in Kabul«. Die Flücht­lings­rä­te und PRO ASYL for­dern, dass das The­ma nun erneut bei den Innen­mi­nis­tern der Län­der als auch bei den Son­die­rungs­ge­sprä­chen in Bran­den­burg und Sach­sen auf den Tisch kommt…” Pres­se­mit­tei­lung vom 27.09.2019 von und bei Pro Asyl externer Link
  • Abge­scho­be­ne Afgha­nen: Statt Per­spek­ti­ven droht Gewalt 
    Deutsch­land schiebt wei­ter nach Afgha­ni­stan ab. Doch dort droht den meis­ten Betrof­fe­nen Gewalt, Ver­fol­gung und Aus­gren­zung. Das Aus­wär­ti­ge Amt sieht die Regie­rung in Kabul in der Pflicht…” Bei­trag von Gabor Halasz, NDR, vom 09.10.2019 bei tages​schau​.de externer Link
  • Abschie­bung nach Afgha­ni­stan: Fast alle Abge­scho­be­nen wol­len zurück nach Deutsch­land 
    “… Auch die Gewerk­schaft der Poli­zei (GdP) macht sich Gedan­ken zur pre­kä­ren Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan. „Das kon­ter­ka­riert voll­kom­men die Defi­ni­ti­on eines siche­ren Her­kunfts­lan­des“, sagt der stell­ver­tre­ten­de GdP-Vor­sit­zen­de Jörg Radek im Gespräch mit der Frank­fur­ter Rund­schau. Vor­ran­gig sorgt er sich um die Bun­des­po­li­zis­ten im Land. Die GdP will den Ein­satz deut­scher Poli­zis­ten dort schnellst­mög­lich ganz stop­pen. Die Bun­des­po­li­zei beglei­te­te teils auch die Lan­dung von Abschie­be­flie­gern. (…) Die Bun­des­re­gie­rung will jedoch an dem Ein­satz fest­hal­ten. Ein Spre­cher des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums sag­te in der ver­gan­ge­nen Woche: „Die Sicher­heits­stan­dards wer­den auch jetzt noch ein­mal in den Blick genom­men. Aber das alles führt nicht dazu, dass die Fort­set­zung der Mis­si­on infra­ge steht.“Arti­kel von Götz Naw­roth-Rapp vom 10.10.19 bei der FR online externer Link
  • Stu­die zur Situa­ti­on abge­scho­be­ner Afgha­nen: Bedro­hun­gen, Gewalt, Chan­cen­lo­sig­keit 
    “Eine aktu­el­le Stu­die der Sozi­al­wis­sen­schaft­le­rin Frie­de­ri­ke Stahl­mann zum Ver­bleib und zu den Erfah­run­gen abge­scho­be­ner Afgha­nen beschäf­tigt sich mit der Situa­ti­on von aus Deutsch­land zwi­schen Dezem­ber 2016 und April 2019 abge­scho­be­nen Afgha­nen. Was ist aus ihnen gewor­den? Wel­che Unter­stüt­zung fan­den sie? Hat­ten sie Zugang zu Obdach, Arbeit und medi­zi­ni­scher Ver­sor­gung? Wel­che Gewalt­er­fah­run­gen mach­ten sie nach der Ankunft? (…) Die Ergeb­nis­se sind ver­stö­rend und soll­ten denen zu den­ken geben, die Afgha­ni­stan-Abschie­bun­gen immer noch für ver­tret­bar hal­ten, obwohl sich die Lage in Afgha­ni­stan stän­dig ver­schärft. Die Stu­die ergab, dass Gewalt gegen Abge­scho­be­ne und ihre Fami­li­en auf­grund ihrer Rück­kehr nicht nur mit hoher Wahr­schein­lich­keit ein­tritt, son­dern auch bereits inner­halb kür­zes­ter Zeit nach Ankunft. Von den 31, die Afgha­ni­stan nicht bereits wie­der bin­nen zwei Mona­ten ver­las­sen haben und erneut auf die Flucht gin­gen – gaben 90 Pro­zent an, Gewalt­er­fah­run­gen gemacht zu haben. Über 50 Pro­zent berich­te­ten von Gewalt­er­fah­run­gen, die auch sonst den afgha­ni­schen All­tag prä­gen: Drei Mal wur­den Abge­scho­be­ne durch Anschlä­ge so schwer ver­letzt, dass sie not­ver­sorgt wer­den muss­ten. Ande­re berich­te­ten über Fest­nah­men und Miss­hand­lun­gen bei Stra­ßen­kon­trol­len der Tali­ban beim Ver­such, von Kabul aus ihre Hei­mat­pro­vin­zen zu errei­chen, über Bedro­hun­gen und Zwangs­re­kru­tie­rungs­ver­su­che durch die Tali­ban. Acht wur­den Opfer von bewaff­ne­ten Raub­über­fäl­len. Eben­falls über 50 Pro­zent berich­te­ten von Gewalt­er­fah­run­gen auf­grund ihres Auf­ent­halts in Euro­pa. Von Sei­ten der Tali­ban wird die Flucht nach Euro­pa mit Miss­trau­en beäugt oder gar als ein »Über­lau­fen zum Feind« betrach­tet. Bei den Bedro­hun­gen durch die Tali­ban fällt auf, dass die­se nicht sel­ten über den Aus­lands­auf­ent­halt und das Land der Zufluchts­su­che Bescheid wis­sen. Betrof­fe­ne berich­te­ten aber auch, dass sie von Nachbar*innen, Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen und sogar Frem­den auf der Stra­ße als »Ver­rä­ter« oder »Ungläu­bi­ge« ange­se­hen, bedroht, gejagt oder ange­grif­fen wur­den. Auch wer Kon­takt hält zu Europäer*innen, gar Journalist*innen, begibt sich in Gefahr. Die Bericht­erstat­tung der afgha­ni­schen Medi­en ist ein wei­te­res Gefähr­dungs­mo­ment…” Bericht von Pro Asyl vom 7. Okto­ber 2019 externer Link, zu Details sie­he die “Stu­die zum Ver­bleib und zu den Erfah­run­gen abge­scho­be­ner Afgha­nen” von Frie­de­ri­ke Stahl­mann externer Link – Nach unse­rem Rechts­ver­ständ­nis kann sich übri­gens die deut­sche Regie­rung laut Art. 1 GG über­haupt nicht auf Nicht­zu­stän­dig­keit mit den fol­gen­den ihrer Hand­lun­gen beru­fen.
  • Gerich­te kor­ri­gie­ren Bamf-Beschei­de: Über 4.000 afgha­ni­sche Flücht­lin­ge dür­fen blei­ben 
    Über 4.000 afgha­ni­sche Flücht­lin­ge dür­fen blei­ben, obwohl das Bamf ihren Antrag abge­lehnt hat­te. Die Gesamt­zahl der Asyl­su­chen­den steigt mäßig. In den ers­ten sechs Mona­ten des Jah­res 2019 haben deut­sche Gerich­te 4.485 afgha­ni­schen Flücht­lin­gen einen Schutz­sta­tus zuge­spro­chen – und damit in deut­lich mehr Fäl­len posi­tiv ent­schie­den als das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf). Das Bamf hat­te im glei­chen Zeit­raum nur 2.667 Flücht­lin­gen aus Afgha­ni­stan ein Blei­be­recht erteilt; die Ent­schei­dun­gen der Gerich­te bezie­hen sich dabei auch auf Ver­fah­ren vor dem Jahr 2019. Das ergibt sich aus einer Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Anfra­ge der Links­frak­ti­on, die der taz vor­liegt. Die Lin­ke for­dert regel­mä­ßig aktu­el­le Asyl­sta­tis­ti­ken bei der Bun­des­re­gie­rung an. Erneut haben die Gerich­te damit in zahl­rei­chen Fäl­len Ent­schei­dun­gen des Bamf zum Vor­teil von Flücht­lin­gen berich­tigt. Neben Men­schen aus Afgha­ni­stan sind vor allem auch Syrer immer wie­der davon betrof­fen. Ulla Jel­pke, innen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der lin­ken Bun­des­tags­frak­ti­on, bezeich­net die aktu­el­len Zah­len als „Indiz für eine man­gel­haf­te Prü­fungs- und Ent­schei­dungs­pra­xis des Bamf“. Es sei „drin­gend ein Kurs­wech­sel erfor­der­lich“…” Arti­kel von Simon Schramm vom 26.9.2019 bei der taz online externer Link
  • Nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan am 27.8.2019 ab Air­port Frank­furt – Demos in Leip­zig, Mün­chen und Frank­furt 
    • Di, 27.8. Demo ab 18:00 Air­port Frank­furt, Ter­mi­nal 1B
    • Am 27. August hebt der 27. Abschie­be­flie­ger nach Kabul ab – PRO ASYL for­dert, Abschie­bun­gen in das Kriegs- und Kri­sen­ge­biet Afgha­ni­stan end­lich zu stop­pen 
      Heu­te soll die 27. Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan statt­fin­den, obwohl sich die kata­stro­pha­le Sicher­heits­si­tua­ti­on am Hin­du­kusch nicht ver­än­dert hat. Die Kon­flik­te in Afgha­ni­stan haben seit 2018 über 41.000 Opfer gefor­dert – das sind 30 Pro­zent aller Kriegs­op­fer welt­weit und damit steht Afgha­ni­stan auf dem Spit­zen­platz töd­li­cher Kriegs­ge­bie­te. 2018 gab es über 1 Mil­li­on neu­re­gis­trier­te, kriegs­be­ding­te Bin­nen­ver­trie­be­ne. Afgha­ni­stan-Exper­te Tho­mas Rut­tig spricht von täg­lich (!) lan­des­weit mehr als zehn zivi­len Todes­op­fern und cir­ca 20 Ver­letz­ten. Laut Prä­si­dent Gha­ni sind dar­über hin­aus in den letz­ten 5 Jah­ren um die 45.000 Sol­da­ten und Poli­zis­ten getö­tet wor­den. Die­se exor­bi­tan­ten Zah­len machen deut­lich, wie lebens­ge­fähr­lich die Situa­ti­on in Afgha­ni­stan ist. (…) Abge­scho­be­ne sind dar­über hin­aus von erschwer­ten Bedin­gun­gen und Bedro­hun­gen von allen Sei­ten – auch aus dem sozia­len Umfeld – betrof­fen. Die Afgha­ni­stan-Wis­sen­schaft­le­rin Frie­de­ri­ke Stahl­mann legt nahe, dass Rück­keh­rer und ihre Fami­li­en häu­fig Opfer von Ver­elen­dung durch sozia­len Aus­schluss wer­den oder ris­kie­ren, Ziel gewalt­sa­mer Über­grif­fe zu wer­den. Das Ent­füh­rungs­ri­si­ko ist auf­grund von unter­stell­tem Reich­tum beson­ders hoch. Abge­scho­be­nen Afgha­nen wird daher häu­fig die Wie­der­auf­nah­me in die Fami­lie ver­wei­gert, sie müs­sen sich ver­ste­cken, kön­nen kei­ne fes­te Woh­nung fin­den oder Arbeit suchen. Wur­de die Flucht durch Kre­di­te finan­ziert, droht bei Rück­kehr die Schuld­skla­ve­rei. Vor die­sem Hin­ter­grund muss die Bun­des­re­gie­rung Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan end­lich stop­pen. Illu­sio­nen über die Lage macht sich kei­ner mehr, außer denen, die die Abschie­bun­gen betrei­ben…” Pres­se­mit­tei­lung vom 27.08.2019 von und bei Pro Asyl externer Link
    • Knapp an der Abschie­bung vor­bei. Trotz Aus­bil­dungs­platz soll­te ein jun­ger Afgha­ne zurück. Ande­re haben weni­ger Glück 
      Mus­ta­fa M. woll­te im Sep­tem­ber sei­ne Aus­bil­dung zum Par­kett­le­ger begin­nen. Deutsch­kur­se hat­te er absol­viert. Sich, so sei­ne deut­sche Part­ne­rin in einem Face­book-Auf­ruf, im Alpen­ver­ein enga­giert. In der Nähe von Augs­burg lebt Mus­ta­fa M. seit 2013. Dann nahm die baye­ri­sche Poli­zei ihn ver­gan­ge­nen Frei­tag in Abschie­be­haft. Der Asyl­an­trag des 21-Jäh­ri­gen war schon vor einer Wei­le abge­lehnt wor­den. Aber sein Antrag bei der Här­te­fall­kom­mis­si­on, den man stel­len kann, wenn man abge­lehnt wur­de, aber bereits län­ge­re Zeit in Deutsch­land lebt und sich gut inte­griert hat, war noch nicht ent­schie­den wor­den. Bis Mon­tag Nach­mit­tag war es nicht klar, ob Mus­ta­fa M. nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wer­den wür­de. Dann ent­ließ ihn die Poli­zei aus der Abschie­be­haft. »Er wird wohl nicht mor­gen abge­scho­ben, das bedeu­tet aber nicht, dass er nicht im nächs­ten Monat abge­scho­ben wird«, sag­te sei­ne Anwäl­tin Myr­si­ni Laa­ser am Mon­tag dem »nd«. Für Mus­ta­fa M. war es knapp. An die­sem Diens­tag star­tet näm­lich ein Sam­mel­ab­schie­be­flug nach Kabul, der Haupt­stadt Afgha­ni­stans. Abge­lehn­te Geflüch­te­te aus dem Land sol­len laut einem Mit­ar­bei­ter des afgha­ni­schen Flücht­lings­mi­nis­te­ri­ums am Mitt­woch­mor­gen in Kabul ankom­men. Es wäre der 27. Abschie­be­flug von Deutsch­land aus in das unsi­che­re Land seit dem Abhe­ben der ers­ten Maschi­ne im Dezem­ber 2016. (…) Gegen den Abschie­be­flug, in dem den­noch vie­le sei­ner Lands­leu­te sit­zen wer­den, woll­ten Men­schen am Mon­tag­nach­mit­tag in Leip­zig pro­tes­tie­ren. Am Frank­fur­ter Flug­ha­fen, von wo aus das Flug­zeug nach Anga­ben der Initia­ti­ve Afghan Refu­gees Move­ment am Diens­tag um 18 Uhr star­ten soll, sind eben­falls Pro­tes­te geplant.” Arti­kel von Mari­on Ber­ger­mann vom 27.08.2019 beim ND online externer Link
    • 26.8. Leip­zig: Pro­test­kund­ge­bung in Leip­zig am Vor­abend des Abschie­be­flugs nach Kabul: Stop­De­por­ta­ti­on – kei­ne Abschie­bung nach Afgha­ni­stan und sonst wo hin! Sie­he Auf­ruf von Pro­test LEJ bei Twit­ter externer Link
    • 26.8. Mün­chen: Demo: Für das Recht zu kom­men, für das Recht zu blei­ben! ‑For the right to come, for the right to stay!
      Demons­triert mit uns am 27.08. um 20:00 Uhr am Flug­ha­fen Mün­chen gegen die Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan und das Ster­ben las­sen auf dem Mit­tel­meer…” Sie­he Auf­ruf externer Link
    • der schlimms­te Tag in mei­nem Leben… Ein Hil­fe­ruf.
      Das ist heu­te ver­mut­lich der schlimms­te Tag in mei­nem Leben und wir brau­chen drin­gend eure Hil­fe. Mein Freund und Lebens­ge­fähr­te Mus­ta­fa Momi­ni wur­de gera­de ver­haf­tet und soll nächs­te Woche abge­scho­ben wer­den. (…) Schon wie­der will eine Aus­län­der­be­hör­de in Bay­ern eine Fami­lie aus­ein­an­der rei­ßen: Mus­ta­fa Momi­ni soll nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wer­den. Denn am 27.8 fin­det wie­der einer der monat­li­chen Abschie­be­flü­ge nach Afgha­ni­stan statt. (…) Wir tei­len hier den ver­zwei­fel­ten Hil­fe­ruf von Doro Schwarz, der Lebens­ge­fähr­tin von Mus­ta­fa Momi­ni. Sie bit­tet alle dar­um, Pro­test­brie­fe, Faxe oder E‑Mails an den poli­tisch ver­ant­wort­li­chen Innen­mi­nis­ter Bay­erns zu schrei­ben. Bit­te macht das und zeigt Soli­da­ri­tät! Wer­det aktiv! Das Recht auf ein Fami­li­en­le­ben in Sicher­heit muss für alle gel­ten! Alle in Mün­chen und Umge­bung rufen wir außer­dem dazu auf, an der Demo gegen Abschie­bun­gen am 27.08. teil­zu­neh­men. Denn jede Abschie­bung ist Unrecht! Wir dür­fen uns nicht damit abfin­den, dass Men­schen aus ihrem Leben her­aus geris­sen wer­den und in Ter­ror, Krieg, Unter­drü­ckung und Elend geschickt wer­den…” Infor­ma­tio­nen vom 23.08.2019 mit update vom 26.08.2019 bei der Initia­ti­ve ‘Fami­li­en­le­ben für Alle!’ externer Link
    • War­nung: Hin­wei­se auf die nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan in der letz­ten August­wo­che 
      Es gibt auf­grund eini­ger Haft­be­schlüs­se meh­re­re Hin­wei­se, dass die nächs­te Afgha­ni­stan Abschie­bung in der letz­ten August­wo­che (Kalen­der­wo­che 35) statt­fin­den könn­te. Wir ver­mu­ten hier den Di, 27. August 2019. Wir raten allen aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen, drin­gend eine Bera­tungs­stel­le oder eine*n Rechtsanwält*in auf­zu­su­chen. Beson­ders emp­feh­len wir dar­auf zu ach­ten, dass die Aus­län­der­be­hör­den über bevor­ste­hen­de Aus­bil­dungs­auf­nah­men und auch ande­re Inte­gra­ti­ons­leis­tun­gen infor­miert sind.” Ers­te Mel­dung des Baye­ri­schen Flücht­lings­ra­tes externer Link – wird ggf. aktua­li­siert, bit­te beob­ach­ten, auch bei Twit­ter externer Link
  • Poli­tik ohne Flug­scham – Char­ter­ab­schie­bung Nr. 26 am 30.7. vom Flug­ha­fen Leipzig/​Halle nach Kabul. Opfer­zah­len in Afgha­ni­stan wer­den zum Teil aus­ge­blen­det oder mani­pu­liert / Krank, behin­dert, abge­scho­ben? Das baye­ri­sche Lan­des­amt für Abschie­bun­gen möch­te psy­chisch Kran­ke nach Kabul abschie­ben, kom­me, was da wol­le 
    Am mor­gi­gen 30. Juli 2019 soll der nächs­te Abschie­bungs­flug nach Afgha­ni­stan abhe­ben. Nach den Erfah­run­gen mit den letz­ten Flü­gen wer­den kei­nes­wegs nur Straf­tä­ter die Zwangs­pas­sa­gie­re sein, son­dern auch Unbe­schol­te­ne, die sich aus guten Grün­den Hoff­nun­gen auf eine Zukunft in Deutsch­land gemacht haben. Zu erwar­ten sind – ins­be­son­de­re in Bay­ern – Raz­zi­en und Jagd­sze­nen, um den Flie­ger zu fül­len. Man wür­de sich wün­schen, es gebe so etwas wie poli­ti­sche Flug­scham, Men­schen nicht in Krieg und Elend aus­flie­gen zu las­sen. Zwar ist die Hoff­nung auf Frie­den in Afgha­ni­stan all­ge­gen­wär­tig wäh­rend der Gesprächs­run­den in Doha und andern­orts. Die Rea­li­tät aber sieht anders aus: Nichts ist gut am Hin­du­kusch. Nichts ist bes­ser gewor­den in den letz­ten Mona­ten. Kämp­fe toben im gan­zen Land. Fast jeden Tag Anschlä­ge – allein in den letz­ten Tagen gab es meh­re­re Explo­sio­nen, Gefech­te und einen Anschlag auf die Par­tei­zen­tra­le des afgha­ni­schen Poli­ti­kers Amrul­lah Saleh. Distrikt um Distrikt fällt in die Hand der Tali­ban. In 67 der ins­ge­samt 387 afgha­ni­schen Distrik­te kön­nen die Gou­ver­neu­re gar nicht vor Ort amtie­ren, son­dern sind in Nach­bar­di­strik­te geflo­hen. Par­al­lel zu den Frie­dens­son­die­run­gen gibt es koor­di­nier­te Offen­si­ven der Tali­ban, selbst US-aus­ge­bil­de­te afgha­ni­sche Spe­zi­al­kräf­te star­ben kürz­lich zu Dut­zen­den in einem Hin­ter­halt. Dies bil­det sich in den aus­län­di­schen Medi­en nur sehr begrenzt ab. Wie sehr der Krieg sich inzwi­schen hin­ter dem Medi­en­ho­ri­zont abspielt, wel­che Inter­es­sen dazu bei­tra­gen, Opfer­zah­len nicht zu erhe­ben, aus­zu­blen­den oder her­un­ter­zu­spie­len, dar­über hat der Afgha­ni­stan-Exper­te Tho­mas Rut­tig in zwei lan­gen Bei­trä­gen externer Link berich­tet. Sie betref­fen sicher­heits­re­le­van­te Vor­fäl­le mit Toten und Ver­letz­ten Ende Juni, Anfang Juli, von denen nur weni­ge Ein­gang in die inter­na­tio­na­le Bericht­erstat­tung fan­den. (…) PRO ASYL for­dert, Abschie­bun­gen in das laut Glo­bal Peace Index gefähr­lichs­te Land der Welt externer Link umge­hend zu stop­pen.” Pres­se­mit­tei­lung vom 29.07.2019 externer Link – Flücht­lings­rat Bay­ern mel­det per Twit­ter am Mor­gen des 30.7, dass die heu­ti­ge Abschie­bung wohl vom Flug­ha­fen Leipzig/​Halle statt­fin­det!
    • Krank, behin­dert, abge­scho­ben? Das baye­ri­sche Lan­des­amt für Abschie­bun­gen möch­te psy­chisch Kran­ke nach Kabul abschie­ben, kom­me, was da wol­le 
      Am heu­ti­gen 30. Juli 2019 wird die 26. Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan vom Flug­ha­fen Hal­le-Leip­zig star­ten. Auf dem Flug soll sich auch G. befin­den. Ein umfang­rei­ches aktu­el­les Gut­ach­ten beschei­nigt G. eine schwe­re Trau­ma­ti­sie­rung und eine ein­ge­schränk­te geis­ti­ge Ent­wick­lung. Den­noch sitzt G. in Abschie­be­haft und soll heu­te nach Kabul abge­scho­ben wer­den. Das Lan­des­amt für Rück­füh­rung hat an die­ser Abschie­bung nichts aus­zu­set­zen, auch wenn erns­te Zwei­fel bestehen, dass die­ser jun­ge Mann sich in Kabul in irgend­ei­ner men­schen­wür­di­gen Wei­se am Leben erhal­ten kann. S., ein wei­te­rer jun­ger Afgha­ne, wur­de heu­te Mor­gen in Bay­reuth aus der Psych­ia­trie her­aus abge­holt. Auch hier die Dia­gno­se: Depres­si­on, Trau­ma­ti­sie­rung, Sui­zi­da­li­tät. Der baye­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent beschei­nigt besag­tem Lan­des­amt „Huma­ni­tät und Ord­nung“ – doch wo bleibt hier die Huma­ni­tät? (…) „Wir appel­lie­ren an den baye­ri­schen Innen­mi­nis­ter, die Abschie­bung von psy­chisch Kran­ken nach Kabul zu stop­pen; sie ist mensch­lich nicht ver­tret­bar. Nie­mand kann unter die­sen Umstän­den die Ver­ant­wor­tung für die jun­gen Män­ner und ihr Leben über­neh­men, soll­ten sie nach Kabul geschickt wer­den. G. braucht Behand­lung und Unter­stüt­zung, er könn­te durch ein Beschäf­ti­gungs­an­ge­bot sta­bi­li­siert wer­den. Und wer wie S in der Psych­ia­trie ist, braucht Hil­fe. Es drängt sich der Ein­druck auf, dass hier hilfs­be­dürf­ti­ge Men­schen ein­fach ‚abser­viert‘ wer­den sol­len“, erklärt Ste­phan Dünn­wald, Spre­cher des Baye­ri­schen Flücht­lings­rats. „Der Innen­mi­nis­ter hat es nun in der Hand, der Rede von Huma­ni­tät Taten fol­gen zu las­sen.“” Pres­se­mit­tei­lung vom 30.07.2019 des Baye­ri­schen Flücht­lings­rats externer Link
    • Nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan am Di, 30.07.19!? 
      War­nung: Es gibt Hin­wei­se, dass die nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan am Di, 30.07.19 statt­fin­den wird. Wir raten allen aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen, drin­gend eine Bera­tungs­stel­le oder eine*n Rechtsanwält*in auf­zu­su­chen.” Mel­dung des Flücht­lings­rats Bay­ern am 23.7.2019
  • War­nung: Hin­wei­se auf nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung am 17.06.2019 ver­mut­lich vom Flug­ha­fen Halle/​Leipzig /​Uno-Flücht­lings­hilfs­werk warnt vor Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan 
    Es gibt Hin­wei­se, dass die nächs­te Afgha­ni­stan Abschie­bung vor­aus­sicht­lich in der Woche vom 17. – 21. Juni statt­fin­den wird. Ver­mut­lich am Mon­tag, Diens­tag oder Mitt­woch. Wir raten allen aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen, drin­gend eine Bera­tungs­stel­le oder eine*n Rechtsanwält*in auf­zu­su­chen.” Ers­ter Hin­weis beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link, sie­he dazu:
    • Uno-Flücht­lings­hilfs­werk warnt vor Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan
      Abge­lehn­te Asyl­su­chen­de sol­len nur im Aus­nah­me­fall nach Afgha­ni­stan gebracht wer­den. So will es das Uno-Flücht­lings­hilfs­werk. Denn die radi­kal­is­la­mi­schen Tali­ban sind auf dem Vor­marsch…” Arti­kel vom 09.06.2019 beim Spie­gel online externer Link
  • Schlag auf Schlag: Nach Asyl­rechts­ver­schär­fung auch Aus­wei­tung der Afgha­ni­stan-Abschie­bun­gen? 
    “Kaum wur­de sein umstrit­te­nes Geset­zes­pa­ket im Eil­tem­po durch den Bun­des­tag gepeitscht, unter­nimmt Horst See­hofer den nächs­ten Vor­stoß: Bei der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz in der kom­men­den Woche soll ein Beschluss zur Aus­wei­tung von Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan gefasst wer­den. Und: Die­se bei­den The­men hän­gen enger mit­ein­an­der zusam­men, als man denkt. (…) Der Beschluss der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten hat schwer­wie­gen­de Fol­gen. Hohe Hür­den bei der Aus­bil­dungs­dul­dung, ver­fas­sungs­wid­ri­ge Leis­tungs­kür­zun­gen, eine mas­si­ve Aus­wei­tung von Abschie­be­haft, die soge­nann­te »Dul­dung light«, mit der den Men­schen Wege in ein mög­li­ches Blei­be­recht ver­sperrt wer­den, die Kri­mi­na­li­sie­rung der Zivil­ge­sell­schaft – all das ist für sich genom­men schon dras­tisch genug. (…) Es sind aber nicht nur die­se bekann­ten und offen­sicht­li­chen Fol­gen: Der Vor­stoß von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter See­hofer zu Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan offen­bart, dass dies nur ein ers­ter Schritt war. Die SPD hat den Hard­li­nern in der Uni­on mit der Zustim­mung zum Geset­zes­pa­ket nun die Instru­men­te an die Hand gelie­fert, um die geplan­te immer rigo­ro­se­re Abschie­be­po­li­tik auch umzu­set­zen. (…) Denn mit die­sen Mit­teln möch­te Horst See­hofer nun offen­bar auch wei­te­re Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan for­cie­ren. Die in den meis­ten Bun­des­län­dern gel­ten­de Beschrän­kung auf Straf­tä­ter, Gefähr­der und teil­wei­se auch sog. »Iden­ti­täts­ver­wei­ge­rer« soll weg­fal­len, das for­dert er vor der anste­hen­den Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz am 12. Juni in Schles­wig-Hol­stein.(…) Das Hau-ab-Gesetz hat jetzt den Weg für maß­lo­se Inhaf­tie­run­gen und Abschie­bun­gen berei­tet. Zumin­dest im Hin­blick auf Afgha­ni­stan kön­nen die Innen­mi­nis­ter der Län­der sich Horst See­hofer noch in den Weg stel­len, indem sie nächs­te Woche bei der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz kei­ne Aus­wei­tung der von Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan betrof­fe­nen Per­so­nen­grup­pe beschlie­ßen.” Kom­men­tar von Pro Asyl vom 7. Juni 2019 externer Link – sie­he zum Hin­ter­grund unser Dos­sier: Asyl-Ver­schär­fun­gen 2019: „Geord­ne­te-Rück­kehr“ – und unge­stör­te Abschie­bun­gen (das “Gute-Abschie­bungs-Gesetz”)
  • Afgha­ni­stan Abschie­bung im Mai am 21. Mai 2019 
    Wir haben meh­re­re Hin­wei­se, dass die nächs­te Afgha­ni­stan Abschie­bung vor­aus­sicht­lich am Diens­tag, den 21.05. statt­fin­den wird. Infor­ma­tio­nen über einen Start­flug­ha­fen gibt es noch nicht. Wir raten allen aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen, drin­gend eine Bera­tungs­stel­le oder eine*n Rechtsanwält*in auf­zu­su­chen…” Mel­dung des Baye­ri­schen Flücht­ling­rats externer Link
    • Prü­gel­kna­be des Innen­mi­nis­te­ri­ums: Amber­ger Afgha­ne muss als Legi­ti­ma­ti­on der Afgha­ni­stan Abschie­bun­gen her­hal­ten 
      Ges­tern, am Diens­tag den 21.05.2019, wur­den 24 Män­ner nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben. 14 davon kom­men mut­maß­lich aus Bay­ern. Einer davon ist A., ein 18-jäh­ri­ger Mann aus Amberg, der kürz­lich vor dem Jugend­ge­richt zu einer Jugend­stra­fe von sechs Mona­ten auf Bewäh­rung ver­ur­teilt wur­de. Er hat­te im Dezem­ber 2018 alko­ho­li­siert mit 3 wei­te­ren Geflüch­te­ten in der Amber­ger Innen­stadt Passant*innen ange­grif­fen und ver­letzt. Bereits vor dem Pro­zess und der Auf­ar­bei­tung der eigent­li­chen Tat, hat Innen­mi­nis­ter Herr­mann laut­stark die Abschie­bung der vier Beschul­dig­ten ange­kün­digt. A. hat­te zu Pro­zess­be­ginn sei­ne Tat voll­um­fäng­lich ein­ge­räumt, Schuld­ein­sicht und Reue gezeigt und eine gute Sozi­al- und Reso­zia­li­sie­rungs­pro­gno­se erhal­ten. Im Pro­zess wur­de er als sog. Mit­läu­fer behan­delt. Sich „bewäh­ren“ kann A. nun nicht mehr, wie vom Innen­mi­nis­te­ri­um ange­kün­digt, wur­de er ges­tern nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben. Tritt eine Per­son straf­recht­lich in Erschei­nung, kommt es zu Ermitt­lun­gen und gege­be­nen­falls zu einem Pro­zess mit Urteil – dass Straf­tat, Umstän­de, Reue und Lebens­si­tua­ti­on der straf­fäl­lig gewor­de­nen Per­son ein­be­zie­hen muss. Tritt eine Per­son mit Flucht­hin­ter­grund straf­recht­lich in Erschei­nung, wer­den von hie­si­gen Politiker*innen rechts­staat­li­che Prin­zi­pi­en wie etwa Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der Stra­fe oft nicht mehr mit­be­dacht. Die Abschie­bung zusätz­lich zur Stra­fe oben drauf­ge­sat­telt…” Mel­dung des Baye­ri­schen Flücht­lings­ra­tes vom 22.05.2019 externer Link
    • Afgha­nistan­flie­ger: Mit Miss­hand­lun­gen in die Obdach­lo­sig­keit? 
      Heu­te, am 21.05, star­tet der ins­ge­samt 24. Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan. Die deut­schen Behör­den reagie­ren dabei offen­bar nicht auf Kri­tik aus dem Anti­fol­ter-Komi­tee des Euro­pa­ra­tes an men­schen­recht­lich frag­wür­di­gen Zustän­den bei einer Abschie­bung nach Kabul. Und dort ange­kom­men sind die Bedin­gun­gen für die Rück­keh­rer nun noch schlech­ter. Der Euro­päi­sche Aus­schuss zur Ver­hü­tung von Fol­ter und unmensch­li­cher und ernied­ri­gen­der Behand­lung oder Stra­fe (CPT), eine Insti­tu­ti­on des Euro­pa­ra­tes, hat jüngst gehar­nisch­te Kri­tik an den Zustän­den bei einer Abschie­bung nach Kabul externer Linkgeäu­ßert, die er im August 2018 beob­ach­tet hat­te. Es ist skan­da­lös, dass es unter den Augen der CPT-Beob­ach­ter auf dem beob­ach­te­ten Kabul-Flug zu Miss­hand­lun­gen durch die beglei­ten­den Beam­ten kam, bei denen einer Per­son die Geni­ta­li­en gequetscht wur­den und Tech­ni­ken mit atem­be­hin­dern­der Wir­kung ange­wen­det wur­den. Wenn dies auf einem beob­ach­te­ten Flug geschah, ist zu befürch­ten, dass es in ande­ren Fäl­len ohne Zeu­gen noch »här­ter zur Sache geht«. (…) Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan sind ange­sichts der Sicher­heits­si­tua­ti­on dort gene­rell unver­ant­wort­lich. Nach dem Bericht des CPT muss es jetzt jedoch auch um die Umstän­de der Char­ter­ab­schie­bungs­flü­ge gehen. Bis zur Umset­zung der von CPT genann­ten Emp­feh­lun­gen /​For­de­run­gen dürf­te eigent­lich kein ein­zi­ger Abschie­bungs­flug abhe­ben. Auf Sei­ten der Bun­des­re­gie­rung und der Bun­des­po­li­zei scheint aller­dings wenig Bereit­schaft zu bestehen, dafür zu sor­gen, dass gegen Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen bei Abschie­bun­gen wirk­sa­me Vor­keh­run­gen getrof­fen wer­den. Die Füh­rung der Bun­des­po­li­zei leug­net sogar, dass es die zen­tra­len Miss­stän­de, die das CPT doku­men­tiert, gege­ben hat. Dafür wur­den kürz­lich gar Pilot*innen durch Bun­des­po­li­zei­chef Romann scharf ange­grif­fen – die­se leh­nen aus Grün­den der Luft­si­cher­heit die Mit­nah­me von Abzu­schie­ben­den manch­mal ab. Wenn der heu­ti­ge Abschie­bungs­flug nach Afgha­ni­stan mor­gen früh in Kabul ein­trifft, dann gibt es für die Betrof­fe­nen mitt­ler­wei­le aller­dings noch ein neu­es Pro­blem: Es droht ihnen die Obdach­lo­sig­keit…” Mel­dung vom 21.05.2019 bei Pro Asyl externer Link
    • Abschie­bung in Krieg, Ver­fol­gung, Sui­zid? Baye­ri­sches Innen­mi­nis­te­ri­um kennt bei Abschie­bung nach Kabul kei­ne Schmerz­gren­ze 
      Auch für den für heu­te ange­setz­ten Flug wird Bay­ern wie­der dafür sor­gen, dass wenigs­tens ein paar Afgha­nen im Flug­zeug sit­zen. Nach Schät­zun­gen des Baye­ri­schen Flücht­lings­rats wird Bay­erns Innen­mi­nis­ter Herr­mann 20 oder mehr Afgha­nen zur Abschie­bung brin­gen wol­len. Die Abschie­bung von Straf­tä­tern dient den baye­ri­schen Behör­den dabei als Ali­bi, um unbe­schol­te­ne Afgha­nen abzu­schie­ben. Wird die Pas­si­on zum Ver­häng­nis? Mobin M. nahm im ver­gan­ge­nen Som­mer an einem ört­li­chen Pas­si­ons­spiel teil, stand als Römer neben dem lei­den­den Chris­tus. Fotos gelang­ten über Face­book an Freun­de und Ver­wand­te in Afgha­ni­stan. Er erhielt mas­si­ve Dro­hun­gen, wur­de wenig spä­ter für drei Wochen in die Psych­ia­trie ein­ge­lie­fert. Eini­ger­ma­ßen sta­bi­li­siert bekam er dann im Okto­ber sei­nen Ableh­nungs­be­scheid sowie die Abschie­be­an­dro­hung und flüch­te­te in Panik nach Frank­reich. Von dort wur­de er vor zehn Tagen zurück­ge­schickt und sofort in Abschie­be­haft genom­men. Wenn bekannt wird, dass er wie­der in Afgha­ni­stan ist, droht ihm der Tod, weil er sich durch die Teil­nah­me an den Pas­si­ons­spie­len für die Afgha­nen als Chris­ten­freund gezeigt hat. In Deutsch­land jedoch könn­te der jun­ge Mann sei­ne durch die Flucht nach Frank­reich unter­bro­che­ne Pfle­ge­aus­bil­dung wei­ter­füh­ren. Sei­ne Pfle­ge­fach­schu­le wür­de ihn sofort wie­der­auf­neh­men. Ein wei­te­rer jun­ger Afgha­ne ist laut sei­ner The­ra­peu­tin schwerst trau­ma­ti­siert und hoch­gra­dig sui­zid­ge­fähr­det. In einem per­sön­li­chen Appell hat sich die The­ra­peu­tin an Innen­mi­nis­ter Herr­mann gewandt. Ver­mut­lich wird es eine höf­li­che Ant­wort geben, mit der die unbe­ding­te Not­wen­dig­keit der Abschie­bung des jun­gen Man­nes, der eine Jugend­stra­fe ver­büßt, for­mal begrün­det wird…” Pro­test vom 21.05.2019 von und beim baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
    • Ein­fach »wei­ter so« mit Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan? Pro Asyl: Nach Kri­tik des Europ. Aus­schus­ses zur Ver­hü­tung von Fol­ter muss es Ver­än­de­run­gen in der Pra­xis geben
      “Der nächs­te Sam­mel­ab­schie­bungs­flug nach Afgha­ni­stan ist für den 21.05. geplant. Der Euro­päi­sche Aus­schuss zur Ver­hü­tung von Fol­ter und unmensch­li­cher und ernied­ri­gen­der Behand­lung oder Strafe(CPT) hat jüngst gehar­nisch­te Kri­tik an den Zustän­den bei einer Abschie­bung nach Kabul geäu­ßert, die er im August 2018 beob­ach­tet hat­te. Auf Sei­ten der Bun­des­re­gie­rung und der Bun­des­po­li­zei scheint wenig Bereit­schaft zu bestehen, dafür zu sor­gen, dass gegen Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen bei Abschie­bun­gen wirk­sa­me Vor­keh­run­gen getrof­fen wer­den. Die Füh­rung der Bun­des­po­li­zei leug­net sogar, dass es die zen­tra­len Miss­stän­de, die das CPT doku­men­tiert, gege­ben hat. PRO ASYL hält ange­sichts der Sicher­heits­si­tua­ti­on in Afgha­ni­stan Abschie­bun­gen dort­hin gene­rell für unver­ant­wort­lich. Nach dem Bericht des CPT muss es jetzt jedoch auch um die Umstän­de der Char­ter­ab­schie­bungs­flü­ge gehen. Bis zur Umset­zung der von CPT genann­ten Empfehlungen/​Forderungen dürf­te eigent­lich kein ein­zi­ger Abschie­bungs­flug abhe­ben… “ Pres­se­mit­tei­lung von Pro Asyl vom 20. Mai 2019 externer Link , wich­tig dazu: “Empfehlungen/​Forderungen des CPT im Bericht vom 9. Mai 2019 (soweit sie Prak­ti­ken bei Abschie­bungs­flü­gen betref­fen)” externer Link
    • Abschie­be­flug aus Deutsch­land in Kabul am 22.5. erwar­tet 
      Ein wei­te­rer Abschie­be­flug mit abge­lehn­ten afgha­ni­schen Asyl­be­wer­bern steht nach Anga­ben dor­ti­ger Behör­den bevor. Die Grup­pe sol­le am Mitt­woch in Kabul ein­tref­fen, kün­dig­te ein Mit­ar­bei­ter der afgha­ni­schen Migra­ti­ons­be­hör­de an. (…) Die Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan sind umstrit­ten. Der Krieg gegen die radi­kal­is­la­mi­schen Tali­ban und die Ter­ror­mi­liz “Isla­mi­scher Staat” geht wei­ter, jeden Tag wer­den Men­schen getö­tet oder ver­letzt. Zudem hat die Inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on nach eige­nen Anga­ben Ende April auf­ge­hört, abge­scho­be­nen Migran­ten aus Euro­pa Über­gangs-Unter­künf­te anzu­bie­ten. Statt­des­sen zahlt die Orga­ni­sa­ti­on den Rück­keh­rern nun einen Betrag von 167 US-Dol­lar (150 Euro) bei der Ankunft und ver­mit­telt nütz­li­che Infor­ma­tio­nen, etwa über Hotels.” dpa-Mel­dung vom 19.5.2019 bei t‑online externer Link
  • Am 24. April nach Afgha­ni­stan om Flug­ha­fen Düs­sel­dorf abge­scho­ben: Ins­ge­samt 30 Men­schen – weder als Straftäter*in, „Gefährder*in“ noch als „Identitätsverweiger*in“ geführt 
    Bei gest­ri­ger Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan wur­den ins­ge­samt 30 Men­schen vom Flug­ha­fen Düs­sel­dorf abge­scho­ben, aus Sach­sen waren zwei Per­so­nen betrof­fen, so die Lan­des­di­rek­ti­on auf Anfra­ge des SFR. Die Betrof­fe­nen kamen aus Leip­zig und Dres­den und wur­den weder als Straftäter*in, „Gefährder*in“ noch als „Identitätsverweiger*in“ geführt. Auf Twit­ter wur­de berich­tet, dass sich eine Per­son in Leip­zig selbst ver­letzt habe. Dies bestä­tig­te die Lan­des­di­rek­ti­on. Die betrof­fe­ne Per­son sei ins Kran­ken­haus trans­fe­riert wor­den, dort sei sie behan­delt und im Anschluss die Rei­se­fä­hig­keit bestä­tigt wor­den. Damit erhöht sich die Zahl der aus der Bun­des­re­pu­blik nach Afgha­ni­stan abge­scho­be­nen Men­schen auf 563…” Aus der Mel­dung des Säch­si­chen Flücht­lings­rats vom 25.4.2019 externer Link, sie­he dazu:
    • Abschie­bung abge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber: „Immer wie­der trifft es gut Inte­grier­te” 
      Am Don­ners­tag­mor­gen lan­de­te wie­der ein Abschie­be­flug in Kabul. Bel­l­in­da Bar­to­luc­ci von Pro Asyl über Rechts­la­ge und Umstän­de die­ser Flü­ge…” Inter­view von Andrea Dern­bach vom 25.04.2019 beim Tages­spie­gel online externer Link
    • Abschie­bung nach Kabul am 24.4.2019: Es zäh­len die Men­schen – nicht die Abschie­be­zah­len! 
      Am kom­men­den Mitt­woch, den 24.04.19, fin­det vor­aus­sicht­lich die nächs­te Abschie­bung nach Kabul statt. Eine sol­che Mit­tei­lung wird, wenn das „Geord­ne­te-Rück­kehr-Gesetz“ in Kraft tre­ten wird, als „Bei­hil­fe zum Geheim­nis­ver­rat“ mög­li­cher­wei­se straf­recht­lich ver­folgt wer­den. Die dro­hen­de Stra­fe soll abschre­cken vor der Unter­stüt­zung der Per­so­nen, die von Abschie­bung bedroht sind. (…) War­um ist es not­wen­dig, die­sen jun­gen Mann aus sei­nem Umfeld zu rei­ßen, Freund­schaf­ten und eine Bezie­hung dadurch zu zer­stö­ren. Aus­sa­gen wie die­se stel­len das innen­po­li­ti­sche Dog­ma der Not­wen­dig­keit der Abschie­bung in Fra­ge, weil sie die mensch­li­che Sei­te erkenn­bar machen. Bei Abschie­bun­gen geht es nicht um Sachen und Zah­len, son­dern um Men­schen. „Wir vom Baye­ri­schen Flücht­lings­rat bemü­hen uns, die­se mensch­li­che Sei­te, die Schick­sa­le deut­lich zu machen und unter­stüt­zen Betrof­fe­ne, Appel­le und Bit­ten an die Poli­tik und das Innen­mi­nis­te­ri­um her­an­zu­tra­gen. Wir wol­len nicht, dass Abschie­bung betrach­tet wird wie eine Post­wurf­sen­dung. Dafür tre­ten wir ein,“ sagt Ste­phan Dünn­wald, Spre­cher des Baye­ri­schen Flücht­lings­rats. „Wir ken­nen für den aktu­el­len Flug zwei jun­ge Män­ner aus Bay­ern, bei­de haben 2015 in Deutsch­land Schutz gesucht und einen Freun­des- und Bekann­ten­kreis auf­ge­baut. Sie sind im Iran auf­ge­wach­sen und ste­hen vor der Abschie­bung nach Afgha­ni­stan – in ein für sie nahe­zu frem­des Land. Doch vor allem sind sie eines – Mit­men­schen. Dem Innen­mi­nis­te­ri­um sind die­se Fäl­le, die­se Men­schen, bekannt.“” Mit­tei­lung vom 23.04.2019 vom und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
    • 23. Sam­mel­ab­schie­be­flug in das kriegs­zer­rüt­te­te Afgha­ni­stan: PRO ASYL for­dert Stopp der zyni­schen Abschie­bun­gen
      Am heu­ti­gen Mitt­woch, 24. April soll der mitt­ler­wei­le 23. Sam­mel­ab­schie­be­flie­ger nach Kabul star­ten. Dabei ver­geht kaum ein Tag ohne eine Schre­ckens­mel­dung aus dem kriegs­zer­rüt­te­ten Land: Erst ver­gan­ge­ne Woche rekla­mier­te der IS einen schwe­ren Selbst­mord­an­schlag mit zahl­rei­chen Opfern mit­ten in Kabuls Regie­rungs­vier­tel für sich. Die ohne­hin deso­la­te Ver­sor­gungs­si­tua­ti­on für die Bevöl­ke­rung ver­schärft sich, nach­dem das Inter­na­tio­na­le Komi­tee vom Roten Kreuz (IKRK) sei­ne Arbeit wegen indi­rek­ter Dro­hung durch die Tali­ban ein­stel­len muss­te. Hin­zu kommt die Ver­sor­gung unzäh­li­ger Bin­nen­ver­trie­be­ner – allein im März haben Gefech­te zwi­schen Tali­ban und IS den Ver­ein­ten Natio­nen zufol­ge in den Pro­vin­zen Kunar und Nangar­har zur Ver­trei­bung von mehr als 21.000 Men­schen geführt…” Pres­se­mit­tei­lung vom 24.04.2019 externer Link
    • Afgha­ni­stan: Zahl der getö­te­ten Zivi­lis­ten durch afgha­ni­sche und US-Trup­pen gestie­gen
      Mehr als 500 unbe­tei­lig­te Men­schen sind in den ers­ten drei Mona­ten 2018 in Afgha­ni­stan bei Mili­tär­ein­sät­zen getö­tet wor­den. Ein Groß­teil starb bei Luft- und Boden­ein­sät­zen der USA und ihrer Ver­bün­de­ten…” Mel­dung vom 24.04.2019 beim Spie­gel online externer Link
  • Jah­res­sta­tis­tik: Zahl der per Char­ter­flug abge­scho­be­nen Afgha­nen mehr als ver­dop­pelt 
    “Bom­ben­an­schlä­ge, bewaff­ne­te Über­fäl­le, Ent­füh­run­gen: Die Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan ist kri­tisch, Abschie­bun­gen in das Land sind umstrit­ten. Trotz­dem wer­den regel­mä­ßig Abschie­bun­gen per Char­ter­flug orga­ni­siert – mit immer mehr Pas­sa­gie­ren. (…) 2018 wur­den ins­ge­samt 284 Men­schen im Rah­men von Sam­mel­ab­schie­bun­gen in das Land am Hin­du­kusch gebracht, wie aus einer Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Anfra­ge der Links­frak­ti­on her­vor­geht, die dem „Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst“ vor­liegt. Im Vor­jahr waren es den Anga­ben zufol­ge 121. (…) Die Zahl der Afgha­nen in Deutsch­land hat sich den Anga­ben zufol­ge seit 2011 von knapp 57.000 auf rund 257.000 ver­vier­facht. Fast 16.000 besit­zen eine unbe­fris­te­te Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung, gut 133.00 ein befris­te­tes Blei­be­recht. Deutsch­land schickt seit Ende 2016 abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber wie­der nach Afgha­ni­stan zurück. Nach einer Ver­schlech­te­rung der Sicher­heits­la­ge und einem Anschlag auf die deut­sche Bot­schaft in Kabul wur­den die Abschie­bun­gen im Som­mer 2017 auf Gefähr­der, Straf­tä­ter und soge­nann­te Iden­ti­täts­täu­scher beschränkt. Anfang Juni 2018 beriet das Bun­des­ka­bi­nett über den neu­en Lage­be­richt des Aus­wär­ti­gen Amts zu Afgha­ni­stan. Die­ser schil­der­te zwar nach wie vor eine „vola­ti­le“ Sicher­heits­la­ge. Den­noch hob die Bun­des­re­gie­rung die Ein­schrän­kun­gen für Abschie­bun­gen auf. Ohne Beschrän­kun­gen schiebt der­zeit aber nur Bay­ern Afgha­nen ab…” Mel­dung vom 10. April 2019 von und bei MiGA­ZIN externer Link
  • nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan am 19.3.2019 aus Leip­zig! 
    • Abschie­be­kri­mi: Was von ges­tern bleibt. Unver­hält­nis­mä­ßi­ger Poli­zei­ein­satz in Nürn­berg | Jan Ali H. wur­de kurz­fris­tig vom Flug genom­men | 21 Per­so­nen nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben
      Ges­tern, Diens­tag den 19. März 2019, fand die mitt­ler­wei­le 22. Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan statt. Bun­des­weit wur­den 21 Per­so­nen abge­scho­ben. 10 Per­so­nen kamen ver­mut­lich aus Bay­ern. Der für den Flug vor­ge­se­he­ne Nürn­ber­ger Real­schü­ler Jan Ali H. wur­de vom Baye­ri­schen Innen­mi­nis­te­ri­um kurz vor Abflug der Maschi­ne vom Flie­ger genom­men. Aktu­ell befin­det er sich noch im Krank­haus auf der psych­ia­tri­schen Sta­ti­on. Der jun­ge Afgha­ne wur­de am gest­ri­gen Vor­mit­tag von einem mas­si­ven Groß­auf­ge­bot von Poli­zei und Son­der­ein­satz­kom­man­do in Nürn­berg fest­ge­nom­men. Nach­dem sich der doku­men­tiert depres­si­ve und sui­zid­ge­fähr­de­te jun­ge Mann selbst ver­letzt hat­te, wur­de er in einer Nürn­ber­ger Kli­nik medi­zi­nisch ver­sorgt und nach Leip­zig gefah­ren. Eine Über­prü­fung des psy­chi­schen Zustands des jun­gen Man­nes in einer Psych­ia­trie wur­de unter­las­sen. „Die gest­ri­gen Vor­komm­nis­se in Nürn­berg sind erschüt­ternd. Schon wie­der wur­de in Nürn­berg ver­sucht, einen jun­gen Mann mit einem mar­tia­li­schen Poli­zei­auf­ge­bot aus sei­nem Lebens­um­feld zu rei­ßen. Sein Gesund­heits­zu­stand muss den Behör­den im Vor­feld bekannt gewe­sen sein. Die Abschie­bung eines psy­chisch ange­schla­ge­nen Man­nes mit solch einem mas­si­ven Ein­satz durch­zu­set­zen, ist abso­lut unver­hält­nis­mä­ßig und unver­ant­wort­lich,“ berich­tet Johan­na Böhm vom Baye­ri­schen Flücht­lings­rat. „Wei­ter stellt sich für uns die Fra­ge, wes­halb die Nürn­ber­ger Kli­nik es unter­las­sen hat, H.‘s psy­chi­schen Zustand zu unter­su­chen.“ Die Bun­des­po­li­zei am Flug­ha­fen Leipzig/​Halle war vom Baye­ri­schen Flücht­lings­rat über die Erkran­kung des jun­gen Man­nes infor­miert wor­den. Eben­so zahl­rei­che Politiker*innen, dar­un­ter Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­tin Clau­dia Roth und der grü­ne Abge­ord­ne­te Uwe Keke­ritz, die beim Baye­ri­schen Innen­mi­nis­te­ri­um inter­ve­nier­ten. Auch zahl­rei­che Ein­zel­per­so­nen sowie sei­ne Schu­le hat­ten sich dafür ein­ge­setzt, die Abschie­bung zu stop­pen. Abends ver­sam­mel­ten sich in Nürn­berg rund 700 Men­schen, um gegen die Abschie­bung von Jan Ali H. und ande­rer Afgha­nen zu pro­tes­tie­ren. Die Appel­le zeig­ten schein­bar Wir­kung…” Bei­trag vom 20.03.2019 von und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
    • Abschie­bung in Nürn­berg eska­liert 
      Jun­ger Flücht­ling aus Afgha­ni­stan wider­setzt sich der Abschie­bung /​Poli­zei, USK und SEK vor Ort – Ein­satz ist been­det /​Flücht­lings­rat: Wir befürch­ten Sui­zid­ver­such
      Heu­te Abend soll die nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan star­ten, heu­te von Leip­zig aus. Des­halb hat die Poli­zei begon­nen, Flücht­lin­ge dafür ein­zu­sam­meln und zum Flug­ha­fen zu brin­gen. Eine Abschie­bung in Nürn­berg ist bereits eska­liert. Jan Ali H., der mit sei­ner Fami­lie beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat schon seit Jah­ren in Bera­tung ist, wider­setzt sich der Abschie­bung. Die Poli­zei hat Beamt*innen des USK und des SEK dazu gezo­gen. Aus Soli­da­ri­tät haben sich eini­ge Unterstützer*innen vor dem Haus ver­sam­melt, die Poli­zei hat die­se ein­ge­kes­selt. Jan Ali H. hat mit sei­ner Fami­lie bereits 2015 an einer wochen­lan­gen Dau­er­pro­test­ak­ti­on von Geflüch­te­ten in Nürn­berg teil­ge­nom­men. Sein Vater wur­de von den Tali­ban umge­bracht, er, sei­ne schwer kran­ke Mut­ter, und sei­ne bei­den Geschwis­ter sind gemein­sam nach Deutsch­land geflo­hen, wo sie schon seit 2010 leben – seit lan­gem schon als gedul­de­te Flücht­lin­ge. Jan Ali H. hat sei­nen Schul­ab­schluss gemacht, der­zeit besucht er die Abend­re­al­schu­le und macht sei­nen Abschluss vor­aus­sicht­lich im Juni 2019. Auf­grund der lang­jäh­ri­gen Per­spek­tiv­lo­sig­keit hat Jan Ali H. eine Depres­si­on ent­wi­ckelt und ist sui­zi­dal. Auch in der Bera­tung hat er mehr­fach geäu­ßert, dass er sich umbrin­gen wird, soll­te die Poli­zei ver­su­chen, ihn abzu­schie­ben. Die Poli­zei hat ihren Ein­satz nun been­det, Jan Ali H. scheint in eine Kli­nik gebracht zu wer­den
      …” Mel­dung vom 19.03.2019 von und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link, sie­he dazu auch Mel­dung mit Bil­dern bei nord​bay​ern​.de externer Linkin Nürn­berg fin­det am Abend eine Pro­test­de­mo statt! externer Link
    • Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan: „Bay­ern geht vor­an“. Bay­ern hält nach wie vor an rigi­der Pra­xis fest und will Afgha­nen trotz Arbeits­platz und geplan­ter Ehe­schlie­ßung abschie­ben 
      Heu­te Abend, Diens­tag, den 19. März, soll der mitt­ler­wei­le 22. Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan gehen. Nach wie vor hält Bay­ern an sei­ner stren­gen Gang­art fest und schiebt gut inte­grier­te und poten­ti­el­le Arbeit­neh­mer ab. (…) „Es kann nicht sein, dass Bay­ern an Abschie­bung auf Bie­gen und Bre­chen fest­hält. Trotz Drucks von Haupt- und Ehren­amt­li­chen, trotz des Fach­kräf­te­man­gels in der Wirt­schaft. Die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung ver­setzt monat­lich eine gan­ze Bevöl­ke­rungs­grup­pe in Angst und Schre­cken, anstatt Rechts­si­cher­heit für Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer zu schaf­fen“, kri­ti­siert David Förs­ter vom Baye­ri­schen Flücht­lings­rat. “Wir for­dern Innen­mi­nis­ter Herr­mann auf, die­se Abschie­bun­gen zu unter­las­sen und end­lich einen bay­ern­weit ein­heit­li­chen, ein­fa­chen Zugang zum Aus­bil­dungs- und Arbeits­markt im Sin­ne der Geflüch­te­ten, der Ehren­amt­li­chen und der baye­ri­schen Wirt­schaft zu ver­an­las­sen. Das Zer­rei­ßen von fes­ten Bezie­hun­gen und die Abschie­bung von gut inte­grier­ten Men­schen ist nicht christ­lich, nicht sozi­al und nicht ver­nünf­tig.“” Mel­dung vom 19.03.2019 von und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
    • Es gibt Hin­wei­se, dass die nächs­te Abschie­bung nach Afgha­ni­stan vor­aus­sicht­lich Anfang nächs­ter Woche statt­fin­den wird. Wir haben noch kei­nen genau­en Ter­min, ver­mu­ten aber eine Sam­mel­ab­schie­bung am Mon­tag, 18.03. oder Diens­tag, 19.03.2019. Infor­ma­tio­nen über einen Start­flug­ha­fen gibt es noch nicht. Wir raten allen aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen, drin­gend eine Bera­tungs­stel­le oder eine*n Rechtsanwält*in auf­zu­su­chen.” Ers­te Mel­dung beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
  • 21. Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan vom Flug­ha­fen Frank­furt: Bay­ern will Fami­lie tren­nen /​Demons­tra­ti­on in Mün­chen am 18.2. um 19 Uhr (Treff­punkt DGB Haus) /​Ach­tung! Die­se Mit­tei­lung könn­te künf­tig straf­recht­li­che Kon­se­quen­zen haben!
    Wie­der­holt will das baye­ri­sche Innen­mi­nis­te­ri­um Afgha­nen abschie­ben und das um jeden Preis. Die Sam­mel­ab­schie­bung ist für Mon­tag, den 18.2.2019, ver­mut­lich vom Flug­ha­fen Frank­furt aus geplant. Von den fünf dem Baye­ri­schen Flücht­lings­rat bekann­ten Fäl­len ist nur eine Per­son Straf­tä­ter. Die­se ist Christ und hat in Afgha­ni­stan einer heim­li­chen Kir­che ange­hört. Bei der Asyl­an­hö­rung hat er sei­ne Glau­bens­zu­ge­hö­rig­keit nicht ange­ge­ben, aus Angst, der Dol­met­scher wür­de dies gegen ihn ver­wen­den. Bei einer Abschie­bung nach Afgha­ni­stan droht ihm der Tod. Ein wei­te­rer ekla­tan­ter Fall ist Par­wiz S. Herr S ist seit Dezem­ber Vater eines Kin­des, er hat seit zwei Jah­ren eine Bezie­hung mit der deut­schen Mut­ter. Die Vater­schaft ist aner­kannt, das Sor­ge­recht konn­te er nicht bean­tra­gen, weil er kurz vor dem Behör­den­ter­min von der Aus­län­der­be­hör­de in Abschie­be­haft genom­men wur­de. Eine Abschie­bung wür­de die Fami­lie aus­ein­an­der rei­ßen, Par­wiz S. und sei­ne Lebens­ge­fähr­tin woll­ten zudem hei­ra­ten. „Wir appel­lie­ren an das baye­ri­sche Innen­mi­nis­te­ri­um, die geplan­te Abschie­bung die­ser Per­so­nen zu stop­pen. Die Frei­en Wäh­ler und der CSU Mit­tel­stand gaben nun bekannt, die Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan auf Straf­tä­ter zu beschrän­ken. Eine For­de­rung nach einem Ende der Abschie­bun­gen muss aber für alle gel­ten. Der oben genann­te Fall zeigt, dass ob Straf­tä­ter hin oder her, eine Abschie­bung den Tod der Betrof­fe­nen bedeu­ten kann; hier wegen der Glau­bens­zu­ge­hö­rig­keit des jun­gen Man­nes. Die­ses Risi­ko nimmt das Innen­mi­nis­te­ri­um in Kauf“, sagt Agnes Andrae vom Baye­ri­schen Flücht­lings­rat. „Wir set­zen uns des­halb für einen gene­rel­len Abschiebstopp nach Afgha­ni­stan ein“.” Mel­dung vom 15.02.2019 beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link, sie­he auch:
    • Ach­tung! Die­se Mit­tei­lung könn­te künf­tig straf­recht­li­che Kon­se­quen­zen haben!
      PRO ASYL kri­ti­siert 21. Afgha­ni­stan-Abschie­bung, die Vor­schlä­ge zur ver­schärf­ten Durch­set­zung von Abschie­bun­gen und zeigt unter­schied­li­che Abschie­be­pra­xis der Bun­des­län­der mit inter­ak­ti­ver Kar­te
      In die­sen Tagen herrscht wie­der ein­mal Furcht in der afgha­ni­schen Com­mu­ni­ty in Deutsch­land. Am Mon­tag soll zum ein­und­zwan­zigs­ten Mal seit Beginn der Char­ter­ab­schie­bun­gen nach Afgha­ni­stan ein Flug in Rich­tung Kabul abhe­ben – dies­mal von Frank­furt am Main. PRO ASYL erneu­ert die Kri­tik an Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan, ein Land, in dem nach Ein­schät­zun­gen des US Coun­cil on For­eign Rela­ti­ons , der Inter­na­tio­nal Cri­sis Group und ACLED (Armed Con­flict Loca­ti­on & Event Data Pro­ject) der aktu­ell töd­lichs­te Kon­flikt der Welt tobt. Abschie­bun­gen in ein Land, in dem Mil­lio­nen Men­schen Hun­gers­nö­te dro­hen, die Zahl der Bin­nen­ver­trie­be­nen wei­ter auf extrem hohem Niveau ist und 54,5% der Bevöl­ke­rung nach UN-Schät­zun­gen unter­halb der Armuts­gren­ze leben, sind nicht zu ver­ant­wor­ten. (…) PRO ASYL hat anläss­lich der bevor­ste­hen­den Sam­mel­ab­schie­bung eine Über­sichts­kar­te zur Abschie­bungs­pra­xis der Bun­des­län­der externer Link ver­öf­fent­licht
      …” Pres­se­mit­tei­lung vom 18.2.2019 von uns bei Pro Asyl externer Link
    • Bes­tens inte­griert, Aus­bil­dungs­platz, abge­scho­ben nach Kabul? Brief einer ehren­amt­li­chen Flücht­lings­hel­fe­rin
      Den nach­fol­gen­den Brief schrieb Frau Stu­ben­rauch am 8. Febru­ar an Staats­se­kre­tär Eck. Bis­lang hat sie kei­ne Ant­wort bekom­men. Statt­des­sen erfuhr sie ges­tern Nach­mit­tag, dass Herr S in Kemp­ten fest­ge­nom­men wur­de. Er ist aller Wahr­schein­lich­keit nach vor­ge­se­hen für die Abschie­bung nach Afgha­ni­stan am kom­men­den Mon­tag, 18.02.2019. Der Brief doku­men­tiert exem­pla­risch die gan­ze Last, die auf den Ehren­amt­li­chen liegt, und die gan­ze Absur­di­tät baye­ri­scher Abschie­be­po­li­tik, die bes­tens inte­grier­te und drin­gend gesuch­te Arbeits­kräf­te auf die Abschie­be­lis­te setzt…” Bei­trag vom 16.02.2019 beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
    • War­nung: Hin­wei­se auf nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan am Mo, 18.02.2019 
      Es gibt Hin­wei­se, dass der nächs­te Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan vor­aus­sicht­lich am Mo, 18.Februar 2019, statt­fin­den wird. Infor­ma­tio­nen über den mög­li­chen Start­flug­ha­fen haber wir bis­her nicht.” Mel­dung beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
  • Die 20. Afgha­ni­stan­ab­schie­bung und ihre Betrof­fe­nen: Künf­ti­ges Ehe­paar getrennt | Klas­se ver­liert ihren Mit­schü­ler 
    Am 07.01.19 fand die ers­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan im neu­en Jahr statt, es war die 20. Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan. Bun­des­weit wur­den dabei 36 Per­so­nen nach Kabul abge­scho­ben – 23 davon kamen aus Bay­ern. Neben den Per­so­nen, über die wir im Vor­feld der Abschie­bung bereits berich­te­ten, sind dem Baye­ri­schen Flücht­lings­rat noch wei­te­re Fäl­le bekannt. Nach und nach tref­fen Infor­ma­tio­nen über abge­scho­be­ne Lebens­part­ner, Mit­schü­ler und Bekann­te bei uns ein. Die­se Berich­te machen fas­sungs­los ange­sichts der Schick­sa­le, die dahin­ter ste­cken…” Mel­dung vom 18.01.2019 von und beim baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
  • [7.1.2019] Nächs­ter Abschie­be­flug nach Kabul geplant 
    Trotz der wei­ter pre­kä­ren Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan sol­len Mit­te nächs­ter Woche erneut abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber aus Deutsch­land nach Kabul abge­scho­ben wer­den. Der Flug sol­le am kom­men­den Diens­tag (8.1.) in Kabul ein­tref­fen, bestä­tig­te ein Mit­ar­bei­ter des afgha­ni­schen Flücht­lings­mi­nis­te­ri­ums am Diens­tag. (…) Erst an Hei­lig­abend wur­den in Kabul bei einem mehr­stün­di­gen Angriff auf meh­re­re Regie­rungs­ge­bäu­de min­des­tens 43 Men­schen getö­tet. Für Unru­he sorg­ten kürz­lich auch US-Medi­en­be­rich­te, denen­zu­fol­ge die USA rund die Hälf­te ihrer in Afgha­ni­stan sta­tio­nier­ten Trup­pen abzie­hen könn­ten…” Agen­tur­mel­dung vom 1.1.2019 bei der Welt online externer Link
    • Trotz anhal­ten­der Kämp­fe: 36 Asyl­be­wer­ber nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben 
      Deutsch­land hat trotz fort­dau­ern­der Anschlä­ge und bewaff­ne­ter Kämp­fe Asyl­be­wer­ber nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben. Die ins­ge­samt 36 abge­lehn­ten Asyl­be­wer­ber lan­de­ten am Diens­tag in Kabul. (…) 23 der abge­scho­be­nen Men­schen hiel­ten sich zuletzt in Bay­ern auf, dar­un­ter zwölf rechts­kräf­tig ver­ur­teil­te Straf­tä­ter. Neben Bay­ern betei­lig­ten sich Baden-Würt­tem­berg, Nord­rhein-West­fa­len, Hes­sen, Rhein­land-Pfalz, das Saar­land, Sach­sen-Anhalt und Schles­wig-Hol­stein an der Abschie­bung. Das Flug­zeug lan­de­te den Anga­ben zufol­ge am Diens­tag­mor­gen in Kabul. (…) Unter den von Mün­chen aus Abge­scho­be­nen sei auch ein afgha­ni­scher Flücht­ling gewe­sen, der zum Chris­ten­tum kon­ver­tiert war, kri­ti­sier­te der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat und bezeich­ne­te sei­ne Aus­wei­sung als „Todes­ur­teil für den Betrof­fe­nen“. Die Flücht­lings­hel­fer hal­ten Afgha­ni­stan für nicht sicher und wei­sen dar­auf hin, dass sich bewaff­ne­te Kon­flik­te dort zuspit­zen…” Bei­trag vom 9.1.2019 beim Miga­zin externer Link
    • Erneut Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan: Bay­ern will am 7.1.19 wie­der Kran­ke nach Kabul abschie­ben 
      Am 07.01.2019 star­tet nach Erkennt­nis­sen des Baye­ri­schen Flücht­lings­rats der nächs­te Sam­mel­ab­schie­be­flug von Deutsch­land nach Afgha­ni­stan. Laut Medi­en­be­rich­ten bestä­tigt die afgha­ni­sche Regie­rung die geplan­te Ankunft der Char­ter­ma­schi­ne in Kabul am 08.01.2019. Unter den Abschie­be­kan­di­da­ten sind erneut kör­per­lich und psy­chisch kran­ke Flücht­lin­ge aus Kabul, z.B. Herr S., ein Bau­ar­bei­ter aus Nie­der­bay­ern. Er spricht Deutsch, arbei­te­te auf dem Bau, bis ihm ein Stahl­trä­ger auf die Hand stürz­te. Seit­dem ist Herr S. arbeits­un­fä­hig, braucht Medi­ka­men­te und bezieht Sozi­al­leis­tun­gen. Nun will ihn die Zen­tra­le Aus­län­der­be­hör­de Deg­gen­dorf nach Kabul abschie­ben und hat ihn in Abschie­be­haft neh­men las­sen. Eben­falls in Abschie­be­haft sitzt Herr R. Er ist depres­siv, trau­ma­ti­siert, brach die Behand­lung aber eben­so ab, wie den Besuch einer Berufs­in­te­gra­ti­ons­klas­se. Inzwi­schen voll­jäh­rig, arbei­te­te Herr R. in einer Platt­lin­ger Piz­ze­ria, bis ihm vor rund drei Mona­ten die Arbeits­er­laub­nis ent­zo­gen wur­de. Auch er soll sich aber nächs­ter Woche in Kabul durch­schla­gen. Auch hier ist die Zen­tra­le Aus­län­der­be­hör­de Deg­gen­dorf die zustän­di­ge Behör­de. Ein wei­te­rer, dem Flücht­lings­rat bekann­ter Fall ist schon vor län­ge­rem vom Islam zum Chris­ten­tum kon­ver­tiert. Der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat kri­ti­siert die Abschie­bungs­plä­ne scharf…” Pres­se­mit­tei­lung vom 06.01.2019 externer Link
    • [Pas­sau] Nach Arbeits­un­fall droht Salek­han Z. die Abschie­bung 
      Am Mon­tag, 7. Janu­ar, ist ein erneu­ter Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan geplant. Nach PNP-Infor­ma­tio­nen soll u.a. Salek­han Z. in dem Flie­ger nach Kabul sit­zen. Der Mitt­drei­ßi­ger hat sich bei sei­ner Arbeit auf dem Bau in Pas­sau die Hand zer­quetscht, ist seit­her krank und arbeits­un­fä­hig, wie der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat anpran­gert. Die­se Woche ist Salek­han Z. in sei­ner Pas­sau­er Unter­brin­gung fest­ge­nom­men wor­den, der­zeit sitzt er in Eich­stätt in Abschie­be­haft. Der Flücht­lings­rat kri­ti­siert in sei­ner Pres­se­mit­tei­lung: “Es hat den Anschein, als wür­den ver­stärkt Per­so­nen für die Abschie­bung in den Blick genom­men, die es aus ver­schie­de­nen Grün­den nicht schaf­fen, in eine qua­li­fi­zier­te Beschäf­ti­gung zu kom­men.”…” Bei­trag vom 04.01.2019 in der Pas­sau­er Neu­en Pres­se externer Link
    • Kund­ge­bung vor dem Drei­kö­nigs­tref­fen der CSU am 06.01. in Mün­chen 
      Anläss­lich der Situa­ti­on auf dem Mit­tel­meer sowie der nächs­ten Afgha­ni­stan­ab­schie­bung am 7.1. gibt es eine Kund­ge­bung vor dem Drei­kö­nigs­tref­fen der CSU am 06.01., ab 10.00 am Richard-Strauss-Brun­nen in Mün­chen
  • ACHTUNG: Erneu­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan am Diens­tag, 4.12.2018 ab Frank­furt 
    Es gibt Hin­wei­se, dass der nächs­te Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan vor­aus­sicht­lich am Diens­tag, den 4.12.2018, statt­fin­den wird. Wei­te­re Infos beim Flücht­lings­rat Bay­ern externer Link
    • Abschie­bung nach Afgha­ni­stan – Jun­ger Mann wird in die­sem Moment aus Leben geris­sen. SFR e.V. for­dert Säch­si­sches Staats­mi­nis­te­ri­um des Inne­ren auf, Abschie­bung abzu­bre­chen 
      “„Für uns ist es nicht ver­ständ­lich, war­um ein jun­ger Mann, der voll inte­griert ist, nun so plötz­lich abge­scho­ben wer­den soll. Vor allem, da er sich nach sei­ner Ein­ge­wöh­nungs­zeit und dem Erler­nen der deut­schen Spra­che, für die Aus­bil­dung bei uns zum Fach­mann der Sys­tem­gas­tro­no­mie inter­es­sier­te.“ Der Ein­stieg in die­se Aus­bil­dung wäre für ihn auch bei uns kurz­fris­tig mög­lich gewe­sen.„ Drei Sät­ze von Hel­mut Brun­hu­ber, die eine gan­ze Zukunft für Hern M. umrei­ßen. Brun­hu­ber ist Geschäfts­füh­rer der Food Star GmbH, die Bur­ger King Filia­len im Raum Chem­nitz betreibt. Herr M. arbei­tet in Voll­zeit in meh­re­ren der Filia­len. Nur, zu die­sem Zeit­punkt wird er abge­scho­ben. Für heu­te, den 04. Dezem­ber, ist wie­der eine Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan ter­mi­niert. (…)„Das Säch­si­sche Staats­mi­nis­te­ri­um des Inne­ren muss die Abschie­bung abbre­chen! Wir for­dern auch die Staats­mi­nis­te­rin für Gleich­stel­lung und Inte­gra­ti­on, Petra Köp­ping auf, sich gegen­über ihrem Kabi­netts­kol­le­gen für Herrn M. ein­zu­set­zen. Abschie­bun­gen wie die­se unter­gra­ben auch ihre poli­ti­sche Arbeit!“…” Pres­se­mit­tei­lung vom 04.12.2018 von und bei Säch­si­scher Flücht­lings­rat externer Link und deren Pro­test­vor­la­ge externer Link
    • Abschie­be­flug Nr. 19 nach Kabul heu­te ab Frank­furt. PRO ASYL: Die Risi­ken für die Abge­scho­be­nen wer­den stän­dig grö­ßer – Demons­tra­ti­on gegen Abschie­bung am Flug­ha­fen um 18:30 Uhr geplant 
      Am heu­ti­gen Diens­tag wird zum neun­zehn­ten Mal seit Beginn der Char­ter­ab­schie­bun­gen nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben. Ins­ge­samt wur­den bei den bis­he­ri­gen Flü­gen 425 Per­so­nen abge­scho­ben – in eine Sicher­heits­si­tua­ti­on hin­ein, die sich kon­ti­nu­ier­lich ver­schlech­tert. Heu­te wird der Char­ter­flug in Frank­furt star­ten. PRO ASYL kri­ti­siert die Wei­ter­füh­rung der Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan als unver­ant­wort­lich und den Ernst der Lage ver­ken­nend. (…) Ins­be­son­de­re Bay­ern wird ver­mut­lich wei­ter eine här­te­re Linie fah­ren (und eini­ge Län­der mit­zie­hen.) Dort sind auch in den letz­ten Wochen wie­der Fäl­le bekannt gewor­den, in denen jun­gen Flücht­lin­gen die Aus­bil­dungs­dul­dung nicht erteilt wur­de oder Aus­bil­dun­gen auf Behör­den­an­ord­nung abge­bro­chen wer­den muss­ten und die Betrof­fe­nen sich davor fürch­ten, statt aus­ge­bil­det abge­scho­ben zu wer­den. Die 3+2‑Regelung (Aus­bil­dungs­dul­dung) wird in man­chen Regio­nen gera­de­zu sabo­tiert…” Pres­se­mit­tei­lung vom 04.12.2018 von und bei Pro Asyl externer Link
    • Demos gegen die Abschie­bung am 4. Dezem­ber am Flug­ha­fen Frank­furt und in Nürn­berg 
      • Stoppt die Abschie­bung nach Afgha­ni­stan! Demo am 4. Dezem­ber 2018 ab 18:30 am Flug­ha­fen Frank­furt
      • No Depor­ta­ti­on Nowhe­re! Demo am 04.12. um 19:00 Uhr am HBF Nürn­berg, sie­he Auf­ruf bei redsi­de externer Link
  • Abschie­bung trotz Ver­zweif­lung und Krank­heit – Unter den Ver­haf­te­ten für die für heu­te geplan­te Abschie­bung nach Afgha­ni­stan sind vie­le Fäl­le, die sui­zid­ge­fähr­det und krank sind 
    “R.Mohammadi flüch­te­te als 11jähriger aus Afgha­ni­stan und kam 2015 nach Deutsch­land. Bis kurz nach sei­ner Voll­jäh­rig­keit leb­te er in einer Wohn­grup­pe für unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge in Kis­sin­gen. Die trau­ma­ti­schen Erleb­nis­se sei­ner Flucht und der Ver­lust sei­ner Fami­lie haben ihn hier nie los­ge­las­sen. Trotz mas­si­ver psy­chi­scher Belas­tung ging er zur Schu­le und absol­vier­te erfolg­reich meh­re­re Prak­ti­ka. 2017 wur­de sein Asyl­an­trag abge­lehnt, eine Kla­ge blieb erfolg­los. Wegen des enor­men Drucks der dro­hen­den Abschie­bung und der zeit­glei­chen Ent­las­sung aus der Jugend­wohn­grup­pe, brach er im Mai 2017 zusam­men. Er wur­de nach einem Selbst­mord­ver­such in das BKH Augs­burg ein­ge­lie­fert. Trotz­dem bemüh­te er sich inten­siv wei­ter vor­an­zu­kom­men. R.Mohammadi war gera­de dabei, sich in Augs­burg bei „Nord­see“ um einen Arbeits­platz zu bemü­hen. (…) Trotz sei­ner trau­ma­ti­schen Erleb­nis­se hat er ver­sucht, nicht auf­zu­ge­ben, sogar nach sei­nem ver­zwei­fel­ten Selbst­mord­ver­such“, so Frau S, sei­ne ehe­ma­li­ge Betreue­rin aus der Wohn­grup­pe von Pris­ma e.V. Auch ande­re Afgha­nen, die jetzt gesucht wor­den sind, wie Hafi­zu­llah K aus dem Dach­au­er Land oder Karim aus Frei­sing, drückt die Angst vor der Abschie­bung nie­der, sie kön­nen nur noch mit Psy­cho­phar­ma­ka ihre Angst nie­der­rin­gen. Dass nun die Poli­zei nach ihnen sucht, kann sie in erneu­te Sui­zid­ver­su­che trei­ben. Ein wei­te­rer jun­ger Afgha­ne ist heu­te im Groß­raum Mün­chen fest­ge­nom­men wor­den. Er hat in Afgha­ni­stan vier Jah­re für die US Armee gear­bei­tet, ein Bru­der von ihm ist des­we­gen von den Tali­ban ermor­det wor­den. Auch er wird von den Tali­ban gesucht. Erst vor vier Wochen war er wegen aku­ter Sui­zid­ge­fahr sta­tio­när in die Psych­ia­trie auf­ge­nom­men wor­den. Moha­mad S, wur­de heu­te früh in Vils­bi­burg ver­haf­tet. Er ist Schü­ler in der Berufs­in­te­gra­ti­ons­klas­se, hat­te schon erfolg­reich in Prak­ti­kum in einem Hotel absol­viert. Für den 27.11.2018 ist eine Ope­ra­ti­on sei­ner Ohren anbe­raumt, ohne die, so die Aus­kunft der Uni­kli­nik Regens­burg, ihm bald völ­li­ge Taub­heit droht…” Mel­dung des Baye­ri­schen Flücht­lings­rats vom 13. Novem­ber 2018 externer Link, sie­he auch:
    • Sach­sen: Pro­test gegen Abschie­bung nach Afgha­ni­stan
      Für den Diens­tag­abend war ein erneu­ter Abschie­be­flug vom Air­port Leipzig/​Halle nach Afgha­ni­stan geplant. Lin­ken-Poli­ti­ker und Men­schen­recht­ler pro­tes­tier­ten. Den säch­si­schen Behör­den war­fen sie über­trie­be­ne Här­te bei Abschie­bun­gen vor. (…) Zusam­men mit den Flücht­lings­rä­ten Sach­sens und Sach­sen-Anhalts for­der­te „Pro­test LEJ“ zudem unab­hän­gi­ge Abschie­be-Beob­ach­ter an dem Leip­zi­ger Air­port. Dies sei nötig, da die Abschie­be­pra­xis der säch­si­schen Lan­des­re­gie­rung in den ver­gan­ge­nen Mona­ten immer rigi­der gewor­den sei, sag­te Mark Gärt­ner vom säch­si­schen Flücht­lings­rat. Zuletzt sei­en auch Kran­ke und Men­schen mit Behin­de­rung abge­scho­ben wor­den…” Bericht vom 14. Novem­ber 2018 beim Miga­zin externer Link
  • Vorraus­sicht­li­che nächs­te Abschie­bung nach Afgha­ni­stan am 13.11.2018 ab Leipzig/​Halle 
    Es gibt Hin­wei­se, dass der nächs­te Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan vor­aus­sicht­lich am Diens­tag, den 13.11.2018, statt­fin­den wird. Nach unse­ren Infor­ma­tio­nen gehen wir davon aus, dass der nächs­te Flug vom Flug­ha­fen Leipzig/​Halle star­ten wird.” Ers­te War­nung von und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link und:
    • Kei­ne Abschie­bung! Nir­gend­wo­hin! 12.11., 19:00 Uhr Haupt­bahn­hof Nürn­berg 
      Am 13.11. plant der deut­sche Staat die nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan. Das neh­men wir zum Anlass, gemein­sam mit dem offe­nen inter­na­tio­na­lis­ti­schen Tref­fen „come fight stay – tog­e­ther“ und allen ande­ren soli­da­ri­schen Men­schen und Struk­tu­ren gegen alle Abschie­bun­gen auf die Stra­ße zu gehen! Zum mitt­ler­wei­le 18. mal sol­len Men­schen aus der Sicher­heit in eine Zukunft ohne jede Hoff­nung nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wer­den. Mitt­ler­wei­le ist Afgha­ni­stan längst nicht mehr das ein­zi­ge Ziel sol­cher „Char­ter­flü­ge“ Nach Nige­ria und Ost­eu­ro­pa sind bereits sol­che Flü­ge gegan­gen, nach Ita­li­en hat­te Bay­ern kürz­lich geplant Char­ter­flü­ge ein­zu­füh­ren und die Lis­te, für nächs­te Zie­le ist lang: Äthio­pi­en, Eri­trea, Gha­na, Arme­ni­en…” Auf­ruf von und bei orga­ni­sier­te auto­no­mie Nürn­berg externer Link
    • Egal wer, egal wohin – Gegen jede Abschie­bung: Demons­tra­ti­on am 13. Novem­ber 18 Uhr Mün­chen Ode­ons­platz 
      “Am Diens­tag, 13.11. führt die Bun­des­re­gie­rung bereits den 17. Abschieb­flug nach Afgha­ni­stan durch – ein Land in dem seit vie­len Jah­ren Krieg herrscht. Es wird zu erwar­ten sein, dass Bay­ern wie­der ehr­gei­zig dar­an mit­wirkt, Men­schen, egal ob in Aus­bil­dung oder in wel­cher Situa­ti­on auch immer, aus dem Leben zu rei­ßen und zum Abschie­be­flug zu brin­gen. Der Umgang mit dem The­ma Afgha­ni­stan ist sinn­bild­lich für die ras­sis­ti­sche Abschie­be- und Aus­gren­zungs­po­li­tik der reak­tio­nä­ren Par­tei­en. (…) Des­we­gen wen­den wir uns nicht nur exem­pla­risch gegen Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan, son­dern gegen alle Abschie­bun­gen – egal wohin. Bewe­gungs­frei­heit ist ein essen­zi­el­les Men­schen­recht, das aber aktu­ell nur einem klei­nen Teil der Mensch­heit ermög­licht wird. Wir wen­den uns gegen eine Poli­tik der Aus­gren­zung, gegen Iso­la­ti­on, gegen AnKER-Zen­tren, gegen die Kri­mi­na­li­sie­rung von Refu­gee-Pro­tes­ten und gegen die Fes­tung Euro­pa. Wir ste­hen ein für eine soli­da­ri­sche und viel­fäl­ti­ge Gesell­schaft, an der jede*r teil­ha­ben kann. Gemein­sam wol­len wir am Diens­tag­abend durch die Münch­ner Innen­stadt zie­hen und unse­re Wut über die ras­sis­ti­sche Poli­tik und über die anhal­ten­den Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan, genau­so wie unse­re For­de­rung nach Bewe­gungs­frei­heit und gleich­be­rech­tig­ter Teil­nah­me an der Gesell­schaft auf die Stra­ße tra­gen. Kei­ne Abschie­bung nach Afgha­ni­stan! Kei­ne Abschie­bung nir­gend­wo!” Auf­ruf der Kara­wa­ne Mün­chen vom 9. Novem­ber 2018 externer Link
  • Wei­te­rer schwe­rer Anschlag: Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan zuneh­mend in der Kri­tik 
    “Zehn Kan­di­da­ten sind bereits bei Anschlä­gen gestor­ben, am Don­ners­tag erschos­sen die Tali­ban wei­te­re Poli­ti­ker und einen mäch­ti­gen Poli­zei­chef. (…) Kurz vor der Par­la­ments­wahl am Sams­tag sen­det der Anschlag ein fata­les Signal aus. Die Tali­ban haben gedroht, die Abstim­mung zu stö­ren und Wäh­ler, Wahl­hel­fer, Poli­zei und ande­re Sicher­heits­kräf­te umzu­brin­gen. Bereits zehn Kan­di­da­ten für die Wahl sind in den ver­gan­ge­nen Wochen getö­tet wor­den. Mise­re­or zufol­ge ist mit wei­te­rer Gewalt zu rech­nen. Abschie­bun­gen an den Hin­du­kusch müss­ten daher aus­ge­setzt wer­den. „Die Sicher­heits­la­ge und die Armuts­si­tua­ti­on in Afgha­ni­stan sind seit Jah­ren kata­stro­phal und ver­schlim­mern sich täg­lich“, sag­te der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Hilfs­werks, Pir­min Spie­gel, in Aachen. In Deutsch­land habe es trotz­dem noch Anfang Okto­ber einen Abschie­be­flug von Nie­der­sach­sen nach Afgha­ni­stan gege­ben, kri­ti­sier­te er. Aktu­ell ist Bay­ern das ein­zi­ge Bun­des­land, das grund­sätz­lich alle aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen abschiebt. Die über­wie­gen­de Mehr­heit der Bun­des­län­der dage­gen hält an Ein­schrän­kun­gen für Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan fest und fliegt nur oder vor­ran­gig Gefähr­der oder Straf­tä­ter nach Kabul. Spie­gel for­der­te die Bun­des­re­gie­rung auf, ver­stärkt auf Inte­gra­ti­on zu set­zen, statt Flücht­lin­ge zurück­zu­schi­cken…” Bei­trag vom 19. Okto­ber von und bei MiGA­ZIN externer Link
  • Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan vor­aus­sicht­lich am 2.10.2018 vom Flug­ha­fen Mün­chen 
    Es gab bereits eini­ge Hin­wei­se auf die nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan in der ers­ten Okto­ber­wo­che, spe­zi­ell Di, 02.10.18 sowie Do, 04.10.18. Wir gehen nun davon aus dass der nächs­te Sam­mel­char­ter vor­aus­sicht­lich am Diens­tag, 02. Okto­ber 2018, vom Flug­ha­fen Mün­chen gehen wird. Soll­te sich hier noch etwas ändern, tei­len wir das selbst­ver­ständ­lich über die bekann­ten Kanä­le mit.” Mel­dung vom und beim Flücht­lings­rat Bay­ern externer Link
  • Ers­te Details zu Afgha­ni­stan-Abschie­bung Nr 16 – ers­te Gegen­de­mons­tra­ti­on aus dem „rechts­ex­tre­men“ Spek­trum zur „Nacht­de­mo“ am Odeonsplatz/​München 
    Kurz nach dem fast pünkt­li­chen, für 22 Uhr avi­sier­ten Start der 16. Deut­schen Sam­mel­ab­schie­bung vom Flug­ha­fen Mün­chen berich­te­te der Baye­ri­sche Rund­funk, dass „etwas mehr als ein Dut­zend“ abge­lehn­te afgha­ni­sche Asyl­be­wer­ber auf dem Flug gewe­sen sein. „Die meis­ten davon“ sol­len in Bay­ern gelebt haben. (…) Der Spre­cher des afgha­ni­schen Flücht­lings­mi­nis­te­ri­ums Hafiz Ahmad Miak­hel bestä­tig­te inzwi­schen auf Twit­ter die Ankunft von 17 Afgha­nen. Damit erhöht sich die Gesamt­zahl der seit Dezem­ber 2016 aus Deutsch­land abge­scho­be­nen Afgha­nen auf 366. 211 waren es bis­her im Jahr 2018. (…) Die im Ver­gleich zum Abschie­be­flug Nr 15 im August und davor Flug Nr. 14 mit 69 Abge­scho­be­nen wie­der deut­li­che nied­ri­ge­re Zahl von „Pas­sa­gie­ren“ könn­te mit dem jüngs­ten Bericht des UNHCR zusam­men­hän­gen, das von „gene­ra­li­sier­te Gewalt“ am Ankunfts­ort Kabul berich­tet hat­te. (…) Wie­der kam es zu Pro­tes­ten gegen die Abschie­bung in Form einer „Nacht­de­mo“ am Ode­ons­platz, zu der u.a. der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat auf­ge­ru­fen hat­te – und offen­bar erst­mals zu einer Gegen­de­mons­tra­ti­on, an der sich „eine Hand­voll Per­so­nen aus dem rech­ten Spek­trum“ betei­ligt hät­ten, wie es im bereits zitier­ten BR-Bericht hieß. Bes­ser hät­te es wohl aus dem „rechts­ex­tre­men“ Spek­trum hei­ßen müs­sen, denn „laut Poli­zei wur­de eine die­ser Per­so­nen wegen Zei­gen des Hit­ler­gru­ßes vor­läu­fig fest­ge­nom­men.“…” Aktua­li­sier­ter Bei­trag vom 12.9.2018 von und bei Tho­mas Rut­tig externer Link
  • Hin­wei­se auf nächs­ten Abschie­be­ter­min nach Afgha­ni­stan am Di, 11. Sep­tem­ber 2018 
    Spie­gel Online externer Link und die Welt externer Link berich­te­ten die Tage von einem nächs­ten Sam­mel­ab­schie­bungter­min nach Afgha­ni­stan. Wir kön­nen die­sen Ter­min soweit bestä­ti­gen. Die nächs­te bun­des­wei­te Abschie­bung nach Afgha­ni­stan soll am Di, 11. Sep­tem­ber 2018 statt­fin­den. Vor­aus­sicht­lich soll der Flug wie­der vom Flug­ha­fen Mün­chen gehen…” War­nung von und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat
  • Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan: Unter den Betrof­fe­nen waren meh­re­re schwer kran­ke Per­so­nen. Eine Per­son wur­de vier Tage nach Bau­ch­ope­ra­ti­on abge­scho­ben 
    Bei der gest­ri­gen Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan wur­den 46 Per­so­nen von Mün­chen aus nach Kabul abge­scho­ben. Der Flie­ger hob um kurz vor Mit­ter­nacht ab und 25 der 46 Per­so­nen kamen aus Bay­ern. In sei­ner heu­ti­gen Pres­se­mit­tei­lung beton­te das Baye­ri­sche Innen­mi­nis­te­ri­um, dass nach rechts­kräf­ti­ger Ableh­nung regel­mä­ßig auch kei­ne indi­vi­du­el­len Grün­de vor­lä­gen, die einer Abschie­bung ent­ge­gen­ste­hen. Wei­ter sagt Innen­mi­nis­ter Herr­mann: „Zum Rechts­staat gehört auch, dass die Umstän­de des Ein­zel­falls nicht aus dem Blick gera­ten dür­fen.“ Dass dies ledig­lich ein heuch­le­ri­sches Lip­pen­be­kennt­nis bleibt und indi­vi­du­el­le Grün­de sehr wohl vor­han­den waren ohne dass sie Gel­tung fan­den, zeigt sich in einem beson­ders dras­ti­schen Fall. Ein jun­ger Mann aus Nie­der­bay­ern mit schwe­rer Depres­si­on und post­trau­ma­ti­scher Belas­tungs­stö­rung wur­de ges­tern mit dem Sam­mel­ab­schie­be­flie­ger nach Kabul abge­scho­ben. Neben sei­nen schwer­wie­gen­den psy­chi­schen Erkran­kun­gen kommt hin­zu, dass bei ihm erst ver­gan­ge­nen Sams­tag eine Ope­ra­ti­on am Bauch vor­ge­nom­men wer­den muss­te. Ent­spre­chend ist auch noch Naht­ma­te­ri­al in der Wun­de vor­han­den, das auf Emp­feh­lung der behan­deln­den Kli­nik nach zehn Tagen nach der Ope­ra­ti­on ent­fernt wer­den sol­le. Trotz alle­dem wur­de er als rei­se­fä­hig erklärt und befin­det sich nun mit den 45 ande­ren Per­so­nen in Kabul. Hier sol­le er sich laut Ver­wal­tungs­ge­richt nun selbst um die Wund­ver­sor­gung küm­mern. Aus Bran­den­burg wur­den zudem zwei Fäl­le von Per­so­nen bekannt, die sui­zi­dal sind (sie­he Pres­se­mit­tei­lung vom Flücht­lings­rat Bran­den­burg vom 15.8.2018 externer Link)...” Pres­se­mit­tei­lung von und bei Flücht­lings­rat Bay­ern vom 15.8.2018 externer Link
  • Kabul: Wei­te­rer Abschie­be­flug mit 46 Men­schen an Bord in Afgha­ni­stan ein­ge­trof­fen 
    Mit 46 Men­schen an Bord ist am Mitt­woch­mor­gen ein wei­te­rer Abschie­be­flug aus Deutsch­land in der afgha­ni­schen Haupt­stadt Kabul gelan­det. Die 15. Sam­mel­ab­schie­bung seit Ende 2016 stieß auf hef­ti­ge Kri­tik. (…) Gegen den jüngs­ten Abschie­be­flug aus Mün­chen pro­tes­tier­ten meh­re­re hun­dert Men­schen in der baye­ri­schen Lan­des­haupt­stadt. Der Flücht­lings­rat sprach von rund 700 Demons­tran­ten, die Poli­zei von etwa 600. Der baye­ri­sche Flücht­lings­rat kri­ti­sier­te, dass unter den Abge­scho­be­nen auch gut inte­grier­te Män­ner sei­en, die sich hier bereits eine Per­spek­ti­ve auf­ge­baut hät­ten. Zudem miss­ach­te die Bun­des­re­gie­rung mit dem Flug die neu­es­ten Erkennt­nis­se des Aus­wär­ti­gen Amtes über die “vola­ti­le” Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan. Die Abschie­bun­gen dort­hin sei­en “Sym­bol­po­li­tik, um Deutsch­land als har­ten Abschie­be­staat zu prä­sen­tie­ren und die rech­ten Wähler*innen zu umwer­ben“…” Mel­dung vom 15. August 2018 beim MDR externer Link
  • Flü­ge nach Afgha­ni­stan: Bay­ern schiebt ab, wer greif­bar ist [weil inte­griert] – Die Fol­ge: Vie­le Migran­ten tau­chen unter 
    “Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan – das ist gera­de für die CSU ein wich­ti­ges The­ma. Längst geht Bay­ern nicht mehr vor allem gegen Straf­tä­ter und Gefähr­der vor. Die Fol­ge: Vie­le Migran­ten tau­chen unter. (…) Bis Anfang Juni schob Deutsch­land wegen der kri­ti­schen Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan nur Straf­tä­ter ab, soge­nann­te Gefähr­der, sowie Men­schen, die sich ihrer Iden­ti­täts­fest­stel­lung ver­wei­ger­ten. Auf Grund­la­ge eines neu­en Lage­be­richts des Aus­wär­ti­gen Amts ent­schied die Bun­des­re­gie­rung aber, die­se Beschrän­kun­gen auf­zu­he­ben. Wäh­rend sich die meis­ten Bun­des­län­der an die alte Rege­lung hal­ten und vor­wie­gend Straf­tä­ter abschie­ben, geht Bay­ern hier einen Son­der­weg. Nur fünf der 51 aus Bay­ern Abge­scho­be­nen auf dem letz­ten Flug waren Straf­tä­ter. (…) Auf die Fra­ge, wie sich die kon­kre­te Pas­sa­gier­lis­te zusam­men­set­ze, ant­wor­tet das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um, es wür­den letz­ten Endes die­je­ni­gen abge­scho­ben, die auf­find­bar sind: “Die end­gül­ti­ge Pas­sa­gier­lis­te hängt im Wesent­li­chen davon ab, wel­che von den zuvor auf­ge­mel­de­ten aus­rei­se­pflich­ti­gen afgha­ni­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen von den Län­dern am Tag der kon­kre­ten Maß­nah­me auch zuge­führt wer­den.” Und “zuge­führt wer­den” kön­nen eben vor allem die­je­ni­gen, die sich vor­bild­lich ver­hal­ten, die einen gere­gel­ten Tages­ab­lauf haben, die in die Schu­le oder zur Arbeit zu gehen…” Bei­trag von Anna Til­lack und Lisa Wre­schni­ok vom 14. August 2018 bei tages​schau​.de externer Link
  • Die gro­ße Angst: Jun­ge Afgha­nen fürch­ten Abschie­bung aus Deutsch­land 
    Seit­dem das baye­ri­sche Innen­mi­nis­te­ri­um ver­kün­det hat, dass abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber aus Afgha­ni­stan ohne Aus­nah­me abge­scho­ben wer­den sol­len, wächst die Angst, dass gut inte­grier­te Men­schen von heu­te auf mor­gen das Land ver­las­sen müs­sen. (…)Unter­stüt­zer und Freun­de stün­den fas­sungs­los vor der baye­ri­schen Abschie­bungs­li­nie, sagt die ehren­amt­li­che Hel­fe­rin Mile­na Eich­horn, Päd­ago­gik­stu­den­tin aus Bam­berg. „Da pas­sie­ren zur­zeit Geschich­ten, die sind so krass und nicht nach­voll­zieh­bar.“ Es kön­ne doch nicht sein, dass Men­schen, „die hier wun­der­bar inte­griert sind“, abge­scho­ben wer­den und in Afgha­ni­stan in Gefahr sind, sagt die 22-Jäh­ri­ge. Die Auf­re­gung und Furcht sei auch bei denen groß, deren Ver­fah­ren noch nicht abge­schlos­sen ist, berich­tet Sozi­al­ar­bei­ter Ric­car­do Schreck, der eben­falls ehren­amt­lich in der Asyl­ar­beit aktiv ist. Er hat drei afgha­ni­sche Freun­de, die in den ver­gan­ge­nen Tagen unter­ge­taucht sind, sagt er. Einen von ihnen ver­mu­tet er in Frank­reich, denn das Nach­bar­land schiebt wegen der Gefah­ren­la­ge in Afgha­ni­stan dort­hin nicht mehr ab. Er wünscht sich, „dass die tat­säch­li­che Gefähr­dung“ für die Rück­keh­rer auch in Deutsch­land zur Kennt­nis genom­men wird…” Arti­kel von Jut­ta Olschew­ski vom 15. August 2018 beim Miga­zin externer Link
  • End­lich Wor­te in Taten umset­zen. Erneu­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan am kom­men­den Diens­tag, den 14. August 2018 vom Flug­ha­fen Mün­chen /​Demons­tra­ti­on in Mün­chen am 14.8. um 20:30 Uhr, Auf­takt: Ode­ons­platz 
    Bei der Eröff­nung des Lan­des­am­tes für Asyl und Rück­füh­run­gen am 27. Juli 2018 hat­te Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder Ver­bes­se­run­gen beim Zugang zu Arbeit und Aus­bil­dung für Flücht­lin­ge ver­spro­chen: Der Frei­staat Bay­ern wer­de in Zukunft „deut­lich offe­ner sein und alle Ermes­sens­spiel­räu­me nut­zen“. Der nord­rhein-west­fä­li­sche CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Uwe Schum­mer hat am 3. August 2018 einen Abschie­be­stopp für Pfle­ge­fach­kräf­te gefor­dert. Eine Rei­he von Minis­ter­prä­si­den­ten wie auch der Prä­si­dent des Deut­schen Insti­tuts für Wirt­schaft in Köln for­der­ten, wer eine Aus­bil­dung in Aus­sicht habe, dür­fe nicht auf eine Abschie­be­lis­te. Die­se Kurs­wen­de beim Zugang zum Arbeits- und Aus­bil­dungs­markt ist abso­lut begrü­ßens­wert, wenn sie nicht ein Lip­pen­be­kennt­nis bleibt. Bei der bevor­ste­hen­den Abschie­bung nach Afgha­ni­stan wird sich zei­gen, ob die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung auch hält, was sie ver­spricht. Am kom­men­den Diens­tag, den 14. August 2018 soll der mitt­ler­wei­le 15. Sam­mel­ab­schie­be­flie­ger nach Afgha­ni­stan star­ten, dies­mal wie­der vom Flug­ha­fen Mün­chen. Dar­un­ter sind dem Baye­ri­schen Flücht­lings­rat wie­der Fäl­le von Betrof­fe­nen bekannt, die sich bereits in Aus­bil­dung oder Schu­le befan­den. So hat einer der Kan­di­da­ten für den Abschie­be­flug nur noch ein Jahr Berufs­schu­le vor sich. Ein ande­rer hat­te schon zwei Jah­re eine Aus­bil­dung absol­viert. Der Arbeit­ge­ber, eine Kulm­ba­cher Fir­ma für Sani­tär­tech­nik, wür­de den jun­gen Afgha­nen sofort wie­der beschäf­ti­gen. Bei­de sol­len nun am Diens­tag abge­scho­ben wer­den…” Pres­se­mit­tei­lung vom 10.08.2018 vom und beim Flücht­lings­rat Bay­ern externer Link, sie­he auch Infos zu deren Ban­ner­ak­ti­on externer Link
  • Ein­schrän­kun­gen: Län­der schie­ben nur bestimm­te Grup­pen nach Afgha­ni­stan ab /​Künf­tig soll jeden Monat ein Rück­füh­rungs­flug nach Kabul durch­ge­führt wer­den 
    Anfang Juni hat die Bun­des­re­gie­rung die Ein­schrän­kun­gen für Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan auf­ge­ho­ben. Seit­dem kann theo­re­tisch jeder abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber zurück­ge­schickt wer­den. In der Pra­xis macht aber nur Bay­ern davon Gebrauch. Die über­wie­gen­de Mehr­heit der Bun­des­län­der hält an den Ein­schrän­kun­gen für Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan fest. Wie eine Umfra­ge des „Evan­ge­li­schen Pres­se­diens­tes“ unter den Innen­mi­nis­te­ri­en der Län­der ergab, wer­den wei­ter­hin nur oder vor­ran­gig Gefähr­der oder Straf­tä­ter abge­scho­ben. Nur Bay­ern gibt an, grund­sätz­lich alle aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen abzu­schie­ben. Die Bun­des­re­gie­rung hat­te die Ein­schrän­kun­gen eigent­lich Anfang Juni auf­ge­ho­ben. Abschie­bun­gen fal­len aber in die Zustän­dig­keit der Län­der. Dort wird über die ein­zel­nen Fäl­le ent­schie­den. Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um kün­dig­te am Sonn­tag an, die Anzahl der Rück­füh­run­gen deut­lich erhö­hen zu wol­len. (…) In die­sem Jahr gab es nach Anga­ben des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums bis­lang sechs Sam­mel­ab­schie­bun­gen mit ins­ge­samt 148 Afgha­nen. 226 Afgha­nen reis­ten dar­über hin­aus im ers­ten Halb­jahr im Zuge einer geför­der­ten Rück­kehr aus. Ins­ge­samt wur­den bis Ende Juni laut vor­läu­fi­gen Zah­len des Innen­mi­nis­te­ri­ums mehr als 12.000 Men­schen aus Deutsch­land abge­scho­ben, knapp 9.000 sind von allein aus­ge­reist. Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan fin­den aber nicht nur im Rah­men gechar­ter­ter Flü­ge statt. Ber­lin betei­lig­te sich etwa nur mit einer Abschie­bung an einem Sam­mel­flug. Bis Ende Mai wur­den ins­ge­samt nach Anga­ben der Innen­ver­wal­tung aber 28 Men­schen aus der Haupt­stadt nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben. (…) Künf­tig soll jeden Monat ein Rück­füh­rungs­flug nach Kabul durch­ge­führt wer­den…” Bei­trag vom 7. August 2018 beim Miga­zin externer Link
  • War­nung: Hin­wei­se auf bun­des­wei­ten Abschie­be­ter­min nach Afgha­ni­stan am Di, 14. August 2018 ab Mün­chen 
    Wir haben Hin­wei­se dar­auf, dass die nächs­te Abschie­bung nach Afgha­ni­stan in der 33. Kalen­der­wo­che, ver­mut­lich am 14.08. geplant ist. In Bay­ern sitzt bereits min­des­tens eine Per­son in Abschie­be­haft, eine Per­son wur­de heu­te zu ver­haf­ten ver­sucht. Wir ver­mu­ten wei­ter, dass es bei der bay­ern­las­ti­gen Ver­tei­lung der Kan­di­da­ten wie­der zu einer Abschie­bung vom Flug­ha­fen Mün­chen aus kom­men könn­te. Wir bit­ten alle, die­se Infor­ma­ti­on wei­ter­zu­ge­ben und Betrof­fe­ne nach Mög­lich­keit zu war­nen. In Bay­ern, aber auch in Sach­sen und ver­mut­lich Meck­len­burg-Vor­pom­mern gilt eine Ein­schrän­kung auf Straf­tä­ter, Gefähr­der, Mit­wir­kungs­ver­wei­ge­rer nicht. Hier sind grund­sätz­lich alle aus­rei­se­pflich­ti­gen Män­ner mög­li­che Betrof­fe­ne. Da ver­mut­lich wie bei den bis­he­ri­gen Flü­gen ver­sucht wer­den wird, einen Teil der Betrof­fe­nen vor­ab in Abschie­be­haft zu neh­men, soll­te man mög­li­cher­wei­se Betrof­fe­ne auch ab jetzt zu erhöh­ter Vor­sicht ermah­nen. Gera­de in Bay­ern traf es beim letz­ten Flug ins­be­son­de­re auch gut inte­grier­te Afgha­nen, die sich viel­leicht in Sicher­heit wie­gen, weil sie eine Arbeit haben, eine Aus­bil­dung, eine Woh­nung, oder weil ihr Fall in der Här­te­fall­kom­mis­si­on liegt. All dies wur­de bei der letz­ten Abschie­bung in Bay­ern nicht berück­sich­tigt, und stellt des­halb kei­nen Schutz dar.” Mel­dung vom baye­ri­schen Flücht­lings­rat vom 2 August bei Frat­ze­buch, sie­he für Wei­te­res die Home­page des baye­ri­schen Flücht­lings­rats externer Link
  • Zivil­cou­ra­ge: Elin Ers­son ver­hin­der­te Abschie­bungs­flug nach Afgha­ni­stan 
    Ganz viel Lie­be für die­se wun­der­ba­re Frau, die einen Flug von Göte­borg nach Afgha­ni­stan ver­hin­dert, da sich in der Maschi­ne geflüch­te­te Men­schen befan­den, die nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wer­den sol­len. Einem die­ser Men­schen soll in Afgha­ni­stan der Tod dro­hen. Durch die Tat­sa­che, dass sie sich nicht auf ihren Sitz setz­te, muss­te der Pilot den Flug (vor­erst) abbre­chen. Elin Ers­son, so der Name der Frau, stream­te unter Trä­nen die Situa­ti­on live. Hier der herz­er­grei­fen­de Mit­schnitt” sie­he das Video seit dem 24. Juli 2018 bei den Blog-Rebel­len externer Link und end­lich nicht mehr nur bei Frat­ze­buch. Zu den Hin­ter­grün­den und Fol­gen sie­he die tageschau-Mel­dung externer Link
  • Afgha­ne rechts­wid­rig abge­scho­ben 
    “Am Mor­gen des 3. Juli wur­de Nasi­bull­ah S. von Poli­zis­ten aus sei­ner Unter­kunft in Neu­bran­den­burg geholt, zum Flug­ha­fen Mün­chen und von dort nach Kabul gebracht. Er ist einer der 69 Men­schen, die an die­sem Tag nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wur­den. Und im Fall von Nasi­bull­ah S. war die­se Akti­on offen­bar unrecht­mä­ßig. Denn er befand sich nach Recher­chen des NDR noch im Asyl­ver­fah­ren. Das bestä­tig­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Greifs­wald auf Nach­fra­ge. (…) Eine Woche nach der Abschie­bung hät­te der 20-Jäh­ri­ge vor Gericht ange­hört wer­den sol­len, weil er gegen die Ableh­nung sei­nes Asyl­an­tra­ges geklagt hat­te. “Wegen des lau­fen­den Asyl­kla­ge­ver­fah­rens hät­te kei­ne Abschie­bung erfol­gen dür­fen”, teil­te ein Gerichts­spre­cher mit. “Ver­fas­sungs­recht­lich muss man hier von einem Ver­stoß spre­chen”, sagt Ulla Jel­pke, innen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Links­frak­ti­on im Bun­des­tag. Denn jeder Asyl­be­wer­ber habe Anspruch auf Schutz, solan­ge das Ver­fah­ren nicht wirk­lich geklärt sei. “Von daher ist es im Grun­de genom­men ein Skan­dal, dass hier ein­fach über die Gerich­te hin­weg abge­scho­ben wird”, so Jel­pke. Die Anwäl­tin des Man­nes, die Stral­sun­der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Son­ja Stef­fen, hat nach eige­nen Anga­ben bereits bean­tragt, dass die Behör­den S. zurück nach Deutsch­land holen, damit er sein Ver­fah­ren been­den kann… “ Mel­dung von von Gabor Halasz, Sebas­ti­an Pit­tel­kow, Han­nes Step­pu­tat vom 17. Juli 2018 bei NDR online externer Link
  • Abge­scho­be­ner Afgha­ne begeht in Kabul Sui­zid 
    Ein aus Deutsch­land abge­scho­be­ner Flücht­ling hat sich in Afgha­ni­stan selbst getö­tet. Er gehör­te zu den 69 Abge­scho­be­nen, über die Innen­mi­nis­ter See­hofer gespro­chen hat­te. Ein vor einer Woche aus Deutsch­land abge­scho­be­ner afgha­ni­scher Asyl­be­wer­ber hat sich nach sei­ner Rück­kehr erhängt. Nach Anga­ben der Inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on (IOM) fand man ihn tot in einer Unter­kunft der Orga­ni­sa­ti­on in Kabul. Der Mann aus der nord­af­gha­ni­schen Pro­vinz Balkh war dem­nach 23 Jah­re alt und hat­te acht Jah­re lang in Deutsch­land gelebt. Der Mann sei im Spin­sar-Hotel gefun­den wor­den, hieß es. Dort gewährt die IOM rück­keh­ren­den Flücht­lin­gen, die nicht wis­sen, wo sie unter­kom­men sol­len, für eini­ge Tage Unter­kunft. (…) Ein vor einer Woche aus Deutsch­land abge­scho­be­ner afgha­ni­scher Asyl­be­wer­ber hat sich nach sei­ner Rück­kehr erhängt. Nach Anga­ben der Inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on (IOM) fand man ihn tot in einer Unter­kunft der Orga­ni­sa­ti­on in Kabul. Der Mann aus der nord­af­gha­ni­schen Pro­vinz Balkh war dem­nach 23 Jah­re alt und hat­te acht Jah­re lang in Deutsch­land gelebt. Der Mann sei im Spin­sar-Hotel gefun­den wor­den, hieß es. Dort gewährt die IOM rück­keh­ren­den Flücht­lin­gen, die nicht wis­sen, wo sie unter­kom­men sol­len, für eini­ge Tage Unter­kunft…” Agen­tur­mel­dung vom 11. Juli 2018 bei der Zeit online externer Link
  • Kei­ne Schlupf­lö­cher für Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen! Pres­se­mit­tei­lung des Ber­li­ner Bünd­nis gegen Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan 
    Unbe­hel­ligt von der Öffent­lich­keit schiebt die rot-rot-grü­ne Ber­li­ner Regie­rung am 3. Juli einen Mann nach Afgha­ni­stan ab und betei­ligt sich so erst­mals an einer Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan. Die Unmensch­lich­keit und poli­ti­sche Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit einer jeden Abschie­bung nach Afgha­ni­stan lässt sich jedoch weder durch eine Haft­stra­fe, noch als eine Ein­zel­ent­schei­dung recht­fer­ti­gen oder schön­re­den. (…) Selbst wenn – wie von Innen­se­na­tor Gei­sel bestä­tigt – die Ber­li­ner Linie bei­be­hal­ten wird, trägt die­se Abschie­bung nach Afgha­ni­stan doch dazu bei, die­se auf­zu­lö­sen und setzt die Vor­stel­lung um, dass das Leben von afgha­ni­schen Men­schen es nicht wert ist geschützt zu wer­den. Ange­sichts der wei­ter­hin prak­ti­zier­ten Dub­lin-Abschie­bun­gen in EU-Län­der, wo Men­schen eine Abschie­bung nach Afgha­ni­stan droht, ist ohne­hin frag­lich, ob von einer Ber­li­ner Linie die Rede sein kann. (…) 12.000 Berliner*innen haben am Sams­tag auf der Stra­ße klar gemacht, dass sie die unmensch­li­che und mör­de­ri­sche Migra­ti­ons­po­li­tik, die von rech­ten Kräf­ten in Deutsch­land und der EU gefor­dert und Schritt für Schritt durch­ge­setzt wird, nicht hin­neh­men und dass jedes Men­schen­le­ben zählt. Die Berliner*innen möch­ten kei­ne wei­te­ren durch die Poli­tik und die Regie­rungs­par­tei­en zu ver­ant­wor­ten­den Toten, weder durch Ver­hin­de­rung von See­not­ret­tung im Mit­tel­meer, noch durch zwangs­wei­se Abschie­bung in den Krieg! Ges­tern zeig­ten sich erneut vie­le Berliner*innen bei der Demons­tra­ti­on “Kein Schluss­strich” soli­da­risch mit den Fami­li­en, Betrof­fe­nen und Hin­ter­blie­be­nen von ras­sis­ti­schen Mor­den…” Pres­se­mit­tei­lung des Ber­li­ner Bünd­nis gegen Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan vom 12.7.2018 externer Link
  • Air Bava­ris­tan: Bay­ern kennt bei Abschie­bung kei­ne Gren­zen. Baye­ri­scher Flücht­lings­rat: Hun­der­te Afgha­nen flüch­ten aus Bay­ern. Die CSU pro­du­ziert selbst Sekun­där­mi­gra­ti­on 
    Bei der gest­ri­gen Abschie­bung nach Afgha­ni­stan hat Bay­ern allein 51 der ins­ge­samt 69 Abge­scho­be­nen auf den Flug gebracht. Zahl­rei­che wei­te­re Afgha­nen wur­den ges­tern poli­zei­lich gesucht, wur­den aber nicht ange­trof­fen. Betrof­fen sind Schü­ler, Flücht­lin­ge mit fes­tem Arbeits­platz, sogar eine Per­son, die eine zwei­jäh­ri­ge schu­li­sche Aus­bil­dung absol­viert, aber nicht recht­zei­tig einen Antrag auf Aus­bil­dungs­dul­dung gestellt hat­te. Fest steht: es gibt kei­ne Inte­gra­ti­ons­leis­tung, die in Bay­ern vor der Abschie­bung schützt. Das hat desas­trö­se Aus­wir­kun­gen. Aus allen Tei­len Bay­erns kom­men Mit­tei­lun­gen, dass Afgha­nen nicht mehr in der Schu­le erschei­nen, sich ver­ste­cken und vor allem aber das Land ver­las­sen. Der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat geht davon aus, dass zehn Mal so vie­le, wie ges­tern abge­scho­ben wur­den, sich auf den Weg nach Frank­reich, Spa­ni­en oder Ita­li­en gemacht haben. (…) Setzt Bay­ern sich mit die­ser Poli­tik durch, zer­stört dies das ohne­hin fra­gi­le gemein­sa­me Euro­päi­sche Asyl­sys­tem und gefähr­det die Frei­zü­gig­keit im Schen­gen­raum. Wir for­dern alle sich für ver­nünf­tig hal­ten­den Politiker*innen auf, die­sem Trei­ben Ein­halt zu gebie­ten und Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan zu stop­pen.“Pres­se­mel­dung vom 4.7.2018 vom und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
  • CSU räumt ab – Schü­ler und kran­ke Afgha­nen sind oben auf der Lis­te. Bay­ern stellt mehr als zwei Drit­tel der Per­so­nen für den Abschie­be­flug 
    Am heu­ti­gen Diens­tag, den 3.7.18, soll um 21:50 Uhr der 14. Sam­mel­ab­schie­be­flug nach Afgha­ni­stan gehen, dies­mal vom Flug­ha­fen Mün­chen. Allein heu­te sind an uns sie­ben wei­te­re Fäl­le her­an­ge­tra­gen wor­den, die sich bereits in Abschie­be­haft oder in Poli­zei­sta­tio­nen befin­den und für den heu­ti­gen Flug vor­ge­se­hen sind. Damit sind uns ins­ge­samt 18 Fäl­le bekannt, die von Bay­ern aus auf dem Abschie­be­flie­ger sit­zen sol­len. Zahl­rei­che wei­te­re wer­den sich wohl in Straf­haft befin­den oder noch kurz­fris­tig ver­haf­tet wer­den. Aus den ande­ren Bun­des­län­dern sind bis­lang nur sie­ben Per­so­nen für den Sam­mel­ab­schie­be­flug heu­te von Mün­chen aus vor­ge­se­hen. Damit stellt Bay­ern bis­lang mehr als zwei Drit­tel der abzu­schie­ben­den Per­so­nen und ist das ein­zi­ge Bun­des­land, dass jetzt Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan mas­siv aus­wei­tet. Dabei geht die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung dies­mal wie­der beson­ders rigi­de vor und will selbst gut inte­grier­te Per­so­nen und jun­ge Erwach­se­ne aus Jugend­hil­feein­rich­tun­gen her­aus abschie­ben: So berich­te­ten wir bereits ges­tern über Esam (Pres­se­mit­tei­lung vom 2.7.18), der sich in der Aus­bil­dung zum Bäcker befin­det. Ein Berufs­schü­ler wur­de aus einer heil­päd­ago­gi­schen Ein­rich­tung her­aus ver­haf­tet; ein ande­rer auf dem Weg zur Berufs­schu­le. A., gera­de mal 19 Jah­re alt, wur­de aus einer Jugend­hil­feein­rich­tung her­aus ver­haf­tet; F., auch erst 19 Jah­re alt, ist Berufs­in­te­gra­ti­ons­schü­ler und soll heu­te Abend abge­scho­ben wer­den. W ist seit 7 Jah­ren in Deutsch­land und hat seit 5 Jah­ren einen unbe­fris­te­ten Arbeits­ver­trag, heu­te früh wur­de auch er ver­haf­tet. H. lie­fer­te die Psych­ia­tri­sche Kli­nik Gau­ting im Land­kreis Starn­berg an die Poli­zei aus. Er war seit zehn Tagen in sta­tio­nä­rer Behand­lung. W. aus Schwa­ben brach beim Ver­haf­tungs­ver­such zusam­men und wur­de in die Psych­ia­trie über­stellt…” Mel­dung vom 03.07.2018 beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
    • Abschie­be­flug in Kabul ange­kom­men. Mehr als 50 Men­schen sind in das Kriegs­ge­biet am Hin­du­kusch abge­scho­ben wor­den
      Mit mehr als 50 Men­schen an Bord ist in der afgha­ni­schen Haupt­stadt Kabul ein wei­te­rer Abschie­be­flug ange­kom­men. Das sag­ten Beob­ach­ter von afgha­ni­schen und inter­na­tio­na­len Flücht­lings­in­sti­tu­tio­nen am Kabu­ler Flug­ha­fen am Mitt­woch­mor­gen. Damit haben Bund und Län­der die bis­her weit­aus größ­te Grup­pe abge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber in das kriegs­zer­ris­se­ne Land abge­scho­ben. Bis­her hat­te eine Ver­ein­ba­rung gegol­ten, wonach nicht mehr als 50 Pas­sa­gie­re an Bord von Abschie­be­flü­gen sein dür­fen. Oft waren es weni­ger als 20 Pas­sa­gie­re pro Flug. Die aus Mün­chen kom­men­de Maschi­ne war um 8:40 Uhr Orts­zeit in Kabul gelan­det. Ins­ge­samt haben Bund und Län­der nun mehr als 280 Afgha­nen auf direk­tem Weg in ihr Hei­mat­land zurück­ge­bracht. Flücht­lings­ak­ti­vis­ten hat­ten erklärt, dass eine gro­ße Grup­pe aus Bay­ern kom­men wer­de. Ste­phan Dünn­wald vom Baye­ri­schen Flücht­lings­rat sag­te, er wis­se allein von zwölf Betrof­fe­nen aus Bay­ern. »Dar­un­ter sind Jungs, die in die Inte­gra­ti­ons­klas­se gin­gen – min­des­tens zwei – und meh­re­re, die krank sind.«...” Agen­tur­mel­dung vom 04.07.2018 beim ND online externer Link
  • Näch­stern Abschie­be­ter­min nach Afgha­ni­stan am Di, 03. Juli vom Münch­ner Flug­ha­fen
    Bis­her gab es ver­schie­de­ne Mel­dun­gen über den nächs­ten mög­li­chen Abschie­be­ter­min. Nun wur­de bekannt, dass die nächs­te Abschie­bung vor­aus­sicht­lich am Diens­tag, 03. Juli statt­fin­det. Info und Warn­hin­wei­se beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link. Sie­he:
    • Demo am Flug­ha­fen Mün­chen: Mün­chen | 03. Juli 2018 | 18.00 Uhr | Flug­ha­fen Mün­chen, Ter­mi­nal 1, vor Check in Ebe­ne 3. Pro­test geplant auch in Nürn­berg | 03. Juli 2018 | 18.00 Uhr | Ort wird noch bekannt­ge­ge­ben
  • War­nung: Ers­te Hin­wei­se auf nächs­ten Abschie­be­ter­min nach Afgha­ni­stan am 26.06.2018 
    Bis­her gibt es noch kei­ne ein­deu­ti­ge Bestä­ti­gung des nächs­ten Sam­mel­ab­schie­be­ter­mins. Jedoch kann davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die­ser – wie auch bei den letz­ten Flü­gen – Ende des Monats statt­fin­den wird. Es gibt ers­te ver­trau­ens­wür­di­ge Hin­wei­se auf den Diens­tag, 26. Juni 2018.” Mel­dung beim Flücht­lings­rat Bay­ern externer Link, sie­he dort aktua­li­sier­te Infos
  • Afgha­ni­stan – note safe ! Ers­te bay­ern­wei­te Afgha­ni­stan-Kon­fe­renz vom 13. bis 15. Juni in Mün­chen 
    “Obwohl in Afgha­ni­stan seit mehr als 30 Jah­ren Krieg herrscht und sich die Sicher­heits­la­ge für Zivilist*innen dort immer mehr ver­schärft, schiebt die Bun­des­re­gie­rung und das Land Bay­ern wei­ter nach Afgha­ni­stan ab. Abge­scho­ben wer­den kei­nes­wegs „nur“ Straf­tä­ter oder Gefähr­der, son­dern Men­schen, die gut inte­griert sind. Vie­le der betrof­fe­nen Per­so­nen leb­ten seit vie­len Jah­ren in Deutsch­land, hat­ten eine fes­te Arbeit, eine Aus­bil­dung in Aus­sicht oder stan­den kurz vor der Hei­rat. Im Febru­ar 2018 wur­de ein neu­er Bericht der UN-Mis­si­on in Afgha­ni­stan UNAMA ver­öf­fent­lich. Er beschäf­tigt sich mit der Bedro­hungs­la­ge für die Zivil­be­völ­ke­rung in Afgha­ni­stan im Jahr 2017. Dar­in steht geschrie­ben, dass mitt­ler­wei­le – im vier­ten Jahr in Fol­ge – mehr als 10.000 Zivilist*innen durch die krie­ge­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen in Afgha­ni­stan getö­tet oder ver­letzt wur­den. Dar­un­ter Tau­sen­de Frau­en und Kin­der. 2017 hat die Zahl der Opfer von Ter­ror­an­schlä­gen einen neu­en Höchst­stand erreicht und auch im Jahr 2018 sind bereits meh­re­re schwe­re Anschlä­ge zu ver­zeich­nen…” aus dem Auf­ruf des baye­ri­schen Bünd­nis­ses “Afgha­ni­stan – Not Safe” vom Juni 2018 externer Link auf der Akti­ons­sei­te. Die Kon­fe­renz fin­det am 13. – 15. Juli 2018 in Mün­chen im Bel­le­vue di Mona­co, Mül­ler­str. 2–6, in Deutsch statt. Die Teil­nah­me­ge­bühr inkl. Ver­pfle­gung beträgt 40,00 € für das gan­ze Wochen­en­de. Die Soli­ge­bühr beträgt 60,00 €. Somit kön­nen Sie es Men­schen ermög­li­chen an der Kon­fe­renz teil­zu­neh­men, die weni­ger finan­zi­el­le Mög­lich­kei­ten haben. Der ermä­ßig­te Preis beträgt 20,00 €.
  • Mer­kel: Afgha­ni­stan wie­der sicher. Abschie­bun­gen unein­ge­schränkt mög­lich 
    Die Bun­des­re­gie­rung sieht nach dem neu­en Lage­be­richt kei­nen Grund mehr für Ein­schrän­kun­gen bei Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan. Grü­ne und Lin­ke fin­den Abschie­bun­gen in das Land unver­ant­wort­lich. Sie lesen den Bericht anders. (…) Mer­kel sag­te, auf der Grund­la­ge die­ses Berichts und ange­sichts der Tat­sa­che, dass die deut­sche Bot­schaft wie­der bes­ser arbeits­fä­hig sei, müss­ten die Beschrän­kun­gen nicht mehr gel­ten. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) wer­de den Bun­des­län­dern die Hal­tung der Bun­des­re­gie­rung mit­tei­len. Sie könn­ten dann auf die­ser Basis Ent­schei­dun­gen über Abschie­bun­gen tref­fen. Lin­ke und Grü­ne lesen den Bericht anders als die Kanz­le­rin. „Aus dem Bericht geht ein­deu­tig her­vor, dass in Afgha­ni­stan wei­ter­hin Krieg, Armut und Kor­rup­ti­on herr­schen. Afgha­ni­stan ist nicht sicher“, sag­te die innen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Lin­ken im Bun­des­tag, Ulla Jel­pke. Wer dort­hin abschie­be, han­de­le unver­ant­wort­lich und neh­me Tod und Ver­let­zun­gen Betrof­fe­ner in Kauf…” Bei­trag vom 7. Juni 2018 beim Miga­zin externer Link
  • Schre­cken nach der Abschie­bung. Die Anti­ras­sis­ti­sche Initia­ti­ve Ber­lin hat Schick­sa­le von abge­wie­se­nen Asyl­be­wer­bern in Afgha­ni­stan doku­men­tiert 
    Mit­te Dezem­ber 2016 haben die Abschie­bung von Geflüch­te­ten aus Deutsch­land nach Afgha­ni­stan begon­nen. Mitt­ler­wei­le sind sie zur Rou­ti­ne gewor­den. Ins­ge­samt 13 Abschie­be­flü­ge gab es in den ver­gan­ge­nen andert­halb Jah­ren. 234 Men­schen wur­den aus­ge­flo­gen. Schlag­zei­len machen die Flü­ge in der Regel nur noch, wenn es einem Geflüch­te­ten gelingt, sich erfolg­reich einer Aus­wei­sung zu ent­zie­hen. Jetzt hat die Anti­ras­sis­ti­sche Initia­ti­ve Ber­lin (ARI) an die Kon­se­quen­zen die­ser Abschie­bun­gen für die Betrof­fe­nen erin­nert. Sie ste­hen im Mit­tel­punkt der aktua­li­sier­ten Doku­men­ta­ti­on »Die bun­des­deut­sche Flücht­lings­po­li­tik und ihre töd­li­chen Fol­gen«, wel­che die ARI seit 1994 jähr­lich her­aus­gibt. Dort sind die Men­schen benannt, die nach ihrer Abschie­bung in Afgha­ni­stan ver­letzt oder getö­tet wur­den. Die Doku­men­ta­ti­on lie­fert vie­le erschre­cken­de Bei­spie­le über die töd­li­che deut­sche Flücht­lings­po­li­tik. Sie ist seit 1994 ein lei­der noch immer unver­zicht­ba­res Stück Gegen­öf­fent­lich­keit. Seit weni­gen Wochen ist die­se wohl umfang­reichs­te Doku­men­ta­ti­on des deut­schen All­tags­ras­sis­mus auf einer Daten­bank im Inter­net zu fin­den (www​.ari​-dok​.org externer Link)...” Arti­kel von Peter Nowak vom 07.06.2018 beim ND online externer Link, sie­he dazu unser Dos­sier: [Doku­men­ta­ti­on] Töd­li­che Fol­gen der Flücht­lings­po­li­tik
  • Asyl­la­ge­be­richt: Bun­des­re­gie­rung sieht Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan wei­ter schwie­rig
    “… Die Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan ist nach Ein­schät­zung der Bun­des­re­gie­rung anhal­tend schwie­rig. Zu die­sem Fazit kommt das Aus­wär­ti­ge Amt in sei­nem neu­en Asyl­la­ge­be­richt, der an die­sem Frei­tag an die zustän­di­gen Behör­den wei­ter­ge­lei­tet wur­de. Wie die Zei­tun­gen der Fun­ke Medi­en­grup­pe sowie der Recher­che­ver­bund aus NDR, WDR und Süd­deut­scher Zei­tung (SZ) berich­ten, kom­men die Exper­ten des Aus­lands­mi­nis­te­ri­ums zu dem Ergeb­nis, dass die Regie­rung in Kabul “häu­fig nicht in der Lage ist, ihre Schutz­ver­ant­wor­tung effek­tiv wahr­zu­neh­men”. Sie habe “seit je nur beschränk­ten Ein­fluss auf loka­le Macht­ha­ber und Kom­man­deu­re”, die häu­fig ihre Macht miss­brauch­ten. Afgha­ni­stan, so zitie­ren die Medi­en aus dem “Lage­be­richt zu asyl- und abschie­bere­le­van­ten Ereig­nis­sen”, befin­de sich “in einer schwie­ri­gen Auf­bau­pha­se und einer wei­ter­hin vola­ti­len Sicher­heits­la­ge”. Die­se wei­se star­ke regio­na­le Unter­schie­de auf. Pro­vin­zen mit akti­ven Kampf­hand­lun­gen stün­den Pro­vin­zen gegen­über, in denen die Lage trotz gele­gent­li­cher Anschlä­ge oder ande­rer Gewalt­ak­tio­nen “ver­gleichs­wei­se sta­bil” sei. So herr­sche in dem Bür­ger­kriegs­land also eine vola­ti­le Sicher­heits­la­ge. (…) Die­se Erkennt­nis­se, die als ver­trau­lich gel­ten und aus Grün­den des Quel­len­schut­zes von der Bun­des­re­gie­rung nicht ver­öf­fent­licht wer­den, bil­den die Grund­la­ge, auf der die Behör­den über Asyl­an­trä­ge und Abschie­bun­gen von Afgha­nen ent­schei­den…” Bei­trag vom 1. Juni 2018 von und bei der Zeit online externer Link
  • War­nung: Nächs­te Abschie­bung nach Afgha­ni­stan vor­aus­sicht­lich am Di, 22.05.2018 – Pro­tes­te 
    Baye­ri­scher Flücht­lings­rat mel­det: “Wir haben Hin­wei­se dass der nächs­te Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan vor­aus­sicht­lich am Diens­tag, den 22.05.2018, vom Flug­ha­fen Frank­furt, statt­fin­den wird” Sie­he dazu aktua­li­sier­te Hin­wei­se für afgha­ni­sche Flücht­lin­ge und ihre Berater*innen externer Link bei Pro Asyl. Sie­he dazu auch das Update der Peti­ti­on “Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel: Kei­ne Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan!” vom 16. Mai 2018 von Tho­mas Nowotny bei chan​ge​.org externer Link mit Mög­lich­keit der Unter­stüt­zung. Pro­tes­te:
    • Frank­furt am Diens­tag, 22. Mai 18:00 – 21:00: Jetzt erst recht: Abschie­be­stopp nach Afgha­ni­stan sofort! Flug­ha­fen Frank­furt Inter­na­tio­nal, Air­port­ring, 60547 Frank­furt am Main
    • Würz­burg am Diens­tag, den 22. Mai: Demons­tra­ti­on Initia­ti­ve Blei­be­recht Würz­burg um 18:00 Uhr vom Haupt­bahn­hof Würz­burg bis zum Dom durch die Innen­stadt von Würz­burg gegen die für den sel­ben Tag geplan­te 12. Sam­mel­ab­schie­bung vom Frank­fur­ter Flug­ha­fen nach Kabul/​Afgha­ni­stan
  • [Online-Peti­ti­on] Frie­dens­stadt Augs­burg gegen Abschie­bun­gen in den Krieg! 
    “Wir, die Schü­ler­ver­tre­tung der Frie­dens­stadt Augs­burg, appel­lie­ren an den Augs­bur­ger Stadt­rat, die Reso­lu­ti­on, die von den Augs­bur­ger Hel­fer­krei­sen und dem Augs­bur­ger Flücht­lings­rat erstellt, von vie­len Orga­ni­sa­tio­nen unter­stützt, vom Augs­bur­ger Inte­gra­ti­ons­bei­rat ein­stim­mig beschlos­sen und von den Grü­nen in den Stadt­rat ein­ge­bracht wur­de, zu beschlie­ßen und damit dem Bei­spiel ande­rer baye­ri­scher Städ­te, wie bei­spiels­wei­se Mün­chen, Würz­burg, Erlan­gen etc. zu fol­gen! Afgha­ni­stan ist kein Land, in das man momen­tan Men­schen abschie­ben kann.(…) Auch gegen die­se unmensch­li­che Art der Unter­brin­gung und Iso­lie­rung bit­ten wir den Stadt­rat Stel­lung zu bezie­hen und ein Zei­chen zu set­zen…” Online-Peti­ti­on vom April 2018 bei chan​ge​.org externer Link Die Initia­to­ren bit­ten um rege Betei­li­gung durch Unter­schrift und wir um Nach­ah­mung!
  • Nächs­te Abschie­bung nach Afgha­ni­stan am Diens­tag, 24. April vom Flug­ha­fen Düs­sel­dorf 
    Wir haben Hin­wei­se dass der nächs­te Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan vor­aus­sicht­lich am Diens­tag, den 24.04.2018 statt­fin­den wird. Der Flug­ha­fen ist bis­her noch unklar.” Mel­dung beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link, sie­he dort für Aktua­li­sie­run­gen
    • Pro­tes­te:
      Düs­sel­dorf: Fluecht­lings­rat NRW ruft auf zur Pro­test­ak­ti­on heu­te Abend (24.4.) am Flug­ha­fen Düs­sel­dorf (18 Uhr am Ter­mi­nal B)
      Augs­burg, 24.04. | 18.30 | Königs­platz
      Mün­chen, 24.04. | ganz­tä­gi­ge Ban­ner­ak­ti­on + Demo. 24. 4. | 18 Uhr | Max-Joseph-Platz
      Köln: Kund­ge­bung am Mon­tag, 23.4. Vor dem Haupt­bahn­hof in Köln. “Gegen jede Abschie­bung! Nach Afgha­ni­stan und egal wohin!” um 18.00 Uhr
      Nürn­berg, 23.04. | 18.30 | Hall­platz
    • PRO ASYL: »Unver­ant­wort­lich«. Heu­te Abend in Düs­sel­dorf: Die nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan 
      Dut­zen­de Tote und mehr als hun­dert Ver­letz­te ver­gan­ge­ne Woche beim schwe­ren Anschlag in Kabul, da schie­ben deut­sche Behör­den erneut Afgha­nen auf dem Luft­weg nach Afgha­ni­stan ab. Dort erwar­tet die Abge­scho­be­nen ein hohes Maß an Unsi­cher­heit, in einer Vor­wahl­zeit, in der mit Anschlä­gen des IS und der Tali­ban ver­mehrt zu rech­nen ist. PRO ASYL kri­ti­siert das Vor­ge­hen als unver­ant­wort­lich. Aus­ge­blen­det wird die Sicher­heits­la­ge, die nach Anga­ben ver­schie­de­ner Stel­len beson­ders davon gekenn­zeich­net ist, dass die Tali­ban in einer beträcht­li­chen Zahl der Pro­vin­zen fak­tisch die Herr­schaft haben oder in der Lage sind, die Kräf­te der Regie­rung per­ma­nent mit mili­tä­ri­schen Mit­teln her­aus­zu­for­dern. Anschlä­ge im Zen­trum Kabuls die­nen als Demons­tra­ti­on der Stär­ke. Seit Jah­res­be­ginn wur­den mehr als 72.000 Men­schen in Afgha­ni­stan erneut in die Flucht geschla­gen, davon laut UNOCHA Afgha­ni­stan allein 23.000 in der ver­gan­ge­nen Woche…” Pres­se­mit­tei­lung vom 24.04.2018 externer Link
    • Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen appel­lie­ren an die Bun­des­po­li­zei, sich nicht an Abschie­be­flü­gen zu betei­li­gen 
      Anläss­lich des ange­kün­dig­ten nächs­ten Abschie­be­flu­ges nach Afgha­ni­stan mor­gen, am Diens­tag, 24. April wen­den sich Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen und Flücht­lings­rä­te mit einem Appell an die Beam­tin­nen und Beam­ten der Bun­des­po­li­zei, sich nicht an der­ar­ti­gen Abschie­be­flü­gen zu betei­li­gen. Laut aktu­el­ler Medi­en­be­rich­te sind immer weni­ger Beam­tin­nen und Beam­te der Bun­des­po­li­zei bereit, Abschie­be­flü­ge zu beglei­ten. “Wir hal­ten die Ent­schei­dung all der­je­ni­gen für rich­tig, die sich zu die­sem Schritt ent­schlie­ßen und nicht dar­an teil­neh­men, Men­schen gegen ihren Wil­len aus Deutsch­land fort­zu­schaf­fen, all­zu oft sogar unter Andro­hung und Anwen­dung phy­si­schen Zwangs”, begrün­det Brit­ta Rabe vom Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie den Schritt, “beson­ders die Abschie­bun­gen in das Kriegs­ge­biet Afgha­ni­stan sind auf­grund der dor­ti­gen Gefah­ren­la­ge durch nichts zu recht­fer­ti­gen. Sie sind men­schen­rechts­wid­rig. Wer kann es vor sich selbst ver­ant­wor­ten, Men­schen dort­hin aus­zu­lie­fern – selbst wenn sie eines Ver­ge­hens beschul­digt wer­den?” Die Teil­nah­me an Abschie­bun­gen als “Per­so­nen­be­glei­ter Luft” ist für Beam­tin­nen und Beam­te der Bun­des­po­li­zei frei­wil­lig. Sie kön­nen dem­nach frei ent­schei­den, ob sie sich für der­ar­ti­ge Auf­ga­ben zur Ver­fü­gung stel­len.” Pres­se­mit­tei­lung vom 23.4.2018 beim Komi­tee für Grund­rech­te und Demo­kra­tie externer Link unter­schrie­ben auch von Flücht­lings­rat Ham­burg e.V., Flücht­lings­rat Nie­der­sach­sen e.V., Flücht­lings­rat Sach­sen-Anhalt e.V., Flücht­lings­rat Schles­wig-Hol­stein e.V., Ver­ei­ni­gung Demo­kra­ti­scher Juris­tin­nen und Juris­ten e.V.
    • Air See­hofer: 12. deut­scher Abschie­be­flug wohl am 24.4.18 – und: wei­ter deut­sche Dub­lin-Abschie­bun­gen 
      “… Am letz­ten Wochen­en­de fand in Oslo eine gro­ße Kund­ge­bung vor dem Par­la­ment statt – vie­le zeig­ten die roten Dra­chen, das Sym­bol des euro­pa­wei­ten Akti­ons­bünd­nis­ses „Don’t Send Afghans back“. Oslo schickt jede Woche Geflüch­te­te nach Kabul zurück – auch Fami­li­en. Auch Schwer­kran­ke. Auch unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge. Das traut sich nicht mal See­hofer. Aber wie der fol­gen­de Bericht zeigt, schiebt Deutsch­land Fami­li­en nach Nor­we­gen ab, die dann nach Afgha­ni­stan wei­ter­de­por­tiert wer­den…” Bei­trag von Tho­mas Rut­tig vom 22.4.2018 bei Afgha­ni­stan Zhaghdab­lai – Tho­mas Rut­tig über Afgha­ni­stan externer Link
  • Hin­wei­se für afgha­ni­sche Flücht­lin­ge und ihre Berater*innen: Behaup­tun­gen, die Asyl­an­trä­ge afgha­ni­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger sei­en chan­cen­los, sind falsch.
    “… Die Innen­mi­nis­ter beschlos­sen im Juni 2017 die Abschie­bun­gen auf drei Per­so­nen­grup­pen zu beschrän­ken: auf Straf­tä­ter, Gefähr­der und Aus­rei­se­pflich­ti­ge, die ihre Mit­wir­kung an der Iden­ti­täts­fest­stel­lung ver­wei­gern (…). Mit die­ser Ein­schrän­kung wur­den die Sam­mel­ab­schie­bun­gen trotz der sich wei­ter ver­schlech­tern­den Sicher­heits­si­tua­ti­on wie­der auf­ge­nom­men. Ins­ge­samt wur­den von Beginn der Abschie­bungs­po­li­tik bis heu­te (April 2018) weni­ger als 200 Men­schen nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben. Die Angst vor Abschie­bun­gen unter den Afghan*innen in Deutsch­land ist jedoch groß. (…) Auch wenn es bit­ter sein mag, dass in man­chen Regio­nen seri­en­wei­se Ableh­nungs­be­schei­de an Afghan*innen zuge­stellt wer­den – der juris­ti­sche und poli­ti­sche Ein­satz lohnt sich. Die rela­tiv hohe Schutz­quo­te ist nicht vom Him­mel gefal­len, sie ist Resul­tat der öffent­li­chen Debat­te über die Sicher­heits­si­tua­ti­on in Afgha­ni­stan. Es ist wich­tig, immer wie­der aufs Neue zu the­ma­ti­sie­ren, ob Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan gerecht­fer­tigt wer­den kön­nen und sich für die in Deutsch­land leben­den Afghan*innen öffent­lich ein­zu­set­zen. Nach wie vor berich­ten vie­le Medi­en sehr kri­tisch über die Abschie­bungs­flü­ge, die Situa­ti­on von Mil­lio­nen Bin­nen­ver­trie­be­nen in Afgha­ni­stan, über die ver­schlech­ter­te Sicher­heits­la­ge in frü­her als sicher ange­se­he­nen Regio­nen, über die fak­ti­sche Macht­über­nah­me der Tali­ban und ande­rer bewaff­ne­ter Grup­pen in vie­len Lan­des­tei­len. (…) Es hat sich gelohnt, poli­tisch und recht­lich für afgha­ni­sche Flücht­lin­ge zu strei­ten. Eine Ver­bes­se­rung der Lage in Afgha­ni­stan, die eine Rück­kehr in Wür­de mög­lich machen wür­de, ist auf län­ge­re Zeit hin­aus nicht in Sicht. Für ein Blei­be­recht von Afghan*innen muss des­halb wei­ter gestrit­ten wer­den.” Eini­ge aktu­el­le Hin­wei­se von Pro Asyl vom 24. April 2018 externer Link
  • Afgha­ni­stan Abschie­bung: zyni­sches Spiel mit dem Men­schen­le­ben. Bay­ern schickt wie­der “hart­nä­cki­ge Iden­ti­täts­ver­wei­ge­rer” nach Afgha­ni­stan 
    Auf dem für heu­te ange­setz­ten Abschie­be­flug nach Kabul wer­den wie­der meh­re­re Afgha­nen aus Bay­ern sein, die unter dem zwei­fel­haf­ten Label der „hart­nä­cki­gen Iden­ti­täts­ver­wei­ge­rung“ lau­fen. Wäh­rend die­se Kate­go­rie in ande­ren Bun­des­län­dern kei­ne Rol­le spielt, dehnt die baye­ri­sche Regie­rung den Begriff der Iden­ti­täts­ver­wei­ge­rung weit aus. So ist heu­te wohl wie­der ein Flücht­ling auf dem Flug, des­sen Tazki­ra (afgha­ni­sches Iden­ti­täts­pa­pier) gera­de auf dem Weg von Kabul nach Deutsch­land ist. Vor 14 Tagen wur­de die Zen­tra­le Aus­län­der­be­hör­de dar­über infor­miert, und es liegt ihr auch eine Kopie die­ser Tazki­ra vor. Wenn die Tazki­ra also in Deutsch­land ankommt, ist ihr Besit­zer schon auf dem Rück­flug nach Kabul. Ganz sicher ist noch nicht, dass Herr D abge­scho­ben wird, es lau­fen noch Rechts­mit­tel gegen die Aus­län­der­be­hör­de. Der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat hat Infor­ma­tio­nen zu zwei wei­te­ren Per­so­nen aus Bay­ern, die für die Abschie­bung heu­te Abend ab Flug­ha­fen Leip­zig-Hal­le vor­ge­se­hen sind. Kei­ner die­ser drei hat Straf­ta­ten began­gen, kei­ner ist Gefähr­der. Zudem geht der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat davon aus, dass Bay­ern wie­der meh­re­re Per­so­nen aus Straf­haft oder Unter­su­chungs­haft zur Abschie­bung brin­gen wird…” Mit­tei­lung vom 26.03.2018 von und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
  • “Schi­ka­ne”: Zahl der aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen steigt 
    Obwohl die meis­ten afgha­ni­schen Schutz­su­chen­den auf­grund der Sicher­heits­la­ge nicht abge­scho­ben wer­den kön­nen, wird mehr als die Hälf­te der Asyl­an­trä­ge von Afgha­nen abge­lehnt. Die Lin­ke wer­fen der Regie­rung Schi­ka­ne vor. Die Zahl der Afgha­nen, die Deutsch­land ver­las­sen müss­ten, ist gestie­gen. Ende Janu­ar gal­ten knapp 14.600 Afgha­nen als aus­rei­se­pflich­tig, wie aus einer Ant­wort des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums auf eine Par­la­ments­an­fra­ge der Links­frak­ti­on her­vor­geht, über die zuerst die „Neue Osna­brü­cker Zei­tung“ berich­te­te und die auch dem epd vor­liegt. Das waren nach Anga­ben der Zei­tung rund 1.770 mehr als vor einem Jahr. Gleich­zei­tig ist die Zahl in etwa so hoch wie im Herbst 2016, als durch ein Rück­nah­me­ab­kom­men Abschie­bun­gen von Afgha­nen aus Deutsch­land wie­der mög­lich gemacht wur­den. Mehr als 10.400 der aus­rei­se­pflich­ti­gen Afgha­nen hat­ten Ende Janu­ar eine Dul­dung. Dies ver­hin­dert eine Abschie­bung bei­spiels­wei­se aus gesund­heit­li­chen Grün­den, weil die Iden­ti­tät nicht geklärt ist oder wegen fami­liä­rer Här­ten. Die deut­sche Behör­den leh­nen den Anga­ben zufol­ge mehr als die Hälf­te der Asyl­an­trä­ge von Afgha­nen ab: Die Gesamt­schutz­quo­te für afgha­ni­sche Staats­bür­ger hat im Jahr 2017 bei 44 Pro­zent gele­gen…” Arti­kel vom 6. März 2018 bei Miga­zin externer Link
  • Afgha­ni­stan­ab­schie­bung wur­de zur „Air Bava­ria“. Flücht­lings­rat kri­ti­siert: Nur die baye­ri­sche Regie­rung hält rigo­ros aus wahl­tak­ti­schen Grün­den an Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan fest, Innen­mi­nis­ter Herr­mann täuscht „beharr­lich“ die Öffent­lich­keit 
    Baye­ri­scher Flücht­lings­rat: Ges­tern abend ver­ließ der 10. Sam­mel­ab­schie­be­flug nach Afgha­ni­stan den Münch­ner Flug­ha­fen, eine hal­be Stun­de nach Abflug ver­mel­de­te das baye­ri­sche Innen­mi­nis­te­ri­um Voll­zug. Bay­erns Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann erklär­te dazu, der Rechts­staat set­ze damit ein Zei­chen. Es sei „die Auf­ga­be des Rechts­staats, sei­ne Bür­ger zu schüt­zen und die Abschie­bung […] mit Nach­druck durch­zu­set­zen“. Doch Rechts­staat­lich­keit zeigt sich gera­de im Umgang mit schutz­su­chen­den Men­schen. Und hier gibt der Voll­zug der baye­ri­schen Behör­den mehr und mehr Anlass zu Zwei­feln, wie es um die Rechts­staat­lich­keit in Bay­ern bestellt ist. In zwei dem Baye­ri­schen Flücht­lings­rat bekann­ten Fäl­len muss­ten die von der Staats­re­gie­rung für die Abschie­bung vor­ge­se­he­nen Afgha­nen aus der Abschieb­haft ent­las­sen wer­den, die zustän­di­gen Ver­wal­tungs­ge­rich­te beur­teil­ten die Vor­ge­hens­wei­se der Behör­den als rechts­wid­rig. In min­des­tens einem Fall wur­de ein Geflüch­te­ter abge­scho­ben, der in kei­ne der Per­so­nen­grup­pen, die laut Ver­ein­ba­rung mit der Bun­des­re­gie­rung über­haupt abge­scho­ben wer­den dür­fen, gehört: Er ist weder Straf­tä­ter, noch Gefähr­der oder hart­nä­cki­ger Iden­ti­täts­ver­wei­ge­rer. Und auch bei der Defi­ni­ti­on die­ser Per­so­nen­grup­pen beweist das baye­ri­sche Innen­mi­nis­te­ri­um eine kaum zu über­bie­ten­de Krea­ti­vi­tät. Als Straf­tä­ter gerät man in Bay­ern schon in die Räder der Abschie­be­ma­schi­ne­rie nach einer Ver­ur­tei­lung zu 50 Tages­sät­zen auf­grund eines Baga­tell­de­likts. Wer mit einem fal­schen Pass ein­ge­reist ist, wird wegen Urkun­den­fäl­schung in der Regel höher bestraft und steht schon mit einem Bein im nächs­ten Abschie­be­flie­ger. Beson­ders die Ein­stu­fung als hart­nä­cki­ger Iden­ti­täts­ver­wei­ge­rer ist nicht mehr nach­zu­voll­zie­hen…” Pres­se­mit­tei­lung vom 21.02.2018 von und bei Baye­ri­scher Flücht­lings­rat externer Link
  • Abflug aus Mün­chen: 14 Asyl­be­wer­ber nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben – unter Pro­tes­ten
    Am Diens­tag­abend wur­den 14 abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber aus Afgha­ni­stan per Flug­zeug in ihre Hei­mat abge­scho­ben. Der vom Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um orga­ni­sier­te Sam­mel­char­ter hob um 19.40 Uhr vom Flug­ha­fen Mün­chen in Rich­tung Kabul ab, wie das baye­ri­sche Innen­mi­nis­te­ri­um mit­teil­te. Von den 14 Abge­scho­be­nen hiel­ten sich dem­nach 10 zuletzt in Bay­ern auf. Aus wel­chen Bun­des­län­dern die übri­gen stam­men, ging aus der Mit­tei­lung nicht her­vor. Nach BR-Infor­ma­tio­nen soll­ten ursprüng­lich 58 Asyl­be­wer­ber nach Afgha­ni­stan zurück­ge­bracht wer­den, es sei­en schließ­lich aber nur 14 an Bord gewe­sen. (…) Gegen die Abschie­bung pro­tes­tier­ten am Diens­tag­abend trotz Schnee­falls und Käl­te auf dem Münch­ner Mari­en­platz etwa 200 Men­schen. “Lasst uns gemein­sam für eine Poli­tik der Inte­gra­ti­on und nicht der Abschie­bun­gen ein­ste­hen”, hieß es in der Erklä­rung des Baye­ri­schen Flücht­lings­rats, der zu der Kund­ge­bung auf­ge­ru­fen hat­te…” Bei­trag vom 21. Febru­ar 201 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Afgha­ni­stan-Abschie­bung vor­aus­sicht­lich ab Mün­chen /​Erneut Flücht­lin­ge mit an Bord, die sich nichts zuschul­den kom­men lie­ßen 
    Am mor­gi­gen Diens­tag soll die nächs­te Char­ter­ma­schi­ne nach Kabul star­ten und abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber nach Afgha­ni­stan zurück­brin­gen. Der Flug star­tet nach den uns vor­lie­gen­den Hin­wei­sen nicht von Düs­sel­dorf, son­dern vom Münch­ner Flug­ha­fen aus. Der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat befürch­tet des­halb, dass es heu­te Nacht und mor­gen früh noch zu zahl­rei­chen Ver­haf­tungs­ver­su­chen kom­men wird. Die Bun­des­re­gie­rung und Bay­erns Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann hal­ten hart­nä­ckig an der Mär fest, es gebe siche­re Gebie­te in Afgha­ni­stan, in der die Abge­scho­be­nen eine Lebens­per­spek­ti­ve haben. Dabei wei­sen alle UN-Orga­ni­sa­tio­nen, die mit Afgha­ni­stan befasst sind, das Land als Kriegs­ge­biet aus. Der deut­sche Bot­schaf­ter und sei­ne weni­gen Mit­ar­bei­te­rIn­nen, die nach dem Bom­ben­an­schlag auf die deut­sche Bot­schaft im ver­gan­ge­nen Jahr in der US-Bot­schaft Asyl gefun­den haben, sind nicht in der Lage, einen neu­en Lage­be­richt zu erstel­len. Trotz aller Beschlüs­se sit­zen wohl erneut Flücht­lin­ge an Bord, die weder Straf­ta­ten began­gen haben, noch Gefähr­der sind, oder hart­nä­ckig die Klä­rung ihrer Iden­ti­tät ver­wei­gert haben…” Mel­dung vom 19.02.2018 von und bei Baye­ri­scher Flücht­lings­rat externer Link
    • War­nung: Nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan am Di, 20.02.2018 ab Flug­ha­fen Mün­chen – Pro­tes­te 
      Wir haben Hin­wei­se dass der nächs­te Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan vor­aus­sicht­lich am Diens­tag, den 20.02.2018 statt­fin­den wird. Der Flug­ha­fen ist bis­her noch nicht bekannt.” Kurz­war­nung von und bei Baye­ri­scher Flücht­lings­rat externer Link. Am Wochen­en­de fin­den euro­pa­weit Pro­test­ak­tio­nen gegen Abschie­bun­gen Geflüch­te­ter nach Afgha­ni­stan statt, sie­he bekann­te Pro­tes­te:
      • Lis­te inter­na­tio­na­ler Pro­tes­te externer Link
      • Demons­tra­ti­on Mün­chen | 17.02.2018 | 9 Uhr | Len­bach­platz – Demons­tra­ti­on gegen den Afgha­ni­schen Prä­si­den­ten – Afgha­ni­sche Orga­ni­sa­tio­nen rufen anläss­lich der Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz zu einer Pro­test­kund­ge­bung auf.
      • Kund­ge­bung Nürn­berg | 19.02.2018 | 17 Uhr | Karl-Brö­ger-Haus. Offe­ne Anti­ra AG der Inter­ven­tio­nis­ti­schen Lin­ken Nürn­berg und Anti­fa­schis­ti­sche Lin­ke Fürth rufen auf zu einer Kund­ge­bung gegen die Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan.
      • Demons­tra­ti­on Mün­chen | 20.02.2018 | 18 Uhr | Mari­en­platz. Kei­ne Abschie­bung nach Afgha­ni­stan! Der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat und die Kara­wa­ne Mün­chen rufen anläss­lich des geplan­ten Abschie­be­flugs am 20.Februar zu einer Demons­tra­ti­on in der Münch­ner Innen­stadt auf!
      • Kund­ge­bung Würz­burg | 20.02.2018 | 18 Uhr | Markt­platz. Kund­ge­bung gegen Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan, initi­iert wird die Kund­ge­bung von der INITATIVE BLEIBERCHT und Unter­stütz vom Würz­bur­ger Flücht­lings­rat, vom Medi Netz Würz­burg, vom Mehr als 16a und von Peace Love and Soli­dar­ty.
      • Demons­tra­ti­on gegen Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan in Göt­tin­gen | 20.02.2018 | 17 Uhr | Gän­se­lie­sel
  • NOZ: Pro Asyl mahnt Bun­des­re­gie­rung: Jetzt end­lich Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan stop­pen – Men­schen­recht­ler alar­miert über neu­en UN-Bericht 
    Die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Pro Asyl hat ange­sichts eines neu­en UN-Berichts über zivi­le Kriegs­op­fer in Afgha­ni­stan an die Bun­des­re­gie­rung appel­liert, jetzt end­lich die Fak­ten über die Lage auf den Tisch zule­gen und Abschie­bun­gen in das Land sofort zu stop­pen. Pro-Asyl-Geschäfts­füh­rer Gün­ter Burk­hardt sag­te der “Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung” (Frei­tag): “Das Aus­wär­ti­ge Amt muss end­lich einen sach­ge­rech­ten Lage­be­richt ver­öf­fent­li­chen. Es kann nicht sein, dass das Außen­mi­nis­te­ri­um seit vie­len Mona­ten damit argu­men­tiert, dass die deut­sche Bot­schaft in Kabul zer­stört und nicht arbeits­fä­hig ist.” Mit die­ser Schutz­be­haup­tung wol­le sich die Bun­des­re­gie­rung ledig­lich vor dem öffent­li­chen Ein­ge­ständ­nis drü­cken, dass es kei­ne siche­ren Regio­nen in Afgha­ni­stan gebe. Bele­ge für die über­aus kri­ti­sche Lage gebe es zuhauf…” Mel­dung der Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung vom 15. Febru­ar 2018 beim Pres­se­por­tal externer Link
  • Neue Erkennt­nis­se über Afgha­ni­stan-Abschie­bun­gen 
    Es gebe siche­re Regio­nen in Afgha­ni­stan: So begrün­det die Bun­des­re­gie­rung immer wie­der, war­um sie nach wie vor Sam­mel­ab­schie­bun­gen dort­hin durch­führt. 68 Straf­tä­ter, Gefähr­der und soge­nann­te Iden­ti­täts­ver­wei­ge­rer wur­den zurück­ge­bracht. Eine Ana­ly­se des Baye­ri­schen Rund­funks hat erge­ben: Auch Per­so­nen aus nicht-siche­ren Regio­nen waren dar­un­ter…” Arti­kel von Jani­na Lück­off vom 03.02.2018 bei BR24 externer Link
  • [Von wegen “nur” Straf­tä­ter] Kei­ne Papie­re. Behin­der­ter Flücht­ling im Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan 
    Zu den am Diens­tag­abend per Sam­mel­flug [19] abge­scho­be­nen Afgha­nen zählt auch der behin­der­te und trau­ma­ti­sier­te Flücht­ling Reza Hosai­ni. Er habe kei­ne Papie­re vor­wei­sen kön­nen. Hosai­ni ist als Zehn­jäh­ri­ger nach einer Bom­ben­ex­plo­si­on auf einem Auge erblin­det. (…) Die Regens­bur­ger Rechts­an­wäl­tin Mar­gal Noru­zi sag­te am Mitt­woch dem Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst, sie habe bis Diens­tag­abend ver­geb­lich ver­sucht, die Abschie­bung von Reza H. zu ver­hin­dern. Der 20-Jäh­ri­ge ist nach Anga­ben sei­ner Unter­stüt­zer auf einem Auge blind und hat eine schwe­re Angst­stö­rung. Sei­ne Anwäl­tin beschreibt ihn als „ver­wirrt“. Abge­scho­ben wur­de er dem­nach, weil die Behör­den ihn in die Grup­pe der­je­ni­gen zähl­ten, die „hart­nä­ckig“ die Mit­wir­kung an der Fest­stel­lung ihrer Iden­ti­tät ver­wei­gern. (…) Nach Anga­ben des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums saßen in dem Abschie­be­flug, der Afgha­ni­stan am Mitt­woch erreich­te, 19 voll­jäh­ri­ge Män­ner, dar­un­ter 13 Straf­tä­ter und ein Gefähr­der. Fünf fie­len in die Grup­pe derer, die die Fest­stel­lung ihrer Iden­ti­tät ver­wei­ger­ten. Reza H. hat­te nach Anga­ben der Anwäl­tin kei­ne Papie­re…” Miga­zin-Mel­dung vom 25. Janu­ar 2018 externer Link
  • War­nung: Nächs­te Abschie­bung nach Afgha­ni­stan vor­aus­sicht­lich am Di, 23.01.2018 vom Flug­ha­fen Düs­sel­dorf 
    Infor­ma­tio­nen und Mate­ria­li­en beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link (oben auf der Start­sei­te), sie­he Auf­ru­fe zu Kund­ge­bun­gen: Sonn­tag, 21. Janu­ar um 15:30 Uhr am Unte­rer Markt­platz in Würz­burg (Initia­ti­ve Blei­be­recht Würz­burg); Mon­tag, 22.01.2018 ab 18.00 Uhr Schwa­ba­cher Str. 30 in Fürth; Diens­tag, 23.01.2018: Würz­burg und neu: 23.01.2018 ab 16 Uhr am Flug­ha­fen Düs­sel­dorf /​23.01.2018 ab 18 Uhr am Mari­en­platz in Mün­chen
  • Abschie­bung: “Die Staats­re­gie­rung [Bay­ern] lässt auf Bie­gen und Bre­chen Afgha­nen ein­sam­meln” 
    Am 23. Janu­ar wol­len Bund und Län­der das nächs­te Flug­zeug mit abge­lehn­ten Asyl­be­wer­bern nach Afgha­ni­stan schi­cken. Minis­ter­prä­si­dent See­hofer sagt zwar, dass “im Augen­blick nur Straf­tä­ter und Gefähr­der zurück­ge­führt” wer­den, doch eini­ge Fäl­le wei­sen dar­auf hin, dass offen­bar auch die mit Abschie­bung zu rech­nen haben, die sie sich nichts zuschul­den haben kom­men las­sen. (…) Der Chef des Baye­ri­schen Flücht­lings­rats, Ste­phan Dünn­wald, rech­net damit, dass min­des­tens 15 Afgha­nen, die zuletzt im Frei­staat leb­ten, von der Abschie­bung betrof­fen sein wer­den. Einer der Män­ner ist der 21-jäh­ri­ge Yos­u­fi E., dem in Afgha­ni­stan die Stei­ni­gung droht…” Arti­kel von Chris­ti­an Rost vom 18. Janu­ar 2018 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Wenn die Angst vor Abschie­bung in den Sui­zid treibt 
    “Am 1. Janu­ar sprang ein Flücht­ling aus dem Fens­ter einer Gemein­schafts­un­ter­kunft. Er ist kein Ein­zel­fall: Immer mehr afgha­ni­sche Flücht­lin­ge neh­men sich in Bay­ern aus Angst vor Abschie­bung das Leben. Das baye­ri­sche Innen­mi­nis­te­ri­um gibt Grup­pen wie dem Flücht­lings­rat eine Mit­schuld an der Unru­he unter Afgha­nen. (…) “Statt die Trau­ma­ti­sie­rung zu ver­ar­bei­ten, kommt hier eine neue Trau­ma­ti­sie­rung hin­zu”, sagt Maria Möl­ler, Haus­ärz­tin aus Augs­burg, die sich seit 2015 in der Flücht­lings­ar­beit enga­giert. Für vie­le Afgha­nen, see­lisch ohne­hin bereits ange­schla­gen, glei­che die­se Situa­ti­on “einem Rus­sisch Rou­let­te – wann komm ich dran mit der Abschie­bung? (…) Dem­nach hat­ten 2016 158 Flücht­lin­ge in Bay­ern ver­sucht, sich das Leben zu neh­men. In vier Fäl­len ende­te dies töd­lich. “Das war mehr als eine Ver­drei­fa­chung gegen­über den Vor­jah­ren”, sagt Kamm. Mit­ver­ant­wort­lich für die­se Ent­wick­lung mach­te Kamm die baye­ri­sche Asyl­po­li­tik. Die Ant­wort der Staats­re­gie­rung fiel dras­tisch aus. “Zu einem sol­chen halt­lo­sen und ehr­ver­let­zen­den Vor­wurf wer­den wir uns nicht äußern.” (…) Kon­tra­pro­duk­tiv, so der Spre­cher, sei außer­dem, Abschie­be­ter­mi­ne an Asyl­be­wer­ber wei­ter zu geben. Dadurch ent­stün­den unnö­ti­ge Sor­gen, nicht durch eine unver­hält­nis­mä­ßig schar­fe Abschie­be­pra­xis…” Arti­kel von Diet­rich Mitt­ler und Lisa Schnell vom 9. Janu­ar 2018 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Afgha­ni­stan: Das neue Jahr beginnt, wie das alte ende­te 
    Mit Anschlä­gen, die vie­le Men­schen­le­ben for­dern – und mit Abschie­bun­gen aus Deutsch­land. Wie­der war die Haupt­stadt Kabul betrof­fen, davon unbe­irrt lan­den genau dort wei­ter­hin die Abschie­be­flie­ger. Der nächs­te ist für den 23.1. geplant. Todes­op­fer durch Ter­ror­an­schlä­ge – allein in Kabul. Allein 2017. Min­des­tens zwan­zig Tote, dar­un­ter Teil­neh­mer einer Demons­tra­ti­on: Auch 2018 rei­ßen die Mel­dun­gen über blu­ti­ge Anschlä­ge in Afgha­ni­stan nicht ab. Allein in der Haupt­stadt Kabul gab es im ver­gan­ge­nen Jahr über 20 gro­ße Anschlä­ge mit mehr als 500 Todes­op­fern. Erst ver­gan­ge­ne Woche star­ben über 30 Per­so­nen bei einem Anschlag auf ein Kul­tur­zen­trum. Zu bei­den Anschlä­gen bekann­te sich der afgha­ni­sche IS-Able­ger, der sei­ne Akti­vi­tät im letz­ten Jahr merk­lich erhöht hat. Aller­dings zei­gen nicht nur die aktu­el­len, dem IS zuge­schrie­be­nen, Ter­ror­ak­te, son­dern auch Anschlä­ge der Tali­ban, in welch gro­ßem Maße auch Zivil­per­so­nen unter­schieds­los dabei zu Tode kom­men, selbst wenn deren pri­mä­res Ziel staat­li­che Ein­rich­tun­gen, Sicher­heits­kräf­te oder ähn­li­ches gewe­sen sein mögen. (…) Des­sen unge­ach­tet ist in Deutsch­land der nächs­te Abschie­bungs­flug schon für den 23.1. (ab Düs­sel­dorf) geplant. Obwohl immer noch kein neu­er Lage­be­richt des Aus­wär­ti­gen Amtes vor­liegt – der eigent­lich tur­nus­ge­mäß bereits im Okto­ber 2017 hät­te erschei­nen sol­len. Rea­li­täts­ver­wei­ge­rung scheint Abschie­bungs­vor­aus­set­zung zu sein.” Mel­dung vom 05.01.2018 von und bei Pro Asyl externer Link
  • Nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan am 23.01.2018! 
    Nach Infos des „Forum Afgha­ni­scher Migran­ten“ gibt es am 23.01. wie­der eine Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan, vom Düs­sel­dorf Flug­ha­fen aus
  • Arm, aber in Tei­len nor­mal? Das Afgha­ni­stan-Mär­chen 
    “Afgha­ni­stan ist auch offi­zi­ell wie­der ein “Land im Krieg”. Allein in Kabul gab es in die­sem Jahr mehr als 20 gro­ße Anschlä­ge. Trotz­dem schiebt die Bun­des­re­gie­rung in das Land ab und ver­brei­tet Mär­chen. Wenn es um Afgha­ni­stan geht, ist sich die deut­sche Bun­des­re­gie­rung nicht zu scha­de, die dümmst­mög­li­chen Ver­glei­che her­an­zu­zie­hen. So sag­te ein Ver­tre­ter des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums neu­lich auf einer Fach­kon­fe­renz, das Risi­ko, im afgha­ni­schen Krieg getö­tet zu wer­den, sei unge­fähr so hoch, wie in Deutsch­land an mul­ti­re­sis­ten­ten Erre­gern zu ster­ben. Das Schlim­me an die­sen per­fi­den Ver­glei­chen ist, dass sie bei vie­len Men­schen auf frucht­ba­ren Boden sto­ßen. Selbst Poli­ti­ker der Grü­nen waren sich in die­sem Jahr nicht zu scha­de, in der Debat­te über afgha­ni­sche Flücht­lin­ge mit Halb­wahr­hei­ten nur so um sich zu wer­fen. (…) Ein wenig mehr Ehr­lich­keit wür­de der gan­zen Debat­te also mal wie­der gut tun. Wir müss­ten uns dann jedoch ein­ge­ste­hen, dass Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan, also in den Krieg, nicht zu recht­fer­ti­gen sind. Lei­der scheint es so, dass die deut­sche Poli­tik zu die­sem Ein­ge­ständ­nis nicht bereit ist. Wir wer­den uns auf wei­te­re per­fi­de deut­sche Halb­wahr­hei­ten über Afgha­ni­stan ein­stel­len müs­sen – allen Kämp­fen, toten Zivi­lis­ten und Anschlä­gen zum Trotz.” Kom­men­tar von Jür­gen Weber­mann vom ARD-Stu­dio Neu-Delhi vom 28. Dezem­ber 2017 bei tages​schau​.de externer Link
  • AFGHANISTAN IST NICHT SICHER! Pro­tes­te gegen die Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan am 6.12. 
    Am Mitt­woch, den 6.12. soll eine wei­te­re Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan statt­fin­den. Einen gan­zen Flie­ger mit 78 afgha­ni­schen Geflüch­te­ten schickt das Innen­mi­nis­te­ri­um nach Kabul. Wäh­rend in Afgha­ni­stan immer noch Krieg und Ter­ror herrscht und die Nach­rich­ten über wei­te­re Anschlä­ge nicht auf­hö­ren, wird dies vom Innen­mi­nis­te­ri­um fröh­lich unter­gra­ben und nach wie vor argu­men­tiert, man kön­ne ja auch in ein siche­res Gebiet umzie­hen. Egal, dass es dort kei­ne Zukunfts­per­spek­ti­ven gibt. Egal, dass unab­hän­gi­ge Län­der­be­rich­te zu Afgha­nis­ten alle Gebie­te als gefähr­lich ein­stu­fen. Die Men­schen auf die­sem Flug, so recht­fer­tigt das Innen­mi­nis­te­ri­um sein per­fi­des Vor­ge­hen, sei­en über­wie­gend männ­li­che Straf­tä­ter. Doch was bedeu­tet die­se Recht­fer­ti­gung in Hin­blick auf die noch aus­ste­hen­de Neu­be­wer­tung der Sicher­heits­la­ge und die tat­säch­li­che Lage in Afgha­ni­stan? Sie beu­deu­tet, dass sich die Regie­rung wie­der eine Kate­go­rie von Men­schen schafft, deren Leben sie als nicht schüt­zens­wert ansieht und es ent­rech­tet wie es ihr beliebt...” Aus dem Auf­ruf der Kara­wa­ne Mün­chen zur Demons­tra­ti­on am 6.12. in Mün­chen – sie­he bis­her bekann­te wei­te­re Pro­tes­te:
    • Würz­burg, Vier­röh­ren­brun­nen | Mon­tag, 04.12.2017, 17 Uhr
    • Nürn­berg, Hall­platz | Kund­ge­bung, Diens­tag, 05.12.2017, 17 Uhr
    • Köln, Bahn­hofs­vor­platz, Diens­tag, 05.12.2017, ab 18.00 Uhr
    • Mün­chen, Send­lin­ger Str. 8 | Mitt­woch, 06.12.2017, 19 Uhr
    • Frank­furt, Flug­ha­fen | Mitt­woch, 06.12.2017, 18 Uhr
    • Düs­sel­dorf, Mitt­woch, 6.12. um 17.00 Uhr auf dem Scha­dow­platz
    • Ber­lin, Mitt­woch, 06.12. 18.00, Ora­ni­en­platz (U8/​1 Kott­bus­ser Tor)
  • Afgha­ni­stan: Bun­des­po­li­zei sucht Beam­te für Abschie­be­flug [am Niko­laus] 
    78 Afgha­nen sol­len nach SPIE­GEL-Infor­ma­tio­nen Anfang Dezem­ber in ihr Hei­mat­land abge­scho­ben wer­den. Die Bun­des­po­li­zei hat jedoch Pro­ble­me, genü­gend beglei­ten­de Beam­te mit ent­spre­chen­dem Visum zu fin­den. Trotz der wei­ter ver­schlech­ter­ten Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan plant Deutsch­land nach Infor­ma­tio­nen des SPIEGEL am 6. Dezem­ber eine “natio­na­le Sam­mel­rück­füh­rungs­maß­nah­me” vom Frank­fur­ter Flug­ha­fen nach Kabul. Auf der Flug­lis­te ste­hen 78 Afgha­nen. 16 von ihnen befin­den sich der­zeit in Haft. Für ihre Beglei­tung wer­den rund hun­dert spe­zi­ell aus­ge­bil­de­te Poli­zis­ten benö­tigt. Aller­dings hat die Bun­des­po­li­zei Schwie­rig­kei­ten, genü­gend Beam­te zu fin­den, die im Besitz eines Visums für Afgha­ni­stan sind – zumal zeit­gleich ein Abschie­be­flug nach Paki­stan statt­fin­den soll. Das Bun­des­po­li­zei­prä­si­di­um appel­liert daher an Beam­te, die dafür ein­ge­plant sind und ein Afgha­ni­stan-Visum haben, sich für den Kabul-Flug zu mel­den, der “poli­ti­sche Prio­ri­tät” habe, wie es in einem Schrei­ben heißt…” Bei­trag vom 23.11.2017 beim Spie­gel online externer Link – nicht nur PRO ASYL for­dert externer Link: die für den 6. Dezem­ber geplan­te Abschie­bung stop­pen!
  • Afgha­ni­stan – Abschie­bung mor­gen stop­pen!
    mor­gen schie­ben deut­sche Behör­den zum wie­der­hol­ten Mal in die­sem Jahr eine Grup­pe von Men­schen per Sam­mel­flug nach Afgha­ni­stan ab. Sie wer­den gezwun­gen, in ein Land zurück­zu­keh­ren, in dem sie täg­lich um ihr Leben fürch­ten müs­sen. Ihre Abschie­bung ist daher ein kla­rer Ver­stoß gegen gel­ten­des Völ­ker­recht. (…) For­de­re jetzt Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re auf, die­se und wei­te­re Abschie­bun­gen zu stop­pen!...” Aktua­li­sier­te Peti­ti­on von und bei Amnes­ty Inter­na­tio­nal externer Link
  • Abschie­bung nach Afgha­ni­stan am 24. Okto­ber von Leipzig/​Hal­le – Leip­zig: Auf­ruf zum Pro­test-Camp – Kei­ne Abschie­bung nach Afgha­ni­stan! 
    Wir, Zen­de­gi, rufen zum Pro­test Camp vom 21. bis zum 24. Okto­ber auf dem Augus­tus­platz in Leip­zig auf. Wir pro­tes­tie­ren damit gegen die Abschie­bung nach Afgha­ni­stan am 24. Okto­ber vom Flug­ha­fen Leipzig/​Hal­le. Wir rufen die Bürger*innen in Sach­sen, Sach­sen-Anhalt und über­all sonst in der Bun­des­re­pu­blik dazu auf, uns zu unter­stüt­zen, die Non-Citi­zens, die hier in Deutsch­land leben. (…) Ab dem mor­gi­gen Tag, 14 Uhr, wer­den wir gemein­sam mit ande­ren Men­schen ver­schie­de­ner Staats­bür­ger­schaf­ten mit Hoff­nung und Geduld gegen Abschie­bun­gen im All­ge­mei­nen, gegen die Abschie­bung nach Afgha­ni­stan im Beson­de­ren, pro­tes­tie­ren...” Auf­ruf vom 20. Okto­ber 2017 beim Flücht­lings­rat Sach­sen-Anhalt externer Link mit Ein­zel­hei­ten zum Pro­test Camp
  • 24.10.2017 aus Leip­zig: Nächs­ter Abschie­be­flug nach Kabul geplant. PRO ASYL for­dert Mora­to­ri­um 
    Trotz aller Berich­te über die sich wei­ter ver­schär­fen­de Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan ist nach Agen­tur­mel­dun­gen eine erneu­te Sam­mel­ab­schie­bung am kom­men­den Diens­tag, 24.10.2017 aus Leip­zig geplant. PRO ASYL for­dert ein Mora­to­ri­um von Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan. (…) Über Face­book hat die Ber­li­ner Rechts­an­wäl­tin Laa­ser gepos­tet: »Heu­te wur­de ein Man­dant fest­ge­nom­men und in Abschie­be­haft ver­bracht. Er soll nächs­te Woche nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wer­den. Straf­ta­ten lie­gen nicht vor, Gefähr­der ist er auch nicht. In Afgha­ni­stan war er auch noch nie.« (…) Über ein Drit­tel der in die­sem Jahr Bin­nen­ver­trie­be­nen stam­men aus dem Nor­den, in dem auch die Bun­des­wehr sta­tio­niert war. Mitt­ler­wei­le machen sich dort offen­bar als Tali­ban-Kon­kur­renz auch immer mehr loka­le IS-Able­ger breit. Eine wei­te­re Eska­la­ti­on ist zu erwar­ten…” Pres­se­mit­tei­lung vom 19.10.2017 von und bei Pro Asyl externer Link, dort umfang­rei­che Hin­ter­grün­de
  • [Peti­ti­on] Blei­be­recht für Anwar Khan Safi: Bsirs­ke for­dert Stopp der Abschie­bung 
    “Die Mit­ar­bei­te­rIn­nen des Kli­ni­kums Augs­burg machen sich gro­ße Sor­gen, dass ihrem Arbeits­kol­le­gen Anwar Khan Safi mit hoher Wahr­schein­lich­keit in weni­gen Tagen die Abschie­bung in das Bür­ger­kriegs­land Afgha­ni­stan droht. In einer Peti­ti­on an den Baye­ri­schen Land­tag for­dern hoch­ran­gi­ge Ver­tre­te­rIn­nen von ver.di, unter ande­rem der Bun­des­vor­sit­zen­de Frank Bsirs­ke, die Abschie­bung zu stop­pen und dem Kol­le­gen ein Blei­be­recht zumin­dest für die Dau­er sei­ner Aus­bil­dung ein­zu­räu­men. Anwar ist 2014 aus sei­ner kriegs­zer­stör­ten Hei­mat Afgha­ni­stan nach Deutsch­land geflo­hen. Wäh­rend sei­nes Asyl­ver­fah­rens lern­te er flie­ßend Deutsch und hat 2016/​17 im Kli­ni­kum Augs­burg erfolg­reich eine ein­jäh­ri­ge Aus­bil­dung zum Kran­ken­pfle­ge­hel­fer absol­viert. Seit August 2017 ist Anwar am Kli­ni­kum ange­stellt und im Kol­le­gIn­nen­kreis außer­or­dent­lich beliebt. Er enga­giert sich dar­über hin­aus seit über zwei Jah­ren als ehren­amt­li­cher Sani­tä­ter bei den Johan­ni­tern in Augs­burg. Er hat bereits die Zusa­ge, ab 1. Okto­ber die­sen Jah­res die fach­lich höher­wer­ti­ge Aus­bil­dung am Kli­ni­kum zum Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ger begin­nen zu kön­nen…” Pres­se­infor­ma­ti­on von ver.di Bezirk Augs­burg vom 29. Sep­tem­ber 2017 – dort auch wei­te­re Infos zur Peti­ti­on externer Link
    • Aus­bil­dung statt Abschie­bung. Wir for­dern ein Blei­be­recht für unse­ren Kol­le­gen Anwar Khan Safi 
      “… Wer Inte­gra­ti­on will, muss die Rah­men­be­din­gun­gen dafür schaf­fen, dass sie gelingt. Die feh­len­de Rechts­si­cher­heit beim Auf­ent­halts­sta­tus, die Bedro­hung durch Abschie­bun­gen und die Aus­set­zung und Ein­schrän­kun­gen des Fami­li­en­nach­zugs tra­gen zu Unsi­cher­heit und unsi­che­rer Per­spek­ti­ve bei. Doch Inte­gra­ti­on braucht glei­che Rech­te. Wir sind über­zeugt, dass jun­ge Geflüch­te­te die eine Aus­bil­dung auf­neh­men, nicht abge­scho­ben wer­den dür­fen. Abschie­bun­gen in soge­nann­te siche­re Dritt­staa­ten – ins­be­son­de­re nach Afgha­ni­stan – sind zu stop­pen. Den Rechts­ruck in der Gesell­schaft wer­den wir nicht durch Abschie­bun­gen und Aus­gren­zung stop­pen, son­dern nur durch eine soli­da­ri­sche Poli­tik, die Geflüch­te­te nicht kri­mi­na­li­siert und sie mit Arbeits­ver­bo­ten belegt…” Soli­da­ri­täts­er­klä­rung des ver.di Bun­des­mi­gra­ti­ons­aus­schus­ses vom 14. Okto­ber 2017 externer Link mit dem Kran­ken­pfle­ger und ver.di Kol­le­gen Anwar Khan Safi aus Auf­gs­burg, dem die Abschie­bung in das Bür­ger­kriegs­land Afgha­ni­stan droht.
  • Bun­des­re­gie­rung igno­riert Lebens­ge­fahr für abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber 
    Ein neu­er Amnes­ty-Bericht doku­men­tiert die Gefah­ren für abge­scho­be­ne Asyl­be­wer­ber in Afgha­ni­stan. Den Men­schen dro­hen dort Gewalt, Ent­füh­run­gen und Tod. Jede Abschie­bung stellt einen Ver­stoß gegen das Völ­ker­recht dar. Euro­päi­sche Regie­run­gen schie­ben der­zeit zuneh­mend Men­schen nach Afgha­ni­stan ab, wo ihnen Gewalt, Fol­ter und Tod dro­hen. Das doku­men­tiert Amnes­ty Inter­na­tio­nal in dem neu­en Bericht “For­ced back to dan­ger”. Trotz der pre­kä­ren Sicher­heits­la­ge in ihrer Hei­mat erhal­ten Afgha­nin­nen und Afgha­nen außer­dem immer sel­te­ner Schutz in Deutsch­land….” Pres­se­mit­tei­lung vom 05. Okto­ber 2017 externer Link, dar­in der Bericht zum Down­load. Sie­he dazu auch bei Pro Asyl am 5.10.2017 externer Link: Nichts sehen, nichts hören? Rea­li­tät in Afgha­ni­stan end­lich zur Kennt­nis neh­men!
  • Sam­mel­ab­schie­be­flug am 12. Sep­tem­ber nach Kabul geplant. PRO ASYL: Bun­des­re­gie­rung macht Wahl­kampf auf Kos­ten von Men­schen­le­ben:
    Trotz aller Fak­ten über die Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan soll Medi­en­be­rich­ten zufol­ge am 12. Sep­tem­ber eine Sam­mel­ab­schie­bung nach Kabul geplant sein, dies­mal wohl vom Flug­ha­fen in Düs­sel­dorf. PRO ASYL ist ent­setzt. »In Afgha­ni­stan herrscht Krieg, Hun­dert­tau­sen­de sind auf der Flucht. Hier soll wohl auf den letz­ten Metern vor der Wahl noch Abschie­be­här­te demons­triert wer­den, um am rech­ten Rand nach Wäh­ler­stim­men zu fischen«, so PRO ASYL-Geschäfts­füh­rer Gün­ter Burk­hardt. Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan sind unver­ant­wort­lich. PRO ASYL for­dert: Kei­ne Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan! Alle, die sich dar­an betei­li­gen, gehen ein unver­ant­wort­ba­res Risi­ko für die Betrof­fe­nen ein. Den vom Aus­wär­ti­gen Amt (AA) jüngst vor­ge­leg­ten Bericht zur Lage­be­ur­tei­lung für Afgha­ni­stan wer­tet PRO ASYL als unbrauch­bar…” Pres­se­mit­tei­lung vom 07.09.2017 von und bei Pro Asyl externer Link – wich­tig:
    • Pro­test gegen Sam­mel­ab­schie­bung am Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen am Diens­tag, 12. Sep­tem­ber 17:00 – 19:00 Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen Ter­mi­nal B, Düs­sel­dorf
    • Am 11. Sep­tem­ber um 17 Uhr an den Katha­ri­nen­trep­pen (vor dem Hbf) fin­det in Dort­mund die Vor­abend­de­mo gegen die geplan­te Abschie­bung afgha­ni­scher Geflüch­te­ter am 12.09.2017 vom Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen statt.
    • Här­te zei­gen: Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan
      Am mor­gi­gen Diens­tag soll es wie­der eine Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan geben. Eigent­lich waren “Rück­füh­run­gen” nach Kabul seit Mai wegen der kata­stro­pha­len Sicher­heits­la­ge aus­ge­setzt wor­den. Den­noch hat das feder­füh­ren­de Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um jetzt wie­der einen Flug ange­setzt. Wir spra­chen mit Karl Kopp von Pro Asyl über die weni­gen Infor­ma­tio­nen, die vor­ab bekannt sind und die Situa­ti­on afgha­ni­scher Flücht­lin­ge in Deutsch­land.” Inter­view vom 11.9.2017 des Radio Dreyeck­land Frei­burg beim Audio­por­tal Frei­er Radi­os externer LinkAudio Datei
  • [Zynis­mus pur] Afgha­ni­stan: Sor­ge um Poli­zis­ten bei Abschie­be-Flü­gen 
    “… Die Gefahr lau­ert über­all in Afgha­ni­stan, sobald man das Gelän­de des Flug­ha­fens in der Haupt­stadt Kabul ver­lässt. Dar­aus zieht die Bun­des­re­gie­rung Kon­se­quen­zen – für ihre Poli­zis­ten. Wäh­rend offen­bar im Hin­ter­grund die nächs­ten Sam­mel­ab­schie­bun­gen von abge­lehn­ten Asyl­be­wer­bern vor­be­rei­tet wer­den, sorgt sich das Innen­mi­nis­te­ri­um in Ber­lin um die Sicher­heit der Poli­zis­ten, die Flücht­lin­ge bei Ein­zel­ab­schie­bun­gen beglei­ten müss­ten. Man wäh­le Ver­bin­dun­gen, “die nur einen kur­zen Auf­ent­halt am Flug­ha­fen Kabul erfor­der­lich machen”, schreibt das Minis­te­ri­um an die Grü­nen-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Lui­se Amts­berg. “Weder ist eine Über­nach­tung noch ein Ver­las­sen des Flug­ha­fen­ge­län­des erfor­der­lich.” Bei Sam­mel­ab­schie­bun­gen flie­gen die Beam­ten mit der Char­ter­ma­schi­ne sofort zurück…” Bei­trag von Bernd Kas­t­ner vom 29. August 2017 bei der süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • [GB] Pilot wei­gert sich, abge­lehn­ten Asyl­be­wer­ber nach Afgha­ni­stan zu flie­gen
    Samim Bigzad, der in Eng­land gelebt hat­te, soll­te am 26. August 2017 vom Lon­do­ner Flug­ha­fen Heathrow aus depor­tiert wer­den. Akti­vis­ten, die sich für den 22-Jäh­ri­gen ein­ge­setzt hat­ten, sag­ten, es bestehe die Gefahr, dass der jun­ge Mann in der afgha­ni­schen Haupt­stadt getö­tet wür­de. (…) “Samim sag­te, sie sei­en im Gang vor der Tür des Flug­zeugs gewe­sen, als der Pilot her­aus­kam und sagte:“Ich flie­ge nicht. Sein Leben ist gefähr­det.“...” Mel­dung vom 30.8.2017 bei euro­news externer Link – dies ist nicht nur nach­ah­mens­wert, son­der auch daher inter­es­sant, weil wir kürz­lich mel­de­ten, dass laut Pilo­ten­ver­ei­ni­gung Cock­pit zumin­dest in Deutsch­land eine Ableh­nung nur aus Sicher­heits­grün­den, nicht aus Gewis­sens­grün­den zuläs­sig sei und eine Arbeits­ver­wei­ge­rung mit mög­li­chen arbeits­recht­li­chen Kon­se­quen­zen wäre… Sie­he: Flug­ka­pi­tän muss Abschie­bung bei Risi­ko stop­pen
  • The­ma ver­fehlt – Lage­be­ur­tei­lung des Aus­wär­ti­gen Amtes zu Afgha­ni­stan unzu­rei­chend 
    “… Das Bun­des­amt für Migra­ti­on & Flücht­lin­ge (BAMF) hat sei­ne Her­kunfts­län­der­leit­sät­ze zu Afgha­ni­stan über­ar­bei­tet. All das pas­siert ohne aus­rei­chen­de Ent­schei­dungs­grund­la­ge! Das Aus­wär­ti­ge Amt (AA) soll­te nach dem schwe­ren Spreng­stoff­an­schlag in Kabul Ende Mai die Sicher­heits­si­tua­ti­on in Afgha­ni­stan neu bewer­ten. Das Ergeb­nis – eine her­be Ent­täu­schung. Das AA ver­fehlt das The­ma, es lie­fert kei­ne brauch­ba­ren Infor­ma­tio­nen. (…) Erwar­tet wur­den z.B. Nach­wei­se für die Behaup­tung, die in den BAMF-Beschei­den immer wie­der zu fin­den ist – dass eine inlän­di­sche Flucht­al­ter­na­ti­ve, also eine Schutz­mög­lich­keit inner­halb Afgha­ni­stans zu fin­den sei. Die­se Flucht­al­ter­na­ti­ve muss »zumut­bar« und »erreich­bar« sein. Erwar­tet wur­den Nach­wei­se, dass das AA kon­kre­te siche­re Regio­nen für bestimm­te Per­so­nen­grup­pen beschreibt, wenn es sie denn geben soll­te. Erwar­tet wur­de, dass das Außen­amt sich die­ser Ver­ant­wor­tung stellt. Die­se berech­tig­ten Erwar­tun­gen blei­ben uner­füllt. (…) Wo es dann aber kon­kret wer­den müss­te, heißt es nur, eine Beur­tei­lung hän­ge von den Umstän­den des Ein­zel­fal­les ab. Zu berück­sich­ti­gen sei­en neben den ört­lich herr­schen­den Macht­ge­fü­gen bei­spiels­wei­se Eth­nie, Stamm, Kon­fes­si­on und Her­kunft. Ein guter Ein­lei­tungs­satz – mehr aber auch nicht…” Kri­tik von und bei Pro Asyl vom 25.08.2017 externer Link, wich­tig dazu – auch für recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zun­gen – ist die aus­führ­li­che Ana­ly­se von Pro Asyl “Zur Lage­be­ur­tei­lung des Aus­wär­ti­gen Amtes zu Afgha­ni­stan” vom 25. August 2017 externer Link (wobei aller­dings grund­sätz­lich klar sein soll­te, dass für “unse­ren” Innen­mi­nis­ter der eher­ne Grund­satz gilt: Aus den Augen, aus dem Sinn – so hofft er jeden­falls)
  • Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan: Ber­lin ist lebens­ge­fähr­lich prag­ma­tisch 
    Das Leben in Afgha­ni­stan wird immer gefähr­li­cher. Doch die Bun­des­re­gie­rung bleibt bei ihrer Hal­tung: Sie will wei­ter in das Land abschie­ben. Zumin­dest Kri­mi­nel­le. Ber­lins Kurs ist so popu­lis­tisch wie men­schen­ver­ach­tend. Die Bun­des­re­gie­rung hat in ihrer Asyl­po­li­tik der­zeit vor allem eine Mis­si­on: abschie­ben, abschie­ben, abschie­ben. Immer wie­der ist von einer “natio­na­len Kraft­an­stren­gung” bei den als “Rück­füh­run­gen” beschö­nig­ten Maß­nah­men die Rede. (…) Die Aner­ken­nungs­quo­ten von Flücht­lin­gen aus Afgha­ni­stan san­ken in Deutsch­land in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zwar auf schein­bar wun­der­sa­me Wei­se. Fast so, als wür­de das Land immer siche­rer wer­den. Der Grund war aber viel­mehr der gewach­se­ne Druck der Poli­tik auf Ent­schei­dungs­trä­ger in Asyl­ver­fah­ren. Denn in Afgha­ni­stan selbst stieg die Zahl der zivi­len Opfer kon­ti­nu­ier­lich. (…) Zu Tau­sen­den Toten kamen Hun­dert­tau­sen­de Bin­nen­ver­trie­be­ne, die unter erbärm­li­chen Bedin­gun­gen leben. Sie zu erwäh­nen, ist wich­tig. Denn was gern igno­riert wird, wenn es um das Schön­re­den der Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan geht: Ster­ben die­se Bin­nen­ver­trie­be­nen auf ihrer Flucht durch Hun­ger, Durst oder Käl­te, so lan­den sie nicht in der offi­zi­el­len Sta­tis­tik der zivi­len Opfer. (…) Auch Ver­bre­cher haben Men­schen­rech­te. Aus der Per­spek­ti­ve des deut­schen Recht­staa­tes ist es schlicht nicht hin­nehm­bar, Men­schen in ein Land zu schi­cken, in denen ihnen Ver­fol­gung, Todes­stra­fe oder Fol­ter dro­hen – egal ob die Per­son sich in Deutsch­land mit gefälsch­ten Papie­ren aus­ge­wie­sen oder sich eines Taschen­dieb­stahls schul­dig gemacht hat. Ja, selbst nach einem Mord…” Ein Kom­men­tar von Issio Ehrich vom 09. August 2017 bei n‑tv.de externer Link
  • Flücht­lin­ge aus Afgha­ni­stan: Abschie­bung über Umwe­ge 
    “Die Bun­des­re­gie­rung hat einen geplan­ten Abschie­be­flug abge­sagt – den­noch schickt sie indi­rekt wei­ter Flücht­lin­ge nach Afgha­ni­stan. Am 13. Juni hat­te Deutsch­land Asyl­be­wer­ber nach Oslo aus­ge­flo­gen. Dort gilt kein Afgha­ni­stan-Mora­to­ri­um, und die nor­we­gi­schen Behör­den schie­ben auch Fami­li­en mit Kin­dern nach Kabul ab. (…) Das Innen­mi­nis­te­ri­um in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ver­weist auf das Dub­lin-Ver­fah­ren. Die Lan­des­re­gie­rung habe in die­sen Fäl­len “kei­ne Kennt­nis über das wei­te­re Ver­fah­ren im zustän­di­gen EU-Mit­glied­staat”. Dass Nor­we­gen die Sicher­heits­la­ge ganz anders ein­schätzt, spielt offen­bar kei­ne Rol­le. Die Ent­schei­dung über “eine mög­li­che Abschie­bung nach Afgha­ni­stan ist abschlie­ßend durch den zustän­di­gen Mit­glied­staat zu tref­fen und liegt nicht im Ein­fluss­be­reich Deutsch­lands”, so ein Spre­cher…” Bei­trag von Moritz Gei­er und Bernd Kas­t­ner vom 26. Juni 2017 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link
  • Bun­des­re­gie­rung sagt Abschie­be-Flug am MItt­woch nach Kabul ab – ver­scho­ben, aber nicht abge­sagt!
    Schon die Ankün­di­gung von neu­en Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan hat­te für hit­zi­ge Pro­tes­te gesorgt. Jetzt hat die Bun­des­re­gie­rung einen Flug von Leip­zig nach Kabul nach SPIE­GEL-Infor­ma­tio­nen abge­sagt. (…) In Regie­rungs­krei­sen hieß es am Sams­tag, der Flug sei nicht aus poli­ti­schen Grün­den abge­sagt wor­den. Viel­mehr kön­ne die Deut­sche Bot­schaft in Kabul, die nach dem schwe­ren Anschlag vor eini­gen Wochen wei­ter­hin geschlos­sen ist, die Abschie­bung nicht wie gewohnt logis­tisch unter­stüt­zen. Des­we­gen habe man sich zur spon­ta­nen Absa­ge des Flugs ent­schlos­sen. Gleich­zei­tig wur­de in den Krei­sen betont, dass der Abschie­be-Flug nur ver­scho­ben, aber nicht abge­sagt wur­de. Viel­mehr bestehe wei­ter­hin Einig­keit, dass man die Abschie­bun­gen fort­set­zen wol­le, wenn die Bot­schaft die Maß­nah­me wie­der unter­stüt­zen kön­ne…” Arti­kel von Mat­thi­as Gebau­er vom 24.06.2017 bei Spon externer Link
  • Tod­si­che­res Her­kunfts­land. Stei­gen­de Zahl von Atten­ta­ten in Afgha­ni­stan. UNO warnt vor gefähr­li­cher Lage. Bun­des­re­gie­rung will wei­ter Men­schen an den Hin­du­kusch abschie­ben 
    Krieg und Ter­ror pei­ni­gen die Afgha­nen in ihrer Hei­mat. Die Sicher­heits­la­ge ist schlech­ter denn je. Erst am gest­ri­gen Don­ners­tag kamen bei einem Auto­bom­ben­an­schlag in der Pro­vinz Hel­mand min­des­tens 36 Men­schen ums Leben. Über 59 Per­so­nen wur­den ver­letzt. Unter den Opfern befan­den sich neben Sol­da­ten und Poli­zei­be­am­ten auch Zivi­lis­ten. Es liegt die Ver­mu­tung nahe, dass auch die­ser Ter­ror­akt auf das Kon­to der Tali­ban geht. Sie kon­trol­lie­ren etwa 80 Pro­zent der besag­ten Pro­vinz. Der deut­schen Bun­des­re­gie­rung aus CDU/​CSU und SPD ist die gefähr­li­che Lage in Afgha­ni­stan jedoch egal. Wie Spie­gel Online und der Nord­deut­sche Rund­funk (NDR) ges­tern über­ein­stim­mend berich­te­ten, sol­len am kom­men­den Mitt­woch erneut Flücht­lin­ge aus Deutsch­land ins Kriegs­ge­biet abge­scho­ben wer­den. So sei ein Abschie­be­flug nach Kabul geplant. Der der­zei­ti­ge Abschie­be­stopp nach Afgha­ni­stan gel­te nicht für angeb­li­che Straf­tä­ter, kom­men­tier­te das Minis­te­ri­um die Mel­dun­gen…” Arti­kel von Mar­kus Bern­hardt in jun­ge Welt vom 23.06.2017 externer Link
  • Neue Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan: Zum Wider­stand ver­pflich­tet
    “… Wer nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wird, und, für uns hier noch ent­schei­den­der, wer aus Deutsch­land nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wird, ist sei­nes Men­schen­rechts beraubt wor­den. Wer aus Deutsch­land nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben wird, ist des­halb im Sin­ne der Prä­am­bel der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te ein Opfer von „Tyran­nei und Unter­drü­ckung“. Er oder sie wäre von der Erklä­rung zum letz­ten Mit­tel des Wider­stands berech­tigt, zum Auf­stand gegen Tyran­nei und Unter­drü­ckung. Wir alle, die Zeug*innen die­ses exem­pla­ri­schen Unrechts sind, began­gen an Men­schen, die ihres Men­schen­rechts beraubt und der­art ohne den Schutz einer „Herr­schaft des Rechts“ sind, sind des­halb zum Wider­stand ver­pflich­tet. Im Unter­schied zu den in die Abschie­bung Gezwun­ge­nen haben wir ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, unse­rer Ver­pflich­tung zum Wider­stand nach­zu­kom­men…” Appell von Tho­mas Sei­bert vom 22. Juni 2017 bei med­i­co inter­na­tio­nal externer Link
  • Geplan­te Abschie­bung aus­ge­setzt [sol­le jedoch „schnellst­mög­lich nach­ge­holt wer­den“] 
    “… Nach dem ver­hee­ren­den Bom­ben­an­schlag in Kabul hat die Bun­des­re­gie­rung die für Mitt­woch­abend geplan­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan abge­sagt. Das teil­te der hes­si­sche Innen­mi­nis­ter Peter Beuth (CDU) am Mit­tag unter Beru­fung auf eine Mit­tei­lung aus Ber­lin mit. Eine „ord­nungs­ge­mä­ße Abwick­lung“ kön­ne von der deut­schen Bot­schaft in Afgha­ni­stan „nicht sicher­ge­stellt“ wer­den, hieß es dar­in. Der Flug wer­de „stor­niert“. Er sol­le jedoch „schnellst­mög­lich nach­ge­holt wer­den“, zitier­te der Minis­ter…” Arti­kel von Pitt von Beben­burg vom 31.5.2017 bei der FR online externer Link, sie­he auch Pro Asyl dazu:
    • PRO ASYL begrüßt den Stopp des heu­ti­gen Abschie­be­flugs
      Der für heu­te geplan­te Abschie­be­flug nach Kabul soll stor­niert wer­den. PRO ASYL begrüßt den Stopp der heu­ti­gen Abschie­bung nach Kabul und for­dert, dass wei­te­re geplan­te Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan nicht voll­zo­gen wer­den. »Die Ableh­nun­gen von Afgha­nIn­nen basie­ren auf Zufalls­ent­schei­dun­gen und sind in einem Rechts­staat nicht hin­nehm­bar«, kri­ti­siert Burk­hardt. Die Bun­des­re­gie­rung hat kein Recht abzu­schie­ben, wenn nicht gewähr­leis­ten wer­den kann, dass rechts­staat­lich ein­wand­freie Ver­fah­ren durch­ge­führt wer­den. (…) PRO ASYL und Ver­bän­de gehen nach den bis­he­ri­gen Erkennt­nis­sen davon aus, dass afgha­ni­sche Schutz­su­chen­de zu Tau­sen­den zu Unrecht abge­lehnt wur­den. Ihnen droht die Abschie­bung in ein Land, das Zivi­lis­tIn­nen kei­nen Schutz bie­ten kann. Hier­für gibt es meh­re­re Grün­de…” Pres­se­mit­tei­lung vom 31.5.2017 externer Link
  • Afgha­ni­stan: Vie­le Tote bei Anschlag in Kabul 
    Bei einem Auto­bom­ben­an­schlag in der Nähe der deut­schen Bot­schaft in Kabul hat es Dut­zen­de Opfer gege­ben. Min­des­tens 64 Men­schen sind getö­tet und mehr als 300 ver­letzt wor­den. Die deut­sche und die fran­zö­si­sche Aus­lands­ver­tre­tung wur­den beschä­digt…” Mel­dung vom 31.05.2017 bei tages​schau​.de externer Link. Die nun sicher zu ver­schär­fen­de Rei­se­war­nung wird wohl nur für Diplo­ma­ten gel­ten. Hin­ge­gen: Wie der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat mel­det, fin­det der nächs­te Abschie­be­flug vor­aus­sicht­lich am 31.05.2017 und dies ver­mut­lich vom Flug­ha­fen Frank­furt – nicht Mün­chen aus, die Warn­hin­wei­se und Infor­ma­tio­nen dort wer­den stän­dig aktua­li­siert externer Link
  • [Abschie­be­flug am 31.05.2017] Brei­te Kri­tik an Män­geln in Asyl­ver­fah­ren und Abschie­bun­gen ins unsi­che­re Afgha­ni­stan 
    Am mor­gi­gen Mitt­woch soll der nächs­te Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan statt­fin­den. Für Wohl­fahrts­ver­bän­de, Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen und Rich­ter- und Anwalts­ver­ei­ni­gun­gen ein Skan­dal. Sie for­dern den sofor­ti­gen Stopp aller Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan und kri­ti­sie­ren die Ableh­nungs­pra­xis des BAMF. Wegen schwer­wie­gen­der Män­gel bei Asyl­ver­fah­ren von afgha­ni­schen Asyl­su­chen­den befürch­ten die Orga­ni­sa­tio­nen, dass nach feh­ler­haf­ten Asyl­ver­fahren abge­lehn­te Afgha­nen dem­nächst abge­scho­ben wer­den und dadurch ihr Leben aufs Spiel gesetzt wird. (…) Die Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan ist so unbe­re­chen­bar, dass auch der UNHCR eine Unter­schei­dung von »siche­ren« und »unsi­che­ren« Gebie­ten ablehnt. (…) Die Orga­ni­sa­tio­nen appel­lie­ren des­we­gen gemein­sam an Bund und Län­der, Asyl­ge­su­che mit der not­wen­di­gen Sorg­falt zu prü­fen sowie alle Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan zu stop­pen.” Mel­dung vom 30.5.2017 bei Pro Asyl externer Link zur gemein­sa­men Erklä­rung, dort ver­linkt
  • Nächs­ter Abschie­be­flug vor­aus­sicht­lich am 31.05.2017 – ver­mut­lich wie­der vom Flug­ha­fen Mün­chen!!! Bay­ern­wei­te Kund­ge­bun­gen gegen die erneu­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan 
    “Am Mitt­woch, 31.05.2017 fin­det die mitt­ler­wei­le 6. Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan statt. Auch dies­mal star­tet der Flie­ger vom Münch­ner Flug­ha­fen. Wir wol­len und kön­nen das nicht hin­neh­men. Die huma­ni­tä­re Situa­ti­on in Afgha­ni­stan ist nach wie vor kata­stro­phal! Die Bun­des­re­gie­rung und auch die baye­ri­sche Staats­re­gie­rung hal­ten aber wei­ter­hin an ihrer men­schen­ver­ach­ten­den Poli­tik fest und füh­ren wei­te­re Sam­mel­ab­schie­bun­gen nach Afgha­ni­stan durch. Im letz­ten hal­ben Jahr wur­den bereits ins­ge­samt 106 Men­schen nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben. Trotz der Tat­sa­chen, dass in Afgha­ni­stan Krieg herrscht, dass monat­lich zahl­rei­che Zivilist*innen bei Bom­ben­an­schlä­ge ster­ben und dass sich die Situa­ti­on in der ver­gan­ge­nen Zeit im gan­zem Lan­de wie­der dra­ma­tisch ver­schlech­tert hat, ver­wei­sen die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen der deut­schen Abschie­be­po­li­tik auf ver­meint­lich „siche­re“ Gebie­te in Afgha­ni­stan und auf angeb­li­che „inner­staat­li­che Flucht­al­ter­na­ti­ven“. (…) Des­halb soli­da­ri­siert euch mit afgha­ni­schen Geflüch­te­ten und kommt zu einer der Demos in Bay­ern: 1. Kund­ge­bung Nürn­berg Wei­ßer Turm Lud­wigs­platz Mon­tag, 29.05.17, 17.00 Uhr /​2. Kund­ge­bung Bam­berg (wöchent­lich statt­fin­dend) Am Gebel­mann Mon­tag, 29.05.2017, 18.00 Uhr /​3. Kund­ge­bung Mün­chen (wöchent­lich statt­fin­dend) Ode­ons­platz Diens­tag, 30.05.2017, 18.00 Uhr /​4. Kund­ge­bung Mün­chen (am Tag der Sam­mel­ab­schie­bung) Flug­ha­fen Mün­chen, MAC-Forum Mitt­woch, 31.05.2017, 19.00 Uhr…” Mel­dung und Auf­ruf vom 26. Mai 2017 vom und beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link
  • Nächs­ter Sam­mel­char­ter nach Afgha­ni­stan am 24. April vom Münch­ner Flug­ha­fen
    Der nächs­te Abschie­be­flug nach Afgha­ni­stan wird wohl nächs­ten Mon­tag, 24.04.2017, vom Münch­ner Flug­ha­fen aus star­ten – sie­he aktu­el­le Infos beim Baye­ri­schen Flücht­lings­rat externer Link. Sie­he dazu:
    • Kund­ge­bun­gen in Mün­chen und Nürn­berg gegen die Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan: Afgha­ni­stan is not safe! – kei­ne Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan!
      • Kund­ge­bung Mün­chen: Flug­ha­fen Mün­chen, MAC-Forum, Mon­tag 24.04.2017, 19.00 Uhr
      • Kund­ge­bung Nürn­berg: Wei­ßer Turm /​Ludwigsplatz, Mon­tag, 24.04.17, 17.00 Uhr
    • Nächs­ter Abschie­be­flug nach Kabul steht bevor
      PRO ASYL kri­ti­siert scharf den für den heu­ti­gen Mon­tag geplan­ten Sam­mel­ab­schie­be­flug nach Kabul, der vom Mün­che­ner Flug­ha­fen aus statt­fin­den soll und for­dert die Annul­lie­rung. »Hun­der­te Tote und Ver­letz­te am Frei­tag und Bund und Län­der schie­ben wei­ter in ein Kriegs- und Kri­sen­ge­biet ab«, kri­ti­siert Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. »Damit ein­her geht eine bei­spiel­lo­se Ent­rech­tung afgha­ni­scher Flücht­lin­ge. Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um wischt die Fak­ten­la­ge bei­sei­te und ver­brei­tet wei­ter die Mär von angeb­lich »siche­ren« Regio­nen, was sich dann auch in den Ent­schei­dun­gen des BAMF wie­der­fin­det. Die indi­vi­du­el­len Flucht­grün­de von Afgha­nIn­nen in den Asyl­ver­fah­ren wer­den dort in hohem Maße miss­ach­tet…” Pres­se­mit­tei­lung vom 24.04.2017 externer Link mit umfang­rei­chen Fak­ten zur Lage in Afgha­ni­stan und sin­ken­der Schutz­quo­te afgha­ni­scher Flücht­lin­ge
    • Nord­rhein-West­fa­len: Koali­ti­ons­krach um neue Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan
      NRW berei­tet die Abschie­bung von neun wei­te­ren Flücht­lin­gen nach Afgha­ni­stan vor. Dem Ver­neh­men nach soll der Flug in der kom­men­den Woche star­ten. Die Grü­nen zei­gen sich ver­är­gert. (…) Im Umfeld des NRW-Innen­mi­nis­te­ri­ums hieß es am Frei­tag, Kraft und Jäger sähen kei­nen Anlass, die Abschie­be­pra­xis von NRW zu ändern.” Arti­kel von Tho­mas Rei­se­ner vom 22. April 2017 bei RP-online externer Link
  • Poli­tik in Bochum [als Bei­spiel]: Jetzt vor Ort Ver­ant­wor­tung abschie­ben?
    Rund 40 Aktivist*innen haben am Don­ners­tag, den 30. März gemein­sam die Sit­zung des Bochu­mer Stadt­ra­tes besucht und gegen Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan demons­triert. (…) Die Initia­ti­ve Treff­punkt Asyl sieht die Ver­ant­wort­li­chen in Bochum wei­ter­hin in der Pflicht. Dazu Hans Hud­de: „Wir for­dern wei­ter­hin: Tun Sie alles, um Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan zu ver­hin­dern, denn sie ver­let­zen Men­schen­rech­te. Afgha­ni­stan ist nicht sicher!“Pres­se­mit­tei­lung vom 30.3.2017 von und bei Initia­ti­ve Treff­punkt Asyl externer Link, dort auch das Flug­blatt und Bil­der der Akti­on – im Labour­Net Ger­ma­ny stell­ver­tre­tend für vie­le in ande­ren Städ­ten!
  • Bun­des­amt für Migra­ti­on: Ver­trau­li­ches Papier nennt Afgha­ni­stan einen unsi­che­ren Staat
    “Als am Abend des 27. März ein Char­ter­flug­zeug von Mün­chen nach Kabul star­tet, sind 15 Afgha­nen an Bord, 15 Men­schen, die aus Deutsch­land abge­scho­ben wer­den – und dies ist schon die vier­te Mas­sen­ab­schie­bung von einem deut­schen Flug­ha­fen seit dem ver­gan­ge­nem Dezem­ber. (…) Dass dabei poli­ti­scher Druck im Spiel ist, zeigt nun ein inter­nes Papier des Bun­des­amts für Migra­ti­on (BAMF), das dem Innen­mi­nis­te­ri­um unter­steht. Es liegt der Ber­li­ner Zei­tung vor und ent­hält ver­trau­li­che Leit­sät­ze zur Prü­fung von Asyl­an­trä­gen von Afgha­nen und zur Lage in Afgha­ni­stan. Dar­in wird das Bild eines zer­rüt­te­ten, unsi­che­ren Staa­tes gezeich­net, den­noch wird ver­stärkt dar­auf gesetzt, dass Rück­keh­rer durch pri­va­te Net­ze wie die Fami­lie Hil­fe bekom­men. Krie­ge­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen, Atten­ta­te und Bom­ben­an­schlä­ge sei­en nach wie vor an der Tages­ord­nung…” Bei­trag von Kor­du­la Doer­f­ler und Vik­tor Funk vom 29. März 2017 bei der Ber­li­ner Zei­tung online externer Link
  • Afgha­ne begeht wegen dro­hen­der Abschie­bung Sui­zid. Bun­des­weit steigt der Druck auf Flücht­lin­ge vom Hin­du­kusch /​Angst vor Sam­mel­ab­schie­bun­gen und nega­ti­ven Asyl­be­schei­den
    Seit Dezem­ber 2016 führ­te die Bun­des­re­gie­rung vier Sam­mel­ab­schie­bun­gen nach Afgha­ni­stan durch, die letz­te am 27. März. Der Druck und die Angst, die durch die Andro­hun­gen von Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan auf­ge­baut wer­den, haben dra­ma­ti­sche Kon­se­quen­zen: In Haar bei Mün­chen hat ein Afgha­ne Sui­zid began­gen, nach­dem sein Asyl­an­trag abge­lehnt wur­de, berich­te­te die »Abend­zei­tung«. Der 20-Jäh­ri­ge habe am Sams­tag unmit­tel­bar nach­dem er sein Ableh­ne­be­scheid in Emp­fang nahm Sui­zid began­gen. Die Zei­tung berich­tet dar­über hin­aus von zwei wei­te­ren Afgha­nen, die wegen der dro­hen­den Abschie­bun­gen Sui­zid­ver­su­che unter­nom­men hät­ten...” Arti­kel von Alex­an­der Ise­le vom 30.03.2017 beim ND online externer Link
  • Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan: Ärz­te­or­ga­ni­sa­ti­on rügt Ver­stö­ße gegen hip­po­kra­ti­schen Eid
    Die Ärz­te­or­ga­ni­sa­ti­on IPPNW rügt anläss­lich von 15 wei­te­ren gewalt­sa­men Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan Ver­stö­ße gegen den hip­po­kra­ti­schen Eid. „Geflüch­te­te wer­den für die Abschie­bung nach Afgha­ni­stan für flug­taug­lich erklärt, obwohl sie es nicht sind“, kri­ti­siert IPPNW-Arzt Tom Nowotny. Meh­re­re der von Abschie­bung bedroh­ten Men­schen sind sui­zid­ge­fähr­det. Am ver­gan­ge­nen Sams­tag hat ein jun­ger Mann aus Kan­da­har nach Erhalt der Ableh­nung sei­nes Asyl­an­tra­ges Selbst­mord began­gen, wie die Mün­che­ner Abend­zei­tung berich­te­te. Zwei wei­te­re Afgha­nen, die im Abschie­bungs­ge­fäng­nis Mühl­dorf in Bay­ern unter­ge­bracht waren, haben eben­falls am Sams­tag Selbst­mord­ver­su­che unter­nom­men, wie bei einer Mahn­wa­che bekannt wur­de. Zuvor bil­de­ten über 400 Teil­neh­me­rIn­nen eine Men­schen­ket­te um die Haft­an­stalt und stell­ten sich damit sym­bo­lisch vor die Schutz­su­chen­den. Lei­der konn­te die Abschie­bung der psy­chisch kran­ken Asyl­be­wer­ber nicht ver­hin­dert wer­den…” IPPNW-Pres­se­mit­tei­lung vom 28.03.2017 externer Link
  • Deutsch­land schiebt Ende März afgha­ni­sche Flücht­lin­ge ab: Ent­we­der am 27. oder am 28. März sol­len bis zu 50 Afgha­nen nach Kabul »rück­ge­führt« wer­den
    Deutsch­land wird Ende März erneut afgha­ni­sche Flücht­lin­ge aus Deutsch­land abschie­ben. Der Sam­mel­flug soll am 27. März an einem deut­schen Flug­ha­fen star­ten und am 28. März mor­gens in der afgha­ni­schen Haupt­stadt Kabul ankom­men. Das bestä­tig­ten zwei hoch­ran­gi­ge Mit­ar­bei­ter des Kabu­ler Flücht­lings­mi­nis­te­ri­ums am Frei­tag…” Mel­dung vom 24.03.2017 beim ND online externer Link
  • Peti­ti­on gegen Abschie­bun­gen aus NRW nach Afgha­ni­stan
    Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan sind men­schen­recht­lich nicht zu ver­tre­ten! Die auf der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz im Dezem­ber 2015 beschlos­se­ne Modi­fi­zie­rung des Erlas­ses, nur in „siche­re“ Regio­nen“ in Afgha­ni­stan abzu­schie­ben, ging von einer tat­säch­li­chen Situa­ti­on in Afgha­ni­stan aus, die spä­tes­tens seit den Ent­wick­lun­gen im ver­gan­ge­nen Jahr jeder Grund­la­ge ent­behrt. Der Bericht des UNHCR zur Situa­ti­on in Afgha­ni­stan aus Dezem­ber 2016 kommt zu dem Schluss, dass sich die Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan seit April 2016 noch­mal deut­lich ver­schlech­tert hat. Das gesam­te Staats­ge­biet Afgha­ni­stans sei von einem inner­staat­li­chen bewaff­ne­ten Kon­flikt betrof­fen. Es gebe kei­ne Regi­on, die dau­er­haft sicher sei. Auch der aktu­ells­te Bericht der United Nati­ons Assi­s­tance Mis­si­on in Afgha­ni­stan (UNAMA) doku­men­tiert seit dem Beginn der jähr­li­chen Bericht­erstat­tung für 2016 die höchs­ten Zah­len von zivi­len Opfern und von Kin­dern unter den Opfern. Dabei geben die Zah­len allei­ne und die Berich­te über grö­ße­re Anschlä­ge nur ein unvoll­stän­di­ges Bild von der aktu­el­len Situa­ti­on, denn Ter­ror, Gewalt und Angst prä­gen den All­tag in Afgha­ni­stan. Täg­lich fin­den (Selbstmord)Attentate auf Märk­ten, öffent­li­chen Plät­zen u.a. statt, die ein fried­li­ches und nor­ma­les Leben unmög­lich machen. Auf Grund­la­ge die­ser aktu­el­len Erkennt­nis­se ist die Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan so kri­tisch, dass kei­ne Abschie­bun­gen in die­ses Kriegs­land statt­fin­den dür­fen“ – aus der Peti­ti­on „Kei­ne Abschie­bun­gen aus NRW nach Afgha­ni­stan“ seit dem 16. März 2017 externer Link bei Open Peti­ti­on – am 20. März schon mit knapp 1.500 Unter­schrif­ten: Vie­le mehr tun Not!
  • Mahn­wa­che gegen Abschie­bung nach Afgha­ni­stan in Würz­burg am Mon­tag, den 13.03. um 17:30 Uhr
    Die Initia­ti­ve für Blei­be­recht ver­an­stal­tet am kom­men­den Mon­tag, den 13.03. um 17:300 Uhr am obe­ren Markt in Würz­burg bereits die vier­te Mahn­wa­che in Fol­ge. Wie schon an den vor­an­ge­gan­gen Mon­ta­gen, rich­tet sich der Pro­test gegen die Abschie­be­pra­xis der deut­schen Bun­des­re­gie­rung, die mit Gewalt Men­schen in das Kriegs­ge­biet Afgha­ni­stan abschiebt. Die Initia­to­ren der Ver­an­stal­tung erwar­ten eine ähn­lich rege Betei­li­gung wie bei den bis­he­ri­gen Mahn­wa­chen, mit jeweils rund 100 teil­neh­men­den Per­so­nen. Es wird im Wesent­li­chen wie­der ein offe­nes Mikro­phon geben, an dem alle Teil­neh­men­den herz­lich ein­ge­la­den sind zu spre­chen. Bis­her wur­de die­ses in ruhi­ger aber ent­schlos­se­ner Atmo­sphä­re gut genutzt: Ins­be­son­de­re Geflüch­te­te, die direkt von dem Abschie­be­ab­kom­men betrof­fen sind, nut­zen die­se Mög­lich­keit um von ihren Ängs­ten und Sor­gen Aus­druck zu ver­lei­hen und um von der Situa­ti­on in Afgha­ni­stan zu berich­ten. Aber auch Men­schen, bspw. aus Unter­stüt­zer­krei­sen, äußer­ten ihr Unver­ständ­nis über das Abkom­men und berich­te­ten von den dra­ma­ti­schen psy­chi­schen Zustän­den, die sie bei betrof­fe­nen Per­so­nen beob­ach­ten. Das Medi­netz Würz­burg soli­da­ri­sier­te sich dem­entspre­chend mit den Pro­tes­ten der Mahn­wa­che mach­te in einem Rede­bei­trag, sowie auf Trans­pa­ren­ten klar: „Abschie­bun­gen machen Krank – Gesund­heit ist Men­schen­recht!“ (…) Die Initia­to­ren gehen davon aus, dass die Mahn­wa­che auf Grund der dring­li­chen Lage und ange­sichts des hohen Zuspruchs – bis auf wei­te­res – jeden Mon­tag statt­fin­den wird.” Aus der Pres­se­mit­tei­lung der Initia­ti­ve für Blei­be­recht vom 10. März 2017 (per Email). Sie­he dazu rück­bli­ckend:
    • Akti­on für Blei­be­recht und gegen Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan
      Die Initia­ti­ve für Blei­be­recht hat anläss­lich der Rede von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel beim Dio­zös­anmp­fang am 23.01.2017 im Con­gress Cen­trum Würz­burg zum The­ma „Ver­bun­den­heit in offe­ner Gesell­schaft: Plu­ra­li­tät und Iden­ti­tät – Her­aus­for­de­rung und Chan­ce“ einen Flashmob für Blei­be­recht und gegen Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan ver­an­stal­tet. (…) Die Initia­ti­ve für Blei­be­recht for­dert den sofor­ti­gen Stopp der Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan, sowie ein Ende der Kri­mi­na­li­sie­rung von Migra­ti­on…Bei­trag vom 23. Janu­ar 2017 bei “Mehr als 16a – Asyl­po­li­ti­sche Akti­on und Dis­kus­si­on” externer Link
  • Rigi­de Abschie­be­po­li­tik ver­schärft Situa­ti­on in Afgha­ni­stan
    Laut aktu­el­lem UNHCR-Bericht gibt es in Afgha­ni­stan kei­ne siche­ren Regio­nen. Das Aus­wär­ti­ge Amt und das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Inne­ren dage­gen ver­tei­di­gen in ihrem „Lage­be­richt der Bun­des­re­gie­rung über die Situa­ti­on in Afgha­ni­stan“ die gewalt­sa­men Abschie­bun­gen in ein Kriegs­ge­biet. Dem wider­spricht die Ärz­te­or­ga­ni­sa­ti­on IPPNW in ihrer Ent­geg­nung vehe­ment. Dass im ver­gan­ge­nen Jahr 127.892 afgha­ni­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge einen Asyl­an­trag in Deutsch­land gestellt haben – gegen­über 574 im Jahr 2007 und 32.000 im Jahr 2015 – zei­ge bereits, wie bedroh­lich die Situa­ti­on in Afgha­ni­stan sei. Die Grund­la­ge für Asyl-Ent­schei­dun­gen sei in der Regel bereits über­holt, wenn abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber abge­scho­ben wer­den sol­len. (…) Dem Argu­ment von Aus­wär­ti­gem Amt und Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um, Deutsch­land schie­be ledig­lich allein­ste­hen­de Män­ner ab, ent­geg­net die Ärz­te­or­ga­ni­sa­ti­on, dass gera­de die Situa­ti­on der nach Afgha­ni­stan abge­scho­be­nen allein­ste­hen­den Män­ner beson­ders hei­kel sei. Da sie weder in die Nach­bar­län­der noch nach Euro­pa flie­hen könn­ten, blei­be vie­len von ihnen nichts ande­res übrig, als sich einer der bewaff­ne­ten Grup­pen anzu­schlie­ßen, sei es aus Exis­tenz- oder aus Sicher­heits­grün­den. Die Rück­füh­rungs­po­li­tik wer­de so lang­fris­tig das Cha­os in Afgha­ni­stan ver­grö­ßern und die Gewalt­spi­ra­le anhei­zen. Dass der afgha­ni­sche Staat den gewalt­sam zurück gebrach­ten Män­nern kei­ne Exis­tenz­al­ter­na­ti­ve bie­te, kön­ne man an den Schick­sa­len der Rück­keh­rer bereits beob­ach­ten. „Statt Flucht­ur­sa­chen zu bekämp­fen, ver­schärft man mit der rigi­den Abschie­be­po­li­tik die Situa­ti­on im Her­kunfts­land“, heißt es in der Ent­geg­nung…IPPNW-Pres­se­mit­tei­lung vom 9.03.2017 externer Link
  • Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan: “Es ist auch eine Art Sui­zid­pro­gramm”
    Der Anwalt Gun­ter Christ ist spe­zia­li­siert auf Ver­fah­ren afgha­ni­scher Asyl­be­wer­ber – und erhebt schwe­re Vor­wür­fe gegen die Bun­des­re­gie­rung. Mit den Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan neh­me die Sui­zid-Gefahr dra­ma­tisch zu. Christ beklag­te, die deut­sche Flücht­lings­po­li­tik sei nicht huma­ni­tär – und sei es nie gewe­sen…Bei­trag von Mar­tin Ger­ner vom 22.02.2017 beim Deutsch­land­funk online externer Link
  • Der ehren­amt­li­che IG Metall-Flücht­lings­be­treu­er Ahmad Pou­ya: Abschie­bung trotz Lebens­ge­fahr
    Kein Erbar­men kann­ten die baye­ri­schen Behör­den: Der ehren­amt­li­che IG Metall-Flücht­lings­be­treu­er Ahmad Pou­ya muss­te im Janu­ar Deutsch­land in Rich­tung Afgha­ni­stan ver­las­sen. In sei­ner Hei­mat bedro­hen ihn die Tali­ban wegen sei­ner poli­ti­schen Lie­der mit dem Tod. Der 33-jäh­ri­ge ist an gehei­mem Ort unter­ge­taucht und will ver­su­chen, mit einem Künst­ler­vi­sum nach Deutsch­land zurück­zu­keh­ren. Die IG Metall unter­stützt ihn dabei. (…) Das IG Metall-Flücht­lings­bü­ro „Der Laden“ sam­melt Spen­den, um Pou­ya zu hel­fen, sein Leben zu ret­ten: derladen@​igmetall.​de, Tele­fon 069–24005622…ein­blick März 2017 vom 20.02.2017 beim DGB externer Link
  • Nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan bestä­tigt: Heute(22.2.) aus Mün­chen
    Bereits an die­sem Mitt­woch sol­len 50 wei­te­re abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber an den Hin­du­kusch geflo­gen wer­den – dies­mal von Mün­chen aus. Die Angst vor der Abschie­bung, die sich am Diens­tag in Mün­chen und andern­orts ver­brei­tet hat­te, wird an die­sem Mor­gen zur trau­ri­gen Gewiss­heit: Etwa 50 Afgha­nen sol­len noch an die­sem Abend vom Münch­ner Flug­ha­fen aus in ihr Hei­mat­land abge­scho­ben wer­den…“ Arti­kel von Vel­ten Schä­fer vom 22.02.2017 beim ND online externer Link, sie­he für aktu­el­le Aktio­nen Twit­ter: #Kei­ne­Ab­schie­bun­gen externer Link

  • Flücht­lin­ge aus Afgha­ni­stan: Immer weni­ger Bun­des­län­der schie­ben ab
    Seit zwei Mona­ten wer­den afgha­ni­sche Flücht­lin­ge abge­scho­ben – zumin­dest Tei­le des Lan­des sol­len sicher sein. Doch die Rück­keh­rer ste­hen vor dem Nichts und Exper­ten sagen: Von Sicher­heit kann kei­ne Rede sein. Nun regt sich in immer mehr Bun­des­län­dern Wider­stand. (…) Nach NDR-Infor­ma­tio­nen sol­len die­se Woche erneut Afgha­nen abge­scho­ben wer­den. Vor allem allein­ste­hen­de Män­ner will die Bun­des­re­gie­rung in ihr Hei­mat­land zurück­schi­cken. Ob abge­lehn­te Asyl­su­chen­de damit rech­nen müs­sen, abge­scho­ben zu wer­den, hängt der­zeit aller­dings auch von ihrem Wohn­sitz ab: Mitt­ler­wei­le sehen fünf Bun­des­län­der eine Abschie­bung nach Afgha­ni­stan kri­tisch. So hat sich Schles­wig-Hol­stein bis­her am deut­lichs­ten gegen die Ein­schät­zung der Bun­des­re­gie­rung posi­tio­niert. Ver­gan­ge­ne Woche ver­kün­de­te Innen­mi­nis­ter Ste­fan Studt (SPD) einen Abschie­be­stopp für drei Mona­te. Län­ger kön­nen Bun­des­län­der ohne Zustim­mung des Bun­des einen sol­chen Stopp nicht ertei­len. Auch Bre­men, Thü­rin­gen, Rhein­land-Pfalz und Nie­der­sach­sen zwei­feln auf­grund der Ein­schät­zung des Flücht­lings­kom­mis­sa­ri­ats der Ver­ein­ten Natio­nen (UNHCR) dar­an, dass es siche­re Regio­nen in Afgha­ni­stan gibt…Bei­trag von Gábor Halász, Caro­lin Fromm und Rei­ko Pin­kert vom 20.02.2017 bei der Tages­schau online externer Link
  • Afgha­ni­stan-Abschie­bun­gen “Sicher­heits­la­ge ist nir­gend­wo gut”
    Laut der Men­schen­rechts­be­auf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung hat sich die Lage in Afgha­ni­stan seit dem Beginn der Sam­mel­ab­schie­bun­gen aus Deutsch­land dort­hin nicht ver­än­dert. Sie for­dert einen sofor­ti­gen Stopp die­ser Pra­xis – und steht damit nicht allei­ne. Die Men­schen­rechts­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Bär­bel Kof­ler, hat einen Stopp der Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan gefor­dert. “Nicht die Lage in Afgha­ni­stan hat sich ver­än­dert, son­dern die innen­po­li­ti­sche Dis­kus­si­on”, sag­te sie der “Pas­sau­er Neu­en Pres­se”. Dies dür­fe aber nicht kurz­fris­tig auf dem Rücken der Men­schen aus­ge­tra­gen wer­den, viel­mehr sei­en neue Ansät­ze in der Inte­gra­ti­ons­po­li­tik gefor­dert…Mel­dung vom 18.02.2017 bei der Tages­schau online externer Link
  • NRW stoppt Afgha­ni­stan-Abschie­bung
    Nach Streit in rot-grü­ner Koali­ti­on nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan ohne NRW-Betei­li­gung: Das erfuhr unse­re Redak­ti­on aus Krei­sen des NRW-Innen­mi­nis­te­ri­ums. Die ers­ten bei­den Sam­mel­ab­schie­bun­gen, zu denen NRW noch jeweils meh­re­re Afgha­nen ange­mel­det hat­te, waren von Frank­furt nach Kabul gestar­tet und hat­ten in Düs­sel­dorf eine Koali­ti­ons­kri­se aus­ge­löst…Mel­dung vom 18. Febru­ar 2017 bei rp-online externer Link
  • Abschie­bungs­stopp nach Afgha­ni­stan – Jetzt! Auf­ruf zur Demons­tra­ti­on am Sams­tag, 11.2.2017 in Düs­sel­dorf [und wei­te­ren Städ­ten]
    Afghanistan is not safe! jatzt vor Ort Verantwortung übernehmen!Am 11. Febru­ar wer­den Men­schen in ganz Deutsch­land einen Abschie­bungs­stopp nach Afgha­ni­stan for­dern und zwar JETZT, denn: Afgha­ni­stan ist #kein­si­che­res­Land! Treff­punkt: 13:30 Uhr vor dem DGB-Haus Düs­sel­dorf (nahe HBF, Fried­rich-Ebert-Str. 34). Kund­ge­bung: 15 Uhr vor dem Land­tag…Auf­ruf für den 11. Febru­ar in Düs­se­dorf bei stay​-dues​sel​dorf​.de externer Link. Wei­te­re Demons­tra­tio­nen sind am 11.02. bis­her für Ber­lin externer Link , Ham­burg, Han­no­ver, Ros­tock, Nürn­berg, Wies­ba­den, Trier und Erfurt ange­kün­digt. Sie­he dazu die Akti­ons­über­sicht externer Link
  • Abschie­bun­gen Afgha­ni­stan doch zu gefähr­lich?
    Die Bun­des­re­gie­rung möch­te Flücht­lin­ge aus Afgha­ni­stan kon­se­quent abschie­ben. Immer mehr Bun­des­län­der stel­len die Rück­füh­run­gen in das Land aber zurück. Sie zwei­feln an der Sicher­heits­la­ge vor Ort. Ein neu­er UN-Bericht gibt ihnen recht. In meh­re­ren Bun­des­län­dern wach­sen Medi­en­be­rich­ten zufol­ge Beden­ken in Hin­blick auf Abschie­bun­gen abge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber nach Afgha­ni­stan. Neben Schles­wig-Hol­stein und Ber­lin zwei­fel­ten auch Bre­men, Nie­der­sach­sen und Rhein­land-Pfalz an der Sicher­heits­la­ge in dem Land…Bei­trag vom 6. Febru­ar 2017 bei der Tages­schau online externer Link
  • Immer mehr zivi­le Opfer – weni­ger Abschie­bun­gen
    Es ist die höchs­te Zahl der ver­gan­ge­nen acht Jah­re: Laut einem Bericht der Ver­ein­ten Natio­nen ist die Zahl der zivi­len Opfer in Afgha­ni­stan im ver­gan­ge­nen Jahr um drei Pro­zent gestie­gen. Dem­nach star­ben 2016 mehr als 3.498 Zivi­lis­ten. Fünf deut­sche Bun­des­län­der schie­ben der­zeit wegen der Sicher­heits­la­ge kaum noch nach Afgha­ni­stan ab…Bei­trag vom 6.02.2017 beim Deutsch­land­funk externer Link
  • Baye­ri­sche Lan­des­re­gie­rung gegen Men­schen aus Afgha­ni­stan: IG Metall Betreu­er abge­scho­ben (dazu gibt es eine IGM Spen­den­kam­pa­gne), Arbeits­er­laub­nis­se ent­zo­gen – und Bei­spie­le der Pro­tes­te gegen Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan
    Auch die Ver­su­che, die Aus­wei­sung des IG-Metall Flücht­lings­be­treu­ers als Här­te­fall aus­zu­set­zen, nutz­ten nichts: Die baye­ri­sche Lan­des­re­gie­rung will sich als bes­te Abschie­bungs­ma­schi­ne pro­fi­lie­ren. Blitz­ab­schie­bun­gen vor recht­li­cher Klä­rung und Ent­zug der Arbeits­er­laub­nis sind eben­falls in Bay­ern beson­ders ver­brei­tet. Und nur ein Ärz­te­pro­test ver­hin­der­te die Ent­füh­rung eines frisch ope­rier­ten Abschie­be­op­fers. Pro­tes­te gibt es anders­wo – in Bochum bei­spiels­wei­se. Sie­he dazu drei aktu­el­le Bei­trä­ge:
    • [Spen­den­auf­ruf] Pou­ya nach Afgha­ni­stan abge­flo­gen und unter­ge­taucht externer Link am 27. Janu­ar 2017 bei der IG Metall ist der Arti­kel (und Spen­den­auf­ruf) der IGM zur Abschie­bung des IG Metall-Flücht­lings­be­treu­ers, wor­in es unter ande­rem heißt: “Bay­ern ganz hart: IG Metall-Flücht­lings­be­treu­er Pou­ya muss­te nach Afgha­ni­stan zurück. Dort bedro­hen ihn die Tali­ban. Pou­ya ist unter­ge­taucht und will bald ver­su­chen, nach Deutsch­land zurück­zu­kom­men. Die IG Metall unter­stützt ihn dabei. (…) Bis zuletzt hat­ten die IG Metall sowie zahl­rei­che Unter­stüt­zer, dar­un­ter auch Bun­des­tags-Vize­prä­si­den­tin Clau­dia Roth ver­sucht, Pou­yas Abschie­bung als Här­te­fall aus­zu­set­zen. Doch der baye­ri­sche Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann blieb hart. In Afgha­ni­stan droht Pou­ya die Ermor­dung durch die Tali­ban…” Und die Spen­den­samm­lung: Bian­ka Huber sam­melt Spen­den, um Pou­ya zu unter­stüt­zen. Wer spen­den will, kann sich an das IG Metall-Flücht­lings­bü­ro “Der Laden” (derladen@​igmetall.​de ) wen­den.
    • »Eini­ge ent­zie­hen will­kür­lich die Arbeits­er­laub­nis«. Bay­ern bei Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan beson­ders gna­den­los. Aus­län­der­be­hör­den nut­zen Spiel­räu­me nicht. Gespräch mit Ste­phan Dünn­wald
      “… Der Skan­dal ist: Abschie­bun­gen wer­den der­art auf die Schnel­le voll­zo­gen, dass eine recht­li­che Klä­rung zuvor nicht mög­lich ist. Betrof­fe­ne kön­nen es nicht mehr schaf­fen, not­wen­di­ge Bera­tun­gen in Anspruch zu neh­men oder einen Anwalt zu kon­sul­tie­ren. In einem Fall waren die Vater­schaft und das Sor­ge­recht gericht­lich nicht aner­kannt; eine fami­liä­re Bin­dung konn­te auf­ent­halts­recht­lich nicht gel­tend gemacht wer­den. Über den ande­ren Mann wis­sen wir nicht näher, wes­halb für ihn kein Abschie­be­schutz galt. Wir hat­ten auch kei­ne Gele­gen­heit mehr, zu ihm Kon­takt auf­zu­neh­men. Von einer Jour­na­lis­tin der Nach­rich­ten­agen­tur dpa, die ihn in Kabul inter­view­te, war zu erfah­ren: Sei­ne Freun­din in Deutsch­land ist im drit­ten Monat schwan­ger von ihm. Dabei heißt es, Fami­li­en dür­fen nicht aus­ein­an­der­ge­ris­sen wer­den. Er habe einen Aus­bil­dungs­ver­trag in der Tasche gehabt, die Stel­le aber nicht antre­ten dür­fen. Die Aus­län­der­be­hör­de hat es nicht geneh­migt. (…)Wie uner­bitt­lich Bay­ern dage­gen vor­geht, ist an den Zah­len der am Mon­tag vom Flug­ha­fen Frank­furt am Main nach Kabul Abge­scho­be­nen zu sehen. Baden-Würt­tem­berg hat­te vier Flücht­lin­ge zur Abschie­bung gemel­det, Ham­burg drei, Nord­rhein-West­fa­len drei, die aller­dings alle unter­ge­taucht waren, Rhein­land-Pfalz nur eine Per­son, Hes­sen kei­ne ein­zi­ge. Aus Bay­ern waren es 18 Per­so­nen. Einen frisch Ope­rier­ten hat­te die Poli­zei kürz­lich zur Abschie­bung aus dem Kran­ken­haus holen wol­len. Ärz­te, die sich schüt­zend vor das Kran­ken­bett stell­ten, haben es ver­hin­dert. Der baye­ri­sche Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann hat sich kon­se­quent für Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan aus­ge­spro­chen. Er kri­ti­sier­te den Vor­stoß sei­nes schles­wig-hol­stei­ni­schen Amts­kol­le­gen Ste­fan Studt, SPD, einen Abschie­be­stopp in Betracht zu zie­hen.” Git­ta Düper­thal im Gespräch mit dem Spre­cher des Baye­ri­schen Flücht­lings­rats, Ste­phan Dünn­wald, bei der jun­gen Welt 28. Janu­ar 2017 externer Link
    • Und es gibt Pro­tes­te, hier in Bochum sind Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan auf der Tages­ord­nung der Rats­sit­zung. Die Links­frak­ti­on hat den Appell des Initia­tiv­krei­ses Flücht­lings­ar­beit auf­ge­grif­fen, in dem der Rat auf­ge­for­dert wird, die Men­schen­rech­te ernst zu neh­men und sich gegen Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan aus­zu­spre­chen. In einem Antrag zur Rats­sit­zung am kom­men­den Mitt­woch wird die Bochu­mer Aus­län­der­be­hör­de auf­ge­for­dert, “alle vor­han­de­nen recht­li­chen Spiel­räu­me zu nut­zen, um Abschie­bun­gen aus Bochum in das Bür­ger­kriegs­land Afgha­ni­stan zu ver­hin­dern.” Um den For­de­run­gen Nach­druck zu ver­lei­hen, hat die Initia­ti­ve Treff­punkt Asyl eine Kund­ge­bung auf dem Wil­ly-Brandt-Platz vor dem Rat­haus ange­mel­det. Los geht es am Mitt­woch, den 1. Febru­ar um 14 Uhr, also eine Stun­de vor Beginn der Rats­sit­zung.
  • Die nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung von 50 afgha­ni­schen Flücht­lin­gen aus Deutsch­land ist für den 24. Janu­ar geplant. Sie­he dazu:
    • Kei­ne Abschie­bung nach Grie­chen­land!
      Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on hat am 8.12. vor­ge­schla­gen, dass ab 15.3.2017 die Men­schen, die es geschafft haben, sich von den grie­chi­schen Flücht­lings­camps nach ande­ren euro­päi­schen Län­dern durch­zu­schla­gen, wie­der zurück­ge­schickt wer­den kön­nen. Die Bun­des­re­gie­rung will schon bald wie­der Asyl­be­wer­ber nach Grie­chen­land abschie­ben (Pres­se­be­rich­te am 12.1.2017, s. auch Pro­asyl https://​www​.pro​asyl​.de/​n​e​w​s​/​g​r​i​e​c​h​e​n​l​a​n​d​-​t​a​u​s​e​n​d​e​-​f​l​u​e​c​h​t​l​i​n​g​e​-​s​c​h​u​t​z​l​o​s​-​i​n​-​d​e​r​-​k​a​e​l​t​e​-​u​n​d​-​b​a​l​d​-​e​n​d​e​t​-​d​e​r​-​a​b​s​c​h​i​e​b​e​s​t​o​pp/ externer Link). Im Dezem­ber 2016 haben sich Flücht­lings­in­itia­ti­ven gegen die­sen Vor­schlag der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on posi­tio­niert; sie for­dern von der Bun­des­re­gie­rung, dass sie das im Sep­tem­ber 2015 ver­spro­che­ne Relo­ca­ti­on-Pro­gramm für 27.500 Geflüch­te­te (aus Grie­chen­land und Ita­li­en) end­lich zügig umsetzt… „Kei­ne Abschie­bung nach Grie­chen­land” wird in Ham­burg unter­stützt von: AK Frie­den, ver.di Ham­burg – AK Anti­Ras­sis­mus, ver.di Ham­burg – Attac Ham­burg – Flücht­lings­rat Ham­burg – Grie­chen­land-Soli­da­ri­tät-Ham­burg – LAG LISA (Die Lin­ke) – Nuit Debout Ham­burg – Otten­ser Gesprä­che zu Flucht und Migra­ti­on – VVNB­dA Ham­burg Nord (23.12.2016)…” Pres­se­mit­tei­lung der Grie­chen­land-Soli­da­ri­täts­grup­pe Ham­burg, 18.1.2017 (per Email). Sie­he dazu die gemein­sa­me Erklä­rung von Flücht­lings­in­itia­ti­ven vom Dezem­ber 2016, doku­men­tiert bei Sand im Getriebe/​Attac Deutsch­land externer Link
    • Afgha­nen in Ham­burg: Dia­ko­nie und Cari­tas for­dern Abschie­be­stopp
      … Vor einer Woche wur­den erneut meh­re­re Spreng­stoff­an­schlä­ge mit zahl­rei­chen Toten aus Afgha­ni­stan gemel­det. Trotz­dem hält die Bun­des­re­gie­rung an Abschie­bun­gen in die Regi­on fest. Kri­tik an dem Vor­ge­hen for­mu­lie­ren jetzt die Ham­bur­ger Dia­ko­nie und Cari­tas, die sich für einen Ham­bur­ger Abschie­be­stopp stark machen. Solch eine Rege­lung exis­tier­te in Ham­burg seit 2008. (…)m Dezem­ber betei­lig­te sich Ham­burg an einer bun­des­wei­ten Sam­mel-Abschie­bung von Afgha­nen. In letz­ter Sekun­de wur­de vor Gericht die Abschie­bung eines Afgha­nen gestoppt, der seit mehr als 20 Jah­ren in Deutsch­land leb­te. Ande­re Bun­des­län­der wie Thü­rin­gen, Schles­wig-Hol­stein oder auch Nie­der­sach­sen hat­te sich an der Akti­on nicht betei­ligt. Inzwi­schen erwägt Schles­wig-Hol­stein Innen­mi­nis­ter Ste­fan Studt (SPD) einen weit­rei­chen­de­ren Abschie­be­stopp. (…) Für die Ham­bur­ger Innen­be­hör­de steht ein Abschie­be­stopp aller­dings nicht zur Debat­te…Arti­kel von Jonas Füll­ner vom 17. Janu­ar 2017 bei Hinz&Kunzt externer Link
    • Ham­burg soll Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan aus­set­zen
      Dia­ko­nie Ham­burg und Cari­tas Ham­burg set­zen sich für einen Abschie­be­stopp nach Afgha­ni­stan ein. Dia­ko­nie-Chef Lan­des­pas­tor Dirk Ahrens: „Die Sicher­heits­la­ge in Afgha­ni­stan hat sich dra­ma­tisch ver­schlech­tert und bleibt somit pre­kär. Das belegt der jüngs­te Bericht des UNHCR nach­drück­lich. Des­halb sind Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan nicht zu ver­ant­wor­ten.“ Dia­ko­nie und Cari­tas kri­ti­sie­ren den Beschluss der Bun­des­re­gie­rung, Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan zuzu­las­sen und plä­die­ren für eine Ham­bur­ger Abschie­be­stopp-Rege­lung. Dirk Ahrens: „Den Bun­des­län­dern steht die Mög­lich­keit offen, eigen­stän­dig Abschie­be­stopp-Rege­lun­gen zu tref­fen. Schles­wig-Hol­stein prüft das zur­zeit und wir hal­ten es für dring­lich, dass Ham­burg eben­falls einen sol­chen Schritt macht. Das gebie­tet sowohl der huma­ni­tä­re Flücht­lings­schutz als auch eine ver­nünf­ti­ge Inte­gra­ti­ons­stra­te­gie.“…Pres­se­mit­tei­lung der Dia­ko­nie Ham­burg vom 16. Janu­ar 2017 externer Link 
    • Neu­es siche­res Ankunfts­land: Kiel will Abschie­be­stopp
      Schles­wig-Hol­stein kün­digt einen Abschie­be­stopp für afgha­ni­sche Flücht­lin­ge an. Die Sicher­heits­la­ge habe sich rapi­de ver­schlech­tert. Ham­burg zieht nicht mit. Schles­wig-Hol­stein bäumt sich gegen das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um auf: Innen­mi­nis­ter Ste­fan Studt (SPD) hat in einem Kon­sul­ta­ti­ons­schrei­ben an sei­ne Sena­to­ren- und Minis­ter­kol­le­gen in den ande­ren Bun­des­län­dern ange­kün­digt, einen zunächst drei­mo­na­ti­gen Abschie­be­stopp für Flücht­lin­ge aus Afgha­ni­stan zu erlas­sen, die in dem Nord­land leben. Er hal­te Afgha­ni­stan grund­sätz­lich nicht für ein siche­res Land und die Lage dort habe sich zuletzt ver­schlim­mert…Arti­kel von Kai von Appen vom 11. 1. 2017 bei der taz online externer Link
    • Peti­ti­on · Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel: Kei­ne Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan! · Chan​ge​.org externer Link
  • Erlaub­nis ohne Antrag: 80 Afgha­nen dür­fen in Bre­men blei­ben
    Die Aus­län­der­be­hör­de des Stadt­am­tes hat im Novem­ber in einer Hau­ruck-Akti­on rund 80 gedul­de­ten afgha­ni­schen Staats­bür­gern eine Auf­ent­halts­er­laub­nis bis in den Früh­som­mer 2017 ver­schafft. Für die behör­den­in­tern als „Afgha­ni­stan-Son­der­ak­ti­on Novem­ber 2016“ bezeich­ne­te Maß­nah­me wur­den offen­bar aus­län­der­recht­li­che Bestim­mun­gen zumin­dest sehr wohl­wol­lend aus­ge­legt. (…) Erst am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de demons­trier­ten rund 750 Men­schen in der Bre­mer Innen­stadt gegen Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan. In dem Land herr­sche Krieg, die Rück­keh­rer erwar­te­ten dort zumin­dest Not und Per­spek­tiv­lo­sig­keit, teil­wei­se auch Gefahr für Leib und Leben, hieß es auf der Kund­ge­bung. Die Lei­te­rin der Aus­län­der­be­hör­de im Stadt­amt, Bet­ti­na Schar­rel­mann, sieht das ähn­lich. Im Gespräch mit dem WESER-KURIER sag­te sie, ihr Amt habe die zunächst auf sechs Mona­te befris­te­ten Auf­ent­halts­er­laub­nis­se aus­ge­spro­chen, „weil wir für die Sicher­heit der Men­schen im Fal­le Ihrer Rück­kehr nach Afgha­ni­stan nicht garan­tie­ren kön­nen“…” Alles ande­re als wohl­wol­len­der Bei­trag von Jür­gen Thei­ner beim Weser Kurier online vom 15.12.2016 externer Link – mit erschre­cken­den Kom­men­ta­ren dar­un­ter -, dem wir die posi­ti­ve Ent­schei­dung der Bre­mer Aus­län­der­be­hör­de (eine deut­sche Fabi­en­ne?) trotz­dem gern ent­nom­men haben: Zur Nach­ah­mung emp­foh­len!
  • Peti­ti­on an den Minis­ter Joa­chim Herr­mann: Blei­be­recht für Pou­ya
    Der Musi­ker Ahmad Shakib Pou­ya, seit Jah­ren Mit­glied und Haupt­dar­stel­ler bei dem inte­gra­ti­ven Opern­pro­jekt ZAIDE. EINE FLUCHT., steht vor der Abschie­bung nach Afgha­ni­stan – unge­ach­tet der Tat­sa­che, dass der mitt­ler­wei­le vor­bild­lich in Deutsch­land Inte­grier­te in sei­nem Her­kunfts­land poli­tisch ver­folgt und vom Tod bedroht ist. Mehr noch: Sein sehr beson­de­rer Fall liegt momen­tan der Här­te­fall­kom­mis­si­on des Baye­ri­schen Land­tags vor, die noch nicht ent­schie­den hat. Dass die Abschie­bung trotz­dem ange­ord­net wur­de, gab es unse­res Wis­sens bis­lang noch nie…” Peti­ti­on mit wei­te­ren Infor­ma­tio­nen bei avaaz externer Link – sie­he zur Per­son Ahmad Shakib Pou­ya – stell­ver­tre­tend für alle von Abschie­bung bedroh­ten Men­schen…:
    • Ahmad Shakib Pou­ya darf vor­erst blei­ben!: “Ich dan­ke allen Men­schen, die sich für mich ein­ge­setzt haben”
      Der afgha­ni­sche Musi­ker und Schau­spie­ler Ahmad Shakib Pou­ya kann nun offen­bar doch vor­erst in Deutsch­land blei­ben. Pou­ya stand schon am Frank­fur­ter Flug­ha­fen, um “frei­wil­lig” zurück in sei­ne alte Hei­mat zu flie­gen. Er tat dies aus zwei Grün­den: Nur so konn­te er einer dro­hen­den Abschie­bung ent­ge­hen, und nur so darf er irgend­wann wie­der in Deutsch­land ein­rei­sen – zurück zu sei­ner Part­ne­rin. Pou­ya sprach mit der Süd­deut­schen Zei­tung über sei­ne Hoff­nung, sei­ne Träu­me, sei­ne Angst…” Inter­view von Diet­rich Mitt­ler vom 22. Dezem­ber 2016 bei der Süd­deut­schen Zei­tung online externer Link. Wir freu­en uns, doch die Sache ist noch nicht aus­ge­stan­den! Zudem zeigt der Fall, dass Soli­da­ri­tät durch­aus etwas bewir­ken kann!
    • IG-Metall bit­tet um Hil­fe – Peti­ti­on für unse­ren Kol­le­gen Pou­ya
      Unser Kol­le­ge Pou­ya, der ein wesent­li­cher Bestand­teil und Mit­in­itia­tor unse­res Flücht­lings­la­dens hier in Frank­furt ist, soll abge­scho­ben wer­den. Er ist ein wun­der­ba­res Bei­spiel für gelun­ge­ne Inte­gra­ti­on und ist auf­grund sei­ner Ein­stel­lung, sei­nes Enga­ge­ments und sei­ner künst­le­ri­schen Tätig­keit in sei­nem „Hei­mat­land“ Afgha­ni­stan mehr als gefähr­det…” e‑mail-Akti­on vom 21. Dezem­ber 2016
    • Ahmad Shakib Pou­ya ist nicht nur Künst­ler und Gewerk­schaf­ter, son­dern auch aktiv beim Grand­ho­tel Cos­mo­po­lis in Aus­gs­burg: Wir sind Pou­ya
      Am ver­gan­ge­nen Mitt­woch mor­gen hat die Poli­zei in Augs­burg und Frank­furt nach Ahmad Shakib Pou­ya gesucht. Sie woll­ten ihn in ein Flug­zeug set­zen, mit dem afgha­ni­sche Flücht­lin­ge nach Kabul „rück­ge­führt“ wur­den. Rück­füh­rung bedeu­tet Abschie­bung, klingt nur nicht ganz so bru­tal. Klingt eher, als wür­de man ein Klei­dungs­stück zurück­schi­cken, das doch nicht passt. Wir reden aber nicht von Klei­dungs­stü­cken, son­dern von Men­schen, die ihre „Rück­füh­rung“ in eine lebens­be­droh­li­che Lage bringt. (…) Er hat sich für den kom­men­den Don­ners­tag, den 22. Dezem­ber, ein Flug­ti­cket nach Kabul gekauft. Denn eine „frei­wil­li­ge Aus­rei­se“ scheint der­zeit die ein­zi­ge Mög­lich­keit für ihn zu sein, eine „Wie­der­ein­rei­se­sper­re“ zu umge­hen, also die ein­zi­ge Mög­lich­keit, zu sei­ner Frau, sei­ner Fami­lie, sei­ner Arbeit zurück­zu­keh­ren – an den Ort, den man auf gut deutsch Hei­mat nennt. Die Här­te­fall­kom­mis­si­on wird sei­nen Antrag wei­ter­prü­fen. Nor­ma­ler­wei­se dau­ert so eine Prü­fung etwa ein hal­bes Jahr, sagt Sabi­ne Rei­ter von „Tür an Tür“. Wenn der Antrag posi­tiv beschie­den wird, kann Pou­ya wie­der nach Deutsch­land ein­rei­sen und hier­blei­ben. Falls er dann noch am Leben ist.” Bei­trag von Sophie Dies­sel­horst vom 19. Dezem­ber 2016 beim Grand­ho­tel Cos­mo­po­lis externer Link
  • Ein Damm­bruch: Abschie­bun­gen in Ein­satz­ge­bie­te der Bun­des­wehr
    Mit­te Dezem­ber 2016 began­nen die ers­ten Sam­mel­ab­schie­bun­gen nach Afgha­ni­stan. Betrof­fen waren vom ers­ten Flug 34 Asylbewerber_​innen aus den Bun­des­län­dern Bay­ern, Baden-Würt­tem­berg, Nord­rhein-West­fa­len, Hes­sen, Ham­burg und dem Saar­land. Sie wur­den mit einer eigens hier­für gechar­ter­ten Maschi­ne von Frank­furt nach Kabul gebracht und sind dort von der Flug­ha­fen­po­li­zei und Per­so­nal der Inter­na­tio­nal Orga­ni­sa­ti­on for Migra­ti­on (IOM) in „Emp­fang“ genom­men wor­den. Viel­leicht war das der Moment, in dem das Asyl­recht in Deutsch­land voll­ends sei­ne Wir­kung ver­lo­ren hat. (…) Bald: Mali. Men­schen in Län­der abzu­schie­ben, in denen Krieg herrscht und wo die Bun­des­wehr selbst mit­kämpft, soll zukünf­tig offen­bar zur Regel wer­den. Beson­ders offen­sicht­lich wird das am Abkom­men der EU mit Mali, das am 11. Dezem­ber 2016 geschlos­sen wur­de und das, neben einer ver­stärk­ten Bekämp­fung des Schlep­per­we­sens, vor allem die ein­fa­che­re Abschie­bung von Men­schen nach Mali vor­sieht. Qua­si zeit­gleich kün­dig­te die Bun­des­re­gie­rung an, die bereits etwa ein­tau­send deut­schen Kräf­te in Mali um etwa wei­te­re 300 zu ver­stär­ken…” IMI-Stand­punkt 2016/​42 – in: Gras­wur­zel­re­vo­lu­ti­on Nr. 415, Janu­ar 2017. Online bei der Infor­ma­ti­ons­stel­le Mili­ta­ri­sie­rung vom 20. Dezem­ber 2016 externer Link
  • Sam­mel­trans­port im Janu­ar: NRW schiebt wei­te­re Afgha­nen ab
    NRW-Innen­mi­nis­ter Ralf Jäger will sich offen­bar an einer wei­te­ren Sam­mel-Abschie­bung nach Afgha­ni­stan betei­li­gen. Damit ver­schärft sich der Druck auf die Grü­nen: Sie haben kei­ne kla­re Posi­ti­on.
    Der nur weni­ge Tage alte Burg­frie­den in NRW zwi­schen SPD und Grü­nen im Streit um Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan gerät ins Wan­ken. Nach Infor­ma­tio­nen unse­rer Redak­ti­on will Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) bereits am 7. Janu­ar die nächs­te Sam­mel­ab­schie­bung in das Kri­sen­land orga­ni­sie­ren. Ein Spre­cher des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums bestä­tig­te, dass “für Janu­ar eine wei­te­re Rück­füh­rungs­maß­nah­me vor­ge­se­hen” sei. Wie aus dem Umfeld von NRW-Innen­mi­nis­ter Ralf Jäger (SPD) zu erfah­ren ist, wird NRW sich erneut dar­an betei­li­gen. Ein Spre­cher ver­wies zwar dar­auf, dass nicht Jäger per­sön­lich, son­dern die Aus­län­der­be­hör­den in NRW die Abschie­bun­gen anord­nen. Fak­tisch könn­te Jäger Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan aber jeder­zeit per Erlass unter­bin­den. Das tut er nicht. In der ver­gan­ge­nen Woche hat­te er hin­ge­gen aus­drück­lich stei­gen­de Zah­len für Abschie­bun­gen aus NRW nach Afgha­ni­stan ange­kün­digt…” Arti­kel von Tho­mas Rei­se­ner und Gre­gor Mayn­tz vom 20. Dezem­ber 2016 bei der Rhei­ni­schen Post online externer Link
  • GEGEN ABSCHIEBUNGEN IN KRIEG UND PERSPEKTIVLOSIGKEIT
    Wir pro­tes­tie­ren heu­te gegen Abschie­bun­gen, aber ich befürch­te, dass es dabei auch dar­um geht, unser Land gegen eine Bedro­hung zu ver­tei­di­gen. Denn die wach­sen­de Gefahr, dass das Asyl­recht in Deutsch­land immer noch wei­ter abge­baut und igno­riert wird, und dass ver­stärkt und sogar in Kriegs­ge­bie­te abge­scho­ben wird, ver­läuft par­al­lel zur Tat­sa­che, dass unser Land immer stär­ker von Rech­ten, von Anti­de­mo­kra­ten, von Ras­sis­ten bedroht wird…” Rede vom 17.12.2016 von Franz Dobler externer Link, Freund­schafts­kreis Augs­bur­ger Flücht­lings­rat e.V., doku­men­tiert beim Grand­ho­tel Cosm­po­lis
  • Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan: Der ers­te Flug nach Kabul
    Innen­mi­nis­ter de Mai­ziè­re bewer­tet die Rück­füh­rungs­ak­ti­on als “rich­tig und not­wen­dig”. Kri­ti­ker wer­fen der Regie­rung einen Ver­stoß gegen Grund­rech­te vor
    Die Rück­füh­rung von abge­lehn­ten Asyl­be­wer­bern soll den Ver­trau­ens­ver­lust in die Flücht­lings­po­li­tik der Kanz­le­rin Mer­kel wett­ma­chen. “Rück­füh­rung, Rück­füh­rung und noch­mals Rück­füh­rung” wur­de von ihr im Sep­tem­ber als Pro­gramm aus­ge­ge­ben. (…) Dass Kran­ke mit abge­scho­ben wer­den, zeigt aber auch Lücken der behörd­li­chen Arbeit an. Bestä­tigt wird eine sol­che Lücke auch durch das Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, dass die Abschie­bung eines Man­nes, der ursprüng­lich mit im Flug­zeug nach Kabul sit­zen soll­te, gestoppt hat, “weil ihm sonst die Mög­lich­keit weit­ge­hend ver­wehrt wäre, sei­nen Asyl­fol­ge­an­trag wei­ter­zu­ver­fol­gen”
    ….” Arti­kel von Tho­mas Pany in tele­po­lis vom 15. Dezem­ber 2016 externer Link – sie­he zum letz­te­ren Punkt:
    • Einst­wei­li­ge Anord­nung Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt: Abschie­bung eines afgha­ni­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen auf­grund der beson­de­ren Umstän­de des Ein­zel­falls aus­ge­setzt
      Mit Beschluss vom heu­ti­gen Tag hat die 1. Kam­mer des Zwei­ten Senats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts die für den 14. Dezem­ber 2016 vor­ge­se­he­ne Abschie­bung eines afgha­ni­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen bis zu einer Ent­schei­dung über die Ver­fas­sungs­be­schwer­de, längs­tens jedoch bis zum 26. Janu­ar 2017, unter­sagt. Dabei hat die Kam­mer die Fra­ge, ob ange­sichts der aktu­el­len Lage in Afgha­ni­stan Abschie­bun­gen der­zeit ver­fas­sungs­recht­lich ver­tret­bar sind, aus­drück­lich offen gelas­sen. Die Ent­schei­dung beruht allein auf einer Fol­gen­ab­wä­gung, bei der die Grün­de für den Erlass der einst­wei­li­gen Anord­nung über­wie­gen. Der Antrag­stel­ler kann ohne wei­te­res zu einem spä­te­ren Ter­min abge­scho­ben wer­den, sofern sich her­aus­stel­len wür­de, dass die Abschie­bung ohne Rechts­ver­stoß hät­te durch­ge­führt wer­den kön­nen. Dem­ge­gen­über wäre dem Antrag­stel­ler eine Fort­füh­rung sei­nes Asyl­fol­ge­an­trags nach erfolg­ter Abschie­bung kaum mög­lich, wenn sich spä­ter her­aus­stel­len wür­de, dass die Abschie­bung rechts­wid­rig war. Im Ver­fah­ren 2 BvR 2564/​16 hat die 1. Kam­mer des Zwei­ten Senats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts einen ent­spre­chen­den Antrag auf einst­wei­li­ge Unter­sa­gung der Abschie­bung nach Afgha­ni­stan abge­lehnt…” BVerfG-Pres­se­mit­tei­lung vom 14. Dezem­ber 2016 zu den Beschwer­den 2 BvR 2557/​16 und 2 BvR 2564/​16 externer Link. Anm.: Lei­der fehlt jeg­li­che Begrün­dung, war­um das BVerfG den EA im zwei­ten Fall (2 BvR 2564/​16) abge­lehnt hat. Hier ist der PM nur zu ent­neh­men, dass “kei­ne ver­gleich­ba­ren Umstän­de gel­tend gemacht” wor­den wären. Wirk­lich inter­es­sant wird es natür­lich erst im Janu­ar.
  • Abschie­be-Flü­ge nach Afgha­ni­stan: Von Frank­furt ins Unge­wis­se
    Die Sam­mel­ab­schie­bun­gen von abge­lehn­ten afgha­ni­schen Asyl­be­wer­bern begin­nen: Nach SPIE­GEL-Infor­ma­tio­nen soll am Mitt­woch (also heu­te, 14.12.16) der ers­te Char­ter-Flug mit 50 Afgha­nen von Frank­furt nach Kabul star­ten. In der afgha­ni­schen Haupt­stadt wer­den die geschei­ter­ten Flücht­lin­ge zunächst von loka­len Behör­den auf­ge­nom­men und sol­len dann in ihre Hei­mat­re­gio­nen zurück­keh­ren – wenn die­se als halb­wegs sicher gel­ten. In deut­schen Regie­rungs­krei­sen wur­den die Plä­ne für die ers­te Sam­mel­ab­schie­bung von Afgha­nen auf Anfra­ge bestä­tigt…Bei­trag von Mat­thi­as Gebau­er bei SPON vom 13. Dezem­ber 2016 externer Link. Die IL Frankfurt/​Main ruft zum Pro­test am Frank­fur­ter Flug­ha­fen auf: 14.12.16, 17.30 Uhr, Ter­mi­nal 1b (Twit­ter-Mel­dung vom 13. Dezem­ber 2016 externer Link)
  • Das nennt Ihr sicher? Kei­ne Abschie­bun­gen in Kriegs­ge­bie­te! Kei­ne Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan! Demons­tra­ti­on am 26. Novem­ber in Düs­sel­dorf
    Das nennt Ihr sicher? Keine Abschiebungen in Kriegsgebiete! Keine Abschiebungen nach Afghanistan! Demonstration am 26. November in DüsseldorfZu Beginn des Jah­res 2016 behaup­te­te Innen­mi­nis­ter De Mai­ziè­re wäh­rend eines Fern­seh­in­ter­views in Kabul, dass Afgha­ni­stan sicher sei. Iro­ni­scher­wei­se spreng­te sich am sel­ben Tag nur weni­ge Kilo­me­ter wei­ter, ein Selbst­mord­at­ten­tä­ter der Tali­ban an einer stark besuch­ten Ver­kehrs­ader in die Luft. Er riss dabei 20 wei­te­re Men­schen mit in den Tod. Dass das All­tag der afgha­ni­schen Bevöl­ke­rung ist, ver­schweigt De Mai­ziè­re. Statt­des­sen lässt er ver­lau­ten, dass Afghan*innen ledig­lich aus Grün­den öko­no­mi­scher Per­spek­tiv­lo­sig­keit, Kor­rup­ti­on und Kri­mi­na­li­tät flüch­ten. Das ist nicht nur eine maß­lo­se Rela­ti­vie­rung der dor­ti­gen Zustän­de, son­dern eine Leug­nung des Krie­ges der seit nun­mehr 36 Jah­ren tobt…Auf­ruf bei afgha­ni­scher-auf­schrei zur NRW-wei­ten Groß-Demons­tra­ti­on in Düs­sel­dorf externer Link am 26.11.2016 um 13 Uhr: DGB-Haus /​Nähe HBF
  • Afgha­ni­stan: Kein siche­res Land für Flücht­lin­ge (neue Bro­schü­re)
    … Im Jahr 2015 erhiel­ten 78 % der afgha­ni­schen Asyl­su­chen­den in Deutsch­land nach inhalt­li­cher Prü­fung einen Schutz­sta­tus. Schon allein die­se Zahl zeigt, dass die aktu­el­le Debat­te über Flücht­lin­ge aus Afgha­ni­stan an der Wirk­lich­keit vor­bei führt. Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan sind wäh­rend­des­sen für die Rückkehrer*innen lebens­ge­fähr­lich. Ein­zel­per­so­nen haben ohne fami­liä­re oder freund­schaft­li­che Netz­wer­ke in Afgha­ni­stan kaum eine Über­le­bens­chan­ce, da sie kei­ne staat­li­che Unter­stüt­zung erhal­ten. (…) Um die­se Fak­ten auch in der öffent­li­chen Dis­kus­si­on bekannt zu machen und dem Ein­druck ent­ge­gen­zu­wir­ken, Afghan*innen hier­zu­lan­de sei­en Flücht­lin­ge drit­ter Klas­se, ohne Aus­sicht auf ein Blei­be­recht in Deutsch­land, hat PRO ASYL nun eine Bro­schü­re ver­öf­fent­licht. Sie soll vor allem Argu­men­te an die Hand geben und die Debat­te um Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan, unter Aus­wer­tung von Medi­en­be­rich­ten und Reports unter­schied­li­cher Orga­ni­sa­tio­nen, in einen sach­li­chen Kon­text stel­len…Mel­dung bei Pro Asyl vom 11.08.2016 externer Link. Sie­he dazu: BROSCHÜRE: Afgha­ni­stan – Kein siche­res Land für Flücht­lin­ge externer Link
  • Refu­gee-Akti­vist nach Hun­ger­streik nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben
    Nach­dem es zunächst vor allem gehei­ßen hat­te, dass inzwi­schen “frei­wil­li­ge” Aus­rei­sen nach Afgha­ni­stan for­ciert wur­den, ist inzwi­schen klar: Es fin­den auch Abschie­bun­gen unter Zwang statt. Die Initia­ti­ve “Free­dom not Fron­tex” hat den Fall von Zaki doku­men­tiert, der nach 14 Jah­ren Auf­ent­halt in Euro­pa, trotz zwei­er Kin­der in Nor­we­gen und dem aus­drück­li­chen Wunsch, sei­ne nor­we­gi­sche Ver­lob­te zu hei­ra­ten, am 15. März 2016 nach Kabul abge­scho­ben wur­de. Ein ers­ter Abschie­be­ver­such im Febru­ar war dem Bericht nach noch an Pro­tes­ten geschei­tert. Zaki befand sich dar­auf­hin im Abschie­be­ge­fäng­nis Mühl­dorf drei Wochen im Hun­ger­streik, im Peti­ti­ons­aus­schuss des Baye­ri­schen Land­tags stimm­te die CSU-Mehr­heit gegen eine wei­te­re Dul­dung für Zaki – und damit für sei­ne end­gül­ti­ge Abschie­bung. Die Begrün­dung: Er wäre ja immer­hin mit fal­schen Papie­ren und mit­hin ille­gal ein­ge­reist. Auf wel­chem lega­len Weg Zaki hät­te kom­men sol­len, teil­ten die CSU-Poli­ti­ker nicht mit. Wir doku­men­tie­ren den Bericht der Soli-Initia­ti­ve vom 17. März 2016 . Und für die Zukunft:
  • Afgha­ni­stan-Abschie­bun­gen: Bun­des­wei­ter Sam­mel­char­ter im Febru­ar geplant
    Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um plant Sam­mel­ab­schie­bung nach Afgha­ni­stan noch im Febru­ar 2016 /​Flücht­lings­rat: „De Mai­ziè­re erkauft Bereit­schaft zur ‚Ein­däm­mung des Migra­ti­ons­drucks’“: Bun­des­in­nen­mi­nis­ter de Mai­ziè­re hat von 31.01.–02.02.2016 Afgha­ni­stan besucht. In einem Schrei­ben an die Län­der­in­nen­mi­nis­ter vom 05.02.2016 berich­tet er, die afgha­ni­sche Regie­rung erken­ne nun „die Ver­pflich­tung Afgha­ni­stans zur Rück­nah­me sei­ner Staats­an­ge­hö­ri­gen“ an, die Bun­des­re­gie­rung wer­de das „durch geziel­te Pro­jek­te vor Ort unter­stüt­zen“ und die afgha­ni­sche Regie­rung „ihren Bei­trag zur Ein­däm­mung des Migra­ti­ons­drucks aus Afgha­ni­stan leis­ten“. Um „die­se posi­ti­ven Signa­le rasch in die Pra­xis umzu­set­zen“ bit­tet de Mai­ziè­re die Län­der­in­nen­mi­nis­ter um Unter­stüt­zung, noch im Febru­ar einen Abschie­be­char­ter nach Afgha­ni­stan voll zu bekom­men, denn: „Dies trägt zum raschen Abbau prak­ti­scher Voll­zugs­hin­der­nis­se bei“. Das baye­ri­sche Innen­mi­nis­te­ri­um hat den geplan­ten Sam­mel-Abschie­be­char­ter bereits bestä­tigt und erklärt, man suche schon die geeig­ne­ten Kan­di­da­ten zusam­men. (…) Der Baye­ri­sche Flücht­lings­rat kri­ti­siert die geplan­ten Sam­mel­ab­schie­bun­gen mas­siv. Afgha­ni­stan ist von Tali­ban und IS stark umkämpft, die Tali­ban haben ein grö­ße­res Gebiet unter ihrer Kon­trol­le, als vor dem NATO-Ein­marsch in Afgha­ni­stan im Jahr 2001. Dass Aus­wär­ti­ge Amt stuft des­halb die Sicher­heits­la­ge als schlecht ein, die Bedro­hungs­la­ge habe sich dra­ma­tisch ver­schärft…PM des Baye­ri­schen Flücht­lings­rats vom 11. Febru­ar 2016 externer Link
  • Mehr Sol­da­ten nach Afgha­ni­stan – aber trotz­dem dort­hin abschie­ben?
    Ende Okto­ber wur­den Stim­men in der Bun­des­re­gie­rung laut, in Zukunft ver­mehrt nach Afgha­ni­stan abschie­ben zu wol­len – auch dort gebe es siche­re Regio­nen. Am Mitt­woch wur­den nun aller­dings sowohl eine Ver­län­ge­rung des Bun­des­wehr­ein­sat­zes in Afgha­ni­stan, als auch eine Auf­sto­ckung der deut­schen Trup­pen beschlos­sen. Begrün­dung: Rück­schlä­ge bei der Sicher­heits­si­tua­ti­on im Land. Das passt nicht zusam­men…Bei­trag von und bei Pro Asyl vom 20.11.2015 externer Link. Aus dem Text:”… Knapp 1000 Bun­des­wehr-Sol­da­ten sol­len zukünf­tig am Hin­du­kusch sta­tio­niert sein, das Man­dat wur­de bis Ende 2016 ver­län­gert – das ist die Reak­ti­on der Bun­des­re­gie­rung auf die sich rapi­de ver­schlech­tern­de Sicher­heits­la­ge. Schlag­zei­len hat­te vor allem die kurz­zei­ti­ge Beset­zung vom nord­af­gha­ni­schen Kun­dus, bis vor 2 Jah­ren Stand­ort eines Bun­des­wehr-Feld­la­gers, durch die Tali­ban gemacht. Die erst­ma­li­ge Beset­zung einer Pro­vinz­haupt­stadt ist von hoher sym­bo­li­scher Bedeu­tung für die Tali­ban, die dies weid­lich medi­al aus­ge­schlach­tet haben. Ein inter­ner Lage­be­richt des Aus­wär­ti­gen Amts beschreibt die Situa­ti­on nach der Rück­erobe­rung mit den Wor­ten: „Die afgha­ni­schen Sicher­heits­kräf­te (ANDSF) […] haben es geschafft, das Patt mit der Insur­genz auf­recht zu erhal­ten.“ Auf gut Deutsch: Es gibt aktu­ell angeb­lich eine Art Unent­schie­den zwi­schen Sicher­heits­kräf­ten, Tali­ban und ande­ren Auf­stän­di­schen…

Der Bei­trag Mehr Sol­da­ten nach Afgha­ni­stan – aber trotz­dem dort­hin abschie­ben? erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

Read More