[labournet:] Projekt Sea-Watch: Nicht länger tatenlos zusehen, wie Menschen im Mittelmeer sterben

Dossier

Sea-Watch.org… Jeden Monat ster­ben Men­schen bei dem Ver­such, das Mit­tel­meer zu über­que­ren. Die Euro­päi­sche Poli­tik tut wenig, um dies zu ver­hin­dern. Im Gegen­teil: ertrun­ke­ne Flücht­lin­ge wer­den bil­li­gend in Kauf genom­men, da Abschre­ckung poli­tisch gewollt ist. Mit einem pri­va­ten Schiff im See­ge­biet zwi­schen Mal­ta und der lybi­schen Küs­te wol­len wir die­sem unhalt­ba­ren Zustand ganz prak­tisch etwas ent­ge­gen set­zen. Die MS Sea-watch wird Flücht­lings­boo­ten in Not Erst­hil­fe leis­ten und die Ret­tung durch die zustän­di­gen Insti­tu­tio­nen ein­for­dern und for­cie­ren. Wir wol­len die offi­zi­el­len Stel­len in Euro­pa in die Pflicht neh­men, indem wir Neu­ig­kei­ten vom Meer live übers Inter­net und per Tele­fon berich­ten. Unse­re Mit­tel sind beschränkt, aber wir kön­nen Zei­chen set­zen…Pro­jekt­vor­stel­lung Sea-Watch externer Link. Zum Stand der Din­ge sie­he auch:

  • Lei­nen los – Die Sea-Watch 4 star­tet zum ers­ten Ret­tungs­ein­satz – aktu­ell das ein­zi­ge Ret­tungs­schiff New
    Das See­not­ret­tungs­schiff Sea-Watch 4 hat am Sams­tag, den 15.08.2020 den Hafen von Bur­ria­na (Spa­ni­en) ver­las­sen und ist auf dem Weg in die Such- und Ret­tungs­zo­ne. Die Sea-Watch 4 ist aktu­ell das ein­zi­ge Ret­tungs­schiff, das auf dem Mit­tel­meer im Ein­satz ist und ein gemein­sa­mes Pro­jekt von United4Rescue, Sea-Watch und Ärz­te ohne Gren­zen. Der Kauf des Schif­fes wur­de im Janu­ar 2020 vom Bünd­nis United4Rescue ermög­licht. Nach den nöti­gen, durch die Coro­na-Pan­de­mie erheb­lich ver­zö­ger­ten Umbau­ar­bei­ten, konn­te die Sea-Watch 4 nun die Werft im spa­ni­schen Bur­ria­na ver­las­sen und ist auf dem Weg ins Ein­satz­ge­biet in inter­na­tio­na­len Gewäs­sern vor Liby­en. Der Ein­satz wird von Sea-Watch ope­ra­tiv gelei­tet und durch Ärz­te ohne Gren­zen medi­zi­nisch unter­stützt. Mit der Sea-Watch 4 wird erst­ma­lig eine Mis­si­on der zivi­len See­not­ret­tung von einem brei­ten zivil­ge­sell­schaft­li­chen Bünd­nis getra­gen: Über 550 Bünd­nis­part­ner unter­stüt­zen United4Rescue aktu­ell. “Die Lage vor der liby­schen Küs­te ist nach wie vor dra­ma­tisch“, so Micha­el Schwi­ck­art von United4Rescue. “Des­halb sind wir froh, dass unser Schiff end­lich auf dem Weg ins Ein­satz­ge­biet ist um Men­schen aus See­not zu ret­ten.“ Seit über sechs Wochen sind kei­ne zivi­len Ret­tungs­kräf­te mehr in der Such- und Ret­tungs­zo­ne im Ein­satz, fast alle akti­ven See­not­ret­tungs­schif­fe sind wegen angeb­li­cher Sicher­heits­män­gel in Ita­li­en fest­ge­setzt oder wer­den mit nicht erfüll­ba­ren Auf­la­gen am Ein­satz gehin­dert. Allei­ne in die­sen sechs Wochen haben die zivi­len Auf­klä­rungs­flug­zeu­ge von Sea-Watch im zen­tra­len Mit­tel­meer über 1.500 Per­so­nen in See­not doku­men­tiert, mehr als 3.500 Men­schen wag­ten laut der Inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­ti­on für Migra­ti­on (IOM) die gefähr­li­che Über­fahrt. In vie­len die­ser Fäl­le wur­den die Men­schen durch die soge­nann­te Liby­sche Küs­ten­wa­che völ­ker­rechts­wid­rig nach Liby­en zurück­ge­bracht…” Sea-Watch-Mel­dung vom 15.8.2020 externer Link
  • “Statt Men­schen­rech­te ein­zu­hal­ten, wird die Sea-Watch 3 erneut mit faden­schei­ni­gen Begrün­dun­gen blo­ckiert” 
    Am Don­ners­tag setz­te die Küs­ten­wa­che auf Sizi­li­en das Flücht­lings-Ret­tungs­schiff “Sea­watch 3” fest. Im Inter­view berich­tet Mat­tea Wei­he [Crew-Mit­glied von Sea Watch] über die frag­wür­di­gen Umstän­de (…) Am spä­ten Mitt­woch­abend kamen Beam­te der Guar­dia Cos­tie­ra an Bord unse­res Schif­fes und teil­ten unse­rer Besat­zung mit, dass eine rou­ti­ne­mä­ßi­ge Über­prü­fung des Schif­fes statt­fin­de – eine soge­nann­te Port Sta­te Con­trol. Kur­ze Zeit spä­ter wur­de unse­rem Team dann mit­ge­teilt, dass die Sea-Watch 3 nicht aus­lau­fen darf. In der Behör­den­spra­che nennt man das einen admi­nis­tra­ti­ve block, aber der lässt sicher­lich eini­gen Raum für Ver­mu­tun­gen… (…) Also, das Frag­wür­di­ge war ja, dass drei Minu­ten, also tat­säch­lich drei Minu­ten, nach­dem die ita­lie­ni­schen Beam­ten unser Schiff ver­las­sen hat­ten, die Pres­se­stel­le in der Zen­tra­le der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che über die größ­te ita­lie­ni­sche Nach­rich­ten­agen­tur ANSA eine offi­zi­el­le Pres­se­mel­dung her­aus­gab, in der der Öffent­lich­keit mit­ge­teilt wur­de, dass unser Schiff im Hafen fest­ge­setzt wur­de, aus offi­zi­ell tech­ni­schen Grün­den und wir also vor­erst nicht mehr aus­lau­fen dür­fen … (…) Es ist men­schen­ver­ach­tend. Es geht nicht um Sicher­heit auf See – es geht um Poli­tik! Sie wol­len das Aus­lau­fen zivi­ler See­not­ret­tungs­schif­fe ver­zö­gern – und das ist das eigent­li­che poli­ti­sche Ziel. (…) Das gro­ße Pro­blem ist: Es gibt push-backs! Auch auf hoher See! Es gab etli­che kon­kre­te Vor­fäl­le, die wir nicht alle sozu­sa­gen live beob­ach­ten konn­ten. Die mal­te­si­sche Küs­ten­wa­che hat Fischer­boo­te zum Bei­spiel auf­ge­for­dert, Geret­te­te zurück nach Liby­en zu brin­gen. (…) Man hält sich an kei­ne Regeln mehr – in Mal­ta nicht, in Liby­en nicht, in der EU oft­mals und immer öfter auch nicht … In Euro­pa und auf dem Mit­tel­meer gilt in Bezug auf Geflüch­te­te kein gel­ten­des Recht mehr. Die­se Men­schen wer­den sich selbst über­las­sen – den Gewal­ten des Mee­res und der Gewalt, die ihnen phy­sisch wider­fährt…” Arti­kel von Mar­cel Mal­a­chow­ski vom 12. Juli 2020 bei tele­po­lis externer Link, sieh eauch unser Dos­sier: Ita­lie­ni­sche Flücht­lings­po­li­tik
  • Wie­der im Ein­satz: „Sea-Watch 3“ ret­tet 100 Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer 
    Die “Sea-Watch 3” hat 30 See­mei­len vor der liby­schen Küs­te rund 100 Migran­ten aus See­not geret­tet – dar­un­ter Frau­en und Min­der­jäh­ri­ge. Das Ret­tungs­schiff ist seit dem Coro­na-Shut­down erst­mals wie­der im Ein­satz. Nach mehr als drei Mona­ten Zwangs­pau­se hat die „Sea-Watch 3“ knapp 30 See­mei­len vor der liby­schen Küs­te rund 100 Migran­ten aus See­not geret­tet, dar­un­ter Frau­en und Min­der­jäh­ri­ge. Meh­re­re der Geret­te­ten hät­ten an Bord des Ret­tungs­schiffs umge­hend medi­zi­ni­sche Hil­fe erhal­ten, teil­te Sea-Watch am Mitt­woch auf dem Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter mit. Unter­des­sen ent­deck­te ein Such­flug­zeug der deut­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on vor der liby­schen Küs­te ein wei­te­res in See­not gera­te­nes Boot mit etwa 70 Men­schen an Bord…” Mel­dung vom 18.06.2020 beim Miga­zin externer Link
  • Das kirch­li­che Bünd­nis „United4Rescue“ hat für geplan­te See­not­ret­tung im Mit­tel­meer durch Sea-Watch das Kie­ler For­schungs­schiff „Posei­don“ erwor­ben 
    Man habe bei dem Bie­ter­ver­fah­ren den Zuschlag bekom­men, teil­te ein Spre­cher mit. „United4Rescue“ hat­te seit Dezem­ber Spen­den für den Erwerb eines Schif­fes gesam­melt, das sich für Ret­tungs­ein­sät­ze auf dem Mit­tel­meer eig­net. Die Kos­ten belie­fen sich auf 1,5 Mil­lio­nen Euro, heißt es. 1,1 Mil­lio­nen Euro hat dem­zu­fol­ge das Bünd­nis bei­gesteu­ert. Den Rest der Sum­me über­neh­me die Orga­ni­sa­ti­on Sea-Watch, die im Auf­trag das Bünd­nis­ses das Schiff betrei­ben sol­le, heißt es. Bevor das frü­he­re For­schungs­schiff für sei­nen künf­ti­gen Zweck in See ste­chen kann, sind noch Umbau­ten not­wen­dig…” Mel­dung vom 1. Febru­ar 2020 beim Deutsch­land­funk externer Link
  • 23 Tote vor Grie­chen­land. „Sea-Watch 3“ ret­tet 119 Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer und wirft Mal­ta Untä­tig­keit vor
    Auch im Win­ter ver­su­chen Flücht­lin­ge von Liby­en aus, Euro­pa in Schlauch­boo­ten zu errei­chen. See­not­ret­ter leis­te­ten in 24 Stun­den drei Ret­tungs­ein­sät­ze und ret­te­ten 119 Flücht­lin­ge. Für min­des­tens 23 Men­schen kam jede Hil­fe zu spät. Den Behör­den Mal­tas wirft die Crew Untä­tig­keit vor. (…) Die Crew war­te nun auf einen „siche­ren Hafen“ und hal­te sich für wei­te­re Boo­te, die in See­not gera­ten, bereit, teil­te die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch in Ber­lin mit. Neue See­not­fäl­le sei­en bereits gemel­det wor­den. Zugleich berich­te­te das spa­ni­sche Ret­tungs­schiff „Open Arms“ die Auf­nah­me von 44 Män­nern aus einem klei­nen Boot, die nach zwei Tagen auf See an schwe­rer Unter­küh­lung lit­ten. Die „Sea-Watch 3“-Crew wur­de nach eige­nen Anga­ben Zeu­ge, wie die liby­sche Küs­ten­wa­che mehr als 150 Boots­flücht­lin­ge nach Liby­en zurück­brach­te. Die Rück­füh­rung sei ille­gal, pro­tes­tier­te die Orga­ni­sa­ti­on. Die liby­sche Küs­ten­wa­che wird von der EU unter­stützt und besteht zum Teil aus Mili­zen. (…)Sea-Watch warf den mal­te­si­schen Behör­den Untä­tig­keit vor. In der Nacht zum Frei­tag habe ihr Schiff 42 Men­schen geret­tet, deren Boot zu die­sem Zeit­punkt bereits die mal­te­si­sche Such- und Ret­tungs­zo­ne erreicht habe. Obwohl der See­not­fall seit Stun­den bekannt gewe­sen sei, sei­en die mal­te­si­schen Behör­den nicht aktiv gewor­den…” Mel­dung vom 13.01.2020 beim Miga­zin externer Link
  • Schiff der Sea-Watch ist wie­der frei 
    Deut­sche See­not­ret­ter jubeln: Ihr beschlag­nahm­tes Schiff kann wie­der in See ste­chen und Migran­ten ret­ten. Es zeigt, wie schwer es auch für Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni ist, Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen zu stop­pen. (…) „Zum Glück zählt für die ita­lie­ni­sche Jus­tiz die eige­ne Ver­fas­sung mehr als ein twit­tern­der Minis­ter“, sag­te Sea-Watch-Spre­cher Ruben Neu­ge­bau­er der Deut­schen Pres­se-Agen­tur mit Blick auf Sal­vi­ni. Das Schiff sei frei, weil „fest­ge­stellt wur­de, dass wir uns an alle Geset­ze gehal­ten haben“. Die Staats­an­walt­schaft in Agri­gent hat­te gegen den ita­lie­ni­schen Kapi­tän Ermitt­lun­gen wegen des Vor­wurfs der Begüns­ti­gung von ille­ga­ler Ein­wan­de­rung auf­ge­nom­men. Es sei noch unklar, was mit die­sen Ermitt­lun­gen nun sei, sag­te Neu­ge­bau­er. „Wir sind aber über­zeugt, dass er (der Kapi­tän) alles rich­tig gemacht hat und dass es zu kei­nem Ver­fah­ren kom­men wird.“…” dpa-Mel­dung vom 01.06.2019 bei der FAZ online externer Link, sie­he zum Hin­ter­grund unser Dos­sier: Ita­lie­ni­sche Flücht­lings­po­li­tik
  • Sea­watch-Wahl­spot der PARTEI: Das ist kei­ne Euro­pa-Wahl­wer­bung 
    Im Vor­hin­ein war viel dis­ku­tiert wor­den. Erst wei­ger­te sich das ZDF, den Wahl­wer­be­spot der Sati­re­par­tei Die PARTEI zu sen­den. Begrün­dung: Dies sein kein Wahl­spot. Denn die PARTEI hat­te sich ent­schie­den, ihre knapp ein­ein­halb Minu­ten Sen­de­zeit der See­not­ret­tungs-NGO Sea­watch zur Ver­fü­gung zu stel­len. Nach­dem sie dann aber einen Abspann mit PAR­TEI-Logo ein­füg­te, wur­de der Spot nun doch gesen­det. Und nein, ein Wer­be­spot für die EU ist er nicht. Im Gegen­teil. Er holt die Bil­der ins Wohn­zim­mer, die das Staa­ten­bünd­nis mög­lichst ver­mei­den will. Ein Jun­ge kämpft unter Was­ser gegen das Ertrin­ken an, ver­sucht mit Pad­del­be­we­gun­gen an die Was­ser­ober­flä­che zu rudern. Man hofft in jeder Sekun­de des Clips, dass er es schafft. Doch anders als in Hol­ly­wood gibt es für ihn kein Hap­py End. Er ertrinkt, vor den Augen der scho­ckier­ten Zuschauer*innen. Das ist hef­tig, doch es kommt der der­zei­ti­gen Lage im Mit­tel­meer nahe: Dort gibt es fast kei­ne Retter*innen mehr. Und die EU trägt eine ver­hee­ren­de Schuld…” Kom­men­tar von Ali­na Leim­bach vom 09.05.2019 beim ND online externer Link und der Wahl­spot als Video bei you­tube externer Link
  • Sea-Watch gewinnt vor Gericht in Den Haag: Sea-Watch 3 zu Unrecht seit Anfang April am Aus­lau­fen gehin­dert 
    Der nie­der­län­di­sche Staat hat die Sea-Watch 3 zu Unrecht seit Anfang April am Aus­lau­fen gehin­dert – zu die­sem Schluss kam heu­te ein Gericht in Den Haag, dem die Beur­tei­lung unse­res Eil­an­trags gegen die Fest­set­zung des Schiffs oblag. Das Urteil bestä­tigt die poli­ti­sche Moti­va­ti­on hin­ter der neu­en Ver­ord­nung der nie­der­län­di­schen Regie­rung, wel­che die Grund­la­ge für die Blo­cka­de bot und Sea-Watch als ein­zi­ger NGO kei­ne Über­gangs­zeit zuge­stand. Die Sea-Watch 3 wird ihren Such- und Ret­tungs­ein­satz so bald wie mög­lich wie­der auf­neh­men. (…) Mit Bekannt­ga­be des Urteils wur­de bereits begon­nen, das Schiff wie­der fit für den Ein­satz zu machen. Unser Ziel ist, so schnell wie mög­lich in die SAR-Zone vor der liby­schen Küs­te zurück­keh­ren. Dies ist auch bit­ter not­wen­dig: Der­zeit ist nur ein ein­zi­ges zivi­les See­not­ret­tungs­schiff in der SAR-Zone aktiv – wäh­rend einer von zehn Men­schen bei dem Ver­such, über das Mit­tel­meer zu flie­hen, stirbt. Es wird höchs­te Zeit, dass die Sea-Watch 3 wie­der unter­wegs ist.Pres­se­mit­tei­lung vom 7.5.2019 externer Link
  • Nie­der­län­di­sche Regie­rung blo­ckiert Sea-Watch 3 und ande­re NGO-Schif­fe mit neu­er Ver­ord­nung, schiebt „Sicher­heit“ als Grund vor, wäh­rend Men­schen ertrin­ken 
    “Heu­te tritt eine neue Ver­ord­nung des nie­der­län­di­schen Minis­te­ri­ums für Infra­struk­tur und Was­ser­wirt­schaft in Kraft, die auf Sea-Watch und ande­re NGOs, die Schif­fe unter nie­der­län­di­scher Flag­ge betrei­ben schwer­wie­gen­de Aus­wir­kun­gen hat. Die über­stürzt und ohne Über­gangs­frist für Sea-Watch ein­ge­führ­te Ver­ord­nung zeigt, dass die nie­der­län­di­sche Regie­rung dazu bereit ist, ihre Befug­nis­se im Rah­men eines koor­di­nier­ten Vor­ge­hens gegen Ret­tungs­ak­tio­nen im Mit­tel­meer zu miss­brau­chen und zivil­ge­sell­schaft­li­che Akteu­re an ihren Ope­ra­tio­nen zu hin­dern – eine Stra­te­gie, die auch ande­re EU-Mit­glied­staa­ten ver­fol­gen. Von Sea-Watch durch das Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz auf­ge­deck­te inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen den nie­der­län­di­schen Minis­te­ri­en belegt, dass Sicher­heits­be­den­ken nie trei­ben­de Kraft für die neue Ver­ord­nung waren, son­dern ihr ein­zi­ges Ziel ist, Such- und Ret­tungs­ak­tio­nen zu behin­dern. (…) Wäh­rend die nie­der­län­di­sche Regie­rung noch nicht ein­mal dazu in der Lage ist uns kon­kret zu sagen wel­che tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen wer­den müss­ten um die Vor­ga­ben der Ver­ord­nung zu erfül­len und Rechts­si­cher­heit für unse­re Mis­sio­nen zu erhal­ten, ist Sea-Watch auch wei­ter­hin in der Lage und bereit, die Sicher­heit an Bord zu garan­tie­ren und gege­be­nen­falls auch wei­te­re Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zes­se zu durch­lau­fen. Dafür for­dert Sea-Watch die nie­der­län­di­sche Regie­rung jedoch auf, die ord­nungs­ge­mä­ßen Ver­fah­ren für eine umfas­sen­de Geset­zes­än­de­rung für Schif­fe unse­rer Klas­si­fi­zie­rung zu nut­zen. Es ist äußerst beun­ru­hi­gend, dass Sea-Watch und ande­ren NGOs ohne Vor­ankün­di­gung oder Über­gangs­zeit, mit sofor­ti­ger Wir­kung neue Richt­li­ni­en auf­ge­zwun­gen wur­den, die noch nicht ein­mal klar defi­niert sind. Es gibt kei­ne Garan­tie dafür, dass das Minis­te­ri­um in Zukunft nicht noch wei­te­re Ände­run­gen auf die­se Wei­se will­kür­lich durch­set­zen wird. Sea-Watch stellt des­halb die Legi­ti­mi­tät die­ses Pro­zes­ses in Fra­ge und pran­gert die zugrun­de lie­gen­den Moti­ve des nie­der­län­di­schen Staa­tes an. Offen­sicht­lich sol­len Seenotretter*innen in tech­ni­schen und büro­kra­ti­schen Ober­fläch­lich­kei­ten unter­ge­hen, wäh­rend auf dem Mit­tel­meer wei­ter­hin Men­schen ertrin­ken?” Bericht vom 2. April 2019 von und bei Sea​-Watch​.org externer Link
  • End­lich: Sea-Watch 3 ver­lässt nach 3‑wöchiger Blo­cka­de Ita­li­en 
    “… wie­der geht für uns ein ner­ven­auf­rei­ben­des Rin­gen mit EU-Staa­ten erst nach meh­re­ren Wochen zu Ende. Heu­te durf­te die Sea-Watch 3 end­lich den Hafen von Cata­nia ver­las­sen. 22 Tage lang hat­ten ita­lie­ni­sche Behör­den das Aus­lau­fen unse­res Ret­tungs­schiffs ver­hin­dert. Vor­aus­ge­gan­gen war eine elf­tä­gi­ge Odys­see mit 47 Über­le­ben­de eines Boots­un­glücks. Es folg­te der unbe­ding­te Ver­such der ita­lie­ni­schen Behör­den, Grün­de für eine Fest­set­zung unse­res Schiffs zu fin­den. Obwohl die Staats­an­walt­schaft vor Ort klar­stell­te, dass die Crew wäh­rend der Ret­tung in vol­lem Ein­klang mit dem Gesetz gehan­delt habe, wur­den wir mit einer lächer­li­chen Flut von Kon­trol­len und Ermitt­lun­gen über­zo­gen. Unser 1. Offi­zier Fried­hold fasst zusam­men: „Fünf ver­schie­de­ne ita­lie­ni­sche und nie­der­län­di­sche Behör­den haben das Schiff etwa 80 Stun­den lang geprüft – zwei Wochen vor einem plan­mä­ßi­gen Werft­auf­ent­halt. Die Crew hat aber alle rele­van­ten Punk­te bin­nen zwei Wochen bear­bei­tet. Die Behör­den haben kei­nen Grund, uns hier län­ger fest­zu­hal­ten.“ Nach Andro­hung eines Dring­lich­keits­ver­fah­rens gegen die Fest­set­zung erlaub­ten die nie­der­län­di­schen Behör­den zwei Minu­ten vor Ablauf der Frist am Mitt­woch schließ­lich die Über­füh­rung des Schiffs in eine Mar­seil­ler Werft, wo Rou­ti­ne­ar­bei­ten durch­ge­führt wer­den sol­len…” Info vom 22.2.2019 externer Link
  • Ermitt­lun­gen in Ita­li­en: Kein Fehl­ver­hal­ten von Sea Watch 
    Die ita­lie­ni­sche Jus­tiz ist zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass die Ret­tung von 47 Flücht­lin­gen aus See­not durch die Orga­ni­sa­ti­on „Sea Watch“ geset­zes­kon­form war. Innen­mi­nis­ter Sal­vi­ni hat­te der Orga­ni­sa­ti­on vor­ge­wor­fen, die Men­schen nicht ins nahe gele­ge­ne Tune­si­en gebracht zu haben. Statt­des­sen sei das Schiff bei einem Unwet­ter nach Ita­li­en gefah­ren. Die Ermitt­ler haben jetzt klar­ge­stellt, dass das Wet­ter noch gut war, als sich die „Sea Watch 3“ in Rich­tung Lam­pe­du­sa auf­mach­te. Wäre der Kapi­tän dage­gen nach Tune­si­en gefah­ren, hät­te er sich auf das Unwet­ter zube­wegt. Aller­dings hat die ita­lie­ni­sche Staats­an­walt­schaft Beden­ken, dass das Schiff see­taug­lich ist…” Mel­dung vom 2. Febru­ar 2019 beim Deutsch­land­funk externer Link
  • Wäh­rend Ita­li­en die Sea-Watch 3 im Hafen von Cata­nia blo­ckiert, führt laut UNO die Kri­mi­na­li­sie­rung der See­not­ret­tung zu Rekord­todes­ra­te
    Sea-Watch erfuhr heu­te aus den Medi­en, dass unser Schiff Sea-Watch 3, das ges­tern nach einer 10-tägi­gen Odys­see 47 Men­schen in Cata­nia ange­lan­det hat, in Cata­nia blo­ckiert ist. Die Blo­cka­de des letz­ten ver­blie­be­nen Ret­tungs­schif­fes im Mit­tel­meer kommt nur weni­ge Tage nach­dem die Ver­ein­ten Natio­nen die Kri­mi­na­li­sie­rung der See­ret­tung als Grund für die Rekord­todes­ra­te im Mit­tel­meer fest­ge­stellt haben. Berich­ten zufol­ge sind die von der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che genann­ten Grün­de „tech­ni­sche Unre­gel­mä­ßig­kei­ten“, doch die Küs­ten­wa­che stand unter gro­ßem Druck, einen Grund für die Blo­cka­de des Schif­fes zu fin­den. Dies ist ein kla­rer poli­ti­scher Schach­zug, um mit erfun­de­nen, angeb­li­chen Unre­gel­mä­ßig­kei­ten die Sea-Watch 3 am Wei­ter­fah­ren zu hin­dern…” Sea-Watch-Mel­dung vom 1.2.2019 externer Link – Unter­stüt­ze jetzt den Rechts­hil­fe­fonds für Sea-Watch Aktivist*innen externer Link
  • Eini­gung über Auf­nah­me: “Sea-Watch”-Flüchtlinge dür­fen an Land 
    Die Men­schen auf der “Sea-Watch 3” dür­fen das blo­ckier­te Ret­tungs­schiff nach fast zwei Wochen ver­las­sen. Meh­re­re EU-Län­der erklär­ten sich zur Auf­nah­me bereit. Der grund­sätz­li­che Streit ist nicht gelöst. Die Migran­ten an Bord des blo­ckier­ten Ret­tungs­schiffs der deut­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch dür­fen nach fast zwei Wochen an Land. Sie­ben EU-Län­der hät­ten sich zur Auf­nah­me von Migran­ten bereit­erklärt, sag­te Ita­li­ens Minis­ter­prä­si­dent Giu­sep­pe Con­te. “Luxem­burg hat sich der Lis­te befreun­de­ter Län­der ange­schlos­sen, die auf unse­re Ein­la­dung (die Migran­ten auf­zu­neh­men) geant­wor­tet haben.” In den kom­men­den Stun­den kann laut Con­te daher das Aus­stei­gen der Migran­ten begin­nen. Neben Luxem­burg haben Ita­li­en, Deutsch­land, Mal­ta, Rumä­ni­en, Por­tu­gal und Frank­reich die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen von dem Schiff zuge­sagt. (…) “Ver­tei­lungs­fra­gen müs­sen an Land geklärt wer­den, und auch wenn es jetzt eine Lösung geben soll­te, bleibt es eine mora­li­sche und poli­ti­sche Bank­rott­erklä­rung von­sei­ten der EU-Staa­ten”, sag­te Sea-Watch-Spre­cher Ruben Neu­ge­bau­er. An Bord sind auch 13 Min­der­jäh­ri­ge und 22 Crew­mit­glie­der. Die hygie­ni­schen Zustän­de ver­schlech­ter­ten sich in den ver­gan­ge­nen Tagen enorm. Die Besat­zung des Schiffs berich­te­te von gesund­heit­li­chen Pro­ble­men der Migran­ten…” Agen­tur­mel­dung vom 30.01.2019 beim Spie­gel online externer Link
  • Euro­päi­scher Gerichts­hof für Men­schen­rech­te ver­fügt Inte­rims­maß­nah­me gegen Ita­li­en – 47 Men­schen auf Sea-Watch 3 brau­chen eine Lösung 
    Nach einer Beschwer­de von Über­le­ben­den und Besat­zungs­mit­glie­dern des Ret­tungs­schiffs Sea-Watch 3 hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te (EGMR) eine Grund­rechts­ver­let­zung fest­ge­stellt und eine einst­wei­li­ge Maß­nah­me ver­fügt. Am 11. Tag der rechts­wid­ri­gen Blo­cka­de vor Sira­cu­sa, Ita­li­en, erkennt Sea-Watch das Urteil an, muss aber dar­auf bestehen: Einst­wei­li­ge Maß­nah­men rei­chen nicht, was es braucht, ist eine Lösung. Der EGMR for­der­te die ita­lie­ni­sche Regie­rung auf, „so bald wie mög­lich alle not­wen­di­gen Maß­nah­men zu ergrei­fen, um allen Antrag­stel­lern eine ange­mes­se­ne medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung, Nah­rung, Was­ser und Grund­ver­sor­gung zu gewähr­leis­ten. Was die 15 unbe­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen betrifft, so wird die Regie­rung auf­ge­for­dert, ange­mes­se­ne Rechts­hil­fe (z.B. gesetz­li­che Vor­mund­schaft) zu leis­ten.“ (…) „Die Hoff­nung nach der Ret­tung ist tota­ler Depres­si­on und Ver­zweif­lung gewi­chen“, sagt Dr. Frank Dör­ner, Schiffs­arzt der Sea-Watch 3. „Eini­ge Men­schen haben auf­ge­hört zu essen, haben sich völ­lig in sich selbst zurück­ge­zo­gen, ande­re wer­den emo­tio­nal insta­bil. Wir muss­ten für eini­ge auf den Ein­satz von Beru­hi­gungs­mit­teln zurück­grei­fen, kön­nen dies aber nur unzu­rei­chend hier an Bord behan­deln. Eini­ge Men­schen sind so trau­ma­ti­siert und depres­siv, dass wir sui­zi­da­le Ten­den­zen fürch­ten – wir wis­sen nicht, wie lan­ge wir noch in der Lage sind, die Situa­ti­on zu bewäl­ti­gen. Die psy­cho-phy­sio­lo­gi­sche Situa­ti­on der Men­schen ist an den Ort gebun­den, an dem sie fest­sit­zen und dem sie nicht ent­kom­men kön­nen. Die vor­läu­fi­gen Maß­nah­men sind aus­ge­schöpft, wir brau­chen einen siche­ren Hafen.“ „Wir begrü­ßen die Ent­schei­dung aus Straß­burg, da sie zeigt, dass das Gericht eine Ver­let­zung grund­le­gen­der Rech­te durch die Blo­cka­de der Sea-Watch 3 fest­stellt„, sagt Johan­nes Bay­er, Vor­sit­zen­der von Sea-Watch. „Aber das ist nicht genug: Der EGMR ver­langt Brot und Was­ser. Wir ver­lan­gen das Ende die­ser poli­ti­schen Gei­sel­nah­me.”” Sea-Watch-Pres­se­mit­tei­lung vom 30.1.2019 externer Link – die taz ver­mel­det dazu am 30.1. externer Link: “… Ita­li­ens Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni hat­te noch am Diens­tag betont, die Geret­te­ten könn­ten in Ita­li­en nur an Land gehen, wenn sie anschlie­ßend von Deutsch­land oder den Nie­der­lan­den auf­ge­nom­men wür­den. Die „Sea-Watch 3“ fährt unter nie­der­län­di­scher Flag­ge. (…) Regie­rungs­chef Giu­sep­pe Con­te Con­te sag­te der Nach­rich­ten­agen­tur Ansa zufol­ge, dass es Bereit­schaft von fünf Län­dern gäbe, die Migran­ten auf­zu­neh­men: Deutsch­land, Mal­ta, Frank­reich, Por­tu­gal und Rumä­ni­en…”
  • Leucht­feu­er der Soli­da­ri­tät in Sira­cu­sa, Zynis­mus aus Rom: Sea-Watch 3 nach Sira­cu­sa ein­ge­la­den, aber von der Regie­rung gehin­dert 
    “Sie­ben Tage nach der Ret­tung von 47 Schiff­brü­chen vor der liby­schen Küs­te ist das letz­te ver­blie­be­ne Ret­tungs­schiff im zen­tra­len Mit­tel­meer nun vor der Küs­te Sizi­li­ens blo­ckiert, trotz ver­schie­de­ner Städ­te, die einen siche­ren Hafen boten. Am Don­ners­tag hat­te der Bür­ger­meis­ter der ita­lie­ni­schen Stadt Sira­cu­sa, Fran­ces­co Ita­lia, in Zusam­men­ar­beit mit der loka­len Zivil­ge­sell­schaft den Hafen der Stadt als offen erklärt und die zustän­di­gen Behör­den gebe­ten, den Ein­tritt der Sea-Watch 3 zu ermög­li­chen. Die Regie­rung aller­dings, gegen deren Innen­mi­nis­ter bereits wegen Ent­füh­rung, Amts­miss­brauch und Ver­let­zung der SAR-Kon­ven­ti­on in einem ähn­li­chen Fall ermit­telt wird, ver­bie­tet den Men­schen der­zeit, das Schiff zu ver­las­sen. (…) „Dies hät­te ein strah­len­der Tag für die euro­päi­sche Soli­da­ri­tät nach einer sehr dunk­len Woche sein kön­nen. Min­des­tens 170 Men­schen waren ver­misst wor­den – nicht bestä­tig­te Berich­te aus Liby­en spre­chen von viel mehr. Wei­te­re 250 wur­den von der EU-finan­zier­ten, so genann­ten liby­schen Küs­ten­wa­che und zwei Han­dels­schif­fen, die gegen die Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on ver­sto­ßen, gewalt­sam zurück­ge­schleppt„, sagt Johan­nes Bay­er, Vor­sit­zen­der von Sea-Watch, über die Ein­la­dung nach Sira­cu­sa. „Wir sind der Stadt Sira­cu­sa und ihren Bür­gern für die­ses gro­ße Zei­chen der Soli­da­ri­tät dank­bar. Unser Dank gilt auch Paler­mo, Nea­pel, Bar­ce­lo­na, Ber­lin und allen ande­ren Städ­ten, die sich zu offe­nen Häfen und soli­da­ri­schen Städ­ten erklärt haben. Das ist das Euro­pa, in dem wir leben wol­len, ein Euro­pa der Soli­da­ri­tät„, sagt Bay­er. „Doch die Men­schen­rech­te in Euro­pa gel­ten heu­te offen­bar nur noch für Men­schen unter 18 Jah­ren„, sagt Johan­nes Bay­er und ver­weist auf den Vor­schlag, nur die 13 unbe­glei­te­ten Min­der­jäh­ri­gen an Land zu las­sen…” Mel­dung vom 26. Janu­ar 2019 von und bei Sea​-Watch​.org externer Link
  • See­not­ret­tung im Mit­tel­meer: Die Sea Watch 3 fin­det kei­nen Hafen 
    Seit Jah­res­be­ginn sind bereits 210 Men­schen im Mit­tel­meer ertrun­ken. An die­ser Stel­le berich­ten wir künf­tig fort­lau­fend über die Ein­sät­ze zivi­ler Hel­fer…” Ticker von Sebas­ti­an Leber beim Tages­spie­gel online externer Link, neu­es­te Mel­dung:
    • Don­ners­tag, 24.1.: Das Sturm­tief über dem Mit­tel­meer hat inzwi­schen eine Wind­ge­schwin­dig­keit von 110 Stun­den­ki­lo­me­tern erreicht. Die Sea-Watch ist nach Nor­den gefah­ren und sucht Schutz in Küs­ten­nä­he, befin­det sich jetzt 40 Kilo­me­ter öst­lich von Sizi­li­en. Die Fahrt des Schif­fes kön­nen Sie hier in Echt­zeit ver­fol­gen externer Link. Ruben Neu­ge­bau­er, Spre­cher von Sea-Watch, bewer­tet im Deutsch­land­funk das dro­hen­de Ende der EU-Mis­si­on Sophia und berich­tet von Han­dels­schif­fen, die im Ernst­fall das Ret­ten ver­wei­gern externer Link…”
  • [Peti­ti­on] See­not­ret­tung ist nicht ver­han­del­bar – Öff­net die Häfen für die Sea-Watch 3! 
    Mein Name ist Anne, ich bin gera­de an Bord der Sea-Watch 3. Kaum zwei Wochen nach dem Ende der letz­ten Odys­see lässt die EU unser Schiff erneut auf dem Mit­tel­meer auf­lau­fen. Mit an Bord: 47 Men­schen, die wir am 19.01. aus See­not geret­tet hat­ten. Seit­dem war­ten wir auf Anwei­sun­gen der Behör­den, also dar­auf, dass die­se ihrer Pflicht nach­kom­men und dem Schiff einen siche­ren Hafen zuwei­sen. Schon jetzt hat die Schlie­ßung der Häfen fata­le Fol­gen: Immer mehr Han­dels­schif­fe bege­hen Völ­ker­rechts­bruch und brin­gen aus See­not geret­te­te Flüch­ten­de nach Liby­en zurück – ein Ver­stoß gegen die Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on. Teils kom­men sie ihrer see­recht­li­chen Pflicht zur Ret­tung von Schiff­brü­chi­gen auch über­haupt nicht mehr nach. (…) Über 35 deut­sche und ita­lie­ni­sche Städ­te – dar­un­ter Ber­lin, Nea­pel, Paler­mo und Ham­burg – haben bereits ihre Auf­nah­me­be­reit­schaft signa­li­siert. See­not­ret­tung darf nie­mals von EU-Ver­hand­lun­gen abhän­gig sein, Ver­tei­lungs­fra­gen müs­sen an Land geklärt wer­den. Wir for­dern die euro­päi­sche Kom­mis­si­on auf: Zie­hen Sie ein für alle mal einen Schluss­trich unter das wür­de­lo­se Gescha­che­re mit Men­schen. Wei­sen Sie den 47 Über­le­ben­den auf der Sea-Watch 3 sofort einen siche­ren Hafen zu und stel­len sie sicher, dass in zukünf­ti­gen Fäl­len direkt und ohne Ver­zö­ge­rung ein siche­rer Hafen zuge­wie­sen wird!Peti­ti­on an Euro­päi­sche Kom­mis­si­on von Anne von Sea-Watch e.V. bei chan​ge​.org externer Link, sie­he zum Hin­ter­grund Nie­mand hilft – 170 Migran­ten ertrin­ken vor Liby­ens Küs­te
  • Weih­nach­ten auf See: 344 Men­schen bin­nen 24h geret­tet – kein siche­rer Hafen für die Geret­te­ten auf der Sea-Watch 3 
    Bin­nen 24h wur­den seit Frei­tag 344 Men­schen von der Flot­te der #United4med Alli­anz geret­tet, der auch Sea-Watch ange­hört. Wäh­rend die Open Arms mit 311 Men­schen an Bord unter­wegs nach Spa­ni­en ist, wird der Sea-Watch 3 nach wie vor ein siche­rer Hafen ver­wei­gert. Eine Lösung wäre pro­blem­los mög­lich, mehr als 30 Städ­te und meh­re­re Bun­des­län­der haben sich allein in Deutsch­land bereit erklärt, aus See­not Geret­te­te auf­zu­neh­men. Sea-Watch for­dert die Bun­des­re­gie­rung dazu auf, noch vor Weih­nach­ten eine Lösung zu ermög­li­chen. Wer sich auf christ­li­che Wer­te beruft, ist jetzt in der Pflicht. Die Sea-Watch 3 konn­te am Sams­tag 33 Men­schen vor dem Ertrin­ken ret­ten, dar­un­ter meh­re­re Kin­der. Die­se befin­den sich nun sicher an Bord der Sea-Watch 3, wo sie medi­zi­nisch ver­sorgt wer­den. Kei­ne 24 Stun­den zuvor hat­te die spa­ni­sche Open Arms bereits über 300 Schiff­brü­chi­ge auf­ge­nom­men. (…) Den Geret­te­ten droht nun, Hei­lig­abend auf dem Mit­tel­meer ver­brin­gen zu müs­sen, da bis­lang kein euro­päi­scher Staat bereit ist, die­se Per­so­nen auf­zu­neh­men. Die Sea-Watch 3 gehört mit den Such­flug­zeu­gen Moon­bird und Coli­bri, sowie der spa­ni­schen Open Arms und der deut­schen Sea-Eye 2, zu den der­zeit ein­zi­gen zivi­len Ret­tungs­mit­teln auf dem Mit­tel­meer. (…) Mehr als 30 Städ­te und meh­re­re Bun­des­län­der haben sich in Deutsch­land zu siche­ren Häfen erklärt, die Bun­des­re­gie­rung muss nun ihrer euro­päi­schen Ver­ant­wor­tung gerecht wer­den. Eine Lösung wäre mög­lich, wenn Bun­des­in­nen­mi­nis­ters See­hofer einem Kon­tin­gent nach §23 Auf­ent­halts­ge­setz zustimmt...” Sea-Watch-Mel­dung vom 23.12.2018 externer Link
    • Not­la­ge auf Ret­tungs­schif­fen: Nach wochen­lan­ger Irr­fahrt – Mal­ta lässt 49 Migran­ten an Land 
      Die 49 Flücht­lin­ge an Bord der bei­den deut­schen Hilfs­schif­fe vor der Küs­te von Mal­ta dür­fen nach Anga­ben der dor­ti­gen Regie­rung an Land gehen. “Es wur­de eine Ad-hoc-Ver­ein­ba­rung erzielt”, sag­te Mal­tas Regie­rungs­chef Joseph Mus­cat. Die Migran­ten sol­len auf Deutsch­land und sie­ben wei­te­re euro­päi­sche Län­der ver­teilt wer­den. Die Ret­tungs­schif­fe müss­ten die mal­te­si­schen Gewäs­ser aller­dings “sofort” nach dem Trans­fer der Migran­ten ver­las­sen. (…) Als Gegen­leis­tung für die Öff­nung des Hafens in Val­let­ta hat­te die mal­te­si­sche Regie­rung die Ver­tei­lung von 249 bereits in Mal­ta befind­li­chen Migran­ten gefor­dert, die die dor­ti­ge Küs­ten­wa­che Ende Dezem­ber geret­tet hat­te. Von den nun ins­ge­samt 298 Migran­ten wer­den laut Mus­cat 176 von Deutsch­land, Frank­reich, Por­tu­gal, Irland, Rumä­ni­en, Luxem­burg, den Nie­der­lan­den und Ita­li­en auf­ge­nom­men. 78 kön­nen dem­nach in Mal­ta blei­ben. 44 Men­schen aus Ban­gla­desch sol­len in ihr Hei­mat­land zurück­ge­schickt wer­den…” Mel­dung vom 9. Janu­ar 2019 beim Spie­gel online externer Link
    • Zer­reiß­pro­be in der Flücht­lings­po­li­tik: Ita­li­en hat sei­ne Häfen geschlos­sen, Deutsch­land stellt Bedin­gun­gen – Hel­fer spre­chen von “mora­li­schem Ver­fall” 
      Das Flücht­lings­dra­ma um 49 Migran­ten auf zwei deut­schen Schif­fen im Mit­tel­meer vor Mal­ta ent­wi­ckelt sich zur Zer­reiss­pro­be für die EU. Ita­li­en hat sei­ne Häfen geschlos­sen, Deutsch­land stellt Bedin­gun­gen – Hel­fer spre­chen von “mora­li­schem Ver­fall”. Die EU-Kom­mis­si­on appel­lier­te an die 28 Mit­glieds­staa­ten, sich soli­da­risch zu zei­gen und die Not lei­den­den Men­schen auf­zu­neh­men. „Wir brau­chen drin­gend eine nach­hal­ti­ge Lösung für die Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer“, sag­te ein Spre­cher von Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Juncker. Die EU-Staa­ten müß­ten „mehr Soli­da­ri­tät“ bewei­sen und sich auch in der umstrit­ten Fra­ge der Ver­tei­lung der Flücht­lin­ge eini­gen. EU-Migra­ti­ons­kom­mis­sar Avra­mapou­los bemüht sich bereits seit Tagen um eine Lösung – ohne Erfolg. Am Mon­tag­abend schei­ter­ten die 28 EU-Bot­schaf­ter in Brüs­sel bei dem Ver­such, eine Lösung zu fin­den…” Bei­trag vom 8. Janu­ar 2019 von Eric Bon­se bei LostI­nEU externer Link
    • Sea-Eye wird wei­ter blo­ckiert – Fol­ge­mis­si­on muss abge­sagt wer­den
    • Flücht­lings­ret­ter: Lage auf blo­ckier­ten Schif­fen kri­tisch. Rund 50 Flücht­lin­ge har­ren seit Tagen auf zwei Hilfs­schif­fen vor Mal­ta aus 
      Die Lage auf den bei­den blo­ckier­ten Ret­tungs­schif­fen deut­scher Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen für Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer ver­schlech­tert sich wei­ter. »Inzwi­schen wer­den die Trink- und Brauch­was­ser­vor­rä­te des Schif­fes streng ratio­niert«, teil­te die Orga­ni­sa­ti­on Sea-Eye am frü­hen Mon­tag­mor­gen mit. Die 17 Geret­te­ten an Bord der »Pro­fes­sor Albrecht Penck« schlie­fen seit mehr als einer Woche auf der Kran­ken­sta­ti­on, sie teil­ten sich nur eine Toi­let­te. Matrat­zen und Wech­sel­klei­dung gebe es nicht. Auch auf dem Boot der Orga­ni­sa­ti­on Sea-Watch mit 32 Geret­te­ten ist die Lage eige­nen Anga­ben zufol­ge kri­tisch. Die Schif­fe von Sea-Watch und Sea-Eye befin­den sich vor der mal­te­si­schen Küs­te, doch anle­gen dür­fen sie dort nicht. Mal­ta und Ita­li­en rück­ten nicht von ihrer Linie ab und ver­weh­ren wei­ter die Ein­fahrt in ihre Häfen. (…) Der Bord­arzt der »Sea Watch 3«, Frank Dör­ner, sag­te: »Die Situa­ti­on hier an Bord wird immer insta­bi­ler.« Das Stress­ni­veau neh­me zu. Die Men­schen sei­en trau­ma­ti­siert, dazu kämen See­krank­heit und die Unsi­cher­heit, so Dör­ner. »Es ist also eine sehr kata­stro­pha­le Situa­ti­on.« Sea-Eye-Vor­stand Jan Rib­beck sag­te: »Wenn das so wei­ter­geht, dann wer­den wir Mal­ta in Kür­ze um Unter­stüt­zung und Auf­fül­lung unse­rer Vor­rä­te bit­ten müs­sen. Unse­re Treib­stoff­vor­rä­te sind eben­falls end­lich.« Auch für die 18 Besat­zungs­mit­glie­der der »Pro­fes­sor Albrecht Penck« sei­en die Gren­zen der Belast­bar­keit längst über­schrit­ten…” Agen­tur­mel­dung vom 07.01.2019 beim ND online externer Link
    • Rebel­li­scher Bür­ger­meis­ter von Nea­pel will Flücht­lin­ge auf­neh­men – gegen den wil­len des ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­ters [auch der Bür­ger­meis­ter von Paler­mo] 
      “… Von die­sem Ort ver­kün­de­te Magis­tris per Video­bot­schaft sei­ne Rebel­li­on gegen den momen­tan viel­leicht mäch­tigs­ten Poli­ti­ker Ita­li­ens. Nea­pel ist bereit, Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni zu trot­zen und ein Schiff der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch in sei­nen Hafen ein­lau­fen zu las­sen. Die Crew hat­te kurz vor Weih­nach­ten 32 Flücht­lin­ge von einem in See­not gera­te­nen Holz­boot auf­ge­nom­men. Sowohl Ita­li­en wie auch Mal­ta wei­ger­ten sich, die Men­schen an Land zu neh­men. Bür­ger­meis­ter Magis­tris warf Sal­vi­ni vor, er spie­le mit die­ser Hal­tung mit dem Leben von Men­schen. »Men­schen und Kin­der inmit­ten kal­ter und stür­mi­scher Mee­re zurück­zu­las­sen, ist nicht nur unan­stän­dig, unmo­ra­lisch und ent­setz­lich, es ist auch ein Ver­bre­chen«, sag­te Magis­tris. Und han­del­te. »Die Besorg­nis um den Zustand der Men­schen, die ihr dem Meer ent­ris­sen habt, drängt mich, sie im Namen der Stadt Nea­pel ein­zu­la­den, ihren Bug in Rich­tung unse­res Hafens zu rich­ten«, schrieb er in sei­nem Brief an die Crew des Ret­tungs­schif­fes. »Soll­ten die Anma­ßun­gen des Minis­ters Sal­vi­ni dazu füh­ren, dass sie nicht in den Hafen ein­fah­ren kön­nen, ste­hen 20 Boo­te bereit, um die Men­schen trotz­dem in die Stadt und damit in Sicher­heit zu brin­gen«, schrieb er wei­ter und gab sich feld­män­nisch: »Ich wer­de der Ers­te sein, der die Ret­tung anführt.«..” Arti­kel von Fabi­an Hil­le­brand vom 05.01.2019 beim ND online externer Link
    • Schiff­brü­chi­ge im Mit­tel­meer: Mar­burg bie­tet siche­ren Hafen für 32 Flücht­lin­ge [und ca 30 wei­te­re] 
      Rund 30 deut­sche Städ­te und meh­re­re Bun­des­län­der haben sich bereit erklärt, die 32 schiff­brü­chi­gen Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men, die das Schiff „Sea Watch 3“ kurz vor Weih­nach­ten im Mit­tel­meer vor dem Ertrin­ken geret­tet hat. Auch Mar­burg hat sich als „siche­rer Hafen“ für die Frau­en, Män­ner und Kin­der ange­bo­ten. Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Tho­mas Spies hat des­halb kurz nach Weih­nach­ten einen Brief an Innen­mi­nis­ter Horst See­hofer geschrie­ben: „Nach unse­rer Über­zeu­gung und dem gel­ten­den Recht müs­sen Men­schen, die in See­not gera­ten, geret­tet wer­den – egal, aus wel­chen Grün­den sie auf dem Meer sind (…) Spies bit­tet See­hofer, die Auf­nah­me der Geret­te­ten – dar­un­ter Kin­der, unbe­glei­te­te Jugend­li­che und ein Baby – in Deutsch­land zu ermög­li­chen und sie der Stadt Mar­burg zuwei­sen zu las­sen. Es ent­spre­che den Beschlüs­sen der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung und dem huma­ni­tä­ren Gesicht der Stadt, „dass wir sol­che Men­schen auf­neh­men. Unser Fach­dienst Migra­ti­on und Flücht­lings­hil­fe und die zahl­rei­chen ehren­amt­li­chen Hel­fer sind ger­ne und jeder­zeit bereit, sich um die­se Men­schen zu küm­mern“…” Mel­dung vom 03.01.2019 bei mar​burg​.de externer Link
    • Bre­men könn­te Flücht­lin­ge von Ret­tungs­schiff “Sea Watch” auf­neh­men
      Bre­men ist bereit, Flücht­lin­ge vom Schiff “Sea Watch 3” auf­zu­neh­men. Aller­dings müss­ten Bun­des­be­hör­den die Auf­nah­me ein­lei­ten, heißt es von der Senats­pres­se­stel­le. Das Ret­tungs­schiff “Sea Watch 3” ist seit meh­re­ren Wochen mit 32 Flücht­lin­gen an Bord auf See unter­wegs. Denn bis­her hat die Crew kei­nen siche­ren Hafen gefun­den, in den man ein­lau­fen könn­te. Vor die­sem Hin­ter­grund und den Schwie­rig­kei­ten ande­rer pri­va­ter See­not­ret­ter hat die See­brü­cke Bre­men einen Offe­nen Brief an Bre­mens Bür­ger­meis­ter Cars­ten Sie­ling geschickt. Dar­in for­dert sie Sie­ling auf, zu erklä­ren, dass man aus See­not geret­te­te Men­schen in Bre­men auf­neh­men will. (…) Soll­te posi­tiv über eine Auf­nah­me ent­schie­den wer­den, wür­de Bre­men einen Anteil der Flücht­lin­ge auf­neh­men, der sei­ner Grö­ße ent­spricht. “Von den 32 bis 35 Per­so­nen wären das also fünf oder sechs. Die­ses Vor­ge­hen ist zwi­schen dem Rat­haus und der Sozi­al­se­na­to­rin abge­stimmt.” Bei­trag vom 3. Janu­ar 2019 beim Radio Bre­men, buten un bin­nen externer Link
    • Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um blo­ckiert Auf­nah­me. 49 Geflüch­te­te har­ren vor Mal­tas Küs­te auf Ret­tungs­schif­fen aus – meh­re­re Städ­te wol­len hel­fen, dür­fen aber nicht 
      “»Wir mögen elend aus­se­hen, aber sie sind erbärm­lich.« Die am Don­ners­tag per Twit­ter von dem Ret­tungs­schiff »Sea Watch 3« an die Euro­päi­sche Uni­on gerich­te­ten Wor­te sind unmiss­ver­ständ­lich. Und auch nach­voll­zieh­bar: Seit nun 13 Tagen har­ren Crew und 32 Schutz­su­chen­de an Bord auf dem zen­tra­len Mit­tel­meer aus. Ein siche­rer Hafen wird ihnen ver­wei­gert. Seit sechs Tagen müs­sen zudem wei­te­re 17 Geflüch­te­te auf dem Ret­tungs­schiff »Prof. Albrecht Penck« der deut­schen Orga­ni­sa­ti­on »Sea-Eye« um eine Auf­nah­me ban­gen. Die Lage auf bei­den Schif­fen ver­schlech­tert sich rapi­de. »Durch den lan­gen Auf­ent­halt auf dem Schiff und das schlech­te Wet­ter sind vie­le der Gäs­te schwer see­krank«, erklär­te das medi­zi­ni­sche Team der »Sea Watch 3« am Mitt­woch. Für einen unter­ernähr­ten, geschwäch­ten Men­schen kön­ne die resul­tie­ren­de Dehy­drie­rung lebens­be­droh­lich sein. Auch »Ärz­te ohne Gren­zen« warn­te jüngst vor »See­krank­heit, Man­gel­er­näh­rung, Dehy­drie­rung und post­trau­ma­ti­schem Stress«. Hil­fe ande­rer Schif­fe ist offen­bar nicht zu erwar­ten. (…) Auf­grund des Zustands der Flücht­lin­ge und der Wet­ter­be­din­gun­gen hat­te Mal­ta am Mitt­woch den See­not­ret­tern erlaubt, in sei­ne Hoheits­ge­wäs­ser zu fah­ren. Ein Betre­ten des Bodens war jedoch nicht vor­ge­se­hen. (…) Laut der Bewe­gung »See­brü­cke« haben sich bereits vier deut­sche Städ­te, dar­un­ter Ber­lin, bereit erklärt, die Schutz­su­chen­den der bei­den Ret­tungs­schif­fe in Emp­fang zu neh­men. Bun­des­weit hät­ten sich mehr als 30 Städ­te zu »siche­ren Häfen« erklärt. Die Auf­nah­me von Geflüch­te­ten durch Bun­des­län­der aus »huma­ni­tä­ren Grün­den« erfor­dert jedoch eine Zustim­mung des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums. Dort ver­wei­gert man bis­her eine Zusa­ge. (…) Die Nie­der­lan­de erklär­ten sich am Mitt­woch bereit, einen Teil der Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men. Vor­aus­set­zung sei, dass auch ande­re EU-Staa­ten einen Teil der Schutz­su­chen­den über­neh­men, sag­te ein Spre­cher des nie­der­län­di­schen Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums. Bis­her konn­te jedoch kein Ergeb­nis erzielt wer­den. (…) Der Bür­ger­meis­ter von Nea­pel lud die Crew der Sea-Watch der­weil ein, sei­nen Hafen anzu­steu­ern. In Rich­tung sei­nes Innen­mi­nis­ters Sal­vi­ni schreibt er: »Soll­ten Anma­ßun­gen des Minis­ters dazu füh­ren, dass der Zugang zum Hafen ver­wehrt wird, ste­hen 20 Schif­fe bereit, die geret­te­ten Men­schen in Sicher­heit zu brin­gen.«...” Arti­kel von Sebas­ti­an Bähr und Fabi­an Hil­le­brand vom 03.01.2019 beim ND online externer Link – sie­he auch:
    • Auf­nah­me der Migran­ten auf NGO-Schif­fen: Angst vor fal­schen Zei­chen 
      Die Nie­der­lan­de und Frank­reich signa­li­sie­ren Bereit­schaft, einen Teil der 49 Migran­ten an Bord der “Sea-Watch 3” und der “Pro­fes­sor Albrecht Penck” auf­zu­neh­men. Nun war­tet man auf Ber­lin. (…) Zu beob­ach­ten ist, dass der poli­ti­sche Druck, den die NGOs und ihre Unter­stüt­zer mit direk­ten For­de­run­gen an poli­ti­sche Adres­sen – z.B. einem offe­nen Brief an alle Bun­des­tags­frak­tio­nen oder Appel­le direkt ans Innen­mi­nis­te­ri­um – wei­ter­ge­ben, nichts beschleu­nigt und ersicht­lich wenig bewirkt. Wahr­schein­lich weil er nichts bewir­ken darf. (…) Zu erwar­ten ist, dass sich der drin­gen­de Fall der Migran­ten, für die ein siche­rer Hafen gesucht wird, noch eini­ge Male wie­der­ho­len wird – weil man (haupt­säch­lich die EU, Frank­reich, Ita­li­en, Deutsch­land) nicht geschafft haben, in Liby­en für wirk­lich siche­re Häfen und mensch­li­che Bedin­gun­gen für die Unter­brin­gung von Migran­ten zu sor­gen. So kommt es einer in Sachen Migra­ti­on ver­un­si­cher­ten deut­schen Regie­rungs­po­li­tik vor allem dar­auf an, die “rich­ti­gen Zei­chen” zu set­zen; man will ja schließ­lich nicht Macht und Pos­ten ver­lie­ren. Fast schon ist es egal, ob es um 49 oder 490 Boots­flücht­lin­ge geht, Haupt­sa­che bleibt, dass sich das Pro­ze­de­re zur Klä­rung der Auf­nah­me mög­lichst lan­ge, beschwer­lich und schwie­rig hin­zieht und immer wie­der auch das Schei­tern als Mög­lich­keit her­aus­ge­stellt wird…” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 03. Janu­ar 2019 bei tele­po­lis externer Link
    • Offe­ner Brief an die Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­tags: Die Men­schen auf der „Sea-Watch 3“ war­ten nun­mehr seit 11 Tagen auf eine Lösung 
      Sea-Eye hat am heu­ti­gen 1. Janu­ar 2019 in einem Offe­nen Brief an die Abge­ord­ne­ten der Frak­tio­nen der CDU/​CSU, der SPD, der Grü­nen, der FDP und der Lin­ken appel­liert, den geret­te­ten Schiff­brü­chi­gen im Mit­tel­meer zu einem siche­ren Hafen zu ver­hel­fen. Hier das Schrei­ben im Wort­laut (…) Vie­le von Ihnen konn­ten den Medi­en bereits ent­neh­men, dass zwei Schif­fe, die „Sea-Watch 3“ und die „Pro­fes­sor Albrecht Penck“ mit ins­ge­samt 49 geret­te­ten Men­schen vor Mal­ta auf eine poli­ti­sche Ant­wort war­ten: Wer über­nimmt jetzt die Ver­ant­wor­tung für die­se 49 geflüch­te­ten Men­schen? Unser Schiff, die „Pro­fes­sor Albrecht Penck“, fah­ren wir unter der Bun­des­flag­ge. Neben 17 Geret­te­ten sind 12 Bun­des­bür­ge­rin­nen und Bun­des­bür­ger sowie 6 wei­te­re Besat­zungs­mit­glie­der aus 5 ver­schie­de­nen Natio­nen an Bord. Sie ver­brin­gen den ers­ten Tag des Jah­res in Unklar­heit und Unsi­cher­heit an Bord unse­res Schif­fes. Die Men­schen auf der „Sea-Watch 3“ war­ten nun­mehr seit 11 Tagen auf eine Lösung. (…) Wir wün­schen uns Ihre sofor­ti­ge Unter­stüt­zung und Ihre Soli­da­ri­tät, denn eine leben­di­ge Demo­kra­tie fürch­tet und bekämpft kein zivi­les Enga­ge­ment. Bit­te han­deln Sie jetzt und zei­gen sich ver­ant­wort­lich, statt über Zustän­dig­kei­ten zu strei­ten und die Ver­ant­wort­lich­keit woan­ders zu adres­sie­ren. Wir wün­schen uns, dass Sie mehr mit uns reden, statt nur über uns. Wir wün­schen uns, dass Sie genau­er hin­se­hen und genau­er hin­hö­ren, wenn über das Ster­ben auf dem Mit­tel­meer berich­tet wird. Wir wün­schen uns eine Poli­tik, die den Men­schen nutzt. In die­sem Jahr star­ben 2241 Men­schen auf der Flucht über das zen­tra­le Mit­tel­meer. Es wür­de nie­man­dem in Deutsch­land schlech­ter gehen, wenn die­se Men­schen noch leben wür­den. Doch sie sind alle für immer ver­lo­ren. (…) Deutsch­land kann auch ohne die Hil­fe ande­rer Län­der Ver­ant­wor­tung für 49 Men­schen über­neh­men. Es gibt vie­le Men­schen in Deutsch­land, die jetzt hel­fen wol­len. Bit­te hel­fen Sie den 30 deut­schen Städ­ten, die dazu bereit sind, jetzt siche­re Hafen­stadt zu wer­den…” Offe­ner Brief vom 1. Janu­ar 2019 von und bei sea-eye externer Link
    • 49 Geflüch­te­te im Mit­tel­meer geret­tet – Hän­gen­ge­las­sen auf hoher See. Zwei Schif­fe mit deut­scher Besat­zung ret­ten Geflüch­te­te im Mit­tel­meer – fin­den bis­her aber kei­nen siche­ren Hafen. Und die Bun­des­re­gie­rung mau­ert. 
      “… Meh­re­re deut­sche Städ­te und Län­der erklär­ten sich inzwi­schen bereit, die Geret­te­ten auf­zu­neh­men – zuletzt am Sonn­tag Schles­wig-Hol­stein. „Wir wer­den unse­rer gesamt­staat­li­chen Ver­ant­wor­tung selbst­ver­ständ­lich gerecht wer­den“, sag­te Innen­mi­nis­ter Hans-Joa­chim Gro­te (CDU) der taz zum Fall der bei­den Schif­fe. Auch Ber­lins Bür­ger­meis­ter Micha­el Mül­ler (SPD) erklär­te, man habe dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um die Bereit­schaft erklärt, aus huma­ni­tä­ren Grün­den einen Teil der Geflüch­te­ten auf­zu­neh­men. Die Bun­des­re­gie­rung indes zögert. Man set­ze sich für eine „rasche Lösung“ ein, sag­te am Sonn­tag ein Spre­cher von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU). Die­se müs­se aller­dings „im Rah­men der gemein­sa­men euro­päi­schen Ver­ant­wor­tung und Soli­da­ri­tät“ gefun­den wer­den. Es brau­che eine „aus­ge­wo­ge­ne Ver­tei­lung der Geret­te­ten auf ver­schie­de­ne EU-Mit­glied­staa­ten“, so der Spre­cher. Deutsch­land habe sich bereit­erklärt, sei­nen Bei­trag zu leis­ten. Schon zuvor hat­te das Minis­te­ri­um dar­auf ver­wie­sen, dass in die­sem Jahr bereits 115 aus See­not Geret­te­te in Deutsch­land auf­ge­nom­men wur­den. Auch aus dem Aus­wär­ti­gen Amt hieß es, die Auf­nah­me der Geflüch­te­ten sei „eine Fra­ge der gemein­sa­men euro­päi­schen Ver­ant­wor­tung“. Hier­zu ste­he man in Abstim­mung mit euro­päi­schen Part­nern. Sea-Watch-Spre­cher Neu­ge­bau­er nennt die Argu­men­ta­ti­on „absurd“. Län­der wie Ita­li­en und Spa­ni­en hät­ten weit mehr Geret­te­te aus dem Mit­tel­meer auf­ge­nom­men als Deutsch­land. „Und hier­zu­lan­de gibt es so vie­le Orte, die für eine Auf­nah­me bereit­ste­hen. Es ist völ­lig unver­ständ­lich, war­um sich das Innen­mi­nis­te­ri­um so quer­stellt.“ Neu­ge­bau­er kri­ti­sier­te auch die EU: Dort müs­se man end­lich eine Lösung fin­den, damit sich sol­che „poli­ti­schen Schwe­be­zu­stän­de“ nicht stän­dig wie­der­hol­ten. Die der­zei­ti­ge Abwei­sung der Ver­ant­wor­tung sei ein „Akt der Unmensch­lich­keit“…” Arti­kel von Kon­rad Litsch­ko vom 31.12.2018 in der taz online externer Link
    • Deut­sche Migran­ten-Boo­te – NGO-Schif­fe war­ten auf Ein­fahrt 
      Meh­re­re Ret­tungs­schif­fe mit Migran­ten war­ten auf Ein­fahrt in siche­re Häfen. “Wir brau­chen zwin­gend eine Lösung noch in die­sem Jahr”, heißt es von Sea Watch. (…) Das Schiff der Orga­ni­sa­ti­on Sea-Eye mit 17 Migran­ten sei in inter­na­tio­na­len Gewäs­sern vor Liby­en auf­ge­nom­men wor­den, teil­te die NGO mit. Die “Pro­fes­sor Albrecht Penck” sei nun auf der Suche nach einem siche­ren Hafen. Dane­ben ist die “Sea-Watch 3” der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch mit mehr als 30 geret­te­ten Migran­ten auf dem Mit­tel­meer unter­wegs.” dpa-Mel­dung vom 30.12.2018 bei ZDF externer Link
    • Mit­tel­meer: Deut­sche NGOs suchen siche­re Häfen für Boots­flücht­lin­ge 
      “… Nun hat sich die Situa­ti­on geän­dert, es ist nicht mehr still in Sachen “geret­te­te Migran­ten vor der liby­schen Küs­te”. Dabei spie­len deut­sche NGOs eine pro­mi­nen­te Rol­le. Zwei Schif­fe, die “Sea-Watch 3” der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch und die “Pro­fes­sor Albrecht Penck” von der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Eye, haben aus See­not geret­te­te Migran­ten an Bord und suchen seit meh­re­ren Tagen einen siche­ren Hafen. Neu ist, dass eins der Ret­tungs­schif­fe, näm­lich die “Pro­fes­sor Albrecht Penck”, unter deut­scher Flag­ge fährt (die “Sea-Watch 3” fährt als Jacht unter nie­der­län­di­scher Flag­ge). So rich­ten sich die Appel­le, die geret­te­ten Migran­ten auf­zu­neh­men, auch und beson­ders an die deut­sche Regie­rung. Das deut­sche Innen­mi­nis­te­ri­um und das Aus­wär­ti­ge Amt müs­sen han­deln, “eine Lösung braucht es jetzt!”, appel­liert die zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­ti­on See­brü­cke, die sich als “inter­na­tio­na­le Bewe­gung” bezeich­net. Sie erwar­tet grund­le­gend “von der deut­schen und euro­päi­schen Poli­tik sofort siche­re Flucht­we­ge, eine Ent­kri­mi­na­li­sie­rung der See­not­ret­tung und eine men­schen­wür­di­ge Auf­nah­me der Men­schen, die flie­hen muss­ten oder noch auf der Flucht sind”. Im kon­kre­ten aktu­el­len Fall der geret­te­ten Migran­ten an Bord der “Sea-Watch 3” wand­te sie sich vor Weih­nach­ten direkt an Innen­mi­nis­ter See­hofer mit Ver­weis dar­auf, dass sich 30 Städ­te dazu bereit erklärt haben, Migran­ten auf­zu­neh­men. Das war am 23. Dezem­ber. (…) Am gest­ri­gen Sonn­tag wur­de aus Mal­ta gemel­det, dass ein Schiff der mal­te­si­schen Mari­ne 69 Migran­ten aus See­not geret­tet habe – sie befan­den sich angeb­lich auf einem Holz­schiff in Not­la­ge – habe und auf dem Weg zu einem Hafen der Insel sei. Dar­über hin­aus gab es am ver­gan­ge­nen Sams­tag noch eine Mel­dung von Sea-Watch, wonach die See­not­ret­tungs­leit­stel­le in Rom, das MRCC, Tage zuvor “über See­not­fall mit ca. 72 Per­so­nen” infor­miert habe. In der Twit­ter­mel­dung heißt es: “Wir such­ten 2 Tage lang ohne Erfolg und Unter­stüt­zung der Behör­den. Wir kön­nen uns nur vor­stel­len, was mit dem Boot pas­siert ist. #See­not­ret­tung muss ver­stärkt & unter­stützt wer­den, nicht behin­dert.”…” Arti­kel von Tho­mas Pany vom 31. Dezem­ber 2018 bei tele­po­lis externer Link
  • [Betriebs­rat bei Sea-Watch] “Wenn ich das kann, dann muss ich das machen” 
    “Thors­ten Klie­foth ist Not­fall­sa­ni­tä­ter. Seit drei Jah­ren ist der lang­jäh­ri­ge Betriebs­rat und Gewerk­schaf­ter zudem bei der Initia­ti­ve Sea-Watch, um Men­schen im Mit­tel­meer vor dem Ertrin­ken zu ret­ten. (…) Über einen Face­book-Post ist er 2015 auf Sea-Watch auf­merk­sam gewor­den. Gesucht wur­de medi­zi­ni­sches Per­so­nal mit Erfah­run­gen im Was­ser­sport­be­reich für die zivi­le See­not­ret­tung. Als pas­sio­nier­tem Seg­ler und erfah­re­nem Not­fall­sa­ni­tä­ter sei ihm schnell klar gewe­sen, dass er eine sol­che Auf­ga­be sowohl auf der fach­li­chen als auch auf der phy­si­schen und psy­chi­schen Ebe­ne bewäl­ti­gen kön­ne. „Wenn ich das kann, dann muss ich das auch machen“, sagt das lang­jäh­ri­ge Gewerk­schafts­mit­glied über sei­ne Moti­va­ti­on zu hel­fen. Kein gro­ßes Auf­he­ben. Über­flüs­si­ge Wor­te sind nicht sein Ding. (…) Sechs Wochen war der Not­fall­sa­ni­tä­ter die­ses Jahr für Sea-Watch unter­wegs. Um die­ses Enga­ge­ment mit sei­nem „nor­ma­len“ Arbeits­le­ben ver­ein­ba­ren zu kön­nen, hat Thors­ten eine beson­de­re Rege­lung mit sei­nem Arbeit­ge­ber gefun­den, der kom­mu­nal getra­ge­nen Ret­tungs­dienst Koope­ra­ti­on in Schles­wig-Hol­stein gGmbH (RkiSH). Er hat sei­ne ver­trag­li­che Arbeits­zeit redu­ziert, arbei­tet jedoch im Voll­zeit­mo­dus, wenn er in Deutsch­land ist. So sam­melt Thors­ten gezielt Über­stun­den, die er für sein ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment ein­setzt. Regu­lä­re Urlaubs­ta­ge muss er für sei­ne Sea-Watch-Ein­sät­ze daher kaum nut­zen. Den ent­spre­chen­den Ver­dienst­aus­fall kön­ne er sich zum Glück leis­ten. „Mei­nem Arbeit­ge­ber und auch den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen bin ich sehr dank­bar, dass sie das mit­tra­gen und ermög­li­chen“, sagt Thors­ten. Als lang­jäh­ri­ges Betriebs­rats­mit­glied weiß er genau um den zusätz­li­chen Arbeits­auf­wand, etwa bei der Pla­nung der kom­pli­zier­ten Schicht­diens­te. Auch kurz­fris­ti­ge Ein­sät­ze für Sea-Watch wür­den sei­ne Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen bei der RkiSH abfe­dern, selbst wenn nicht alle posi­ti­ve Erfah­run­gen mit geflüch­te­ten Men­schen gemacht haben…” Por­trät von Maren Skam­braks aus ver.di publik 2018 Aus­ga­be 08 externer Link
  • Sea-Watch 3 und Part­ner-NGOs im Ein­satz – ein Mani­fest 
    “… end­lich ist es so weit: Nach einer mehr­mo­na­ti­gen Blo­cka­de durch mal­te­si­sche Behör­den und dem fol­gen­den Werft­auf­ent­halt ist die Sea-Watch 3 zu einer neu­en Ret­tungs­mis­si­on aus­ge­lau­fen! Gemein­sam mit der spa­ni­schen Orga­ni­sa­ti­on Open Arms und dem ita­lie­ni­schen Part­ner­pro­jekt Medi­ter­ra­nea kehrt unser Schiff in die Such- und Ret­tungs­zo­ne vor Liby­en zurück, wo die Todes­ra­te zuletzt auf ein Rekord­hoch gestie­gen ist. Die Flot­te drei­er Schif­fe aus drei Län­dern, unter­stützt vom Sea-Watch-Auf­klä­rungs­flug­zeug Moon­bird, ver­steht sich als zivil­ge­sell­schaft­li­che Ant­wort auf die töd­li­che Abschot­tungs­po­li­tik der EU und ver­folgt ein kla­res Ziel: Such- und Ret­tungs­ak­tio­nen durch­füh­ren und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen doku­men­tie­ren. Wäh­rend die Ankünf­te in den letz­ten Mona­ten stark zurück­ge­gan­gen sind, ertrank im Sep­tem­ber laut Ita­li­an Insti­tu­te for Inter­na­tio­nal Poli­ti­cal Stu­dies eine von fünf Per­so­nen bei dem Ver­such, das zen­tra­le Mit­tel­meer zu über­que­ren. Die­se dra­ma­ti­sche Zahl ist direkt auf die Behin­de­rung der zivi­len Ret­tungs­kräf­te und die Aus­la­ge­rung euro­päi­scher Ver­ant­wor­tung an die soge­nann­te liby­sche Küs­ten­wa­che zurück­zu­füh­ren. (…) In einem gemein­sa­men Auf­ruf ver­ur­tei­len die Orga­ni­sa­tio­nen die Finan­zie­rung von Dritt­län­dern – ein­schließ­lich Dik­ta­tu­ren und Mili­zen – durch die Euro­päi­schen Uni­on, um Geflüch­te­te und Migran­ten dar­an zu hin­dern, nach Euro­pa zu gelan­gen, sowie die damit ein­her­ge­hen­den Ver­let­zun­gen von Men­schen- und Grund­rech­ten und des inter­na­tio­na­len Über­ein­kom­mens zum Schutz des mensch­li­chen Lebens auf See. Sie wei­sen zudem die wach­sen­de Kri­mi­na­li­sie­rungs­kam­pa­gne gegen Migran­ten und Geflüch­te­te scharf zurück, die sich zu einer Regie­rungs- und Jus­tiz­stra­te­gie ent­wi­ckelt habe, die die Ver­tei­di­gung von Mensch­lich­keit und Soli­da­ri­tät zu einem Straf­tat­be­stand mache…” Pres­se­mit­tei­lung vom 23.11.2018 externer Link und das Mani­fest externer Link
  • 500 Tote spä­ter: Ret­tungs­schiff „Sea-Watch 3“ ver­lässt Mal­ta 
    “Seit drei Mona­ten sitzt das Ret­tungs­schiff „Sea-Watch 3“ in Mal­ta fest. Jetzt hat es die Geneh­mi­gung erhal­ten, das Hafen zu ver­las­sen. (…) „Es ist höchs­te Zeit, dass die mal­te­si­schen Behör­den unser Schiff frei­las­sen“, erklär­te der Vor­stands­vor­sit­zen­de von „Sea-Watch“, Johan­nes Bay­er. „Über 500 Men­schen sind im Mit­tel­meer ertrun­ken, seit unse­re Schif­fe beschlag­nahmt wur­den – ver­mut­lich vie­le mehr, von deren Schick­sal an der töd­lichs­ten Gren­ze der Welt nie­mand mit­be­kom­men hat, weil nie­mand vor Ort war, um zu berich­ten.“ (…) Der Pro­zess gegen „Lifeline“-Kapitän Reisch war Anfang Okto­ber zum wie­der­hol­ten Male ver­tagt wor­den, er soll im Novem­ber fort­ge­setzt wer­den…” Bei­trag vom 22. Okto­ber 2018 von und bei MiGA­ZIN externer Link
  • Offe­ner Brief an den mal­te­si­schen Regie­rungs­chef: Mr Mus­cat – zei­gen Sie Ver­ant­wor­tung und las­sen Sie unser Schiff frei 
    Sehr geehr­ter Herr Pre­mier­mi­nis­ter, mit dem vor­lie­gen­den Schrei­ben macht Sea-Watch die mal­te­si­sche Regie­rung dafür ver­ant­wort­lich, das Schiff Sea-Watch 3 mehr als zwei Mona­te lang ohne recht­li­che Recht­fer­ti­gung und auf rein poli­ti­scher Grund­la­ge vor­sätz­lich und will­kür­lich fest­zu­hal­ten. Dies ist ein bewuss­ter Ver­such, die Ret­tung von Men­schen in Not im zen­tra­len Mit­tel­meer zu ver­hin­dern. Wir sind der Ansicht, dass es für einen Rechts­staat eine nicht tole­rier­ba­re und beschä­men­de Hal­tung ist, durch Macht­spie­le den Rechts­staat so ekla­tant außer Kraft zu set­zen. 70 Tage lang hat Sea-Watch davon abge­se­hen, die unter­nom­me­nen diplo­ma­ti­schen Schrit­te offen­zu­le­gen. Die­se wur­den getä­tigt in dem Ver­such, die Situa­ti­on auf poli­ti­scher Ebe­ne zu lösen. (…) Für jeden ver­meid­ba­ren Tod auf See trägt Ihre Regie­rung die direk­te Ver­ant­wor­tung, die sie aner­ken­nen und ein­ge­ste­hen soll­te. Es ist an der Zeit, dass mal­te­si­sche Ent­schei­dungs­trä­ger auf höchs­ter Ebe­ne, ein­schließ­lich Ihnen, für ihre töd­li­chen Ent­schei­dun­gen zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den. In Anbe­tracht des­sen for­dert Sea-Watch öffent­lich die sofor­ti­ge Frei­ga­be sei­nes Schif­fes…” Offe­ner Brief an den mal­te­si­schen Regie­rungs­chef Joseph Mus­cat vom 11.9.2018 von und bei der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch externer Link – sie­he zum Hin­ter­grund auch unser Dos­sier Ita­lie­ni­sche Flücht­lings­po­li­tik
  • Nie­der­län­di­sche Regie­rung bestä­tigt kor­rek­te Regis­trie­rung und Flag­ge von Sea-Watch 3, Schiff immer noch blo­ckiert in Mal­ta 
    In einem Bericht an die mal­te­si­schen Behör­den bestä­tigt die nie­der­län­di­sche Regie­rung die kor­rek­te Regis­trie­rung des zivi­len Such- und Ret­tungs­schif­fes Sea-Watch 3. Den­noch hält die mal­te­si­sche Regie­rung das Schiff bereits seit fast einem Monat im Hafen fest und spielt mit faden­schei­ni­gen Argu­men­ten auf Zeit, wäh­rend in den letz­ten Tagen wie­der See­not­fäl­le häuf­ten und kei­ne geeig­ne­ten Ret­tungs­mit­tel vor­han­den waren. Sea-Watch for­dert die mal­te­si­sche Regie­rung nach­drück­lich auf, ihre Blo­cka­de der Ret­tungs­mit­tel im Mit­tel­meer­raum zu been­den und Men­schen­le­ben zu gefähr­den. „Die Fest­set­zung unse­res Schif­fes für will­kür­li­che ‚Unter­su­chun­gen‘ ohne jeg­li­che Anhalts­punk­te für Fehl­ver­hal­ten war von Anfang an eine Far­ce. Wir wer­den nach wie vor dar­an gehin­dert, den Hafen zu ver­las­sen, obwohl die von Mal­ta ange­for­der­ten nie­der­län­di­schen Inspek­to­ren die Rich­tig­keit unse­rer Regis­trie­rung bestä­tigt haben. Hier geht es ein­deu­tig nicht um Papier­kram, son­dern um eine poli­ti­sche Kam­pa­gne gegen die zivi­le See­not­ret­tungs­flot­te. Von heu­te an müs­sen die mal­te­si­schen Behör­den die vol­le Ver­ant­wor­tung für jeden Toten über­neh­men, der hät­te geret­tet wer­den kön­nen, aber nicht wur­de.„, sagt Johan­nes Bay­er, Vor­stands­mit­glied von Sea-Watch. Die Sea-Watch 3 wird seit dem 02. Juli 2018 im Hafen fest­ge­hal­ten, als Mal­ta Ermitt­lun­gen gegen den Kapi­tän eines ande­ren unter nie­der­län­di­scher Flag­ge fah­ren­den Ret­tungs­schif­fes, der M/​S Life­li­ne, wegen mög­li­cher Pro­ble­me mit deren Regis­trie­rung, ein­ge­lei­tet hat­te. „Das ist eine kol­lek­ti­ve Bestra­fung, so als ob der Ham­bur­ger Hafen alle Con­tai­ner­schif­fe fest­set­zen wür­de, nur weil eines mög­li­cher­wei­se ein Pro­blem mit sei­nen Papie­ren hat oder nicht„, sagt Bay­er…” Sea-Watch-Mel­dung vom 1.8.2018 externer Link
    • “Sea-Watch 3” hat alle Zulas­sun­gen – darf aber nicht aus­lau­fen
      “Die mal­te­si­sche Regie­rung lässt das Ret­tungs­schiff “Sea-Watch 3” nicht aus dem Hafen – wegen angeb­li­cher Unklar­hei­ten zur Zulas­sung. Eine Unter­su­chung zeigt aber: Das Boot ver­fügt über alle nöti­gen Doku­men­te. Seit rund einem Monat hängt das Ret­tungs­schiff “Sea-Watch 3”, das unter nie­der­län­di­scher Flag­ge fährt, in Mal­ta fest. Die mal­te­si­sche Regie­rung ver­hin­dert, dass das Boot der zivi­len Ber­li­ner Ret­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch den Hafen von Val­let­ta ver­lässt. Dabei weiß sie bereits seit einer Woche, dass das Schiff über alle nöti­gen Zulas­sun­gen ver­fügt. Das geht aus einem Unter­su­chungs­be­richt und einem Schrei­ben an die mal­te­si­sche Regie­rung her­vor. Bei­de Doku­men­te lie­gen dem SPIEGEL vor. Der Bericht wur­de ver­fasst von Inspek­teu­ren, die durch das nie­der­län­di­sche Minis­te­ri­um für Infra­struk­tur und Was­ser­ma­nage­ment ein­ge­setzt wor­den sind. Ein Schrei­ben mit den Ergeb­nis­sen der Prü­fung an die mal­te­si­sche Regie­rung ist bereits auf den 24. Juli datiert. “Die Unter­su­chung zeigt, dass alle Anfor­de­run­gen für die Regis­trie­rung als Sport­boot im Flag­gen­re­gis­ter der Nie­der­lan­de erfüllt sind”, heißt es in dem Schrei­ben…” Bei­trag von Rapha­el The­len und Andre­as Evelt vom 1. August 2018 bei Spie­gel online externer Link
  • Ent­fern­tes Ziel – 2017 wan­del­te sich das Bild der See­not­ret­ter in der Öffent­lich­keit – ein Sea-Watch-Jah­res­rück­blick
    “Als Sea-Watch 2015 das ers­te Mal in See stach, um Men­schen aus dem Mit­tel­meer zu ret­ten, soll­te es eine Über­gangs­lö­sung sein. Wir woll­ten nicht zuse­hen, wie Men­schen ertrin­ken, weil staat­li­che Stel­len ihrer Ver­ant­wor­tung nicht nach­ka­men. Unser Ziel war es, Leben zu ret­ten und dass die Staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on irgend­wann unse­re Auf­ga­be über­neh­men wür­den. Das Jahr 2017 hat uns von die­sem Ziel wei­ter ent­fernt, als wir es damals gewe­sen sind. (…) Gera­de weil der Gegen­wind zunimmt, bleibt die Unter­stüt­zung vom Land wich­tig. Durch Spen­den, aber auch in den öffent­li­chen Debat­ten. Selbst wenn unser eigent­li­ches Ziel wei­ter in die Fer­ne gerückt ist: Sea-Watch bleibt auf dem Mit­tel­meer aktiv, denn wir kön­nen Men­schen dort nicht ertrin­ken las­sen. Damit sich die Bedin­gun­gen unse­rer Arbeit nicht ver­schlech­tern, ist es unab­ding­bar, dass im poli­ti­schen Dis­kurs die Per­spek­ti­ve der Men­schen­rech­te in den Mit­tel­punkt rückt und ver­tei­digt wird. Und dass in 2018 die Unter­stüt­zung vom Land für die zivi­le See­not­ret­tung nicht abnimmt.” Bei­trag von Frank Dör­ner, Sea Watch, bei neu­es Deutsch­land vom 3. Janu­ar 2018 externer Link
  • Sai­ling in Soli­da­ri­ty
    “… Als wir 2015 mit der Sea-Watch 1, einem klei­nen alten Kut­ter in den ers­ten Ein­satz fuh­ren, taten wir dies mit der For­de­rung an die Euro­päi­sche Uni­on, das Ster­ben an ihren Gren­zen zu been­den. Bis heu­te wur­den kei­ne Schif­fe unter EU Kom­man­do und mit kla­rem Man­dat zur See­not­ret­tung ent­sandt. Zur Hil­fe kam uns statt­des­sen eine gan­ze Flot­te zivi­ler Ret­tungs­schif­fe, dar­un­ter die IUVENTA. Die­se zivi­le Flot­te über­nimmt mitt­ler­wei­le einen Groß­teil der Ret­tun­gen. Wäre sie nicht vor Ort, wür­den noch viel mehr Men­schen ster­ben. (…) Anstatt über Vor­wür­fe zu spe­ku­lie­ren, soll­te die Beschlag­nah­mung der IUVENTA auch in den Medi­en end­lich als das benannt wer­den, was sie ist: Die vor­sätz­li­che Behin­de­rung eines Ret­tungs­ein­sat­zes. Das ist nicht nur eine Straf­tat, son­dern ein Skan­dal! Wir ste­hen hin­ter Jugend Ret­tet, wir wer­den uns nicht spal­ten und nicht unter­krie­gen las­sen. Gemein­sam wer­den wir wei­ter ret­ten. Sie kön­nen unse­re Schif­fe beschlag­nah­men, aber wir wer­den nie­mals akzep­tie­ren, dass die Euro­päi­sche Uni­on an ihren Gren­zen Men­schen ertrin­ken lässt…” Bei­trag vom 7. August 2017 von und bei Sea​-Watch​.org externer Link mit bit­te um Unter­zeich­nung der Peti­ti­on “Ret­tung ist kein Ver­bre­chen” zur Frei­ga­be der #IUVENTA, sie­he zum Hin­ter­grund das Dos­sier: Ita­lie­ni­sche Flücht­lings­po­li­tik
  • Sea-Watch bringt wei­te­res Schiff in den Ein­satz
    “Der soge­nann­te Ver­hal­tens­ko­dex, der ges­tern in Rom vor­ge­stellt wur­de, wird kei­ne Men­schen­le­ben ret­ten, im Gegen­teil. Anders die Sea-Watch 3: Als Reak­ti­on auf die Untä­tig­keit der EU schickt Sea-Watch ein wei­te­res Ret­tungs­schiff in den Ein­satz. Vie­le Tau­send Men­schen ertrin­ken jähr­lich an Euro­pas töd­li­cher See­gren­ze. Die Euro­päi­sche Uni­on aber schaut dem Ster­ben taten­los zu und lässt Ita­li­en mit den Fol­gen der huma­ni­tä­ren Kri­se allein. Der in wei­ten Tei­len rechts­wid­ri­ge Ver­hal­tens­ko­dex ist eine ver­zwei­fel­te Reak­ti­on Ita­li­ens. Anstatt Lösungs­an­sät­ze zu ent­wi­ckeln, wer­den die­je­ni­gen in die Man­gel genom­men, die ein­sprin­gen, wo staat­li­che Struk­tu­ren ver­sa­gen: Die zivi­le Ret­tungs­flot­te. Was im Ange­sicht von erneut über 2000 Toten allein in die­sem Jahr gebraucht wird, sind jedoch nicht mehr Regeln, son­dern mehr Ret­tungs­kräf­te!…” Mit­tei­lung mit Spen­den­auf­ruf vom 26. Juli 2017 von und bei Sea​-Watch​.org externer Link
  • See­not­ret­ter kri­ti­sie­ren Abschot­tung der G20-Staa­ten. Akti­vis­ten ent­rol­len auf Ham­bur­ger Elb­brü­cke Trans­pa­rent mit Auf­schrift »Baut Brü­cken, kei­ne Mau­ern«
    See­not­ret­ter haben rund eine Woche vor dem G20-Gip­fel in Ham­burg im Frei­ha­fen der Stadt mit einer spek­ta­ku­lä­ren Pro­test­ak­ti­on eine Wen­de in der Migra­ti­ons­po­li­tik gefor­dert. »Wir haben das Gefühl, dass sich die Bun­des­re­gie­rung wie auch die ande­ren G20-Staa­ten von den welt­wei­ten Rechts­po­pu­lis­ten durchs Dorf trei­ben las­sen«, sag­te Ruben Neu­ge­bau­er, Pres­se­spre­cher von Sea Watch, gegen­über »nd«. »Auf dem Gip­fel besteht so die Gefahr, dass nur wei­te­re per­fi­de Abschot­tungs­maß­nah­men beschlos­sen wer­den«. (…) Kurz­fris­tig for­dern die Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen laut Neu­ge­bau­er ein offi­zi­el­les See­not­ret­tungs­pro­gramm für das Mit­tel­meer. »Als ers­ter Schritt wür­de uns das Zeit ver­schaf­fen, grund­sätz­lich braucht es aber lega­le Flucht­we­ge nach Euro­pa.« Die Sea Watch arbei­tet wie auch die ande­ren NGOs im Mit­tel­meer seit Tagen an ihren Gren­zen. »Unse­re Crew muss­te bei der letz­ten Fahrt das Schiff mit 500 Per­so­nen über­la­den, sonst wären die Men­schen ertrun­ken.« Hil­fe der Mili­tär-Schif­fe der EU habe es dabei kei­ne gege­ben. »Es gibt dort kein ein­zi­ges Schiff, was nur für die See-Not­ret­tung zustän­dig ist.«” Arti­kel von Sebas­ti­an Bähr vom 28.06.2017 beim ND online externer Link
  • Flücht­lin­ge: Sea Watch zeigt Ver­ständ­nis für Dro­hung Ita­li­ens 
    Die Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea Watch hat Ver­ständ­nis für die Dro­hung Ita­li­ens gezeigt, künf­tig nicht mehr alle Ret­tungs­schif­fe mit Migran­ten in ita­lie­ni­sche Häfen ein­lau­fen zu las­sen. „Ita­li­en wird allein gelas­sen“, kri­ti­sier­te Sea Watch-Spre­cher Ruben Neu­ge­bau­er im Gespräch mit der „Welt“. „Es ist Auf­ga­be der EU zu hel­fen und eine Lösung zu fin­den, statt­des­sen macht man die Gren­zen zu Ita­li­en zu und nimmt kaum Flücht­lin­ge ab.“ Sei­ner Ansicht nach füh­re die­ser „Ver­rat der euro­päi­schen Idee“ dazu, „dass uns jetzt das Leben schwer gemacht wird.“...” Agen­tur­mel­dung vom 28. Juni 2017 bei HASE​POST​.de externer Link, sie­he zum Hin­ter­grund das Dos­sier: Ita­lie­ni­sche Flücht­lings­po­li­tik
  • Sea-Watch: Mit neu­em Flug­zeug meh­re­re Hun­dert Flücht­lin­ge geret­tet
    Allein im ver­gan­ge­nen Jahr war die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch an der Ret­tung von 20.000 Flücht­lin­gen betei­ligt. Jetzt hält die Initia­ti­ve auch per Flug­zeug Aus­schau nach hilfs­be­dürf­ti­gen Men­schen im Mit­tel­meer – mit Erfolg. Die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Sea-Watch hat mit dem Ein­satz eines Flug­zeugs nach eige­nen Anga­ben die Ret­tung von meh­re­ren Hun­dert Flücht­lin­gen auf Boo­ten im Mit­tel­meer ermög­licht. „Wir konn­ten der Ret­tungs­leit­stel­le in Ita­li­en inzwi­schen mehr als zehn Boo­te mel­den. Dadurch konn­ten wir ver­hin­dern, dass die Flücht­lin­ge ertrin­ken“, sag­te Pro­jekt­ko­or­di­na­tor Ruben Neu­ge­bau­er dem Evan­ge­li­schen Pres­se­dienst. Seit Mit­te April 2017 setzt die Orga­ni­sa­ti­on gemein­sam mit der Huma­ni­ta­ri­an Pilots Initia­ti­ve erst­mals ein Flug­zeug ein, um vor der Küs­te Liby­ens Flücht­lings­boo­te zu suchen…” Bei­trag von Mat­thi­as Klein vom 4. Mai 2017 bei Miga­zin externer Link, auch inter­es­sant dazu:
    • Todes­zo­ne Mit­tel­meer: Sind die Ret­ter schuld?
      “… Eigent­lich hät­ten die­se Hel­fer einen Orden ver­dient. Statt­des­sen gera­ten sie aber immer stär­ker in die Kri­tik, und das nicht nur von Anhän­gern der AfD. Die frei­wil­li­gen Hel­fer sei­en wesent­lich mit dafür ver­ant­wort­lich, dass sich zehn­tau­sen­de Men­schen auf den lebens­ge­fähr­li­chen Weg übers Meer machen, weil sie mit ihrer Ret­tung rech­nen könn­ten. So hat zum Bei­spiel der Chef des BND laut Reu­ters gesagt. (…) Also mehr Men­schen ster­ben las­sen, nur damit ande­re Flücht­lin­ge abge­schreckt wer­den? Wäre mehr als zynisch. Die Fra­ge ist aller­dings, ob die The­se über­haupt stimmt. (…) Es ist schon erbärm­lich, dass man das über­haupt sagen muss: Die jun­gen See­not­ret­ter vom Oster­wo­chen­en­de und alle ande­ren Hel­fer auf dem Mit­tel­meer, sie haben mit Flucht­ur­sa­chen nichts zu tun. Und des­halb soll­ten wir sie auch als das bezeich­nen, was sie tat­säch­lich sind: Die wah­ren Hel­den unse­rer Zeit.” Bericht von Nai­ma El Moussaoui und Niko­laus Stei­ner bei ARD Moni­tor vom 27. April 2017 externer Link – Bericht ver­füg­bar bis zum 27. April 2017 (Dau­er: 3:15). Sehens­wert dazu auch die nicht gesen­de­te XXL-Ver­si­on (Dau­er: ca. 7:00 Min)
  • Ope­ra­ti­on Sea-Watch – Flücht­lings­ret­tung im Mit­tel­meer
    Proejkt Sea Watch: Umburch Bildarchiv
    Ein knap­pes hal­bes Jahr dau­er­te die Vor­be­rei­tung und Pla­nung. Dann star­te­te die MS Sea-Watch zum ers­ten Mal am 20. Juni 2015 ins Mit­tel­meer, um Flücht­lings­boo­ten vor der Küs­te Liby­ens Hil­fe zu leis­ten. Am 6. Novem­ber brach eine neue Sea-Watch Crew in Rich­tung Les­bos auf, um die Ret­tungs­ein­sät­ze in der Ägais fort­zu­set­zen. Die Mög­lich­kei­ten die­ser pri­va­ten und von weni­gen Men­schen selbst­or­ga­ni­sier­ten Initia­ti­ve sind zwangs­läu­fig begrenzt. Trotz­dem hat die Sea-Watch in den letz­ten Mona­ten eini­ges erreicht. Sie ret­te­te über 2000 Flücht­lin­gen das Leben und erhöh­te gleich­zei­tig den Druck auf die zustän­di­gen Insti­tu­tio­nen, ihrer­seits Ret­tungs­maß­nah­men wie­der auf­zu­neh­men. Im Sep­tem­ber been­de­te die Crew 7 der Sea-Watch für die­ses Jahr Ihre Ein­sät­ze im Mit­tel­meer. Wir doku­men­tie­ren den Abschluss­be­richt von Harald Höpp­ner, von Ruben Neu­ge­bau­er erhiel­ten wir die Bil­der für den Foto­rück­blick auf die bis­he­ri­gen Sea-Watch-Ein­sät­ze. Vie­len Dank dafür! …Bericht und Foto­ga­le­rie beim Umbruch Bild­ar­chiv vom 6. Novem­ber 2015 externer Link
  • Sea-Watch Ret­tungs­ein­satz am 11-07-2015
    Die Sea-Watch ist am 11-07-2015 das ein­zi­ge ver­blie­be­ne Ret­tungs­schiff, im See­ge­biet vor Liby­en.Sea-Watch Skip­per Ingo Werth berich­tet von einem spek­ta­ku­lä­ren Ret­tungs­ein­satz der Sea-Watch, bei dem die Crew, im Auf­trag des MRCC Rom, 116, teils schwer­ver­letz­te Geflüch­te­te aus einem sin­ken­den Schlauch­boot ret­ten und auf von der Sea-Watch bereit­ge­stell­te Ret­tungs­in­seln ver­brin­gen konn­te.” Ton­spur und Foto­be­richt als Video bei You­Tube vom 12. Juli 2015 externer Link
  • Die ‘Sea Watch’ nimmt ihre Arbeit auf
    Der Bran­den­bur­ger Unter­neh­mer Harald Höpp­ner star­tet in der kom­men­den Woche mit sei­nem Fisch­kut­ter “Sea Watch” eine pri­va­te Flücht­lings­in­itia­ti­ve im Mit­tel­meer. Das Boot war vor etwa zehn Wochen in Ham­burg in Rich­tung der Insel Lam­pe­du­sa gestar­tet. Die Crew mit meh­re­ren ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­tern will auf dem Mit­tel­meer Aus­schau nach Flücht­lin­gen hal­ten und Hil­fe leis­ten…Bei­trag bei info​ra​dio​.de vom 12. Juni 2015 externer Link
  • “Sea Watch”: Hilfs­schiff für Flücht­lin­ge wird getauft
    Sie soll ab Mai im Mit­tel­meer zwi­schen Mal­ta und der lybi­schen Küs­te patroul­lie­ren und Flücht­lin­ge aus See­not ret­ten: Die “MS Sea-Watch”, ein 21 Meter lan­ger und 100 Ton­nen schwe­rer ehe­ma­li­ger Fisch­kut­ter, wird am Frei­tag (27. März 2015) im Hafen von Ham­burg-Fin­ken­wer­der getauft. Die pri­va­te Initia­ti­ve “Sea Watch” will mit dem Schiff “dem mas­sen­haf­ten Ster­ben im Mit­tel­meer und der restrik­ti­ven Flücht­lings­po­li­tik der Euro­päi­schen Uni­on eine kon­kre­te Ant­wort” ent­ge­gen­set­zen. (…)In dem Pro­jekt “Sea Watch” haben sich ehren­amt­li­che See­leu­te, Ärz­te, Anwäl­te und ande­re Hel­fer zusam­men­ge­schlos­sen. Ab Mai wol­len sie zwi­schen Mal­ta und der liby­ischen Küs­te in See­not gera­te­nen Flücht­lin­gen hel­fen. In Ham­burg able­gen wird das Schiff vor­aus­sicht­lich Anfang April…Bei­trag von Klaus Boldt auf ent­wick­lungs­po­li­ti­kon­line vom 23. März 2015 externer Link
  • Pri­va­te Initia­ti­ven gegen den Not­stand auf dem Mit­tel­meer
    Mat­thi­as Mon­roy im Inter­view mit Harald Höpp­ner, einem der Initia­to­ren von Sea Watch – bei tele­po­lis vom 3. März 2015 externer Link. Aus dem Text: “… Wann und wie soll es los­ge­hen?
    Harald Höpp­ner: Unser Pro­jekt erfährt in letz­ter Zeit viel Unter­stüt­zung, es gibt vie­le Men­schen, die die EU-Grenz­po­li­tik wie wir uner­träg­lich fin­den und auf ver­schie­de­ne Art hel­fen. Wegen der vie­len Hel­fer kom­men wir mit dem Umbau und den Pla­nun­gen gut vor­an und sind zuver­sicht­lich, dass wir Ende März in Rich­tung Mal­ta aus­lau­fen kön­nen. Der Hilfs­ein­satz im Ziel­ge­biet star­tet dann vor­aus­sicht­lich im Mai
    Wie muss man sich das vor­stel­len, wenn ihr Geflüch­te­te auf dem Mit­tel­meer antrefft? Um Men­schen in See­not auf­zu­neh­men, ist euer Schiff doch viel zu klein?
    Harald Höpp­ner: Das ist rich­tig, das Schiff ist zu klein, um eine gro­ße Anzahl Geflüch­te­ter auf­zu­neh­men, aller­dings wird die “Sea-Watch” nicht nur mit Schwimm­wes­ten, son­dern auch mit auf­blas­ba­ren Ret­tungs­in­seln aus­ge­stat­tet wer­den…
  • Fisch­kut­ter “Sea Watch” soll Flücht­lin­gen hel­fen
    Mit einem ehe­ma­li­gen Fisch­kut­ter will eine Initia­ti­ve aus Bran­den­burg Boots­flücht­lin­gen auf dem Mit­tel­meer hel­fen. Der hoch­see­tüch­ti­ge Kut­ter “GO 46” wird der­zeit im Har­bur­ger Bin­nen­ha­fen umge­baut und mit moder­ner Satel­li­ten­tech­nik aus­ge­rüs­tet. Ende März soll das 20 Meter lan­ge Schiff unter dem Namen “Sea Watch” von Ham­burg aus Rich­tung Mit­tel­meer star­ten…Bericht auf ndr​.de vom 3. März 2015 externer Link

Der Bei­trag Pro­jekt Sea-Watch: Nicht län­ger taten­los zuse­hen, wie Men­schen im Mit­tel­meer ster­ben erschien zuerst auf Labour­Net Ger­ma­ny.

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